Dow Jones nicht zu stoppen. Wann endet facebook-Wahnsinn?


New York, 7. April 2011

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GAU in Japan, Krieg in Libyen, Aufstand in Afrika. Ganz gleich, wo es brennt auf diesem Globus, die Börse klettert immer höher. Es stellt sich die Frage, was der Grund für diese Wahnsinnsrallye ist. Ich glaube, es ist auf die US-Zentralbank FED zurückzuführen, sie überschwemmt den Markt mit billigem Geld. Und diese Liquidität wandert umgehend an die Börse. Investoren rennen also in Dividendentitel. Privatanleger sind aber noch gar nicht zurück auf das Parkett gekehrt. Das ist erstaunlich. Was passiert wohl, wenn die Meute beginnt, sich einzudecken? Wir liegen mit 12.426 Zählern im Dow-Jones-Index nahe des Allzeithochs von rund 14.000. Gut möglich, dass dieses Jahr eine neue Bestmarke fällt.
Warren Buffett hat kürzlich vor einer Blase bei den Sozialen Netzwerken wie facebook oder Twitter gewarnt. In der Tat scheinen die Bewertungen außer Rand und Band zu sein. facebook wird mit 65 Milliarden Dollar bewertet. Selbst Weltkonzerne wie Nike oder Boeing können mit so abenteuerlichen Taxen nicht mithalten. Deren Marktkapitalisierung ist deutlich niedriger. Dabei stemmen die beiden bekannten Dickschiffe immerhin 20 beziehungsweise 64 Milliarden Dollar Umsatz. facebook setzt dagegen nur lausige zwei Milliarden Dollar um. Und ob der kalifornische Internet-Novize überhaupt schon profitabel ist, ist nicht bekannt. Wie schnell sich Trends ändern, können Sie schön an dem einstigen Wahn um Myspace.com sehen. Wer interessiert sich noch heute für diese Plattform? Kaum jemand. Medientycoon Rupert Murdoch hatte sich mit Myspace.com die Finger verbrannt. So einen Trendwechsel kann eines Tages auch facebook erleben. An der Börse sollten Sie immer darauf achten, dass Ihre Aktien nicht einem Hype unterliegen. Denn wenn die Horde aus einem solchen „Mode“-Titel rennt, kann es bitter für die Aktionäre enden.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Dow Jones nicht zu stoppen. Wann endet facebook-Wahnsinn?

  1. Hubsen

    Zur geldgetriebenen Hausse kann ich ihnen nur zustimmen!
    …die einzige Frage ist für mich nur, wie lange das noch gut/nach oben geht und wann es Zeit zum Ausstieg gekommen ist.

    … und vor allem in was alles man dann investiert sein sollte um möglichst mehrere Szenarien abzudecken welche geeignet sind den Vermögenswert zumindest zu erhalten?

    Der Artikel „US-Regierung: Ab Ende Mai helfen nur noch Bilanztricks“ lässt nichts Gutes ahnen (siehe insb. den Absatz in blauer Schrift http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=11859

    Marc Faber lässt auch kein „gutes Haar“ an der aktuellen Bewertung des US-Marktes http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=11867

    ..womit wir dann wieder bei den „blue chips“ mit hohen Schwellenlandexposure angelangt wären 🙂 Cola, Colgate-Palmolive etc.
    und ein Ausstieg (bzw. Short) bei inflationsungeschützen langfristigen Anleihen kann bei drohender Zinserhöhung auch kein Fehler sein.

    (wie immer -> keinerlei Anlageempfehlung -> jeder muss sich selbst ein Urteil bilden und danach handeln)

    Beste Grüße nach N.Y.!
    Hubsen

  2. tim schaefertim schaefer

    Hi Hubsen, danke für die guten Links und Ihre geschätzten Anmerkungen. Sie sind wie immer sehr kritisch. Was Sie nun leer verkaufen könnten? Da habe ich leider keine Ideen zu. Ich verfolge ja nur eine Buy-and-hold-Strategie. Wenn Sie nun heute eine Aktie mit einem KGV von zehn und einer Dividendenrendite von drei oder vier Prozent finden, was soll da groß passieren? Wenn zudem die Bilanz sauber ist und keine Schulden drücken? Auf die USA wird wohl eines Tages die Inflationswelle zurollen. Zu viel Geld wurde gedruckt. Sie können die Inflation ja schon am Preisauftrieb bei Gold, Silber, Öl etc. erkennen. Was kaufen? Finanzwerte, amerikanische, spanische, griechische Banken. Unsere EU-Partner fallen doch nicht von der Klippe, oder? Beste Grüße

  3. Hubsen

    Hallo Tim,

    dass geschätzte G beim KGV ist schnell (von den Unternehmen und den „Anal-ysten“, die die Kursentwicklung oftmals nur nachziehenden) nach unten revidiert, wenn der Gesamtmarkt abwärts läuft …und ist ja nur eine status quo Einschätzung der nahen Zukunft, unter der Annahme weiterlaufender „normaler“ Verhältnisse.

    Der Zukunftsausblick von Dirk Müller bringt eigentlich auch meine Befürchtungen auf den Punkt (insbesondere aber fundiert erklärt/erläutert).

    http://www.daf.fm/video/dirk-mueller-ich-warne-die-blase-kann-jeden-tag-platzen-50143225-DE0008469008.html

    Wenn also Großinvestoren mal höhere Abschreibungen machen müssen, dann wird massiv Geld zurückgeholt – natürlich auch von deren guten, soliden Investitionen.

    Mit Mono-Duo-Oligopolisten auf Güter die täglich benötigt werden, kann man trotzdem nicht so falsch liegen, wenn Bargeldhaltung keine besonders gute Alternative ist und Langfrist-Anleihen höchst riskant sind.

    In obigem Sinne – auch für mich ein Aktien Buy & Hold, kombiniert noch mit ein paar anderen Ideen…

    Beste Grüße nach N.Y!
    ihr kritischer Hubsen 🙂

  4. tim schaefertim schaefer

    Hi Hubsen, neben dem KGV passen ja Value-Jäger auch auf andere Kennziffern auf. Besonders sind mir das Kurs-Buchwert-Verhältnis und das Kurs-Umsatz-Verhältnis wichtig. Selbst wenn dann mal der Gewinn nicht mehr steigen sollte, kann ein Value-Jäger damit leben. Andere ergänzende Strategien zum Value-Ansatz sind natürlich eine gute Idee. Ich wünsche ein schönes Wochenende allen!

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