Turnaround-Wette: Wie Du mit „totgesagten“ Aktien ein Vermögen machst (und was Du beachten musst)

Hier in New York gibt es ein Sprichwort an der Wall Street: „The trend is your friend.“ Aber manchmal ist der Trend dein Feind – nämlich dann, wenn alle panisch verkaufen und eine Qualitätsaktie in den Boden stampfen. Dann schlägt meine Stunde. Ich schaue mir das dann an. Turnaround-Wetten sind etwas Aufregendes: Antizyklisch handeln, Mut beweisen und Geduld haben. Es ist die „Königsklasse“ des Value-Investings, aber es ist auch mitunter riskant.


In Krisen spitzen wir Value-Investoren die Ohren.

Du willst in Turnaround-Kandidaten investieren? Du willst die Aktien kaufen, die keiner mehr haben will, in der Hoffnung auf das große Comeback? Das ist eine der lukrativsten Strategien überhaupt. Aber Vorsicht: Es ist auch der schnellste Weg, sich die Finger zu verbrennen, wenn Du Deine Hausaufgaben nicht machst. Ich habe mit dem Abnehmkonzern Weight Watchers Geld vernichtet, um ehrlich zu sein. Aber mir sind auch viele Erfolge gelungen. Ich habe den Kreuzfahrtriesen Carnival und United Airlines in der Corona-Krise abgefischt. Ich habe General Electric inmitten von Krisengerüchten vor über einer Dekade gekauft, bei Boeing ging ich während einer Qualitätskrise an Bord.

Lass uns darüber sprechen, wie Du echte „Phönix aus der Asche“-Kandidaten von billigem Schrott unterscheidest.


Was ist eigentlich eine Turnaround-Wette?

Ein Turnaround-Kandidat ist ein Unternehmen, das in ernsthafte Schwierigkeiten geraten ist. Der Aktienkurs ist eingebrochen – oft um 50, 70 oder sogar 90 Prozent. Die Gründe können vielfältig sein:

  • Missmanagement: Der CEO hat falsche Entscheidungen getroffen.
  • Skandale: Bilanzfehler, Klagen oder PR-Desaster.
  • Marktveränderungen: Die Konkurrenz war schneller oder die Technologie hat sich geändert.
  • Hohe Schulden: Die Zinsen steigen und die Kredite drücken.

Die Wette, die Du hier eingehst, lautet: Der Markt übertreibt. Du wettest darauf, dass die Probleme lösbar sind und das Unternehmen nicht pleitegeht, sondern gestärkt zurückkommt.

Warum Turnarounds so profitabel sein können

Psychologie ist alles an der Börse. Wenn eine Firma schlechte Nachrichten liefert, verkaufen die Fondsmanager und Investoren oft blind. Sie wollen den „Verlierer“ nicht im Portfolio haben, wenn der Quartalsbericht kommt. Das drückt den Kurs weit unter den fairen Wert.

Wenn Du hier einsteigst – wenn das Blut auf den Straßen fließt – und das Unternehmen das Ruder herumreißt, sind Verdoppler oder Verdreifacher (Multi-Bagger) keine Seltenheit. Denk an Meta (Facebook) im Jahr 2022. Alle schrien „Das Metaverse ist tot!“. Die Aktie fiel unter 90 Dollar. Wer damals den Mut hatte, sah danach Kurse von über 600 Dollar. Das ist ein klassischer Turnaround.

Die Gefahr: Das fallende Messer

Aber mach Dir nichts vor: Nicht jede gefallene Aktie steht wieder auf. Viele bleiben liegen oder gehen ganz auf null. Wir nennen das eine „Value Trap“ (Wert-Falle). Die Aktie sieht billig aus (niedriges KGV), wird aber immer billiger, weil das Geschäftsmodell stirbt. Manch einer vermutet das beim Hersteller von Hometrainern Peloton. Es gibt mittlerweile so viele Konkurrenten, die das Fitnessbike kopiert haben.

Wie unterscheidest Du also eine Chance von einem Grab?


Die Tim-Schäfer-Checkliste für Turnarounds

Bevor Du auch nur einen Cent investierst, musst Du diese Punkte prüfen. Turnaround-Investing ist harte Arbeit, kein Zocken.

1. Ist die Bilanz solide? (Der wichtigste Punkt!) Ein Unternehmen in der Krise braucht Zeit. Zeit kauft man mit Geld. Hat das Unternehmen genug Cash, um zwei oder drei Jahre Verlust zu überleben? Wenn die Schulden erdrückend sind und bald refinanziert werden müssen, lass die Finger davon. Eine Kapitalerhöhung verwässert Dich, eine Pleite enteignet Dich.

