Die gesetzliche Rente ist eine Vermögensvernichtung


New York, 15. August 2013

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Für einen durchschnittlichen Arbeitnehmer ist die gesetzliche Rentenversicherung ein Verlustgeschäft. Angenommen, Sie zahlen jedes Jahr 4000 Euro gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber in ein S&P-500-Indexpapier ein.
Dort wäre Ihr Geld besser aufgehoben, anstatt in der Rentenkasse. Im Schnitt legt das Börsenbarometer um zehn Prozent per annum zu. Nach 35 Jahren haben Sie 1,1 Millionen Euro zusammen. Von diesem Vermögensstock können Sie sich lange ernähren. Unterstellen wir eine Mini-Verzinsung von drei Prozent ab dem Rentenbeginn, so können Sie mit 33.000 Euro im Jahr rechnen. Das sind im Monat 2.750 Euro. Hierbei müssen Sie nicht mal Ihr Vermögen aufbrauchen, sondern können es weiter vererben.
Ein deutscher Rentner kann dagegen allenfalls mit 900 oder 1000 Euro aus der gesetzlichen Versicherung rechnen. Das sind Almosen, wenn Sie all die Jahrzehnte des Zwangssparens berücksichtigen. Die Bundesregierung unterstellt gerne in ihrer Rentenprognose 45 Beitragsjahre. Ich halte das für eine Verschleierung der Realität. Wer arbeitet schon durchgängig für 45 Jahre – ohne Arbeitslosigkeit, ohne Krankheit, ohne Lücken?
Die gesetzliche Rente ist meiner Meinung nach eine große Geldvernichtung. Der Generationenvertrag ist ein Auslaufmodell.
Wer sich mit der Realität beschäftigt, wird schnell merken: Die erwarteten Rentenzahlungen decken bei weitem nicht den Bedarf künftiger Ruheständler. Riester Verträge sind nicht ideal, um die Lücke zu schließen. Millionen Bürger werden im Alter vor einem finanziellen Engpass stehen.
Was können Sie tun, um das zu verhindern?
Sparen Sie. Ein heutiger Konsumverzicht macht Ihnen das spätere Leben leichter. Das sagt uns ohnehin der gesunde Menschenverstand. Ein Finanzpolster zerstreut zudem unsere Sorgen. Ein flottes Dividendendepot oder eine abbezahlte Immobilie kann uns die Angst vor der Zukunft nehmen.
Umsichtiges Handeln sorgt für Sicherheit. Niemand weiß exakt, wie die Zukunft aussehen wird. Es kann uns jederzeit etwas Unvorhersehbares heimsuchen. Schon für solche Fälle kann es eine unglaubliche Hilfe sein, wenn jemand ein paar Taler auf der hohen Kante liegen hat.
Fazit: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
PS: In meiner obigen Berechnung habe ich die steuerfreie Anlage zu zehn Prozent unterstellt. Natürlich ist die Streuung Ihres Vermögens über viele Assetklassen hinweg ratsam wie Aktien, Immobilien, Grundstücke, Festgelder, Fonds, eigene Firma, ausländische Investments, Rohstoffe, Cash.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Die gesetzliche Rente ist eine Vermögensvernichtung

  1. Tim

    Hallo Tim!
    Ich denke es sollte nicht vergessen werden, dass das deutsche gesetzliche Rentensystem ein Solidarsystem ist. Sprich meine zu erwartende Rendite in der gesetzlichen Rente wird schon alleine dadurch niedriger ausfallen da ich mit meinen Beiträgen ebenfalls die Renten derjenigen mit finanziere welche vielleicht nicht das Glück hatten 45 Jahre durchgehend einzahlen zu dürfen.

    Natürlich entbindet mich dieses Wissen nicht davor zusätzlich privat Vorzusorgen sofern ich meinen Lebensstandard im Alter halten will. Für mich ist der Vergleich gesetzliche Rente mit stumpfer egoistischer Einzahlung in eine eigenes Depot ein wenig wie der Vergleich von Äpfel mit Birnen.

    Gruß
    Tim

  2. tim schaefertim schaefer

    @ Tim
    Stimmt. Es ist ein Solidaritätssystem, eben eine Versicherung ohne Rendite.

    Aufgabe ist es aber dann des Staates den Menschen reinen Wein einzuschenken und das Problem klar zu kommunizieren.

    Gleichzeitig sollte die Regierung kapitalgedeckte Sparformen (Aktien, Index, Fonds) steuerlich fördern, so dass jeder, der möchte, sinnvoll die Lücke schließen kann.

