130.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto


New York, 7. März 2014

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Ein Bekannter hortet Bargeld. Auf dem Tagesgeldkonto. Die Verzinsung ist mickrig. Es wird immer mehr Geld. Es sind schon 130.000 Euro. Das ist natürlich eine der schlechtesten Formen der Geldanlage. Natürlich braucht jeder etwas Cash, eine Notreserve ist wichtig. Aber so viel? Alles auf dem Festgeldkonto?
Ich halte das für Unsinn. Wenn man dieses Geld nicht kurzfristig braucht, sollte es rentierlich angelegt werden. Die beste Assetklasse sind Aktien. Dort können Sie im langen Schnitt mit fast zehn Prozent vor Steuern (und Inflation) rechnen.
Der norwegische Staatsfonds hat fast sein gesamtes Vermögen an den Aktienmärkten angelegt. Das Geld ist dort gut aufgehoben. Die Norweger hätten ja genauso gut alles in Staatsanleihen, ähnliche Produkte wie Riester-Versicherungen, in Sparbücher, in Lebensversicherungen investieren können. Das wäre aber nicht sehr rentierlich. Clever so.
Ähnlich macht das der Pensionsfonds für Lehrer in Kalifornien, Calpers. Die Pensionsmilliarden aus dem Sonnenstaat liegen an den Aktienmärkten. Die Aktien werfen gute Renditen ab. Sehr zur Freude der Lehrer.
Droht ein Krieg an der Krim? Kommt es zu einer Korrektur? Kommt ein Crash an der Börse? Keine Ahnung. Das weiß niemand mit Sicherheit (obwohl viele „Experten“ so tun, als wüssten sie alles). Trotz dieser Gefahren ist Ihr hart verdientes Geld an der Börse verdammt gut LANGFRISTIG aufgehoben.
Dagegen wird Geld auf Festgeldkonten mittel- und langfristig von der Inflation vernichtet. Langsam, aber sicher wird Ihr Spargroschen weniger wert. Obgleich optisch kein Geld abhanden kommt, schwindet die Kaufkraft über die Jahrzehnte. Der Schaden ist immens. Es handelt sich bei gering verzinsten Sparguthaben um ein wirklich schreckliches Langfristinvestment.
Unsere Bundesregierung in Berlin hat leider nicht begriffen, wie wertvoll Produktivkapital für die Altersvorsorge ist. Daher fördert sie das Aktiensparen für die Rente nicht, obwohl andere Staaten wie die USA sehr gut zeigen, wie man es besser macht. Es ist eigentlich eine traurige Entwicklung in Berlin. Wenn eine Regierung über Jahrzehnte hinweg sich nicht SINNVOLL um die Altersvorsorge seiner Bürger kümmert, ist etwas faul.
(Das Foto oben habe ich in der Pinakothek der Moderne in München gemacht.)


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „130.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto

  1. Der Couponschneider

    Es hat Gründe, warum die Politik keine Aktiensparer will. Wirtschaftlich starke Bürger kann man nicht so leicht bestechen. Wer einmal von Dividenden gekostet hat, der interessiert sich doch nicht mehr für Sozialleistungen.

    Ich bin nicht gegen Sozialleistungen und den Sozialstaat an sich, aber sehr wohl gegen das, was wir da heute vorfinden. Nicht mehr soziale Härtefälle sind im Zentrum der Sozialindustrie, sondern schon die obere Mittelschicht und viele Akademiker. Ich halte es für eine Verschwendung von Ressourcen, dass sich der Staat um Leute kümmert, die es eigentlich nicht nötig hätten. Ich verstehe bis heute nicht, was die Politik dazu bewegt, Akademiker in Elternzeit zu locken. Die verdienen doch gut und wenn die Kinder kriegen, können die doch vorher sparen und eine berufliche Auszeit mit dem Ersparten finanzieren. Ich habe häufig den Eindruck, dass die Mentalität vorherrscht, dass am Monatsende das komplette Gehalt vorkonsumiert sein muss, die Politik dies geradezu forciert.

    Die Konzentration auf viel zu viele Bevölkerungsteile führt zwangsläufig zur Vernachlässigung jener, die wirklich unserer Hilfe bedürfen.

