Drastische Geldvernichtung: Kaufen Sie besser keinen Neuwagen


New York, 16. August 2014

Was ich nicht begreife, sind Menschen, die keinen Cent für die Rente gespart haben, keinen Notgroschen haben, und sich trotzdem ein nagelneues Auto kaufen. Es ist doch geradezu idiotisch: Kaum fährt der Besitzer den Luxusschlitten vom Hof des Autohändlers, verliert das Gefährt blitzschnell an Wert. Innerhalb von ein paar Stunden können Tausende über den Jordan gehen – je nach Modell und Marke.

 

Ich denke, das müssen Idioten sein, die so etwas tun. Es ist die reinste Geldverschwendung. In meinen Kopf geht nicht rein, wie jemand ein Drittel des Werts in kurzer Zeit verlieren möchte, nachdem das Gefährt vom Autohändler geholt worden ist.

 

Würde die Person dagegen ein Auto aus zweiter Hand kaufen, das fünf oder sechs Jahre alt ist, wäre der Wertverlust kleiner. So können Sie sich ein kleines Vermögen sparen. Machen Sie es so wie Warren Buffett, der bislang nur uralte gebrauchte Kisten fuhr.

 

Warum kaufen Leute alle zwei oder drei Jahre ein neues Modell? Nur weil die Ecken runder oder das Licht anders aussieht? Moderner? Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand. Was soll es sonst sein? Prestige? Steht es für Erfolg? Für Reichtum? Was der Nachbar denkt, ist mir völlig egal.

 

Ich halte nichts davon, Dinge, Statussymbole und Zeug anzuhäufen. Es hat einfach wenig Bedeutung. In den Schränken, im Keller und Dachboden stapeln Menschen Zeug, das sie nie mehr brauchen. Kaufen Sie lieber Dinge mit einer tiefen Bedeutung für Sie. Den Rest können Sie sich sparen. Der Konsumrasuch macht nicht glücklich, eher unglücklich. Weil wir immer mehr wollen. „Sachen“ machen uns nebenbei bemerkt richtig arm.

 

Legen Sie Ihr Geld gut an und lassen Sie den Zinseszins für sich arbeiten, anstatt fürs Geld (und den Konsum) zu schuften. Im Idealfall bringen Sie Ihren Kindern den smarten Umgang mit Geld bei. (Das Auto oben habe ich in den Straßen von Paris entdeckt.)


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Drastische Geldvernichtung: Kaufen Sie besser keinen Neuwagen

  1. Stefan Müller

    Stehe jetzt vor der Entscheidung ein anderes Auto zu kaufen, weil ich täglich weit zur Arbeit pendle und meiner mit 10 Jahren und fast 300000km etliche Macken hat.

    Wollte mir einen neuen EU Import Neuwagen mit 30% Rabatt kaufen und bin damit günstiger weg, als mit fast allen Jahresgebrauchtwagen desselben Typs.

  2. Tom

    Warum man sich einen Neuwagen kauft?

    Ich glaube die Antwort ist nicht so einfach… Bei einigen Leuten ist es ne emotionale Sache…

    Als Mann( oder Frau) will man sich nen ordentlichen Schlitten leisten (man arbeitet ja schliesslich hart für sein Geld)..

    Es hängt vom Menschen ab ob er das Auto als Transportmittel anschaut oder als Statussymbol oder wie auch immer… Jeder verfolgt seine eigenen Ziele…

    Meistens glaubt man der "allgemeinen Wahrheit" : alte Autos gehen öfters kaputt und kosten letztendlich mehr – mit Neuwagen hat man die ersten Jahre keine Probleme da Garantie..

    Dies trifft aber nicht für jeden Wagen zu… Wie immer gilt: Augen auf, bei Autokauf 😉

    Ausschau halten nach Qualitätswagen von vermögenden Leuten, welche sich den Auto-Wechsel aus Langeweile erlauben können… oder andere Gelegenheiten…

     

    Selber hab ich das erste Auto gebraucht gekauft.. Das zweite Auto, welche ich noch besitze, als Neuwagen… Nachdem ich die Gesetze des Geldes besser kenne – tut es mir weh wieviel Kapital ich "verschleudert" habe… Auf jeden Fall möchte ich das Auto so lange wie nur möglich benutzen.. Bis jetzt ist der Unterhalt vom Auto kein Thema… Hoffen wir es bleibt so…

    Der eine lernt es früher, der andere später… und einige werdens wahrscheinlich nie begreifen wieviel Geld ein Neuwagen kostet… Würde man das Geld investieren, hätte man nach einigen Jahren bereits ein kleines Vermögen…

    lg

  3. Thomas

    Naja kommt ja auch immer drauf an. Wenn man paar Mille hat kann man sich schon mal nen Lambo genehmigen.