  3. Tobias

    Hallo Tim!

    Dazu möchte ich anmerken, dass bei dem Aufbau eines Rentendepots auch etwas für die Allgemeinheit herausspringt. Und zwar muss ich zwangsläufig früher oder später Kapitalertragssteuer bzw. meine Erben Erbschaftssteuer zahlen, wodurch ein Gutteil des durch meine Sparsamkeit und meine Investment-Fähigkeiten entstandenen Vermögens der Allgemeinheit zugute kommt. Davon können z.B. die Renten der Mitbürger mit weniger Beitragsjahren bezahlt werden. So haben alle etwas davon wenn ich spare und investiere.

    Viele Grüße

    Tobias

  4. Walt

    @Tobias

    Wieso Erbschaftssteuer oder Kapitalertragssteuer zahlen, wenns auch ohne geht über Stiftungen/Trusts etc.?

  5. Jozsef

    Hallo,

    in Solidaritätssystemen weden die Renten der älteren Leute meistens von den Einzahlungen der Arbeiter bezahlt. Grosses Glück wenn es viele junge Leute gibt, die Eizahlen, weil die Bevölkerung auf natürliche Weise oder durch Zuwanderung zunimmt.

    Wehe wenn es abseits mit der Bevölkerung geht, wie in Ungarn wo ein (Ehe)Paar nur noch 1,2 Kinder im Durchschnitt hat und dazu auch noch die starke Auswanderung immer mehr zunimmt. Wir laufen derade einem Abgrund zu.

  6. tim schaefertim schaefer

    @ Tobias
    Stimmt.

    Das sinnvolle Investieren in Aktien hilft nicht nur dem Sparer, sondern auch dem Kapitalmarkt, den Firmen und der Wirtschaft.

    Es ist ja hilfreich für ein Volk, wenn die Bürger sich verantwortlich verhalten und ausreichend Vorsorge (zum Beispiel via Aktien) treffen. So jemanden steuerlich zu bestrafen, ist nicht fair.

    Das Aktiensparen für die Rente wird eines Tages in Deutschland gefördert werden. Die Frage ist nur: wann? In den USA gibt es das schon seit Jahrzehnten. Berlin braucht ein wenig länger.

    Die Börse verspricht die beste Rendite auf lange Sicht.

  7. Sin

    @ Tim

    Das Aktiensparen wird in Deutschland gefördert, man nennt es „Vermögenswirksame Leistungen“ auch bekannt als Subvention für die Finanzindustrie.

    Eine Förderung von Aktiensparen in Einzeldepots für die Rente wird es in Deutschland nie geben, da sich das deutsche Bankensystem vom angelsächsischen Bankensystem unterscheidet. US-Firmen finanzieren sich über den Kapitalmarkt. Deutsche Firmen über die Banken, somit wird der deutsche Anleger von deutschen Banken als Konkurrenz und Geschäftsschädling angesehen. Während er in den USA als „Partner“ gilt. Diese Haltung schlägt sich auch im jeweiligen Steuersystem nieder.

    @ anderer Tim

    Für einen durchschnittlichen Anleger ist der Aktienmarkt ein Verlustgeschäft. Zwar ist der Prozentsatz an Gewinnern unter Investoren höher als unter Tradern, jedoch nicht so hoch wie immer überall behauptet wird. Tatsächlich dürften 80% aller Anleger dabei real Geld verlieren und ich würde mir von einem Anlegerblog in dieser Richtung etwas mehr Realismus erwarten. Die Bankster verbreiten schon genug lügen, da solte man sie nicht noch darin unterstützen.

    Anleger verlieren mehrheitlich Geld an den Märkten, weil Märkte nicht dazu da sind Anleger „reich“ zu machen.
    Die Märkte sind dazu da, Unternehmen zu finanzieren und die meisten Geschäftsmodelle sind nun einmal schon tot, bevor sie laaaaangfristig werden.

    Die deutsche Rentenversicherung ist kein Renditebringer, aber das war Enron auch nicht.

    Generell sollte man als Anleger auch einmal darüber nachdenken, ob es wirklich eine gute Idee ist, ständig von „Gewinnen“ zu schwärmen. Es gibt genügend Idioten da draußen, die dass Glauben und dann nach Steuern schreien. Womit dann für alle Anleger, aus der schwierigen Möglichkeit Gewinne zu erzielen eine praktische Unmöglichkeit wird.

