Angela Merkel ist ein großes Vorbild


New York, 9. Oktober 2013

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Politisch stimme ich mit unserer Kanzlerin nicht immer überein. Aber als Mensch bin ich von Angela Merkel tief beeindruckt. Ich finde es ist bewundernswert, wie sie mit ihrem Gatten ihren Urlaub an der Küste der italienischen Insel Ischia verbringt.
Es hat sich herumgesprochen, wie bodenständig, sparsam, nett, menschlich sie ist. Beachtlich ist das schon, wenn Sie bedenken, dass Merkel zu den mächtigsten Frauen rund um den Globus zählt.
Sie plaudert mit den Bediensteten im Hotel. Merkel versucht, sich zu verständigen – trotz ihrer bescheidenen Italienischkenntnisse. Angeblich soll sie Einheimische zum Kaffeeplausch einladen.
Als Merkel erfuhr, dass ein Kellner ihres geliebten Hotels arbeitslos wurde, besuchte sie ihn zuhause und machte ihm Mut.
Merkel isst gerne ganz normale italienische Küche. Pasta mit Tomaten und Basilikum. Basta! Und ein Glas Rotwein dazu. Bei dem Ehepaar Merkel gibt es keine Starallüren. Selbst bei den Flügen sucht der Gatte angeblich nach besonders moderaten Preisen.
Wir hatten schon Staatsmänner im Kanzleramt und im Schloss Bellevue – da hatte ich das Gefühl, als ginge es denen darum, in Saus und Braus zu leben. Es schien so zu sein, als wollten sie einen persönlichen Vorteil aus irgendeinem Kontakt zu einem Geschäftsmann herausschlagen.
Bei Merkel scheint dies nicht der Fall zu sein. Das ist ehrenhaft. Die CDU-Chefin geht schon mal selbst zum Discounter, um ihre Lebensmittel einzukaufen.
Genauso beeindrucken mich Investoren, Sportstars, Schauspieler und andere Superreiche, wenn sei einen bescheidenen Lebensstil führen.
Die ganze Angeberei mit Luxussymbolen endet hin und wieder in der Pleite. Es bringt doch eigentlich nix.
Ich glaube, Bescheidenheit kann man nicht lernen. Es ist vermutlich eine Frage der eigenen Identität. Und der Erziehung.
(Bundeskanzlerin Merkel auf dem Foto: Wikipedia, Alexander Kurz)


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Angela Merkel ist ein großes Vorbild

  1. Martin

    Sie gibt jetzt aber bestimmt mehr für Kleidung und Styling aus als früher. Das ist fast ein Zwang in einer Mediendemokratie. Oder ist das im Kanzlerpaket zwangsweise dabei?

    Ich fand es schon sonderlich, dass sich manche Pressevertreter mokierten, wenn sie eine Garderobe auch mehr als einmal trug.

  2. tim schaefertim schaefer

    @ Martin

    Barack Obama trägt immer die gleiche Sorte Anzug. Weil ihm der ständige Modewechsel schlicht auf den Wecker geht. Ich finde das kultig. Der US-Präsident handelt nach der Devise: „Simplify Your Life!“

    Im Endeffekt ist es ja egal, welche Kleidung eine Kanzlerin oder ein US-Präsident trägt. Hauptsache die Politik ist gut. Meinetwegen geht es in Blue Jeans.

  3. Stefan Müller

    Irgendwie typisch deutsch.
    Fleißig, gründlich und sparsam.

    Aber leider wie der Deutsche nichts mit Aktien zu tun. Sie hat vor 5 Jahren in der großen Koalition mit Steinbrück die Abgeltungssteuer mit dem Wegfall der Spekulationsfrist eingeführt und keine Anzeichen gezeigt, etwas daran zu ändern.
    Seitdem sind Langfristiganlagen sehr viel ungünstiger geworden.

    Typisch Deutschland, Aktien sind böse Spekulationen, Sparbücher und Lebensversicherungen sind gut.

