Handy- und Schulden-Alarm: Nachwuchs ändert sein Verhalten


New York, 21. Juni 2014

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Sehet her. Amazon bringt ein neues Handy auf den Markt. Meine Güte. Alle paar Monate bringt die Branche ein schickeres Smartphone raus, das mehr kann als alle anderen. Es ist ein Hase-Igel-Rennen zwischen den Elektronikriesen ausgebrochen. Ich kann mich für den ganzen Kram nicht begeistern. Mein Handy habe ich vermutlich im Jahr 2009 gekauft. Es funktioniert noch immer. Gut, eine Taste ist gebrochen. Aber sie geht noch, wenn ich vorsichtig drücke. Ich habe noch nie einen neuen Fernseher gekauft. Immer gebrauchte alte Riesenkisten – der Elektronikmüll der anderen. Wer kann sich ständig ein neues Handy oder TV-Gerät leisten? Nix für mich. Jede Umstellung ist eher nervig. Wie soll ich meine Kontaktdaten aufs neue Handy übertragen? Wie funktioniert das neue Ding? Knuffig fand ich die Meldung über Bond-König Bill Gross, der kein Handy besitzt. Der Milliardär scheint extrem sparsam zu sein. Die Reichen sind deshalb reich, weil sie eben weniger ausgeben, als sie einnehmen. So einfach ist das. Der ganze Konsumrausch geht mir gewaltig auf den Wecker. Auto, Handy, TV-Gerät – alles muss nagelneu sein. Viele meinen, mit dem Arbeitskollegen oder Nachbarn konkurrieren zu müssen. Es werden Schulden aufgenommen. Neue Küche und Bad bestellen – gerne auf Pump. Die Leute fahren jeden Tag unglücklich zur Arbeit und merken gar nicht, wie schnell Sie in die Schuldenfalle geraten. Sie arbeiten einen Löwenanteil der Zeit für Zinsen und unnötigen Konsum. Für Leasing-Verträge, für neue Küchen, übergroße Wohnräume, tolle Autos.Aber es scheint ein Umdenken stattzufinden. Soziologen beobachten bei den Kids in den USA erstaunliche Verhaltensänderungen. Ob das krisenbedingt ist oder ein generelles Umdenken stattfindet, wird sich wohl erst in einigen Jahrzehnten zeigen. Der Schnitt ist gewaltig. Einer von fünf zwischen 20 bis Ende 30 lebt noch im Elternhaus. 60 Prozent von ihnen erhält finanzielle Unterstützung der Eltern. Schulden sind out. Endloser Konsum ebenso. Uni-Absolventen haben schlechte Jobaussichten. Das Platzen der Immobilienblase löste eine beispiellose Krise aus, deren Folge ganze Generationen belasten wird. Es ist vergleichbar mit der Großen Depression 1930.Junge Leute fahren seltener Auto, sie haben seltener einen Führerschein. Gefragt sind stattdessen Autoshare-Dienste, Mitfahrgelegenheiten, Bus, Bahn, Rad.Sparen ist „in“. Schulden sind „out“. Dieser Trend ist eigentlich etwas Gutes. Nur ist der Hintergrund der neuen Bewegung sehr traurig.Was lernen wir daraus? Seien Sie vorsichtig mit Schulden. Haben Sie einen finanziellen Plan. Sparen Sie. Die Lebenshaltungskosten werden trotz der Krise immer teurer. Sprit, Heizung, Wasser, Müll, Versicherungen, Lebensmittel – alles wird teurer. Wer kann sich heute bei den steigenden Mieten noch eine anständige Wohnung in der Stadtmitte leisten? Das ist kaum möglich.Ich sehe mehr Inflation als Deflation am Horizont. Das Defaltionsgerede macht keinen Sinn. Ich rechne mit einem gewaltigen Preisschub in einigen Jahren. Das ist eine logische Konsequenz der Gelddruckerei. Gut, ohne das aggressive Eingreifen der Notenbanken und Regierungen wäre die Krise viel schlimmer geworden. Insofern können wir froh sein, aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Nur hat das billige Geld Konsequenzen. Das muss so sein. Sie können es ja schon jetzt an den steigenden Börsen, Haus-, Kunstpreisen und anderen Assets sehen. Sie werden alle teurer. Nichts wird billiger.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Handy- und Schulden-Alarm: Nachwuchs ändert sein Verhalten

