Konjunktur und Börse: Werfen Sie das nicht in einen Topf!


New York, 31. März 2012

Das Wirtschaftswachstum und der Aktienmarkt haben nichts miteinander zu tun. Beide Aspekte korrelieren keineswegs miteinander. Selbst in einer schweren Rezession können die Aktienkurse kräftig steigen. Während die Kurse in einem Wirtschaftsboom sinken können.
In den Medien werden gerne beide Aspekte vermengt, was ein Fehler ist. Vor allem Börsen-Sender werfen ständig alles in einen Topf, was mich auf die Palme bringt.
Ich habe eine kleine Studie (PDF) gefunden, die diese falsche Vermengung zwischen der Konjunktur und der Börse gut erklärt: „The Myth of GDP and Stock Market Returns“, die Studie stammt aus dem Jahr 2010.
Eine Firma ist ein so kleiner Teil eines Landes – isoliert betrachtet hat das Unternehmen seine eigenen Probleme und Chancen, das kann man nicht verallgemeinern.
Die Kursentwicklung hängt im Endeffekt einzig und allein von der Bewertung ab. Ist die Bewertung zu teuer, muss der Kurs notgedrungen sinken – da kann die Wirtschaft boomen wie sie will.
Schauen Sie sich etwa Apple an. Die Elektronik-Firma läuft und läuft – da kann kommen was will. Selbst während der Dauerkrise marschierte der Apple-Kurs nach oben.
Zwischen den Jahren 2000 und 2005 lief beispielsweise die amerikanische Ökonomie ganz ordentlich. Doch an der Börse war generell nichts zu verdienen, es war allgemein gesehen eine lausige Phase. Die Kurse gaben nach.
Ein weiteres Beispiel: Nehmen Sie die Aktie von Wal-Mart. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 verdreifachte der Einzelhändler den Gewinn je Aktie, während der Kurs stagnierte. Warum das so war? Ganz einfach: Im Jahr 2000 war Wal-Mart mit einem KGV von über 45 einfach zu teuer. Der Mega-Krämer musste erst in dieses zu hohe Bewertungsniveu hineinwachsen.
Oder nehmen Sie die Weltwirtschaftskrise vor drei Jahren. Seit dem Tiefpunkt der Börse schossen die Aktienkurse um über 100 Prozent in die Höhe. Die Konjunktur kam dabei in den USA vielleicht im besten Jahr nur um fünf Prozent voran.


tim schaefer (Author)

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