So bauen Sie ein Vermögen an der Börse auf


New York, 28. März 2014

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Die Bild-Zeitung schreibt über Ex-Schwimmstar Sandra Völker. Sie ist pleite. 100.000 Euro Schulden haben sie finanziell ruiniert. Jetzt versteigert die Insolvenzverwalterin ihre Medaillen, die sie bei der Olympiade gewonnen hat.
Es ist traurig. Ein Immobilienkauf riss sie in den finanziellen Abgrund.
Die Freundin von Mick Jagger, LWren Scott, nahm sich in ihrer Wohnung in Manhattan das Leben – sie soll überschuldet gewesen sein. Ihre Modefirma hat sich nicht wie erhofft entwickelt. Schulden! So glamourös manche Promis leben, so toll ist es gar nicht bei genauer Betrachtung.
Der legendäre Filmemacher Peter Bogdanovich beschrieb im Januar im „Wall Street Journal“, wie er sich ruinierte. Ein blödsinniger Businessdeal. Schwuppdiwupp war er pleite.
Die Privatfinanzen gut zu verwalten ist nicht einfach. Ich rate zu einem vorsichtigen Umgang mit Schulden, Luxus, Konsum(rausch). Mit einem Budget, einem Sparplan, der richtigen Einstellung kriegt fast jeder seine Finanzen in den Griff. Es ist gar nicht so viel Arbeit nötig. Und das Leben macht trotzdem Spass.
Riskante Geschäfte führen oft ins Verderben. Vor wichtigen Entscheidungen ist es empfehlenswert, sich mit einer erfahrenen Person (aus dem persönlichen Umfeld ist OK) abzustimmen. So wird manche Illusion schnell enttarnt. Illusionen können mit einem Federstrich Vermögen vernichten. Ich glaube, Gespräche helfen einem, Ängste abzubauen und die Fakten zu beleuchten. Wo liegen die Chancen, wo die Risiken?
Wie misst man sein Vermögen? Auf NETTO-Basis. Also nach Abzug der Schulden und Verpflichtungen. Das vergessen viele gerne.
Wie sparen Sie am besten? Ich denke, die Börse bietet auf lange Sicht eine herrliche Rendite.
Wer Geduld hat, um ein Qualitätsdepot mit Dividendenzahlern aufzubauen, hat gute Chancen vermögend zu werden. In Amerika werden immer mehr Menschen über die Börse zu Millionären, einfach weil sie stetig sparen. Weil sie diszipliniert sind. Weil sie das Geld nicht mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfen.
Meine Möbel sind zum Teil Gebrauchte. Meine Küche: Ikea. Meine Küchenschränke sind voll mit Utensilien aus einem Restaurant. Als der Koch die Türen für immer schloss, bot er seine Profi-Sachen (Schüsseln, Messer, Töpfe, Maschinen) für einen Appel und ein Ei an. Nie zuvor hatte ich bessere Qualität in meiner Küche.
Ich orientiere mich gerne an anderen. Die Sparmethode des freien Schriftstellers Hayford Peirce (Foto: Wikipedia) fasziniert mich. Peirce kaufte 1987 Altria-Aktien. Er erbte Geld von seinen Eltern und wollte es gut anlegen. Er bevorzugte schöne Dividendenpapiere, weil er von den Ausschüttungen leben wollte.
Er stockte seine Tabak-Aktienposition jedes Mal auf, wenn es in den darauffolgenden Jahren zu kräftigen Kurskorrekturen kam. Das war 1988, 1991, 1996 und 1997 der Fall. Schließlich hatte er 11.000 Aktien angehäuft. Aus einem Investment von ursprünglich 145.074 Dollar reiften mit der Zeit 1,1 Millionen Dollar heran (im Kommentar auf dieser Website beschreibt er die Fakten). Allein die Dividende, die sein Altria-Paket abwirft, bringt ihm 49.000 Dollar jährlich ein.
Sie sollten nicht Ihr Geld aufs Sparbuch legen und hoffen, dass es mehr wird mit der Zeit. Das bringt nichts. Es ist gefährlich wegen der Inflation.
Fazit: Für Aktionäre ist die Zeit ein Freund und Motivator. Für Sparbuch-Besitzer ist die Zeit ein Feind.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „So bauen Sie ein Vermögen an der Börse auf

  1. dieter

    Die Kunst ist es wohl, wen alle Angst haben,dann nachzukaufen.
    Wen ich von der Aktie überzeugt bin,dann weiter drann bleiben.
    Ob es die Firmen zb cola,pepsi,altie,mcd, in 40 Jahren noch geben wird?
    Ich denke schon,aber keiner weis es genau.
    Breit streuen,und simple Aktien kaufen.
    Ich lese gerade das Buch “ the rocket boys“ von homer hickam.
    Ein kleiner Junge,der in den 60 er Jahren Rakten baut,und Jahre später zur Nasa kommt.
    Seine Mama hat vom Gehalt des Vaters,immer wieder einige Dollars in simple Aktien angelegt.
    Sie konnte sich davon ein Haus kaufen,und ein Stipendium finanzieren. Seht euch den Film „october sky einfach mal an. Oder einfach das Buch lesen.