  8. Frank

    Hallo Tim,

    das sind tolle Rechenbeispiele. Die Börsen sind in der Tat die letzten 30 Jahre toll gestiegen. Nur was macht dich so sicher, dass das auch in den nächsten 30 Jahren der Fall sein wird?

    Es klingt so einfach. 4000 Euro pro Jahr in ein S&P-500-Indexpapier. 10% pro Jahr Rendite. Nach 35 Jahren habe ich 1,1 Millionen Euro. Könntest du mir das bitte schriftlich geben?

    Ich lese deinen Blog trotzdem recht gerne!

    Viele Grüße

  9. tim schaefertim schaefer

    @Sin

    Aktiensparen für die Rente wird in Deutschland irgendwann gefördert werden. Daran führt kein Weg vorbei. Wir werden immer älter und haben zu wenig Babys in Deutschland. Da sind die Riester Dinger nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wer das sinnvolle Aktiensparen nicht seinem Volk eröffnet, vergibt eine große Chance.

    @Frank
    Die Börse ist eine Gelddruckmaschine. Der Dow Jones Index klettert seit mehr als 100 Jahren um etwa 9 bis 10% p.a. Das ist Fakt und kein Wunschdenken. Es gibt natürlich immer jede Menge Pessimisten, die erwähnen abschreckende Beispiele wie Enron, um vor den Gefahren zu warnen. Ja klar, es gibt Pleiten, Pech und Pannen. Es gibt aber gleichzeitig massig Aktien, die verdammt gut abschneiden.

    Wer erfolgreich sein will, muss eben einen extrem langen Zeithorizont verfolgen. 20 Jahre und mehr sind gute Halteperioden.

  10. John Doe

    Hallo Tim,

    Ich weiss, dass ich nicht weiss, wie sich die Börsenkurse entwickeln, wer das weiss, weiss mehr als viele Anleger.

    Dieses nicht Wissen, das sie Nichts wissen, treibt viele Anleger in hochriskante Spekulationen, angetrieben von den massiven Gewinnen der „Anderen“. Die wissen anscheinend mehr als sie selbst. 100%, 500%, ja 1000% Gewinne sind da keine Seltenheit, wie lächerlich sind dagegen 7% bis 10% pro Jahr mit langfristigen Aktien anlegen.

    Was oftmals nicht bedacht wird, die 7% bis 10% beziehen sich auf das gesamt Portfolio, die 100% bis 1000% der Spekulationsgewinne auf einen relativ bescheidenen Anteil des zur Verfügung stehenden Anlagekapitals.

    Sobald die verblendenden Zocker dann feststellen, dass auch die Anderen nur mit Wasser kochen und der langfristige Gewinn schlussendlich ausschlaggebend ist, ist es meistens schon zu spät, der Verlust ist realisiert.

    Wie setzt man dieses Wissen, ums nicht wissen, in bare Münze um? Das wichtigste ist, eine eigene Strategie zu entwickeln und an dieser auch festzuhalten, wenn es einmal gegen einen läuft, denn das wird es mit Garantie!

    Dann kommen die Faktoren, Zeit, Mut, Geduld und sicher auch Glück hinzu, wobei beim Tüchtigen das Glück gerne einkehrt, sodass eine reale Chance besteht, um langfristig mit Aktien ein Vermögen aufzubauen. Langfristig heisst im Minimum 20 Jahre, in dieser Zeit heisst es sukzessive in erstklassige Aktien zu investieren, sowie die Dividenden zu reinvestieren.

    So einfach und doch so schwer, denn die menschliche Psyche macht einem einen Strich durch die Rechnung, wer will schon warten auf den Erfolg!? Jetzt, hier und gleich will ich reich werden, wer weiss, ob morgen nicht alles zusammenbricht, geh mir weg mit langfristig, langfristig bin ich Tod.

    Dieses Gedankengut beherrscht das menschliche Gehirn, deswegen besitzen etwa 0,1 % der gesamten Menschheit über 80 % des Gesamtvermögens oder anders ausgedrückt als Vergleich:
    „Von 10 Personen besitzt eine Person 99 % des gesamten Weltvermögens, während die anderen 9 Personen sich das übrige eine Prozent teilen müssen.“

    Auch mir ist klar, dass dieser Vergleich insofern hinkt, dass ein Bewohner in Äthiopien oder Mosambik nie die Chance hat auch nur eine Aktie zu kaufen, der ist froh, wenn er morgen etwas zu essen hat! Das unsere Welt generell nicht gerecht ist, das wissen wir Alle.

