Deutschland sollte von Amerika lernen kreativ zu werden


New York, 12. Dezember 2013

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In den USA und Großbritannien gibt es keine Bürokratie, wenn es um Innovationen geht. Schul- oder Studienabbrecher sind willkommen. Grundsätzlich geben sich Vorstandschefs locker. Weltbekannte CEOs plaudern auf Konferenzen mit jedem, der sie anspricht. Sie haben keinerlei Bedenken, sind offen für einen Kaffeeplausch.
Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg half persönlich einem jungen Mann, den er mittags in einer Kneipe getroffen hatte, bei der Jobsuche.
Ich finde die Story des 17-jährigen Nick D Aloisio beeindruckend, der für Yahoo Lösungen für das Smart Phone in London entwickelt. Er hat noch nicht mal seinen Schulabschluss in der Tasche.
Mit dem Jungspund David Karp machte Yahoo einen Milliarden-Deal, Karp hat keinen Schulabschluss.
In Deutschland habe ich manchmal das Gefühl, dass Unternehmen zu bürokratisch strukturiert sind. Ohne Zeugnisse, ohne Uni-Abschluss bekommt niemand eine Chance – schon gar nicht in Führungspositionen.
Die Verzahnung von Unternehmen, Unis und Schulen funktioniert nicht einwandfrei. Wir können von den aufgeschlossenen Amerikanern lernen.
Ich kenne reichlich Seiteneinsteiger. Ein Schauspieler wird zu einem führenden Bankanalysten, hier ist alles möglich. Hauptsache die Kreativität und Leistung stimmen. Der Rest ist doch wirklich egal. Frischer Wind tut gut. In Silicon Valley ist der bunte Mix überall sichtbar. Das bringt ein Land nach vorne.
Wenn ich das Gefühl habe, dass meine Handy- oder Internetrechnung zu teuer geworden ist, rufe ich beim Anbieter an und erkundige mich nach einer Lösung. Die Mitarbeiter im Call Center finden schnell einen Rabatt oder günstigeren Tarif. In Deutschland hörte ich schon: „Nein, das geht nicht. Der Vertrag läuft noch ein Jahr. Was da drin steht, ist gültig.“
Um an einer amerikanischen Eliteuni zugelassen zu werden, zählen eben nicht nur die Noten und Testergebnisse. Andere Begebenheiten („weiche Faktoren“) spielen ebenfalls eine Rolle.
In Deutschland ist die Dreiteilung des Schulsystems in Hauptschule, Realschule und Gymnasium unfair. Spätere Genies würden bei uns wegen einer Lern- oder Leseschwäche auf der Sonderschule landen. Damit ist eine Karriere kaum möglich. In den USA gibt es diese Dreiteilung der Schulen nicht. Alle Türen stehen offen.
Wir in Deutschland sind innovationarm geworden. Diese Meinung vertreten schon Nobelpreisträger.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Deutschland sollte von Amerika lernen kreativ zu werden

  1. Matthäus Piksa

    Ich denke schon, dass es in Deutschland vorwärts geht. Mittlerweile ist es möglich auch ohne Abitur an der Universität zu studieren. Es gibt freilich Branchen (Justiz/Medizin), in denen es auch in Zukunft Zulassungsbeschränkungen geben sollte.

    Ich frage mich, anderes Thema, ob die UG als Unternehmensform ein Erfolg wurde? – Vor etlichen Jahren wurde das Gesellschaftsrecht reformiert. Bis dato musste man immer 25.000€ Stammkapital mitbringen, um eine Kapitalgesellschaft zu gründen. Heute ist es möglich die Unternehmergesellschaft (besser bekannt als Mini-GmbH) zu gründen. 1€ sollen als Startkapital ausreichen. Anschließend wird Jahr für Jahr ein Viertel des Gewinns dafür verwendet, um eines Tages die GmbH-Größe zu erreichen.

    Der Vorteil bei den Kapitalgesellschaften ist ja, dass die Haftung auf das Kapital beschränkt ist, sprich der Unternehmer nicht persönlich haftet. Das Risiko ist also begrenzt.

