Diese Fragen haben meine Blogleser


New York, 21. Dezember 2015
Ich sehe das Auf und Ab an der Börse locker: Ganz entspannt.

Ich sehe das Auf und Ab an der Börse locker: Ganz entspannt.

Mein Blog-Leser „ZEN Investor“ hat einige Frage gestellt. Ich beantworte sie gerne. Wer will, kann ebenfalls antworten. Ich würde mich über Antworten freuen.

  1. Wie sieht eure Strategie aus, nach welchen Kriterien kauft ihr Aktien?

Ich betreibe „Buy and Hold“. Ich kaufe Qualitätsaktien. Mit stabilen Bilanzen. Mit Dividenden. Uralte Konzerne. Mit einem hohen freien Cashflow. Ich kaufe am liebsten in Börsenkorrekturen. Zu moderaten Bewertungen. Ich verkaufe nie. Ich lasse mich von dem Auf und Ab nicht verunsichern. Ich weiß, Volatilität gehört zur Börse dazu.

2. Wie lange seid ihr schon an der Börse aktiv und wie war eure Gesamtrendite seither?

Ich bin schon mehrere Dekaden an der Börse investiert. Die Rendite ist gut. Sie könnte besser sein. Ich habe mir heftige Fehlgriffe geleistet.

3. Warum investiert ihr an der Börse? (Geld für Ruhestand? Einfach reich werden?)

Ja, um ausreichend flüssig zu sein im Ruhestand. Um ein Finanzpolster zu haben, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, ich rüste mich für das Desaster. Bin aber bester Stimmung. Ich bin ein Optimist. Ich möchte finanziell unabhängig sein.

4. Wie habt ihr im Jahr 2008 gehandelt und reagiert? Konntet ihr die Nerven behalten?

Ja, ich habe aggressiv Aktien zugekauft. Ich habe meine gesamte Liquidität an der Börse damals investiert. Ich hörte auf Warren Buffett, der zum Aktiekauf riet. Und zwar war das im Okotber 2008. Damals schrieb er einen Gastkommentar in der „New York Times“. Buffett munterte alle zum Aktienkaufen auf. Wenn das Genie dazu rät, höre ich natürlich auf ihn.

5. Was möchtet ihr im (vorgezogenen?) Ruhestand tun? (Reisen, Auswandern, Hilfsprojekt gründen, etc)

Ich möchte ein altes Holzhaus irgendwo am See haben und dort lange Zeit mit der Familie sein. Reisen, Lesen, Helfen. All das steht auf meiner Wunschliste.
Dann erhielt ich folgende eMail:

„Hallo Tim,

ich lese seit mehreren Monaten deinen Blog. Aufmerksam auf deinen Blog wurde ich durch dein Interview im Wirschaftsblatt mit MMM (mr money mustache). Mein Ziel ist die Finanzielle Unabhängigkeit. In deinen Berichten lese ich immer das die Leute soviel verdienen. Bei MMM steht, habe ich diesbezüglich auch gelesen, dass die Steuern und Abgaben wesentlich geringer sind in den USA.

Außerdem ist die Unterstützung der eigenen Vorsorge, wie ich bisher so mitbekommen habe, wesentlich besser als in Deutschland.

Da ich einmal für 3 Monate in Australien einen Außlandaufenthalt hatte und für 4 Wochen von meinem Arbeitgeber aus in Norwegen gearbeitet habe, bin am überlegen, ob es bessere Länder zum Arbeiten und Leben gibt wie Deutschland.

Es würde mich freuen, wenn du schreiben könntest, was die Schwierigkeiten sind, auß deiner Erfahrung sich in einem fremden Land einzuarbeiten. Was die größten Fehler in der Vorbereitung sind und welchen Unterschied es finanziell machen würde.

Ich bin 28 Jahre

Beruf Mechatroniker

Steuerklasse 1

Brutto Gehalt ca. 40000-45000 im Jahr

Würde mich freuen wenn du mir helfen könntest.

Gruß

xy„

Für viele Berufe ist die Bezahlung in den USA besser als in Deutschland. Besonders die Hochmotivierten können sehr viel Geld verdienen. Die Altersvorsorge wird in den USA, in England, Kanada, Australien massiv durch den Staat gefördert, und zwar über die Börse. In Deutschland oder Österreich ist dagegen die Börse für die meisten Menschen der reinste Horror. Deutsche sehen in Aktien Zockerpapiere, die mit einem hohen Risiko behaftet sind. Dabei ist das Risiko an der Börse gering, wenn Anleger gewisse Regeln beachten.

Es ist eine Mentalitätsfrage. Deutsche sparen am liebsten per Bausparvertrag, Lebensversicherung, Sparbuch, Immobilie und Festgeld. Daher wird das mit der Altersvorsorge in Deutschland mittel- bis langfristig nicht einfach. Wir haben in Deutschland ein verkrustetes Modell, das nicht mehr zeitgemäß ist. Mit teuren Riester-Renten-Verträgen haben Anbieter Sparer geschröpft. Und die Bundesregierung hat jahrelang untätig zugeschaut. Aus vielen Verträgen fließen allenfalls lausige Renditen.

Das amerikanische Arbeitsministerium macht sich stark dafür, dass Finanzberater das Interesse der Kunden an erster Stelle verfolgen. Und nicht in erster Linie an die Provision denken. Das Weiße Haus hat Gesetzesinitiativen auf den Weg gebracht, um die Gebühren in der Altersvorsorge so gering wie möglich zu halten, was gut für den Verbraucher wäre. So erklärt das die Bundesbehörde:

Im Ausland ist nicht per se alles besser. Egal, wo jemand wohnt, es kommt immer auf die Lebenseinstellung an. Auf die Wünsche, den Glauben, den Willen, die Geduld. Das gilt für die Fitness genauso wie fürs Leben. Nehmen Sie als Beispiel die Arbeitsmoral. Es bedeutet, hart zu arbeiten und mehr als andere zu liefern.

Wenn Sie etwas im Leben erreichen wollen, brauchen Sie als Grundvoraussetzung eine positive Einstellung. Sie sollten Ihre Ängste und Sorgen in den Griff bekommen. Sie sollten Ihren Wünschen folgen. Was wollen Sie erreichen? Wenn das Leben im Ausland Ihr Traum ist, dann finden Sie Wege, um dorthin zu kommen.

Im Ausland Fuss zu fassen, ist nicht einfach. Eine Bleibe zu finden, einen Job zu bekommen, das Visum zu haben, all das können Herausforderungen sein. Es gibt einige Dinge, die vorab zu planen sind. Am bequemsten ist es, wenn ein Europäer von seinem Arbeitgeber beispielsweise in die USA entstand wird. Dann regelt der Arbeitgeber den Papierkram. Dann hat man gleich nach der Ankunft einen Job. Und ist nicht auf sich gestellt.

Was ist der größte Fehler in der Vorbereitung? Zu glauben, dass alles einfach wird.

Aber grundsätzlich sind schwere Zeiten, Umstellungen und Herausforderungen ein Geschenk.

Es ist hilfreich, durch bittere Zeiten zu müssen. Apple-Gründer Steve Jobs entwicklete die besten Produkte, als seine Firma auf Messers Schneide stand. Tesla-Gründer Elon Musk stand mit seiner Elektroautofirma kurz vor der Pleite, gab dann aber Vollgas. Musk baute eine der modernsten Autofirmen der Welt auf. Filmemacher Walt Disney ging mit seinem Studio in den Anfangsjahren pleite. Viele Promis gingen zunächst durch die finanzielle Hölle.

Fazit: Neue Herausforderungen, ein Umzug ins Ausland oder flaue Zeiten sind kein Weltuntergang. Es ist kein Grund verbittert zu sein. Im Gegenteil. Etwas Großartiges kann entstehen.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Diese Fragen haben meine Blogleser

  1. ZEN Investor

    Wow Tim, danke dass du meinen Vorschlag aufnimmst und mich dabei sogar erwähnst. 😉 Echt cool.

    Sodann antworte ich auch kurz auf meine eigenen Fragen:

    Wie sieht eure Strategie aus, nach welchen Kriterien kauft ihr Aktien?

    Ich kaufe Aktien, die unter Buchwert gehandelt werden und einen Return on Assets (5-jarhes-Durchschnitt, via Google Finance zu finden) von über 5% p.a. haben.

    Dann errechne ich anhand des ROA, der Eigenkapitalquote, der Ausschüttungsquote und des aktuellen KBV wo der Aktienkurs hingehen sollte. Dazu tätige ich folgende Annahmen: Ich gehe davon aus, dass ein Qualitätsunternehmen (ROA über 5% p.a.) langfristig bei KBV 2 oder höher landen wird und das dies bis zum 31.12.2025 erreicht werden wird.