    Ich kann mich noch gut an die Einführung von Hartz IV erinnern. Arbeitslosenhilfeempfänger waren total dagegen, weil sie nicht mit dem „Gesocke“ der Sozialhilfeempfänger gleichgestellt sein wollten, die ja nie gearbeitet hätten. Das hat die PDS (früher SED) schnell aufgegriffen und diese teilweise sehr menschenverachtende Haltung propagiert, denn unter Sozialhilfeempfängern befanden sich viele junge, alleinerziehende Mütter, junge Erwachsene, die bei alkoholkranken Eltern aufwuchsen, also teilweise wirklich arme Schweine, die mal auf die schiefe Bahn gerieten. Die PDS (heute Linkspartei) ist ja sonst schnell dabei, anderen vorzuwerfen, wie menschen- oder frauenverachtend sie seien.

  2. dk

    Über den norwegischen Staatsfond habe ich kürzlich eine gute Story in der „Capital“ gelesen.
    Sehr schlau der Mann, der den Fond leitet.
    Auch, wie du schon gesagt hast Tim, legen die Norweger komplett alle Infos auf der Internetseite zur Schau. Was hat man gekauft, wie viel davon usw.
    Und richtig, über 64% in Aktien.

    Zum Artikel:

    130.000 T€ gut angelegt und man erntet im Frühling Tausende Euros an Dividenden, die man dann reinvestiert. Herrlich. Und das über Jahrzehnte. Also bis zu einer Million ist es dann nicht mehr so weit.

  3. Lars

    @dk
    130T gut anlegen und dann Tausende von Euro einstreichen schreibt sich immer so leicht.
    Meines Erachtens darf man nicht nur auf die Dividenden schauen, denn z.B. nach ´nem Crash müsstest du wirklich sehr lange investiert bleiben, bis du mit deinen Dividenden die „Verluste“ halbwegs ausgleichen könntest.
    Jetzt werdet ihr sagen, Crash ist ´ne gute Gelegenheit nachzukaufen, aber wer kann schon eine so lange Zeit auf eine solch hohe Summe verzichten?
    Das dürften die Wenigsten sein…

  4. tim schaefertim schaefer

    @ dk
    @ Lars
    An der Börse gibt es Risiken. Keine Frage. Die darf man nicht unterschätzen. Es kann passieren, dass die Börse in der Tat um 50% nach unten rauscht im Crash. Und es kann passieren, dass der Index 10 Jahre seitwärts läuft. Alles ist möglich.

    Das Aktiensparen sollte als ein Baustein der Altersvorsorge dienen. Daneben gibt es ja die Bausteine Gesetzliche Rente/Pension + andere Assets wie Immobilien oder Betriebsrente.

    Alles auf ein Sparkonto (hier im Fall 130.000 Euro) zu packen, ist ein Fehler, finde ich. Wegen der Geldentwertung.

  5. Chris

    Die Finanzierung des norwegischen Staatsfonds ist ja auch mit keinem anderen Staatfonds vergleichbar…
    Hier müssen die Norwegen einen bestimmten %-Satz ihres Einkommens in den Fonds einbringen (gibt auch andere Möglichkeiten, aber der Staatsfonds ist mit Abstand der günstigste).

    Außerdem werden die Einnahmen aus der Ölförderung angelegt…

    Norwegen kann das Risiko eingehen, da der Cashflow vorhanden ist. Wäre dem nicht so, dann wäre das Anlage verhalten definitiv nicht so.

    Summa summarum: wer auf sein Geld angewiesen ist, dem ist so ein Anlagestil nicht zu empfehlen. Deswegen immer ausreichend Cash halten – Cash is King.

