Die Börse dreht nach oben


New York, 3. Mai 2008

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Versöhnlich verabschiedete sich die Börse ins Wochenende. Seit dem Zwischentief am 14. April drehte der marktbreite S&P-500-Index von 1330 auf zuletzt 1413. Allein in dieser Woche legte das S&P-Börsenbarometer um 1,1 Prozent zu. Es scheint, als ob die US-Börse den Konjunkturabschwung eingepreist hat und die Investoren nun optimistisch nach vorne blicken.
Der Aufschwung wäre noch höher ausgefallen, wenn der Ölpreis nicht korrigiert hätte. Das Faß Öl der Sorte Brent kostet nun 111 Dollar, in der Spitze lag die Notiz bei 117 Dollar. Ich denke, der Ölpreis wird weiterhin hoch bleiben beziehungsweise auf lange Sicht durch die Decke gehen. Die Boomstaaten in Asien und andere aufstrebende Entwicklungsländer konsumieren immer mehr Energie, Nahrungsmittel, Stahl. Rohstoffe und Nahrungsmittel bleiben also auf Sicht der nächsten Jahrzehnte gefragt wie nie zuvor. Zwar nahm die Nachfrage nach Öl in den USA beispielsweise ab, die Menschen kaufen kleinere und sparsamere Autos. Doch die Nachfrage aus den Boomregionen gleicht dies mehr als aus.
Der Dollar holte gegenüber dem Euro auf. Der Greenback taxiert gegenüber dem Euro nun mit 1,54. Vor gut einer Woche hatte der Kurs schon die die magische Marke von 1,60 touchiert. Selbst nach der leichten Korrektur um ca. sechs Cent ist der Dollar in meinen Augen brutal unterbewertet.
Es macht also Sinn, im Dollarraum mit unserem starken Euro zu investieren. Nicht ohne Grund erwerben Europäer hier in Manhattan derzeit massenhaft Wohnungen und Häuser. Sinn macht freilich auch, US-Aktien zu kaufen. Selbst wenn sich ihre favorisierte US-Aktie nicht sonderlich bewegen sollte, können Sie allein von der massiven Unterbewertung des Dollars profitieren. Wenn sich nämlich die Bewertungslücke schließt, dann wird ihre amerikanische Aktie gerechnet in Euro automatisch mehr wert sein.
Die FED hat nun wie von mir erwartet den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 2,0 Prozent gesenkt. Nun dürfte allmählich das Ende der Fahnenstange erreicht sein.
Die Arbeitslosenquote erreichte nun wie erwartet 5,2 Prozent im April nach zuvor 5,1 Prozent. 75 000 Stellen wurden abgebaut, das war keine besorgniserregende Zahl, im Vormonat fielen noch 80 000 Arbeitsplätze weg. Das Ende des Abschwungs zeichnet sich ab.


tim schaefer (Author)

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