Bear Stearns pleite


New York, 17. März 2008

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Der Hammer. Die fünftgrößte Investmentbank ist pleite. 14.000 Mitarbeiter. Den Beschäftigten gehören 30 Prozent ihres Brötchengebers. J.P. Morgan übernimmt die Pleitebank für ganze zwei Dollar je Aktie. Das entspricht einem Wert von 236 Millionen Dollar. Noch vergangenen Freitag lag der Börsenwert bei vier Milliarden beziehungsweise 30 Dollar je Anteilsschein.
Die FED und Regierung machten Druck, dass die Bank nicht kollabiert. So kam der Deal über das Wochenende zustande. J.P. Morgan kauft den Wettbewerber mit Garantien der FED, die bis zu 30 Milliarden Dollar der Risiken im schlimmsten Fall trägt. Insofern scheint die Transaktion risikolos.
Wenn das vor 85 Jahren gegründete Unternehmen einfach geschlossen worden wäre, dann hätte es weitere massive Probleme gegeben. Denn hunderte von Hedgefonds und Investoren sind Kunde des Hauses, sie steuern ihre Investments über den Broker. All diese Investoren hätten dann ein Problem gehabt.
Dennoch ist nun klar, dass die Bilanzen der großen Häuser viel maroder sind, als viele denken. Wall Street wackelt. Und die Rezession ist da. Die lässt sich kaum noch aufhalten. Gut an dem Kursrutsch ist, dass es spannend bleibt hier zwischen dem Hudson und East River.
Gerade letzte Woche war ich mehrmals im Hauptgebäude bei Bear Stearns, in Midtown Manhattan: 383 Madison Avenue.


tim schaefer (Author)

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