Mein Haus, mein Auto, mein Job – alles weg!


New York, 6. Juni 2008

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Amerikaner verlieren derzeit massenweise ihre Statussymbole. Ihre Häuser kommen unter den Hammer. Sie können sich ihre schweren Spritschlucker nicht mehr leisten, und sie verlieren ihre Arbeitsplätze. Die Arbeitslosenquote war seit Jahren nicht mehr so hoch wie derzeit.
Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Seit Jahresbeginn, also in nur fünf Monaten, gingen in den USA eine Million Häuser in die Zwangsversteigerung. Im kompletten Vorjahr kamen 2,2 Millionen Häuser unter den Hammer. Das waren 75 Prozent mehr gegenüber 2006. Am härtesten heimgesucht wird derzeit Kalifornien. Eine Insel der Glückseligen ist nach wie vor Manhattan. Hier ist von einem Preisverfall oder hohen Leerständen weit und breit nichts zu sehen.
Warum gehen so viele Amerikaner pleite? Sie haben im Häuserboom überteuert zugeschlagen. Es war gang und gäbe sogar Objekte zu 100 Prozent zu finanzieren. Sprich die Banken genehmigten Finanzierungen ohne einen Cent Eigenkapital. Zudem nahmen die Hypothekenanbieter die Häuser nicht unter die Lupe. Sie hätten Millionen von Finanzierungen ablehnen müssen.
Amerikaner konsumieren gerne auf Pump. Ob sie im Supermarkt einkaufen, in den Urlaub fahren oder ein Geburstagsgeschenk für einen Freund kaufen: Bereitwillig zahlen sie mit der Kreditkarte. Die Kreditkarte wird hier in der Regel wie ein Kredit genutzt. Bis zu 30 Prozent Zinsen berechnen die Institute ihren Kunden. Der Durchschnitthaushalt steht mit 37.000 Dollar in der Kreide. 47 Millionen Amerikaner haben keine Krankenversicherung. Die meisten davon können sich keine Assekuranz leisten. Wenn diese Nicht-Versicherten ernsthaft krank werden, dann haben sie ein Problem.
Am Donnerstag schloss die Wall Street mit einem dicken Plus ab. Der Dow Jones legte um 1,7 Prozent auf 12.604,45 Zähler zu. Der S&P-500-Index verbesserte sich um 1,9 Prozent auf 1.404,05, die NASDAQ ging 1,9 Prozent höher aus dem Handel. Vor allem Wal-Mart stand heute mit exzellenten Mai-Zahlen im Rampenlicht.


tim schaefer (Author)

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