2. Ist das Kerngeschäft noch relevant? Verkauft die Firma etwas, das die Menschen auch in 5 Jahren noch brauchen?

  • Beispiel: Eine Ölfirma in einer Ölpreiskrise? Ja, Öl wird weiter gebraucht.
  • Gegenbeispiel: Ein Hersteller von Videotheken-Software, als Netflix kam? Nein. Hier gibt es keinen Turnaround, hier gibt es nur den Tod.

3. Gibt es einen neuen Kapitän? Oft braucht es einen Managementwechsel. Ein neuer CEO bringt frischen Wind, streicht Kosten und fokussiert sich auf die Stärken. Wenn der alte Vorstand, der den Karren in den Dreck gefahren hat, immer noch da ist, sei skeptisch.

4. Insider-Käufe Kaufen die Vorstände oder Aufsichtsräte ihre eigenen Aktien? Wenn der CEO Millionen aus der eigenen Tasche investiert, ist das ein massiver Vertrauensbeweis. Sie wissen mehr als wir. Auf dieser Website kannst du gut nachschauen, wo die Vorstände und Aufsichtsräte gerade massiv Aktien kaufen.

Deine Strategie: Nerven aus Stahl

Wenn Du in Turnarounds investierst, musst Du Schmerzen aushalten können.

  • Nicht alles auf eine Karte: Investiere niemals Dein ganzes Geld in einen Wackelkandidaten. Mach es zu einer kleinen „Beimischung“ (vielleicht 2-5% Deines Portfolios).
  • Geduld: Ein Turnaround passiert nicht über Nacht. Es kann Jahre dauern. Die Wall Street ist ungeduldig, Du musst den langen Atem haben. Ich habe bei General Electric sehr lange gewartet und bin reichlich belohnt worden.
  • Staffel den Einstieg: Kauf nicht alles auf einmal. Die Aktie fällt oft noch tiefer, nachdem Du gekauft hast. Kauf in Tranchen.

Mut wird belohnt, Dummheit bestraft

Turnaround-Wetten sind nichts für schwache Nerven. Du kaufst, wenn alle anderen „Verkaufen!“ schreien. Du wirst Dich einsam fühlen. Deine Freunde werden Dich fragen, warum Du diesen „Schrott“ kaufst.

Aber genau da liegt die Chance. Wenn Du eine solide Firma mit einem temporären Problem findest, die eine starke Marke und genug Cash hat, dann ist das der Stoff, aus dem Börsenträume sind. Ich habe Netflix nach einem Einbruch um 70% gekauft und es wurde meine wertvollsten Position und einem Kursanstieg von weit über 10.000%.

Schau Dir die Bilanzen an. Sei kritisch. Und wenn Du überzeugt bist: Hab Geduld.

Genau kann niemand wirklich in die Zukunft schauen. Es geht hier auch um ein Stück weit Intuition. Aber basierend auf den großen Trends und den aktuellen „Sorgenkindern“ der Börse habe ich drei abgestürzte Aktien im Depot. Das sind „Gefallener Engel mit Substanz“.


3 Turnaround-Kandidaten für deine Watchlist

Ich schaue nicht auf Pennystocks. Ich schaue lieber auf Giganten, die ins Straucheln geraten sind. Hier sind drei US-Werte, bei denen die Wall Street die Geduld verloren hat – und wo wir genau deshalb hinschauen sollten.

1. Intel (Ticker: INTC) – Die „Alles-oder-Nichts“-Wette

Erinnerst du dich an die Zeit, als Intel der Chip-König war? Lange her. CEO Pat Gelsinger hat vor Jahren die größte Wette der Firmengeschichte eingegangen: Milliardeninvestitionen in neue Fabriken (Fabs) in Ohio und Arizona, um TSMC anzugreifen. Warum jetzt? 2024 und 2025 waren brutal. Die Kosten für den Bau der Fabriken haben den Cashflow aufgefressen, die Dividende wurde zwischenzeitlich gestrichen oder gekürzt. Die Wall Street hasst Unsicherheit. Aber jetzt, 2026, gehen die neuen Maschinen ans Netz. Wenn Intels „Foundry-Strategie“ (Chips für andere bauen) auch nur ansatzweise funktioniert, ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau massiv unterbewertet. Das ist eine Wette auf die amerikanische Unabhängigkeit bei Halbleitern. Washington hat sich an Intel beteiligt. Auch stiegen Nvidia und Softbank für Milliardensummen ein. Ich besitze 393 Intel-Aktien und hoffe auf eine Kursrallye in den kommenden Jahren. Noch habe ich kein Geld mit der Aktie verdient (plus minus null).