  4. Markus

    @Tim

    Amerika steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit…
    Es mag drastisch oder übertrieben klingen, aber das ist ein Kaliber was eine wirklich fette Weltwirtschaftskrise auslösen kann und nicht das kleine Griechenland…
    Für den Fall, dass die sich wieder mal zusammenraufen dauert es wie lange, bis die vor der nächsten Schuldenobergrenze stehen???
    Das Vorbildsland für den Kapitalismus und der Börse…

    Ob Angela Merkel ein großes Vorbild ist, finde ich dagegen relativ uninteressant und nebensächlich.

  5. tim schaefertim schaefer

    @ Stefan Müller
    Es stimmt, dass es in der Altersvorsorge erhebliche Schwächen in Deutschland gibt. Vermutlich liegt es mitunter an der wirtschaftlichen Unkenntnis im deutschen Parlament. Ich kann im Bundestag nicht viele echte Wirtschaftsfachleute/Börsianer entdecken.

    @ Markus
    Das ist ein politisches Theater auf dem Hill – getrieben von Starrsinn. Wenn es knallt, die Börse crasht, dann soll sie es tun. Ich kann es nicht ändern.

    Einen Crash nutze ich zum billigen Nachkaufen. Es ist wie im Zirkus. Es sind ein paar Clowns in der Manege. Die spielen mit der Angst der Menschen.

    Die hohe Staatsverschuldung ist in der Tat ein Problem, das wird die USA bewältigen.

    Mein Rat: Lasst Euch keine Angst einjagen. Immer cool bleiben. Gerade beim Crash. Verlieren werden jene, die in Panik geraten und ihre Aktien aus Angst verkaufen. Gewinnen werden die Mutigen, die auf Schnäppchenjagd gehen.

  6. Christian

    @Tim: Ich stimme mit dir überein. Politisch bin ich manchmal anderer Meinung als die Kanzlerin. Aber menschlich finde ich sie super. Sie wurde unlängst kritisiert, weil sie zu den Wagner Festspielen in Bayreuth noch einmal das selbe Kleid wie schon vor vier Jahren trug. Ich finde genau das macht sie so sympathisch. Die Kanzlerin würde wohl auch nie Kleider von einem Designer annehmen und tragen – wie beispielsweise Bettina Wulf.

  7. Matthäus Piksa

    Merkel hat den Dreh raus! Mir persönlich ist es nahezu egal, ob es zu Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün kommt.
    Im Ausland wird sie enorm geschätzt. Wenn ich da an Steinbrück denke, der schon mal die Kavallerie in die Schweiz schicken wollte, einen italienischen Politiker als Clown bezeichnete und sich mit Stinkefinger fotografieren lässt, denke ich, dass Steinbrück, den ich rhetorisch im Vergleich zu Merkel besser finde, einfach nicht staatsmännisch genug ist.

    Wenn denn bloß noch das Aktiensparen für die Rente besser gefördert würde.

    P.S.: Irgendwie lässt mich der Shutdown kalt. Die Börsen ja auch. – Ich frage mich ohnehin, warum es diese bescheuerten Schuldengrenzen gibt. Bei uns wird ja auch auf die Schuldenbremse verwiesen. Das ist im Grunde etwas Ähnliches. Es soll Bund und Länder disziplinieren. Jedoch weiß ich, dass es gleich mehrere Ausnahme-Tatbestände gibt. Zum Beispiel bei Naturkatastrophen, volkswirtschaftlichen Notsituationen. Dann werden auch in Zukunft mehr Schulden gemacht werden können. Warum ausgerechnet die Amis hier solch knallharte Regeln haben ist mir indes völlig schleierhaft.

  8. Turing

    Die Amerikaner haben deshalb so knallharte Regeln, weil sie ihre Währungsunion schon vor über 150 Jahren hatten.Dass einzelne Bundesstaaten pleite gehen, ist ein normaler Vorgang und ebenso normal ist die Kaltschnäuzigkeit, dass die anderen Staaten oder der Bund nicht helfen. Was ja auch richtig so ist. In Europa sind wir leider nicht so prinzipientreu. Wir lassen uns dazu hinreißen, Griechenland zu retten, weil Sarkozy es wollte. Bekanntlich waren die französischen Banken besonders stark in Griechenland unterwegs.