  4. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Jeder hat seine eigene Situation (Binsenweisheit), für die er seine sinnvollste Lösung suchen muss. Ich bin ebenfalls Wochenendpendler, und fahre mindestens 30.000 Km im Jahr. Am liebsten würde ich natürlich auch kein Geld ausgeben dafür. Ich brauche ein zuverlässiges Fahrzeug, und da hilft mir keine alte Krücke, obwohl das auch irgendwie geht. Ich bin erst 5 Jahre mit einem 10 Jahre alten Opel Astra gefahren. War immer eine Herausforderung. Dann habe ich mir einen relativ neuen (1,5 Jahre mit 30.000 km) Ford Focus gekauft. Meine Kosten reduziere ich, indem ich regelmäßig bei mitfahrgelegenheit.de meine Fahrten anbiete, und somit im Jahr ca. 2000 Euro spare an Autokosten. Bis vor kurzem hatte ich kaum Kosten für Reparaturen außer normalem Verschleiß. Nun geht es eben auch los. Habe jetzt über 220.000 km drauf, und da kommt dann eins zum anderen. Die Kosten summieren sich, dass man es langsam bereut, nicht schon vorher einen gewissen Wertlust realisiert zu haben, und wieder einen jungen "Neuen" geholt zu haben statt der Werkstattkosten. 

    MS

  5. Couponschneider

    "Was der Nachbar denkt, ist mir völlig egal." – Mir auch. Aber der Druck auf dem Land ist etwas größer. Die städischen Nachbarn kenne ich kaum, aber ich bin ja vom Lande und ab und zu fragen mich mal Tanten oder Nachbarn, wann ich mir denn ein Auto kaufen wolle. Die gucken dann komisch, wenn ich sage, dass ich keines möchte. Ich habe mir dies schon vor Jahren ausgerechnet: Es lohnt sich in meiner Situation schlicht und ergreifend nicht.

    Ich fahre lieber Fahrrad, selbst wenn ich als Sonderling abgestempelt werden. Ich nehme mir mein Fahrrad auf der Bahnreise mit in die Heimat. Ich steuere dann auch einen anderen Bahnhof an… dann fahre ich die letzten 33 Kilometer mit dem Rad. Vor Ort bin ich dann mit dem Fahrrad mit dem Fahrrad unterwegs und man lernt Ecken kennen, die man als Autofahrer nie zu Gesicht bekommt. Besorgungsfahrten erledige ich mit dem Fahrrad, auch wenn die Stadt 7 Kilometer entfernt ist (dafür brauche ich 21 Minuten). Auf Rügen war ich dann auch. Mit der Bahn nach Stralsund und von dort mit dem Fahrrad über den Rügendamm und dann zu Stränden, die kaum jemand kennt, wo kaum jemand ist, gerade auch, weil dort schlechte Straßen sind und auch kein Bahnhof.

    Ich möchte nicht nur Geld sparen, sondern auch Zeit und Nerven. Ich nehme gerne den erstmöglichen Zug. Um den zu bekommen, war ich heute bereit, um 4:05 Uhr aufzustehen, die 33 km zu radeln, um dann kurz nach sechs im Zug zu sitzen. Ich war dann schon um halb zwölf in meiner Wohnung. So früh aufzustehen bereitet mir weniger Stress, weil ich weiß, dass meine Züge pünktlich sind, ich keinen Anschluss verpasse und ich immer einen Sitzplatz bekomme.

  6. wirtschaftswaisewirtschaftswaise

    Einer unserer Nachbarn hat sich vor einigen Tagen tatsächlich einen neuen (gibt es den überhaupt schon gebraucht?) Maserati Q4 zugelegt. Eine kurze Google-Recherche ergab, dass das gute Stück ab ca. 83.000 € zu haben ist. Ich gehe also ganz grob davon aus, dass er beim ersten umdrehen des Zündschlüssel grob 15.000 € bis 20.000 € vernichtet hat.

    Irre, was?

    Er wohnt übrigens in einem selbstgenutzten Eigenheim wo die meisten Fenster noch alte Holzrahmen und Einfachverglasung haben. Da ich ihn nicht wirklich kenne, kann ich nicht sagen, wie er tickt und wie das alles zusammenpasst.

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Couponschneider

    Alle Achtung. Ich finde das super, mit dem Rad zu fahren.

    wirtschaftswaise

    Vermutlich handelt es sich um einen Snob. Hier ist die Definition eines Snob: "Snob bezeichnet eine Person, die durch ihr Verhalten oder ihre Aussagen offensiv Reichtum und gesellschaftliche Überlegenheit gegenüber Personen vermeintlich oder tatsächlich niedrigeren Ranges zur Schau stellt." http://de.wikipedia.org/wiki/Snob

    Zu dem Thema gibt es viele Studien. Ich finde das faszinierend. Etwa diese hier: http://www.kfz-betrieb.vogel.de/wirtschaft/articles/355153/

    Und dann gibt es ja den Spruch: "Je größer das Auto, desto kleiner die Person." Wobei es natürlich Ausnahmen von der Regel gibt.

  8. staubesand

    Als Betreiber einer Fahrzeugvermittlungs Agentur erlaube ich mir einen Kommentar von unterwegs (mobil)
    Grundsätzlich verliert ein Neuwagen im 1. Jahr ca. 30% an Wert. Wenn man vom Hersteller Preis ausgeht und keinen der heute üblichen Nachlässe von bis zu 40 % ausgeht.
    Je nach Rabatt kann es dann sogar möglich sein, dass man einen Neuwagen aktuell günstiger bekommt als einen jungen gebrauchten oder Jahreswagen. Einen älteren Gebrauchten bekommr man nicht wurklich billig und man hat dad Risiko mit Schäden oder Problemen, die dann die Erdparnis schnell vernichten können.

    Es muss sicher nicht immer Prämium sein, es gibt viele gute Marken mit Top Ausstattung, neu und mit bis zu 7 Jahre Garantie.

    Wer viel Arbeitet und einen zuverlässigen Wagen benötigt ist mit einem Neuwagen sicher besser bedient.

    In Ihrer Ausführung ist dann auch noch ein Gedankenfehler!
    Wenn keiner einen Neuwagen kauft, wie soll es dann möglich sein, dass man dann einen Gebrauchtwagen kaufen kann?? Das macht doch keinen Sinn!
    Wo sollen all die Arbeiter srbeiten wenn keiner, einen Neuwagen kauft?
    Wenn diese Leute keinen Job mehr haben, kaufen diese auch keinen Tv oder können sich keinen Urlaub mehr leisten u.s.w.
    Ihte Ausführungen sind verständlich und sicher auch nicht ganz von der Hand zu weisen aber es funktioniert nur so.
    Ok diese Leute, die Ihren PKW als Schw….. verlängerung benötigen mag ich auch nicht! Aber gleich alle als Idiot zu bezeichnen ist schon gemein!

    Die Leute wollen sich auch einfach mal was gönnen. Wer viel arbeitet möchte sich auch mal etwas schönes gönnen, so wie sich Frau nicht selten neu Schuhe kauft, die nur einmal getragen werden und schon wenigr Wochen nach dem Kauf aus der Mode sind!
    Hier kann man sehen, dass neu nicht teuer sein muss: http://www.carsagentur24.de

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    staubesand

    Zur Ihrer Frage bzw. zum Einwand: "Wenn keiner einen Neuwagen kauft, wie soll es dann möglich sein, dass man dann einen Gebrauchtwagen kaufen kann?? Das macht doch keinen Sinn!"

    Da mache ich mir keine Sorgen. Wir Menschen sind unterschiedlich. Es gibt genug Konsumenten, die einen Neuwagen kaufen.

  10. Staubesand

    Da ich gestern von Mobil geschrieben habe, möchte ich mich dafür entschuldigen, dass nicht alles fehlerfrei war 🙂

    Genau "es gibt genug Menschen, die einen Neuwagen kaufen" Sag ich doch! Derzeit kaufen aber mehr Menschen einen Gebrauchtwagen als einen Neuwagen. Daher gibt es viele Entlassungen, die Rabatte sind Extrem hoch, der Kunde freud sich. Was aber viele nicht wissen, dass aktuell ein Gebraucht- oder Jahreswagen im Verhältnis oft sogar teurer ist.

    Die Händler haben sich auf diesen Umstand eingestellt und schlagen kräftig auf einen Gebrauchwagen drauf. 

    Alle reden vom Umweltschutz und viele wollen weniger Abgase und Kosten sparen. Vorgaben der EU sollen dazu beitragen, dass die Umwelt geschont wird. Eventuell alles etwas übetrieben aber wenn alle nur noch Gebrauchtwagen kaufen, werden die Städte bald leer sein, weil man keine entsprechnde Plakette bekommt. Man wird also von der EU und der Politik gezwungen, einen Neuwagen zu kaufen, da man sonst halt keine grüne Plakette bekommt.

    Vor einigen Monaten hat ein Automobilclub einen Test gemacht, Gebrauchtwagen- gegen Neuwagen. Das Ergebnis war, dass ein Neuwagen auf Dauer günstiger sein kann. 

    Eigendlich spricht einiges für die Anschaffung eines Neuwagen (Neue Technik, neues Modell, weniger Verbrauch, Neues Design, hohe Rabatte, Mehr Sicherheit, Besser für die Umwelt, u.s.w.) Dennoch ist es aktuell so, dass Gebrauchtwagen mehr gekauft werden obwohl vieles dagegen spricht! (Versteckte Mängel, keine oder weniger Garantie, im Verhältnis teurer in der Anschaffung, mehr Verbrauch, alte Technik, schlechter für die Umwelt, hohe Laufleistung, Unterhaltkosten können höher sein, Steuer könnte höher sein, usw.)

    Jeder kann kann und sollte selber entscheiden. 

     

     

     

     

  11. Alexander

    Nun ja, muss man alles relativ sehen. Ich bin auch einer, der sich einen Neuwagen gekauft hat.

    War ein Sondermodell – Mitteklasse, welches durch ein Nachfolgemodell abgelöst werden soll. Daher ordentlich Rabatt. Ich habe früher auch alte Autos gefahren mit allen Vor- und Nachteilen. Inzwischen geht es mir finanziell sehr gut. Es ist einfach sehr bequem, keine Reparaturen, keine großen Werkstattaufenthalte etc. Mein Auto hat 25.000 € gekostet, ich habe eine 100% Finanzierung mit 1,99% (Zinsen gesamt knapp 1.200 euro auf 4 Jahre). Die monatliche Belastung liegt unter 250 € für Zins und Tilgung. Das Geld habe ich mit einer Rendite von über 4% netto angelegt. Ich kann also den Gewinn nach Abzug der Autozinsen dem Kaufpreis gegenrechnen (ungefähr 3.000€ Vorteil). Einen Gebrauchtwagen würde ich bar bezahlen. Wenn man alles zusammenrechnet, kann sich also auch ein Neuwagen als sinnvoll erweisen. Und die "Sicherheit" die nächsten 4-6 Jahre meine Ruhe zu haben, ist auch etwas wert. Pauschal zu sagen, ein Neuwagen ist Quatsch, würde ich so nicht unterschreiben. Es kommt immer darauf an. Meine mtl. Sparquote liegt bei ca. 1.000€, daher kann ich mir ein bisschen "Luxus" leisten.

  12. Friedhelm

    Die Rechnung von Alexander geht nicht auf. In 48 Monaten tilgt man keinen 25.000 Euro Kredit mit einer Rate von weniger als 250 Euro.

    Hier handelt es sich dann um eine Art Leasing. Das Fahrzeug gehört dem Herren also nicht nach den 4 Jahren.

    Ein 25.000 Euro Kredit mit 1.99% Zinsen in 4 Jahren benötigt eine Tilgung von 542.27 Euro pro Monat.

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