Privatanleger grübeln wegen der 200-Tage-Linie


New York, 6. Juni 2015
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Socken mit Loch und Nähset. Die Reichen stopfen ihre Socken, schreibt die „New York Times“ in einem Artikel über Multimillionäre.

Ich erhielt gestern folgende Email:

Hallo Herr Schäfer,

zur Zeit kommen die Aktienkurse langsam wieder zurück. Meine Frage an Sie ist, ob Sie auf irgendwelche Signale achten, wie z.B. die 200-Tage-Linie, den Chart im Allgemeinen, also wann sich wieder ein Aufwärtstrend abzeichnet und dann einsteigen oder wie gehen Sie da vor? Dass es sich ansonsten vom Grund auf um solide Unternehmen handeln sollte, ist klar.

Mit freundlichen Grüßen

xy

Meine Antwort war kurz und knapp:

Langfristig! Jahrzehnte. 200 Tage interessieren mich nicht die Bohne. Ich kaufe und halte durch. VG Tim

Da sehen Sie es wieder. Anleger haben ein Problem damit, langfristig zu denken. Mich interessieren 200-Tage-Linien nicht die Bohne. Ich orientiere mich an fundamentalen Daten. Nicht an Kursverläufen. Die Kursverläufe sind ein Abbild des Marktes. Da steckt die Masse mit ihrer Hysterie (Angst, Euphorie) dahinter. Wenn Sie auf Charts schauen, orientieren Sie sich an der Masse.

Millionäre haben in der Regel einen viel längeren Anlagehorizont. Das ist jedenfalls meine subjektive Meinung. Ich denke, Wohlhabende investieren sehr langfristig.

Ich habe übrigens einen herrlichen Artikel entdeckt, der ein paar Multimillionäre beschreibt. Es ist faszinierend. Das Klischee stimmt eben nicht. Die Reichen leben nicht in Saus und Braus. Im Gegenteil. Sie gehen sehr vorsichtig mit Geld um. Sie schätzen Geld. Sie würdigen es. Es denken intensiv über ihren Konsum nach. Sie planen den Konsum sehr vorsichtig mit dem Partner.

Ein Impulskauf kommt bei ihnen, so scheint es, eher selten vor. Und die geschilderten Ehepaare scheinen zudem intensiv alle Gelddinge abzustimmen. Es herrscht Transparenz, wenn es ums Geld verdienen, investieren und ausgeben geht.

Bob Weidner (57) und seine Frau Angela Marchi (56) haben mehrere Millionen auf dem Konto. Auf dem Foto machen Sie neben Ihrer Wäsche im Garten einen zufriedenen Eindruck. Sie ist Managerin einer Krankenhauskette, er ist ein leitender Researcher bei einer großen Stiftung. Sie haben drei Immobilien – kein Objekt ist besonders groß. Einmal im Jahr reisen sie nach Italien. Wenn sie in ein Outlet zum Schnäppchenkauf gehen, ist der Kleidungseinkauf sehr genau durchgeplant. Sie sind extrem sparsam: Sogar die Socken stopfen sie. Sie leben bescheiden. Sie hängen die Wäsche im Garten zum Trockenen auf.

Andere millionenschwere Paare, die in dem Artikel beschrieben werden, fahren ihr Auto zehn Jahre lang, bevor sie über ein neues Auto (zum moderaten Preis) nachdenken. In dem Artikel wird ferner erwähnt, dass die Reichen Second-Hand-Klamotten kaufen. Na, wer hätte das von einem Multimillionär gedacht?


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Privatanleger grübeln wegen der 200-Tage-Linie

  1. ZaVodou

    Die Frage bestand aber noch aus einem zweiten Teil:

    „… oder wie gehen Sie da vor?

    Gemeint war: „Wie bestimmen Sie den idealen Kaufzeitpunkt?“.

    Außerdem hätte ich noch mal nachgefragt, was er unter einer soliden Aktie versteht.

    Die meisten Leute meinen nämlich, wenn sie eine Aktie aus dem Dax kaufen hätten sie eine solide Aktie gekauft.

    Solide ist dann gleichbedeutend mit Qualitätsaktie.

    Eine Qualitätsaktie muss aber ganz andere Eigenschaften aufweisen als lediglich aus einem bestimmten Segment zu kommen.

  2. Couponschneider

    Die einen stopfen Socken, obwohl sie es nicht müssten. Die anderen greifen zum teuersten Salz, obwohl sie es sich nicht leisten können. Herr Schäfer, was halten Sie eigentlich vom Daytrader „Koko“ Petkov?

    https://www.youtube.com/watch?v=c8tEQ-ijQMM

    Er wedelt mit zig 500-€-Scheinen, um die Gier zu wecken. Er erzählt von seiner „Erleuchtung“ vor dem Salzregal im Supermarkt. Ich habe gelesen, dass man ihn selbst in der Zockercommunity ihn für unseriös hält. Petkov soll bei Mediamarkt arbeiten, kann also nicht vom Daytrading leben. Er wird auch als „Schaufelverkäufer“ tituliert. Jemand, der weiß, wo das Gold liegt, es aber nicht selber nicht fördert, sondern lieber Tipps gibt und Schaufeln verkauft.

    Ich bin dann recht erschrocken, dass junge Leute mit 17 Jahren dann seine Videos gut finden und schreiben, sie möchten nun auch mit dem Daytrading beginnen. Deswegen kann ich über die Daytrader nicht nur lachen. Sie sind gefährlich, sie fixen junge unbedarfte Leute an und hinterlassen verbrannte Erde.

  3. Philipp

    Reiche Menschen die ihre socken stopfen, sind einfach nur sympathisch! Wobei wirtschaftlich gesehen es besser ist neue socken zu kaufen.

    Daytrading macht doch keinen sinn, da werden doch garkeine werte geschaffen. Und stressig ist es auch noch 😉

    Mfg

    Philipp

  4. Claudius

    Ich bin auch nicht so der Fan von 200-Tage-Linien oder anderen charttechnischen Signalen für den Einstieg. Man sucht sich ein solides Unternehmen raus und kauft dann „einfach“. Man kann den Kauf natürlich auch auf mehrere Zeitpunkte aufteilen. Das ist ja das Prinzip eines Sparplans.

