Wenn Griechenland fällt, wirkt das wie ein Brandbeschleuniger

Europa schlachtet sich derzeit selbst ab. Die Politik ist mit der Staatsschuldenkrise vollkommen überfordert. Anstatt von der Geschichte zu lernen, laufen die Mächtigen ins offene Messer. Es muss eigentlich in dieser brisanten Phase darum gehen, dass System zusammenzuhalten. Koste es, was es wolle. Die Bürger müssen in Europa unbedingt beruhigt werden. In Griechenland kann im schlimmsten Fall ein Bürgerkrieg ausbrechen. Schon jetzt liegen die Nerven der Menschen blank. Doch die Politik gießt ständig neues Öl ins Feuer.
Am kräftigen Anstieg des Dollar in den vergangenen Wochen kann man die Nervosität in der EU gut erkennen. Das Kapital flüchtet in die USA. Ist erst mal das große Anlagekapital aus dem EURO-Raum abgeflossen, dann gute Nacht Europa! Die Flucht hat gerade begonnen.
Fällt Griechenland, wird sich die Meute fragen, wer ist der nächste Staat, der zusammenbricht? Die Europäer werden sich diese Frage unentwegt stellen. In Wackelländern wie Spanien, Portugal, Italien oder Frankreich kann es in der Folge schnell zu einem „Run auf die Banken“ kommen. Es ist ein Pulverfass. Unvorstellbar, dass es so weit kommen musste.
Innerhalb eines Tages könnte die EU für Ruhe sorgen. Doch es mangelt meiner Meinung nach an der Vernunft. Es sitzen zu viele Starrköpfe an den Schalthebeln. Brüssel, Berlin, Paris, Athen usw. müssten für Ruhe und Stabilität sorgen, Garantien aussprechen, Griechenland retten. Nichts dergleichen! Wenn der erste Dominostein fällt, folgen weitere. Das ist das, was keiner begreifen will in Brüssel.
Die europäischen Bankkonzerne sehen mittlerweile wie Kartenhäuser aus, die jederzeit in sich zusammenfallen können. Die Kurse sind derart abgestürzt, dass es kaum zu begreifen ist, warum es soweit kommen musste.
Den Banken fehlt das Eigenkapital, die Bilanzen bestehen fast zu 100 Prozent aus Fremdmitteln. Es ist keinerlei Polster mehr vorhanden. Wenn ich mir die Eigenkapitalausstattung von Häusern wie der Deutschen Bank oder Commerzbank ansehe, ist das mehr als dürftig. Ständig bieten die beiden Frankfurter Konzerne Töchter zum Verkauf an, praktisch zu Niedrigpreisen. Wie Sauerbier. Experten diskutieren sorgenvoll, welche Großbank in der EU verstaatlicht werden muss.
Es mag auf den ersten Blick absurd anmuten: Aber grundsätzlich sind solide Aktien die beste Asset-Klasse. Das gilt natürlich auch in dieser Krise. Cash wird gerne in diesen Tagen als ein „sicheres Investment“ bezeichnet. Vollkommener Unsinn ist das natürlich, denn die Inflation nagt unentwegt am Wert des Bargelds. Sprüche wie „Cash ist King“ oder „Sicher ist sicher“ sind Augenwischerei. Mit soliden Dividendentiteln können Sie diese verrückte Krise überstehen. Aktien sind nämlich Sachwerte, diese bieten einen guten Schutz vor der Geldentwertung. Ein Traditionsunternehmen, das seit 150 Jahren existiert und das beispielsweise Lebensmittel herstellt, ist sicherer als irgendwelche Staatsanleihen.
Viele westliche Regierungen sind pleite. Die Schuldenberge können die Bürokraten nie mehr zurückzahlen. Es werden immer mehr Kredite angehäuft. Ohnehin hat noch nie ein Land in Europa seine Schulden getilgt.
Fazit: … denn sie wissen nicht, was sie tun!

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Tassilo Kurz
12 Jahre zuvor

Wenn irgendjemand Panik verbreitet, sind Sie es, Tim! Das ist jedenfalls mein Eindruck.

12 Jahre zuvor

Tassilo,

ich schreibe über das Chaos in Europa. Über die Probleme.

Gleichzeitig weise ich stets darauf hin, dass Aktien (Krise hin oder her) auf lange Sicht das beste Investment sind. Der Dow Jones hat 2 Weltkriege, viele Krisen, Umweltkatastrophen, Erdbeben, Terroranschläge etc. überstanden. Und ist nach wie vor in Top-Form.

VG
Tim

Tassilo Kurz
12 Jahre zuvor

Nichts für Ungut!
Ich lese Ihren Blog gerne.

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