    Anhand dieser Daten kann man die Entwicklung insgesamt und die Rendite p.a. (im Durchschnitt) errechnen. Das kann dann als grobe Schätzung genommen werden. Ich habe dazu zur Vereinfachung die Software Value Calculator entwickelt.

    Verkauf bei KBV 2,00 oder wenn ROA unter 5% im 5-Jahres-Schnitt fällt.

    Wie lange seid ihr schon an der Börse aktiv und wie war eure Gesamtrendite seither?

    Ich habe am 30.November 2012 die erste Aktie gekauft. Mein damaliges Depot war Chaos, da ich noch recht am Anfang steckte. Durch einen saublöden Fall (Kontensperrung) konnte ich Optionen (die ich heute nicht mehr kaufen würde) nicht rechtzeitig abstossen, wodurch eine Performance von ca. -50% in 2 Jahren zu Stande kam. (Bei gesperrtem Konto und falschen Entscheidungen hat man irgendwann verloren).

    Mein aktuelles Konto habe ich seit 1,5 Jahren, aktiv seit September 2014. Die Performance ist da etwas schwer zu erklären. Vereinfacht: Aus 4’000, später 5’000 CHF machte ich über 900 CHF Gewinn.

    Warum investiert ihr an der Börse? (Geld für Ruhestand? Einfach reich werden?)

    ja, Reich werden. Aber eher als finanzielles Polster. Hier in der Schweiz sind zB Zahnbehandlungen nicht Teil der normalen Krankenversicherung. Ich will später in der Lage sein für mich und meine Freunde genug Geld zu haben.

    Ich will nie in einer Villa oä leben. Ich könnte, falls ich eine hervorragende Performance schaffe und fleissig spare, theoretisch in 20 Jahren 1 Million CHF haben. Aber als 60-jähriger mit 1 oder 2 Millionen leiste ich mir keine Villa (die heute schon mehr kosten würde, in 20 Jahren nochmals das doppelte).

    Aber eben ein finanzielles Polster, falls ich mal keine Arbeit habe, falls ich krank werde, falls Freunde von mir eine teure Zahnbehandlung brauchen, falls ich eine Familie habe…..

    Ich will ständig genug Geld haben, dabei aber wie der untere Mittelstand leben. Das heisst Wohnung oder Haus mieten (statt kaufen). Das Leben geniessen, aber sparsam sein, dh Bio wollen wir uns leisten können. Reisen ja, aber nicht in 5-Sterne-Hotels, sondern eher als Rucksack-Touristen (spricht was dagegen als 60-jähriger?).

    Ich will mir ein Elektro-Auto leisten können und auch locker genügend Geld für Reparaturen etc. haben.

     

    Im Jahr 2008 habe ich gar nichts gemacht, da ich damals mein Geld lieber an Familienmitglieder verlieh, die es bis heute nicht zurück zahlten.
    Wie sehr ich das heute bereue, welch phantastischen Gewinne sind mir entgangen.

    Was mache ich im vorgezogenen Ruhestand?
    Weiterhin Reisen. Anderen Leuten helfen.
    Vielleicht einfach ein paar Hobbies pflegen. meditieren. Für die Familie da sein (wenn ich denn je eine habe).

    Mit dem Geld selber mache ich nicht viel. Allenfalls entnehme ich die 2-5% an Dividenden. Ich habe aber nicht vor, jemals Aktien zu verkaufen. Ausser natürlich in einem richtigen Notfall, wenn es nicht anders geht.

    Ich stehe übrigens noch ganz am Anfang meiner Aktien-Karriere: ich habe mein Aktien-Konto geplündert, was ich nie mehr im Leben tun werde. Ab Januar wird fleissig eingezahlt.

  2. Patently Absurd

    @ZenInvestor:

    Gibt es irgendwo eine Studie, die belegt, dass langfristig das KBV eines Qualitätsunternehmens bei 2 liegen soll?

    Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben hinsichtlich des KBV typischerweise sehr unterschiedliche Bewertungen. Eine Coca-Cola oder IBM wirst du NIEMALS zu einem KBV > 1 kaufen können. Dies liegt einfach an den Bilanzierungsregeln, die branchenspezifisch sind. Mit deinem Kriterium schließst du sehr gute Unternehmen generell vom Kauf aus.

    Anders sieht es z.B. bei Automobilherstellern oder Banken aus. Diese sind gelegentlich unter dem Buchwert zu haben (je nachdem wie man den Buchwert korrigiert). Entwicklungskosten werden im Automobilsektor aktiviert und werden dann als Vermögenswert über Jahre abgeschrieben, obwohl das Geld schon ausgegeben ist. Aber ist z.B. VW ein Qualitätsunternehmen für dich?

    Ich will nicht behaupten, dass du mit deinem Ansatz keine langfristige Überrenditen erzielen kannst. Im Endeffekt läuft dein Ansatz aber darauf hinaus, dass du Unternehmen aus speziellen Branchen kaufen wirst (z.B. Banken, Automobilsektor und kapitalintensive Unternehmen), dafür andere Branchen ausschließt (Dienstleistungsunternehmen und solche Unternehmen, die in einem wenig kapitalintensiven Geschäftsfeld arbeiten) und im Ergebnis  Buy&Hold vertreiben musst, da ein KBV>2 für die gekauften Unternehmen unrealistisch hoch sein wird.

    Wie bereits diskutiert, solltest du dein Depot veröffentlichen, damit wir sehen, was dabei herauskommt.

     

     

  3. Couponschneider

    Wenn es so einfach gänge, sich an ein paar Kennzahlen wie KGV und KBV zu orientieren, dann könnten das doch alle machen, mit der Folge, dass die Nachfrage steigert, damit der Kurs und damit auch diese Kennzahlen.

    Ich lasse diese Kriterien nicht gänzlich unter den Tisch fallen; sie bieten mir eine grobe Orientierung, was den Preis der Aktien anbelangt, aber nicht die Zukunftsträchtigkeit des Unternehmens. Da schaue ich auf Branche, Stellung innerhalb der Branche, Marken, Gewinne, Dividenden.

  4. PIBE350

    1.Wie sieht eure Strategie aus, nach welchen Kriterien kauft ihr Aktien?

    Monatliche Nachkäufe breit gestreuter ETFs über die Ing-Diba bei hoher Sparquote. Mit dauerhaft 1% nach Steuern und Inflation wäre ich persönlich schon zufrieden.

    2. Wie lange seid ihr schon an der Börse aktiv und wie war eure Gesamtrendite seither?

    Erst seit März. Ich habe mich für eine langsam steigende Aktienquote entschieden.

    3. Warum investiert ihr an der Börse? (Geld für Ruhestand? Einfach reich werden?)

    Um eine weitere Einnahmen- bzw. Vermögensquelle zu schaffen.

    5. Was möchtet ihr im (vorgezogenen?) Ruhestand tun? (Reisen, Auswandern, Hilfsprojekt gründen, etc)

    Weiterhin finanziell frei und unabhängig bleiben und viel verreisen. Persönlicher Luxus und Status sind mir nicht wichtig. 🙂

  5. Patrick

    1.Wie sieht eure Strategie aus, nach welchen Kriterien kauft ihr Aktien?

    Cap>400mio, P/E, P/C, P/B, D/E, CR, etc schaue ich mir an, da variieren die Zahlen je nach Branche.

    EPS, Div, ROE, BV, NetInc, FC, etc sollte jährlich wachsen.

    Den Chart schau ich mir auch an 🙂 Wenn dann alles passt, lese ich mehr über das Unternehmen, wo es tätig ist, was es genau macht usw. Ich gebe zu ich investiere auch manchmal spekulativ 🙂

    2. Wie lange seid ihr schon an der Börse aktiv und wie war eure Gesamtrendite seither?

    Erst seit anfang November. Bin mit fast 10k Euro investiert, derzeit aber 5% im Minus wegen dem Öl Spaß.

    3. Warum investiert ihr an der Börse? (Geld für Ruhestand? Einfach reich werden?

    Weil es auf der Bank nur vergammelt. Natürlich wäre es schön irgendwann mal einen schönen passiven Cashflow im Monat zu haben.

