Trotz Wall Street Crash: New York ist eine Partyzone


New York, 15. Oktober 2008

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Die Volatilität an der Wall Street setzt sich fort. Ein Ende der Nervosität ist nicht in Sicht. Vorige Woche war der Dow-Jones-Index um 18 Prozent eingebrochen. Einen so scharfen Einbruch hat es in einer Woche nie zuvor gegeben, obwohl es den berühmten Index seit 112 Jahren gibt. Dann am Montag explodierte der Dow-Jones-Index um 11,08 Prozent oder 936 Punkte. Das war der höchste Prozentanstieg, den es seit 1933 gab. Also viele Rekorde. Alles in allem sind die Aussichten nach wie vor trübe. Es zeichnet sich eine weltweite Rezession ab. Trotz der Eingriffe vieler Staaten kann ein Schrumpfen der Wirtschaft wohl nicht mehr verhindert werden.
In New York City können Sie von dem Abschwung wenig wahrnehmen. Die Stadt ist eine Partyzone. Während die Wall Street zusammenbricht, geben die Banker mehr Geld denn je für edle Weine, Luxusuhren, Massagen und Restaurantbesuche aus. Seit ein paar Tagen bietet eine Oben-Ohne-Bar in Chelsea (bei mir ums Eck) für 1.000 Dollar einen Tanz einer Stripperin an. Die reichen Herren suchen sich dort ihre Schönheit raus, für ein paar Minuten tanzt sie dann auf dem Tisch. Anschließend darf der Herr dann den Tanga, der von der Tänzerin unterschrieben wird, mit nach Hause nehmen. Und das kostet 1.000 Dollar! Die Nachfrage ist erstaunlicherweise groß.
Eines der teuersten Hotels in New York ist auf Wochen hinweg ausgebucht. Sowohl das edle Hotel-Restaurant als auch die Zimmer sind belegt. Die New Yorker verreisen ungebrochen: Selbst die Flugbuchungen in Urlaubsparadiese wie in das mexikanische Cancun hielten sich im ersten Halbjahr auf hohem Niveau. In den Fitnessstudios betreuen mehr persönliche Trainer denn je ihr Klientel. Mit Alkohol, Sport, Drogen und Luxus suchen die Investmentbanker offenbar eine Ablenkung von den fallenden Kursen. Eine vor 17 Monaten eröffnete Sauna für vermögende Managerinnen und Manager im Stadtteil Tribeca meldet derzeit die höchsten Buchungszahlen. Immobilienhändler berichten von einer ungebrochen starken Nachfrage nach luxuriösen Apartments. Die Superreichen geben Geld aus wie verrückt. Auf dem Foto sehen Sie eine der größten Partyzonen, den Times Square. Hierher kommen bevorzugt Touristen aus aller Welt. Konzerte, Shows, Musicals und Cocktails locken sie in Scharen an. Selbst um Mitternacht (mein Foto) herrscht hier Gedränge.


tim schaefer (Author)

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