Der dumme Aktionär


New York, 23. Oktober 2013

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Sie haben sicherlich schon so eine Story gehört: Da hat jemand irgendwo im Stadtzentrum in den 1980er Jahren für 300.000 Mark ein Haus gekauft und heute ist diese Person Millionär. Der typische Geldadel in Deutschland und den USA wird mit Immobilien reich.
Aktien sind als Glücksbringer eher unwahrscheinlich. Die Leute glauben daher, Häuser sind die wahren Gewinner. Dabei ist sind es Aktien. Es liegt daran: Wenn diese Leute genauso viel Geduld mit Aktien hätten wie mit Häusern, dann wären sie noch reicher.
Mit den eigenen vier Wänden tradet niemand, schon gar nicht täglich, weil es technisch nicht machbar ist. Es dauert Monate, bis ein Objekt verkauft ist. Und es ist teuer.
Dieser Traum, schnell reich zu werden, ist insofern Unfug. Es lohnt sich nicht, solche Ziele schnell zu verfolgen. Die meisten Zocker fallen auf die Nase.
Die Ungeduld ist eben der Grund, warum es so wenig Aktienmillionäre gibt. Hinzu kommen die Gefühle (Angst, Gier), die uns einen Strich durch die Rechnung machen.
Von allen Assetklassen, die es gibt, weisen Immobilien die längste Halteperiode auf. Das schützt Immobilienbesitzer vor vielen Dummheiten. Deshalb informieren sich Immobilienkäufer intensiv. Aktienfans kaufen gerne auf die Schnelle – ohne zu recherchieren.
Was lernen wir daraus?
1. Aktien sind die besten Renditebringer auf lange Sicht. Legen Sie Ihr Aktiendepot so an, als ob es sich um Ihr Eigenheim handeln würde. Umfassend informieren, anschließend kaufen für die Ewigkeit. So profitieren Sie von dem Weltwunder des Zinseszinses.
2. Indexfonds und Investmentfonds (bedingt) sind eine gute Ergänzung.
3. Immobilien sind für die Risikostreuung sinnvoll.
4. Vermeiden Sie Schulden aller Art und tilgen Sie so schnell Sie können Ihre Hypothek.
5. Verpulvern Sie Ihr Geld nicht für zu viel Konsum bzw. Luxus.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Der dumme Aktionär

  1. Tom

    Solange die meisten Leute die Aktie verteufeln und nur den Beton bevorzugen, wird sich nichts ändern. Man läuft entweder mit der Masse mit oder man fängt an sein Vermögen selber zu verwalten.

  2. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    @Tim:
    Wichtig ist auch, dass man bei einem Crash (-10%,-15%) die Ruhe bewahrt und sein Aktiendepot nicht veräussert, sondern gezielt Aktien nachkauft.

    Gerade die Dividendenstrategie hat doch in USA gezeigt, dass diese einwandfrei auf Sicht von >20 Jahren perfekt funktioniert.

    Alleine die ganzen Dividend Growth Aktien, die Jahr für Jahr ihre Dividendenzahlungen anheben.

  3. StefanStefan

    @ Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog:

    Ich muss sagen: großen Respekt was du dir in der kurzen Zeit aufgebaut hast. Ein 150.000€-Depot ist schon super. Allerdings gefällt mir deine Depotzusammensetzung überhaupt nicht. 70 Titel bei der Summe? Da hätte ich maximal 20. Was bringt es 2.000 € in eine Coca Cola zu stecken? Was ist eigentlich mit dem Währungsrisiko? Ignorierst du das? Gleicht sich das auf lange Sicht eh immer aus?

    Gruss

  4. Markus

    @Tim

    also dass der typische Geldadel in Deutschland mit Immobilien reich wird, habe ich so noch nie gehört…

    Die durchschnittliche Immo-Rendite in Deutschland liegt ganz knapp über der Inflation. Das habe ich schon mehrfach gelesen. Sicher mag es wenige Ausnahmen geben, aber die Regression zum Mittelwert ist eine sehr starke, treibende Kraft… Ich kenne viele Besitzer von Immos und auch Miet-Immos.
    Ob jemand z. B. mit 700k im Eigenheim sitzt, oder jemand ein 700k Aktiendepot besitzt und eine Mietwohnung bezahlt, ist ein großer Unterschied. Reich definiert aber jeder anders!

    @Marcos

    Mir wäre es bei Deinem Depot auch nicht ganz wohl…
    Dass ist aber im Prinzip egal, da jeder sein eigenes „Wohlfühldepot“ passend zu seiner Risikoneigung und seinem Temperament finden muss!!!
    Andere kritisieren meine etf`s, dabei wissen sie nicht mal, welche ich halte…
    Wieder andere halten nicht`s von Rohstoffen, Anleihen, Reits, Apple`s, Eon`s, Berk`s usw.

    Wenn man nach mehreren Jahren seine Strategie gefunden hat, sollte man an dieser festhalten können!
    Das entbindet natürlich nicht, seine Überlegungen von Zeit zu Zeit zu überprüfen.

    „Horoskopieren“ was die Zukunft bringt, ist menschlich. Wie viele Volkswirte gibt es weltweit? Konnte ein einziger den Zeitpunkt der Finanzkrise voraus sagen? Pessimisten, die immer wieder nach Krise schreiben, habe irgendwann dann wieder recht….

