Lehman Brothers bricht ein


New York, 9. September 2008

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Noch nicht ausgestanden ist die Finanzkrise. Heute plumpst Lehman Brothers auf ein neues Tief. Der Kurs bricht um 44 Prozent auf 7,79 Dollar ein. Der Ein-Jahres-Chart zeigt das Desaster. Es bestehen Zweifel, ob die New Yorker Investmentbank einen Kapitalgeber finden kann. Bislang galt Südkorea als Interessent für eine Kapitalerhöhung. Doch wie es scheint, werden die Asiaten wohl keine Finanzspritze zur Verfügung stellen. Mit in die Tiefe rauschte am Dienstag der Dow Jones mit Minus 2,4 Prozent auf 11.230 Zähler. Hektische Zeiten an der Wall Street. Erst gestern legte der Dow Jones massiv zu. Im März schritt die US-Regierung ein, als Bear Stearns kurz vor der Insolvenz stand. Der Staat griff dem maroden Finanzriesen mit Milliarden von Dollar unter die Arme, um einen Sturm der Kunden auf die Bank zu verhindern. Eine solch bedeutende Pleite hätte ein Finanzchaos und einen Börsencrash auslösen können. Zwar folgten nach Bear Stearns weitere kleinere US-Banken in eine Schieflage. Doch hielt sich das Ausmaß bislang in Grenzen. Um eine Pleite von Lehman Brothers zu verhindern, dürfte ebenfalls die Regierung im schlimmsten Fall erste Hilfe leisten. Der ehemalige FED-Chef Alan Greenspan rechnet mit weiteren Bankenpleiten im Rahmen der Subprime-Krise. Gut möglich, dass sich morgen die Führungsspitze von Lehman zu Wort meldet, um den Markt zu beruhigen. Vermutlich versucht der Vorstand händeringend, Firmenteile zu versilbern. Ob sie allerdings bei einem Feuerwehrverkauf einen guten Preis erzielen können, bezweifle ich. Ob sie überhaupt jemanden finden für einen Deal? Wer weiß das schon. Die Bank braucht dringend frische Mittel, um die Löcher zu stopfen. Der Markt braucht Sicherheit, die Zeit drängt. Zu viele Fragezeichen ranken sich um die angeschlagene Bank.


tim schaefer (Author)

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