Es ist ein schrecklicher Fehler zu traden


New York, 12. August 2015
Dieses Foto habe ich von Warren Buffett in Omaha auf seiner Hauptversammlung gemacht. Ich war drei Mal auf seiner HV.

Dieses Foto habe ich von Warren Buffett auf seiner Hauptversammlung gemacht. Ich war drei Mal auf der Aktionärsversammlung in Omaha. Ein mal gab das Finanzgenie mir ein Autogramm. Ein anderes Mal beantwortete er mir ein paar Fragen. Er hat ein großes Herz. Ich finde beachtlich, dass er fast sein gesamtes Vermögen spenden wird. Europas Konzerlenker und Milliardäre sollten von ihm lernen. Und wir Aktionäre können jede Menge von ihm lernen. Vor allem die Überlegenheit von „Buy and Hold“ lehrt er den Menschen unentwegt. Er warnt vor dem Traden.

Anleger bekommen mal wieder Angst. Dieses Mal weil China seine Währung manipuliert. Der DAX taumelt. Mehr als drei Prozent stürzte der deutsche Leitindex ab. Die Wall Street ächzt. Ich erhielt etliche Emails. Besorgte Anleger fragen nach, was sie tun sollen. Mein Rat ist: Bewahren Sie Ruhe. Behalten Sie Ihre Aktien. Kaufen Sie eventuell zu, wenn Sie überschüssiges Geld haben, das Sie in den kommenden Jahren nicht brauchen.

Ich greife im Kern auf den Rat des besten Anlegers aller Zeiten, Warren Buffett, zurück. Er gab vor drei Jahren dem Börsensender CNBC ein großartiges Interview (grob übersetzt):

Ich sage im Grunde: „Behalte Deine Aktien“. Die Vorstellung in den Nachrichten, dass Europa sich verlangsamt oder irgendetwas ähnliches passiert, würde Dich nicht dazu veranlassen, wenn Du eine Farm besitzen würdest, die von einem guten Mieter gemanagt wird, zu verkaufen. Du würdest es nicht tun, nur weil Dir jemand einen Nachrichten-Fetzen vorlegt nach dem Motto: „Schau her, das passiert gerade in Griechenland“.

Ähnlich ist das, wenn Du ein Wohnhaus besitzen würdest und Du die Mieten ein wenig erhöht hast. Wenn das Objekt in guter Lage ist. Und Du einen guten Manager hast, würdest Du im Traum nicht daran denken, es zu verkaufen.

Wenn Du eine gute Firma persönlich besitzen würdest, sagen wir Du besitzt als Franchisenehmer eine McDonald’s-Filiale, würdest Du nie daran denken, sie jeden Tag zu kaufen oder zu verkaufen.

Nun, wenn Du Aktien besitzt, besitzt Du Teile von Unternehmen. Und es gibt wundervolle Unternehmen. Du kannst die schönsten Unternehmen der Welt kaufen.

Und diese dann auf Basis der Nachrichten zu kaufen und zu verkaufen, ist einfach nur verrückt. Du hast ein wunderbares Unternehmen. Du hast Leute, die für dieses Unternehmen arbeiten. Du weißt, Du wirst gut in fünf oder zehn Jahren abschneiden. Und zu glauben, ein Nachrichtenevent sollte Dich dazu bringen, rein- und rauszutanzen aus etwas, ist ein schrecklicher Fehler. Das ist kein wunderschönes Spiel. Im Gegenteil.

Also beteilige Dich an wundervollen Konzernen und bleibe ihnen treu…

Ich kaufe mein Leben lang Firmen. Ich kaufte meine erste Aktie, als ich elf Jahre alt war. Und es war drei Monate nach dem Anschlag auf Pearl Harbor. Es war genau zu jener Zeit, als die Insel Corregidor fiel. Es gab diesen Todesmarsch in Bataan. Und all die Nachrichten waren schrecklich. Es war eine großartige Zeit, um Aktien zu kaufen. Ich hätte diese Aktie für immer behalten sollen. Ich kaufe seitdem immer nur Aktien.