  6. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Ja mei… das ist 'ne Psychkiste. Wenn der gute Mann sich so wohler fühlt, dann lasst's ihn halt. Es ist nun mal so, dass manche Leute einfach die Volatilität nicht verkraften können, und dann lieber eine schmale, bzw. real negative (Kaufwert) Entwicklung in Kauf nehmen. Ich habe auch erst mein Tagesgeld aufgelöst, als die Zinsen unter 1,5% gingen.
    Heute bin ich richtig waghalsig bis „greedy“ geworden. 😉
    Heute habe ich dem Leckerbissen billiger CAD nicht widerstehen können und habe EUR für CAD verkauft. Dafür habe ich mir in Toronto „Aberdeen Asia-Pacific Income Investment(TSE:FAP)“ gekauft. Das ist ein CEF mit Schuldtiteln, Schwerpunkt Australien, Inden, Mexiko, Indonesien… und bringt bei monatlicher Zahlung 11% p.a. Ich bin ja Income-Anleger.

    Vielleicht ist sowas ja eine Alternative für den armen Menschen im Anlage-Notstand.

    MS

  7. Tino

    Was für ein Verlust an Rendite, was für vergebene Chancen. Selbst mit einer sehr konservativen Investition in Aktien wären es jetzt bereits weit mehr als 130k Euro. Die Summe wurde ja sicher nicht gestern gespart. Aber sie wurde gespart, Respekt bei einer quasi Nullverzinsung und das sind ja nun wirklich ideale Voraussetzungen um zumindest einen Teil in Aktien oder Index zu investieren.

  8. Fabian S.

    Wieso Tim?

    Evtl. spart der gute Mann auch für einen Crash der irgendwann kommt und kauft dann viele Aktien zu totalen Schnäppchenpreisen ein.

    Wenn er sowas vorhat macht er doch alles richtig….

    Tagesgeld finde ich super, weil man dort ja im Gegensatz zu Festgeld kurzfristig Geld anlegt und sehr flexibel bleibt.

    Die Zinsen sind zwar sehr niedrig, aber mir gefällt daran, dass man jederzeit an sein Geld kommt.

    Bei günstiger Gelegenheit hebst Du einfach Geld ab und kaufst dann z.B. Aktien…

  9. Markus

    @Matthias

    Was ist denn ein CEF?
    Grob überflogen irgend ein geschlossener Fonds…oder?

    Ohne Vorurteil abgeben zu wollen ist da aber ein Großteil von geschlossenen Fonds doch etwas undurchsichtig für Privatanleger.

    Hm, wenn jemand sich nur mit 130 k Tagesgeld wohlfühlt…
    Allein wegen der Einlagensicherung würde ein Aufsplittung sinnvoll sein.

    Missionarische Missionen und „Besserwisserei“ bringt nix, wenn der Mensch sonst schlaflose Nächte hat…

    Jemand, der Angst hat, wird auch sicher nicht in der größten Krise, wenn es z. B. auf der Krim eskalieren sollte, sicher nicht komplett 130 k in Aktien stecken.

    Das Zauberwort ist Diversifikation… Aktien, Rohstoffe, etf`s, Tagesgeld, Reits, evtl. Bonds…

    Die meisten sind nun mal kein neuer Buffett, da hilft nur streuen!

  10. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus

    Ein CEF Closed-End Fund ist nichts Undurchsichtiges. Der einzige Unterschied zu einem Open-End Fund ist, dass bei Nachfrage nicht ständig neue Anteile begeben werden. Man kauft die einmal emittierten Anteile wie Aktien an der Börse.

    Ein schöner Screener für US CEFs wird von Nuveen zur Verfügung gestellt.

    Da sieht man wunderbar die Zusammensetzung, das Verhältnis Preis/NAV usw.

    Bei speziell dem gezeigten Fund sieht man auch ganz klar das Exposure:

    Die Top 10 Staaten (Government Bonds) in Gewichtung:
    Australia 26.2%
    USA 12,7%
    Indien 12,1%
    Mexiko 11,3%
    Indonesien 10,1%
    Brasilien 9,3%
    Türkei 6,6%
    Sri Lanka 2,5%

    Sind einige 10% Kupons dabei (z.B. Indonesien), Laufzeiten bis 2030.
    Den vollständigen Bericht bekommt man sicher auch, spätestens beim nächsten Report, als Halter ja sowieso auch zugeschickt.

    Für CAD Werte geht „The Globe and Mail“ ganz gut.

    Ich schau auch immer bei Morningstar rein.

    MS

  11. Markus

    @Matthias

    Danke für die Info.

