Mein Gespräch mit einem Investmentbanker …


New York, 2. April 2012

Ich traf mich neulich mit einem führenden Investmentbanker im New Yorker Finanzviertel. Bei einer Tasse Kaffee plauderten wir. Der Amerikaner arbeitet bei einer ganz bekannten Großbank in der höchsten Führungsebene. Ich war von dem Vieraugen-Gespräch schlichtweg beeindruckt. Ich fragte ihn, welche Rolle für ihn Geld, Familie, Freunde, Kollegen, Karriere und so weiter spielen. Nach dem Gespräch war ich hin und weg. In den Medien und bei den Bürgern scheint doch diese Idee vorzuherrschen, dass an der Wall Street nur egoistische, geldgierige Manager arbeiten.
Nach der Finanzkrise und der „Occupy-Wall-Street-Bewegung“ hat das Image der Branche beträchtlich gelitten. Man sollte aber vorsichtig sein mit Vorurteilen und kann nicht einfach alles in einen Topf werfen. Erstens ist das nicht fair. Und zweitens nicht zutreffend.
Was ich erlebt habe, hat mich emotional schlichtweg begeistert. Mehr kann ich an dieser Stelle nicht schreiben. Ein Update beziehungsweise Link hierzu wird folgen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Mein Gespräch mit einem Investmentbanker …

  1. Matthäus Piksa

    Recht große Popularität im deutschsprachigen Raum hat der in Harvard studierte österreichische Investmentbanker Gerhald Hörhan erlangt.  Er selbst bezeichnet sich frech als Investmentpunk und tritt als solcher selbstbewußt in den Medien auf. Zwei Bücher hat er mittlerweile geschrieben, TalkShow-Auftritte kann man sich auf Youtube ansehen. Seine provokante Kernthese lautet kurz und knapp: Die Mittelschicht wird ausgenommen, ist daran aber selbst schuld.

    Bis dann.
    Matthäus 

  2. Der andere StefanDer andere Stefan

    Hallo zusammen.

    Ich habe beide Bücher dieses selbsternannten Punkts gelesen.

    Teilweise ist da echt was dran was
    er erzählt. Zum Beispiel beschreibt er
    eine typische Mittelschicht-Familie
    als im Hamsterrad gefangen. Diese kauft
    sich gerne ein Häuschen auf dem Land und
    knechtet sich damit die nächsten 30 Jahre. Dies macht natürlich extrem unfrei. Da aber die Raten fliessen müssen werden diese Leute zu Duckmäusern die ihrem Chef gegenüber kuschen müssen weil sie Angst haben…
    Morgens pendeln diese Leute eine Stunde
    zur Arbeit, abends dasselbe zurück.
    Und so geht dann das Hamsterrad die
    nächsten Jahrzehnte.

    Anderes was er schreibt ist allerdings
    hahnebüchen. Mit 50.000 € würde er
    zum Beispiel fünf Wohnungen anbezahlen
    und diese dann von den Mietern abzahlen lassen. Wenn es denn so einfach wäre!
    Es kann nicht jeder zum Vermieter werden.

    Ansonsten ist der Typ von seiner Art her
    unerträglich. Kommt sehr arrogant und
    herablassend rüber. Er selbst hält sich
    für den Tollsten, weil er einen (gebrachten, er ist ja schliesslich clever) Aston Martin fährt.

  3. Matthäus Piksa

    Hallo Stefan,

    ich stimme Ihnen zu.

    Hörhan ist schon sehr extrovertiert. Viele Tipps wie Konsumverzicht und Kreditverzicht sind nützlich, wenn auch recht banal.

    Ich habe mich auch gefragt, wie er an die Wohnungen in bester Lage herankommt, zumal er Wohnungen nicht nur in seiner Heimatstadt Wien, sondern bspw. auch in Frankfurt vermietet. Normalerweise sind die besten Wohnungen ja schon von den alteingesessenen Maklern reserviert.