    Aber wir, die wir das Privileg haben in einem der reichsten Länder der Welt zu leben können unsere Chance wahrnehmen, um uns ein Vermögen aufbauen, somit uns für die Zukunft und damit dem Alter, finanziell abzusichern. Natürlich braucht es Fleiss und festen Willen dazu, den Lohn dieser Eigenschaften, respektive das Geld was übrigbleibt zum Sparen, kann man langfristig in Aktien investieren, um es zu vermehren, damit erhöht sich die Chance sogar zu den sogenannten: „ High Net Worth Individuals“ zu gehören, deren es zirka 10,1 Millionen, von zirka 6,8 Milliarden Menschen gibt, oder anders ausgedrückt, 0,15% aller Menschen sind Dollar Millionäre.

    Fazit: Nicht dem schnellen Geld nachjagen, lieber langfristig denken und investieren. Die Chancen um Erfolg zu haben sind ungleich höher!

  11. tim schaefertim schaefer

    @ John Doe

    Spannende Gedanken.

    Ja, wir wissen aus Studien, dass eine hohe Aktivität (Trading) bei den meisten Anlegern einen großen Schaden anrichtet.

    Daher ist es wichtig verdammt viel Geduld zu haben (20-50 Jahre Haltedauer).

    Qualität, Marken, Image, Marktführerschaft reduzieren das Risiko, bei der langen Haltedauer Schiffbruch zu erleiden.

    Schließlich sollten Arbeitnehmer vernünftig sein, sparen und nicht jeden Monat das gesamte Gehalt zum Fenster hinaus werfen für unsinniges Zeug. Value Investing ist eine Lebensphilosophie. Es geht darum, Verzicht zu üben. Geduldig zu sein.

  12. Dr. Kleimann

    Das mit der Rente ist wirklich ärgerlich. Laut Gehaltsabrechnung musste ich im letzten Jahr 4800 € in die Rentenkasse zahlen. Mein Arbeitgeber hat den gleichen Betrag auch noch mal eingezahlt. 9600 € wurden regelrecht versenkt.

    Man stelle sich vor, ich hätte dieses Geld und würde damit investieren (9600 € p.a.). Bei 6 % Zinsen hätte ich nach 10 Jahren schon 126500 €. Nach 20 Jahren schon 353100 €. Als Aktionär würde ich Jobs schaffen und erhalten und den allgemeinen Wohlstand fördern. Aktiengesellschaften in der Industrie haben sogar Jobs für Niedrigqualifizierte… das Armutsproblem wäre deutlich abgemildert. Als Rentenbeitragszahler füttere Bürokraten und Umverteiler durch. Wir wissen, es gehört nicht viel Grips dazu, um Rentenbescheide rauszuschicken oder Rentenanträge zu bearbeiten. Das wird aber fürstlich bezahlt, was leider zahlreiche Abiturienten anlockt. Mit der staatlichen Rente versenken wir nicht nur Geld, sondern auch Humankapital, welches wir sinnlos für unterqualifizierte Tätigkeiten einsetzen.

    Als ich Abitur machte, wurde ich von Verwandten gefragt, was ich denn nach der Schule vorhabe, ob ich nicht zur BfA gehen wolle. Ich wusste gar nicht was das ist und man erklärte mir dies. Käme für mich nie in Frage, etwas zu machen, was mich nicht fordert.

    Die Amerikaner machen es richtig und es ist ja auch der Grund dafür, dass die Amerikaner so viele prosperierende Unternehmen haben. Die kommen schnell an viel Risikokapital. Facebook, Google, Yahoo, Youtube usw. wären in Deutschland nie etwas geworden.

    Der deutsche Michel begibt sich in die vermeintlich schützende Hand des Staates und überlässt ihm seine Altersvorsorge. Das würde einem Amerikaner niemals passieren. Einerseits ist er zu stolz, andererseits hat er aus der Geschichte die richtigen Lehren gezogen. „Checks and Balance“ sagt jedem Amerikaner etwas und daher kann es nicht sein, dass große Teile des Volkes abhängig vom Staate werden, z. B. als Rentenempfänger. Das würde die Demokratie aushebeln. In Deutschland sieht man darin kein Problem. Von den Linken kommt sogar der grandiose Vorschlag, dass die Zentralbanken den Staaten direkt das Geld leihen, anstatt den Umweg über die Privatbanken zu gehen. Dass dann eine politische Bank den Politikern Geld leiht, stört die Linken offensichtlich nicht.

