Verschnaufpause: Dow Jones zieht an


New York, 29. Juli 2008

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Heute schnellte der Dow Jones um 266 Zähler auf 11.397 Punkte. Das Plus von 2,4 Prozent sorgte an der Wall Street für Erleichterung. In den Tagen zuvor war die Angst groß, dass das Barometer vor einem Crash steht. Grund: Die ökonomischen Hiobsbotschaften scheinen nicht zu enden. Zuletzt gab die New Yorker Investmentbank Merrill Lynch bekannt, erneut den Kapitalmarkt anzapfen zu müssen.
Der Ölpreis befindet sich weiterhin im freien Fall. Er sank nach einem zuvor atemberaubenden Aufschwung. Das Fass kostet nur noch 122 Dollar, Anfang Juli lag die Taxe noch in der Spitze bei 147 Dollar. Gold korrigierte ebenfalls um 1,48 Prozent auf 918 Dollar je Feinunze. Beachtlich ist die Stärke des Dollars: Täglich gewinnt die US-Währung an Kraft. Ich bin schon lange der Meinung, dass der Greenback gnadenlos unterbewertet ist. Nun kostet der Dollar zum Euro 1,55. Ich sehe durchaus eine weitere Erholung des Dollars bis auf 1,20.
Vom fallenden Ölpreis profitieren vor allem die Fluggesellschaften. Regelrecht abgehoben ist die Billigairline JetBlue. Allein heute legte der Kurs abermals um 7,8 Prozent auf 5,28 Dollar zu. Ich hatte Ihnen das ausgebombte Papier zum Kurs von 3,86 Dollar am 17. Juli ans Herz gelegt. Wer hier eingestiegen ist, kann sich über ein Kursplus von 37 Prozent nach nur zwölf Tagen freuen. Im Chart sehen Sie den dramatischen Kursverfall der blauen Billigairline binnen Jahresfrist. Ich glaube, wir haben bei JetBlue noch nicht das Ende der Erholung gesehen. Mit Lufthansa und George Soros sind starke Großaktionäre an Bord. Der Aufschwung des Papiers zeigt einmal mehr, dass es in der Tat Sinn macht, gegen den Strom zu schwimmen. JetBlue-Chef David Barger gab jetzt bekannt, sein Jahressalär um 50 Prozent auf 200.000 Dollar freiwillig zu senken angesichts der Verluste. Seit drei Quartalen in Folge schreibt die 1998 gegründete Gesellschaft nun rote Zahlen. Bargers Schritt ist begrüßenswert. An ihm sollten sich viele gierige Bankvorstände ein Beispiel nehmen, die sich gigantische Millionensummen in ihre Taschen schustern, obwohl ihre Häuser milliardenschwere Verluste schreiben.
Zurück zum Value-Investor: Wenn alle panisch „raus“ schreien, dann ist es Zeit einzusteigen. Ich halte aus diesem Grund Finanzwerte, Häuslebauer und Fluggesellschaften für aussichtsreich. Alle Sektoren sehe ich auf lange Sicht für attraktiv. Zudem ist es aus meiner Sicht für Europäer lukrativ mit dem starken Euro US-Aktien zu kaufen. Ich halte den Dollar für gnadenlos unterbewertet und sehe hier eine historische Chance.


tim schaefer (Author)

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