Ich glaube, dem Interview ist nicht viel hinzuzufügen. Buffett hat es gut auf den Punkt gebracht. Mit den Jahren wurde ich weiser. Früher träumte ich davon, schnell reich werden zu können, und zwar mit wilden Spekulationen. Ich dachte, in 90 Tagen Millionär werden zu können. Wie naiv ich war, so etwas zu glauben? Ich lernte dazu. Ich bin älter. Es ist besser in Ruhe zu investieren. Langsam. Stetig. Geduldig. Ohne Angst. Ohne Gier.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Es ist ein schrecklicher Fehler zu traden

  1. Felix

    Ob Eisenbahnlinien so lukrativ bleiben ist fraglich, wenn das Kohlegeschäft wegfällt, weil immer mehr Kohlekraftwerke, auch in den USA, zumachen (müssen). Und im Personenverkehr wird das Flugzeug immer attraktiver.

  2. Ric

    @ Felix

    Du hast recht. Die Kohletransporte werden weniger. Trotzdem werden zum Beispiel immer mehr Autos für die USA in Mexiko transportiert, die dank der besten Anbindung von Union Pacific in die USA transportiert werden. Zudem wächst die Bevölkerung in den USA jedes Jahr weiter an, somit werden die Transporte auch weiter steigen.

    Außerdem haben Eisenbahnen in den USA  gegenüber des LKW 5 mal geringere Kosten! Ein wahnsinniger Vorteil.

    Das der Personenverkehr weniger wird stört mich nicht, da Union Pacific sich schon seit Jahren auf den Transport von Gütern konzentriert und keinen Personenverkehr mehr durchführt.

    Viele Grüße

    Ric

  3. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    Ich verstehe den Hype um Union Pacific nicht. Das ist jetzt nach einer Emerson die nächste „Sau“, die durchs Dividenden-Blog-Dorf getrieben wird.

    Natürlich sieht der Wert aktuell optisch relativ(!) günstig aus zum Gesamtmarkt. Dafür gibt es doch auch sehr gute Gründe. Man muss schon von einer weiter wachsenden US-Wirtschaft besser Weltkonjunktur ausgehen, um bei diesem Wert in absehbarer Zeit Wachstumsphantasie zu sehen.

    Schienen und Waggons zu betreiben ist ein kostenintensives Geschäft. Wird man diese Güter auch in 20 Jahren noch benötigen und über die Schiene transportieren müssen? Wie erfindet sich denn ein Eisenbahnwert neu, wenn mit Kohle und Öl große Geschäftsbereiche wegfallen?

    Mein Fazit: Kann man machen, muss man nicht unbedingt machen. Schon gar nicht jetzt. In einer Übertreibung nach unten, weil die Welt gerade wieder untergeht, gerne.

  4. AlexanderAlexander

    Ich versuche auch immer den Leuten zu erklären, dass der momentane Kurs meiner Aktien keine Rolle spielt. Eine Mietwohnung finden sie toll und wenn man einen Geschäftsbericht erstellen würde (für die Wohnung), schaut das weniger berauschend aus als bei vielen meiner Unternehmen. Aber da spielt das plötzlich keine Rolle mehr. Ich schaue nur auf den Kurs, wenn ich kaufen möchte.

    Manchmal Frage ich, wenn jemand eine Firma hat, die 3 Mrd. Gewinn abwirft, ob sie dann die Firma verkaufen würden, weil sie dieses Jahr nur 2,9 Mrd. verdient. Die Antwort ist in der Regel: Nein, 2,9 Mrd. sind immer noch sehr viel.

    Also warum sollte ich dann einen Teil davon verkaufen?

    Börse ist schon manchmal lustig.

    Ich habe in meiner Excel-Tabelle keine einzige Spalte, die mir den Kursgewinn oder Verlust ausweist. Eigentlich sinnlos, aber keiner versteht es.