    5. Was möchtet ihr im (vorgezogenen?) Ruhestand tun? (Reisen, Auswandern, Hilfsprojekt gründen, etc

    Das überlege ich mir wenn es soweit ist 🙂

  6. David

    +  2Strategie : Ich bin 22 Jahre seit 18 an der Börse aktiv, hatte es erst mit Traden versucht mit meinem Ausbildungsgehalt als Krankenpfleger was letztlich an Ende ein 0nummern Spiel war bis ich einmal mir meinem ersparten von 6 K dachte den Kurs von einem Pennystock Bank of Irland beeinflussen zu können was voll in die Hose gegangen ist – Verlust 800 Euro. Dann nach einer kurzen Auszeit in Bildung investiert, Blogs und Bücher gelesen, gelernt Geschäftsberichte lesen zu können bei money.msn.com. Viel über Buffet Value und Dividenden gelesen. Versuche bzw investiere in Champions, Qualitäktien mit Dividendenausschüttungen am liebsten US Werte mit Quartalausschüttungen und baue mir ein passives Einkommen auf sodass ich zukünftig nicht mehr aktiv arbeiten gehen muss. Investiere  hauptsächlich in Aktien hab aber auch nen Sparplan  auf den MDAX am laufen. Ca mit 40K investiert. Später will ich viel reisen,die Welt entdecken gerne wie Einheimische nicht in Nobelhotels. Einfach leben, frei sein, unabhängig.

  7. ZEN Investor

    Was mich (als ursprünglichen Fragesteller) noch interessieren würde:

    Welche Rendite habt ihr so geschafft?

    Mich würde es interessieren, was Investoren so für Renditen einfahren und mit welcher Strategie.

    Gibt es hier jemanden, der sein/ihr Geld schon verdoppelt hat mit Aktien?
    (zB vor 5 Jahren mit 10k angefangen und seither 10k Gewinne oä)

     

     

  8. ZEN Investor

    Gibt es irgendwo eine Studie, die belegt, dass langfristig das KBV eines Qualitätsunternehmens bei 2 liegen soll?

    nein.

    Aber die meisten erfolgreichen Unternehmen haben ein KBV über 2, teils sogar im Bereich 4.5.

    Der Median von Unternehmen in der Schweiz, deren Return on Assets (5J) über 8% p.a. lag, war (vor ein paar Monaten) bei 3,4 KBV.

    Es ist auch logisch: Schau dir mal die Kennzahlen von Coca-Cola, Microsoft usw. an.

    Die meisten erfolgreichen Firmen haben ein KBV jenseits der 2.

    KBV 1 oder tiefer bedeutet ja schliesslich, dass man dem Unternehmen keinen Gewinn mehr zutraut.

    Also wenn zB 70% aller Unternehmen mit ROA über 8% ein KBV über 2 haben, dann kann ich doch bei den anderen 30% zumindest erwarten, dass die auch steigen. Alles andere würde keinen Sinn machen. (Vorausgesetzt sie stehen nicht kurz vor der PLeite).

     

    Und ehrlich, ich habe das im Wertpapier-Forum seitenweise ausdebattiert.

    Der Punkt ist: Die normale Bewertung von Börsenkotierten Gesellschaften ist nahe KBV 2. (Langfristiger Schnitt im Dax ist glaube ich 2,1 oder so).

    Warum sollten diejenigen, die überdurchschnittlich profitable Geschäfte machen tiefer bewertet sein? Die müssten sogar höher sein als der Durchschnitt.

    Und wie gesagt: Notier‘ dir den Link zu meinem Wikifolio. Und schau in 5 Jahren rein.

    Oder notiere dir meine Aktienprognosen. Sie sollten alle übertroffen werden.

    Noch ein Argument:

    Bei einer ROA von 8% und einer Eigenkapitalquote von 33% wächst das Eigenkapital jährlich um 24% (sofern keine Dividende ausgeschüttet wird).

    Kann das Untenrehmen das Geld nicht sinnvoll reinvstieren, wird es wohl Dividende ausschütten, die diesesfalls aber 24% (bei 100% Ausschüttung) des Buchwertes betragen sollte.

    Oder anders: So ein Unternehmen, dass heute zu genau Buchwert gehandelt wird, hat, falls der Aktienkurs nicht steigt, nach 5 Jahren ein KBV von

    1/(1.24^5) = 0,34

    Wieso sollte ein hoch profitables Unternehmen in 5 Jahren bei einem KBV von 0,34 gehandelt werden?

     

    ZENINVESTOREDUCATION

     

  9. David

    @Felix

    Danke wollte eigentlich 1+2 schreiben um die jeweiligen Fragen nach Schema zu beantworten nur hat die Autofunktion die 1 geschluckt

  10. Patrick

    Hallo ne kurze Frage an euch. Ich hab mein Portfolio via Google Tabellen nachgemacht, ist praktisch das gleiche wie Excel nur online. Ich kann von BASF zb nur FRA od ETR Börse benutzen. Diese werden von Google Finacne Angeboten, gibt es eine Möglichkeit auch von Lang und Schwarz oder anderen die aktuellen Kurse zu holen? Die FRA bzw ETR weichen ziemlich ab von eigentlichen Kurs.

  11. ZEN Investor

    Die Sendung ZENINVESTOREDUCATION klärt auf:

    Babys kommen gar nicht vom Storch. Ein hüpfender Elefant bringt sie.

    Hier mal eine Untersuchung über den Return on Investments.

    Begriffserklärung:
    ROA = Gesamtkapitalrendite, Durchschnitt der letzten 5 Jahre
    KBV = Kurs-Buchwert-Verhältnis
    Median = Mittelwert, dh die Hälfte aller Werte liegt über diesem Wert.

    Quelle: Google Finance

    Ich habe alle Aktien mit KBV 0.00 gefiltert, da deren Werte unbekannt sind.

    Kategorien:
    A = ROA unter -5%
    B = ROA -5 – 0%
    C = ROA 1-5%
    D = ROA 5-10%
    E = ROA über 10%

    USA

    Anzahl Aktien:
    Total (ohne KBV 0.0): 7’125

    Kat. C
    Anzahl: 1’429
    Median KBV: 1,52

    Kat. D
    Anzahl: 1’077
    Median KBV: 2,1

    Kat. E
    Anzahl: 739
    Median KBV: 2,7

    Schweiz

    Anzahl Aktien:
    Total (ohne KBV 0.0): 236

    Kat. C
    Anzahl: 60
    Median KBV: 1,4
    unter Buchwert: 15 (25%)

    Kat. D
    Anzahl: 52
    Median KBV: 2,4
    unter Buchwert: 6 (12%)

    Kat. E
    Anzahl: 28
    Median KBV: 5,0
    unter Buchwert: 3 (11%)

    Also der Zusammenhang ist offensichtlich in den USA und in der Schweiz gegeben und lautet:
    Die Höhe des ROA ist direkt proportional zur Höhe des KBV.

    Natürlich hängt es auch von den Marktschwankungen ab.
    Das Wesentliche ist aber: In einem hoch bewerteten Markt, sind diejenigen
    Aktien, deren Unternehmen überdurchschnittlich viel Gewinnen (Kategorien D und E)
    in der Regel auch mit einem KBV von 2 oder mehr bewertet.

    Von den hoch-profitablen Unternehmen (ROA über 5%) sind (in der Schweiz) nur rund 11-12%
    unter Buchwert zu haben, was klar darauf hinweist, dass dies eine aussergewöhnliche Aktienkategorie ist.

    Schlussendlich ist die Scahe klar: Der Zusammenhang besteht.

    Öffnet die Augen.
    Folge mir, ich bin dein Alphatier.
    Alphatiere können nicht verlieren.

  12. Dirk

    1.

    Hab 4 Strategien:

    Momentum/KBV
    Fscore/KBV
    Gebert Strategie
    ETF Portfolio a la Kommer/Bogle

    2.

    Alles im Plus, bin seit 2010 dabei

    3.

    Finanziell frei sein, ruhiger schlafen koennen

    5.

    Will schon bis ca. 60 arbeiten, danach Reisen. Am Ende alles vererben und für sinnvolle Projekte spenden (med. Forschung, Umweltschutz etc.)

  13. Patently Absurd

    Hallo ZEN Investor:

    könntest du die 9 Unternehmen der aktuellen Kategorie D+E mal nennen? Ich wüsste gerne, was für eine Art von Unternehmen du mit einen Kriterien erhältst.

    Die Gesamtkapitalrendite ist (Gewinn+Fremdkapitalzinsen)/(Eigenkapital+Fremdkapital)

    Bei Unternehmen mit KBV<1 erhälst du Unternehmen mit tendenziell hohem Eigenkapital.

    Wenn du dann noch eine hohe Gesamtkapitalrendite von>5% verlangst, muss zusätzlich wenig Fremdkapital und sehr hoher Gewinn vorliegen.

    Ich vermute mal, dass du damit in deiner Liste Unternehmen hast, die kurzfristig hohe Gewinne habe, die Prognose aber langfristig sehr negativ ist.

