Die Superreichen gehen jetzt auf Schnäppchenjagd


New York, 2. September 2008

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Heute früh verliert der Euro weiterhin an Wert. Der Dollar ist zurück! Aktuell kostet der Euro 1,44 Dollar. Zudem bleibt das Gold auf Talfahrt. Die Unze kostet nur noch 805 Dollar, im März taxierte das gelbe Edelmetall noch bei mehr als 1000 Dollar in der Spitze. Der S&P 500 und Dow Jones eröffnen heute Morgen mit positiven Vorzeichen. Besonders gefragt sind Airline-Aktien. Mein Favorit JetBlue hebt ab.
In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich die Suppereichen der Welt hier in den USA in ausgebombte Aktiengesellschaften eingekauft. Bill Gates (Foto: Wikipedia) stieg bei dem tief gefallenen Gummischlappenhersteller Crocs ein. Gates kaufte ferner Anteile an einer Hotelkette, Bank und einem Betreiber von Sportgeschäften. Ist Ihnen aufgefallen, dass die Superreichen meist gegen den Strom schwimmen? Sie folgen nicht den Massen. Sie reißen sich jetzt billig Bank-, Immobilienaktien und Konsumwerte unter den Nagel. Ich rate, das gleiche zu tun. Die Medien sind voll mit Modeaktien wie Google, Apple oder Research in Motion. Machen Sie einen Bogen um solche Werte. Folgen Sie dagegen der kleinen cleveren Minderheit: Den Insidern, den Suppereichen.
Ein Alarmsignal sollte für Sie sein, wenn Ihnen der Taxifahrer oder die Putzfrau von tollen Aktien berichtet. Oder wenn Sie Leute treffen, die begeistert von irgendwelchen grandiosen Geschäften erzählen. Hier grassierte ab dem Jahr 2000 das Immobilienfieber. Millionen von Familien kauften wie verrückt Eigenheime. Nahezu jeder glaubte über Nacht, reich zu werden mit Betongold. Ob beim Friseur, im Fitnessstudio oder Supermarkt – Immobilien waren ein heißes Gesprächsthema. Wenn Sie eine solche Übertreibung erkennen, ist es höchste Eisenbahn auszusteigen. Noch vor wenigen Wochen schlagzeilten Zeitungen, Magazine und das Fernsehen, dass der Dollar untergeht. Die Titelseiten von bedeutenden Zeitschriften zeigten eine brennende Dollarnote. Eine solche übertriebene Berichterstattung zeigt Ihnen, dass die Wende kurz bevorsteht. Das gleiche passierte beim Öl. Selbst Goldman Sachs spielte mit und gab Kursziele von 200 Dollar für das Fass Öl aus. Derzeit sieht es so aus, als ob das Barrel unter die Marke von 100 Dollar fällt. Aktuell kostet das Fass nur noch 108 Dollar.
Ich kann mich noch gut an die Jahre 1998 und 1999 erinnern, als der Neue Markt von einem Hoch zum nächsten rannte. Aktien von EM.TV, Intershop, Brokat oder MobilCom waren heiß begehrt. Die Unternehmen brachten mehrere Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Manch ein Anleger spielte mit dem Gedanken, den Job an den Nagel zu hängen und reich mit Daytrading zu werden. Die meisten Börsianer verloren indes viel Geld, als die Blase im Frühjahr 2000 platzte. Nur die wenigsten wurden reich.


tim schaefer (Author)

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