  5. ZaVodou

    @Tim

    „Und wir Aktionäre können jede Menge von ihm lernen. Vor allem die Überlegenheit von „Buy and Hold“ lehrt er den Menschen unentwegt. Er warnt vor dem Traden.

    Und warum macht Warren Buffett es bei Berkshire Hathaway dann anders? Link

  6. Oliver

    Ich habe in früheren Zeiten auch mit allem gehandelt, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Damals hatte ich tatsächlich noch die These vertreten, wenn 7 von 10 Geschäften gut gehen, habe ich eine gute Quote. Das ist aber schon lange her und mit demAlter wird man ruhiger. Solche schlechten Erfahrungen sammelt wohl mit irgend einer Schrottinvestition fast jeder. Das ist nicht negativ (außer der Verlust), weil es zeigt, dass man sich mit der Materie beschäftigt, solange man selber aktiv war, den Fehler zu machen.

    Die Strategie, Aktien lange zu halten finde ich persönlich inzwischen auch sehr gut. Viele machen das mit ETFs, mir persönlich ist aber die direkte Aktienanlage lieber aus den unterschiedlichsten Gründen. Es stimmt schon, dass es irrational ist, gute Unternehmen zu verkaufen. Börsen sind hysterisch und wenn man für eine große AG arbeitet, dann weiß man, wie der Laden läuft und wie die Veränderungen sind und kann über Entwicklungen des Kurses teilweise nur den Kopf schütteln. Das ist Leben und langfristig wird ein erfolgreiches Unternehmen im Gesamtwert trotzdem immer mehr wert werden. Was der Kurs so macht, ist dabei nicht das wichtigste, solange das Unternehmen erfolgreich ist. Verkäufe gibts bei mir nur, wenn sich die Fundamentaldaten signifikant ändern oder das Geschäftsmodell fragwürdig wird. In Deutschland z.B. ist der Energiesektor durch die Politik kaputt gemacht worden und Aktien wie RWE und E.on sind zu Risikoinvestments geworden. Jahrelang eine grundsolide Anlage, aber hätte ich sie, würde ich sie trotz buy & hold verkaufen. Das heißt, man sollte bei Sachen, wo man sich nicht mehr wohlfühlt, von der Strategie abweichen und sich trennen.

     

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ ZaVodou

    Das stimmt. Danke für den Link.

    Buffetts Ex-Hedgefondsmanager Todd Combs und Ted Weschler sind etwas aktiver mit dem Depot. Beide managen einen kleineren Teil von Buffetts Milliarden.

    Trotzdem sind das, gemessen an der Bilanzsumme, kleine Teile, die hier bewegt werden. Man könnte es vielleicht als Rebalancing bezeichnen. Ich denke, es sind nicht mal 4% des Gesamtdepots, die verschoben werden. Das müsste ich mal in Ruhe ausrechnen.

    Buffett verkauft keine Familienbetriebe (Farben, Häuser, Autohändler, Eiscreme, Pralinen, Unterwäsche, Juwelier, Möbel, Versicherungen, Energie, Eisenbahnen). Er ist außerdem extrem treu bei folgenden Werten:

    Coca-Cola seit 1988

    Wells Fargo seit 1990

    American Express seit 1994/1995 (und schon mal in den 60er Jahren)

    und viele mehr: IBM, Wal-Mart… hält er lange.

  8. ZaVodou

    Also mit 4 % seines Depots kann man traden, auch wenn man ansonsten der Meinung ist, dass das nichts bringt?

    Wie meinst Du das mit dem Rebalancing? Was soll da ausgeglichen werden?

     

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ ZaVodou

    Es kommt auf die Perspektive an.

    Von den 4% müsste man ja noch fairerweise die reinen Reinvestitionen der Dividenden bereinigen, also die Zukäufe/Aufstockungen.

    Selbst wenn es 4% wären, ist das extrem wenig. Der typische Fonds schichtet 60 bis 100% im Jahr um. Ich sehe Buffett mit 1 bis 4% als einen extremen Langfristinvestor.