    11 % ohne Risiko… Sorry, daran kann ich nach 14 Jahren Börse nicht glauben… Das sind small-caps und emerging markets Renditen mit den entsprechenden Risiken, nur sind diese transparenter.

    Der Wiki-Eintrag zu CEF ist auch nicht verlockend…Geschlossene Fonds-CEF

    Der 3. Absatz ist besonders schön.

  12. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus

    Der (fehlerhafte, als mangelhaft gekennzeichnet) Wikipedia-Eintrag über deutsche geschlossene Fonds hat mit den US/CAD CEFs gar nichts zu tun. Diese geschlossene dt. Fonds sind nicht börsengehandelte Wertpapiere. Man zahlt dort Geld ein und bekommt es erst nach Ablauf einer festgelegten Zeit wieder. Das ist ein völlig anderes Produkt. Schade, dass man sich so schlecht informiert.

    Außerdem, wer hat von „ohne Risiko“ gesprochen? Das sollte uns doch allen klar sein, dass JEDES Kapitalmarktprodukt mit einem Risiko behaftet ist!

    Das Risiko ist so hoch, wie das Ausfallrisiko der im Fund enthaltenen Anleihen ist. Australien? USA? Brasilien? Maxiko? Türkei? Indonesien?… Wie hoch würdest Du die Insolvenzgefahr dieser Staaten einschätzen?

    Momentan sehe ich ein größeres Risiko, dass 130.000 EUR auf dem tagesgeldkonto mit 10 oder 15% „abgezypert“ werden.

    Ach kann eine Aktie mit 3% Div pleite gehen, oder ganz ohne Dividedne. Bei der müsste ja bei 0% Dividende das Risiko auch bei 0% sein, oder wie?

    MS

  13. Markus

    @Matthias

    Das ist das Problem wenn man vorgefertigte Meinungen hat.;-)
    Man sucht sich schnelle Bestätigungen.
    In dem Fall ich, sorry. Dann hätte in dem Fall die Schwarmintelligenz bei wiki leider auch versagt.

    Gibt es denn gute und unabhängige deutschsprachige Informationsquellen?

    Werden CAD-CEF`s besser kontrolliert als deutsche-CEF`s?

    Wo ist denn der Vorteil gegenüber einem emle-etf?

    Wobei natürlich ein risikoaverser Anleger, wie der imaginäre 130 k Typ, mit einer etwas unbekannteren Anlageform sicherlich nicht gut bedient wäre.

    Also Australien ist ja eher eine Hartwährung, Amerika wird nur sehr schwer insolvent werden, da sie nicht in Fremdwährung sondern in Dollar verschuldet sind…
    2 stellige Renditen bedeuten im allgemeinen mehr Risikobereitschaft, einen langen Atem, geringe Kosten und gute Nerven. Zudem wäre der Ein- und Ausstiegszeitpunkt und Cash in Reserve auch noch wichtig.

  14. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus

    Keine Ursache, ich will ja auch nichts verkaufen. Deswegen macht mir Kritik da auch nichts aus. 😉

    Ich bin auf US/CAD orientiert, weil ich jetzt schon mein monatliches Zusatzeinkommen aufbauen will. Und dafür gibt es bei deutsche/europäischen Werten einfach keine Möglichkeit. Tim kann sicher bestätigen, dass die Amis einfach Das Retirement viel mehr mit monatlich zahlenden Funds nutzen. Das gibt es bei uns nicht. Ich habe noch ca. 8 Jahre bis zur Rente, und will mir eine Dividendenmaschine als Zusatzeinkommen basteln. Und gerade jetzt kommen mir die günstigen Kurse von USD/CAD/AUD entgegen. Ich habe mittlerweile 17 CEFs. Verteilt auf Assets wie Bonds, Preferred Stocks und Common Stocks. Auch ein paar Reits, BDCs und so.

    2-stellige Renditen sind nichts Mystisches. Bei Reits und BDCs müssen 90% des Gewinnes ausgeschüttet werden, das ist so im Reglement festgesetzt, um nicht oder kaum besteuert zu werden.
    Wenn eine normale Corp 4% Dividende zahlt bei 30% Payout, dann wären das bei einer BDC 12%, weil eben 90% Payout vorgeschrieben sind.