    Nichtsdestotrotz muss auch der Mini-GmbH-Gründer Erlaubnisse&Genehmigungen einholen, zum Notar gehen, um sich im Handelsregister eintragen zu lassen, eine eigenes Bankkonto eröffnen, die Krankenkasse kontaktieren und vom ersten Tag an (höhere) Beiträge zahlen, dem Finanzamt Bescheid geben (Steuer-ID/Umsatzsteuer), eine Gewerbe anmelden usw.

    Wie laufen Unternehmensgründungen in den USA ab?

  2. Tino

    Das Raster, der Staat gibt einen Rahmen vor und so wird gesiebt. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Versteckte Potenziale werden m. E. bei vielen Menschen heute nicht gehoben, die aber evtl. viele Zuckerbergs und Jobs hervorbringen könnten. Einfach weil der Rahmen an vielen Stellen zu starr ist, es nur ein von Menschen gemachtes System ist, was die komplexen Zusammenhänge von Mensch, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst auf einen möglichst einfachen Nenner bringen will, der dem Mensch häufig nicht gerecht wird.

    Es gibt aber trotzdem immer Nischen, wo diese scheinbaren Naturgesetze ausser Kraft gesetzt werden und auch Quereinsteiger eine Chance bekommen, zum entscheidenden Vorteil für das jeweilige Unternehmen. Diese Möglichkeit ist u. a. abhängig von kreativen und frei denkenden Menschen, die aufmerksam sind, die in entscheidenden Positionen sind und den Zugang ermöglichen UND natürlich der Person selbst die den Zugang sucht. Je hartnäckiger, überzeugender und zielstrebiger diese agiert, umso höher sind Chancen auch auf dem Raster zu stehen und dort zu bleiben und den Rahmen für sich gewinnbringend zu nutzen.

    Ich kann den Vergleich zu USA nicht ziehen, aber ich denke dass vieles vom persönlichen Engagement abhängt, wie weit man bereit ist zu gehen und für seine Ideen und Ideale einzustehen.

    Der Staat kann das natürlich erleichtern und so würde evtl. viele als blödsinnig verschrieene Geschäftsideen eine Chance auf dem Markt haben und unsere Gesellschaft nachhaltig verändern (Hoffnung ist positiv) bzw. ein „German Valley“ ermöglichen und Menschen als Unternehmenslenker agieren, die aktuell als Mitarbeiter x in Unternehmen versauern.

  3. Markus

    Deutschland ist stark auf Maschinenbau / Anlagenbau und deren Zulieferer getrimmt…
    Da ist ein Quereinstieg wie bei IT und dem Silicon Valley um einiges schwieriger.
    So schlecht ist unser duales Ausbildungssystem nicht! Es gibt viele Länder, die uns darum beneiden. Ich kenne viele Lehrer, Dozenten, Ingenieure die gewaltig über die Amerikanisierung, Stichwort Bachelor – Ingenieurstudium schimpfen.

    Irgendwo habe ich auch schon gelesen, dass Computer nicht groß die Produktivität erhöht haben… Entweder bei Siegel oder Kommer, die sich in Zusammenhang mit der Meltdown-Asset-Theorie beschäftigt haben und versucht haben Auswege über Produktivitätserhöhungen zu finden.

    Schaut mal die Zunahme von antriebslosen Kindern an, die ein Großteil vor Bildschirmen verbringen…

  4. Felix

    Was das Schulsystem anbelangt, so finden sich die USA bei internationalen Tests (PISA)regelmäßig irgendwo zwischen Mexiko und Guatemala also weit abgeschlagen gegenüber anderen Industrieländern oder gar den Asiaten. Das kann wahrlich kein Vorbild sein. Ich weiß nicht wie hoch die Analphabetenquote in USA ist, aber sicherlich signifikant hoch.
    M.E. leben die USA auch davon, dass die hellsten Köpfe weltweit in die USA streben. Diese Anziehungskraft ist der eigentliche Pluspunkt.
    In Disziplinen wie Maschinenbau, Elektrotechnik, wo fundierte Kenntnisse für hochkomplexe Systeme erforderlich sind, ist das deutsche Ausbildungssystem offensichtlich weltweit konkurrenzfähig. Wer als eher kleines Land Exportweltmeister war, muss sich da nicht verstecken.
    Anders als in der hippen Internetwelt zählt hier nicht die eine geniale Idee, sondern eher die sogenannten deutschen Tugenden. Und es wäre ja auch schlimm, wenn alle gleich wären.