    Darunter fallen Sondersituationen, wie VW (Zykliker in Hochphase, mit Sondersituation der Strafzahlungen), Südzucker im Jahr 2014 (Kartellstrafe, Deregulierung des Zuckermarktes) u.a.

  14. Patently Absurd

    Korrektur: Bei VW und Südzucker reicht das ROA natürlich nicht aus.

    Ich nehme an, dass du dann in Werte wie die folgenden investierst:

    Bavaria Industries Group AG, KBV=0,81, ROA=7,38%
    Wacker Neuson SE, KBV=0,90, ROA=5,22%
    Westgrund AG, KBV=0,81, ROA=8,84%

     

  15. lalucky

    Hallo,

    war bisher meist nur stiller Mitleser, aber jetzt möchte ich dann doch auch mal mitmachen ;o)

    1.Also dauerhaft ins Depot sollen große Dividendenzahler (derzeit BASF, Microsoft, Shell, Bank of Novo Scotia usw.) Zusätzlich konnte ich es mir dieses und letztes Jahr nicht verkneifen zu traden. Da ich derzeit noch nicht so viel Eigenkapital habe, hatte ich den Leverage-Effekt genutzt. Offensichtlich habe ich ein gutes (nicht perfektes) Gefühl für richtige Zeitpunkte (siehe 2.). Hab rechtzeitig Anfang Dezember verkauft und den Kredit wieder ausgelöst. In Zukunft möchte ich nur auf die Dividendentitel setzen ohne Kredit versteht sich.

    2. Rendite in diesem Jahr (netto) (also mit Abzug der Fremdkapitalzinsen und Gebühren) 17,3 % mit Zock: rein aus Dividenden 4,07 % Sieht viel aus, aber das eingesetzte Kapital war nicht sooo hoch. Aktiv an der Börse bin ich jetzt seit 2011 hatte davor aber schon mal in der Ausbildung Geld mit Cargolifter in den Sand gesetzt.

    3. Ich möchte mir aussuchen, wann ich in Rente gehe. Möchte meinen Partner irgendwann in der Nähe wissen und meinem Kind eine gute Zukunft sichern (auch er besitzt schon Aktien seit geraumer Zeit)

     

    3.

     

  16. Stefan Müller

    Nichts für ungut. Wenn ich diese Beiträge lese, denke ich an 2000. Jeder Hinz und Kunz fand sich toll und hatte seine Erfolgsstrategie. Dann wurde es für Jahre dunkel in der Galaxis. Seit Ende des Finanzcrashs im Jahr 2009 ist die Börse auf Haussemodus. Die Korrekturen seitdem waren klein.

    Bin neugierig, wer von den Schreibern hier beim nächsten 3 Jahres Abwärtstrend noch dabei ist.

     

    Tim schreibt richtig. Kaufen und liegen lassen. Über Dekaden und regelmäßig nachkaufen. Entweder Qualitätswerte alter Unternehmen wie Nestle, Cola, Unilvever, Exxon, Royal Dutch, General Electric….. oder breit gestreute ETFs auf  verschiedene Länderindizes.

  17. Patently Absurd

    @Stefan Müller:

    Da bin ich anderer Meinung. In meinem Bekanntenkreis interessiert sich keiner für Aktien. Die Blogbesucher hier sind eine ganz winzig kleine Nerd-Gemeinschaft und überhaupt nicht repräsentativ für Deutschland.

    Die Anlagestrategien, von denen ich hier lese, sind durchwegs rechtig vernünftig, einschließlich die von ZEN-Investor. Ich habe nicht den Eindruck, dass hier irgendjemand in eine Rocket Internet, Tesla oder ein ähnliches Unternehmen mit unsolidem oder nicht praxisgetestetem Geschäftsmodell einen Cent investieren würde.

    Die Zeitung mit den vier Buchstaben gibt auch noch keine Kauf-Empfehlungen – die Hausse kann also weitergehen ;o)

     

  18. Patently Absurd

    P.S.: Überdies gibt es zu Aktien heute, im Gegensatz zu 2000, kaum Alternativen in der Geldanlage.

    Selbst wenn es eine kräftige Korrektur geben sollte wird die nur kurzfristig sein, denn irgendwohin muss das Geld hin. Anleihen sind wirklich äußerst unattraktiv – dies nach jedem historischen Maßstab und insbesondere im Verhältnis zum Ausfallrisiko resultierend aus der hohen Staatsverschuldung aller westlichen Industrieländer. Gold bringt keine Rendite. Der Immobilienmarkt ist zumindest in Deutschland auch weitgehend ausgereizt.

    Für mich ist klar, wo die Reise hingeht.

  19. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Patently Absurd,

    es kann sein, dass ich mir eine symbolische Tesla-Aktie kaufe. Die Aktivitäten von Elon Musk mit SpaceX gefallen mir dermaßen gut, weil ich als alter Star Trek Fan usw. absolut begeistert von diesen Innovationen bin, dass ich einfach mich durch diese Aktie mit ihm verbunden fühlen möchte. 😉 Also keine rationale Entscheidung, sondern Gefühlsquatsch.

    @Sebastian,

    Danke für Deine Solidarität! 😉 Es ist nicht so, dass ich Deutschland gegenüber eine sehr negative Einstellung hätte. ich schätze unsere zuverlässige und i.d.R. unbestechliche Bürokratie. Wir sind ein tolles Land, im Prinzip. Aber die Ausuferungen des Systems sind mir zuwider.

    Witzig ist ja, dass das Interesse an „BIG“ (Basic Income Guarantee) in USA eher nicht von links kommt, sondern von den Leuten, die den Kapitalismus damit retten wollen. Also nach dem Motto; „Save Our (rotten) System“. 😉

    Durch die Umverteilung fehlt es immer mehr an Demand/Nachfrage, da der Millionär nun mal nicht den Kaviar kiloweise frisst täglich, nur weil er es könnte, aber immer mehr Arme immer weniger konsumieren können, weil sie sich nichts mehr leisten können.

    Gutes Nächtle

    MS

  20. ZEN Investor

    @Patently Absurd

    Da sich meine Untersuchung auf die Schweiz bezog,
    da Google Finance evtl. bereits dekotierte Unternehmen weiterhin enthält,

    sind die 9 Unternehmen schweizer Unternehmen und
    kann auch dekotierte oder konkursite Unternehmen mitbeinhalten.

    Zudem kann jeder die Liste selbst zusammen stellen in Google.
    Und die Liste ändert sich täglich, jetzt sind es beispielsweise 10 Einträge:

    Alpine Select
    BB Biotech
    Centralschweizerische Kraftwerke
    Energiedienst Holding
    HMB Healthcare Investments
    NEBAG
    Pax Anlage
    Perfect Holding
    Private Equity Holding
    Vetropack Holding

    Dich dürften aber eher deutsche Unternehmen interessieren,
    und da fragst du nach Bavaria Industries, Wacker Neuson und Westgrund AG.

    Westgrund ist übrigens in der Tat in meinem Musterdepot auf Wikifolio dabei:
    http://www.wikifolio.com/de/ROAKBV0

    VW (die du auch erwähnst) übrigens auch.

    Baaria war noch nicht drin, weil ich ursprünglich ein ROA von 8% wollte, neu setze ich auf 5%,
    dafür weitere Kriterien für eine hohe Rendite.

    Stefan Müller:
    Richtig. Ich bin auch sehr gespannt wie das laufen wird.
    Ich denke, es braucht nochmals einen Abwärtstrend, um den Willen dieser Börsengeneration gebrochen zu haben.

    Dann, wenn wirklich alle pessimistisch sind, dann ist der Nährboden gut für eine Hause wie
    1982-1999.

    Und gemäss Warren Buffett sollte dieser hoffnungslose Zustand möglicherweise 2016 erreicht sein.
    (Das sagte er 1999!!!)

    Ich bin sehr gespannt.
    Ist die Lage gleich wie 2000 oder nicht?

    Nun, es sind schon bedeutend weniger Leute investiert als damals.
    Noch ein Bärenmarkt und wir sind die Zittrigen endlich ganz los für einige Jahre.

    Zudem: Es gibt kaum Alternativen, okay. Aber wenn die Zinsen nun langsam ansteigen,
    irgendwann sind sie bei 3 oder 4%…
    Spätestens dann springen die heutigen (Dividenden)-Aktionräre ab.

    Und dann, nur dann in dieser einzigartigen Lage, haben wir die Chance des Viertel-Jahrhunderts.

    Ich glaube, dass ein 2-jähriger Bärenmarkt ansteht, der von mitte 2016 bis anfang 2018 gehen wird.
    Und ich glaube dass anschliessend 15 Jahre Bullenmarkt anstehen.

