Serie Hedgefonds-Stars: William Ackman schlägt mal wieder zu


New York, 31. Oktober 2011

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Ich setze heute meine Serie über interessante Hedgefondsmanager fort. Dieses Mal geht es um Bill Ackman. Ich hatte in meinem Blog schon öfter über den New Yorker Geldzauberer geschrieben.
Er wurde 1966 in New York geboren. Schon als Kind lernte er, mit Geld umzugehen. Sein Vater Lawrence Ackman ist Chairman der New Yorker Immobilienfinanzierers Ackman-Ziff Real Estate Group. Bill studierte an der Harvard Business School, machte dort seinen MBA-Abschluss. Er gründete mit einem Studienfreund zunächst den Fonds Gotham Partners, der hauptsächlich in Immobilienkonzerne und private Aktiengesellschaften investierte. Dieses Konzept trug die Handschrift seines Vaters.
Später hob Ackman den Hedgefonds Pershing Square aus der Taufe. Große Aktienpakete von Fast-Food-Ketten wie Wendys oder McDonalds erwarb er über dieses Vehikel und forderte nach seinem Einstieg einen Kurswechsel vom Management. Meist verlangte er den Verkauf von Grundstücken und Immobilien. Solche Transaktionen füllten die Kasse der Konzerne, stille Reserven wurden aufgedeckt. Im Anschluss wollte Ackman dann über eine Sonderdividende von den Asset-Verkäufen seiner Beteiligungen proftieren.
Viele dieser Investments zahlten sich in der Tat aus. Der Einstieg beim US-Buchhändler Borders ging allerdings schief, der Händler meldete Insolvenz an. Noch immer steht an Ackman an Spitze des Pershing-Square-Fonds. Wenn Sie kritisch seine Revolten betrachten, so fällt auf, dass es ihm meist nur darum ging, in recht kurzen Zeitabläufen Kapital flüssig zu machen, um dies dann an die Aktionäre auskehren zu können. Ob es ihm wirklich um den langfristigen Erfolg des Objekts seiner Begierde ging, wage ich zu bezweifeln.
Zur Zeit wettet der 45-jährige auf den HongKong Dollar. Ackman spricht über das asiatische Finanzzentrum mit seinen sieben Millionen Einwohnern in den höchsten Tönen. Er ist von der geringen Arbeitslosenquote (rund drei Prozent) hellauf begeistert. Er hält die Währung für stark „unterbewertet“. Daher hat er über verschiedene Instrumente auf den Hong-Kong-Dollar gesetzt.
Darüber hinaus riss er sich ein Paket an der Kaufhauskette J.C. Penney unter den Nagel. „Das ist ein echter Immobilien-Deal“, begründete Ackman in einem Interview mit dem Sender CNBC seinen Einstieg. Weil das Kaufhaus einen Gutteil der Verkaufsflächen selbst besitzt, sieht er das Unternehmen als eine Betongold-Perle. Viele Konkurrenten mieten dagegen den Löwenanteil ihrer Läden. Problem ist, dass das angestaubte Kaufhaus-Konzept bei den amerikanischen Konsumenten nicht mehr ankommt. Ackman tauschte den Vorstandschef aus. Er will mit einer aggressiven Werbekampagne die Geschäfte des Kaufhaus-Riesen wieder in Schwung bringen. Ob ihm das gelingt, wird sich zeigen.
Vergangenen Freitag meldete der Value-Jäger, dass er ein Zwölf-Prozent-Paket an der Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific Railway erworben hat. Jetzt ist der New Yorker der größte Anteilseigner. Er sucht nun ein Gespräch mit der Vorstandsspitze. Er dürfte sie unter Druck setzen. Sein Spezialgebiet sind nämlich ausgebombte Aktien beziehungsweise Firmen, die unter einem größeren Problem leiden. Allein die Bekanntgabe des Investments in Kanada lohnte sich für den Profi-Anleger aus Manhattan: Bei seinem Einstieg zahlte er einen Durchschnittskurs von 54,46 Dollar. Kurz nach der Bekanntgabe lag die Notiz 26 Prozent höher bei 68,99 Dollar. So macht man das! Ich persönlich würde nach einem solchen Kursfeuerwerk nicht mehr einsteigen!
Hier sehen Sie ein Interview Ackmans, das er dem Sender CNBC im September 2011 gab:

Nachtrag: Zum Schluss ein langes Interview (knapp eine Stunde), das Ackman mit Bloomberg TV geführt hatte.

In der ersten Folge dieser Hedfonds-Serie hatte ich hier über Investor Michael Burry geschrieben. Burry hatte als einer der ersten Profis gegen den amerikanischen Immobilienmarkt gewettet und sich nach dem Platzen der Blase eine goldene Nase verdient.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Serie Hedgefonds-Stars: William Ackman schlägt mal wieder zu

  1. gennaro

    Hallo Tim,

    ein sehr interessanter Artikel!
    Wissenswert auch mal zu erfahren in welche Unternehmen solche Hedgefonds-Stars Ihr Geld anlegen. Bin schon auf die nächste Story gespannt 🙂

    Gruß
    Gennaro

  2. tim schaefertim schaefer

    Hi Gennaro,

    gut, dass Ihnen die Serie zu den Hedgefonds-Managern gefällt. In den deutschen Medien entdecke ich zu diesem Thema nicht wirklich viel.

    Ich habe gerade super viel Arbeit, bereite Geschäftsreisen nach Texas, Hawaii und Kanada vor… da bleibt leider manchmal für den Blog wenig Zeit. Was nicht ist, kann ja noch werden.

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