  5. Matthäus Piksa

    @Tim
    Danke für die Info!

    Was die Dreiteilung des Schulsystems soll, frage ich mich allerdings auch, zumal die Selektion nach der 4. Klasse also bei 10-jährigen vorgenommen wird.

  6. Matthäus Piksa

    Weil er als Lobbyist mit seinem Prestige-Projekt, dem Bau der Nabucco-Pipeline, gescheitert ist und erst vor wenigen Tagen als einer der ersten Kunden den BMW i3 abholte, folglich von den Medien mehrmals erwähnt wurde, fällt mir Bundesaußenminister a.D. Joschka Fischer ein.

    Wie der Mann, dessen Bildungsweg auf der Hauptschule endete, es schaffte, Bundesminister zu werden und eine Karriere auf dem internationalen Parkett hinzulegen, ist mir ein absolutes Rätsel, muss ich offenkundig gestehen.

    In Erinnerung blieb wohl allen seine mutige Absage („I'm not convinced!“) einer Teilnahme Deutschlands am Irak-Krieg in Richtung Rumsfeld. Seine Fans sehen diesen Schritt als außenpolitische Emanzipation Deutschlands von den USA.

  7. tim schaefertim schaefer

    @ Matthäus
    Nun, Fischer war ja trotzdem inoffiziell an der Uni und hat sich zig Vorlesungen reingezogen.

    Ich treffe unglaubliche viele Leute, deren Karriere mich beeindruckt. Jackie Roth habe ich kennengelernt. Sie kam mit einer Schwerhörigkeit zur Welt. Sie wurde Schauspielerin und jetzt ist sie eine der besten Mitarbeiterinnen bei einem führenden Immobilienmakler in NYC. Sie hilft Promis bei der Wohnungssuche. Und die Kunden sind begeistert von ihr.
    http://www.nydailynews.com/life-style/advocate-broker-disabled-article-1.1517474

  8. Matthäus Piksa

    @Tim

    1. Ja stimmt. Jetzt wo du es sagst. Als 68er hatte Fischer schon zu Jugendzeiten viele Kontakte zu Studenten…

    2. Das weiß ich. Du stellst ja das ein oder andere Interview hier in den Blog rein.

    Gruß

  9. Tino

    @Turing, glaube das war auch ein gebilligtes gesellschaftliches Phänomen, passive Unterhaltung und Information per Glotze, bevor sich erstmals Personalcomputer so richtig durchgesetzt haben. Als ich als Jugendlicher erstmals mit einem Amiga in Berührung kam, ging es vorrangig um Spiele. Schon allein weil hier eine aktive Beeinflussung stattfand war für mich klar, hier liegt die Zukunft, selbstbestimmt Inhalte zu konsumieren und natürlich auch zu gestalten und zu verändern, anfangs nur Spiele, später komplexe Anwendungen.

    Jetzt mit mobilen Endgeräten (Smartphone, Tablet, Notebook,..) kann man ständig eine ganze Bibliothek mit sich tragen, ohne einen Rucksack für 800 Seiten Security Analysis zu benötigen. Man kann natürlich auch das neueste Match3 oder den letzten Ridley Scott konsumieren, je nach Gemüt. In diesem Zusammenhang habe ich immer großen Respekt vor den Altmeistern, die diese Möglichkeiten nicht hatten und teilweise noch nicht mal heute ausschöpfen und weil sie m. E. dadurch auch bewusst Informationen ausblenden, mit denen man heute auf Webseiten überflutet wird, die einem zum Klick auf den Nebenlink verleiten wollen und einem die Konzentration rauben durch haufenweise überflüssige Informationen. Da ist es eben besser den S&P500 Guide durchzulesen, geballte wertvolle Information für den Investor.