  • Risiko: Hoch. Wenn die Technik nicht liefert, wird Intel zerschlagen.
  • Chance: Der Comeback-King des Jahrzehnts.

2. Boeing (Ticker: BA) – Too Big to Fail?

Es gab Zeiten, da wollte niemand in ein Boeing-Flugzeug steigen, geschweige denn in die Aktie investieren. Qualitätsprobleme, Pannen, Management-Chaos. Die Aktie ist weit weg von ihren Allzeithochs. Warum jetzt? Die Welt braucht Flugzeuge. Es gibt nur zwei große Hersteller: Airbus und Boeing. Airbus ist auf Jahre ausgebucht. Die Airlines müssen bei Boeing bestellen. Das neue Management hat die letzten zwei Jahre damit verbracht, die Produktion aufzuräumen statt den Aktienkurs zu polieren. Das ist genau das, was wir sehen wollen. Die Auftragsbücher sind voll, die Bewertung ist depressiv. Es gibt noch keine Dividende. Ich stehe seit dem Einstieg mit 53% im Plus. Ich glaube, die Aktie wird weiter steigen. Zum alten Hoch ist es noch weit.

Ein Duopolist mit vollen Auftragsbüchern zum Discount-Preis? Das riecht nach Geld, wenn man 5 oder 7 Jahre Zeit mitbringt.

3. PayPal (Ticker: PYPL) – Das vergessene Fintech

Weißt du noch, als Fintechs das „nächste große Ding“ waren? Heute redet jeder nur noch über KI. PayPal wurde von der Börse links liegen gelassen. Apple Pay und Google Pay haben Marktanteile gekostet. Die Aktie handelt zu einem 7er KGV, das eher zu einer langweiligen Bank passt als zu einem Tech-KonzernWarum jetzt? PayPal ist eine Cash-Maschine. Sie haben hunderte Millionen Nutzer. Während der Kurs seit Jahren seitwärts oder abwärts dümpelt, hat das Unternehmen massiv eigene Aktien zurückgekauft. Der „Free Cash Flow“ ist mit 6,4 Milliarden Dollar stark. Wir kaufen hier einen Dollar für 60 Cent. Die Erwartungen sind so niedrig, dass schon „ganz ok“ Nachrichten den Kurs treiben können.

  • Die Lektion: Wenn ein Tech-Gigant wie ein Versorger bewertet wird, aber immer noch wächst, müssen wir zuschlagen. Ich bin zu früh eingestiegen in die PayPal-Aktie und stehe (ganz ehrlich) massiv im Minus. Ich warte ab. Und hoffe.

Was Du jetzt tun musst

Lauf nicht blind los. Schau Dir diese drei Kandidaten an.

  1. Lies den letzten Jahresbericht (10-K).
  2. Prüfe: Sinkt die Verschuldung endlich?
  3. Haben die Insider (CEOs, Vorstände) zuletzt gekauft?

Wenn die Antwort „Ja“ ist, dann leg Dir ein paar Stücke ins Depot, lehn Dich zurück und lass die Wall Street schreien. Wir haben Zeit.


Fazit: Ich liebe US-Aktien, gute Cashflows und tiefe „Burggräben“ (Moats). Alle drei Beispiele (Intel, Boeing, PayPal) sind klassische US-Marken, die in mein Beuteschema passen. Aber ich weiß es nicht zu 100%. Es bleiben Risiken. Daher verwette nicht Haus und Hof auf eine Aktie bzw. das Trio.

Hier siehst du im Video, warum ich Krisen wie ein Verrückter nutze

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snoo
1 Monat zuvor

Infineon 2009, Vestas Wind 2014 und Rolls Royce Plc 2023 eingesammelt ! Extrem gute europäische Unternehmen heute wieder !!

I want to believe
1 Monat zuvor

Wie Du mit „totgesagten“ Aktien ein Vermögen machst?Du fängst mit einem großen Vermögen an und am Ende hast du ein kleines Vermögen.
Salzgitter, Heideldruck, Tui, Paypal usw usw haben alle einen Burggraben und da sind noch nichtmal Luftnummern dabei Wirecard, Enron, EM-TV. Nichts für mich.

slowroller
1 Monat zuvor
Antwort auf  I want to believe

Das kann passieren und ist eine absolut verständliche Herangehensweise. Einen Fakt muss man aber immer wieder rausstellen: Bei jeder (nicht gehebelten) Investition kann ich maximal meinen Einsatz verlieren aber ein Vielfaches gewinnen. Somit gehört immernoch Glück dazu, aber zumindest muss man nicht für jeden Loser einen Gewinner haben.