    Zu der Geschichte mit dem Ehepaar muss Ich sagen, dass Ich diese Einstellung bewundere. Ich kaufe ebenfalls selten spontan. Ich plane, was Ich brauche und wenn Ich nichts brauche, dann habe Ich meistens auch kein Geld dabei.

    Gruß,

     

    Claudius

  5. ValueriaValueria

    Hallo Tim,

     

    tolle Links und Videos, die du uns da immer mitschickst! So schule ich auch mein English und genieße es auf so angenehme Weise motiviert zu werden! Und dass Sparen für uns „Normalos“ der leichteste Weg zum Vermögensaufbau ist, das vermittelst du ununterbrochen und ich finde, man kann nicht genug davon lesen 😉 Danke für die gestopften Socken – das mache ich beim Fernsehen 😉

    Was ich allerdings ab und zu vermisse, ist dass du die Unsicherheit vieler Anleger nicht nachvollziehen kannst. Wenn man sein hart verdientes Geld in Aktien anlegen möchte, von Freunden und Verwandtschaft bereist als Verrückt abgestempelt wird, kaum was von Qualitätsaktien und Firmenbilanzen versteht, selbst bei Apokalyptischen Grexit-Inflations-Deflations-News zittert, sich irgendwo an jemanden festhalten möchte, der bereits gute Erfahrung mit Aktien gemacht hat und nicht erst auf die Zeitdauer von 120 Jahren ein positives Ergebnis erzielen will, sondern auch schon bereits nach 5 bis 10, oder wenigstens 20 Jahren, dann ist man froh über so eine 200er Tageslinie.

    Ich habe diese Woche Coca-Cola und gestern Orchid Island Capital nachgekauft, weil ich auf die Währungseffekte und eben auf den Chart, oder auch auf den Ex-Divi-day achte. Demnächst stocke ich MüRück oder Allianz auf oder leiste mir eine Intel oder Cisco. Warum nicht in roten Zeiten nachkaufen? Blind Aktien zu kaufen finde ich zwar mutig und bewundernswert, allerdings wenn mein Monatseinkommen wenigstens 5-stellig wäre. Aber so achte ich ganz besonders darauf, welche Aktie ich wann kaufe. Und wie gesagt, Firmenbilanzen verstehe ich nicht, bzw. fehlt mir die Zeit, aber Charts und Nachrichten verstehe ich  😉

    Koko Petkov hat mit ziemlichen Aktienverlust begonnen. Gerade weil er alles erst mal in den Sand gesetzt hat, scheint er mir recht aufrichtig. Es ist ein eher älterer Film Der Traum vom schnellen Geld . Irgendwann hatte er wohl den Dreh raus und jetzt verkauft er sich mit Erfolg, seine Videos laufen, sein Trading anscheinend auch. Was will man mehr? Jeder weiß, dass Daytrading riskant ist. Allerdings ist ein Bekannter bei der Julius Bank ein angestellter Daytrader!!! Handelt hauptsächlich mit Währungen auch nachts live in Japan oder so. Er hat mit 25 bereits eine Eigentumswohnung, fährt einen Porsche und hat neulich in Kitzbühel ein Haus gekauft. Da kann ich mit Value und Dividenden nicht hinkommen, aber ich habe nicht den Mut und das Wissen zum Daytraden und auch nicht die Zeit und die Lust 🙂

    Danke an alle für die Links und Videos, das bereichert hier das lesen sehr 🙂

  6. Florian

    Hallo Zusammen,

    ich lese sehr aufmerksam deine Berichte Tim. Ich stimme dir bei allem recht widerspruchslos zu. Was ich ein wenig vermisse, ist die Komponente der Psychologie, die an der Börse wohl die wichtigste Rolle spielt. Die Themen Altersarmut und langfristig mit ETFs besparen ist bei deiner Leserschaft schon angekommen. Ich kann dich hier ergänzen mit der Beavioral Finance mit meiner Seite http://www.boerseneinmaleins.de

    Komme selbst aus der Finanzdienstleistungsbranche und weiss, wie schwer beispielsweise eine Buy-hold Strategie ist. Wie viele unsere Kunden hätten Facebook, Fuchs Petrolub oder Amazon mit 100% verkauft. Fast jeder. Jetzt stehen Sie deutlich weiter im Plus. Es ist so einfach, wie man hier nachlesen kann http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/altersvorsorge-fuer-clevere-wie-sie-mit-1-000-euro-startkapital-fast-garantiert-millionaer-werden_H891522651_135530/

    @Valueria: Es gibt soviele Themen, mit denen sich Privatanleger täglich durch die Reizflut der Medien beschäftigen, dass keiner mehr durchblickt. Dies ist gewollt um Aktionismus zu verbreiten, wobei letztendlich die Banken schön mit verdienen. Die Kunst des Durchhaltens und der Ausdauer ist bei den wenigsten gegeben. Manche Leute sind für die Börse auch einfach nicht geschaffen und können beispielsweise nicht schlafen, wenn ein Wert im Portfolio mal 20 oder 30% im Minus steht.

    Also würde mich freuen wenn Ihr auf meine Seite geht.

    Schönes Weekend

    Florian

     

     

  7. ZaVodou

    „Und wie gesagt, Firmenbilanzen verstehe ich nicht, bzw. fehlt mir die Zeit, aber Charts und Nachrichten verstehe ich.“

    Ich denke mal, dass deshalb auch bei den Meisten der Erfolg ausbleibt.

    Wenn man in Einzelaktien investiert, sollte man in die Bilanz, Gewinn- u. Verlustrechnung und Cashflowrechnung mal einen Blick reingeworfen haben. Wie solide entwickeln sich denn die Gewinne oder sind sie eher schwankend? Sind Dividenden durch Gewinne abgedeckt. Wie sieht der FCF (free Cashflow) aus? Droht von der Schuldenseite gefahr? usw.