    Gut, über die 1 bis 4% können wir jetzt endlos diskutieren. Mir ist aber meine Zeit zu schade, weil es nicht der Kern der Buffett-Strategie ist.

  10. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    @Tim

    Aber da ist schon etwas dran. Deine Kernbotschaft ist „machs, wie Buffett und trade nicht“ und Du sagst, solange er nur mit 4% traded (was wohl im Milliardenbereich liegt) ist das ok.

    Fazit: Jeder wie er mag und Buffett sowieso:-)

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Schwarzer Kater

    Ich fokussiere mich lieber auf die 96% und nicht auf die 4%.

    Ich sprach mit einem bekannten US-Vermögensverwalter. Er sagte genau das gleiche: Trading lohnt sich nicht. Nach Abzug der Steuern und Transaktionskosten bleibt nichts unterm Strich übrig. Sein Rat: Langfristig, Dekaden lang, investieren und nicht täglich auf die Kurse schauen:

    http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/international/4798960/Vermogensverwalter-Mallouk_Niemand-muss-sich-taeglich-sorgen

  12. willihope

    Das Buffett nicht von den Dividenden alleine den Markt um 15% p/a outperformt ist ja wohl klar, wie soll das auch gehen bei 3 -4% Dividendenrediten.

    Über Geico bekommt er die Kohle zinsfrei und legt sie an, das ist dann sein Hebel den er über das Jahr mit neuen Einnahmen finanziert.

    Mit B&H ist keine derartige Outperfomance möglich denn die Big 500 sind ja der Marktindex und in dem sind keine Dividenden enthalten soviel ich weiss. Seine Familienbetriebe müssten sonst ja die doppelte Performance bringen um die S&P Firmen zu pushen denn die machen ja „nur“ die S&P500 Performance p/a.
    Wenn einem dann noch die Möglichkeiten zur „Steueroptimierung“ fehlen dann hat man keine Chance gegen Buffett.
    Er wird der reichste Mensch am Friedhof werden das ist keine Frage, in der Zwischenzeit hat Gates mal gerade 500.000 Menschen das Leben gerettet. Kann jeder selber entscheiden wer ein Public-Denkmal verdient hat und wer sich sein Denkmal am Friedhof selber bauen kann.
    Für mich ist der Kerl ein guter Investor aber menschlich …nunja, er könnte seit Jahrzenten das Leben von hunderttausenden Menschen verbessern und hat nur Steuervermeidung und Reichtum im Kopf.
    Seine Windparkinvestition, einzig wegen der Fördermittel die er kassieren kann, sonst hat es keinen Sinn in grüner Energie zu investieren, seine eigenen Worte. Wieso hat der reichste Mensch es nötig die Gesellschaft absichtlich zu schädigen? Ich hätte da meine eigenen Moralvorstellungen und sowas würde ich nie machen.
    Aber jeder wie er will, auf ein Podest gehört Mr. Buffett auf alle Fälle nicht.

  13. Felix

    Komm, jetzt mach mir meinen lieben Onkel Warren Buffett nicht madig. Er ist der nette Kapitalist von nebenan, an dem sich jeder ein Beispiel nehmen kann und sehen kann, wie man Milliadär wird.
    Über ihn sind mehr Bücher geschrieben worden, als über sämtliche US-Präsidenten zusammen. Jeder mit wenigstens 10.000 € im Depot hat ihn sich zu Vorbild genommen.

    Sollte er nicht so sein, wie es scheint, und das könnte ich mir gut vorstellen, dann sollten wir sein Image wenigstens als Legende für die Legionen von Kleinanlegern erhalten.

  14. Markus

    Milliardenspenden von Buffett…

    wer da den komplett objektiven Überblick hat, was vorher evtl. unsozial angehäuft wurde und nachher (auch in der Bill-Gates-Stiftung) sozial gespendet wurde…

    Hut ab, dass es manche komplett in einer Kosten-Nutzen-Relation so schnell berechnen konnten (komplett ohne voreingenommene Glaubenssätze)…

    Wenn man unbewusst negative Glaubenssätze zur Vermögensbildung hat, bzw. es ungerecht findet, dass manche aufgrund Ihrer Fähigkeiten, Leistungsbereitschaft, Glück und Willen es zu mehr bringen, als andere… wird die eigene Vermögensbildung deutlich unwahrscheinlicher.