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  slowroller

@Slow

„aber zumindest muss man nicht für jeden Loser einen Gewinner haben.“
Kommt auf das jeweilige Ergebnis an. ;-)

Verrückterweise habe ich vermutlich einen evtl. möglichen Pachtvertrag mit angeblich mindestens 40 k Jahrespacht ausgeschlagen, da das Abwärtsrisiko unbegrenzt war.

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  slowroller

slowroller, das stimmt. Aber warum ausgerechnet auf die Krisenunternehmen setzen.
Dann kann ich doch besser Aktien von beliebigen 100 Unternehmen kaufen und laufen lassen. Fastenal, SnapOn, Iron Mountain, WilliSonoma, CAT, MSFT, Parker-Hanni, Linde, BRK haben fanstastische Gewinne. Dann muss ich doch meine Selektion nicht ausgerechnet auf die Krisenunternehmen fokussieren.

Es macht auch keiner wirklich einen backtest. Die Upside ist unbegrenzt sagt Tim. Das stimmt. Aber wenn ich bei 60% meiner Käufe fast Totalverlust habe oder nach 15 Jahren 50% Verluste (Weight Watchers, BijouGitti, Heideldruck, K+S, usw) wäre ich dann nicht besser mit Unternehmen gefahren die die letzten 15 Jahren stur und stetig weiter steigen und Divis ausschütten oder dem ACWI Durchschnitt?

Manche erwischen halt gerade nicht die Alphabet, AMZ oder CTS, NTFL. Dann wirds doof.

Klar sowas als Satellit OK, aber als Strategie muss man halt wirklich so außergewöhnlich sein wie Tim.

slowroller
1 Monat zuvor
Antwort auf  I want to believe

Bin ich völlig bei dir – als Haupt-Strategie würde ich es auch nicht machen und finde eigentlich auch alles abseits von breiten ETF oder echt breiten selbstgebauten B&H-Depots nicht gut.
Das heißt aber nicht, dass das nicht auf funktionieren kann – und so wie du sagst, kann man da als Satellit „mitspielen“. Wichtig ist mir aber, und darauf hab ich schon hingewiesen, dass es sich um eine Wette handelt. Aber jeder Wette liegen Annahmen zugrunde.
Ich habe z.B. in der Krise Siemens Energy aufgestockt – ich hab mal für den Laden gearbeitet und konnte nicht glauben, dass all das, was da drinsteckt in der derzeitigen Energietransformationsphase, vor die Hunde geht. Annahme stimmte, die Wette ging auf. Wichtig ist, dass man verschmerzen kann, dass man am Ende auch mal so landet wie bei Wirecard.

Auf die Frage wieso nicht die ganzen anderen, solide Unternehmen: Klar, auch bzw. sogar der Großteil sollten die oben genannten soliden Unternehmen sein (sind sie in den meisten B&H oder ETF-Depots ja auch). Die mögliche Upside ist allerdings bei solch gefallenen Engeln deutlich höher. (das Totalverlustrisiko aber auch) Wenn es denn wirklich klappen sollte, dann muss man aber auch die Eier haben und die Titel halten wenn sie sich wieder verdoppelt haben. So wie es Tim z.B. bei Netflix gemacht hat.

Sparta
1 Monat zuvor

Bei Turnaround Wetten / Investitionen muss man einen Wissensvorteil gegenüber der Mehrheitsmeinung (professionellen Investoren) haben und z. B. die Bilanz besser kennen (wage ich zu bezweifeln), die Gesamtzusammenhänge & Zukunftsaussichten der Branche besser überblicken als professionelle Investoren, evtl. Zugang zum Management oder Insider haben, ansonsten ist dies nur Wetten und kein Investieren.

Für die absolute große Mehrheit von Privatanlegern ist dies absolut nicht Empfehlenswert für einen langfristigen Vermögensaufbau.

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  Tim Schäfer

@Tim

Du solltest Deine Erfolge nicht kognitiv so verzerren, dass diese für alle Privatanleger so sicher wiederholbar wären… auch wenn es wieder beipflichtende Einzelfallbeispiele geben wird, die diese Gedankenblase nähren und verallgemeinern werden.