  13. StefanStefan

    Wer in dieses betrügerische gesetzliche Zwangsrentensystem einzahlen muss kann einem nur leid tun!

    Da wird man dermaßen um sein Geld betrogen, dass es schon kriminell ist. Alles was hier der Gleichmacherei geschuldet ist, ist Mist.

    Warum zahlt man Krankenversicherung prozentual von seinem Lohn? Was hat das mit dem Einkommen zu tun? Da wird jemand der viel verdient bestraft obwohl er vielleicht nicht raucht, sich viel bewegt, sich gesund ernährt usw.
    Der andere, der fett ist, nur vor der Glotze hängt und Chips und Bier in sich reinschüttet aber wenig verdient (oder gar nichts) wird in Form von einem niedrien Beitrag belohnt! Da läuft was gewaltig schief!

  14. Sin

    @ Tim

    „Aktiensparen“ in Deutschland wird schon „gefördert“. Riesterdinger und VL-Fonds sind nichts anderes. Jedoch das sinnvolle Modell „des steuerfreien Einzeldepot in dem das Individum vogelfrei selber entscheiden darf“, wie es in den USA oder auch in anderen Ländern praktiziert wird – wird es in Deutschland nie geben.

    Du bringst es selber auf den Punkt: Wer das sinnvolle Aktiensparen nicht seinem Volk eröffnet, vergibt eine große Chance.

    Der deutsche Staat ist nicht daran intressiert dem Individum Chancen zu eröffnen, sein ganzes Bestreben und Dasein beschränkt sich auf Risikominimierung und damit auf Chanchenzerstörung. Das ist der politische und philosophische Kern, der hinter dem deutschen Kollektivierungswahn steckt.

    Als Kapitalisten wissen wir, dass zwanghafte Risikominimierung als langfristige Risikomaximierung wirkt oder anders ausgedrückt, der deutsche Staat arbeitet fleisig am nächsten Untergang.
    Leidtragende wie immer: Der deutsche Michel.

  15. tim schaefertim schaefer

    @ Sin
    Die Menschen lernen dazu. Sie merken irgendwann, dass sie 20 bis 30 Jahre in diesem Punkt gegenüber anderen Staaten wie der USA zurückliegen. Das ist meine Hoffnung. Dieses veraltete Rentensystem ist Schrott. Die Gebürenfresser Riester sind keine Lösung. Warum ein Staat Milliardensummen für viel zu teure Provisionen zum Fenster hinauswirft, frage ich mich jeden Tag. Irgendwann wird Berlin erfolgreiche Konzepte (etwa aus den USA) kopieren.

  16. Martin

    Der Zuschuss VL-Sparen vom Arbeitgeber ist beschränkt (bei Beamten ca. 6,65€/Monat) und vom Staat gibt es nur bei geringem Einkommen etwas dazu. Der Gewinn muss zudem normal versteuert werden und das Depot gibt es zudem nicht gratis. Insgesamt also nur ein Tropfen…

    Bei den 10% Rendite mit Aktien muss man auch die Inflation berücksichtigen. Diese und die Zinsen sind momentan niedrig, daher sind nominal 10% für die nächsten Jahre unrealistisch. Die Realrendite sollte aber auch nach Steuern leicht positiv bleiben 🙂

    Warum die Steuer-, Renten- und Krankenkassensysteme alle ein Solidaritätssystem sein müssen leuchtet mir ein, denn durch die Komplexität kann man die Zahler besser verar*****, als wenn nur über das Steuersystem umverteilt werden würde. Ich habe nichts gegen Solidarität, aber das ist intransparent und fördert Sozialbetrug.

    Steuerliche Förderung vom Aktiensparen gab es bisher bei fondsgebundenen Lebensversicherungen und Riester. Dieser Lobbyismus schädight die gesamte deutsche Volkswirtschaft und macht kommende Rentner ärmer. Ob sich das mal ändern wird, bleibt offen.