    Der Shutdown ist auch nichts besonderes. Ich muss sagen, dass mir Deutschland in den letzten Monaten immer unheimlicher wurde. Natürlich das ständige Herumgemotze über Neoliberalismus und über die FDP, jetzt aber wird mal wieder die Republikaner gegiftet, als wenn sie verantwortlich dafür wären, dass Obama keinen vernünftigen Haushalt hinbekommt. Es wird geschrieben, der Shutdown gefährde die USA, aber es ist falsch: Der Shutdown rüttelt die Verantwortlichen wach und sorgt dafür, dass das Problem angepackt wird. In Europa hätte es irgendein Gipfel gegeben und Bundestag gibt's Fraktionszwang, sodass genau das beschlossen wird, was die Regierung vorlegt.

    Der Shutdown zeigt mir, dass es sich bei den USA um ein äußerst vitales und widerstandsfähiges demokratisches System handelt und daher werde ich auch vermehrt amerikanische Aktien kaufen.

  9. Markus

    @Tim

    Wie werden die Amerikaner ihr Staatsschulden-Problem lösen???

    Inflation und Währungsreform sind deutlich wahrscheinlicher als Schuldenabbau. Mit zeitlicher Aufschieberei verschiebt sich die Wahrscheinlichkeit der negativen Auswirkungen noch stärker.

    Ein Shutdown oder wenn die Amerikaner ihre Staatsanleihen nicht mehr bedienen ist dann allerdings doch ein gewaltiger Unterschied!!!
    Man bedenke welche Auswirkungen ein paar Banken 2008 hatten.
    Wie viele Versicherungen, Banken, Staaten (weltweit) haben US-Dollar oder US-Dollar Anleihen als Sicherheit und Anlageinstrument auf der Aktivseite???
    Die Zahlungsunfähigkeit Amerikas verursacht eine Weltwirtschaftskrise dagegen war dotcom und Finanzkrise ein Klacks.
    Ich habe beide vergangenen Krisen genutzt und weiter investiert. 80 % Wertverlust wie 1929 tun einem buy & hold Anleger mehr als weh. 5 oder 10 % Cash fallen wie stark ins Gewicht?

    @Turing

    Seltsam, der gesamte amerikanische Aktienmarkt ist mit einer der teuersten weltweit…

  10. Matthäus Piksa

    @Turing

    Meine Eltern haben kürzlich Urlaub im hoch verschuldeten Griechenland gemacht. Abgesehen davon, dass es ihnen gefallen hat, meinten Sie auch, dass viele Russen, Chinesen und Japaner vor Ort (Kreta) waren, was für mich nach einer Art internationaler Solidarisierungsbewegung klingt. 😉

  11. Markus

    Dass liberale Parteien so abgestraft worden sind finde ich schade.
    Allerdings wenn man manche dekadenten Sichtweisen und Gedankengänge hört, wundert es nicht wirklich dass das bei der Mehrheit nicht gut ankommt.
    Solidargemeinschaft…

  12. Frank

    @matthäus,
    wenn du diesen Zahlen wirklich glaubst bist du entweder unbelehrbar oder einfach ein wahnsinnig netter Mensch.
    Übrigens:
    Newsflash: Rauchen jetzt doch nicht gesundheitsgefährdend.
    Dr. Philip Morris

  13. Markus

    – 27,6 % Arbeitslosigkeit
    – jeder zweite Jugendliche arbeitslos
    – Haushaltsplus von 2,6 Mrd VOR!!! Zinszahlungen
    – über 280 Mrd. € Kredit

    Beim letzten Punkt frage ich mich, wo denn der Aufwärtstrend nach!!! Zinszahlungen herkommt???

    Natürlich absolut belastbare Zahlen von einem Land, dass schon mal eine Währungsunion gesprengt hat…
    Wir müssen wohl einfach mehr in den Urlaub fahren.;-)

  14. Markus

    @Marc

    Sehr viele Meinungen… Manchmal hilft nur Ironie.;-)

    Eine Diskussion mit Argumenten und Beweisen wäre sehr wünschenswert!