Daniel
1 Monat zuvor
Antwort auf  Tim Schäfer

naja Tim, da muss ich Sparta schon etwas Recht geben. Letztlich kann man es auch schlichtweg Glück nennen. Heute ist völlig klar, das Netflix ein solides Modell hatte und auch hat. Aber genauso wie damals BOL einer der größten Online-Buchhändler war, hat Amazon diesen Markt weggefegt.
Genau das gleiche bei AOL oder Yahoo, damals absolute Marktführer. Oder Nokia. Im Rückspiegel lässt sich oftmals sagen dass es klar war, aber auch Netflix hätte z.B. auch von einem Apple Video Streaming Dienst gekillt werden können. Oder von Disney. Es war dann doch zu einem großen Teil einfach nur Glück, dass die Kunden sich für die eine oder andere Richtung entschieden haben. Denn wenn man ehrlich ist, einen wirklichen Burgraben hat Netflix nicht. ALLES was Netflix kann, könnte auch Disney. Sie haben ebenfalls die Kohle, die Marktdurchdringung, die Apps auf allen Platformen und die Kohle sich Filmlizenzen zu holen.

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  Tim Schäfer

@Tim

Wie sehr hat Dich denn eigentlich der Hedgefund-Manager bzgl. Netflix zum Kauf beeinflusst?

Nur der 1 Satz aus einem YT-Video von der Invest: Die sieht interessant aus, bzw. die solltest Du dir näher anschauen…ist ja relativ wenig Input…

Da Du ja auch bei ihm zu Hause warst, ihn interviewen konntest, sein komplettes Research evtl. komprimiert hören konntest,…

sind es ja Gegebenheiten die „Normalos“, die keine Hedgefundmanager oder Investmentgrössen persönlich kennen und auch interviewen können.

Einen Stock-Screener nach small-caps mit niedrigem KGV zu durchforsten (ein youtube Video von Dir) ist aber doch relativ simples Vorgehen, bzw. ähnlich wie so ein kurzer Börsenzeitschriftenartikel (hot-stock der Woche), welches gegen qualitatives Research doch wie ein Zweikampf: Messerstecher bei ber Schießerei anmutet.? ;-)

Sorry, wenn ich neugierig auf Tiefe bin und falls es nervig sein sollte!

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  Sparta

Sparta, spannend fände ich zu erfahren ob der Hedgefund-Manager denn auch Netflix gekauft & gehalten hat….

Es gibt so viele gute Investideen die logisch erscheinen. ChatGPT, Gemini und Mistral geben mir alle unterschiedliche Aktientips trotz des gleichen prompts.
Beim nächsten prompt hat Gemini dann behauptet Flatex nimmt Negativzinsen als Verwahrentgeld und bei Diba erhält man Zinsen auf dem Verrechnungskonto. Schöne neue Welt.

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  I want to believe

@I want to believe

Whitney Tilson hat sie gekauft, aber nicht durchgehalten.

Tenbagger haben ja viele wenn man lange dabei ist.
Bei den größtenteils üblichen Positionsgrößen von Privatanlegern sind diese meistens nicht mal unbedingt so entscheidend für das Gesamtportfolio.

Einen 100bagger ist ne andere Hausnummer…

slowroller
1 Monat zuvor
Antwort auf  Sparta

Du hast absolut Recht – aber ist es so schlimm das „Wetten“ zu nennen? Selbst wenn man die Bilanz nicht liest, keinen Managementzugang hat oder Insiderwissen, so ist es doch im schlimmsten Fall den Marktpreis den man zahlt. Das Risiko ist erstmal höher – defintiv, der mögliche Output aber auch. Eines darf man nämlich auch nicht vergessen: oft sind professionelle Investoren Regelwerken unterworfen, die sie zur Zurückhaltung oder gar zum Verkauf zwingen.

Davon abgesehen, dass ich es genauso sehe wie du, also das das NICHT die Basis für einen langfristigen Vermögensaufbei sein sollte, kann man doch einen Teil genau in solche Storys investieren. Und klar: Es ist eine Wette! So wie so ziemlich andere Investition aber auch, zumindest wenn man irgendwie der Effizienzmarkttheorie anhängt.

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  slowroller

@slow

„Eines darf man nämlich auch nicht vergessen“

Ja, institutionelle Investoren unterliegen Regelwerken, die es erschweren alpha zu generieren.

Aber ebenso darf man nicht vergessen, dass sich ca. 80 % (oder eine ähnliche Mehrheit) selbst für überdurchschnittlich hält, auch wenn andere viel besser ausgebildet sind, die wahrscheinlich ja auch privat investieren/vorsorgen und eine Gegepartei arithemtisch sind. Nach Kosten und verglichen mit einer Index-Benchmark über >25 Jahre sind die konstanten alpha Renditen aber deutlich unter 50 %.