    @Tim gibt es diesen Guide eigentlich noch, evtl. in anderer Form, ich hab nur ältere Ausgaben auf Amazon gefunden. Und wieviel nützt sowas noch im Zeitalter der öffentlich zugänglichen Datenbanken.

    @Turing Bei den Pizzen musst Du aber auch Deine Arbeitsleistung/-zeit mit berücksichtigen, wenn dies eine Rolle spielt. Für Lynch war Zeit z. B. auch sehr wichtig bei seinen über 1.000 Papieren im Magellan. Er soll ja nach exakt 2min ein Telefonat beendet haben, unabhängig davon ob alles besprochen war, wäre manchmal auch ganz sinnvoll 🙂

    Gerade jetzt fängst Du mit Rettich an, in der Zeit der Lebkuchen und Kekse, gute Gegenbewegung 🙂

    Ich fahre selbst jeden Tag mit dem Fahrrad/Zug und bin froh diese Zeit wertschöpfend am Notebook nutzen zu können. Im Studium hatte ich mal einen Professur im Nebenfach Betriebswirtschaftslehre, der jeden Tag mit seinem Trolley zur Uni kam und offen bekundete jeglichen Privat-Pkw abzulehnen. Er wurde dafür häufig belächelt, auch von mir. Heute kann ich das gut verstehen, vor allem da Zeit ein extrem kostbares Gut ist, gerade für die kontiniuerliche Aufnahme von Wissen.

  10. Tino

    ..mein Betrag ist in den falschen Thread gerutscht, war für „Was die Reichen von..“ gedacht, sorry.

  11. Marc

    Ja die Leute schleppen heute eine komplette Enzyklopädie unendliche Informationsquellen in ihrer Hosentasche und haben trotzdem keine Ahnung was Sache ist. Verehren Verbrecher und lassen sich jede Lüge als Wahrheit auftischen.

    Siehe z.B Bill Gates. Hält knapp 500.000 an Aktien von Monsanto und wird dafür gefeiert das er die Menschheit reduziert.

    You can ignore reality, but you cannot ignore the consequences of ignoring reality.

  12. Matthäus Piksa

    @Marc

    Schauen Sie, Monsanto stellt gentechnisch veränderte Saatgut her. Der Vorteil an dieser Saatgut ist, dass Böden, die zu wenig hergeben, plötzlich doch nutzbar(er) gemacht werden können.
    Das bedeutet, dass in vielen Regionen, in denen bislang kaum etwas wächst, Pflanzen angebaut und ergo Lebensmittel hergestellt werden können.

    Hier zeigt sich das zynische Element der grünen Technologiefeinde, die nicht wollen, dass der Mensch in die Natur eingreift und es billigend in Kauf nehmen, dass deshalb andernorts Menschen an Hunger krepieren.

    Das ist nebenbei bemerkt das Problem in Deutschland: Es wird solange in Gremien und (Ethik-) Kommissionen diskutiert, bis der Technologievorsprung uneinholbar ist. Das ist dann auch der Zeitpunkt, zu dem meist ein amerikanischer Konzern sich längst eine monopolartige Stellung erarbeitet hat und verdammt viel Geld verdient hat.

  13. Felix

    @ Piksa
    Ich halte es auch für ein zentrales Problem Deutschlands, dass die Technikfeindlichkeit jedwede Innovation im Keim erstickt. Die grüne Ideologie, meist von saturierten Leuten mit krisenfesten und marktfernen Jobs im öffentlichen Dienst oder in den Kirchen vehement vertreten, möchten eine Art heile Welt haben, die es nie gab und auch nicht geben wird.
    Sie sind gegen Mobilfunkmasten und haben das neueste iPhon am Ohr; sie fahren ICE und demonstrieren gegen Stuttgart 21, gegen AKWs und Flugplätze sie sowieso (die Flugreise zu exotischen Urlaubsorten wird aber mitgenommen, dafür fährt man ein Hybridauto aus Japan). Sie wollen aber auch möglichst keine Windräder, keine Pumpspeicherwerke, keine Stromtrassen, aber grünen Strom.
    So macht man schleichend, aber sicher einen guten Standort kaputt. Bezahlen dafür werden die Jungen, die keine festen Jobs mehr bekommen, weil wir international immer mehr abgehängt werden. Ich rate zum Auswandern.