    Die 20er Jahre dieses Jahrhunderts werden ein unglaubliches Zeitalter für die Börse.
    Es wird langsam, aber stetig aufwärts gehen. Vielleicht mit 10-15% p.a. in den Indexen,
    also langsamer als nach 2009. Mit starken Rücksetzern.

    Schade, dass dieser Beitrag in 10 Jahren nicht mehr existiert.

  21. ZEN Investor

    Aufruf zur Aktien-Anfrage:

    Leute, nennt mir eine Aktie, die ich durch meine Software  ‚Value Calculator‘ jagen soll.

    Die ersten 3 genannten Aktien (von denen genügend Daten auf morningstar.com zu finden sind) werde ich kurz analysieren und ein Kursziel für 2025 angeben.

    Es ist dabei egal, ob es sich um Pennystocks oder um eine Coca-Cola handelt.

    Aber ich mache gleich mal mit Coca Cola den Anfang, als Beispiel.

    (KO an der NYSE)

    Kurs: 43,67$
    Buchwert: 5,99$

    Höchste Ausschüttungsquote (letzte 10 Jahre):
    Höchste Eigenkapitalquote (letzte 10 Jahre):
    (Diese Höchstwerte nehme ich für eine bessere Prognose, dh die Prognose wird dadurch tiefer gemacht).

    Annahme: Das faire KBV liegt bei 2,0 und wird in 10 Jahren erreicht sein:
    Value Calculator 2017 1.0.25.4

    Ausgangswerte:
    KBV: 7.5
    GKR: 10 %
    EKQ: 28 %
    EKR: 36 %
    Ausschüttungs-Quote: 83 %
    Jahre bis KBV 2.25: 10 Jahre

    Faktor 0.5 in den nächsten 10 Jahren.
    -6 % p.a.

    Aus 10’000 werden in 10 Jahren 5’400

    Prognosen für 31.12.2025:
    Buchwert pro Aktie: 10.8
    Aktienkurs: 24
     

    Alternative Prognose, wenn man annimmt, das faire KBV wäre 5,0, weil ja Coca-Cola so eine tolle Marke ist:
    Value Calculator 2017 1.0.25.4

    Ausgangswerte:
    KBV: 7.5
    GKR: 10 %
    EKQ: 28 %
    EKR: 36 %
    Ausschüttungs-Quote: 83 %
    Jahre bis KBV 5.25: 10 Jahre

    Faktor 1.3 in den nächsten 10 Jahren.
    2.3 % p.a.

    Aus 10’000 werden in 10 Jahren 12’600

    Prognosen für 31.12.2025:
    Buchwert pro Aktie: 10.8
    Aktienkurs: 57

    Meine Software sagt also:

    Obwohl Coca-Cola eine Eigenkapitalrendite von 36% hat, ist die Steigerung pro Jahr nur 2,3% (im Aktienkurs) zu erwarten.

    Dh Coca-Cola mag ein enorm sicheres Investment sein: Aber es ist auch sehr träge.

    Oder anders: Coca Cola schränkt die Downside und die Upside gleichermassen ein.

    Woran liegt das nun?

    Es liegt einzig und allein um überbewerteten Aktienkurs.

    KBV 7,3?

    Man kann auch das 10-Jahres-KGV gemäss Shiller nehmen:

    Earnings per Share 2005-2014 im Durchschnitt: 1,596, dh das langjährige KGV liegt bei 27,4.

    Coca Cola wird ihren Gewinn kaum extrem stark steigern die nächsten 10 Jahre. Selbst wenn sie den Gewinn verdoppeln, läge das KGV beim heutigen Aktienkurs noch bei rund 14.

    Das ist also die Beleuchtung einer völlig anderen Sicht und zeigt auch, dass kaum Kursgewinne zu erwarten sind.

    Die Dividende mit ihren 3% mag ja ok sein.

    Aber stell dir, Coca Cola fällt im Zug einer allgemeinen Börsenkrise um 33% im Aktienwert.

    Du könntest 50% mehr Aktien kaufen und damit auch 50% mehr Dividende erhalten!

    Beispiel: Für 5000$ kannst du derzeit rund 100 Aktien kaufen.

    Sinkt der Kurs um einen Drittel von 50 auf 33$ kannst du für die genau gleichen 5000$ 150 Aktien kaufen.

    Im ersten Fall erhälst du insgesamt rund 150$ Dividende pro Jahr, im zweiten Fall bei gleichem Einsatz 225 $ Dividende pro Jahr.

    Deshalb sollten auch Dividenden-Jäger auf den Kaufkurs achten.

    Dieser Beitrag wurde präsentiert von

    ZENINVESTOREDUCATION

     

  22. Lad

    1. Wie sieht eure Strategie aus, nach welchen Kriterien kauft ihr Aktien?

    KGV < 15, KBV < 3, KUV < 3, Dividendenrendite > 3%, Gewinnwachstum, Umsatzwachstum und Dividendenwachstum 10% jährlich von 1994 bis 2008. Ich kaufte nur 17 Aktien von großen und alten Unternehmen und Banken, denen die Konkurrenz nicht schadet, aus den USA 6, Spanien 4, Britannien 3, Deutschland 2, Frankreich 1 und Niederlande 1. Ich will die 17 Aktien für immer halten. Danach erben sie meine Kinder.

    2. Wie lange seid ihr schon an der Börse aktiv und wie war eure Gesamtrendite seither?

    Die ersten Aktien 1990 gekauft. Die Rendite vom Portfolio sehe ich nur von 1.1. bis 31.12. Die ist ähnlich wie der DAX sie hat. Aber mich interessiert nur die Rendite von Dividenden und die Dividenden sollten sich alle 7 Jahre verdoppeln (= +10% jährlich = +160% zehnjährlich)

    3. Warum investiert ihr an der Börse? (Geld für Ruhestand? Einfach reich werden?)

    Ich bekomme als Rentner ab 2019 monatlich einige hundert Euro mehr Dividenden als die Rente von Staat mir bringen wird.

    4. Wie habt ihr im Jahr 2008 gehandelt und reagiert? Konntet ihr die Nerven behalten?

    2008, 2009, davor und danach habe ich monatlich Aktien gekauft. In der Krise habe ich viel gelernt. U.a. dass die größten Banken von den USA, Britannien, Schweiz und Deutschland (und FED) sehr unsicher sind und sehr kriminell sind. Auch UBS, RBS und Citigroup musste man vor bankrott retten. Dagegen die zwei größten Banken von Spanien (Bilbao und Santander) korrekt und sicher sind. Warren Buffett hat meine Sympathie verloren. Er ist mit der kriminellen Investmentbank und mit der kriminellen Ratingagentur verbunden und belügt die Kinder, dass die kriminelle US Zentralbank alles richtig macht.

    5. Was möchtet ihr im Ruhestand tun? (Reisen, Auswandern, Hilfsprojekt gründen)

    Wohnen an der Costa Blanca und täglich am Strand spazieren. Das ist also Auswandern. Mit Reisen bin ich fertig. Die schönsten Plätze der Welt habe ich von 1987 bis 1999 zweimal gesehen. Also auch Moorea, Bora Bora.

  23. AlexanderAlexander

    Wie sieht eure Strategie aus, nach welchen Kriterien kauft ihr Aktien?

    Ich kaufe Aktien von alten Unternehmen, die bereits bewiesen haben, dass sie Krisen meistern können und überleben werden. Deren Dividenden langfristig gezahlt wurden und steigen. KGV etc. interessiert mich weniger. Geschäftsmodell, Konsumgüter etc. sind da wichtig. Am liebsten halte ich „ewig“.

     

    2. Wie lange seid ihr schon an der Börse aktiv und wie war eure Gesamtrendite seither?

    Seit 1984 mit einer Pause, aktiv seit etwa 1995/1996

    Wenn ich meine Rendite der letzten 20 Jahre hier schreibe, werde ich nur angeflamed und als Selbstdarsteller bezeichnet. Sie war jedenfalls zweistellig, nicht ganz so hoch wie von Warren, aber ich bin mehr als zufrieden.

    3. Warum investiert ihr an der Börse? (Geld für Ruhestand? Einfach reich werden?)

    Genügend Einkommen, um finanziell sorglos Leben zu können. Gesamteinkommen aus Rente und Dividende soll (nach heutigen Maßstäben) bei ca. 3.000 – 3.500 €/Monat netto liegen. Damit komme ich bestens klar und kann mir alles leisten was ich brauche. Der Gesamtwert des Vermögens spielt da keine Rolle.