    Die CEFs hebeln i.d.R. auch ca. 30% des Portfolios. Man nimmt also billigeres Geld auf (wie genau das funktioniert weiß ich nicht), und kauft damit höher rentierliche Zinspapiere auf. Daraus ergibt sich die gehebelte Rendite. So wie jede Firma das macht, also aus billigen Krediten eine höhere Kapitalrendite (ROI) erwirtschaften.

    MS

  15. Fritz

    @Tim:

    Was hälst du davon, die Buffett-Strategie bzw. sein Depot einfach zu kopieren? Sein Depot ist ja bekannt. Über Zukäufe wird regelmäßig medienwirksam berichtet.

    Beste Grüße

  16. tim schaefertim schaefer

    @ Fabian S.
    Kurzfristig ist Festgeld ok. Aber langfristig ist es eine schlechte Sache. Mein Bekannter hat das Geld dort langfristig. Und es soll auch so bleiben. Das ist natürlich eine schlechte Geldanlage.

    @ Fritz
    Ja, das kann man machen. Aber ich würde nach der Bekanntgabe etwas abwarten, weil es zu viele Copy Cats gibt, die den Kurs eines Buffett-Lieblings in die Höhe treiben können.

    Besser finde ich es, gleich die Berkshire-Aktie zu kaufen (ich besitze sie). Das reduziert die Transaktionskosten. Berkshire ist wie ein verdammt guter Indexfonds. Bislang zumindest.

  17. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Leider gibt es hier keine Vorschau, so dass man die Fehler nicht korrigieren kann. Bitte Vorposting löschen, ich probiere es neu.

    @Fritz
    Wie willst Du Buffett kopieren?
    Das BRK-Depot reicht doch nicht. Du kannst nicht Geico nochmal kaufen, Du kannst keine „Wucherzinsen“ von Harley Davidson nehmen usw.

    @Markus

    Wenn ich Skeptikern was empfehlen sollte, und die sich über 8% bei monatlicher Zahlung schon riesig freuen würden, dann würde ich vielleicht FFI.UN empfehlen. Die halten ausschließlich „Investment Grade Assets“:„Investment grade portfolio: 100% of portfolio is invested in fixed income securities rated at least investment grade at time of purchase, primarily US Preferred securities, portfolio is highly diversified by issuer and issue.“ Da nehmen sich 35% Leverage nicht waghalsig aus: „The Fund may borrow up to 35% of the total assets of the Fund to purchase additional securities to enhance the total return of the portfolio. In addition, the Fund may borrow up to 2.5% of its total assets for working capital purposes.“, bei von Google angezeigtem Return On Investment von 25%. Das Portfolio siehe hier. Morningstar vergibt die Silver Medal.
    Das US-Pendant in USD wäre FFC.

    MS

  18. Fritz

    @Matthias Schneider
    @Tim

    Ich kann Cola, IBM, American Express, Wells Fargo, Procter & Gamble, MuinchRe usw. kaufen…

  19. Markus

    @Matthias

    Die Besteuerung von ausländischen, geschlossenen Fonds ist nicht kompliziert?

    Bei 2 – 4 Dekaden Anlagenhorizont lege ich mir keine Dinger ins Depot, die ich nicht verstehe, die hebeln und die evtl. von Ratings abhängen.

  20. Martin

    Sind diese ausländischen,geschlossenen Fonds steuerlich intransparent für den deutschen Staat und ziehen somit eine Strafsteuer nach sich?

  21. Anja

    Hallo Tim,
    die Margin Debts sind in den USA auf inzwischen 451 Milliarden US$ gestiegen. Wie siehst du das? Ich finde das beängstigend. Verschulden sich in den USA eigentlich auch Unternehmen um Aktien zurück zu kaufen, oder handelt es sich bei dieser aberwitzigen Summe in erster Linie um pure Zockerei auf Kredit?

  22. tim schaefertim schaefer

    Hi Anja,

    ja, das sind Spieler. Zocker. Ich beobachte das mit ein wenig Sorge. Auf Pump würde ich nie Aktien kaufen. Ich rate jedem davon ab. Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Und es kostet – vom Risiko einmal abgesehen – ein Haufen Geld (Kreditzinsen).

    Es ist der typische „Kleinaktionär“, der sein Geld verspielt. Irgendwann kommt der Crash, der Rücksetzer. Der gehört zur Börse wie der Sturm zum Wetter.

    Dieses Zocken auf Pump führt letzten Endes zum Crash. Das war immer so. Die meisten Blasen platzen, wenn die letzten Spieler mit enormen Schulden an Bord gegangen sind.

    Wann der Crash kommt? Keine Ahnung. Das weiß niemand. Noch sehe ich keine abenteuerliche Überbewertung an der Börse.

    Ja, Firmen kaufen auch mal auf Kredit eigene Aktien über die Börse zurück. Die meisten Vorstände sind jedoch sehr vorsichtig und tun es mit überschüssigem Cash (siehe Apple, Microsoft, JP Morgan, Coca-Cola…).

  23. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus

    Ja, wenn man etwas grundsätzlich gar nicht verstehen kann, dann sollte man es nicht machen.

    Apropos Hebel… Jede Firma, die Fremdkapital aufnimmt hebelt.

    Wenn eine gewöhnliche Firma Kredite aufnimmt, dann tut sie das, weil sie mehr Prozente an Kapitalertrag erwartet mit der Wirtschaftstätigkeit, als es Kapitalzinsen kostet. Das ist Hebeln. Es gibt nahezu keine AG ohne Fremdkapital. Der Unterschied ist, dass eine gewöhnliche AG nur Brosamen des Gewinnes den Aktionären zukommen lässt. Also für sowas bin ich dann eher nicht zu haben. 😉

    Zur Steuer… bisher habe ich keine komplizierten Sachen erlebt. Ich zahle die üblichen 15% Quellensteuer, den Rest beim Jahresausgleich beim deutschen Finanzamt.

    Lynx hat mich kürzlich wieder aufgefordert, mittels W-8 Formular online meine Steuerbefreiung als US-Steuerausländer zu erneuern. Das wars dann schon. Hier das Anschreiben:

    W-8 ERINNERUNG
    Diese Mitteilung dient als Erinnerung, dass Ihr W-8 Formular Ende dieses Jahres verfällt und Sie dieses vor dem 31. Dezember erneuern müssen, damit nach diesem Datum keine US Quellensteuer auf alle Bruttoerträge, Zinsen, Dividenden und Zahlungen, die Ihrem Konto gut geschrieben werden zurückbehalten werden. Diese Anfrage wurde vom US Finanzministerium und der Steuerbehörde (IRS) eingeleitet deren Regeln besagen, dass das W8 Formular alle 3 Jahre erneuert werden muss um den Status als Nicht-US-Bürger zu bestätigen. Es ist unsere Absicht, Ihnen mit dieser Information genügend Zeit zu geben, um auf diese Nachricht zu reagieren und das Formular zu erneuern um eine allfällige Quellensteuer Belastung zu vermeiden.

    Verstehe ich zwar nicht ganz, da ich die 15% dennoch auf alles zahle, außer spezielle Zinsen und long term Erträge oder was weiß ich.

    Na denn, wie gesagt, ich muss ja niemanden überzeugen. 😉

    MS

  24. Martin

    15% ist schon der ermäßigte Satz und der wird in DE angerechnet. Deshalb sind US Aktien steuerlich
    unproblematisch.

    Geschlossene Fonds (CEFs) kaufe ich mir aus Angst vor der Strafbesteuerung einfach nicht, obwohl es da manchmal gute Angebote unter NAV gab.

  25. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Martin

    Ja, ein US CEF wird auch nicht anders besteuert als jede andere Aktie oder deutscher Fonds von Deka oder DWS o.a.
    Es ist ja auch nichts anderes, nur dass eben keine neue Anteile produziert werden wie bei „open end“.

    Das hat nichts mit dem „Geschlossene Fonds Anlagemodell“ zu tun, wie sie berüchtigt sind. Wo man also unternehmerisch mit Nachschusspflicht etc. als Teilhaber tätig wird (Container, Flugzeuge, Schiffe, Immos usw). Das sind völlig andere Graumarktgeschichten.