    Das ist alles kein Hexenwerk und muss meiner Meinung nach nicht bis ins letzte Detail untersucht werden, aber man bekommt ein wesentlich besseres Verständnis für sein zukünftiges Investment.

    Keine Zeit lasse ich nicht gelten. Die Zeit für seine Finanzen muss man sich nehmen. Die Finanzen sollten im Leben eine hohe Priorität genießen.

    Klar ist es einfacher und angenehmer sich vorm Fernseher berieseln zu lassen, die neuste Brigitte zu lesen oder Party zu machen, als sich die Zahlen von Unternehmen anzuschauen und Langzeitauswertungen zu fahren.

    Viele Anleger wollen das halt nicht und nehmen den angenehmeren nicht so arbeitsintensiven Weg und kaufen nach Charts oder Empfehlungen anderer. Meist sind das dann Empfehlungen von so Heftchen wie Börse-Online oder Aktionär, die gerne Empfehlungen aussprechen ohne dies groß zu erörtern.  Da ist dann oft die Rede von einem Großauftrag oder ein Mittel, dass kurz vor der Zulassung steht usw. Daneben vielleicht noch ein KGV und eine Angabe einer Dividendenrendite. Das war’s. Das muss reichen. Langzeitanalysen? Fehlanzeige!

    Verkauft werden da Sories, die maximal zwei Seiten in Anspruch nehmen dürfen. Das nächste Heft in einer Woche ist schon in Planung.

    Die „Erfolge“ solcher Depots sehen dann auch dementsprechend aus.

     

  8. Victor

    @ZaVodou

    Was bringt Dir das, wenn Du der 1.000.000ste Leser des Nestlé oder Roche Geschäftberichts bist. Verstehst Du dann das Geschäftsmodell von Roche? Kannst Du die handelnden Personen besser einschätzen? Gerade die Kennzahlen in GBs lassen sich – sagen wir mal – aufhübschen. Garniert mit netten Statements des Vorstands usw.

    Ich behaupte, dass man eine Nestlé, eine Procter & Gamble, Roche, J&J fast „blind“ kaufen kann, wenn man darauf achtet, diese nicht zu überhöhten Kursen zu erstehen, d.h. Abgleich mit den durchschnittlichen KGVs der letzten 10 Jahre.

    Wer das nicht mag, ist in der Tat besser dran mit einem marktbreiten ETF oder aktiven Fonds.

    Auch lesenswert dazu ist dieser Artikel: http://www.mr-market.de/macht-eine-langfristig-passive-bluechip-strategie-sinn/

  9. Toni

    Sehr recht Victor

    Blind  oder dann doch lieber an der 200 Tage 😉

    sehr viele (alle)von mir beobachtete Aktien zeigen immer eine Korrektur oder

    Machen mal Pause im Trend

    im Einkauf liegt der Gewinn

    tschü

     

  10. Gert / trading-options.deGert / trading-options.de

    @ Couponschneider

    Entschuldigung, aber was du da schreibst, ist kompletter Blödsinn:

    “ Deswegen kann ich über die Daytrader nicht nur lachen. Sie sind gefährlich, sie fixen junge unbedarfte Leute an und hinterlassen verbrannte Erde.“

    Da gibt es also diesen einen Typen namens Petkov (ja, es gibt noch mehr, ich weiß), der versucht, mittels Verkauf von monetären Heilsversprechen an anderer Leute Geld zu kommen, so weit, so richtig. Aber wieso sind Daytrader deshalb gefährlich und fixen junge Leute an? Hinterlassen verbrannte Erde?

    Ich kann dir versichern, dass ich z.Z. 4 verschiedenen Daytrading-Strategien nutze, mit denen ich permanent handele. Damit verdiene ich Geld. In meinem Blog findest du darüber nichts. Warum nicht? Weil ich niemandem eine lange Nase machen will, und der anschließend lustig drauf los handelt und nach sechs Wochen pleite ist (spätestens). Das ist für viele Menschen nichts, weil sie nicht die notwendigen Fähigkeiten nicht mitbringen. Aber die bringen auch nicht die Fähigkeiten mit, einen Value-Ansatz über Jahrzehnte zu verfolgen.

    Ich habe das hier schon einmal, vielleicht mehrmals geschrieben: Wenn der Markt mal richtig nachgibt, so wie 2000/2001 oder auch 2008, dann will ich viele sehen, die hier jetzt im Brustton der Überzeugung so tun, als hätten sie den Stein der Weisen gefunden. Mindestens die Hälfte wird ihre Aktien verramschen, wenn der Markt am Tiefpunkt sein wird. Es ist sehr leicht, zu behaupten, dass man das alles aushalten wird, wenn man erst seit 2008 oder 2009 im Markt ist. Was ist aus den „Value-Investoren“ geworden, die damals die T-Aktie gekauft haben und seit 15 Jahren darauf warten, dass die die 100 €-Marke wieder überschreiten wird? Sind die nicht auch verlockenden Versprechungen auf den Leim gegangen? Aber ein Value-Investor kauft ja nur, er verkauft nie, er weiß gar nicht, was das ist. Warum verkaufen diese Leute nicht? Weil sie eine panische Angst haben, endlich den Verlust akzeptieren zu müssen.

    Und man kann sich auch kaputtlachen über so etwas wie eine 200-Tage-Linie. Aber ich garantiere, dass das ein super Medium ist, um deutliche Über- und Unterbewertungen in Märkten zu erkennen.

    Und Multimillionäre, die sich ihre Socken stopfen, finde ich einfach nur albern. Was soll das denn? Leben die einen Fetisch aus? Seht her, ich habe Geld wie Heu, aber repariere meine Strümpfe selbst?

     

  11. Pierre

    @Gert / trading-options.de

    Das sehe ich ähnlich kritisch, wie Du.

    Ich kann mich auch zum Teil nur schlapp lachen über Dinge, die in diversen Blogs und Foren heute nach 6 Jahren Dauerhausse getextet werden.

