NSA-Skandal: Friedrichs sinnlose Reise in die USA


New York, 5. Juli 2013

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Unser deutscher Innenminister Hans-Peter Friedrich will in die USA reisen, um sich schlau zu machen über das gigantische Spionageprogramm der amerikanischen Geheimdienste. Da lachen ja die Hühner.
Ich kann mir kaum vorstellen, die NSA wird dem deutschen Minister die Wahrheit sagen. Die NSA ist bekannt dafür, selbst das eigene Parlament anzuschwindeln. Die Chefs der Behörde wurden schon von Abgeordneten befragt und sie verdrehten die Wahrheit. Es würden keinerlei massenhafte Daten von Amerikanern gesammelt, sagte NSA-Direktor James Clapper offiziel.
Als Senatoren falsche Darstellungen auf der NSA-Website entdecken und sich bei der Behörde beschweren, nimmt die NSA die Dokumente schnell von der eigenen Website. Einfach so. Schnell weg damit. So merkt es keiner.
Präsident Barack Obama hat ja im Grunde genommen schon indirekt zugegeben, dass die deutsche Regierung belauscht wird.
Trotz der Aufregung sehe ich die Spionage locker. Die meisten Informationen sind frei zugänglich. Die Geheimdienste verschwenden mit der massenhaften Schnüffelei Milliardensummen. Den grossen Nutzen kann ich nicht erkennen.
Und noch was: Bei der Beobachtung der Bürger liest die NSA ja nicht jede EMail, sondern nur jene von verdächtigen bzw. auffälligen Personen. Trotz des Lauschangriffs bleibe ich ein Fan von Barack Obama.
Foto: NSA.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „NSA-Skandal: Friedrichs sinnlose Reise in die USA

  1. Mario

    Soviel zu den Tätigkeiten der Geheimdienste.

    Wer Freiheiten aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.
    Benjamin Franklin

  2. Thomas

    „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

  3. Matthäus Piksa

    Wenn ich mich richtig erinnere, stammen zwei der drei 9/11-Terroristen damals aus Deutschland. Welcher deutsche Geheimdienst, ob BND oder Verfassungsschutz, damals konkret zuständig war und offensichtlich versagt hat, mag ich nicht abschließend beurteilen. Aber zumindest was das Abspähen deutscher Daten und Server anbelangt, ein Stück weit nachvollziehbar ist es insofern finde ich schon. – Ich nehme an, dass Friedrichs Tatendrang sprich die Reise einen wahltaktischen Hintergrund hat. Es bleibt zu hoffen, dass er sich dort nicht total blamiert. Allein wenn irgendein NSA-Verantwortlicher ihn auf das Versagen des Verfassungsschutzes anspricht, die NSU-Killer aufzuhalten…

  4. StefanStefan

    Dass Atta und co. das Ganze von Hamburg aus geplant haben ist ja bekannt…

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Geheimdienste erst nach dem 11.9. mit der Bespitzelung angefangen haben. Verhindert haben die Amerikaner den Anschlag auch nicht…

    Meiner Meinung nach wird hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Das Ausmaß ist gigantisch. Die US-Post soll angeblich jeden einzelnen Brief für die Geheimdienste fotografieren und speichern! Damit wird doch kein Anschlag verindert! Das grenzt alles schon an Paranoia.

    Heute kam übrigens raus, dass Frankreich auch im großen Stil Daten absaugt und speichert. Wahrscheinlich machen das alle Staaten um uns herum, nur wir nicht:-)

  5. Felix

    Ich finde Obama auch cool. In einer Kabarett-Sendung habe ich den schönen Ausspruch gehört, dass Obama zukünftig das Oktoberfest eröffnen soll, weil keiner mit größerem Recht als er den Ausspruch tätigen kann: „o'zapft is!“

  6. Markus

    Ein kleiner Junge zu Obama:
    Mein Papa findet eure Bespitzelung gar nicht schön!
    Obama zu dem kleinem Jungen:
    Er ist nicht dein Papa!… 😉

    Prinzipiell sollen Sie schnüffeln wenn es ihnen Spaß macht. Ich frage mich nur, wie sie den ganzen Datenwulst sinnvoll sortieren wollen, wenn sowieso harmlose Codewörter benutzt werden. Aber es gibt da ja schlaue Jungs.
    Wenn wirklich weitere Anschläge verhindert werden konnten, ok.
    Wenn EU-Beamte bespitzelt werden, hat das aber eher mit Macht- und Wirtschaftsspionage als mit Prävention von Terror zu tun.

  7. Martin

    Ich fürchte gerade die gefährlichen Profiterroristen sind schwer zu bespitzeln und fallen durchs automatisierte Raster. Wenn man genau weiß wonach man sucht, sind die Datenberge aber hilfreich.

    Zudem könnten hinter der Spionage auch wirtschaftliche Interessen liegen, unabhängig von wem. Vielleicht macht die NSA ein paar Insidertrades, um etwas Geld zu verdienen 🙂

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