    Alle Menschen gleich zu machen… soll das wirklich nobel sein Individuen abgesehen von Grundbedürfnissen (Nahrung/Wasser/Gesundheit/emotionale Bindungen) zu vereinheitlichen???

  15. Markus

    Buffett, sein Lebensweg und seine Strategie sind so oft untersucht und analysiert worden…

    Es gibt keine 100 % Garantie aber die Wahrscheinlichkeiten, dass er viel Dreck am Stecken hat, sind klein…

    außer es wären alle seine Geschäftspartner, Geschäftsbeziehungen etc. alle so perfekt im täuschen und vertuschen, ohne dass irgendjemand gekränkter mal was ausplaudert…

  16. willihope

    @Felix

    Als Investor sind ja viele seiner Ratschläge nicht falsch auch wenn er sie selber nicht immer befolgt. Als Vorbild für jeden taugt er eben nicht finde ich.

    Man muss eben unterscheiden, wenn er von ungerecht niedrigen Steuern schwafelt und dann aber jede Möglichkeit zur Steuervermeidung nützt ist das gelinde gesagt seltsam, auch die eingesackten Förderungen sind Steuergelder die woanders fehlen. Ich denke er hat begriffen das vom Reichtum nach dem Tode nichts bleibt also versucht er noch einen guten Ruf aufzubauen. So richtig durchdacht schein die Strategie aber nicht zu sein.

    Anders kann ich mir sein Geschwafel manchmal nicht erklären. Was soll das mit dem Spendenaufruf wenn er dann selber erst mit dem Tod alles spendet? Während alle auf seinen Tod warten sterben Menschen die man mit wenig Geld retten könnte.

    Er könnte die Buffett Shool of Economics aufbauen, in der dritten Welt und dafür bei jedem Quartalsgewinn von 1.000.000.000 einfach 25% abziehen und in die Schulen stecken. Das wäre ein Denkmal wert!

    Ob er mit 300 oder 500 Milliarden stirbt interessiert doch keine Sau.

  17. Markus

    Warum steckt denn jeder der hier was mit Aktien aufbauen will nicht sein Geld in soziale Projekte und Spendenaktionen???

    Man kann mit sehr wenig Geld das Leben wirklich armer Menschen verbessern.

    Anderen Scheinheiligkeit/Eigennutz vorzuwerfen und sich selbst auszuschließen ist gelinde gesagt auch seltsam.

    Zum Thema Steuern müsste man sich auch fragen… bekämpft irgendeine von Lobbyisten gesteuerte Industrie-Regierung Armut, Ungerechtigkeit besser als ein belesener, unabhängiger Reicher? Das komplett rational abzuwägen wird auch komplex.

     

     

  18. willihope

    @Markus

    Ich versuch es mal mit dir und schauen wir ob es auch Sinn macht.

    Warum nicht jeder sein Geld verschenkt? Weil jeder erstmal schaut das er selbst (mit Familie) finanziell Unabhängig wird. Jetzt ist die Frage ab wann ist man finanziell Unabhängig? Manche sind es mit 100k und andere brauchen dazu 100M, ab einer gewissen Größe ist es aber keine Frage der Unabhängigkeit mehr sondern eine Frage des Sinnes, wozu ist das gut wenn man immer mehr Milliarden scheffelt und damit keinen Sinn erfüllt?

    Gates hat seine Antwort gefunden, andere auch und Buffett eben seine.

    Ich habe meine auch, ungefähr, ob ich sie jemals umsetzen kann hängt  auch von der Börse ab, vermutlich wird es aber mit grossen Spenden nichts mehr werden, ich helfe in kleinem weil ich persöhnliche Beziehungen zu Menschen in ärmeren Ländern habe. Jeder wie er kann, will und selig wird. 🙂

    Ein belesender Reicher der Steuern vermeidet bekämpft auf alle Fälle nur seine eigene Armut und sonst keine.