    Das Wertpapierforum ist zu einem ETF-Forum mutiert, in dem es um die 0,0x% Allokation in ETF A oder B geht.

    Beim Dividenden-Sammler gibt es einen Wichtigtuer (Karl Napf), dem sie alle hinterherlaufen, der glaubt den Stein der Weisen gefunden zu haben, in dem er Zykliker meidet und auf Robustheitsaktien setzt, um dann nach einem Crash in den MDax und SDax zu switchen. Das traurige ist, 99% der Blogleser kaufen seinen Kram nach.

    Selbst auf diesem Blog hier, den ich sehr schätze (super Arbeit, Tim!) finde ich mich zum Teil nicht wieder. Buy & Hold und zu jeder Zeit kaufen – ne, dann lieber geduldig warten & die 200-Tage-Linie kann da in der Tat ein guter Indikator sein. Natürlich nicht der einzige.

    Gerade jetzt braut sich doch was Schönes zusammen und wir können alle viele schöne Aktien günstiger einsammeln. Griechenland wird nur als Begründung medial nachgeschoben. Kippt der Dax unter die 11.160 (und das wird er meiner Meinung nach), dann sehen wir erstmal die 10.000 in Kürze wieder. Die sollte halten, sonst sind wir wieder beim Niveau von Oktober angelangt. Eigentlich ist der Markt 4.000 Punkte nur auf Grund von Draghis Verbalerotik gestiegen. Jetzt atmet der Markt erstmal aus.

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ ZaVodou

    Das stimmt. Ich habe die Frage nicht vollständig beantwortet.

    Ich mache das so: Für meine Dividenden habe ich ein automatisches Nachkaufen installiert, ein sogenanntes Drip-Depot eingerichtet: Mein Aktienbestand wächst automatisch – ohne mein Zutun. Ich muss mich nicht ums Timing oder eine Transaktion kümmern. Ein weiterer Vorteil: Reinvestments kosten mich nichts:

    http://www.dividend.com/dividend-investing-101/dividend-reinvestment-plans-drips/

    Es wird mit den Dekaden aus dem Schneeball eine Lawine. Es ist ein herrliches Instrument. Und zudem steuerfrei in den USA möglich, wenn man ein „Aktiendepot für die Rente“ hat, das der Staat mit Steuerfreiheit fördert.

    Dann sammle ich außerdem auf dem Girokonto langsam alles ein, was reinkommt. Ich zahle davon meine Steuern, Rechnungen, Essen, Reisen, Spenden… Ja, Spenden. Vorigen Monat habe ich u.a. für die Erdbebenopfer in Nepal gespendet. (Ein recht kleiner Betrag. Aber besser als nix.) Ich tilge meine Hypotheken so schnell wie möglich. Den Rest reinvestiere ich in meine Aktienbestände. Ich mache das Reinvestment aus dem Girokonto, wenn etwas übrig ist. Weil die Börse LANGFRISTIG steigt, kümmere ich mich nicht so sehr ums perfekte Timing. Das klappt nämlich nicht so recht. Anstatt mein Geld auf dem Festgeldkonto oder Sparbuch verrotten zu lassen, investiere ich in Produktivkapital (Aktien).

    Angst vor einem Crash habe ich nicht. Denn dann stocke ich weiter auf. Ein Crash ist ein Geschenk für Nachkäufe.

     

    @ Couponschneider

    Was ich von den Daytradern halte?

    Nicht so viel. Die Rendite, die diese Leute angeblich einfahren, ist ja nicht belegt durch einen unabhängigen Prüfer. Diese Leute können viel behaupten. Es ist eine Spielkasino-Mentalität. Es ist eine einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung. Nach Abzug der Kosten kann auf lange Sicht nichts übrig bleiben nach meinem Dafürhalten. Je kürzer die Halteperioden, desto geringer die Chancen. Ja, es kann gut gehen. Eine Zeitlang. Aber irgendwann fallen die ALLE auf die Nase. Ich kenne keinen einzigen, der sich auf Dauer über Wasser hält mit Daytrading.

    Dieses Luxus-Zeug (dicke Autos, Geldberge) ist eher peinlich. Liegt da ein menschliches Defizit vor?

     

    @ Valueria

    Willkommen im Club der Socken-Stopfer. Ich finde das sehr sympathisch. Es ist einfach eine Frage des Bodenständigkeit.

    Ja, das stimmt. Für die Unsicherheit der Anleger fehlt mir das Einfühlungsvermögen. Langfristig kaufen und liegen lassen! Das ist das beste System. Ich habe herausgefunden, das ist für mich die goldene Strategie. Ich kann es nur jedem raten: Lieber langsam, behutsam reich werden, als alles überstürzen und auf die Nase fallen.

  13. frank

    Hallo,

    buy and hold ist gut, wenn man aber zu teuer kauft wartet man Jahre bis man seinen Einstiegskurs wieder sieht.

    Aktuell ist es sehr teuer(meiner Meinung nach), deshalb muß man ja nicht verkaufen, ich horte aber meine Dividenden und neu Erspartes um beim nächsten Crash billiger einzukaufen. Haussen dauern länger als man meist denkt , daher bleibe ich investiert, mit Cash auf der Seite fühle ich mich aber aktuell wohl und deshalb wird Kohle gehortet.

    Im Einkauf liegt der Gewinn und auch bei den „soliden“ Werten gibts immer mal Branchen die gemieden werden, so kann man auch in Haussephasen günstiger einkaufen.

    Ich halte mich nicht sklavisch an die 200 Tage Linie, wenn aber die meisten Indizes deutlich drüber liegen , sollte man ruhig mal auf die Bremse treten.

  14. Gert / trading-options.deGert / trading-options.de

    @ Tim

    Bei dir hätte ich eine etwas differenzierte Betrachtungsweise erwartet.

    Was haben dicke Autos und Haufen von Bargeld mit Daytradern zu tun, bloß weil es in diesem einen Beispiel (youtube-Video) so ist?