  5. GertGert

    @ Markus

    Zur zeitlichen Vorhersage der Finanzkrise: Einige sind schon sehr nahe herangekommen mit ihren Erwartungen.

    Ich empfehle das Buch „The Big Short“ von Michael Lewis. Das ist spannend, und eindeutig ist man nachher schlauer, was das Thema Subprime-Krise angeht.

  6. tim schaefertim schaefer

    @ Markus
    Laufe mal in München, Stuttgart, Hamburg oder Frankfurt durch die Stadtmitte und schaue die Hauswände hoch. Diese Eigentümer sind mit hoher Wahrscheinlichkeit steinreich.

    Die meisten Reichen in Deutschland sind durch ihren Immobilienbesitz reich geworden. Es liegt, wie gesagt, an der langen Haltedauer. Das schafft Werte. Selbst wenn die Rendite p.a. sehr klein ist, wird sie gross mit der Zeit.

  7. Markus

    @Tim

    Nur mit dem Unterschied, dass in München, Stuttgart, Hamburg die guten Lagen vor 30 Jahren auch schon keine Schnäppchen waren.
    Geldadel entsteht in den meisten Fällen über Generationen (auch unter Berücksichtigung von Erbfällen). Da wirkt das viel beworbene Wunder „Zinseszins“ noch besser, wobei es ein „Geschmäckle“ hat.
    Zumindest kommt die Aussage von Vermögensverwaltern. Immer haben die natürlich auch nicht recht! 😉

    Wenn man den gesamten Querschnitt aller Immos in Deutschland jetzt mal mit den Toplagen vergleicht, kann man sich sicher sein, dass man sich in die eigene Tasche lügt.

    Es gab da auch mal so Immobilienblasen und Abzocke in Ostdeutschland vor ein paar Jährchen… Der Großteil aller Immobilien ist nicht in Toplagen (Innenstadt von boomenden Städten), sondern sehr wahrscheinlich eher durchschnittlich 😉 (Gemeinden, Märkte, kleinere Städte und Randbezirke von Städten). Gibt es da eine Übersicht? Wer rechnet bei der Immobilie mit 30 % Eigenkapital das Fremdkapital (70%) dagegen und vergleicht dass eingesparte Kapital / gehebelte Kapital mit Aktienmärkten?
    Wer berücksichtigt den vielleicht überteuerten Kauf einer Immobilie?

    Mehrere Vermieter aus dem Bekanntenkreis hatten schon Mietnomaden, Leerstände, Gerichtskosten usw. Ist natürlich nicht repräsentativ, wenn ich nur ein paar Einzel-Beispiele aus Bayern und Baden Württemberg persönlich kenne.
    Sicherlich ist es Jammerei auf hohem Niveau, wenn mal ne geplante Zusatzeinnahme zur Rente ne Weile ausfällt, aber reich ist für meine Definition niemand mit 2 Immos.
    Für andere ist man damit evtl. schon reich… Das sind die unterschiedlichen Sicht- und Denkweisen. Ist die durchschnittliche Rendite von 3,5 % geeignet in einem „Angestelltenleben“ es zu etwas zu bringen? Oder wird hier eine höhere Rendite angenommen, nur weil es gerade brummt?

    @Gert

    Gibt das Buch Auskunft über die Zukunft? Lagen die Vorhersagen öfters richtig als bei der subprime-Krise? Wie oft wurde ein schwarzer Schwan prognostiziert?

  8. Marc

    @Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    Zitat:“Wichtig ist auch, dass man bei einem Crash (-10%,-15%) die Ruhe bewahrt …“.

    LOL Crash von 10-15%. Was sind dann Rückgänge von 50-90%. Haha, danke mein Tag ist gerettet.

  9. GertGert

    @ Markus

    Lies das Buch, falls dich das Thema interessiert oder lasse es. Das ist mir völlig egal.

    Auf dieser Ebene kann und werde ich nicht diskutieren.

  10. Markus

    @Marc

    Die zwei fetten Drawdowns (Dotcom & Subprime) waren mit „Weltportfolios“ mit Beimischung Rohstoffen & Immos bei weitem weniger schlimm als einzelne Indexe wie Dax, High-tech-Indexe oder amerikanischen Reit`s. (Asset-Allocation ist das wissenschaftliche Zauberwort, dass mir bei einer reinen Dividendenstrategie fehlen würde).

    @Gert

    Ich wollte nur wissen, ob es lesenswert ist bzw. eine kurze Zusammenfassung ob es praxistauglich und auch ein wenig kritischeren Fragen stand hält!!! Ich versuche Vorurteile zu vermeiden. Allerdings ganz schafft das niemand!!!

  11. tim schaefertim schaefer

    @ Marc

    Wie man es nennt, wenn der Markt baden geht, ob nun Crash, Korrektur oder Rücksetzer, ist eigentlich egal. Natürlich ist alles möglich beim Dow, DAX, S&P: Minus 10 bis minus 50%.

    Am besten schneiden jene ab, die dann zugreifen bzw. aufstocken, wenn die Fetzen fliegen.

    Dass der Markt um 50% einbricht, passiert ein bis zwei Mal innerhalb eines Jahrhunderts. Das ist sozusagen die Chance eines Lebens. Die hatten wir gerade.

  12. StefanStefan

    Mir fällt auf, dass Finanzielle Freiheit mit Dividenden immer nur einmal postet. Auf Rückfragen geht er nie ein.

    Will da etwa jemand nur Werbung für sein eigenes Blog machen?

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