  14. Marc

    @Matthäus Piksa

    Erstmal ich bin gar keine Farbe.

    Und warum Essen die Mitarbeiter von Monsanto nicht selbst das tolle Genfood?
    Warum wächst auf dem Land nix mehr und die Bauern müssen jedes Jahr neues Saatgut kaufen?
    Warum gibt es überhaupt Monopole?

    Versuchen Sie mal außerhalb ihrer Grenzen zu denken! Hätte Genfood keine Nachteile wäre alles ok. Aber wollen Sie Ihr Erbgut schädigen und Unfruchtbar werden oder lieber alles zu Ackerland machen lassen damit alle satt sind aber es keine Nachkommen mehr gibt?

    Aufwachen und Kopf einschalten. Der Weihnachtsmann ist wohl auch real oder?

  15. Matthäus Piksa

    @Felix

    http://m.theatlantic.com/technology/archive/2013/11/why-you-might-buy-electricity-from-elon-musk-some-day/281824/

    Was halten sie von solchen Geschichten?

    @Marc

    Es ist gerade Aufgabe der Wissenschaftler zu klären, wo die Grenze der Gentechnik hinsichtlich für den Menschen gesunder und ungesunder Entwicklungen ist. Wer hier den Durchbruch schafft, baut anschließend leicht ein Monopol auf und wird auf diese Weise für all die Mühen respektive die kostspieligen Investitionen belohnt.

  16. Marc

    @Matthäus Piksa

    „Es ist gerade Aufgabe der Wissenschaftler zu klären, wo die Grenze der Gentechnik hinsichtlich für den Menschen gesunder und ungesunder Entwicklungen ist. Wer hier den Durchbruch schafft, baut anschließend leicht ein Monopol auf und wird auf diese Weise für all die Mühen respektive die kostspieligen Investitionen belohnt.“

    Wenn das so ist, dass sollten die Wissenschaftler dann allerdings davor klären, bevor man Genfood anwendet und nicht bereits wenn es im Gebrauch ist.

    Naja es bringt nix sie wollen es absichtlich nicht verstehen. Lassen wir es sein, bleiben sie in ihrer Komfortzone.

  17. Markus

    Wer glaubt, dass alles wissenschaftlich und vor allem objektiv getestet wird, bevor es auf die Menschheit losgelassen wird, lebt in seiner eigenen subjektiven Welt. Manche Schäden sieht man erst nach Dekaden und simplen testen durch probieren. Danach kann die Pharmabranche wieder kräftig abkassieren, wenn es auch für manche zu spät kommt.

    Genau solche kritiklosen Ja-Sager braucht diese Wirtschaft, die auf Konsum ausgerichtet ist.

  18. Matthäus Piksa

    http://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/a-938839.html

    Die aktuellen Nachrichten zeigen ja, dass Unternehmen aus dem Gentechnik-Bereich Europa mehr oder weniger aufgegeben haben. BASF macht jetzt in den Staaten weiter.

    Aufgrund der billigen Energie („Fracking“) investiert BASF mittlerweile auch in anderen Bereichen verstärkt in den Staaten.
    In Europa wird „Fracking“ grundsätzlich geächtet, einzige Ausnahme sind GB+Polen.

    Oben habe ich ja den Link zum Haus der Zukunft gesetzt. Das Haus der Zukunft ist mit einer PV-Anlage bestückt, die im Zusammenspiel mit einer Speicheranlage in der Lage ist den Stromverbrauch 365 Tage im Jahr abzudecken. Zusätzlich wird das Elektroauto mit diesem Strom geladen.