    Edit: Bin ja schon wieder mit alten Zahlen unterwegs, Berkshire hat 20 Milliarden Gewinn im Jahr! Da verstehe ich schon dass man da etwas umsichtiger mit den Ausgaben sein muss. 🙂

  19. Markus

    @willihope

    Mir ist schon klar warum nicht jeder sein Geld verschenkt oder spendet.

    Dieser Satz war nur daraufhin bezogen, wenn man anderen Scheinheiligkeit vorwirft… seine eigene Ideen aber ohne Kritik als nobel und 100% gerechtfertigt darstellt.

    Ein hungernder Mensch wird wenig Verständnis dafür haben, wenn ein anderer erstmal genügend Geld scheffeln muss, um es nie wieder ausgeben zu können. Hunger mal die Jahrzehnte, die ich für die Mille brauche…

    Du wirfst Buffett Eigennutz vor… selber ist es aber auch dasselbe bei uns allen in viel kleinerem Maßstab. Sein Manager-Gehalt ist alles andere als Eigennutz.

    Du ziehst bei gewissen Geldbeträgen deine Grenzen der Sinnhaftigkeit und der Verwendungsmöglichkeit.

    Buffett hat da eine komplett andere Phantasie/Gedankenwelt bezüglich der Verwendungsmöglichkeiten seines durch Fleiß und Intelligenz erarbeitenden Vermögens…

    Auch die Unterscheidung Gates/Buffett finde ich seltsam.. da beide einige gemeinsame Schnittmengen im Denken, Handeln und bei Stiftungen haben.

    Willkürlich gewählte Grenzen bei der Differenzierung Gates/Buffett oder ab welchem Vermögensbetrag es gerechtfertigt ist, altruistisch zu werden bzw. ab wann man es sein muss… Nein, wir kommen nicht mehr zusammen. Zum Glück! 😉

     

     

  20. willihope

    @Markus

    Bitte lege mir keine Worte in den Mund die ich nie gesagt habe!

    Wenn er für höhere Steuern plädiert aber dann versucht so gut es geht zu vermeiden ist das ja seine Sache, ich frage mich nur ob das das Alter macht.

    Gates macht seit langem und hat die Malaria erforlgreich bekämpft, dadurch hat er mehr als 500.000 Menschen das Leben gerettet, das ist schon einmal eine Leistung die bisher nicht besonders viele vorweisen können. Und niemand ist gezwungen Windows und Office zu kaufen, also deine Kritik ging auch total am Ziel vorbei!

    Meine sogenannte Idee kannst ruhig kritisieren und nobel musst sie auch nicht finden, das lässt mich ziemlich kalt, ich bin nicht auf der Welt um deinen Beifall zu erheischen. Jeder hat seine eigene Realität und so sieht eben meine aus, mich stösst Geiz und Gier ab und andere finden das toll, so ist das Leben und jeder muss selber damit fertig werden. Ich hab aber auch nichts für die Kommunisten über, mir geht die Einmischung in Europa schon viel zu weit, jeder soll seines Glückes Schmid sein!

  21. willihope

    Nun müsste man wissen ob er von einer 20 Jahre währenden Stagnation beim Ölsektor ausgeht oder ob er einfach was besseres als 4,7% p.a. gefunden hat. Ich fürchte Öl gibt es mehr als genug.

     

  22. Markus

    @willihope

    Ob Gates wirklich der größere Philanthrop ist schwierig zu sagen…

    Allgemein sind Wertungen von Personen, Wertungen was als „anständig“ erachtet wird, Wertungen von Stiftungen sehr schwierig komplett rational und objektiv zu beurteilen, da man manchmal sogar zuviel an (Des-)informationen für das jeweilige Weltbild im Netz findet.

    Selbstlose Spenden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *