Wer schlau ist, spart

Wer vernünftig ist, spart jeden Monat regelmässig für den Ruhestand.
Wer vernünftig ist, spart jeden Monat regelmässig für den Ruhestand.

Die Formel für Reichtum ist ganz einfach: Geben Sie weniger Geld aus, als Sie einnehmen. Leben Sie unterhalb Ihrer Verhältnisse. Sparen Sie das, was übrig bleibt. Kontinuierlich. Langfristig. So machen es die Reichen.

Die Mittelschicht richtet sich häufig danach, was andere über sie wohl denken mögen. Daher kaufen sie Statussymbole. Sie wollen der Welt zeigen, wie erfolgreich sie sind. Dabei fällt ihnen nicht auf, dass sie ihr Geld aus dem Fenster werfen.

Ich gehe zum Discounter. Ich trage Billig-Kleidung. Mir ist es egal, was der Nachbar von mir denkt. Ich habe kein Auto. Ich spare zig Tausender an Benzin, Versicherung, Steuer, Inspektion, Reparatur. Und lebe nebenbei gesünder. Denn ich muss zu Fuß aus dem Haus, nehme das Rad oder U-Bahn. Die erhöhte Bewegung reduziert den Stress-Level.

Ich habe schon im Billig-Bekleidungshaus einige Promis von der Wall Street gesehen. Milliardär Carl Icahn kauft nicht die teuersten Möbel für sein Wohnzimmer, sondern orientiert sich preislich an den günstigeren Alternativen. Das hat mir jemand aus der Möbelbranche anvertraut.

New Yorks ehemaliger Bürgermeister Michael Bloomberg benutzt die U-Bahn trotz seines Milliardenvermögens. Und Google-Gründer Sergey Brin fährt schon mal mit der U-Bahn.

Wenn arme Leute plötzlich reich werden, verlieren sie das Geld schnell wieder. Unter den Jackpot-Gewinnern gibt es zahlreiche Beispiele, die nach einem Jahr schon wieder mit leeren Händen dastanden. Wenn jemand einen Volltreffer im Lotto landet, wäre es schlau, einfach so weiter zu leben wie bisher. Diese Glücklichen sollten sich so verhalten, als ob nichts passiert wäre. Die hektische Geldausgeberei verbunden mit der Schuldaufnahme ist ziemlich dumm.

Es ist ja schon ein Problem, wenn Leute einen Bonus oder eine Gehaltserhöhung bekommen. Dann steigen gleich deren Ausgaben. Anstatt mit dem Extrageld den Notgroschen zu erhöhen, wird gleich alles rausgeballert. Wer ständig seine Ausgaben erhöht, wird nie genug Einkommen/Geld haben. Es wird nie reichen. Denn es muss ja ständig neues Zeug angeschafft werden.

Das gleiche gilt für Erbschaften, Traumjobs, Überstunden oder Nebenjobs: Sparen Sie. Seien Sie vernünftig. Begeben Sie sich nicht ins Hamsterrad des endlosen Konsumierens.

Arbeiten Sie hart und sparen Sie. Das ist vernünftig. Das ist rational. Das macht Ihr Leben einfacher. Sie können besser schlafen, fühlen sich wohler. Eine Last weicht von Ihren Schultern, sobald Ihre Schulden getilgt sind und Sie ausreichend vorgesorgt haben. Dann haben Sie eine Sorge weniger.

Basketball-Star Antoine Walker verdiente 108 Millionen Dollar. Er gab das Geld schneller aus, als es rein kam. Teure Autos, Schmuck, Kleidung, Villen. Zum Teil auf Pump. Schnell war sein Reichtum weg. Er ging pleite.

Ich sprach vor einiger Zeit mit dem ehemaligen Wall-Street-Trader Turney Duff. Er verdiente zu Spitzenzeiten zwei Millionen Dollar im Jahr. Er lebte auf großem Fuss. Er mietete sich in Tribeca eine Luxuswohnung, die 9.300 Dollar Miete im Monat verschlang. Er flog mit dem Privatjet, trank Schampus, nahm Kokain. Er kaufte eine riesige Villa am Strand auf Pump. Bis all sein Geld weg war. Er ging pleite.

Heute lebt der Ex-Hedgefonds-Trader außerhalb New Yorks in einer Doppelhaushälfte, die ihn 1.300 Dollar Miete kostet. Er hält sich als Autor über Wasser. Er ist ein klasse Typ, ich finde seine Aufrichtigkeit beeindruckend. Doch er drehte durch: Luxus, Drogen, Kaufrausch.

Auf dem Foto sehen Sie Ex-Hedgefonds-Trader Turney Duff. Er verdiente 2 Millionen Dollar im Jahr an der Wall Street. Doch konnte er mit dem vielen Geld nicht umgehen. Er gab alles aus. Und noch viel mehr. Er kaufte eine Villa auf Pump. Hinzu kam seine Dorgensucht. Er meldete Privatinsolvenz an. Heute steht er mit leeren Händen da. Er lebt in einer Doppelhaushälfte nahe New York. Seine tochter Lola liebt er über alles.
Auf dem Foto sehen Sie Ex-Hedgefonds-Trader Turney Duff. Er verdiente 2 Millionen Dollar im Jahr. Doch konnte er mit dem vielen Geld nicht umgehen. Er gab alles aus. Und noch viel mehr. Er kaufte eine Villa auf Pump. Hinzu kam seine Drogensucht. Er meldete Privatinsolvenz an. Heute steht er mit leeren Händen da. Er lebt in einer Doppelhaushälfte in der Nähe von New York. Mit seiner Tochter Lola (Foto) verbringt er viel Zeit. Er sagte mir, sein Ziel sei es ein besserer Mensch zu werden. Das stehe als Ziel über allem. Über seinen Erfolg und Absturz schrieb er einen Bestseller. Der Ex-Wall-Street-Mann verdient heute als Autor seine Brötchen. Mehr unter: www.turneyduff.com  (Foto: Turney Duff).

Von Duff und Walker können wir etwas lernen: Wir sollten uns darauf fokussieren, mit dem zufrieden zu sein, was wir besitzen. Dankbarkeit. Bodenständigkeit. Ehrlichkeit. Hilfsbereitschaft. Das sind großartige Eigenschaften. Dankbar zu sein gibt uns eine gute Perspektive.

Hätten beide Millionäre automatisch etwas von ihrem Einkommen monatlich gespart, wäre ihnen einiges erspart geblieben. 20 oder 30 Prozent hätten sie locker sparen können. Oder gar 60 Prozent.

Beide hätten 30.000 Dollar im Monat sparen können. Sie hätten ein Apartment oder Haus mit Cash kaufen können – ohne Schulden aufnehmen zu müssen. Sie hätten nur mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben müssen. Sie hätten ihre vielen $$$ genießen können. Wenn sie nur etwas zur Seite gelegt hätten – jeden Monat. Und Schulden hätten sie meiden müssen.

Ich frage mich als: „Wie kann das sein?“ – Wenn ich Leute treffe, die 50 oder 55 Jahre alt sind, und die jetzt erst anfangen wollen, um für den Ruhestand zu sparen. Die hätten das schon mit ihrem ersten Job tun sollen – vor 30 Jahren. Ich denke dann: „Meine Güte! Aber lieber jetzt, als gar nicht mehr.“

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Christoph
6 Jahre zuvor

Hallo Tim,

 

ich mag deinen Blog wirklich sehr. Aber fast immer kommt das gleiche Thema: SPAREN SPAREN SPAREN.

natürlich ist das eine Grundlage, aber andere Themen wären auch mal interessant.

Vielleicht kannst du ja mehr vom Leben in den USA berichten. Wie sich die Jobs dort zu Deutschland unterscheiden. Wie man miteinander umgeht. Wie wichtig dort College oder nicht college Abschluß ist etc etc.

 

Weil immer nur sparen wird mit der Zeit öde.

 

Toll wäre auch was über den aktuellen Wahlkampf. Was die Leute vor Ort denken. Was sie bei Obama gut was schlecht fanden und was sie für die Zukunft möchten

 

 

Lad
6 Jahre zuvor

Reichtum kann schon 200.000 Euro in Aktien bedeuten. Wer nur durchschnittlich verdient = 1.800 Euro netto, lebt allein, hat kein Auto, macht 12 Jahre keinen Urlaub, konsumiert nur billiges Essen von Netto und Aldi für 100 Euro im Monat, kauft nur billige Kleider und Schuhe bei C&A und Kik, der kann monatlich 1.000 Euro in solide Bluechips Aktien investieren. Auch wenn er für seine Wohnung 600 Euro Miete zahlt. Bald hat er durch die Dividenden viel mehr Geld für Aktien als 12.000 Euro im Jahr. Sehr wichtig ist, dass von jeder Aktie mehr als 3% Dividende kommt. Also keine Aktien von Berkshire Hathaway kaufen! Und nach 12 Jahren kann er schon 200.000 Euro in Aktien investiert haben und mehr als 500 Euro monatlich Dividenden kassieren. Und er kann dann aufhören Aktien zu kaufen und besorgen sich eine Frau und zwei Kinder und 2x 190 Euro Kindergeld.

Lad
6 Jahre zuvor

Tim hat nur 3 Themen für seine 300 Artikel, obwohl er über 50 Themen schreiben könnte. Doch die interessanten Informationen und 50 Themen findet man hier in den Beiträgen der Leser.

Lad
6 Jahre zuvor

Von Warren Buffett
Wenn jemand schreibt Buffet statt Buffett, sollte man sofort aufhören zu lesen. Denn der Schreiber ist erst am Anfang des hohen Studiums „Aktien und Börse“ und er hat auch andere Fehler in seinem Artikel. Und bald sieht man schon den nächsten Fehler: dass Warren B. die durchschnittliche jährliche Performance 20%, 22% oder 29% erreicht. Doch Warren Buffett erreichte mit seinen 10 Portfolios aus Aktien für 90 Klienten die durchschnittliche jährliche Performance 22,9% nur von 1956 bis 1969. Von 1970 bis heute erreicht W.B. keine Performance mehr, denn der Kurs der Aktie Berkshire Hathaway Holding Klasse A (BRK.A) ist keine Summe der Kurse der Aktien in Holding. Die Aktie BRK.A ist kein Anteil eines Fonds. Die Performance von BRK.A hängt von Interesse und Desinteresse der Anleger und Fonds an dieser einen Aktie. Die minderjährigen Blondinen oder die alten Daytrader lügen wieder, dass Warren 2 Milliarden Dollars verloren hat, wenn die Aktie BRK.A 3% fällt. Doch Buffett verliert gar nichts beim sinkenden Kurs. 1) Er verkauft nicht. 2) Und er nahm sich gratis die 30% der Aktien BRK.A bei dem Börsengang im Jahre 1970.
Die klugen Anleger kaufen Aktien BRK.A oder BRK.B, die Investition ist dumm wie die Investition ins Gold, denn man bekommt keine keine Dividenden. Mann kann auch keine Kuh ohne Milch nur wegen Fleisch 30 Jahre halten.

Christoph
6 Jahre zuvor

@Lad: Das mit Warren ist Quatsch. Anstatt die Dividende auszuzahlen wird diese von Berk. wieder investiert. Dadurch steigert sich der Wert des Unternehmens!

in den 60ern war der Kurs 40 USD oder 60 und nun ist er…. na schau es dir an.

Das hätte man nie mit Dividenden erhalten.

 

Aber auch ich mag Dividendenauszahler mehr. Aber das gute ist, wenn Warren nicht mehr, muss der Nachfolger eigentlich nur noch Rückkäufe tätigen. Und so wird der Wert der Aktie immer höher.

K.
6 Jahre zuvor

@Christoph

Teils schon etwas einseitig, aber in fast jedem Artikel finden sich trotzdem neue Ansätze, Ideen, Denkanstöße. Und wenn man sich das Archiv anschaut, so sieht man durchaus auch andere Themen die angeschnitten werden. Da der Autor aber in der Finanzwelt unterwegs ist bzw. dort sein Tätigkeitsschwerpunkt als Autor liegt, ist es verständlich das es um Finanzen/Sparen/Aktien/Anlegen/Zinspolitik/Rente/Konsum geht.

Andere Themen liest man ja schon auch in Bezug auf die Kernthemen immer wieder. Z.B. die Förderung der Rentensparkonten in den USA, auch durch Obama.

Vielleicht kommen auch wieder “andere” Themen (irgendwann muss etwas anderes her, wenn auch der Grundthemenbereich gleich bleiben wird), aber das ist ja auch Entscheidung des Blogbetreibers.

Wenn ich einen Blog zum Thema Finanzen betreibe bzw. betreiben würde schreibe ich doch auch nichts zum Thema Autoreparatur oder Wahlen und All-Round-Themen. Diese kann ich sicher mit einwerfen, aber der Großteil der Leser kommt ja gerade wegen der Kernthemen auf so einen thematischschreibenden Blog.

Klar ist Tim hier in einer guten Brückenstellung zwischen Deutschland und den USA und kann hier viele Ansichten und Infos vermitteln. Auf Nachfrage in den Kommentaren oder wenn man sich in früheren Beiträgen die E-Mail-Leser-Fragen anschaut, tut er dies ja auch. Schreib ihm doch mal eine E-Mail und frage freundlich. Am besten mit konkreten Fragen.

Und der Großteil der Leser scheint es aktuell nicht zu stören (inkl. mir), auch wenn man hin und wieder (berechtigt meiner Meinnug nach liest), das nur Sparen/Konsumeinschränk ohne “alles andere was dazugehört” etwas eintönig wird.

justmy2cents

Christoph
6 Jahre zuvor

@K: wie dein letzter Satz meinte ich es auch.

Natürlich ist das Thema Finanzen. Vielleicht wäre ja aktuelles geschehen an den Börse ein tolles Thema. Neulich war es Valeant. Derzeit ist es zB auch Disney.

Tim was hälst du davon solche Themen aufzugreifen? zB einmal in der Woche oder im Monat je nach deiner Möglichkeit, ein Unternehmen das derzeit interessant bzw in den Schlagzeilen etc. ist vorzustellen?

 

Stefan
6 Jahre zuvor

@ Lad

Blödsinn was du schreibst. Ohne Dividendenzahlungen fuhr man natürlich wesentlich besser. Allein schon weil die jedes Mal besteuert werden…

 

Natürlich wiederholt sich hier vieles. Man muss aber mal bedenken wie viel Content Tim hier regelmäßig raushaut. Und wie lange er dies schon tut.

Ein MMM schreibt vielleicht noch 3 Artikel im Monat. Tim macht das in der Woche. Und die Grundlagen kann man gar nicht oft genug eingebläut bekommen. Mich jedenfalls bestärkt das immer wieder aufs Neue mich dem Konsumterror zu verweigern.

Was ich auch mal sagen möchte: ich finde es sehr ehrenhaft von Tim hier keine Produkte zu verlinken oder Werbung zu schalten. Er könnte sicherlich Geld verdienen mit seinem Blog. Das tut er aber scheinbar nicht. Wo findet man das noch?

 

@ Tim

dein Leben in Amerika interessiert mich auch. Als Amerika Fan verfolge ich die Entwicklungen mit großem Interesse.

Jetzt im Mai fliege ich übrigens mal wieder rüber, nach Florida…

 

Gruss an alle

Christoph
6 Jahre zuvor
Vali
6 Jahre zuvor

Ich möchte hier auch Tim in Schutz nehmen! Er betreibt diesen Blog umsonst. Er hat, so wie wir alle hier, einen Job und Auftraggeber, die ihn bezahlen für die Auftragsarbeiten! Dass er trotzdem die Geduld hat und die Motivation uns jedes mal mit zu motivieren, finde ich großartig!!!

Noch dazu kann ich es verstehen, dass man im eigenen Blog eben über Themen schreibt, die einen selbst interessieren und motivieren und wo er sich auskennt ohne tagelang zu recherchieren.

Wenn ich News brauche, schaue ich auf Jandaja, NTV oder google was mich dazu interessiert.

Tim, die Interviews, die du hier verlinkst, sind sehr interessant! Sie inspirieren und motivieren. Nur so hält man dieses Sparen, Investieren usw. durch. Ich mag echte Geschichte von Gewinnern und Verlierern und solche die beides mitgemacht haben!

Was der Baskettball-Star durchgemacht hat, ist furchtbar. Von oben wieder nach unten. Wahnsinn, alles verprasst! Sehr lehrreich!

Und die Kommentare hier im Blog machen alles noch bunter 😉

Langweilig wird es nicht!

Toni
6 Jahre zuvor

Hi Tim

Schreib doch mal was über die neusten Trend

wie sehen die Leute Tesla die Trendwende beim Food (WWAV-HAIN)

oder über Sportartikel (UA -LULU)

da ist jemand vor Ort und es kommen keine Spannenden Geschichten

sehr sehr Schade

Tschü

Fürst Myschkin
6 Jahre zuvor

@Christoph

Wenn Gerald Hörhan der Investmentpunk ist, dann ist Tim Schäfer der Sparpunk. Ich fänd’s aber auch gut, wenn er wieder das eine oder andere Unternehmen vorstellen würde. Deutsche Entwicklungen finden leider bei Tim Schäfer kaum Platz. Zum S&K-Betrugsdesaster, zu Prokon, zu German Pellets hat er sich bis heute nicht geäußert. Ich fände es aber interessant, zu wissen, was die Leute in den grauen Kapitalmarkt treibt.

Frank
6 Jahre zuvor

@Lad,

sorry , eine Berkshire vor 2009 gekauft führt zu reinvestierten Dividenden ohne eine Steuer darauf zu zahlen. Dazu arbeitet der beste Investor umsonst für dich. Mehr geht nicht!

Frank

fit und gesund
6 Jahre zuvor

Ich finde die “Sparthemen” persönlich sehr wichtig und eben motivierend! Kann man nicht oft genug predigen 🙂

Und wie schon bemerkt, werbefrei und immer schön regelmässig, das ist bei vielen anderen blogs nicht der Fall, da kommt mal alle paar Wochen dann was Neues, oder es gibt durchaus auch blogs wo man für eine Antwort sich irgendwie registrieren muss, dann wird das evtl. oder evtl. auch nicht freigeschaltet, also ich finde es gut hier und wer was Anderes sucht der findet ja ziemlich leicht was Passendes.

 

Aber, Tim hat ja geschrieben dass er nur 1x im Jahr investiert, im Frühling, na der ist doch jetzt da *lach*, ich weiss Du verfolgst buy and hold, aber lässt Du uns ein wenig an Deiner Strategie teilhaben? so grob? ETF’s? Dividenden-Titel? nur US? oder gar nur Berkshire?, ich weiss ich bin sehr neugierig….

Andrea
6 Jahre zuvor

Ich mag den Blog, weil Tim ehrlich, nett und authentisch erscheint und ein wahres Anliegen hat. Danke, Tim, für deine Arbeit.

Ich finde es nicht schlecht, an die wichtigsten Dinge immer wieder erinnert zu werden, es motiviert, dranzubleiben. Hingegen brauche ich die amerikanischen “Erfolgsstorys” nicht, da würde ich mir auch eher ein paar deutsche Protagonisten wünschen. Die amerikanische und deutsche Kultur unterscheiden sich doch in vielem. Wir haben ja nicht das “American Dream” Konzept, dafür glaube ich, gibt es in Deutschland viele Leute, die sowieso gerne einfach nur normal leben und die vielleicht schon aus Umweltschutzgründen oder aus Gründen der Nachhaltigkeit kein Auto haben – d.h. Menschen, denen es leicht fällt, sparsam zu leben, weil ihr Lebensstil sowieso eher einfach ist. Natürlich gibt es auch Angeber und Verschwender, die sich verschulden.

Was mich betrifft, so fällt mir das Sparen jetzt, wo die Wohnung abbezahlt ist, leicht. Das heißt nicht, dass ich mir gar nichts erlaube, sondern ich lebe gut (finde ich). Das eine schließt das andere nicht aus. Es gibt nicht nur die wild Konsumierenden und nicht nur die Geizigen, die jeden Cent zurücklegen. Manchmal ist mir das hier im Blog zu sehr vereinfacht und stereotyp und zu sehr bewertend dargestellt. Jeder weiß, was ihm wichtig ist und wofür er bereit ist, Geld auszugeben. Ich freue mich, dass ab und zu ein Taxifahrer oder ein Lieferservice durch mich Geld verdienen kann.

P.S. Übrigens finde ich, dass der erstgenannte junge Millionärsfamilienvater aus dem letzten Beitrag und auch seine Kinder auf ihre Ernährung achten müssten, sonst kann es irgendwann große Gesundheitsprobleme mit den entsprechenden Kosten und Einschränkungen geben. Mr Money Mustache kommt schon sportlicher daher.

 

 

Vali
6 Jahre zuvor

Tim, “Richtig, ich kaufe 1 Mal im Jahr Aktien. Das wars. Es wird auf eine Aufstockung bei Berkshire hinauslaufen. Und dieser Vanguard-Indexfonds wird ins Depot gepackt:”

Danke für die wertvolle Info 🙂 Welche Berkshire meinst du eigentlich, die große A oder die kleine B? Und dieser Vanguard ist thesaurierend?

Wie planst du das eigentlich? Fängst du irgendwann an abzuverkaufen? Auch die 4% Entnahme? Eine Dividendenstrategie verfolgst du ja nicht oder?

Bzw. momentan reinvestierst du die Dividenden automatisch über diesen DRIP (Dividend Reinvestment Plan)?

Mehr Fragen in einen Post habe ich noch nie gepackt, glaube ich;-)

Aber Danke im Voraus 🙂

Hier noch ein neuer interessanter  Film über unsere Deutschen Reichen;-)

Reiche werden reicher – Arme bleiben arm! Wie demokratisch & solidarisch ist Deutschland

 

6 Jahre zuvor

@Vali,

nur mal ganz kurz Dank für Deine tollen Video-Links immer. Habe das Video erst kurz angespielt und muss schon lachen, da ich nach der Definition schon oberhalb der Mittelschicht angesiedelt werde. Fühle mich trotzdem als “Underdog”.

Das ist genau das was ich immer sage. Es wird immer extremer. Man könnte hoffen, dass diese Panama-Affäre jetzt den Politikern die Munition und Gründe liefern würde, das Thema mal ernsthaft anzugehen. aber ich denke, es wird sich niemand ins eigene Fleisch schneiden wollen. Es werden mit großem Theater ein paar “Bauernopfer” zur Schau gestellt werden, und alles geht weiter wie bisher. Es wird alles erst in einer brutalen Entladung enden (franz. Revolution).

Man muss nicht einmal groß Umverteilung anstreben. Man müsste nur statt “Solidarität” (das klingt nach Gnadengeschenken an die Unterschicht) einfach Recht und Gesetz bei den kriminellen Geldwäschern und professionellen Steuerhinterziehern durchsetzen. Damit wäre schon viel geholfen. Aber ich habe da keine Hoffnung. Ich mache mich eher auf Chaos und Bürgerkrieg gefasst.

Schönen Tag noch

MS

P.S.: Hier würde ich noch anmerken wollen, dass Sparen-Geizen-Knausern nicht die Probleme löst, sondern dass wir ein System- und Gesellschaftsproblem zu lösen haben.
Natürlich muss man zuerst bei sich selbst anfangen, aber mir kommt das oft so vor, als will man vom eigentlichen Problem ablenken. Als ob man dem Sklaven empfiehlt sich selbst noch zu geißeln, damit er abgehärtet die Hiebe des Sklavenhalters nicht mehr so spürt, anstatt die Ketten zu brechen und die wirtschaftliche Versklavung zu beenden. Genau so kommt immer die demagogische Abwertung jeder Gerechtigkeitsdebatte als “Neiddebatte” mancher öffentlicher Diskutanten. Nun ja, schaun mer mal wo alles hinführt. Es kann nicht die Lösung sein, dass man egoistisch nur nach dem eigenen Wohl bestrebt ist. Das zwar auch (ich fasse mich an die Nase), aber man muss die Wurzel des Übels schon benennen.

fit und gesund
6 Jahre zuvor

@Tim,

Danke für die Info, ich muss mich mal nochmal schlau machen was der Unterschied zwischen diesen Admiral Shares und einem normalen ETF ist, preislich auf jeden Fall unschlagbar und sicher bestens geeignet für den langfristigen Aufbau eines Vermögens (wie ja auch die 3 cleveren Burschen im vorhergehenden Beitrag gezeigt haben)

Bei Berkshire weiss ich nie so genau, was passiert wenn Warren Buffett mal stirbt? wird das dann weitergeführt, zerschlagen, ob da je nochmal Jemand gefunden wird der geeignet ist dieses Werk fortzuführen?

1x im Jahr investieren ist eine interessante Variante, hat es Dich nicht zwischenzeitlich mal in den Fingern gejuckt?

Christoph
6 Jahre zuvor

Vorgestern war Herr Rossmann bei Lanz

Er ist Milliardär und das Thema war Panama. Er sgate er versteht solche Leute nicht und er würde das nie tun da er das mit sich selbst nicht vereinbaren könnte.

zumal die Besteuerung für eine GmbH mit 31% wirklich fair ist. Die geht nur hoch, wenn man etwas daraus entnimmt.

In den 90ern wäre das noch nachvollziehbar gewesen denn da war die bei fast 70%!

Er und seine Freunde sehen das alle gleich. Natürlich ist Wohlstand wichtig aber es macht keinen Unterschied ob man 2 Mio, 20 Mio oder noch mehr hat. Das Wohlsein bleibt das gleiche.

Und für ihn ist es wichtig Verantwortung auch gegenüber Deutschland zu haben und so zu handeln.

 

herr Kubicki war auch in der Runde. Und er sagte micht Recht, das eine bRiefkasten Firma nicht gleich illegal ist.

Manchmal ist das auch sinnvoll. Wenn jemand zB ein teures Gemälde ersteigern will aber nicht möchte das andere wissen das er dies kauft dann ist eine Firma dazwischen sinnvoll.

Oder wenn man in einem Land lebt in dem Entführung öfter vorkommt, dann kaufen viele die Häuser nicht direkt, sondern über solch eine Firma.

Ebenso wenn man bedenkt dass zB ein großes Filmprojekt irgendwo gedreht werden soll. Lässt man die Hotelbuchungen über ene Firma laufen die keiner kennt gehen die Preise sicher nicht so hoch wie wenn das Disney macht.

 

 

 

Christoph
6 Jahre zuvor

@fit und Gesund: ich las neulich dass, sollte warren nicht mehr sein, der Nachfolger eigentlich nur noch Aktienrückkäufe machen müsste und der Kurs so immer weiter steigern würde.

K.
6 Jahre zuvor
Oliver
6 Jahre zuvor

Ich denke, bei Buffetts Ableben wird zwar der Kurs erstmal absacken, aber was das Portfolio betrifft, wird es da keine so einschneidende Änderung geben. Was soll schon großartig passieren, wenn man der Strategie treu bleibt und werthaltige Aktien von großen Wachstumsunternehmen im Portfolio hat. Dramatisch wird das nicht werden. Die Aktie ist für mich ein langfristiger Kauf. Ich bin mir sogar sicher, wenn Buffett nicht mehr ist, dass die anfangen, Dividenden auszuschütten. Aber das ist Spekulation.

Bei den Offshore-Firmen sollte man etwas differenzierter vorgehen. Das wird natürlich gerne ausgeschlachtet und natürlich sind da viele reiche Personen dabei, die Steuern vermeiden. Ich bin nicht optimistisch, dass diese alle tatsächlich verfolgt werden. Es sind auch viele Politiker dabei, die sicher alles tun werden, damit da für sie persönlich kein großer Schaden entsteht. Andersherum muß man auch sagen, dass natürlich Interessensgruppen das gerne ausschlachten und sich selber damit etwas reicher machen möchten. Da denke ich an Presse und Politik, die an den bösen Steuerhinterziehern kräftig profitieren möchten. Es ist halt nicht alles schwarz/weiß.

Zu den sog. “gerechten” Steuern habe ich sowieso ein ambivalentes Verhältnis, weil es diese einfach nicht gibt. Fakt ist: Der Staat muß Steuern erheben, um seine Aufgaben erfüllen zu können. Aber die Definition Aufgaben ist eine sehr weitgehende. Daneben gibt es so halbstaatliche Abgaben wie z.B. die GEZ, die in dieser Form und Höhe einfach nur absurd ist. Die Gesellschaft muß sich immer wieder überlegen, was sie finanzieren und welche Steuern sie erheben will. Es wird immer Leute geben, die denken, sie werden viel zu hoch besteuert und die fangen an, die Abführung durch legale und illegale Mittel zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Am besten wären wirklich einfache Steuern ohne irgendwelche Ausnahmen und ein Katalog, was der Staat übernehmen soll. Dazu wirds aber in Deutschland nicht kommen, weil hier viele glauben, etwas in alle Einzelheiten aufzudröseln mit jeder Ausnahem wäre gerechter. Das H4-System ist so ein Beispiel, das gleiche unsere Steuergesetze. Als ich noch studiert habe und dieses abscheuliche Fach hatte, hat einer der Dozenten, der an solchen Gesetzen mitgearbeitet hat gesagt, das es durchaus Initiativen gäbe, diese widersprechenden und z.T. unlogischen Gestze zu vereinfachen. Er hat von Neidparagraphen und politischen Paragraphen gesprochen. Es gab sogar einmal eine Initiative, die ganzen Buchstaben auszumerzen und als Zahlen fortzuführen, also nicht 12 a – was weiß ich, sondern einfach 12, 13, n. Das hat man nicht geschafft. Eine weitere Initiative war, einen neuen Paragrafen nur 2 Jahre gültig zu halten, dann schauen, ob er sinnvoll ist und danach wieder für 2 Jahre festzuschreiben, weil es so entsetzlich viel Müll in den Gesetzestexten gibt. Ist auch nicht angenommen worden wegen Besitzstandwahrungen. Der Staat ist alles andere als gerecht und es gibt eben auch Firmen/Bürger die kriminell sind.

Wo Matthias richtig schreibt: Wie bekommt man die ungeheure Anhäufung von Vermögen in den Griff, sprich das so wenige so viel besitzen und dies sich immer weiter verschärft. Genau das schafft zu Recht viel Ärger, da es ein Haufen Menschen gibt, die ständig schauen müssen, wie sie üer die Runden kommen und ein immer kleinerer erlesener Kreis ohne viel Zutun immer reicher wird. Das ist ein großes herausforderndes Problem und ich schätze, dass man hier tatsächlich mal durchgreifen müßte und bei Vermögen von 100 Millionen aufwärts eine Vermögenssteuer einführen sollte. Aber das ist auch leichter geschrieben als gesagt: Man kann Vermögen nicht eindeutig taxieren. Trotzdem muß man über dieses Thema mal nachdenken. Was der nächste äußerst schwierige Punkt ist: Wie verteilt man das Vermögen möglichst gleichmäßig weiter, um in den unteren und mittleren Schichten wieder mehr Vermögen zu bekommen. Und ist es überhaupt durchsetzbar?

Zu den Themen von Tim:

Ja, ein bisschen Abwechslung in der Richtung, dass man die Beispiele von Leuten nicht immer bringt, wäre schon wünschenswert. Die genannten Beispiele sind einigen sowieso bekannt und nach der x-ten Wiederholung ist einfach kein Mehrwert da. Deshalb habe ich jetzt dazu nichts geschrieben. Wenn ich mir hier die Fragen/Kommentare anschaue, dann wäre z.B. Inhalt, wie man von Beginn an richtig spart und wie sich das finanziell auswirkt, weitreichender. Aber es ist natürlich schwierig, da viele Sachen schon im Netz stehen.

Oliver
6 Jahre zuvor

Ein interessantes Thema wäre z.B.:

Trotz Abgasskandal: VW Vorstände bestehen auf hohen Bonuszahlungen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-vw-vorstaende-rebellieren-gegen-streichung-von-boni-a-1085891.html

Sehr aktuell und da VW gerade diskutiert, die Dividende auf 0 zu setzen durchaus interessant. Sie haben sich bisher schon faktisch von ziemlich vielen freien Mitarbeitern getrennt und werden da sicher noch weiter machen.

K.
6 Jahre zuvor

@Oliver

Es liest aber nicht jeder alles was im Netz steht oder kennt nicht alles oder alle Blogs. Vom zeitlichen Aspekt mal abgesehen. Deshalb sind Auffrischungen, neue Zusammenfassungen in anderen Blogs wie hier sicher immer wieder sinnvoll.

Zur Vermögensumverteilungsidee mal ein porvokantes Brainstroming aus der Hüfte geschossen: Nach welchen Kriterien wird umverteilt?
Könnte(!) das nicht bedeuten ich setze mich einfach hin und warte wieder auf Vater Staat und seine Mittel Projekte, wenn ich zu wenig Geld habe, anstatt selbst die Initiative (Sparen, Jobsuche, etc…) zu ergreifen. Hin setzen im Sinne von gar nichts tun und sich “bedienen” / haushalten lassen. Würde das Solidaritäts-System soetwas auf Dauer nicht teuerer machen zu Lasten aller?
Und ich finde z.B. im Gesundheitsbereich oder in anderen Dingen das Solidaritätssystem durch aus gut und bin (unter dem Aspekt) froh nicht in den USA zu leben (rente, spar- oder steueraspekte mögen da anders gewichtet sein).
Das wäre dann ungerecht denen gegenüber die auch Eigeninitiative zeigen und wirklich wollen (unabhängig von den Rahmenbedingungen). Wie würde hier selektiert.

Andrea
6 Jahre zuvor

Tim, danke. Wir haben erst einmal alles Geld in die Wohnung gesteckt, und in 10 1/2 Jahren war alles abbezahlt. Ich spare jetzt ca. 40 Prozent meines Nettoeinkommens. Das finde ich auch schon sehr gut. Wenn ich mich sehr anstrengen würde, könnte ich wahrscheinlich 60 Prozent des Einkommens sparen. Wir haben kein Auto und fahren beide mit dem Monatsticket zur Arbeit. Da find ich ab und an ein kleines Taxi schon okay, wenn es einem das Leben erleichtert. Es ist immer noch alles preiswerter so als mit Auto.

 

 

Elf On The Shelf
6 Jahre zuvor

@fit und gesund: der Unterschied zwischen den “Admiral Shares” und dem ETF ist jener, dass die Admiral Shares Anteil am sogenannten Mutual Fund darstellen. Das heißt, dass du direkt von Vanguard die Anteile kaufst, während der ETF wie eine normale Aktie an einer Börse gehandelt wird.

Vor-/Nachteile: den ETF kannst du demnach sekündlich kaufen, solange die Börse geöffnet ist. Beim Mutual Fund wird einmal täglich ein Preis festgelegt und der gilt dann. Der Mindestinvestitionsbetrag beim VTSAX sind $10.000 wenn ich mich nicht irre, beim Mutual Fund kann man außerdem einen beliebigen Betrag (solange er höher als der Mindestinvestitionsbetrag ist) investieren. Also zum Beispiel exakt $10.000 – man hätte dann bei einem Preis von $104,45 exakt 95,739 Anteile am Mutual Fund. Beim ETF müsste man beim selben Preis zum Beispiel 96 Stk. um insgesamt $10.027 kaufen (oder 95 Stk. um $9.922,75).

Bei VTSAX vs. VTI ist es zwar egal, weil die Gebühren bei beiden gleich sind, aber oft ist es auch so, dass es hierbei auch Unterschiede gibt. Auch gibt es beim VTI einen (meiner Meinung nach vernachlässigbaren) Bid/Ask-Spread, sowas gibt’s bei den Mutual Funds auch nicht.

 

Eine viel bessere und ausführlichere Erklärung findest du hier: https://www.bogleheads.org/wiki/ETFs_vs_mutual_funds 🙂

fit und gesund
6 Jahre zuvor

@Elf On The Shelf,

vielen Dank für die ausführliche Antwort, hier in Switzerland kann ich ja nur die börsengehandelten ETF’s kaufen, heute kam auch die Abrechnung der Ausschüttung meines Anfang März gekauften Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF, 60 CHF die dann beim nächsten Kauf wieder mit angelegt werden, die von Dir angesprochenen spreads sind in der Schweiz nicht völlig vernachlässigbar, für diesen ETF waren es doch 0.31%, aber da ich ja nicht trade ist es halt so.

 

@K.
das mit den Würstchen hab ich auch gelesen, wie peinlich 🙂

@Andrea,
ihr habt das gut hinbekommen, und es zeigt mir immer wieder, es geht auch ohne Auto, und ab und an ein Taxi brauch ich auch, z.B wenn ich mit der 10kg Katz zum Tierarzt muss, das ist immer noch viel günstiger als der Unterhalt eines Autos, zur Arbeit hab ich ja nur 3km und die fahr ich mit dem Velo, auch bei Regen, so wie heute Abend dann, es macht mir nix. Bei Schnee und Eis geht aber auch das nicht, da nehm ich dann den Bus.

6 Jahre zuvor

Dieses Gerede, dass wenn die Reichen noch reicher werden, dann gibt es Bürgerkrieg, ist doch reine Hysterie. Sowohl im historischen Vergleich als auch im Internationalen ist die Ungleichheit eher gering. Und außerdem was ist eigentlich genau das Problem, wenn es einige Menschen mit enormen Vermögen gibt? Das man sich mit Geld Einfluss kaufen kann, mag bis zu einem gewissen Grad stimmen, aber auch da macht es einen Unterschied ob man in einer liberalen Demokratie mit funktionierenden Rechtsstaat lebt oder in z.B. Russland. In einer liberalen Demokratie hat der Einfluss den man mit Geld erwerben kann Grenzen.

Frank
6 Jahre zuvor

Danke Vali für den Link.

5400 Brutto mit einem Verdiener und es wird gejammert. Für Urlaub wird gespart, die Ausbildung der Kinder ist nicht mehr drin.

Das eigene Haus steht am Stadtrand und leider nicht in der Innenstadt, es wird gejammert. Ein Hohn für alle die wirklich knapsen!

Sorry, aber ich finde das zum Kotz… .

K.
6 Jahre zuvor

@Tim

Ich hätte auch nicht gedacht das Du so etwas tust.
Ich für meinen Teil habe in den letzten (teils auch extremen) Sparposts schon herausgelesen, das Du dort einen guten, wenn gleich effektiven, aber immer noch – nennen wir es mal – würdevollen Weg gehst. Ohne Zwang aber mit Disziplin und einem Ziel vor Augen, während der Weg schon Teil der “Erfüllung” ist. Sprich keine Dinge kaufen die man nicht braucht oder die nicht glücklich machen. 🙂

 

VW:
Das die Vorstände hier nicht auch bei sich selber Sparmaßnahmen ansetzen, zeigt das sie sich ihrer Posten sicher schein bzw. denken sie können das so machen. Mancher würde es Überheblichkeit nennen.
Ich fände es nur authentisch und auch “ehrlich” (sieht man leider selten, aber der Trend geht dahin denke und hoffe ich) wenn sie bei sich selber mit starken Einschnitten anfangen. Und selbst wenn sie drastisch kürzen wird deswegen keiner von denen am Hungertuch nagen müssen. Sofern sie mit ihrem Einkommen haushalten, also weniger Ausgeben als sie Einnehmen, zuviel (sie könnten es sich ja leisten) Konsum ablehnen und Schulden vermeiden bzw. vermieden haben.
Vermutlich ist denen aber das Hemd näher als die Hose. Leider. Der normale VW-(oder auch jedes andere Unternehmen)-Angestellte ist ggf. nicht so finanziell abgesichert wie sie und kann deswegen nicht hoch pokern wie ein Vorstand, sollte er vom Aufsichtsrat oder anderen des Stuhles verwiesen werden.

Vali
6 Jahre zuvor

Tim, danke dir sehr! Bewundernswert! Dann wünsche ich dir viel Glück bei deinem Vorhaben und möge die Summe möglichst groß werden 🙂

Danke Matthias, ich finde dieses Beispiel faszinierend, bei dem die junge Frau ein doppeltes Startkapital bekommt und dann praktisch automatisch erfolgreicher wird. Die anderen werden dadurch an den (Pleiten-)Rand gespielt!

Wir wären per Definition als Singles über der Mittelschicht – als Familie sind wir aber noch drin 😉

Frank, danke! Ja,  teils wird wirklich auf hohem Niveau gejammert. Trotzdem finde ich, dass man als Familie mit Kindern ein höheres Risiko trägt, höhere Ausgaben, weniger Flexibilität hat – braucht aber mehr Sicherheit, weil man mit Kindern nicht einfach so mal die Wohnung, den Job oder die Stadt wechseln kann, wie ein Single oder ein Pärchen z.B….

Oliver
6 Jahre zuvor

@K.:

Wegen der Umverteilung bei den ganz Reichen ab 100 Millionen aufwärts besteht Handlungsbedarf. Das schaffen die wenigsten aus eigener Kraft und ehrlich gesagt: was will ich denn mit mehr als 100 Millionen? Die gebe ich selbst mit viel Mühe nicht aus. Und man kann durchaus ein System schaffen, bei der man mehr besitzen kann als 100 Mio., dafür den Zuwachs stark erschweren. Das heißt, auch sehr erfolgreiche Menschen, die Werte schaffen, würden nie unter so einer Regelung fallen, weil fast immer ererbtes Kapital.

Ich habe mir gestern spät den Film auch angeschaut und kann durchaus den Unmut verstehen, wenn jemand mit 5.300 € rumjammert. Die Entscheidung, vier Kinder in die Welt zu setzen ist eine persönliche und die Konsequenzen daraus sind, dass man aufgrund der Kosten sicher vieles nicht mehr machen kann wie als z.B. Single. Vergünstigungen in Deutschland für Familien gibt es sehr viele und da sehe ich keinen Handlungsbedarf, das weiter auszubauen, zumindest nicht bei den Gutverdienern. Viel schlimmer finde ich es, das arme Menschen mit H4 das Kindergeld angerechnet bekommen, also nichts davon haben. Man kann ein Sozialsystem sowieso nie perfekt gestalten, da die individuelle Lage jedes Einzelnen sehr unterschiedlich ist.

@Tim:

Schon klar, aber Du bringst diese Beispiele sehr gehäuft. Irgendwann ist einfach der Mehrwert nicht mehr vorhanden.

Was VW betrifft:

Das erinnert mich irgendwie an dem Abgang des Vorstandsvorsitzenden der HRE damals, der das Unternehmen an die Wand gefahren hatte und der Staat es “gerettet” hat. Der hat geklagt und in einem Interview gesagt: Das Geld steht ihm laut Vertrag zu und er sieht nicht ein, darauf zu verzichten. Ich weiß es nicht mehr genau, aber es ist auf einen Vergleich rausgelaufen.

Die gleiche Mentalität treffen wir bei den VW-Vorständen. Herr Winterkorn bekommt eine Millionenrente und natürlich ist es nicht vermittelbar, das solche Leute im großen Stil abkassieren. Das Problem dabei ist, dass die meisten doch damit durchkommen. Letztendlich ist ein Vorstandsmitglied einer AG sehr häufig nichts anders als ein gehobener Arbeitnehmer und kein Unternehmer. Deshalb denken die nicht verantwortungsvoll, wie wenn es das eigene Unternehmen ist. Das System ist wirklich nicht gerecht, da in erster Linie für die Betrügereien die normalen Arbeitnehmer durch Entlassung und niedrigere Lohnsteigerungen büssen müssen. Ich schätze aber, dass der Ruf des VW-Vorstandes inzwischen ziemlich ruiniert ist. Das Land Niedersachsen könnte z.B. durch die 20% Stimmanteil die Entlastung verweigern. Wenn ich das mit meinen 20 Aktien mache, dann ist es natürlich belanglos. Aber auch das wird aller Wahrscheinlichkeit nicht passieren.

K.
6 Jahre zuvor

@Oliver

Mit der Benachteiligung von Geringverdienern und H4 gehe ich dacor.

Auch mit der Meinung das man ggf. Umverteilen muss und auch das man sich “bewusst sein muss wenn man (viele) Kinder hat und dann auch als Mittel-/Gut-Verdiener manches nicht mehr geht”. Habe ja selbst erst von der Überlegung Kind der Haus aus rein finanzieller Sicht geschrieben.

Aber das hier musst Du mir erklären und wie es funktionieren soll:

Und man kann durchaus ein System schaffen, bei der man mehr besitzen kann als 100 Mio., dafür den Zuwachs stark erschweren. Das heißt, auch sehr erfolgreiche Menschen, die Werte schaffen, würden nie unter so einer Regelung fallen, weil fast immer ererbtes Kapital.

Oliver
6 Jahre zuvor

@K.:

Wertzuwächse bzw. Verdienst sehr hoch besteuern, bis meinetwegen 80%. Wenn ein einzelnes Individuum mehr als 100 Mio. € besitzt, soll er auf jeden Fall die Sicherheit haben, sein Geld zu behalten und auch einen weiteren Zuwachs erzielen zu können. Aber die Hauptsache geht an die Allgemeinheit, da eine solche Macht- und Geldansammlung gesellschaftlich einfach nicht wünschenswert ist. Also macht man das beste daraus und lässt diesen Menschen zum größten Teil für die Allgemeinheit arbeiten.

Ich bin kein Steuerexperte und worüber ich schreibe, ist sowieso utopisch, da sich aufgrund des Einflußes und der Möglichkeiten durch internationale Geschäfte das kaum durchsetzen lässt. Von daher brauchen wir es auch nicht weiter auszuführen.

6 Jahre zuvor

@Oliver: Und was ist jetzt der konkrete Schaden, der entsteht weil es Menschen mit sehr hohen Vermögen gibt? Oder anders herum, woher nimmt sich die Allgemeinheit das Recht Minderheiten nach belieben in die Taschen zu greifen?