    Bloß weil einer auf dicke Hose macht, sind alle anderen dann auch so? Da werden Tautologien angenommen, wo keine sind.

  15. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gert

    Meine kritische Frage, ob ein menschliches Defizit vorliegt, bezieht sich nicht auf alle Menschen.

    Wenn jemand mit dicken Bargeldklumpen in die Kamera winkt, ist das in meinen Augen peinliche Angeberei. Ein reicher Unternehmer würde das nie machen, außer vielleicht für eine Satire bzw. Selbstironie. Für mich ist das Bargeldwinken eher ein Zeichen, dass Vermögen nicht nachhaltig, langfristig erwirtschaftet wird, denn es fehlt offenkundig die menschliche Reife.

  16. Markus

    @Valueria

    Wie sicher ist die Quelle, dass der Bekannte den Porsche, die Eigentumswohnung und das Haus alles komplett mit daytrading bereits mit 25 geschafft hat?

    Kredite, Erbe und andere Varianten sind auch möglich und evtl. sogar wahrscheinlicher… (unterschiedliche Menschen finden Statussymbole wichtiger als andere Menschen).

    Ansonsten müssten es ja bei einem kleinem bzw. normalen Startkapital, Abitur und Lehre aufgrund der kurzen Zeit von evtl. 5 Jahren gutem Verdienst abartige Zinssätze sein…  (Ich gehe einfach mal von Abi bei ner „renommierten“ Bank aus und auch von einer Ausbildung)

    Neid ist kein Thema, nur finde ich die Konstellation etwas unwahrscheinlich bzw. er ist einer von ganz Wenigen.

  17. Pierre

    @Tim

    Was ist denn so schlimm daran, wenn jemand Freude an Autos hat und sich so einen Schlitten kaufen kann – vorausgesetzt er hat dann immer noch genügend Vermögen?

    Was ist denn moralischer? Das Zusammenraffen von Milliarden und horten bis zum Tod? Oder ist es moralischer sich damit Güter zu kaufen, die dann wieder für Arbeitsplätze sorgen, die Wirtschaft ankurbeln usw.?

    Ich finde Deine Sicht in dem Punkt recht eindimensional.

     

  18. Jesse Livermore

    @ Tim,

    einfach mal den Namen „Paul Rotter“ googeln. Dann wirst du differenzierter ueber Day Trading denken.

     

  19. Jesse Livermore

    @ Pierre,

    du sprichst mir aus der Seele. Wir sind wieder an dem Punkt an dem sich jeder fuer einen grossen Investor haelt, weil seine Aktien im Plus liegen. Und es liegt fuer diese Leute natuerlich an den eigenen Faehigkeiten und nicht daran, dass sich alle grossen Indizes in den letzten Jahren verdreifacht haben.

    Ich hab mir heute mal aus Spass die alte Zeitschrift „Der Aktionaer“ gekauft, sehr amuesant. Die Leute, die 2011 den DAX bei 800 gesehen haben, sehen ihn jetzt bei 15.000. Und die Aktien sind heute alle guenstig waehrend sie 2011 zu teuer waren. 🙂

  20. CarloCarlo

    Kann mich hier vielen Kommentaren nur anschließen. Wer wichtige Marken, wie den SMA200 ignoriert, hat keine Demut vor dem Markt, wie es doch hier im Blog hieß. Hier scheinen viele noch die romantische Vorstellung von Börse haben , dass (Privat)Anleger die Käufe tätigen und handeln. Der weit aus überwiegende Teil sind HFTs mit ihren Algos, die den Index (und der Dax ist ein beliebter Spielball) nach Belieben hoch-/runterprügeln, Stopps abfischen, Bewegungen antäuschen, um noch mehr Kohle reinzukriegen usw. Jetzt werden erstmal ein paar Schäfchen geschoren…

  21. PierrePierre

    @Tim

    Nein, mich persönlich spricht das nicht an, aber darum geht es nicht. Ich habe beruflich diverse dicke Firmenwagen fahren dürfen – ist schon ein Unterschied im Fahrkomfort.

    Mein Punkt war, dass ICH mir nicht anmaßen kann ein moralisches Urteil darüber zu bilden. Wenn ich das täte, fände ich nichts verwerfliches daran, viel zu konsumieren, wenn ich viel Vermögen hätte.

    Sollen die Quandts lieber Socken stopfen oder ihr Kapital in den Wirtschaftskreislauf bringen?

    Wer urteilt darüber? Bin ich dadurch ein besserer/ schlechterer Mensch? Und letztlich ist das Wedeln mit den Geldscheinen doch die Möhre des Kapitalismus. Leiste viel & Du kannst Dir viel leisten.

  22. Dr. Jürgen Nawatzki

    Mittlerweile sollte sich eigentlich herum gesprochen haben, dass die gesamte Chartanalyse Humbug ist. Aus wissenschaftlicher Sicht hat sie keine Relevanz. Es gibt keine Studien, die belegen, dass sie funktioniert oder irgendeine Aussagekraft hat. Deshalb ist es völlig egal, wie die 200-Tage-Linie verläuft und welche Signale sie liefert. Es gibt nur eine sinnvolle Strategie: Buy and hold! Und das langfristig, genau wie Sie es sagen, Herr Schäfer.

  23. Couponschneider

    @Phillip, @Pierre

    Sie haben ein falsches Verständnis von Volkswirtschaft. Niemand schadet der Volkswirtschaft, weil er Socken stopft. Er schadet allenfalls den Sockenherstellern.

    Ich bin sogar der Meinung, dass Sockenstopfen der Volkswirtschaft zugute kommt, weil Ressourcen besser genutzt werden.

    Beschäftigen Sie sich mal mit Frédéric Bastiat und der „Petition der Kerzenmacher“. Auch das Pamphlet „Was man sieht und was man nicht sieht“, sei ans Herz gelegt

    http://bastiat.de/bastiat/schriften/was_man_sieht_und.html

  24. Markus

    Konsumenten die immer nur Rabatte und alles so billig wie möglich wollen sind für die Wirtschaft und die Arbeitgeber sehr sehr anstrengend.