  1. Couponschneider

    Auf die Frage, warum er denn kein Handy besitze, antwortete Karl Lagerfeld: „Telefon ist für Personal.“ 🙂

    Ich selbst lebe auch recht sparsam. Ich schaue die WM auf einem kleinen 20 Jahre alten Fernseher aus dem Hause Phillips. Auf der Mattscheibe haben schon Roberto Baggio und Romário gezaubert. Warum wegschmeißen, wenn er noch funktioniert?

    Ich kenne natürlich auch Leute, die anders denken. Da muss das Ferienhaus schon den neuesten Fernseher haben. Da wurde doch kürzlich ein guter Flacher durch einen etwas besseren Flachen umgetauscht.

    Die Amerikaner mag ich sehr. Die lamentieren nicht, sondern ziehen die richtigen Konsequenzen. Man wartet nicht darauf, bis in Washington etwas entschieden ist. Die Gegensteuerung erfolgt aus der Gesellschaft und das macht diese Gesellschaft und diese Volkswirtschaft so vital. Deswegen investiere ich gerne in amerikanische Unternehmen und das ist auch der Grund, warum die USA bei den Geldverleihern mehr Kredit haben als anderen Nationen.

    In Deutschland ist das anders. Bei uns ist man ständig am jammern, die Politik müsse was ändern und die Reichen besteuern. Diese deutsche Lamoryanz, die Fehler überall nur nicht bei sich selbst zu suchen, geht mir gewaltig auf den Keks. Ich habe einen Kollegen, der jammert auch abstrakt über das Geldsystem und meint, Geld sei Schulden. – Nun wenn man auf zu großem Fuß lebt, dann hat man Schulden, aber dann ist nicht das Geld schuld, sondern man selbst. Niemand hat ihm gesagt, er möge sich als Student einen BMW für 19000 € kaufen bzw. leasen. Den hat er bis heute nicht abbezahlt. Niemand zwingt ihn, teure Energy-Drinks zu kippen. BaföG-Schulden hat er auch noch. Einen privaten Bildungskredit nahm er auch auf, um nach Neuseeland zu reisen, um dort Englisch zu lernen. Warum hat er sich nicht ein paar Bücher gekauft (oder geliehen) und gelesen? Um Englisch zu lernen, muss man nicht ins Ausland. (Auslandsaufenhalt ist toll fürs Englischlernen, aber ich würde niemals Schulden dafür machen.) Auch dieser Kredit ist noch nicht abbezahlt. Nun hatte er im Februar 10000 € auf der hohen Kante. Er hätte Schulden tilgen können, aber was macht er? Er kaufte sich ein Motorrad.

    Und obwohl er seit über zehn Jahren in der selben Stadt studiert und arbeitet, hat er immer noch keine Wohnung dort; er lebt weiterhin im Elternhaus. Er pendelt täglich 2×40 km. Da ging eine Menge Geld durch den Auspuff. Das ist mehr, als er an Miete für ein WG-Zimmer bezahlt hätte.

  2. Felix

    Die Aussage
    „Uni-Absolventen haben schlechte Jobaussichten. Das Platzen der Immobilienblase löste eine beispiellose Krise aus, deren Folge ganze Generationen belasten wird. Es ist vergleichbar mit der Großen Depression 1930.“,
    erstaunt mich. Ich dachte in den USA geht es wieder aufwärts.

