Mein Geld ist reif für die Insel


New York, 22. Januar 2009

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Das britische Pfund ist nix mehr wert. Anleger flüchten in Scharen aus dem Pfund und retten sich in den Dollar- und Euro-Raum. Anfang 2008 war das Pfund noch rund 1,40 Euro wert. Seither verlor die britische Währung auf fast 1,00 Euro. Sprich 40 Prozent gingen über den Jordan. Nach dem dramatischen Verfall gleicht das Pfund einem Zahlungsmittel in der Dritten Welt! Sehen Sie sich nur den Chart an. Wahnsinn, dass die drittgrößte Reservewährung so schnell einbrach. Führend ist mit weitem Abstand der Dollar als Weltreserve mit einem Anteil von 64 Prozent, gefolgt von dem Euro mit 27 Prozent. Weit abgeschlagen das Pfund mit 4,7 Prozent. Vor allem die einstigen Commonwealth-Staaten bunkerten ihre Reichtümer überwiegend in Pfund – von Kanada über Australien, Pakistan, Indien bis hin zu Neuseeland. Aktuell befindet sich das Pfund gegenüber dem Dollar so tief wie zuletzt 1985.
Die Insel steckt aber in einer ihrer schwersten Krisen. Die wohl schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg wütet wie eine Seuche. Wie kaum ein anderes Land hängt England am Tropf der Bankenindustrie, die für ein Zehntel des Bruttoinlandsprodukts stand. Mit der Pleitewelle brach die größte Stütze der Wirtschaft praktisch über Nacht weg. Die Notenbank senkte den Leitzins auf 1,5 Prozent. So tief war der Zins zuletzt im Jahr 1694. Ähnlich wie in den USA rissen riskante Hypothekenfinanzierungen Eigenheimbesitzer in die Pleite. Gegenüber dem Dollar fiel das Pfund auf ein Sechs-Jahres-Tief.
Der Stolz der Briten ist dahin! Für mich wird die Toiletten-Währung jetzt interessant. Wenn die Menschen wie Lemminge aus dem britischen Pfund rennen, kommt sicherlich wieder eine Zeit, wenn alle wieder hineinrennen. Es ist nur eine Frage der Zeit! Aus diesem Grund nehme ich jetzt britische Aktien unter die Lupe. Die gibt es durch den starken Euro mit einem saftigen Rabatt. Mein Geld ist reif für die Insel.


tim schaefer (Author)

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