    4. Wie habt ihr im Jahr 2008 gehandelt und reagiert? Konntet ihr die Nerven behalten?

    Ich habe gekauft, auch wenn ich doch beunruhigt war.

    5. Was möchtet ihr im (vorgezogenen?) Ruhestand tun? (Reisen, Auswandern, Hilfsprojekt gründen, etc)

    Gesund bleiben, gerne Reisen. Rest werde ich sehen.

  24. Tom

    1. Wie sieht eure Strategie aus, nach welchen Kriterien kauft ihr Aktien?

    Ich halte mich nicht sklavisch an irgendwelchen Kennzahlen fest. Sie sollten aber dennoch im vernünftigen Rahmen bleiben. In der Regel habe ich eine Aktie schon lange vorher beobachtet, bevor ich zuschlage. Mit den Jahren bekommt man ein Gefühl für die Auswahl. Ich hatte früher Fonds und Aktien gleichzeitig. Schlussendlich haben mich Einzelaktien am meisten überzeugt. Am wichtigsten ist aber die Grundeinstellung zur Börse, wenn es mal nicht läuft. 3 Jahre fallende Kurse wie 2000-2003. Hier entscheidet sich die Performance! Wenn man es schafft hier zu kaufen statt zu verkaufen – Glückwunsch.

    Dennoch kommt man ohne Kennzahlen nicht aus. Es ist empfehlenswert, wer sich für Aktien interessiert, den Geschäftsbericht zu lesen. Ob Anfänger oder Profi, den Risikobericht sollte man gelesen haben. Spätestens hier bekommt man eine Ahnung welche Probleme auf einen zukommen könnten.

    Ich suche werthaltige Wachstumsaktien mit Dividendenzahlungen, stetigen Cashflow, hohe Marge, Alleinstellungsmerkmale der Produkte, vertrauenswürdiges Management, Steigerung von Gewinn und Dividende pro Jahr ab ca. 10 Prozent, möglichst keine Schulden. Gutes langfristiges Chartbild. Korrekturen sollten spätestens nach ca. 18 Monaten nach oben aufgelöst werden. Es gibt natürlich Ausnahmen wie im Jahr 2000-2003, dass sollte man berücksichtigen.

    2. Wie lange seid ihr schon an der Börse aktiv und wie war eure Gesamtrendite seither?

    Über 20 Jahre. Am Anfang sehr viel falsch gemacht. Hingefallen und wieder aufgestanden. Wie Kostolany schon sagte „erst kommen die Schmerzen und dann das Geld“. Habe nie die Rendite ausgerechnet. Aber unter teils hohen Schwankungen ca. 10-15 Prozent pro Jahr.

    3. Warum investiert ihr an der Börse? (Geld für Ruhestand? Einfach reich werden?)

    Es macht mir einfach Spass und dann kommt das Geld von allein.

    4. Wie habt ihr im Jahr 2008 gehandelt und reagiert? Konntet ihr die Nerven behalten?

    Gefühlt war es im Jahr 2000-2003 schlimmer. Nemax 50 (Vorgänger Tec-Dax) -93 Prozent, Dax -73 Prozent. Habe damals 2008/2009 zugekauft. Rückblickend gesehen hätte es mehr sein können.

    5. Was möchtet ihr im (vorgezogenen?) Ruhestand tun? (Reisen, Auswandern, Hilfsprojekt gründen, etc)

    Andere unterstützen, sich dabei einbringen, das schwebt mir vor.

  25. Markus

    @Alexander

    Wenn Du eine höhere zweistellige Rendite über 20 Jahre geschafft hast, sind Deine Ziele für die Rentenlücke aber irgenwie sehr bescheiden oder irritierend…

    Bitte nicht als Kritik verstehen! Ich kapier`s nur nicht.

  26. Mr. Braun

    1. Wie sieht eure Strategie aus, nach welchen Kriterien kauft ihr Aktien?

    Seit ca. 7-8 Jahren bin ich auch Dividendenliebhaber. Investiere fast ausschließlich in steigende Dividenden. Die Zeit als Powertrader, ca 3 Jahre lang, danach noch einige Zeit als Swingtrader, habe ich hinter mir gelassen.

    2. Wie lange seid ihr schon an der Börse aktiv und wie war eure Gesamtrendite seither?

    Aktiv bin ich seit 1996. Die Renditen waren sehr unterschiedlich. Es gab Jahre mit über 100 % Rendite und es gab massive Rückschläge. Insgesamt konnte ich die Tradingzeit zumindest mit einem Plus beenden. Das Startkapital als Dividendeninvestor reicht, dass ich mittlerweile nur noch Teilzeit arbeite und gut davon leben kann ( mit Freundin und Kind).

    3. Warum investiert ihr an der Börse? (Geld für Ruhestand? Einfach reich werden?)

    Mein größtes Hobby. Finanzielle Unabhängigkeit.

    4. Wie habt ihr im Jahr 2008 gehandelt und reagiert? Konntet ihr die Nerven behalten?

    Nach dem ich den Crash um die Jahrtausendwende nicht gut genutzt habe, konnte ich 2008 massiv aufstocken. Damals auch mit dem Hintergrund Altbestände zu generieren. Im Nachhinein war ich natürlich wieder zu vorsichtig. Die nächste Chance, falls eine kommt, möchte ich noch besser nutzen. Unter Umständen mit sehr günstigen Kreditzinsen vom Arbeitgeber. Zuvor werde ich natürlich erst meine Reserve einbringen.

    5. Was möchtet ihr im (vorgezogenen?) Ruhestand tun? (Reisen, Auswandern, Hilfsprojekt gründen, etc)

    Genau so weiterleben wie bisher.

  27. AlexanderAlexander

    @Markus

    Also meine Ziele sind relativ bescheiden, dafür aber erreichbar und realistisch. Um Deine Irritation aus dem Weg zu räumen. Ich habe nach dem Studium und Hausbau mit 400 € Startkapital (wieder) angefangen. Da war auch meine Sparquote noch niedrig, man brauchte das Geld an allen Ecken und Enden, da flossen dann mal 50 € oder 100 € im Monat ins Depot. Rechnet man z. B. Startkapital 5.000 € mit 20 % Steigerung auf 20 Jahre, wären das 192.000 €. Würde man dieses Geld zu 5 % netto anlegen, hätte man 800 €/Monat Einkommen. Ich habe eben praktisch bei null angefangen und da dauert es, bis man ein Grundvermögen aufgebaut hat. Auf Grund des ganz langsam nahenden Ruhestandes, tritt der Vermögenserhalt deutlich mehr in den Vordergrund, was dann letztendlich auf die Rendite geht. Ich handle jetzt weniger, sondern baue verstärkt ein Dividendendepot fürs regelmäßige Einkommen auf. Und eine höhere zweistellige Rendite, da wäre ich ja ein Genie^^

    Eine gute zweistellige Rendite, wobei da auch viel Glück und weniger Können dabei war. Wenn du noch Fragen hast, schick mir doch gerne eine Mail.

  28. Markus

    @Alex

    danke… ja es kommt schlussendlich immer auf die eigene, individuelle Situation an. Ich habe fälschlicherweise hohe Sparquoten für`s Depot impliziert.

    Oft spielt auch der Wunsch/Traum vom Eigenheim bei individuellen monetären Zielen eine gravierende Rolle.

    Individuelle Voraussetzungen, Denkmuster, Schicksale, Berechnungs- und Bewertungsmodelle und Ziele…

    Es ist jedesmal ein individueller Lebensweg!

    Manche ähneln sich, andere sind sehr exotisch, manche sind evtl. reproduzierbar & gerne suchen wir uns große Vorbilder.

  29. Pingback: Artikel über Wirtschaft und Devisen 27. Dez. | Pipsologie

  30. ZEN Investor

    Hallo DivSky,

    ZENINVESTOREDUCATION beantwortet deine Frage wie folgt:

    0. Grundsätzlich nehme ich die Daten von morningstar.com, und setze voraus, dass es
    10 Jahre dauern wird, bis KBV 2,0 erreicht wird.
    Bei der Gesamtkapitalrendite nehme ich den Durchschnitt der letzten 5 Jahre.
    Eigenkapitalquote die höchste der letzten 5 Jahre (weil das die Hebelwirkung senkt und damit die Prognose vertieft).
    Ausschüttungsquote höchste der letzten 5 Jahre.