  15. Felix

    Ich weiß gar nicht, warum manche Menschen ständig nach Vorbildern suchen. Eine in sich ruhende Persönlichkeit wird sich doch nicht ständig an anderen Menschen orientieren, sondern ihren eigenen Kompass haben.
    Angela Merkel kommt bei den Deutschen so gut an, weil sie völlig uneitel, ein bisschen langweilig und bieder rüberkommt. Ob sie so ist, kann ich nicht sagen. Ihr Rhetorik und auch ihr Politikstil sind absolut unspektakulär. Das Wichtigste ist ihr wohl, wie weiland schon Kohl, möglichst lange an der Macht zu bleiben; alles andere ist zweitrangig. Und wie's aussieht, hat sie damit Erfolg.

  16. tim schaefertim schaefer

    @ Christian
    Genau. Merkel ist bodenständig. Die Amis haben dafür das tolle Wort „humble“. Es beschreibt jemand, der sich selbst nicht so wichtig nimmt.

    @ Markus
    Amerika kommt immer wieder auf die Beine seit hunderten von Jahren. Die Schuldenstände waren (in Relation zum Sozialprodukt) schon höher während des 2. Weltkriegs. Nach der Krise kommt immer ein Boom. Wenn dann gespart wird, kriegt das Washington in den Griff. Ich bin zuversichtlich.

    @ Felix
    Ein Vorbild zu haben hilft einem selbst im Leben. Ich rate dazu. An einem Leuchtturm (wer immer das für Dich ist) kann sich man sich gut orientieren. Ob das nun Merkel, Warren Buffett, die Clintons, Bill Gates, Mutter Teresa, Madonna, Gandhi oder wer auch immer ist, es funktioniert. Das mag jetzt kindisch klingen, ist aber hilfreich. Ich habe schon oft festgestellt, dass besonders Erfolgreiche ein Idol haben.

  17. Sebastian

    Immer dieser Vergleich mit 1929…..
    Dienstmädchen und Hotelpagen, die mit mehreren Monatsgehältern über Kredit an der Börse spekulierten. Alle steckten drin und erzeugten eine gigantische Jahrhundertblase. Jetzt frage ich doch mal die Blogleser hier: Wie viele eurer Verwandten, Freunde, Bekannten, Nachbarn und Arbeitskollegen stecken bis zur Halskrause im Aktienmarkt? Dachte ich mir….

    Die Depression, die folgte, hatte Liqiditätsursachen! Wo kein Geld, da keine Investitionen, kein Konsum, keine Arbeit, keine Hoffnung, Deflation und Todesspirale nach unten.

    Erst die Euphorie dann die Depression, Unternehmen, die unter ihrem Barbestand gehandelt wurden!
    Kann ich mir für heute beim besten Willen nicht vorstellen. Die dümmliche Koppelung von Geld (dem Lebenssaft der Gesellschaft) an das endliche Metall Gold ist zum Glück Geschichte!

    Das schöne am Aktionärstum (im Gegensatz zum anonymen ETF-Halten) ist doch, dass mich die Börsenpreise, die Mr. Market aufruft, nur in sofern interessieren, als dass ich günstig nachkaufen kann. Verkaufen muß ich zu den Panikpreisen ja nicht! Mir gehören die Unternehmen und ich profitiere von Gewinnen und Dividenden.

    Mit den ETFs sehe ich dagegen nur den absoluten Wert meines Vermögens, der dahin schmilzt.
    Diesen (psychologischen) Vorteil von Direktbeteiligungen gegenüber dem Indexing kannte ich bisher gar nicht.

  18. Sebastian

    Die FDP ist(vorerst) Geschichte, weil sie zur reinen Klientelpartei verkommen ist. Von Liberalismus ist da leider nichts mehr übrig geblieben.

    Wer Kinder hat, kann den Neoliberalismus übrigens riechen. Einfach mal eine Schule besuchen.
    Die Lernbedingungen sind auch sonst ganz toll.
    Die Straßen sehen mittlerweile auch ganz schön aus. Und die vielen Polizisten auf den Straßen….

    Ja, das ist Ironie. Ich höre immer, wir hätten kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem. FALSCH!
    Die Einnahmen sind die letzten Jahre enorm gestiegen? Ja richtig, die Ausgaben aber auch! Jede Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst schlägt zu Buche.

    Schaut euch mal um, wie das Gemeinwesen verrottet und von einer kleinen Bürgerschicht duch privates Geld und Arbeit am Leben erhalten wird.

