Madoff: Heute vor dem Richter


New York, 5. Januar 2009

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Tagtäglich stürzen sich die Medien auf den größten Betrugsfall der Börsengeschichte. 50 Milliarden Dollar sind futsch. Heute musste Bernard Madoff vor Gericht an der Südspitze Manhattans erscheinen. Der Geldzauberer musste dem Richter Rede und Antwort stehen. Die Ermittler fanden heraus, dass der Betrüger wertvollen Schmuck, Uhren und andere teure Gegenstände an Verwandte beziehungsweise Freunde verschickt hatte. Offenbar will „Bernie“ Vermögenswerte vor dem Zugriff der Behörden aus dem Weg schaffen. Der Richter ließ den 70-Jährigen nach der Vernehmung wieder frei. Madoff durfte zurück in seine Luxuswohnung. Dort wartet er auf seinen Prozess. Er muss dort elektronische Fußfesseln tragen. Und darf sein Domizil nur zu bestimmten Zeiten in Absprache mit den Behörden verlassen.
Zig Kameraleute verfolgten heute den Betrüger. Selbst Hubschrauber drehten ihre Runden, um Bilder von dem Milliarden-Jongleur einzufangen. Hier können Sie den Fall einer Anlegerin nachlesen, die Opfer des New Yorker Fondsmanagers wurde. Lesen Sie auch den ersten Kommentar eines Lesers: Den Beitrag finde ich putzig und gerechtfertigt.
Sue hatte mit ihrem Gatten Dominic, beide wohl um die 50 Jahre alt, ihr komplettes Vermögen Madoff anvertraut. Sie begannen vor vier Jahren schon ihren Ruhestand. Jetzt beklagt sich die einstige Millionärin zu Recht, dass all ihr Geld verloren ist. Sie gibt der SEC die Schuld. In der Tat hatte die Aufsichtsbehörde Tomaten auf den Augen. Mehrfach wiesen Investoren vor vielen Jahren die SEC auf einen möglichen Betrugsfall hin. Die SEC unternahm nichts. Zwar wurde die Investmentfirma etliche Male von der SEC untersucht. Doch die Behörde ging dem Betrüger auf dem Leim – wie seine Anleger. Sue muss sich wohl jetzt wieder einen Job suchen, nachdem all ihre Ersparnisse über den Jordan sind.


tim schaefer (Author)

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