    lg dieter

  2. Felix

    Ich würde sagen, da hatte unser Schriftsteller Glück gehabt. Sein ganzes Vermögen in einer Aktie anzulegen ist Monopoly mit richtigem Geld.
    Immerhin ist Altria auch das Malboro-Unternehmen und das hätte mit Schadensersatzklagen – gerade im seltsamen Rechtssystem der USA – auch gut ruiniert werden können. Zuviel Geld in eine Aktienposition anzulegen ist leichtsinnig. Es sind schon riesige Dampfer untergegangen. Ich habe keine Position, die auch wenn sie gut gelaufen ist mehr als 5% meines Depotwertes ausmacht.

  3. StefanStefan

    Ich glaube Ben Bernanke hatte vor seiner Zeit als Fed-Chef auch sein gesamtes Vermögen in Altria Aktien stecken. Die galten/gelten jahrelang als Goldesel mit Renditen über 15 %…

    Ich diversifiziere erst wenn ich genug Geld habe. Also 100.000 € aufwärts. Bis dahin hab ich kein Problem damit mehr als 10.000 € in eine Aktie zu stecken. Dann natürlich nur Blue Chip bzw. sicherer Dividenden-Aristokrat.

    Warren hat privat glaube ich über eine Milliarde Dollar in zehn Unternehmen stecken…

    Ich halte nichts davon 1.000 € in jedes Unternehmen zu stecken und dafür 100 Positionen zu haben. Da kann man ja gleich den Index kaufen.

  4. Martin

    Man kann mit 10 Positionen besser diversifiziert sein als jemand mit 100 Positionen.
    Alles in Altria halte ich auch nicht für ein Vorbild. Nach den Spin-Offs konnte wenigstens nicht mehr alles durch Klagen wegfallen, aber dennoch wäre mir das zu riskant.

    Übrigens für Deutsche wäre Altria auch nicht so attraktiv gewesen, da die spin-offs voll besteuert wurden, obgleich es sich nicht um eine Gewinnausschüttung handelt. Also ist das kein passendes Beispiel, leider. Wer macht denn solche Steuergesetze?

  5. Markus

    8% Rendite mit Berücksichtigung von „Crah“- Einkäufen…
    Ist die Dividende reinvestiert oder verkonsumiert worden? (Altria hat so gut wie immer stark ausgeschüttet)

    Es ist ne nette Summe und ne nette Ausschüttung, aber ich sehe keine große Leistung dahinter, außer dass das geerbte Vermögen „halbwegs sinnvoll“ und stoisch angelegt worden ist.

    Moralisch wieder fragwürdig, ein Vermögen mit der Schwäche und Dummheit von anderen Menschen aufzubauen, welche sich selbst Lungenkrebs mit stark erhöhter Wahrscheinlichkeit raussuchen…

  6. tim schaefertim schaefer

    @ Felix
    Stimmt. Ein Risiko war bei der Tabak-Aktie da, obgleich es sich um ein riesiges Konglomerat handelte.

    Ich sehe es anders: Viele Leute hätten das Erbe binnen eines Jahres komplett ausgegeben. Klamotten, neues Auto, Luxusurlaube, neues Haus/Apartment. Aus dem positiven Geldstrom (Dividenden) wäre schnell ein negativer Geldstrom (Hypothekenzinsen) geworden. Insofern war der Mann vernünftig.

    Massenweise kommen Menschen nie auf einen grünen Zweig, weil sie Schulden anhäufen und konsumieren wie die Weltmeister – ein Leben lang.

  7. Markus

    Die Frage ist, ob wir diese Massen von Menschen brauchen, die so viel konsumieren und wenig sparen…

    Wenn alle nur noch sparsam und asketisch leben, geht es den Unternehmen schlechter.

    Insofern nützt die finanzielle Unwissenheit von Großteilen der Bevölkerung einigen wenigen, welche das Prinzip von Zahlungsströmen verstanden haben.

  8. tim schaefertim schaefer

    Hi Markus,

    stimmt. Bis zu einem gewissen Grad. Wenn der Konsum und das Schuldenmachen Überhand nehmen, muss der Staat die Zeche zahlen (Hartz IV, faule Kredite, Finanzkrise, Altersarmut …)

    Ein Freund riet mir übrigens: „Schreib nicht über Value Investing und Buy and Hold. Das braucht keiner zu wissen. Je weniger es wissen, desto besser.“

  9. Frank

    Nur keine Angst Tim,
    die Menschheit hat in der Regel kein Erkenntnis sondern ein Umsetzungsproblem.

  10. Lars

    @ Frank
    Ja, da gebe ich dir vollkommen recht.
    Es liest sich alles so schön und hört sich auch plausibel an, nur Theorie und Praxis sind immer noch 2 paar verschiedene Schuhe…

  11. Markus

    Genau, die Überbewertung vom s&p (cape) interessiert auch niemanden mit hohem us-Anteil. 😉

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