    Die wenigsten Arbeitgeber möchten gutes Personal schlecht bezahlen, weil alle Kunden nur noch geizig sind.

    Nur ist es sehr unwahrscheinlich, dass plötzlich alle Menschen nur noch geizig/verschwenderisch/freundlich/selbstverliebt/an andere denkend etc. sind.

    Wo Dekadenz/Demut für den einen anfängt hört es bei dem anderen schon wieder auf… sich darüber zu echauffieren bringt nichts außer schlechte Laune.

    Einige finden buy & hold erstrebenswert, andere finden Trading das Nonplusultra…
    von den Wahrscheinlichkeiten erfolgsversprechender für die meisten Privatinvestoren ist eigentlich buy & hold. Wobei auch manche Menschen damit so ihre Probleme haben…

  25. PierrePierre

    @Couponschneider

    Wollen Sie abstreiten, dass wir in einem Wirtschaftssystem leben, in dem Konsum zu Wachstum führt & Wachstum das angestrebte Ziel ist?

    Selbst ein Herr Draghi möchte doch endlich mehr Konsum.

  26. Felix

    Sockenstopfende Multimillionäre sind m.E. nach eher ein Fall für den Psychiater und in sofern bringen sie dann wieder ihr Geld in den Wirtschaftskreislauf.

     

  27. Gert / trading-options.deGert / trading-options.de

    Hier sind einige unterwegs, die ganz offensichtlich ihre persönliche Einschätzung wie ein Monstranz vor sich hertragen und mit inquisitorischem Eifer ihren „Glauben“ verfechten.

    Leute, viele Wege führen nach Rom, das ist auch hier so. Ich streite z.B. nicht ab, dass Buy A Hold eine gute Sache ist, aber es gibt noch andere gute Sachen. Und, wie oben gesagt, bin ich sicher, dass viele Buy A Hold-Anleger im nächsten Crash richtig bluten werden.

    Und mit Verlaub, Jürgen (den Doktor-Titel lasse ich jetzt mal weg), dass es erwiesen ist, dass Charttechnik nichts bringt, halte ich für kompletten Unsinn. Erwiesen ist für mich, dass die Random Walk Theory nicht zu halten ist. Aber auch das kann jeder halten wie er will.

     

     

  28. ValueriaValueria

    @Markus, witzig, dass du das ansprichst 😉 Gestern abend kam ein Gespräch diesbezüglich auf und von anderen Bekannten hörte ich, dass seine Mutter das alles komplett erlogen hat…  so eine dicke aufgetischte Lüge kann ich mir menschlich einfach nicht vorstellen. Ihn kann ich leider nicht fragen, ich sehe ihn selten. Aber somit ziehe ich meine Daytrader-Erzählung von weiter oben zurück, da ich selbst noch keine Beweise habe…

    @Tim, du hast es gut 🙂 Ich müsste fürs Dividenden-Reinvestieren Gebühren zahlen. Das wäre zu teuer, da ich mehrere Positionen habe und es kommen dauernd Dividenden rein, die aber zum Teil nur sehr wenigen Aktien entsprechen würden. Die Kaufgebühr ist aber mindestens 4,95 Euro. Es lohnt sich wirklich nur Divis sammeln, Chart abwarten und wieder in die Favoriten einsteigen… dass ich sie dann halte, ist klar 🙂 Mir ging es nur um den guten Einstieg, denn den zu bestimmen, fällt mir immer noch schwer. Ich bin ja noch nicht lang dabei 🙂

     

    @ZaVodou

    Nur weil ich eine Frau bin, muss ich nicht die Brigitte lesen 😉 Aber vom Brigitte-Forum kam ich auf die Dividenden überhaupt  Von Dividenden leben  Tja, so sind wir Frauen 😉

    Und ja ich habe keine Zeit, bin Mutter von zwei Kindern + Ehefrau, habe aber mein Hobby zum Beruf gemacht und darf ihn jederzeit ausüben und ganz ehrlich verdiene ich lieber Geld mit meiner Lieblingsarbeit, als geschönigte Geschäftsberichte zu lesen und darin nach der „besten“ Unternehmensaktie zu suchen. Ich kaufe gern viele Aktien, weil ich von meinem eigenen Aktienfond träume… und da ist es recht diversifiziert. Und wie die Depots anderer Leute aussehen, kannst du ja nicht wirklich wissen, oder? Also deine Heftchenleser-Schlüsse nehme ich nicht ernst. Mir ging es um den richtigen  Einstieg für den privaten Anleger und da hätte ich gern eine Hilfe, Stütze oder wenigstens Verständnis erwartet. Du hast mir nichts davon gegeben. Wann steigst du denn ein, nachdem du deine erfolgreiche Langzeitanalyse abgeschlossen hast? 🙂

    @Florian Danke! Deine Seite ist toll! Weiter so! Ich habe gern mitgelesen und freue mich auf mehr 🙂

     

     

  29. Markus

    @Valueria

    Es gibt sicher ein paar erfolgreiche Profi-Trader… ich würde nur rein gefühlsmäßig (was auch angezweifelt werden kann) diese aber im sehr kleinen Promille-Bereich verorten.

    Einige Studien kommen da auch zu vernichtenden Urteilen… allerdings ist auch die Frage wie unabhängig & objektiv Studien sind…

    Der Hobby-Trader am Feierabend wird wohl von Profi`s die eine entsprechende Ausbildung, Erfahrung, zeitliche Motivation und Bereitschaft haben, abgekocht werden.

    Zu der Firmenanalyse… es gibt auch Untersuchungen, das betriebswirtschaftlich starke Unternehmen häufiger schlechte Aktienrenditen abwerfen wie betriebswirtschaftlich schlechtere Unternehmen… evtl. einfach der Tatsache geschuldet, dass die zukünftigen Erwartungen leichter zu übertreffen sind als jahrelange Top-Umsatzrenditen zu wiederholen.

