Die Märkte kotzen weiter


New York, 2. Juli 2008

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Abermals ein schrecklicher Tag. Der Dow Jones gibt 166 auf 11.215 Punkte ab. Ganz tiefe Beulen zog sich heute General Motors zu. Die Aktie brach um 15 Prozent auf 9,98 Dollar ein. Halten Sie sich fest: Das Papier befindet sich auf einem 54-Jahres-Tief. Ein Bankrott des Autobauers sei „nicht mehr auszuschließen“, sagt Merrill Lynch. Der marktbreitere S&P 500-Index ist nun 19 Prozent von seinem bisherigen Hoch vom Herbst 2007 entfernt. Ein heftiger Abschlag! Und ein klares Zeichen für einen Bärenmarkt. Öl läuft abermals auf neue Rekordmarken zu. Das Fass kostet schon 144 Dollar. Ich sehe bald die Marke von 200 Dollar knacken. Der Euro läuft Richtung 1,60. Morgen dürfte die EZB die Leitzinsen erhöhen und den Dollar weiter unter Druck bringen.
Michael Dell kaufte 4,5 Millionen seines Unternehmens über die Börse. Der Gründer und Vorstandschef hält seinen Computerkonzern für unterbewertet. Gut möglich, dass die Branche vor einer Konsolidierung steht. Erstaunlich an der Insidertransaktion ist, dass dies Michael Dells erster Aktienkauf seit 2006 ist. Ein schönes Signal zum Einstieg! Ich rate hier ganz klar zum Kauf. Im Chart sehen Sie den Kursverkauf des PC-Bauers auf Sicht von fünf Jahren. Ein schön günstiges Niveau. Auch ein Michael Dell hat kein Geld zu verschenken. Wenn Sie erfolgreichen Menschen wie Dell folgen, sollte sich das langfristig auszahlen. Viele Gründer, die sich vor Jahren von der Kommandobrücke verabschiedeten und die Unternehmensführung anderen überließen, kehren nun reihenweise zurück – wie Dell. So kam etwa der Gründer der Starbucks-Kaffeehauskette Howard Schultz zurück auf den Chefsessel. Gerade gab die Brüh-Ikone ein radikales Sparprogramm bekannt. Die Starbucks-Aktie dreht auf – nach einem jahrelangen Abschwung. Aktuell notiert Starbucks mit 15,68 Dollar. Ebenfalls ein Kauf für mich. Starbucks hat sehr loyale Kunden. Sie kommen im Schnitt 18 Mal im Monat in eine Filiale. Kaum eine andere Kette auf der Welt hat eine so hohe Frequenz. Selbst Lehman Brothers schließt heute positiv. Beachtlich in dieser Abschwungphase! Aber die New Yorker Investmentbank hatte zuvor brutal eingebüßt. Kein Kauf für mich!
Yahoo schließt höher. Auf 20,88 Dollar klettert die Suchmaschine. Plus 3,4 Prozent! Microsoft könnte wieder Übernahmegespräche begonnen haben, vermuten Wall-Street-Experten. Zum Jahresende dürfte die Übernahme in trockene Tücher kommen, spekulieren schon Analysten auf dem Börsenkanal CNBC. Einen Kaufpreis in der Spanne zwischen 28 und 31 Dollar halten sie für möglich. Freilich sind das alles Gerüchte. Trotzdem ein spekulativer Kauf.
Ich rate all diejenigen, die noch nicht an der Börse investiert haben, zunächst einmal abzuwarten. Warten Sie, bis sich der panikartige Ausverkauf beruhigt hat. Stehen Sie wie bei einem Fußballspiel an der Seitenlinie und beobachten Sie das Spiel. Bereits investierten Anlegern rate ich, dabeizubleiben. Es ist unmöglich, immer zum niedrigsten Kurs ein- und zum höchsten auszusteigen.


tim schaefer (Author)

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