    Demnach ist es ja in Deutschland richtig prächtig:
    Niedrige Arbeitslosenrate, ja Fachkräftemangel; man sucht händeringend nach Auszubildenden und Ingenieuren, niedrige Inflation, …

    Oder sehe ich da was falsch?

  3. willihope

    Nun reiche Menschen brauchen keine Mobile denn die haben meist Angestellte die den Alltag erledigen, hatte auch in vielen Firmen keinen Computer am Schreibtisch des „Boss“ gesehen, dafür haben die eine Sekretärin!

    Der Artikel sieht mehr nach Wunschdenken aus, die Daten zeigen ganz klar nach oben in USA, die Häuserpreise in Las Vegas sind 40% gestiegen!
    Aus Texas weiss ich dass wieder fest gebaut wird und die Wirtschaft brummt, um Houston gibt es kaum noch leere Geschäftslokale.

    Tim wenn dir der Konsumrausch so zu schaffen macht dann bist du in den USA eindeutig falsch, besser du ziehst nach Berlin – da ist sozialistisches Gedankengut und grüner Verzichtswahn common sense! 🙂

    Übrigends, wenn du bei beispielloser Krise und steigender Arbeitslosigkeit eine Inflation kommen siehst dann solltest vielleicht einmal Kostolany lesen.

    Nicht immer wenn man Geld „druckt“ kommt eine Inflation dabei raus – wie das Beispiel Japan zeigt, allerdings ohne Lokomotive USA sieht es mit dem Welthandel schlecht aus! Gut das die Amis keine Deutschen sind, sie werden die Weltwirtschaft retten, wieder einmal! 🙂

  4. tim schaefertim schaefer

    @ Couponschneider

    Danke. Danke für das perfekte Beispiel, wie man es eben nicht machen sollte. Schulden für praktisch alles aufzunehmen. Motorrad, Sprachurlaub… Schulden können zur Sucht werden. Kredite können einem das Leben zur Hölle machen, wenn etwas schief läuft. Im Grunde hat der typische Konsument in den USA etliche Konsumkredite. Aber die Krise führt auch hier zum Umdenken. In Mode sind nicht mehr die Kreditkarten, sondern eher die Debit-Karte, weil hier das Geld sofort vom Girokonto eingezogen wird.

    @Felix
    Es geht aufwärts in den USA. Aber langsam. Das Problem der Hochschulabsolventen sind ein Sack voll Schulden. Viele haben 60.000 oder gar 100.000 Dollar an Schulden angehäuft, wenn sie mit dem Arbeitsleben beginnen. Die Unis sind richtig teuer. Bildung ist nicht wie in Deutschland gratis. Wenn Du als Absolvent nur einen Halbtagsjob findest, hast Du ein Problem. Die Kreditzinsen auf Deine Schulden laufen immer weiter. Der Schuldenberg wird größer und größer.

    @willihope
    Du sagst ja selbst, dass die Hauspreise steigen in den USA. Wenn also Assetpreise steigen, ist das für mich ein Zeichen der Inflation. Das heißt auch, dass Mieten steigen.

    Was Amerika nach oben bringt, ist das Bevölkerungswachstum, der Kapitalismus, die Immigration, der Wagemut.

  5. Markus

    Amerika die Weltwirtschaft retten…

    Von welchem Vorreiter-Land ging sowohl Dotcom wie Subprime-Krise los?

    Die Verschuldungsspirale zeigt wir erfinderisch dieses System ist…

    Wenn jeder $ Kredit weniger Wachstum wie noch vor 10 Jahren erzeugt, aber gleichzeitig die Verschuldung sich verzigfacht…
    Das ist kein gesundes System!!!

    Aber bei Verliebtheit und Vergötterung hat noch nie Rationalität gesiegt.