Oliver
6 Jahre zuvor

Nimm das Monopoly-Spiel aus der Dokumentation von weiter oben: Sehr reiche Leute kontrollieren viele Menschen und das nicht zum besten der Gesellschaft. Sie haben so viel Möglichkeiten, dass sie andere klein halten können Die Albrecht – Brüder waren zwar anständige Unternehmer, aber vor dieser Ära gab es viele kleine und Mittelständler, denen es durchschnittlich besser ergangen ist. Deine Frage ist auch falsch gestellt: Woher nimmt der einzelne das Recht, tausend oder millionenfach Ressourcen zu beanspruchen, die er nicht benötigt und der Gesellschaft fehlen? Ich bin nicht gegen Reichtum per se, aber ich bin dagegen, das eine kleine 1% Elite die Hälfte aller Ressourcen besitzt. Wenn Du nicht erkennen kannst, dass das schädlich für die Allgemeinheit ist, können wir an der Stelle aufhören.

Was ist z.B. an der Oligarchen-Hierarchie in Russland nützlich, was an superreiche Ölscheichs mit versklavten Hausbediensteten oder Bauarbeitern in Quatar, die lebensgefährliche Arbeiten für Milliardäre ausführen und häufig um ihren Lohn betrogen werden oder nur einen Bruchteil dessen bekommen was ausgemacht war und damit die Superreichen noch reicher machen? Was ist mit den superreichen Quandts, die Steuervermeidung betreiben wie so viele andere und das als ihr gutes Recht ansehen? Gerade die Spitze stellt ihre eigenen Regeln auf und drücken sie aktiv in Politik und Gesellschaft durch. Es geht nicht um den Millionär, der seine Villa besitzt und vielleicht noch 50 Eigentumswohnungen hat. Es geht um diejenigen, die alles zu ihrem Vorteil gestalten und vielen Menschen die Chance nehmen, selber zu Wohlstand zu kommen.  Unsere Eliten in Westeuropa sind da nicht besser als die Russen oder Ölscheichs. Diese vermeintlichen Rechte schaffen viel Leid auf der Welt und deswegen hat die Allgemeinheit durchaus das Recht, dieses zu unterbinden. Ansonsten hast Du irgendwann wieder eine neue französische Revolution, weil die Leute sich das nicht mehr länger bieten lassen. Ob Du das wirklich willst?

6 Jahre zuvor

@Oliver,

herzlichen Dank, dass Du Dich drauf einlässt. Ich muss sehr an mir halten. Man sieht, wie der normale Bürger schon gehirngewaschen ist (man kann ja mal googeln, wem die Medien gehören), dass er das Unrecht nicht in dem Raubzug auf Kosten der Gesellschaft, sondern im Versuch des Aufrechterhaltens einer funktionierenden Gesellschaft sieht. Wenn in der Nachkriegs-Notsituation ein Spitzensteuersatz von 90% (waren es doch?) möglich war, dann muss es doch jetzt möglich sein, von der 101-sten Million an 60% zu nehmen (ich fall auch schon drauf rein, es wird nicht genommen, sondern es wird zurück gehalten). Dann hätte man halt von der 1 Mio (nicht 750.000 sondern 400.000 als leistungslosen Zugewinn). Damals galten die 90% schon ab unter 250.000 DM, was heute angeblich knapp 500.000 Euros wären (fredriks.de/HVV/kaufkraft_calc.php), von der Kaufkraft her. Na ja. es macht nicht viel Sinn.
So, jetzt mache ich was sinnvolles, mein Radl richten…

MS

6 Jahre zuvor

Wie ich bereit oben geschrieben habe macht es einen Unterschied, ob wir von Reichtum in einer liberalen Demokratie sprechen oder von Reichtum in Ländern die von korrupten Staaten kontrolliert werden. Da wir hier über Deutschland bzw. Europa sprechen, können wir alles streichen was du über Russland, Ölscheichs und Quatar geschrieben hast. Weiterhin ist nichts dagegen einzuwenden jede legale Möglichkeit zu nutzen um seine Steuerlast zu mindern. Was dannoch bleibt sind reine Mutmaßungen. Woher willst du wissen, dass reiche Leute ihre Möglichkeit in erster Linie nutzen um andere klein zu halten und der Gesellschaft zu schaden?

„Woher nimmt der einzelne das Recht, tausend oder millionenfach Ressourcen zu beanspruchen, die er nicht benötigt und der Gesellschaft fehlen?“

Weil er andere davon überzeugen konnte, ihm diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Weil es ohne ihn diese Ressourcen gar nicht erst gebe. Weil sein Vermögen in Produktivkapital steckt und er dieses voraussichtlich besser führen wird als eine AG ohne starken Ankeraktionär geführt würde und erst recht besser als einen Staatsbetrieb.

„Es geht nicht um den Millionär, der seine Villa besitzt und vielleicht noch 50 Eigentumswohnungen hat. Es geht um diejenigen, die alles zu ihrem Vorteil gestalten und vielen Menschen die Chance nehmen, selber zu Wohlstand zu kommen.“

Du kannst die einen nicht von den andern trennen. Wenn du die einen erwischen willst, erwischt du die anderen zwangsläufig mit.

„Diese vermeintlichen Rechte schaffen viel Leid auf der Welt und deswegen hat die Allgemeinheit durchaus das Recht, dieses zu unterbinden.“

Mutmaßung.

„Ansonsten hast Du irgendwann wieder eine neue französische Revolution, weil die Leute sich das nicht mehr länger bieten lassen. Ob Du das wirklich willst?“

Diese Rhetorik ist doch nichts anderes als ein Erpressungsversuch. Fakt ist, dass im historischen und internationalen Vergleich die Ungleichheit immer noch eher niedrig ist. Von Verhältnissen wie vor der französischen Revolution trennen uns Welten. Ich halte diese Intoleranz gegenüber alles was nicht der kleinbürgerlichen Lebenswelt entspricht für viel gefährlicher für den sozialen Frieden.

6 Jahre zuvor

@Matthias Schneider: Welches Unrecht habe dir denn die Wohlhabenden konkret angetan?

6 Jahre zuvor

Werter Robert Michel,

Welches Unrecht habe dir denn die Wohlhabenden konkret angetan?

Quod erat demonstrandum.

Ich habe etwas gegen Diebe, auch wenn sie nicht konkret mein Portemonnaie, sondern das meines Bruders gestohlen haben. Ich habe etwas gegen Vergewaltiger, auch wenn sie nicht konkret meine Frau, sondern die eines Anderen missbraucht haben, und ich habe etwas gegen Milliardäre, die nicht ordnungsgemäß ihren Beitrag leisten, weil der Staat sich statt bei denen die Steuern bei mir holt, oder mich anders belastet mit Gebühren etc. (und somit habe ich natürlich auch etwas gegen den komplizenhaften Gehilfen). Diese Hinterzieher bestehlen mich zwar nicht direkt, aber konkret.

Ziel ist es, egoistische, materialistische Idioten zu erziehen, die kein soziales oder gesellschaftliches Gewissen/Unrechtsbewusstsein entwickeln, sondern meinen, nur die eigene Person ist wichtig. Um das Unrecht, welches meinem Nachbarn oder meinem Land/Gesellschaft widerfährt, soll ich mich nicht kümmern. Ich solle sehen, dass ich mit meinen Ellbogen die Nachbarn hintern mir lasse, und es zu dem Reichtum schaffe, welcher mir als Möhre vor die Nase gehalten wird, anstatt das Wohl einer breiten Masse anzustreben.

Es geht nicht um “Wohlhabende”. Das hätte eigentlich klar sein sollen. Wohlhabend sein ist eine feine Sache.
Es geht um Kriminelle, Steuerhinterziehung, Offshoregeschäfte siehe Panama affairs, u.a. Es geht um Multimillionäre und Multimilliardäre, die sich (zwar teils noch legal) ihrer gesetzlichen Pflichten entledigen, und sich auf Kosten von uns Kleinbürgern bereichern. Es geht nicht um die Missgunst des Reichtums an sich, sondern um die Kriminalität des Zustandekommens gewissen Reichtums.

Darüber hinaus sollte es, wie von Oliver angesprochen, eine Kappungsgrenze von Reichtum geben. Die Grenze kann im politisch-gesellschaftlichen Diskurs ausgelotet werden.

