New York steht still. Der Monstersturm ist auf dem Weg


New York, 29. Oktober 2012

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Es ist dunkel. Ich sitze in meiner Wohnung im 22. Stockwerk im Finanzviertel. Ich sehe das Chrysler-Gebäude in Midtown, die Auffahrt zur Brooklyn-Brücke. Ich blicke auf eine verlassene Stadt. Sonst gondeln hier massenweise Autos über die Straßen. Heute sind es wenige Fahrzeuge.
New York steht still. Der Monstersturm „Sandy“ wird in wenigen Stunden erwartet. Ob es eine Jahrhundert-Katastrophe wird, das wird sich zeigen. Schon jetzt zischt es. Die Luft wirbelt umher. Meine großen Fenster knacken ein wenig. Nach Angaben der Stadtverwaltung kann der Sturm gefährlich werden.
Ich habe mich in einigen Supermärkten eingedeckt. Mit Lebensmitteln, Getränken usw. So wie es die Stadtoberen geraten haben. Die Nachbarhäuser sind geräumt worden. Die Fahrstühle sind stillgelegt worden.
Sie müssen wissen: Das Finanzviertel liegt nicht sonderlich hoch. Schnell können die beiden Flüsse (East und Hudson River sowie der Hafen) das Viertel fluten. Die Wall Street bleibt deshalb am Montag geschlossen. Vielleicht auch am Dienstag. Die Weltfinanzmärkte müssen still stehen. Ganz Amerika zittert. Die U-Bahn und die Busse fahren schon seit Stunden nicht mehr.
Es ist ein komisches Gefühl. Als ich im Discounter war, kauften die Menschen wie verrückt Batterien und Taschenlampen. Sehen Sie mein aktuelles Foto vom Warentisch, der extra aufgebaut wurde, um dem Ansturm Herr zu werden.
Ach ja, Stürme bin ich gewohnt in New York. Voriges Jahr begegnete ich schon „Irene“.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „New York steht still. Der Monstersturm ist auf dem Weg

  1. Matthäus Piksa

    @Tim, wie letztes Jahr. Toitoitoi, das da nichts anbrennt.

    Dieses Jahr ist auch ein Freund, der Medizin an der Berliner Charite studiert, von dem Sturm-Monster betroffen, weil er aktuell in der Charm-City Baltimore einen Teil seines PJ's im Johns Hopkins Krankenhaus macht. (Das Krankenhaus soll wohl eines der besten Krankenhäuser der Staaten sein.)

  2. Jack

    Hoffen wir mal, dass sich der Sturm schnell wieder legt und alles halb so schlimm ist.

    Ist natürlich kein gutes Timing für die kommenden Wahlen aber der Mensch muss sich eben nach der Natur richten und nicht umgekehrt 😉

  3. Matthäus Piksa

    Mir fällt jetzt noch ein: Politologen und Wahlkampfbeobachter waren 2002 der Meinung, dass das damalige in den Wahlkampfzeitraum fallende Jahrhunderthochwasser an der Oder dem damaligen Bundeskanzler Schröder womöglich entscheidend zum Gewinn der Bundestagswahlen verhalf, weil der sog. Medienkanzler sich als Katastrophenmanager inszenieren konnte und dadurch seinen Rückstand bei den Wahlumfragen doch noch aufholen konnte.

    Eine groteske Wahlkampfhilfe der Mutter Natur, die jetzt wenn die Schäden hoch ausfallen sollten, vllt. gar die US-Wahl entscheiden könnte. Aber ich will nichts herbeireden, insofern bitte ich diesen Kommentar nicht zynisch zu interpretieren.

  4. Anna

    @ Matthäus,
    das Oderhochwasser war 1997. Du meinst das Elbehochwasser (mit den beiden Mulden, Flöha, Zschopau, Weißeritz u.a.) im August 2002.
    Vergessen werde ich das nicht …

    VG Anna

  5. finanziell umdenken

    Hallo Tim,

    ich drück die Daumen, dass nichts zu schlimmes passiert. Berichte mal weiter, was in New York passiert.

    Ohne den Börsen-Handel in den USA (bis mindestens Dienstag) „schmoren die Börsen in Asien und Europa im eigene Saft“. Mal sehen, welche Richtung von denen bis Mitte der Woche eingeschlagen wird.

    VG aus Berlin
    Lars

  6. Gert

    Hallo Tim,

    hoffentlich hast du alles gut überstanden.
    Mein Bruder lebt auch in NYC und saß vorgestern ohne Strom und Wasser da. Seit dem habe ich nichts mehr gehört.

  7. tim schaefertim schaefer

    @ alle
    Danke für die netten Botschaften. Dieser Strum war echt heftig. Ich habe zum Glück mittlerweile Unterschlupf bei Freunden gefunden. Der Süden Manhattans hat noch immer keinen Strom. Wie lange das noch dauert? Ich hoffe am Wochenende muss es so weit sein.
    Herzliche Grüsse
    Tim

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