    Nach Kaufkraftparitäten stellen die emerging markets um die 50% des weltweiten BIP`s…

  6. tim schaefertim schaefer

    @ Markus
    Ja. Zu viel Kredit ist nie gesund. Siehe Argentinien. Siehe Griechenland, siehe Lehman Brothers…

    Was für ein Land gilt, gilt genauso für einen Privathaushalt.

    Am besten hält man sich als Verbraucher fern von Krediten aller Art.

  7. Frank

    zum Konsumrausch:
    ich habe einen kaputten Monitor meiner Frau frisch zusammengelötet, jetzt läuft das Ding wieder. Nicht nur das gesparte Geld sondern auch das Gefühl den Produzenten ein Schnippchen geschlagen zu haben gibt einem ein gutes Gefühl.
    Amerika:
    ich glaube Amerika wird noch lange eine führende Wirtschaftsmacht bleiben.Den Schwellenländern fehlen einfach politische und strukturelle Stabilität.Was mir in Amerika auf den Keks geht ist, daß es immer darum geht Dollars zu machen.Ich hab mal einem Wirt einen Großteil meines gefangenen Heilbutts geschenkt. Er wollte mich unbedingt bezahlen, da er in seinem Restaurant damit ja Dollars macht. Daß ich kein Geld wollte hat er nicht verstanden.

  8. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim
    >„Jede Umstellung ist eher nervig. Wie soll ich meine Kontaktdaten aufs neue Handy übertragen? Wie funktioniert das neue Ding?“

    Das sind Verweigerung-Symptome eher sehr alter Leute! 😉

    Es ist alles sehr einfach. Dazu unten dann mehr.

    Natürlich muss niemand alles mitmachen. Es ist Blödsinn, nur um bei den Leuten Anerkennung zu ernten usw., sich Zeug zu kaufen, was man nur als Vorzeigeobjekt braucht.

    Aber es gibt durchaus nützliche Errungenschaften, die ganze Computerei ist ein Quantensprung der Menschheit. Ein Smartphone ist einfach nur eine logische Fortsetzung. Wenn man im Internet, Börse, News usw. unterwegs ist, halte ich das für ein sehr nützliches Tool.

    Ich selbst habe es jahrelang unterschätzt, und mich auch störrisch mit alten Handies abgequält.

    Ich habe auch heute nur ein preiswertes 5″ Smartphone (was alles hat, was auch Marken haben), weil mir ein Samsung Note zu teuer war. Apple kommt mir eh nicht ins Haus. Diese Sektiererei mit quasi-religiösem Ambiente geht mir auf den Zeiger.
    Ohne Smartphone will ich mir aber keinen Tag mehr vorstellen. Natürlich geht es, aber ich würde es nicht wollen. Und ja, ich werde mir bald ein Nachfolgeteil holen. Ich hatte erst Zweifel, wie ein 5-Zöller in der Jeans Platz finden soll, aber jetzt will ich sogar 6″ mit Quad-Core. 😉

    Der große Nutzen, den ich durch diese Geräte habe, ist mit den paar Euros wirklich billig bezahlt.

    Zu den Umstellungen, Kontakt-Exporten usw…

    Unter Android ist das alles sehr intuitiv und einfach. Sollte man noch so einen alten Knochen haben, bei dem man nicht über Speicherkarte exportieren kann, dann hat man halt noch 1x die händische Arbeit.

    Ohne so ein Teil beraubt man sich schon vieler Möglichkeiten. Aber jeder nach seiner Fason.

    MS

  9. tim schaefertim schaefer

    @ Frank
    Das mit dem Geld kann ich nicht bestätigen. Der typische Amerikaner ist nach meiner Erfahrung sehr großzügig. In der U-Bahn sehe ich es oft: Sie geben gerne Bettlern Essen und Geld. Amerikaner spenden sehr viel. Schaue nur mal, mit welcher Kraft Ex-Präsident Bill Clinton oder Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg für das Wohlergehen der Menschheit kämpfen. Davon können deutsche Staatsmänner lernen, finde ich.