    Ich nehme jeweils die Daten 2011-2015 (2015 noch nicht definitiv, Trailing Twelve Month)

    1. MHY622671029 Navios Maritime Partners LP  NMM
    Kurs: 3,18$
    Buchwert pro Aktie: 8,94$

    Value Calculator 2017 1.0.25.4

    Ausgangswerte:
    KBV: 0.36
    GKR: 6.5 %
    EKQ: 18 %
    EKR: 36 %
    Ausschüttungs-Quote: 296 %
    Jahre bis KBV 2: 10 Jahre

    Faktor 0.0 in den nächsten 10 Jahren.
    -100 % p.a.

    Aus 10’000 werden in 10 Jahren

    Prognosen für 31.12.2025:
    Buchwert pro Aktie: 0
    Aktienkurs: 0

    Hier ist das Problem die enorm hohe Ausschüttungs-Quote, die dieses Jahr 296% beträgt,
    dh der Gewinn pro Aktie ist 60 Cent, es wird aber 1,77$ Dividende ausgeschüttet.

    Nimmt man hingegen an, dass künftig nur der Gewinn ausgeschüttet wird, sieht es hingegen so aus.
    Value Calculator 2017 1.0.25.4

    Ausgangswerte:
    KBV: 0.36
    GKR: 6.5 %
    EKQ: 18 %
    EKR: 36 %
    Ausschüttungs-Quote: 100 %
    Jahre bis KBV 2: 10 Jahre

    Faktor 5.6 in den nächsten 10 Jahren.
    18.7 % p.a.

    Aus 10’000 werden in 10 Jahren 55’556

    Prognosen für 31.12.2025:
    Buchwert pro Aktie: 8.94
    Aktienkurs: 18

    Es hängt also enorm von der künftigen Ausschüttungs-Höhe ab. Aber alleine dieser Wert schüttet das 2-3-fache des jährlichen Gewinns als Dividende aus, wodurch der reale Buchwert schrumpften sollte.

  31. Tino

    nicht alle Kriterien müssen auf einmal erfüllt sein, qualitativ bzw. langfristige Aussichten des Geschäftsmodells überwiegen:

    qualitativ:

    ehrliches, offenes, investorenfreundliches Management (keine galaktisch hohen Einkommen und Boni)
    Spitzenprodukte mit dauerhaften Wettbewerbsvorteil, führender Anbieter
    Geschäftsmodelle die ich verstehe
    engagierte, öffentliche Aufklärung von Skandalen und sofortige Ergreifung von Maßnahmen
    überwiegend Inhaber geführt (Signale wie Aktienkauf CEO, wenn Aktie geprügelt)
    starke, langfristige Vision und konsequente Umsetzung

    quantitativ (variiert stark je nach Branche und Investmentkategorie)

    P/E < 10 Value-Chancen, P/E < 20 (für Stalwarts), P/E < 100 für extreme Wachstumsunternehmen z. B.
    Dividendenrendite (Stalwarts) >=2%, keine Rendite bei typischen Wachstumsunternehmen, Dividendeninvestments >=5%
    P/B < 1 Value-Chancen, P/B < 2 Finanzsektor Compounder, P/B < 5 Konsumgüter Stalwarts mit hohen Dividenden ab 3% und Cashflow, Aktienrückkauf
    Marktkapitalisierung min. 1 Mrd. $/EUR
    Bruttogewinnmarge 40-70% ideal, >20% normal
    Nettomarge Konsumprodukte >=15% z. B.
    stetiges Gewinnwachstum je nach Kategorie, 5%, 10% oder auch 50-100%
    keine Schulden oder geringer Hebel
    hoher positiver Cashflow

    Das gilt evtl. für 90% der Fälle und deckt auch nicht alle Kriterien ab, entwickelt sich weiter. Das wichtigste Kriterium für mich ist immer auch der gesunde Menschenverstand, gewisse Emotionslosigkeit bei der Kaufentscheidung erreichbar durch längere Beobachtung eines Unternehmens (Aktie) bevor ich aktiv werde. Ausnahmen sind disruptive, lebensverändernde, revolutionäre Entwicklungen, Unternehmen, deren Geschäftszahlen noch nicht in ruhigen Fahrwassern sind, deren Glaubwürdigkeit nachweislich aber sehr hoch ist und wo ein Wendepunkt in Cashflow, Gewinnen absehbar ist, s. a. die Amazon-Entwicklung oder Tesla.

     

    2. noch nicht lang genug, um eine Aussage zu treffen

     

    3. finanzielle Unabhängigkeit

     

    4. noch nicht dabei gewesen

     

    5. Familie, in förderungswürdige Projekte investieren, Aktivitäten nach eigenem Gusto gestalten

     

     

  32. Tino

    Ergänzung zu 1. generell betreibe ich buy&hold, was eine sorgfältige Auswahl von Unternehmen bedingt. Orientierung im Dschungel geben mir Grundlagen, Faustregeln, Weisheiten von erfahrenen Investoren wie Warren Buffett, Peter Lynch, Charlie Munger, Gottfried Heller, Murray Stahl, Jack Bogle, Ben Graham, Tim, Matthias und Markus 😉 und sicher noch weitere, selbst Icahn und Soros haben interessante An- und Einsichten, wo ich mir immer wieder was mitnehme. Von radikalem, mechanischen Investing halte ich nichts, d. h. überall stopp-losses setzen und ab fester P/E-Grenze z. B. sofort alles verkaufen.

    Einige Weisheiten die mir spontan einfallen, grob wiedergegeben:

    „Verluste sind nach unten begrenzt, Gewinne jedoch nach oben unbegrenzt möglich (Lynch)“

    „Ich bin ein besserer Investor, weil ich Unternehmer bin und ein besserer Unternehmer, weil ich Investor bin“

    „Ich fürchte mich, wenn andere gierig sind und bin gierig wenn andere sich fürchten (Buffett)“

    „Du kannst in eine Aktie auch noch einsteigen, wenn Sie Ihren Preis/Gewinne bereits vervielfacht hat (Lynch)“

    „Es gibt nur eine Motivation warum Insider Aktien kaufen, aber viele Gründe warum sie welche verkaufen. (Lynch)“

    „Nach der großen Welle zeigt sich wer die Hosen noch an hat (Graham)“

    „Der Preis hat langfristig keine Bedeutung, die erzielte Rendite wird sich auf die Gewinnrendite des Unternehmens einpendeln (Munger)“

    „Es ist besser ein Qualitätsunternehmen zu einem moderaten Preis zu kaufen, als ein mittelmäßiges Unternehmen zu einem günstigen Preis (Munger)“

    „Wenn der Friseur über Aktien spricht, ist es Zeit zu verkaufen (Lynch)“

    „Meine Frau und meine Kinder haben mit Ihrem Kaufverhalten wunderbare Chancen gezeigt, ich war so blind sie nicht zu sehen.. (Lynch).“

    „Privatinvestoren haben einen riesigen Vorteil, sie können kaufen und verkaufen was sie wollen zu jeder Zeit und haben häufig das nötige Wissen aus ihrer eigenen Arbeitsbranche um das zu ihrem Vorteil zu nutzen (Lynch).“

    „Stark unterbewertete Qualitätsunternehmen sind sehr seltene Chancen, wenn diese entstehen bleibt meist wenig Zeit um diese zu nutzen und groß einzukaufen (Munger).“

    „Mr. Market ist ein launischer, manisch depressiver Typ, der jeden Tag seine Stimmung ändert und mit Dir handeln will. (Graham)“

    „Ich habe ca. 2.000 Aktiensymbole auswendig gekannt und dabei fast die Namen meiner Kinder vergessen..(Lynch).“

    „Wer sich nicht eingehend mit seinen Investitionen beschäftigen will, sollte auf einen Index setzen, z. B. den VOO (Buffett).“

    „Makroökonomische oder politische Bewegungen spielen bei der Auswahl eines Unternehmens keine Rolle (Buffett/Munger).“

    „Aktien sind langfristig die beste Investition, seit mehr als 100 Jahren (Buffett, Bogle, Heller, Tim).“

    „Wenn Du ein Unternehmen nicht mindestens für 10 Jahre halten willst, dann solltest nicht mal 10 Sekunden darüber nachdenken. (Buffett).“

    „Ich kaufe keine Aktienanteile, sondern Unternehmensanteile, denke wie ein Inhaber, der Gewinne wie auch Schulden mitträgt. (Buffett)“

    „Überlege Dir, was könnte im schlimmsten Fall mit dem Unternehmen passieren und wie Du in diesem Fall reagieren wirst.“

    „Wähle Unternehmen, die auch ein Trottel führen kann, denn irgendwann könnte das passieren. (Buffett)“

     

    Das sind für mich einige typische Eckpfeiler, die ich mir bei einer Entscheidung ins Bewusstsein rufe, wenn sie mir denn einfallen :). Das schützt natürlich genauso wenig vor Fehlentscheidungen, aber vor sehr dummen Fehlern. Individuelle Strategien, Unternehmenssituationen können m. E. so vielfältig sein, das es auch keinen Sinn macht mit starren KBV-Grenzen bspw. die Auswahl zu beschränken, ABER es gibt auch Hinweise/Beweise das solche einfachen Modelle auch funktionieren, wie „kaufe die jeweils jährlich 5-10 günstigsten Aktien aus dem S&P nach P/E z. B. und tausche nach Zeitraum x wieder gegen die günstigsten.“ Ein festes Regelwerk ist auf jeden Fall besser, als gar keins.

