Amadeus FiRe: Kurssturz trotz Rekorde


New York, 27. Juli 2008

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Ich möchte Ihnen in loser Folge noch ein paar deutsche Unternehmen vorstellen, die aus Value-Gesichtspunkten mir interessant erscheinen. Als Value-Investor suche ich nach gesunden, profitablen Firmen, die günstig bewertet sind. Dazu zählt aus meiner Sicht die Frankfurter Zeitarbeitsfirma Amadeus FiRe.
2007 legte der Umsatz um 33 Prozent auf knapp 93 Millionen Euro zu. Der Überschuss hat sich von 3,5 auf 7,5 Millionen mehr als verdoppelt. Das war ein Rekord! Im ersten Halbjahr setzte sich der Trend fort: Umsatz plus 21,5 Prozent auf 52,8 Millionen Euro. Operativ blieben 7,6 Millionen Euro, plus 18 Prozent. Das Periodenergebnis stieg von 3,7 auf 5,0 Millionen Euro. Im laufenden Jahr will das Management mehr als 100 Millionen Euro umsetzen. Und strebt somit erneut ein Rekordresultat an.
Vor einem Jahr notierte die Aktie noch bei mehr als 22 Euro. Seither fiel das Papier bis auf zuletzt 11,80 Euro. Sehen Sie sich nur den Kurschart an. Der Börsenwert halbierte sich auf rund 60 Millionen Euro. Ein Witz! Wenn Sie im laufenden Jahr einen Gewinn von 10,0 Millionen Euro unterstellen, beträgt das Kurs-/Gewinnverhältnis nur sechs. Das ist erstaunlich wenig. 1986 hatte Günter Spahn in seinem Büro zu Hause in Frankfurt die Firma gegründet. Der 59-jährige verlässt nun zum Jahresende als Vorstandschef die Kommandobrücke und zieht sich ins Privatleben zurück. Das verunsichert freilich die Aktionäre. Sein Rückzug, so glaube ich, ist einer der Gründe für die hundsmiserable Performance der Aktie. Dabei sind die fundamentalen Daten exzellent. Die Bilanz ist praktisch frei von Schulden. 13,6 Millionen Euro liegen in der Kasse – nach der hohen Dividendenausschüttung ist das stark. Angesichts des kerngesunden Geschäfts, der hohen Dividendenausschüttung (über sechs Prozent Rendite), knackiger operativer Margen und solider Bilanz ist das Papier hochattraktiv.
Die Unternehmensgruppe ist hierzulande Marktführer im Bereich des Finanz- und Rechnungswesens. Größtes Geschäftsfeld ist mit einem Anteil am Gesamtumsatz von 64 Prozent die Zeitarbeit. Weitere Sparten sind Interimmanagement mit einem Anteil von 13, Personalvermittlung/Recruitment mit neun sowie die Weiterbildung/Ausbildung mit 14 Prozent.


tim schaefer (Author)

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