Die EMT ist keine 100 % Wahrheit, aber über ca. 90 % erklärt sie den Großteil des Marktes am Besten aller aktuell verfügbaren Systeme.

Wenn man so wie Charlie Munger täglich ca. 6 Stunden liest und nachdenkt und dann im Jahr oder alle 2 Jahre einen Wissensvorteil bei einer Investition entdeckt und beherzt zugreift… vergleicht man sich mit einer Legende…

Alle paar Tage 5 neue Aktien evtl. mit 50 % fehleranfälligen KI zu posten und dann nach Jahren den survivorship Bias die mit am Besten als geniale Idee und Reichmacher-Chance nachträglich zu proklamieren klammert Statistik, historische Daten & Wahrscheinlichkeit aus, bzw. appelliert an Gier, Unvernunft und Nachahmer bzw. Emotionalität.

Natürlich kann jeder das machen was er/sie will und auch die Bedingungen sind individuell (core vs satelit, etc. pp.)

Emotionalität triggert halt und verliert aller Wahrscheinlichkeit nach bei der elemtaren Mathematik und dem Entscheidungsbaum.

-M
1 Monat zuvor
Antwort auf  Sparta

Bei mir sitzen wirklich schlaue Köpfe in der Abteilung und die schaffen es auch alle nicht den Index zu schlagen. Gegen diese „brains“ fühle ich mich teilweise sowas von minderbemittelt und das hat seit einigen Jahren dazu geführt mich eher ins ETF Lager zu schlagen mit ein paar Satelliten…

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  -M

Bravo -M!
Der bisheriger Lochkartenansatz klingt verlockend ist aber nicht rational für uns Amateure. Dann lieber wie -Tobs und 150 Kleinpositionen mit B&H. Upside unbegrenzt… Trotzdem fährt man mit dem ACWI-ETF Portfolio besser wenn man noch Hobbys neben EM- und Frontierarket-Konsumnebenwerten hat.

-M
1 Monat zuvor
Antwort auf  I want to believe

Ist so! Wobei meine Satelliten dann auch schon Lochkartenansatz und Qualität a la Freelancer / Joseph Carlson beinhalten. Aber das ist in dem Bewusstsein: Spaß, Hobby und gewisses Gefühl gewisse Firmen haben zu wollen als direkter Anteilseigner.

1 Monat zuvor
Antwort auf  -M

Wahrscheinlich sehen sich mein Portfolio und der Global Titans-ETF sehr ähnlich. Schlussendlich bin ich bei Munger (den Ratschlägen, nicht der Kopie): Konzentrieren und geduldig auf dem Arsch sitzen bleiben.

slowroller
1 Monat zuvor
Antwort auf  Sparta

Stimmt alles – ändert aber wenig daran, dass das doch fast generell auf Stockgepicke anzuwenden ist. Und da steht doch auch fest: Niemand hier weiß mehr als Profis oder sind schneller als die Algorithmen. Daher läuft für viele das Indexing eben auch wirklich besser und ist die beste Anlageform.
ABER: Trotzdem gibt es auch bei Einzelanlagen genug, die durch so eine Spekulation einiges an Geld machen. Dass das Mittel statistischer geringer ist wird eben dadurch weggemacht, dass die Spitzen höher ausschlagen können. (in beide Richtungen) Am Ende läuft alles zurück auf Annahmen, die man trifft und auf deren Grundlagen man Entscheidungen trifft.

@-M
Ich denke die Erkenntnis, dass man kein „Brain“ ist, hilft schon weiter. Ich habe die letzten paar Jahre mit einem 60/40-Portfolio (ETF/Einzelaktien) jeweils den Index geschlagen. Das hatte aber mit Brain wenig zu tun sondern schlicht mit viel Glück und ein wenig Mut. Ich bin aber auch nicth sauer, wenn das in den nächsten Jahren andersrum wäre.

-M
1 Monat zuvor
Antwort auf  slowroller

Ich habe auch 2 von 3 Jahren meine ich den Index geschlagen. Das letzte Jahr mit nur ganz wenigen Positionen.

Nun ist aber eh fast alles aufgelöst, da ich das Geld anderweitig benötige. Nur BAT + Novo bleiben.

In ein paar Jahren wird es dann eine Mischung aus FTSE All World und kleinen Satelliten werden, obwohl meine Frau großer Fan des FTSE All World High Dividend ist. Den muss ich dann auch noch einbauen.

Kiev
1 Monat zuvor
Antwort auf  -M

@ M

Ich kann mir vorstellen, dass es kein leichter Schritt gewesen ist. Habe jetzt keine Vorstellung von der Dimension beispielsweise aufs Brutto Gehalt bezogen.