    @Matthias
    Es stimmt, dass die smarten Dinger Vorteile haben (etwa Navi usw). Ich verzichte gerne darauf. Wenn mein Handy kaputt ist, werde ich darüber nachdenken. Eventuell kaufe ich dann ein gebrauchtes Handy. Mal sehen. Ich sehe keinen Sinn darin, mich an dem Konsumrausch der Masse zu beteiligen. Jedes Jahr ein Neues – nur weil es schick ist. Nein Danke.

  10. tim schaefertim schaefer

    @ Jens
    Das stimmt. Wenn Konsumenten kaufen, ist das grundsätzlich gut für den Aktionär.

    Es darf halt nicht zu extrem werden – sonst kippt irgendwann alles zusammen. Siehe Immorausch und rücksichtslose Zockerei der Banken in den USA. Plötzlich fiel das Kartenhaus zusammen. Da ging nichts mehr. Massenpleiten, Massenentlassungen, Massenarbeitslosigkeit, Panik. In Detroit stehen noch heute wunderschöne Villen reihenweise leer.

  11. Couponschneider

    @Matthias Schneider

    Auch ich bin kürzlich auf den Smartphone-Zug aufgestiegen. Und ich habe das günstigste Smartphone genommen, das ich finden konnte, das Wiko Ozzy: http://www.amazon.de/Wiko-Smartphone-TFT-Touchscreen-Dual-Core-Prozessor/dp/B00F0DGYPM/ref=sr_1_1?s=ce-de&ie=UTF8&qid=1403390060&sr=1-1&keywords=wiko+ozzy

    Es gefällt mir ausgezeichnet und ich kann alles machen. Warum also mehr zahlen? was soll ich mit zusätzlichen Prozessorkernen und mehr Hauptspeicher, wenn doch selbst Youtube-Videos darauf ruckelfrei laufen?

    Ich hatte vor zwei Jahren noch ein 20 € teures Telefon gekauft… Der Kauf des Smartphones war jetzt aber gut überlegt, da ich einiges damit anstellen möchte:

    – Notizen machen
    – Wörterbücher immer dabei haben
    – Radio hören
    – MP3s hören, wenn ich Lust dazu haben sollte
    – Mich bilden, z. B. Vokabeln auken.

    Zudem kann ich mit meinem Smartphone meine Stereo-Anlage von Yamaha ansteuern, was einen erheblichen Komfortgewinn darstellt.

    Unter diesen Gesichtspunkten halte ich ein Smartphone für nicht verkehrt. Ich würde aber kaum 400 € für sowas ausgeben.

  12. Couponschneider

    @Jens

    Ja, die Meldung in der Welt las ich. Wir wissen aber nicht, ob der Konsumrausch nicht doch ein Investitionsrausch ist und ob es kluger Konsum und schlechter Konsum ist.

    Wenn die Leute plötzlich anfangen, wie blöde anspruchsvolle Bücher zu lesen, was ist das dann? Konsumrausch? Oder Investitionsrausch? Vielleicht sehen die Verbraucher die gebrauchten Waren als Investition, vielleicht sind sie es objektiv sogar.

    Im Welt-Artikel wurde angedeutet, dass die Leute Geld für Einbauküchen ausgeben. Das halte ich für blöd. Erwähnt wurden auch Maßschuhe, was ich wiederum für intelligenten Konsum halte, da solche Schuhe langen Tragekomfort versprechen.

  13. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Couponschneider

    Natürlich reicht es immer, wenn man das kauft, was man wirklich nur braucht. Ich selbst will aber immer etwas Puffer haben. Wenn ich mein Auto bereife, dann würde mir auch die Klasse H bei Geschwindigkeit langen, ich mache aber trotzdem V drauf. Ist es mir einfach wert.
    Beim Handy geht es auch immer billiger. Du hättest auch auf etwas mehr Bildschirmdiagonale verzichten können, und hättest z.B. das Galaxy Y noch billiger bekommen. Das macht auch alles. Bei mir war die klare Ansage, nichts mehr unter 5 Zoll. Und dass auch ein Dual-Core rasch lahm wird, wenn man jede Menge Daten und Apps drauf hat, das merkt man schnell. Für mich sind die Elektronik-Sachen einfache Verschleiß- und Gebrauchsteile wie Autoreifen etc.