Mehr werde ich dazu nicht mehr von mir geben.

MS

6 Jahre zuvor

@MS: In einem Rechtsstaat wird nur der bestraft, der sich etwas zu Schulden hat kommen lassen. Es gibt keinen Grund die Reichen in Kollektivhaftung zu nehmen, nur weil du mutmaßt, dass es sich ausnahmslos um Kriminelle handelt.

Was den Zusammenhang zwischen Reichtum und Kriminalität betrifft: Bisher vermeidest du eine klare Aussage, was ein perfides Spiel ist. Man vermeidet eine klare Aussage, die wiederlegt werden könnte, aber die Assoziation bleibt bestehen. (Besonders beliebt ist dieses Spiel um Schwule in die Nähe von Kinderschändern zu rücken.)

Den Zusammenhang, den du herbei assoziieren willst, gibt es nicht; Reiche sind sicher nicht krimineller als andere, es sei dem du hältst Reichtum an sich für ein Verbrechen.

„Es geht um Multimillionäre und Multimilliardäre, die sich (zwar teils noch legal) ihrer gesetzlichen Pflichten entledigen, und sich auf Kosten von uns Kleinbürgern bereichern.“

Für dich scheint es schon Bereicherung zu sein, wenn ein Multimillionär nicht bis aufs Äußerste geschröpft wird. Wenn man das so handhaben würde und jeder andere dadurch ein wenig mehr hätte (was langfristig gesehen natürlich nicht stimmt), was ist die Rechtfertigung dafür? Das es jedem ein wenig besser gehen würde (weit weniger besser als man so glaubt), rechtfertigt es nicht Minderheiten nach Belieben in die Tasche zu greifen, denn dadurch entfernen wir uns von der Herrschaft des Rechts und nähern uns wieder dem Recht des Stärkeren. Außerdem ist es naiv anzunehmen, dass davon die Mittelklasse entlastet wird. Die Löcher des Staates sind tief und können nicht mit noch so viel Geld gestopft werden. Wenn die Multimillionäre bis zum Maximum besteuert werden, ist eher anzunehmen, dass das über kurz oder lang auch auf die Mittelklasse ausgedehnt wird.

@ Kappungsgrenze: In deinem ganzen Posting konntest du kein einziges Argument für eine Kappungsgrenze nennen. Es gibt jedoch gute Gründe gegen eine:

Wir alle mögen Familienunternehmen. Wir wissen, dass Eigentümer wie Familien Unternehmen dazu drängen eine langfristige Perspektive einzunehmen, wir beteiligen uns gerne als Minderheitsaktionäre an Familienunternehmen und wir gehen davon aus das Familienunternehmen eher dazu bereit sind ihre Mitarbeiter mit Respekt zu behandeln. Es gibt also gute Gründe um davon auszugehen, dass Familienunternehmen einen positiven Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft haben. Es liegt nun aber in der Natur von Familienunternehmen, dass hinter ihnen Menschen stehen, die über ein Vermögen von 10 Millionen, 100 Millionen oder gar mehr verfügen. Wenn wir die Vermögen begrenzen, schränken wir zwangsläufig auch den Einfluss der Familienunternehmen ein.

Das ist keine Rhetorik. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die hohe Besteuerung in den Nachkriegsjahren dazu geführt hat, dass Unternehmen nicht mehr vor allem durch Individuen, sondern von institutionellen Investoren gehalten werden. In der Konsequenz ist das Wirtschaftsleben anonymer und kurzlebiger geworden.

„Mehr werde ich dazu nicht mehr von mir geben.“

Du kannst es also kaum ertragen, wenn jemand deinen linken Allgemeinplätzen widerspricht. Eigentlich lebt die Demokratie davon, dass Dissens ausgehalten wird.

Patently Absurd
6 Jahre zuvor

@Matthias Schneider:

Also Kappungsgrenze von Reichtum meinst du doch nicht ernsthaft, oder? Dafür müsste in Deutschland erst noch die Verfassung geändert werden.

Wenn der “Reichtum” deutscher Unternehmer darin besteht, Fabriken und Maschinen zu besitzen, deren Bedienung Arbeitsplätze schafft und mit denen Produkte hergestellt werden, die wir alle verwenden können, dann ist nichts Verwerfliches darin zu sehen. Investoren bringen unser Land voran.

Die wirklichen Kriminellen sitzen derzeit wohl eher in der Regierung, in den Bankvorständen und im EU-Parlament. Die Steuerverschwendungen dort unter dem Denkmantel von “Rettungsaktionen” (wer wird eigentlich gerettet?) haben Dimensionen, die uns alle erheblich ärmer machen werden.

Das Gejammere mancher Politiker jetzt bezüglich irgendwelcher Panama-Konten, von deren Existenz wir ohnehin alle grundsätzlich wussten, geht an der Sache vorbei und ist zudem reine Heuchlerei.

Stefan Müller
6 Jahre zuvor

Kaputtgrenze von Reichtum? Lächerlich.

Die Aldibrüder waren zu Lebzeiten unermesslich reich, aber das ganze Geld war in Aldifilialen rund um den Globus aufgeteilt. Hätten die Aldibrüder alles verkaufen sollen?

Hätten die Nachfolger Aldi besser bewirtschaftet? Oder alles gleich in staatlicher Hand, aber das hatten wir mal im Osten – die Folgen kennt noch jeder.

 

Das allermeiste Kapital der Superreichen steckt in Betriebsvermögen und nicht unterm Kopfkissen oder in ihren Villen und Autos. Nach deren Tod geht das Privatvermögen ohnehin auf Erbengemeinschaften und dem Staat über und verteilt sich so wieder.

Ich hasse diese linke Neiddebatte, nur weil einige im Leben selbst nichts auf die Kette kriegen.

Lincoln hat damals schon etwas in der Richtung gesagt: Du wirst den Armen nicht stärken, indem du den Reichen schwächst.

Patently Absurd
6 Jahre zuvor

@Stefan Müller: Sehe ich genauso, vielen Dank.

Zum Thema Umverteilung: diese findet derzeit bereits statt. Der deutsche Steuerzahler zahlt die Steuern, die von den griechischen Großgrundbesitzern und superreichen Reedern mangels eines funktionierende Katasters und funktionierenden Steuersystems nicht eingetrieben werden können.

Es wäre gut, wenn wir diese Form von Umverteilung erst einmal stoppen könnten, bevor wir an der Haustüre deutscher Unternehmerfamilien klopfen.

 

 

 

Kuddel
6 Jahre zuvor

@ Oliver und Matthias S.

Eine wichtige Diskussion, die ich auf diesem Blog lange vermisst habe. Endlich spricht mal jemand dieses heisse Eisen an, danke dafür! Es ist erschreckend wie weit sich auch die Politik von der breiten Maße entfernt hat.

An dieser gerade aktuell dazu “Die Anstalt” vom Dienstag:

https://www.youtube.com/watch?v=Rgmbt1InJW8

 

Leon
6 Jahre zuvor

Was nützt es uns zu wissen, dass die Ungleichheiten früher z. B. bei der fr. Revolution größer waren als heute, wenn die Tendenz der letzten 20 Jahre wieder ein Zunahme der Ungleichheiten und einen Rückgang der Mittelschicht eindeutig belegt?

Wieso reichte Managern früher das 20 fache des Verdienstes Ihrer Angestellten und heute benötigen Sie das 250 fache?

Gleichzeitig noch nette Abfindungen und Boni bei offensichtlichem Versagen.

Wenn in der Marktwirtschaft ein Leistungsprinzip als Anreizsystem funktionieren soll, was durchaus ein System zum Wohle der Allgemeinheit ist, wieso gilt das Leistungsprinzip dann nicht mehr bei bestimmten Personengruppen???

Ein Familienunternehmer! 😉

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