Neben einem Basis ETF kann auch ein 30% ETF wie emerging markets stehen. Den kann man auch zuerst besparen, wenn die Märkte verhältnismäßig teuer sind. Wenn wir eine schärfere Korrektur sehen, trifft das emerging markets vermutlich nur in halber Höhe des NASDAQs (kommt natürlich drauf an). Mit der gesunkenen Verbindlichkeit kann man in so einer Phase dann sehr einfach World ETF Anteile kaufen.

Als Turnaround habe ich aus den Corona Zeiten noch Fraport im Depot. Die fand ich vor Corona schon interessant und sie wurden durch den Crash langfristig schmackhaft gemacht. Eine dreistellige Performance habe ich hier aber dennoch nicht. Mit dem Kauf von ETFs wäre es deutlich leichter. Manche hier im Forum haben auch Aktien aus Ländern, bei denen man Steuern auf Dividenden einfordern muss. Ich bin jetzt ein paar Jahre dabei und sehe immer mehr Vorteile in ETFs. Die sind allerdings auch am langweiligen. Das ist langfristig nicht die schlechteste Wahl.

In Bezug auf Familie haben sie weitere Vorteile. Meine Frau hat bis heute kein sonderlich es Interesse an Aktien. Da ist ein World ETF und Emerging Markets ETF leicht im Umgang. Keine ausländischen Dividenden, keine Aktien die vom Markt genommen oder nicht mehr handelbar sind. Eine Fondsschließung bleibt als einziges Risiko bestehen. Aber dafür kann man auch ein paar ETFs verwenden und Gewinnleitern aufbauen.

Im Kinderdepot habe sie auch einen Vorteil bei dem Steuerreset. Tatsächlich fallen nur Steuern auf 70% des Gewinns an. Das könnte ich selbst bei verhältnismäßig kurzer Haltedauer feststellen. Jetzt muss ich nur noch Geld in die Depots schieben, dass dieser Effekt auch steuerlich mit NV Bescheinigung von Vorteil ist. Da liegt es in meiner Hand.

Hans
1 Monat zuvor

So sehr ich Tim schätze mag ich diese Art von Artikel auch nicht. Jeder sollte den Aktienmarkt nutzen und etwas selbst vorsorgen aber das Stockpicking mit vermeintlichen Turnaround Wetten sollte einfach nicht die Basis sondern maximal ein kleiner Anteil sein wenn man es denn überhaupt macht. Leider kommt das in solchen Artikeln oft falsch rüber und suggeriert das jeder wenn er nur die richtigen abgestürzten Werte kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr vermögend wird. Die Wahrheit ist aber das die meisten damit eher Geld verlieren werden.

KC-987
1 Monat zuvor

Ich bin über Finanzfluss und Gerd Kommer ans Investieren gekommen. Bis heute habe ich einen 75 % Core aus ETFs, in den ich stumpf reinbuttere, und maximal 25 % Einzelaktien. Mein Einzelaktienteil liefert von Beginn an (über 6 Jahre jetzt) eine deutliche Outperformance, obwohl mein ETF-Portfolio auch gut gelaufen ist. Und nach 6 Jahren Outperformance frage ich mich schon, ob die Heiligsprechung der ETFs so richtig ist. Ich habe keine Ausbildung in Thema Finanzen, ich beschäftige mich nur gelegentlich mit Aktien und auch manchmal monatelang gar nicht. Und trotzdem läuft es hervorragend.
@Tim: Vielen Dank für Deine Inspirationen. Ich habe tatsächlich schon Aktien gekauft, nachdem die in diesem Blog vorgestellt wurden (sehr zu meinem Vorteil). Ich muss aber zugeben, dass mir für Turnaround-Investments in der Regel der Schneid fehlt. Ich sehe wie erfolgreich Du damit bist, aber ich weiß, ich würde im Verlauf der Anlagedauer nervös werden. Auf den dann eintretenden Turnaround muss man manchmal doch ein bisschen länger warten…

1 Monat zuvor
Antwort auf  KC-987

Mir geht das so mit den ominösen 4%. Unfassbar schwierig, genau diese Titel zu „erraten“. Wundersamerweise stecken viele der Titel in meinem Depot. Und nicht erst seit gestern. Raketenwissenschaft habe ich dafür nicht betrieben. War wohl einfach nur Glück und Zufall….

Peter
1 Monat zuvor

Wie stehts denn mit Software-Unternehmen aktuell wie Adobe, ServiceNow usw.?