  33. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tino,

    Deine Erwähnung beschämt mich. Ich halte mich absolut nicht geeignet um als Orientierung zu dienen. Da müsste ich viel erfolgreicher sein. Aber es reicht ja, wenn ich dem einen oder anderen paar Ideen liefern kann. 😉

    Ich nehme das Investieren auch nicht so ernst wie es sich gehören würde. Ich habe kein ehrfürchtiges Verhältnis zu Geld. Verluste treffen mich zwar hart, aber es ist mehr die gekränkte Eitelkeit, wieso mir das passieren konnte, nicht der Verlust als solcher. Deswegen sind meine Käufe (die manch einer vielleicht nach macht), mit Vorsicht zu genießen. Ich kaufe aber nie etwas, wovon ich nicht generell denke, es wäre eine gute Aktie. Ich kaufe (anders als strikte Buy&Holder) auch, um schon beim Kauf zu beabsichtigen, dass nach xx% Gewinn verkauft wird, bin aber kein Trader. Auf keinen Fall. Trotzdem habe ich Respekt vor Tradern, ich habe halt nur die Nerven und den Schneid nicht dazu.

    Wenn man Buy&Hold Regeln für sich als sakrosankt betrachtet, macht man m.E. auch große Fehler, indem man sich freiwillig so einschränkt. Aber gut, jedem seine Entscheidung.

    Ich habe mich auch entschieden ein Long-Investor zu sein. Prinzipiell halten, zukaufen, in Einzelfällen verkaufen (auch mal Trading).

    Damit tappe aber auch immer wieder in Fallen. Man denkt, Nachkauf macht Sinn, ist aber nur dumme Sturheit und Festhalten an falschen Entscheidungen.

    Man ist NIE schlauer als der Markt. Ich bereichere Deine Sprüchesammlung mit:

    A stock is never too high to buy and never too low to short.

    Mein Rat (wenn ich überhaupt befugt bin welche zu erteilen); glaube nie, schlauer sein zu können als der Markt. Ertrage Verluste mit Würde und akzeptiere sie als Lehrgeld. Halte Gewinne nicht dem eigenen Genie zugute. Es ist meistens nur Glück.

    Und vor allem, nicht Geld als Götzen zum Lebenszweck erheben.

    MS

  34. Tino

    @Matthias, nicht so bescheiden, Dein Mut konkrete Werte anzusprechen die Du kaufen willst, und die Zusammenhänge zu erklären, finde ich toll. Auch wenn ich in vielen Fällen nicht Deiner Meinung bin, kann ich daraus viel lernen, gerade deshalb. Die Gelassenheit mit der Du Deine Werte jonglierst, zeugt von hoher Risikotoleranz und Erfahrungswissen und damit schläft es sich vermutlich ruhiger und am Ende kommt doch eine zufriedenstellende Rendite raus. Andere bleiben bei Lebensversicherungen und Sparbüchern, verkonsumieren den Rest und schneiden bedeutend schlechter ab.

    In Value Traps bin ich auch schon getappt, Lynch hatte da auch einen schönen Satz. Aber auch hier gilt, weniger als 0 geht es nicht bei Standardkäufen und damit ist das Risiko begrenzt bei guter Streuung.

    Gewinnmitnahmen sehe ich nur in stark überbewerteten Situationen und bei tiefgreifenden Problemen, nicht auf einen fixen Prozentsatz beschränkt. Wenn der Gewinnmotor eines Unternehmens läuft und zudem noch beschleunigt, das KGV nicht exorbitant ist, würde ich nicht verkaufen. Gibt es außer der Prozentschranke noch andere Kriterien bei Dir oder gilt das nur bei reinen Spekulationen mit niedrig kapitalisierten Titeln, die Du auch teilweise mit dabei hattest? Die Frage bezieht sich auch auf den Zinseszins, der ja so keine großen Chancen hat auf lange Sicht, es sei denn Du schichtest kurzfristige Gewinne auf langfristige Qualitätsunternehmen um, eine Art Risikohebel.

    Letztes und Vorletzteres seh ich genauso, Geld ist für mich Werkzeug und Hochmut kommt vor dem Fall. Multibagger in kurzen Zeiträumen z. B. sind seltene Phänomene und tauchen in einem gestreuten Portfolio mit auf. Genau vorhersagen lassen sie sich nicht, aber ich freue mich natürlich über so einen Fall, aber auch über 5% pro Jahr bei der aktuellen Zinslage.

  35. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Tino

    Danke für die lobende Erwähnung. Ich habe allerdings all diese Hinweise in meinem Blog nicht selbst erfunden. Das Wissen entstammt exzellenten Anlegern. Eben Warren Buffett, Charlie Munger, Peter Lynch, Seth Klarman, Bill Ackman, Carl Icahn und anderen.

    Du hast ja phantastische Zitate angeführt. Die drücken mehr als 1000 Worte aus.

     

    So wie Du finde ich, man kann nicht so einfach aufgrund des KGVs eine McDonald’s gegen eine Cisco eintauschen. Die Cisco-Aktie wird in der Tat günstig bewertet, das hat aber durchaus einen Grund: Der technologische Wandel, das geringere Wachstum. McDonalds ist stabiler, der Fast-Food-Tempel ist krisensicher. Qualitätswerte sind teurer: Procter & Gamble, Colgate-Palmolive, Amazon, Beiersdorf, Google, Starbucks, J&J, Walt Disney, Coca-Cola. Sie haben extrem starke Marken, die eine herrliche Zukunft vor sich haben.

    Aktive Fonds wechseln ständig die Pferde. Es bringt aber nichts: 80 bis 90% der aktiven Fonds schneiden schlechter als der Index ab. Das Springen ist teuer+ brisant. Es zahlt sich selten aus – selbst wenn es auf den ersten Blick logisch erscheinen mag.

    Kaufen und Liegenlassen ist nicht die perfekte Strategie. Es gibt in der Theorie natürlich bessere Wege zum Vermögensaufbau. Das ist aber wohlgemerkt Theorie. „Buy and Hold“ funktioniert dagegen in der Theorie und in der Praxis: Das zeigt zum Beispiel dieser Fonds, der vor 80 Jahren aufgelegt worden ist und der keine Veränderung im Depot vorgenommen hat:

    http://www.reuters.com/article/voya-longterm-funds-idUSL5N0VY58B20150312

    Es zahlt sich aus. Die Strategie ist aber nicht für jedermann geeignet. Warren Buffett lehrt uns, dass wir langfristig investieren und nicht spekulieren sollten:

    http://www.reuters.com/article/us-buffett-letter-advice-idUSBREA221YY20140303

  36. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tino,

    ich habe eigentlich keine festen Regeln. Ich weiß, dass es das Vernünftigste ist, solche großen Werte wie PG, MCD usw. einfach zu kaufen und liegen zu lassen. Aber erstens mag ich keine Weltkonzerne, und zweitens sehe ich auch keine große Zukunft bei vielen dieser Konzerne. MCD ist bei mir eher negativ behaftet. Ich will auch keine Tabakwerte. Ich nehme es niemandem übel (natürlich), weil die Leute das Zeug ja freiwillig kaufen und ich nicht der Lehrmeister der Welt bin, aber ich mag es eben nicht. Ich habe diese Titel natürlich in den verschiedenen Fonds, das reicht mir. Ich will sie aber nicht gezielt als Einzelwerte halten.

    Mir gefällt es einfach, kleine Werte zu kaufen. Mein Risiko versuche ich zu handhaben, indem ich maximal 2-3000 in einem Wert halte. Da ist es überschaubar bei Totalausfällen, wovon ich in den letzten Jahren nur einen hatte.

    Ich will tatsächlich immer weiter in ETFs umschichten. Mir ist die Gebühr egal. Monatliche Ausschüttungen und paar Einzahlungen, von denen ich mir dann immer wieder mal was neues kaufen kann, damit bin ich glücklich. Damit stocke ich entweder ETFs auf oder gönne mir kleine Werte mit Charme. 😉 So einer wäre gerade seit paar Tagen z.B. Acadian Timber und viele andere.

    MS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *