Milliardärstreffen im Pierre Hotel


New York, 18. Juli 2013

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Gestern besuchte ich die „Delivering Alpha“-Konferenz im Pierre Hotel am Central Park. Auf dem Event gaben sich bekannte Milliardeninvestoren die Klinke in die Hand. Was waren die Botschaften von John Paulson, Carl Icahn, Nelson Peltz, Jim Chanos?
Fangen wir mit Jim Chanos an. Der New Yorker Hedgefondsstar warnte vor Caterpillar. Er shortet den führenden Baumaschinenhersteller, der im großen Maße vom Bergbau abhängig ist. Chanos hofft auf fallende Kurse.
Chanos gibt freilich unumwunden zu, es handele sich bei Caterpillar um eine „beeindruckende Erfolgsstory“. Er glaubt jedoch, dass nun Flaute herrscht, weil sich die Auftragsbücher nicht mehr so schnell füllen wie zu Zeiten des Rohstoffrauschs in den vergangenen Jahren. Auch lasse der Bauboom in China nach.
Caterpillar hat im Cashflow-Statement in der Tat ein Problem: So wirft das Geschäft rund fünf Milliarden Dollar ab. Davon reinvestiert der Gigant wiederum fünf Milliarden Dollar. Es bleibt also unter dem Strich kein Geld für die Aktionäre (Dividenden, Aktienrückkäufe) übrig. Es fehlt ferner frisches Cash für die Schuldentilgung oder Übernahmen. Im Fachjargon spricht man vom „Free Cashflow“, der hier nahezu bei Null landet. Trotzdem kehrt der Vorstand 1,6 Milliarden Dollar via Dividenden an die Aktionäre aus. Das Geld stammt aus der Substanz.
Chanos legt also zurecht den Finger in die Wunde. Trotzdem bin ich kein Fan von Leerverkäufen. Für Privatanleger ist es schwierig auf fallende Kurse zu wetten. Von solchen Spekulationen würde ich dem „Normalanleger“ abraten.
Statt überbewertete Aktien zu shorten, lohnt es sich eher, unterbewertete Aktien zu kaufen. Dieses Geschäft ist einfacher. Da kann weniger schief gehen. Zumal so der wichtige Faktor Zeit Ihr Freund ist und nicht gegen Sie arbeitet.
Profis nutzen den Hedgefonds von Chanos, um sich gegen fallende Kurse abzusichern. Chanos bietet sozusagen eine „Brandschutzversicherung gegen einen Crash“ an.
Die Konferenz organisiert der Börsensender CNBC gemeinsam mit dem Magazin „Institutional Investor“. Das Bildschirmfoto stammt von CNBC. Was die anderen Promi-Anleger raten, darüber schreibe ich in diesem Blog demnächst.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Milliardärstreffen im Pierre Hotel

  1. Markus

    „Profis nutzen den Hedgefonds von Chanos, um sich gegen fallende Kurse abzusichern. Chanos bietet sozusagen eine „Brandschutzversicherung gegen einen Crash“ an.“

    Hedgefonds sind für einen deutschen Privatanleger extrem undurchsichtig, meistens sehr teuer und was an Rendite rauskommt ist nicht seriös prognostizierbar.
    Wenn Du andere Erfahrungen gemacht hast, kannst Du diese gerne weitergeben! 😉

    Liquidität ist für einen Privatanleger normalerweise die Brandschutzmauer gegen einen Crash m. E.

  2. tim schaefertim schaefer

    @ Markus
    Sehr gute Anmerkung. Stimme voll und ganz zu.

    Wir können aber von der Kritik des Hedgefondsstars Chanos an Caterpillar lernen.

    Börsianer sollten in die Kapitalflussrechnung schauen und prüfen: Wie viel Cash erwirtschaftet das Unternehmen? Was macht es mit dem Geld?

  3. Frank

    Hallo,
    wenn er wie auf dem Bild zu sehen ständig short auf HP ist, dürfte er ordentlich Kohle versenkt haben.
    Frank

  4. StefanStefan

    Die versuchen auch die öffentliche Meinung über eine Firma in ihrem Sinne zu manipulieren. Da werden Unternehmen kaput geredet damit die Short-Wetten aufgehen.

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