Hoffen auf Jupiter und Neptun


New York, 7. Januar 2009

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Ich sprach mit Börsen-Astrologe Henry Weingarten. Ich lernte Weingarten vor Jahren auf einer seiner Investmentkonferenzen kennen. Kleinen Minengesellschaften bietet er ein Forum. Man kann über Börsenastrologie denken, was man will. Ich würde freilich nicht meine Aktienauswahl auf die Sterne ausrichten. Ich halte aber das, was der New Yorker Fondsmanager sagt, für hochinteressant.
Weingarten sieht die Wall Street 2009 auf Erholungskurs. Als ich ihn in seinem Büro auf der 39. Straße zwischen der Fünften und Sechsten Avenue besuche, lässt er sich von dem Schneesturm nicht ablenken. Er blickt ununterbrochen auf seine zwei großen Bildschirme. In Sekundenschnelle geht er Short- und Long-Positionen ein. Rückblickend fasst der Sternendeuter die Lage an der Wall Street so zusammen: „Im Jahr 2008 hatten wir eine Gegenstellung von Saturn und Uranus im Herbst – das brachte den Markt zum Absturz. Am 1. August 2008 war Sonnenfinsternis, das beeinflusste Pakistan, Russland und China negativ.“ Recht zuversichtlich blickt der Chef des „Astrologers Fund“ dagegen ins nächste Jahr: „Die Verbindung von Jupiter und Neptun bringt die Börse nach oben, aber das geht mit einer hohen Inflation einher: Der Dollar verkommt zum mexikanischen Peso.“
Während sich die Straßen Manhattans mit Schnee bedecken und auf den New Yorker Flughäfen der Betrieb zusammenbricht, wandern Weingartens Augen ständig über die Kurstafeln. Stets hat er Dow Jones, Dollar, Öl, Gold, Silber im Blick. „Du kannst jetzt in fünf Sekunden soviel verdienen wie sonst in zwei Monaten“, sagt er hinsichtlich der hohen Volatilität. „Das sind Märkte für Trader – das ist jedoch nichts für den Durchschnittsanleger.“
In der ersten Jahreshälfte 2009 sieht Weingarten die Wall Street noch im Minus, in der zweiten Hälfte prophezeit er eine Rallye. Beim Dow-Jones-Index hält er 10.000 bis 14.000 Punkte für möglich. Der Euro soll im Januar stärker gegenüber dem Dollar werden. Der Preis für das Öl kann sich bis zum nächsten Silvester auf 80 bis 91 Dollar je Barrel mehr als verdoppeln. Was also tun? „Wir sind sehr optimistisch für den Ölsektor. Der Sektor wird outperformen. Auf dem gegenwärtig niedrigen Ölpreis sind die Explorer schon profitabel.“ Wegen der Sorge um eine wachsende Inflation rät Weingarten zum Gold. Das gelbe Edelmetall könne man physisch kaufen oder in einen großen Goldproduzenten investieren.
Einen weiten Bogen soll man um die Emerging Markets machen. „China und Indien werden extrem negativ abschneiden im nächsten Jahr wegen der Sonnenfinsternis am 21. Juli 2009.“ Der Investor fokussiert sich auf Firmen mit einem gesunden Kapitalfluss, die sich solide in Rezessionen entwickeln. Auf seiner Kaufliste stehen etwa der Pharmakonzern Johnson & Johnson, die IT-Riesen IBM oder Cisco Systems sowie die Rohstoffkonzerne Goldcorp, Silver Standard und Agnico-Eagle Mines. Hier ist die Webseite des Astrologers Fund.


tim schaefer (Author)

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