    Ein US CEF bündelt einfach börsengehandelte Wertpapiere wie Aktien, Vorzugsaktien (Preferred Shares), Anleihen… und teilt das Paket in börsengehandelte Anteile.

    Ein Bestandteil dieses einen CEF ist beispielsweise eine Banco Santander „Vorzugsaktie“, also eine Preferred mit einem 10,5% Kupon. Du kannst diese „Vorzugsaktie“ auch einzeln an der Börse kaufen. Die hat wie eine Anleihe einen Basispreis (hier 25 USD), wird derzeit also über par gehandelt, wodurch die Rendite des Kupons reduziert ist. Aber man wählt ja Fonds, um eben einen Topf mit verschiedenen Assets zu haben.

    MS

  26. Markus

    @Matthias

    Mal ne blöde Frage: 😉
    Wie soll etwas börsengehandelt sein, wenn es geschlossen für neue Käufer ist?

    Kredite auf Anlage- und Produktivvermögen sind etwas anderes, als Überschuldung bei Staatsanleihen bzw. Geldwerten.
    Es kommt aber bei beiden Formen auch auf das richtige Verhältnis an.

  27. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus
    Moin!

    Das ist doch ganz normal so. Ein IPO, also ein Börsengang ist doch auch so.
    Der Neuling bietet eine gewisse Anzahl von Aktien zur Zeichnung an. Wenn die alle verkauft sind, dann ist die Kapitalisierung „geschlossen“. Diese „geschlossene“ Anzahl Aktien kursiert dann an der Börse. Aber jeder kann sie eben auch kaufen, wenn es Verkäufer gibt.

    Diese Funds sind genau so. Sie bauen ein Portfolio an Assets auf. Das wird dann gestückelt. Diese Anteile sind steuerlich als „Common Stock“, also Aktien behandelt. Und genau so werden sie an der Börse gehandelt.

    Hier nochmal das Beispiel FFC

    Es gibt Common Shares Outstanding: 43,474,105
    Sie wurden beim IPO ausgegeben zu 25$: Inception Market Price $25.00

    Das Portfolio besteht hauptsächlich aus „Preferred Shares“ von Banktiteln usw.

    Es ist eben so, dass die Einzeltitel für den Privaten oft kaum kaufbar sind (zumindest bei deutschen Emissionen), weil die Stückelung oft ab 1000 EUR/USD/AUD/CAD losgeht. Deswegen sind diese Funds so attraktiv, weil man eben die kleinen Stückelungen als Aktie bekommt.

    Eine in DE gehandelte Anleihe von Coca Cola z.B. mal. Die hat einen Kupon von 7,375% (wird aber so teuer über par gehandelt, dass sich die Rendite auf 6,2% reduziert). Diese Anleihe kannst Du einzeln als geringsten Betrag (Stückelung) ab 1000 USD kaufen.

    Das ist halt für viele Kleinanleger einfach zu unpraktisch. Da mache ich eben einen Fund, kaufe ein paar solcher Anleihen, teile dies in eine Stückelung von 25$ pro Anteil, und gebe sie so aus.

    MS

  28. tim schaefertim schaefer

    @ Stefan

    Ja. Das ist bedauerlich. Leider.

    Die Politik ist so geworden, dass sie am liebsten Massenthemen beackert. Sie will gut beim Volk ankommen. Wenn aber das Volk nicht versteht, wie es am sinnvollsten für das Alter spart, haben wir ein Problem. Die Leitfunktion in Berlin schwindet.

    Früher gab es richtige „Denker“ in der Politik. Die haben gemacht, was sie vom Herzen her richtig fanden, selbst wenn die Mehrheit dagegen war. Heute ist das meiner Ansicht nach anders. Heute spielen Umfragen/Massenwünsche eine zu große Rolle.

  29. Stefan Müller

    Danke für die Antwort.
    Ich habe vor der letzten Wahl mit allen Parteien Kontakt aufgenommen, wie diese zum Thema Steuerreduzierung für Langfristanlagen steht. (sei es durch eine Wiedereinführung der Spekulatinsfrist, Erhöhung der Freibeträge oder direkte Steuerreduzierung bei Langfristanlagen).