    Was den (auch von Dir angesprochenen Nutzen) der Smartphones angeht, das steht außer Frage. Am Samstag fahre ich 2 Wochen nach Frankreich. Mit der Google Übersetzungs-APP kann man per Sprache aufnehmen oder eintippen was man sagen will, und vom Handy übersetzt in Text oder Sprache ausgeben lassen. Ist unglaublich toll!
    Oder, ich habe neulich im Auto die Warnlampe „Motorsteuerungsproblem“ angezeigt bekommen. Nur für das Auslesen des Fehlerspeichers bei ATU zahlt man 25 Euro. Mit dem OBD-Tool und einem Diagnose-Adapter liest man das per Bluetooth am Handy selbst aus, und löscht die Fehler einfach, wenn es nix weiter ist.
    Die Bandbreite an Anwendungen ist unglaublich. Man weiß immer erst was man hat, wenn man es kennen gelernt hat.

    Ich merke immer wieder, dass Leute sich über Ungerechtigkeit beklagen, aber sich nicht mit der Entwicklung mit entwickeln wollen. Für sie selbst soll alles bleiben wie es ist. Aber die Gesellschaft geht weiter. Wer sich nicht mit bewegen will, der braucht sich nicht wundern, wenn er zurück bleibt und an ihm irgend wann mal kein Interesse am Stellenmarkt besteht, persönliche Beziehungen einschlafen usw.

    MS

  14. Mr. CashFlow

    @Coupunschneider

    so sehr dein kollege als mahnendes Beispiel dient, so hat der doch recht was die Aussage betrifft: „Geld sei Schulden“. Wenn man sich auf die suche nach dem Ursprung und sinn des Geldes macht so war Geld schon immer eine Schuld.

    „Geld verkörpert den aus einer Leistung entstandenen Anspruch auf
    gleichwertige Gegenleistung.“

  15. Tino

    was den Konsum angeht, fahre ich aus meiner Sicht den goldenen Mittelweg und muss hier auch Matthias recht geben. Es bringt mir persönlich nichts auf einem winzigen alten Röhrenfernseher mit schlechter Bildqualität die Fußball-WM anzuschauen, es geht, aber ist eher wie der Blick ins Fischglas als das Gefühl dabei zu sein (mal abgesehen davon das ich Fußball an sich nicht mag). Ich habe seit 2008 einen großformatigen Flachbildschirm, sehr günstig beim Discounter als Auslaufmodell gekauft, d. h. jetzt fast 6 Jahre im Einsatz und ich werde auch nicht auf 3D umsatteln, aber ich bin froh einen großformatigen Bildschirm zu haben. Genauso hatte ich mir vor 6 Jahren mal eine PS3 gekauft als Multifunktionsgerät, Blueray, spielen, Fotos, Internet am Fernseher, super. Kino nach Hause bekomme ich günstig ich über einen 4fach-Kopfhörerverteiler mit Kopfhörern mit abschließenden Muscheln, auch im Angebot gekauft und schon viele Jahre im Einsatz. Wir fahren nur ein Auto für die ganze Familie, eine Marke, gebraucht, gutes Angebot, kaum Reparaturen. Gebrauchte Geräte verkaufe ich um neue teilweise wieder zu damit zu finanzieren, aber nicht jährlich, nur weil es was Neues gibt. Ich bin froh das es Smartphones mit intelligenten Funktionen gibt, und auch froh dass die Apple, Samsung und Amazon hier einen heißen Wettbewerb fahren, die Kunden profitieren davon mit einem bestimmten Konsumverhalten. Ich wechsle mein Smartphone nicht wie die Socken jeden Tag, sondern beobachte den Markt mit Interesse, und schlage dann zu, wenn es mir sinnvoll erscheint, wenn bahnbrechende Technologie günstiger geworden ist und mir wirklich einen Mehrwert verschafft, quasi Crossgrade über mehrere Generationen, Versionen eines Gerätes. Milliardäre, ne, die brauchen kein Handy, die sitzen auf Ihrem Geldberg, haben Bedienstete, haben überall Anlagemöglichkeiten, müssen nicht zwingend die üblichen Funktionen eines arbeitenden Menschen erfüllen, egal ob Straßenkehrer, Fleischer, Ingenieur oder Lehrer, die haben eine Hürde der finanziellen Unabhängigkeit durchbrochen und ein Vergleich hinkt mit der arbeitenden Gesellschaft, die praktisch in einem Hamsterrad sich bewegen, auch wenn es ein komfortables ist. Sparen ja, aber wie Matthias schon geschrieben hat, Technologie bringt die Menschheit auch nach vorn, nur die Maßlosigkeit des Konsums ist bei vielen schier grenzenlos, unüberlegt, Hype getrieben, emotional, wie an der Börse. Aufschriften an Handy-Shops wie „Handy trotz Schufa!“ versteh ich nicht, wie kann man die Dummen zu sowas auch noch verpeilen.