    Wer das Problem der zinsbedingten Schere von Reich und Arm beseitigen will, kommt um eine böse Antwort nicht herum: Das 1% an der Spitze muß wesentlich höhere Steuern abführen!

    50er Jahre im Mutterland des Kapitalismus: Die High Society läßt sich von Dienern die Häppchen servieren und macht smalltalk über die neuesten Geschäfte. Der Steuersatz? 70%. Wie bitte? Ja, genau, 70%! Stört aber (vorerst) keinen. Ist auch eine patriotische Pflicht. Und ein Zeichen, dass man es geschafft hat und den Gönner für die Gesellschaft spielen kann.

    Die Frage ist doch: Wenn ich 14 Schlafzimmer habe, in wie vielen kann ich gleichzeitig schlafen?

    Und jetzt bitte nicht mit der Mär von den Investitionen und dem Leistungsanreiz kommen. So viel Geld kann man gar nicht ausgeben, wie da stündlich reinkommt.

    Ich bin mir sicher, dass auch Angela Merkel diese Wahrheiten kennt. Wie aber umsetzen gegen die eigenen Leute? Mit dem Schäuble zusammen?

    Schuldenabbau, 5 Schüler auf einen Lehrer, Wissenschaftler und Pädagogen die jeden 3-Jährigen fördern, Megainvestitionen in die Infrastruktur (da klappt dann auch die Energiewende), ja das wäre etwas!

  19. Felix

    @ Sebastian
    Warum so bescheiden und nur 90 %, dann doch lieber wie bei der Linke vorgeschlagen 100%. Und das mit der Staatswirtschaft, beispielsweise in der DDR, hat ja so gut geklappt. Alle waren glücklich, keiner ausgebeutet. Aber man nun sie nur durch Mauer und Stacheldraht zum Bleiben bewegen.
    Warum wohl?

  20. Marc

    Immer wenn jemand über staatliche Umverteilung Geld erhält,
    ohne dafür gearbeitet zu haben,
    hatte zuvor jemand gearbeitet,
    von wessen Lohn der Staat mittels Steuern das Geld geraubt hat.

  21. Sebastian

    @Felix
    Nö! Du verwechselst irgendwie die Soziale Marktwirtschaft mit dem Sozialismus des Ostblocks. Bitte noch mal auf die Schulbank! Von der Wirtschaftsform war nicht die Rede. Gerne sollen Unternehmer das Vielfache von Arbeitern verdienen. Eine Unternehmung und das Umsetzen von Ideen soll schon belohnt werden! Aber brauchen manche Leute wirklich 5 Millionen Dollar Abfindung nach einem Jahr schlechter Arbeitsleistung?

    Warum haben denn die US-Amerikaner (auch die hoch Besteuerten) in den 50er Jahren nicht von Sozialismus gefaselt, sondern anstandslos ihre Steuern gezahlt?
    Hast du darauf eine Antwort?

    Ist dir aufgefallen, dass die ungesunden Blasenbildungen bei Vermögenswerten dann am stärksten sind, wenn die Spitzensteuersätze niedrig sind? Irgendwann ist die Grenze einfach erreicht. Die normalen Bürger müssen immer mehr zurückstecken, damit ein paar Topleute 200k oder 300k mehr im Jahr verdienen?

    @Marc
    Ganz schön peinlich! In welche Schule wärst du gegangen, wenn der Staat das Geld vorher nicht irgendwo „geraubt“ hätte?

    Aber du sagst es ja selbst: Unfassbar, was manche schreiben….
    Wo habt ihr euer Demokratieverständnis her?
    Und warum laßt ihr euch einspannen für eine Ideologie, die euch nichts bringt?

  22. Marc

    @Sebastian

    Schon jemals von Privatschulen gehört?

    Dann beschreib mir mal was wahre Demokratie überhaupt bedeuet?

    „Und warum laßt ihr euch einspannen für eine Ideologie, die euch nichts bringt?“ –> Welche Ideologe denn, und warum sollte diese uns/mir nix bringen?