    Da kriege ich evtl. eines von der Value-Fraktion eins auf den Deckel. 😉

  30. Florian

    @ Valueria Vielen Dank für dein Lob und dein Interesse an meinem Blog. Wenn sich weitere Leser finden würden, wäre das sehr schön und würde mich freuen. Vielleicht ergibt sich dann in naher Zukunft auch so ein Diskussionsforum wie hier bei Tim.

    Schönen Sonntag

     

     

  31. Couponschneider

    @Pierre

    @Couponschneider

    Wollen Sie abstreiten, dass wir in einem Wirtschaftssystem leben, in dem Konsum zu Wachstum führt & Wachstum das angestrebte Ziel ist?

    Selbst ein Herr Draghi möchte doch endlich mehr Konsum.

    Genau das streite ich ab!

    1. Konsum führt nie zum Wachstum. Investition führt zum Wachstum. Wenn ich zum Computer-Händler gehe und einen Rechner kaufe, dann ist es für die Bilanz das Händlers unerheblich, ob er für mich Konsum ist oder ob für mich Investition ist. Wenn ich den Rechner produktiv einsetze, dann schaffe ich neue Werte. Ich verwies auf Bastiat und auf das Pamphlet „Was man sieht und was man nicht sieht“.

    Nur weil ich keinen Alkohol trinke, geht es der Volkswirtschaft nicht schlecht. Allenfalls der Spirituosenwirtschaft. Das ist das, was man sieht. Was man nicht sieht: Das Geld, was ich einspare, gebe ich anderweitig aus. Umso mehr Bücher kaufe ich.

    2. Wachstum ist kein „angestrebtes Ziel“ des „Systems“. In der freien Wirtschaft gilt Freiheit. Die Volkswirtschaft strebt allerdings nach mehr Wohlstand, weil es die Individuen sind, die nach Wohlstand streben. Wer möchte nicht seine Situation verbessern? Schlichtere Gemüter sehen einen „Diktat zum Wachstum“ durch die Politik. Den gibt es nicht. Wenn morgen 70 % der Menschen von sich sagen, sie möchten ihre Situation nicht verbessern, asketisch leben, dann ist es systemkonform und absolut in Ordnung. Es ist nur nicht realistisch. Die wenigsten Menschen möchten wie Asketen leben.

    3. Daghi kann mögen, was er will. Es ist seine persönliche Auffassung als Keynesianer. Er glaubt, Konsum heize die Wirtschaft an, schaffe Wachstum, sorge für ein pralles Staatssäckel. Niemand ist daran gebunden, was Draghi verlautbart, was er sich wünscht.

  32. Jesse Livermore

    @ Dr. Juergen Nawatzki,

    „Mittlerweile sollte sich eigentlich herum gesprochen haben, dass die gesamte Chartanalyse Humbug ist. Aus wissenschaftlicher Sicht hat sie keine Relevanz.“

    Aus wissenschaftlicher Sicht hat auch Value Investing oder Fundamentalanalyse keine Relevanz. Aber Trading oder Investing  sind eben eine Kunst und keine Wissenschaft.
    Uebrigens schneiden „Buy and Hold“-Investoren im Durchschnitt nicht besser ab als andere Investoren bzw. Trader. Die meisten sind eben Opfer derselben menschlichen Schwaechen und verkaufen aus Panik, wenn es mal nicht mehr so gut laeuft wie in den letzten 5 Jahren. Wenn die naechste Blase bald platzt, wird es in den Internet-Foren sehr leise werden. 🙂

  33. Markus

    @Jesse

    Eigentlich gibt es auch Stimmen aus der „Finanzmarktforschung“ die das Value & Small-Cap Premium als mathematisch konstant ansehen.

    Die höheren Spreads früher bei den smallcaps haben das aber teilweise kompensiert und zudem ist bei den kleinen mehr Schwankungsbreite mit drin.

    Es gibt quälend lange Zeiträume wo jeweils Dividenden/ small / value / growth / large caps besser/schlechter abschneiden als alle andere Kategorien.

    Ein paar hier haben schon mehr als 5/6 Jahre buy & hold auf dem Buckel…

  34. Jesse Livermore

    @ Markus,

    wer vor sechs Jahren mit buy and hold anfing, hat natuerlich nen guten Startpunkt erwischt. Wie man sich auf Sicht von Jahrzehnten macht, zeigt sich dann aber im Verhalten waehrend Krisenzeiten. Was ist denn wenn wie in der „Great Depression“ der Markt um 90% einbricht? Wir werden ja sehen, ob die Leute dann weiter in ihre Indexfonds einzahlen. 🙂

     

  35. ZaVodou

    Wahrscheinlich gibt es genau so viel Millionäre, die eine Yacht besitzen wie Millionäre, die ihre Socken selberstopfen. Wahrscheinlich eher mehr.

  36. ZaVodou

    @Valueria

    Jedenfalls nicht anhand einer 200-Tage-Linie.

    Was ich herauslese, ist dass du wenig Zeit investerieren willst bzw. kannst, weswegen mein Ansatz nichts für dich wäre.

    Ich wünsche dir aber weiterhin ein gutes Händchen bei deiner Aktienauswahl. Vielleicht schaffst du es ja tatsächlich ohne viel Arbeitsaufwand erfolgreich zu sein.

  37. frank

    hallo,

    Mittlerweile sollte sich eigentlich herum gesprochen haben, dass die gesamte Chartanalyse Humbug ist. Aus wissenschaftlicher Sicht hat sie keine Relevanz.”

    Stimmt, man muß aber darauf reagieren , weil viele andere es tun. Ich schaue mir Charts nur deshalb an weil ich weiß daß viele andere es tun.

  38. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Pierre

    Du hast Recht. Es war ein moralisches Urteil. Es ist meine persönliche Sicht der Dinge. Ich sollte toleranter sein. Ich gebe Dir – ganz ehrlich – Recht. Ob schnelles Auto, feinster Zwirn oder wertvoller Schmuck, das soll jeder selbst entscheiden.