    Ich habe nur sein erstes Buch gelesen. Kurzweilig fand ich die Anekdoten mit den Geschäftspartnern. Das sind auch die besten Stellen, denn hier gelingt es ihm aufzuzeigen, dass viele im Geschäftsleben von falschen Erwartungen getragen werden. Entweder wollen sie das schnelle Geld oder ihre Geschäftspartner übervorteilen. Kurz: Je höher die Position der Geschäftspartner, je mehr Geld im Spiel, desto eher verkrampfen die Menschen und verscherzen es sich bei den Finanzexperten, weil sie dann nur noch an das Geld denken können.

    Mittlerweile hat er auch eine Finanzschule gegründet und versucht sein Wissen weiterzugeben.

  4. Matthäus Piksa

    Eine Anmerkung in eigener Sache: In der neu geschaffenen Ironman-Europa-Liga bin ich derzeit auf Position 1504.

    Mit der neu geschaffenen Liga haben die Ironman-Europa Organisatoren ein Instrumentarium geschaffen, das Europa's Triathleten sicherlich zusätzlich motivieren wird.

    Glücklich wer da die Zeit findet, sich weiter nach vorne zu kämpfen…

  5. tim schaefertim schaefer

    @ Der andere Stefan,

    ja das ist sehr interessant. In der Tat steckt die Mehrheit der Menschen in einem Hamsterrad fest und denkt nicht wirklich nach. Ein Mangel ist zu reflektieren: Wer bin ich? Was will ich? Was ist mein Ziel? Wie gelange ich dorthin? Was ist mir sonst noch wichtig im Leben?

  6. tim schaefertim schaefer

    Hi Matthäus,

    ja, nur an das Geld zu denken, führt nicht zum Ziel.

    Steve Jobs oder Warren Buffett wurden sicherlich nicht so reich und erfolgreich, weil sie nur ans Geld verdienen dachten. Sie hatten ein Ziel vor Augen – und das war bestimmt nicht Multi-Milliardär zu werden.

    VG

  7. Matthäus Piksa

    Haha Tim, danke. Ich bilde mir auf meine Position nicht viel ein, vllt. etw. – ich meine, Millionen Menschen machen gar nichts und werden in diesem Ranking nie auftauchen.

    Wie gesagt, ich finde es nett und weiß ja dass ich mit dieser Info bei dir als begeisterten Ausdauersportler nicht auf taube Ohren stoße.

    Buffet ist ein Zahlengenie! Hätte er auch Mathematik-Professor werden können? Ich denke ja.

  8. tim schaefertim schaefer

    @ Matthäus,

    nun es kann sehr motivieren auf der Liste zu sein. Immerhin! Nicht mal ein Bruchteil von 1% der Bevölkerung schafft es auf solche Listen. Wer läuft schon einen Marathon oder knöpft sich schon eine so lange Radstrecke vor?

    Wäre Warren Buffett ein guter Mathe-Prof geworden? Ich weiß es nicht. Ich denke, er hat erst mit dem Alter junge Menschen mögen gelernt. Er schien mir nie so der soziale Typ gewesen zu sein. Seine Ehe mit Susan Buffett schien ja auch nicht so gut zu laufen. Seine Frau zog jedenfalls irgendwann aus dem Haus im Omaha aus und ließ sich in Kalifornien nieder, weil sie eine Karriere als Sängerin machen wollte. Jedenfalls lebte das Ehepaar Buffett lange getrennt. Die Hälfte der Ehe waren sie an unterschiedlichen Orten. Ist schon alles sehr merkwürdig, wenn Du mich fragst. Jedenfalls erscheint mir Buffett nicht der Familienmensch zu sein und auch nicht der ideale Professor.

    Wenn ich über Buffetts Leben lese, denke ich immer, dass er sehr zurückgezogen lebt.

    Susan Buffett auf Wikipedia

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