    Wie wir wissen, gibt es die Photovoltaik-Technologie bereits. Auch Elektro-Autos sind bereits erhältlich. Ziel der Bundesregierung und der von ihr initiierten Nationalen Plattform Elektromobilität ist es bis zum Jahr 2020 1 Million Elektroautos auf die Straße zu bringen.

    Es stellt sich nur die Frage, wo all das Lithium herkommen soll? Außerdem stellt sich mir die Frage, ob die Chinesen nicht aus genau diesem Grund in Afrika sind, nämlich um an die reichhaltigen Lithium-Vorkommen heranzukommen.

  19. Felix

    Immer der gleiche Reflex:
    Wenn die Argumente ausgegangen sind gegenüber der bösen Industrie wird einfach die Person angegriffen und diskreditiert.

  20. Florian Kling

    Vielen Dank für den Beitrag,
    ein Punkt kommt in Ihrem Artikel unterbewusst vor, auf den ich gerne hinweisen möchte. Es ist nicht die Bürokratie, oder fehlende Technikaffinität, oder das verkappte System in Deutschland sondern zu einem großen Teil die weltverschlossene und less open-minded Mentalität. Meine peers in den 20ern trauen sich schlichtweg nicht sorgenfrei zu leben und Risiko in Kauf zu nehmen. Es gehört Mut dazu vom sicheren Job und dem altbewährten abzulassen und neue Wege zu gehen – das ganze Krisengeschwätz und die Zukunftsdepression hält sie davon ab endlich ihren eigenen Weg zu gehen. Ohne Mut und Risiko gibt es nur hörige Arbeitnehmerarmeen aber sehr wenig Entrepreneurs, fianziell Mündige und „Ausprobierer“. Wenn sich wieder ein bisschen Lockerheit und Losgelöstheit vom „establishment“ ausbreitet wäre Deutschland unschlagbar im internationalen Vergleich

  21. Matthäus Piksa

    @Marc

    Ich wünsch ihnen auf ihrem weiteren gentechnik-kritischen Weg alles erdenklich Gute.
    Sie haben für ihre Position keine stichhaltigen Argumente gebracht, keine Beweise, keine Studien. Daraufhin habe ich ihre Vorgehensweise „gespiegelt“ und einfach die ihnen gegenüberliegende Position eingenommen. Ihre Reaktion kann man nun hier im Blog nachlesen.

    Davon mal abgesehen: Da sie keinen Link zu einer eigenen Webseite haben, weiß ich doch noch nicht einmal, ob sie ihre Position überhaupt ernsthaft vertreten, sei es privat, sei es beruflich.

    Kurzum: Wieso sollte es mich jucken, was irgendein Marc im Internet schreibt? Soll ich jetzt etwa Angst haben, dass sie mich ein Leben lang als Querulant stören?

  22. Marc

    @Matthäus Piksa

    Sie wollen darüber Beweise, Studien, Links!?
    Die gibt's zu tausenden in Google zu finden. Oder bei Amazon Filme dazu.
    Echt unglaublich.

  23. Matthäus Piksa

    @Marc

    Leute wie sie möchten in einer Traumwelt leben. In der Landwirtschaft sollen Pestizide,Antibiotika, Gentechnik und alles andere verboten werden. Autos, Busse, Flugzeuge, LKWs verpesten die Umwelt und sollten eigentlich abgeschafft werden. McDonalds, CocaCola, die Pharmabranche, Alkohol+Zigarettenhersteller, die Mineralölkonzerne, … ach im Grunde wimmelt es doch nur so vor lauter bösen, kapitalistischen Konzernen. Das Beste wäre es, wenn all die Firmen dichtgemacht werden, jeder 1.000€ bedingungsloses Grundeinkommen bekommt und wir wieder zu Jägern und Sammlern werden.

    Schon komisch, dass dabei nicht alle mitmachen wollen und auf solche utopischen Märchenerzählungen hereinfallen , oder?

  24. Marc

    @Matthäus Piksa

    Schon faszinierend woher Sie wissen wollen, was ich alles will, wie 1000 Euro bedingungsloses Grundeinkommen etc.! Wechseln Sie mal ihre Glaskugel.

    Sie liegen nämlich komplett daneben.