  23. Felix

    @ Sebastian
    Wenn mir der Staat von einem hinzuverdienten Euro nur noch ein paar Cent lässt, dann geht das in Richtung Sozialismus. Natürlich hat der Staat Aufgaben, die aus Steuermitteln zu finanzieren sind. Keine Frage.
    Ich bin aber dagegen, den Staat immer weiter aufzublähen. Er geht mir zu unsachgemäß, zu verschwenderisch mit den in der Regel schwer verdienten Steuergeldern um. Nichts ist leichter als das Geld anderer Leute auszugeben und damit vorgeblich die Welt zu retten. Mir fehlt einfach der Glaube daran, dass der Staat alles richten wird, seine Problemlösungskompetenz ist beschränkt.
    Mit dem weiteren Aufblähen des Staatsektors wird eine Politik- und Funktionärskaste herangezogen, die ohne persönliche Verantwortung über riesige Etats entscheidet. Man sieht das jetzt in den Talkshows nach der Wahl und vor der Regierungsbildung sehr schön, was da plötzlich für Leute aus den Löchern gekrochen kommen und das Fell des Bären verteilen wollen. In einer Welt, wo jedem einzelnen ein staatlicher Sozialpädagoge, ein Ernährungsberater, ein Schulden-/Anlageberater und was weiß ich noch staatlicherseits zur Seite gestellt wird, ist mir suspekt.

    Dass es im Topmanagement mancher Unternehmen ebenfalls unverantwortliches Handeln gibt, macht die Sache nicht besser. Darauf haben in erster Linie die Aktionäre zu achten.

    Insofern finde ich dein oben eingeführtes Argument, dass das Index-Investieren keine Beziehung zwischen Investor und Unternehmen aufkommen lässt, goldrichtig. Auch dadurch wird unverantwortliches Handeln begünstigt.

  24. Matthäus Piksa

    @Sebastian

    Schlechtes Timing, jetzt Steuererhöhungen zu propagieren. SPD und Grüne wurden bei der Bundestagswahl nicht zu letzt wegen ihren Steuererhöhungsplänen vom Wähler – zu recht – abgestraft.

    Ich möchte jedoch ergänzen, dass ich das Thema Steuern nicht so ideologisch wie die Republikaner respektive TeaParty-Anhänger, die Steuererhöhungen komplett ablehnen, sehe.

    In Deutschland sollte man statt Steuern zu erhöhen, eher den Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassungen angehen.

  25. Sebastian

    @Felix
    In einem Punkt mißverstehst du mich:
    Es geht mir doch nicht darum, die Steuern für Leute wie dich und mich zu erhöhen. Im Gegenteil bin ich der Meinung, dass die unteren und mittleren Einkommensschichten ZU VIEL Steuern zahlen. Stichwort Mittelstandsbauch. Es geht also nicht um deinen hinzuverdienten Euro! Es geht mir um Leute, die mehrere 100k PRO MONAT generieren. Ist hier jemand dabei?

    Was ist mit Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern? Da scheint mir bei vielen zu viel Egoismus durch!

    Also – Matthäus – genau von dieser Tea-Party-Ideologie spreche ich. Da werden Milliarden Lobbygelder investiert, um den normalen Bürger für blöd zu verkaufen. Und viele quatschen das dann nach….

    Wir zoffen uns hier und die oberen 0,1 % lachen sich ins Fäustchen. Der Staat ist ja an allem Schuld.

    Deine Kritik am Staatswesen kann ich nach vollziehen, Felix. Du wirst lachen, in meinem Umfeld komme ich aus dem kritisieren gar nicht heraus. Mich stören unfähige, eitle und verschwenderische Politiker genauso. Auch individuelle Freiheit steht bei mir hoch im Kurs. Wäre schön, wenn die Bürger vieles selbst regelten, statt die Behörden ranzulassen.

    Aber von Steuern wird nun einmal die Infrastruktur bezahlt. Privatschulen? Und wer kein Geld hat lernt nichts oder was? Jeder Ersti in VWL lernt, dass es den Staat und Regeln braucht, um Monopole und Machtmißbrauch durch konzentriertes Geld in den Händen von wenigen zu verhindern! Räuberische Umverteilung, Marc? Ja, von deinen Steuern und Sozialabgaben wird die Betreuung von Behinderten, die Rente für alte Omis und Ausgaben für arme Kinder bezahlt, die nichts dafür können, wenn ihre Eltern es nicht auf die Reihe bekommen. Das ist auch gut so!