    Bei den großen, schnellen Autos denke ich oft an die Umwelt. Ich überlege dann: „Was da unnötig Benzin verbrannt wird, für eine Person am Steuer – nur um Spass zu haben?“ Aber wir leben in einer freien Konsumgesellschaft. Jeder soll das für sich selbst entscheiden.

  39. Pierre

    @Tim

    Ich wollte nur zur Reflexion anregen. Letztlich geht es doch beim (übermässigen) Konsum, um eine Bedürfnisbefriedigung. Insofern es über die Grundbedürfnisse (Nahrung, Schlaf, Liebe etc.) hinausgeht, sprechen wir also immer über sekundäre Bedürfnisse im psychologischen Sinne.

    Was auch immer jemand damit kompensieren möchte, wenn er sich 3 Sportwagen anschafft oder eine überdimensionierte Yacht. Oftmals sind es ja (wahrgenommene) Defizite im zwischenmenschlichen Bereich (fehlende Liebe/Anerkennung etc.).

    Solange damit keinem anderen geschadet wird, würde ich sagen, jedem das seine. Das man mit diesem Geld weitaus sinnvollere Dinge, der Gemeinschaft dienliche Dinge umsetzen könnte, geht weit über das o.g. Thema hinaus.

  40. Pierre

    @Couponschneider

    Mein Studium liegt zwar schon viele, viele Monde zurück, aber so ganz kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die Definition von Wirtschaftswachstum sowie die Verankerung des Strebens nach diesem im deutschen Grundgesetzt verändert hat.

    Ich rede nicht davon, dass es weitaus sinnvollere Alternativen zum aktuellen Wirtschaftssystem gäbe. Diese bleiben (leider) romantische Ideen & scheitern solange es keine breite Bereitschaft gibt diese umzusetzen. Der britische Professor Tim Jackson hat dazu ein schönes Werk verfasst (oder Artikel).

    Zurück zum Punkt. Wirtschaftswachstum wird gerne in der Veränderung des BIP ausgedrückt. Um das BIP herzuleiten, betrachtet man 1. die Entstehungsrechnung (Summe der Produktionswerte – Vorleistungen etc.) + 2. die Verwendungsrechnung (Private Konsumausgaben + Konsumausgaben des Staates + Ausrüstungsinvestitionen + Bauinvestitionen + Sonstige Anlagen
    + Vorratsveränderungen und Nettozugang an Wertsachen + Exporte von Waren und Dienstleistungen – Importe von Waren und Dienstleistunge) und 3. die Verteilungsrechnung (Nettonationaleinkommen – Produktions- und Importabgaben an den Staat+ Subventionen vom Staat).

    Ob das sinnvoll ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.

     

  41. StefanStefan

    @ Dr. Jürgen Nawatzki

    Sie sind doch hier der ETF Experte. Ich kenne mich mit denen so gut wie nicht aus.

    Könnten Sie mir sagen ob es einen ETF auf den Swiss Performance Index gibt? Nicht auf den SMI. Das ist ja ein Kursindex (ohne einbehaltene Dividenden). Es gibt aber auch die Performance Variante…

  42. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan

    da Du ja schon mal nach dem ETF gefragt hast, und bisher unerhört geblieben bist… ich finde den iShares Core SPI® (CH). Der wird aber nur in der Schweiz und in CHF an SIX Swiss Exchange gehandelt. Den wird man also in DE nicht in EUR ordern können, da auch keine Zulassung für DE.

    Bei Lynx finde ich ihn zwar als verfügbares Produkt (da ja nicht an DE-Zulassung gebunden), aber ich wüsste jetzt nicht, ob man da CHF als Cashposition vorher anlegen muss. Der Währungstausch würde 4 CHF kosten, die Order dann 0,15% des Transaktionsvolumens, bzw. min. CHF 15,00

    Also teure Börsenkosten in der Schweiz, gegenüber 5 USD, 5 CAD oder 5,80 EUR.

    Beste Grüße

    MS

  43. StefanStefan

    Danke dir Matthias.

    Aber der Fonds schüttet aus…ich hatte mir einen ETF vorgestellt bei dem unterjährig gar nichts ausgeschüttet wird sondern kumuliert wird.

    Oder ist das bei allen Performance-Indizes so?

    Ich dachte eigentlich, dass man nur eine Ausschüttung (Dividende) bekommt wenn man den entsprechenden Kursindex kauft….

    Wie gesagt, kenn mich mit ETF´s überhaupt nicht aus…

  44. Marco

    Der richtige Umgang mit Geld ist oft noch schwieriger als es erstmal zu verdienen. Wenn man nicht weiß wie man es verwaltet kann das sehr überfordernd sein!

    Ich versuche mich jetzt ganz langsam an das Thema ranzutasten, weil es bisher bei meinem Verdienst für mich noch keinen Sinn ergeben hatte. Bin auf die Seite von Banx Brokerage gestoßen und es hat sicher ein paar Tage gedauert bis ich langsam sagen kann, dass ich die Themen etwas durchsteige.

    Ich werde mir wohl noch etwas Zeit lassen, um dann hoffentlich auch zu den „langfristig Denkenden“ zu gehören. Denke das zahlt sich wirklich aus!

  45. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Marco,

    Dank für Hinweis auf Banx. Hatte schon mal von denen gehört, aber wieder vergessen. Die sind auch Ableger von Interactive Brokers, und funktionieren wie Lynx und CapTrader. Von den Konditionen her scheinen die genau in der Mitte zu liegen zwischen CapTrader und Lynx. Ich habe gerade gelesen, dass es (zumindest voriges Jahr) negative Meinungen zur Erreichbarkeit des Supports gab. Aber das ist sicher besser geworden. Zumindest als Anfänger sollte man nicht ohne Hilfe dastehen müssen.

    Ich habe vorhin eine Frage an Lynx gesendet. Die Antwort (die meine Frage genau beantwortet) hat keine 30 Minuten gedauert. Das ist schon toll. Dafür eben nicht so billig wie die anderen, aber ich hoffe, dass Lynx durch den Druck auch bald etwas runter geht. Mal sehen.

    MS

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