  16. Tino

    Nachtrag zum Smartphone: Ich hatte mir auch mal bewusst ein günstiges Smartphone gekauft. Im Ergebnis war ich einfach nur unzufrieden, wegen der Trägheit der Bedienung/Navigation, stark verzögerten Aufruf von Standard-Apps, zu kleines Display. Es hängt hier auch stark vom Nutzerverhalten ab. Ich bin mit Computern groß geworden, arbeite jeden Tag mit komplexen Anwendungen, wo es auf Schnelligkeit und Genauigkeit ankommt. Android als intuitiv zu bezeichnen ist auch gewagt, mittlerweile hat man einen guten Stand erreicht, trotzdem gibt es viele unnütze Technikspielereien, Optionen, Gadgets die nur verwirren. Apple hat genauso einige Probleme, wie den Datenaustausch mit iTunes o. ä.. Das neue Firephone unterstützt den Einkauf bzw. soll die Umsätze von Amazon weiter ankurbeln, genau diese Scan-Funktionen habe ich auch schon mit separaten Apps genutzt (ich kaufe kein Firephone). Das geht auch in Richtung stressfreierer Einkauf, Zeiteinsparung (wir wissen unsere Zeit ist sehr kostbar). Wie oft habe ich mir Supermarkt gewünscht, direkt zu meinem gesuchten Produkt geführt zu werden, ohne unsinnig Regale abzuklappern auf der Suche nach einer Verkäuferin. Warum muss ich einen Spießrutenlauf durch Gänge die ich nicht sehen will machen? Kunden sind entnervt, die einfach gezielt ihre Einkäufe erledigen wollen und keine Bediensteten haben. Klar kommt jetzt ein Gegenargument: Ich kaufe immer das gleiche, im gleichen Markt. Ich weiß ganz genau wo was steht..ups jetzt hat wieder jemand umgeräumt, der Kunde soll doch die Supersonderangebote im Gang sehen bevor er seine Milch kauft. Hier kann Technologie helfen, wie der einst eingeführte Barcodescanner mit gekoppelten Warensystem im Supermarkt, einfach tolle Technologie! Deshalb Smartphone-Hersteller, entwickelt weiter, macht Marktforschungen was Leute bewegt, stört, wo das Leben angenehmer gestaltet werden kann. Dafür gebe ich gern Geld aus, wenn es mir das wert ist, und das ist selten, weil wirklich gute Ideen sehr selten sind, aber sie kommen immer mal wieder.

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