    FDP:
    Die FDP stand früher für eine Wiedereinführung der Spekualationsfrist, wollte aber nach der Regierungsantwort davon nichts mehr wissen. Die aktuelle Situation soll bleiben.

    CDU:
    Riesterrente und Co sind ausreichend. Steuerreduzierung wird allgemein ausgeschlossen. Die aktuelle Situation soll bleiben.

    SPD:
    Erhöhung der Abgeltungssteuer von von 25% auf 32%. Es soll keine Haltefristen geben. Zusätzlich noch eine Vermögenssteuer für „große Vermögen“. Anlage in Aktien wird Grundsätzlich als problematisch angesehen.

    Grüne und Linke:
    Persönlicher Steuersatz ohne Haltefristen, Vermögenssteuer und teilweise Vermögensabgabe.

    AfD:
    Aktien könnten stärker besteuert werden, um damit Zinsanlagen besser zu stellen.

    Also es gibt keine deutsche Partei mit Aussicht auf Regierungsbeteiligung, die sich mit diesem Thema aktionärsfreundlicher verhält.

    Wer also im Rentenalter viel Geld hat, muss befürchten, dass es sogar eine Vermögensabgabe gibt.

  30. tim schaefertim schaefer

    @ Stefan

    Das Problem der Demographie (alternde Gesellschaft, Gesetzliche Rente) wird sich mit den Jahrzehnten mehr und mehr zeigen. Riester ist ein Tropfen auf den heissen Stein in 30, 40, 50, 60 Jahren.

    Unsere Politik scheint sich eher den kurzfristigen „Problemen“ zuzuwenden.

    Es ist wirklich bedauerlich, wenn ein Staat vorausschauende Menschen bestraft, wenn sie das Heft in die Hand nehmen, indem sie sich frühzeitig um ihre Altersvorsorge kümmern.

    Dies wird sich irgendwann in Berlin zum Positiven ändern. Die Frage ist nur: wann?

  31. Felix

    Nach dem heutigen Tag würde ich sagen, die 130 k€ hätte man Hoeneß geben sollen, der nebenbei (vor Steuern 🙂 ein paar Millionen daraus gemacht.

  32. tim schaefertim schaefer

    @ Felix

    Ich habe die Story nie verstanden. Hat Uli Hoeneß eigentlich Geld mit seinem wilden Trading verdient? Es schien ja suchtartige Züge angenommen zu haben. Hat er da überhaupt durchgeblickt, was er tat? Oder floss ständig frisches Geld von Kumpels (und ihm) auf das geheime Konto? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Spielsüchtiger als Gewinner aus dem Kasino läuft. Klammern wir mal die Steuerfrage aus.

  33. StefanStefan

    Angeblich war das Ganze ein Verlustgeschäft. Noch übler für Uli. Unterm Strich hat sich die ganze Zockerei nicht gelohnt. Ich bin mal gespannt ob er einwandert…

  34. Anna

    Hallo Stefan,
    die Beteiligung an der online-Petition ist wirklich mickrig. Ich habe unterschrieben, obwohl es mich persönlich nicht mehr betrifft. Ich finde das Thema trotzdem wichtig.

    Aufschlussreich sind die Antworten der Parteien vor der Wahl.
    Bei SPD, Grünen und Linken habe ich nichts anderes erwartet. 110 % wären noch besser (Achtung, Ironie).
    FDP muss sich nun erst mal sammeln.
    Bei der CDU interessiert es scheinbar keinen wie es aussieht. Riester reicht für die Allgemeinheit, super. (Ebenfalls Ironie)
    Die Altersversorgung der MdB ist sowieso gesichert…

    Die Antwort der AfD finde ich regelrecht „verschroben“. Das Argument ist doch nur was für schlichte Gemüter als Köder für Wählerstimmen. Wie will ich mit erhöhten Abgeltungssteuern höhere Zinsen finanzieren..??? Vielleicht weiß es Herr Henkel?
    Nun, die Partei befasst sich ja auch mit der Festsetzung einer Quote für ausländische und deutschsprachige Musik. Gabs schon mal, hat nicht funktioniert, man macht einfach aus der ausländischen Musik ein Medley.
    Gruß Anna

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