  17. Alois

    In vielen Kommentaren ist mit der Egoismus etwas zu groß und der Solidaritätsgedanke bleibt völlig auf der Strecke.
    Ich finde es positiv in einem Land, in einer Gesellschaft zu leben, in der die Spanne zwischen Arm und Reich nicht unerträglich groß ist.
    Das auch hier gepriesene Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die USA, hat auch seine Schattenseiten. Wer mit offenen Augen durch Nordamerika reist, sich die Vorstädte anschaut, die Ghettos wird viel Armut und Elend entdecken, weit mehr als in Deutschland. Auf der anderen Seite des Spektrums leben die Reichen in festungsartig umzäunten und streng bewachten Gebieten mit Sicherheitsschleusen bei der Ein- und Ausfahrt.
    Wollen wir wirklich so eine Gesellschaft? Da zahle ich lieber meine Rentenbeiträge aus Solidarität mit den jetzt Alten und wenn was „über ist“, lege ich es an. Die Rentenbeiträge sehe ich dabei nicht als Investition an.
    Und was der Kapitalmarkt in 30 Jahren macht, keine Ahnung – in welcher Währung mein angelegtes Geld dann ausbezahlt wird, keine Ahnung. Ziemlich sicher wird es aber immer noch das Umlageverfahren geben.
    Da fällt mir noch ein, dass in den USA ja ein Börsencrash schon deshalb erwartet wird, wenn die Generation der Babyboomer in Rente geht und sie ihre Depots auflösen. Dann wird sich plötzlich zeigen, wie viel Luft in den Aktienkursen gewesen ist. Ob dann der Finanzmarkt immer noch die richtige Altersvorsorge für Lieschen Miller sein wird, wage ich zu bezweifeln.

  18. tim schaefertim schaefer

    @ Alois

    Du sprichst von Solidarität des Rentensystems. Solidarität bedeutet für mich = alle machen mit. Dass sich etliche (Politiker, Minister, Kanzlerin, Beamte) nicht daran beteiligen, ist unfair. Das ist unsolidarisch.

    Unsere Politiker sprechen gerne von Solidarität so lange sie nicht selbst davon betroffen sind. Sie haben ein Zweiklassensystem geschaffen.

  19. Markus

    Bei den ominösen 10 % „ich-rechne-mich-mal-in-30-Jahren-reich-Rechnungen“ stört mich die sehr gravierenden Kostenfaktoren Inflation und Gebühren!

    Auch die Vergangenheit als Maßstab für die Zukunft zu nehmen… Klar, wir haben nichts anderes, an dem wir uns festhalten können. Ein bisschen Sicherheit will selbst der langfristige Investor…

    Ob das kaptitalistische System die eierlegende Wollmichsau ist, kann niemand seriös beantworten.
    Wenn man die Vergangenheit als Maßstab nimmt, dann muss man nur ein bisschen weiter zurück schauen und man sieht größere Imperien als Amerika, die schon über den Jordan gesprungen sind…

    Es kommt vieles auf den Blickwinkel an. 10 % wären toll, wenn es denn wieder klappen sollte.
    Allerdings steigende Börsenkurse bei Entlassungen, Ausbeutungen von Menschen und Tieren (Leiharbeit, Kakaoplantagen, Regenwald, Zuchtfabriken) nur um nominelle Geldmenge zu steigern… In den letzen 30 Jahren ist die Geldmenge um den Faktor 40 gestiegen und die Gütermenge um den Faktor 4…. Muss mal nachlesen, wo das gestanden hat.

    Der Anteil am Unternehmen ist Sachwert, der Aktienkurs ist ein Geldwert!!!

  20. Sin

    @Tim

    Ich würde mir wünschen, dass du mit deinem Optimismus recht hast, Tim. Jedoch glaube ich es nicht.

    Falls du Lust hast, kannst du Dir einmal auf Youtube folgenden Beitrag der ARD anzusehen: Das Riester-Dilemma – Die Riester-Lüge – ARD Reportage.
    Link:
    https://www.youtube.com/watch?v=0zDUD9ZgPe0

    Darin wird deine Frage, warum der deutsche Staat Milliardensummen für viel zu teure Provisionen zum Fenster hinauswirft recht gut beantwortet.

    Diesen Beitrag empfehle ich auch allen Solidaritätsfetischisten, die daran glauben, ihr Staat ist solidarisch ohne, dass sie etwas dafür tun brauchen, dass er es auch bleibt.

    Und weil ich gerade dabei bin lege ich noch einen Link drauf:
    http://www.mehr-demokratie.de/

    Für jeden der nicht länger Lust dazu hat, sich von korrputen StaatsBEdiendern ausnehmen zu lassen und nicht 30 Jahre auf brauchbare und sinnvolle Lösungen warten will.

  21. tim schaefertim schaefer

    @ Sin

    Danke für das Video. Es handelt sich um eine erstklassige Reportage, die sich kritisch mit den Riester-Dingern auseinandersetzt. Der Nutzwert dieser Verträge ist echt zweifelhaft, wenn diese 14% Gebühr stimmen.
    VG

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