  25. Markus

    Es ist ein Informationsüberfluss vorhanden, der es erlaubt, jedem seine vorgefertige Meinung zu bestätigen.

    Das arrogante „niedermachen“ von Deutschland und das übertriebene „hochloben“ von Amerika kann man sehen wie man will. Ich finde beide Arten zu blauäugig und stark übertrieben.

    Viele zitieren gerne Studien, ohne überhaupt einmal die Auftraggeber der Studie und deren Motive zu kennen. Andere wichtige Komponenten werden in Studien einfach nicht erwähnt usw.

    Im Bereich von Lebens- und Nahrungsmitteln wird extremer „Schindluder“ getrieben um immer noch höhere Profite für einige wenige zu erzielen. Die Gentechnik soll es ermöglichen, den Entwicklungsländern selbstständig Landwirtschaft zu betreiben und sich zu ernähren??? Ich hasse keine Technik, aber die Argumente sind aber extrem an den Haaren herbei gezogen!
    Das ist ein wenig Augenwischerei-Lobby, die einen guten Ruf erzeugen soll. Allerdings hat auch schon Greenpeace bzw. die Gegenseite „Bockmist“ gemacht…

    Schwierig, da die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben!!!

  26. Tino

    @Marc, Google, Amazon sind nun mal keine wissenschaftlich gesicherten Quellen, und selbst die als gesichert geltenden Quellen müssen nicht die Wahrheit sagen. Aus meiner Sicht schwimmen wir in einem Pool von Meinungen, und hier treffen gerade zwei konträre aufeinander. Ich finde es nicht gut, als letztes Mittel den persönlichen Angriff zu wählen.

    Technologie, die Fähigkeit zur Veredlung von Rohstoffen ist nun mal ein wichtiger Treiber für unsere Welt und hat unzählige Leben gerettet, wenn man nur mal diesen Aspekt betrachtet. Die Schattenseite ist immer ein Bestandteil dessen, ob man es will oder nicht. Schwarz-Weiss-Malerei endet im offenen Schlagabtausch ohne Ergebnis.

    Die bösen Unternehmen können in Ihrem wirtschaftlichen Bestreben eben nicht jedem gefallen. Neben rein monetärer Motivation erzeugen sie eben alle möglichen Produkte für unseren Wohlstand und langfristig auch für den Wohlstand der Nachzügler in Schwellenländern und der dritten Welt. Zu wirtschaften bedeutet immer auch im Sinne des Unternehmens zu arbeiten, d. h. Wachstum, Marktposition sichern. Und das geht eben nicht ohne so manches Opfer, in welcher Form auch immer.

    Und deshalb halte ich auch nichts von in den Medien breit getretenen Studien, sei es in den USA oder in Deutschland oder sonstwo, ob uns Gentechnik unfruchtbar macht oder Plastik in unsere Nahrungskette ist und wer wieder daran schuld sein soll, vielleicht der Bill. Niemand kann das komplexe wirtschaftliche und soziale Geflecht auf unserem Planeten komplett durchleuchten und entscheiden wer böse und gut ist, weder ein einzelner monetär getriebener Autor, noch eine ehrenamtlich arbeitende Gesellschaft für wissenschaftliche Beiträge. Und der Bill allein kann's auch nicht sein, viel zu simpel.

    Aus meiner Sicht ist alles sehr unscharf. Ich sehe es ähnlich wie Markus, was die massenhaften Informationen betrifft, wir werden tagtäglich dadurch manipuliert, ob wir es wollen oder nicht, und dazu zählen eben auch Amazon und Google. Kaum einer ist beim Geschäftsabschluss von Monsanto dabei oder wenn ein neuer Genmais genehmigt wird. Also, wie kann man dann so genau wissen was richtig und falsch ist?

    Ich sehe die USA immer als Macher mit positiver Grundeinstellung, auch aus der eigenen Erfahrung bei mehrwöchigen Aufenthalten, und die gibt es in Deutschland auch und sollten einfach noch mehr werden und selbstbewusster werden, sich ihre Ideen nicht totreden lassen.

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