    Die Ideologie, die ich meine, ist den Staat fast wie ein fremdes, böses Lebewesen zu behandeln. IHR ALLE seid der Staat. Fangt etwas damit an, beteiligt euch, mischt euch ein (nicht nur in Netzforen).

  26. Marc

    @Sebastian

    „Jeder Ersti in VWL lernt, dass es den Staat und Regeln braucht…“
    –>
    Besteht die Möglichkeit, das in VWL was falsches gelehrt wird oder überalterte Theorien? Kannst du dir das vorstellen oder ist das für dich 100% ausgeschlossen? Oder anders ausgedrückt. Der Staat bezahlt ja die Schulen, wieso sollte dann an den Schulen gelehrt werden, das ein Staat schlecht ist?

    Alles was du sonst aufgezählt hast würde sich lösen, da die Ursache der Staat ist.

    „Die Ideologie, die ich meine, ist den Staat fast wie ein fremdes, böses Lebewesen zu behandeln. IHR ALLE seid der Staat.“–>
    Wenn wir alle der Staat sind, warum muss ich dann Steuern zahlen und kann nicht frei entscheiden, ob ich Steuern zahlen will geschweige denn bestimmen für was die Steuern eingesetzt werden? zB das mein Steuergeld nicht für den Bau von Panzern verwendet wird etc.

    Wieso MUSS ich als Angestellter in das staatliche Rentensystem einzahlen und kann nicht frei wählen, wie ich für mein Alter vorsorge?

  27. Rob

    @Tim

    Und was machen die Trucker in Washington? Ist schon alles dicht?
    Soll ja das ganze Wochenende gehen.

  28. tim schaefertim schaefer

    @ Rob
    Davon habe ich nix mitbekommen (das muss aber nicht viel heißen). Ich bin selten in Washington. Es gibt so viele Meldungen und News jede Sekunde – das kann kein Mensch mehr alles verarbeiten.

  29. Markus

    Einzelaktien sind also besser, da der Einelaktionär bessere Kontrolle über den Vorstand hat?
    -Ein großer Nahrungsmittelkonzern toleriert es, dass für die Kakaoplantagen seiner Zulieferer Kinder entführt werden…
    – Ein großer Ölkonzern investiert große Summen für Lobby und Diskreditierungen der Klimaforscher, die bis hin zu Morddrohungen gehen
    – Konzerne entlassen tausende von Mitarbeiter wegen Managementfehlern und der Aktienkurs steigt…

    Moral wird glaube ich von der Mehrheit so interpretiert, wie es in ein bequemes Leben passt.

    @Tim
    Amerika hat es schon mal geschafft die Schulden mit Hilfe von finanz. Repression zu senken. Gibt es ne Quelle für eine langfristige (größer 70 Jahre) Übersicht BIP – Verschuldung – Verhältnis von Amerika oder der Welt?

    Nur frage ich mich, wo ein Wirtschaftswachstum, welches nach den Weltkriegen ein so starkes Niveau hatte, wie wir es seit Dekaden in den Industrieländern nicht mehr gesehen haben, herkommen soll.

    Wenn die Geldpolitik der USA schon öffentlich an die Arbeislosenquote angepasst wird, dann muss man sich fragen, wie viel Wirtschaftswachstum mit der Geldpresse finanziert wird und wie viel davon reales Wirtschaftswachstum ist.

  30. tim schaefertim schaefer

    Hier habe ich eine Grafik zu den USA gefunden: BIP im Verhältnis zu den Schulden:

    http://www.theatlantic.com/business/archive/2012/11/the-long-story-of-us-debt-from-1790-to-2011-in-1-little-chart/265185/

    Dein kritischer Blickwinkel ist OK. Daher sollst Du sehr gut streuen. Setze niemals alles auf eine Karte, auf eine Assetklasse oder auf ein Land.

    Japan ist in der Tat ein abschreckendes Beispiel. 20 Jahre lang Flaute. Ich rate zu guten Dividendenaktien im Inland und AUSLAND. Und Grundstücken, Wohnungen und anderen Assetklassen sollten Sparer erwägen. Ich rate außerdem, sehr langfristig zu investieren. Über mehrere Jahrzehnte hinweg und nicht ständig hin und her zu springen.

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