Arbeitslosigkeit nimmt zu


New York, 4. April 2008

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Schlechte Nachricht. 80 000 weniger Jobs im März. Das war in fünf Jahren der schlimmste Rückgang. Vor allem der Konstruktionssektor geht zurück mit minus 50 000 Arbeitsplätzen. Die Arbeitslosenquote erreicht 5,1 Prozent, so hoch wie schon lange nicht mehr. Seit 2005 geht die Zahl der Jobs stetig zurück, zuletzt beschleunigte sich der Abwärtstrend. Möglich, dass die Fed noch mal die Zinsen senkt.
Das sieht in der Tat nach einer Rezession aus. Aber: Rezessionen sind Teil der Wirtschaftzyklen. Ich verliere nicht meinen Optimismus. Auf lange Sicht läuft die Börse nach oben. An den Börsen können Sie ideal am Wachstum der Weltökonomie partizipieren. Im Schnitt dauerten Rezessionen in den USA gerade mal zehn Monate – dann ging es wieder aufwärts mit der Ökonomie. Die beiden letzten Abschwünge waren sogar schon nach acht Monaten überstanden. Dank der aggressiven Leitzinssenkungen der FED dürfte auch die aktuelle Durststrecke schnell enden.
Und immerhin: 70 Prozent der Amerikaner sind zufrieden mit ihrer Finanzsituation. Amerikanische Steuerzahler haben gerade ein Schreiben der Finanzbehörde IRS erhalten. Es geht um eine Steuererstattung. Das Konjunkturprogramm! Auch ich erhielt so ein Schreiben.
Der Titel in Rot: „ENCLOSED IS AN IMPORTANT MESSAGE FROM THE IRS ON THE ECONOMIC STIMULUS ACT OF 2008. DO NOT THROW AWAY!“ In Deutsch: „Es handelt sich hier um eine wichtige Mitteilung der Steuerbehörde IRS über das Konjunkturprogramm 2008. Werfen Sie das nicht weg!“
Konsumenten können mit einem Scheck in Höhe von bis zu 600 Dollar rechnen. 1200 Dollar sollen Ehepaare bekommen. Ich glaube, dass diese einmalige Zahlung nicht hilft. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Ob die Leute das Geld dann gleich ausgeben, ist zudem fraglich. Vermutlich werden sie es zunächst sparen, die Verunsicherung ist groß. Restaurantketten leiden, teure Supermärkte, Ökoläden, Kinos, Autohersteller – alle leiden. Kaum eine Branche, kaum ein Sektor ist ausgenommen. Überall sehen Sie, dass die Verbraucher ihr Portemonnaie nicht mehr so häufig zücken. Selbst der Preis für Orangensaft steht massiv unter Druck. Nachdem die Saft-Anbieter vor einiger Zeit die Preise für die Saftboxen massiv angehoben haben, kaufen die Verbraucher einfach seltener die flüssigen Vitaminladungen.
Besonders belastend kommt hinzu: Die Spritpreise sind sehr teuer geworden. Ebenso die Lebensmittel. Das spüren die Verbraucher. Also beginnen sie nun, zu sparen. Zumal die Angst vor einem Jobverlust wächst. Darüber hinaus haben natürlich die Aktiendepots der Amerikaner an Wert verloren – mit den starken Kurskorrekturen an der Wall Street. Ferner schrumpfte der Wert der Immobilien kräftig. Alles in allem sind die Amerikaner ärmer geworden.
Die Aktienmärkte nehmen es gelassen hin. Die Nasdaq hatte eine der besten Wochen seit vielen Jahren. Der Dow Jones schloss 3,2 Prozent diese Woche höher ab. Die Börsianer sehen positiv in die Zukunft. Sie haben die schlechten Nachrichten längst eingepreist. Nun bieten sich in der Tat Schnäppcheneinkäufe an der Wall Street an. Es gibt viele fundamental hervorragend aufgestellte Unternehmen, die mit einem KGV von 13 oder 15 taxieren. Das scheint mir günstig.
In Mode kommt wieder Wal-Mart. Seit November kletterte die Aktie von 44 auf aktuell 54,40 Dollar. Und das gegen den allgemeinen Abwärtstrend. Das KGV beträgt 17 für den laufenden Turnus. Bei Wal-Mart können die Amerikaner billig einkaufen. Das ist genau das, was die Verbraucher jetzt bevorzugen.
Ebenfalls dürfte der Billigheimer Family Dollar Stores sich zu einem gefragten Unternehmen mausern. Denn hier können die Verbraucher ebenfalls ihre Haushaltsartikel spottbillig abstauben. Der Family-Dollar-Stores-Titel hat nach einem langen Abwärtstrend einen schönen Boden ausgebildet. Da lohnt es sich, einzusteigen. Aktueller Kurs 20,42 Dollar. Noch Ende 2003 notierte die Aktie doppelt so hoch. Das KGV beträgt nur noch 14 für das laufende Jahr. Schnäppchen! Kaufen!
Lassen Sie uns beide Aktien noch einmal in sechs Monaten aufgreifen. Ich glaube, die Chancen stehen gut, dass wir dann höhere Kurse haben.
Übrigens kennen Sie den Unterschied zwischen einer Rezession und einer Depression? Also, in einer Rezession hat ihr Nachbar seinen Job verloren. In einer Depression haben all ihre Nachbarn ihren Job verloren und auch Sie sind arbeitslos.


tim schaefer (Author)

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