217Kutscher
1 Monat zuvor

Man muss Aktien kaufen, wenn sie billig sind, und verkaufen, wenn sie teuer sind. So einfach ist das ;) Ersteres macht Tim.

Wer die Aktien nicht hat wenn sie billig sind, hat sie auch nicht, wenn sie teuer sind.

Mache immer das Gegenteil, was die anderen machen. (Kostolany)

Ich bin nur fortgeschrittener Anfänger, und möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber:

Tims Taktik funktioniert, er kauft ja nicht jeden Mist blind auf. Und er gibt ja auch seine Fehlschläge zu. Er kann seine Erfolge und Misserfolge belegen. In der Summe verdient er damit gut. Daher ist diese Strategie legitim. Er (!) weiß was er tut.

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  217Kutscher

Ich bestreite nicht, dass dieses Vorgehen, diese Strategie für Tim funktioniert / funktioniert hat.

Ich halte es nur für fragwürdig diese Taktik (zwischen Turnaround, fast Pleite und günstiger Bösenphase allgemein wäre auch zu differenzieren…) und dies mit dem gesamten Depot, starken Positionsgrössen, Greenhorns, nicht so emotional stabilen Anlegern, nicht so geduldigen & coolen buy & hold, nicht so ein Netzwerk (auf Netflix wurde Tim von einem Hedgefondmanager gebracht) generell für alle verallgemeinernd zu empfehlen.

Ein systemisches alpha oder eine angeblich sichere Arbitrage mit Turnaround Geschichten… halte ich für fragwürdig verallgemeinernd zu empfehlen.

Individuell / Einzelfallbeispiele mag es für den Typ Mensch/Anleger passen.

ZaVodou
1 Monat zuvor

Turnaround-Aktien zu kaufen und diese dann nie mehr zu verkaufen sind halt Tims Art und Weise an der Börse zu agieren. Er scheint damit erfolgreich zu sein. Das ist seine Strategie. Das ist was ihn auszeichnet.

Ich habe mir mal ein Musterdepot zusammengestellt und geschaut, wie erfolgreich ich damit wäre. Angefangen habe ich damit 2020 und immer mal solche Turnaround Werte für den gleichen Betrag gekauft. Die Rendite ist ernüchternd: 2,38 % ohne Dividenden. Über den gesamten Zeitraum. Nicht CAGR, sondern über den gesamten Zeitraum.

Hier mal meine Auswahl (Aktie/Kaufdatum/Rendite):

  1. Bed Bath and Beyond. 04.01.2020 – 99,56 %
  2. Carnival Corp. 24.04.2020 +149,82 %
  3. GoPro 06.04.2022 – 88,99 %
  4. Hanesbrand 04.01.2020 – 56,26 %
  5. J.M. Smucker 04.01.2020 – 1,06 %
  6. Molson Coors 05.01.2020 – 10,19 %
  7. TAG immobilien 13.10.2022 + 147,89 %
  8. Tailored Brands 04.01.2020 – 100,00 %
  9. Tanger Factory Outlet 04.01.2020 + 120,86 %
  10. Western Union 03.02.2026 + 5,46 %
  11. Vonovia 13.10.2022 +31,36 %
  12. Waalgreens 14.07.2022 – 70,74 %

Also ich wäre nicht so erfolgreich mit dieser Methode gewesen.

Kann ja jeder selbst mal machen. Sich ein Musterdepot anlegen, dort Turnaroundwerte hineinlegen und schauen, ob’s bei ihm funktioniert.

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  ZaVodou

Die Performance entspricht vermutlich irgendwo ziemlich beispielhaft der eines durchschnittlichen Anlegers. Dazu muss man sagen, es war quasi eine perfekte Bullenphase an der Börse. Wenn es eine Rezession gegeben hätte, wären vermutlich von den Krisenunternehmen auch welche komplett abgeraucht.

Der MSCI World Core ACC hat seit 1.1.20 CAGR von 13,3% und total 114% erbracht (in US-Dollar, behauptet Gemini zumindest) und wäre oben auf Platz 3 gelandet.

Während bei Einzelpicks das Potential unendlich ist (wie Tim oben richtig schreibt) hat man mit dem Index einfach die höchste Gesamtrendite erzielt weil man einfach 100% auf Platz 3 hat. Und wir sprechen noch nicht einmal von risikoadjustiert oder aufwandsgewichtet.
Das muss eigentlich so sein, denn das entspricht dem aktuellen Stand der Forschung. Dazu gehören natürlich Ausreißer durch Zufall oder geniale Investoren wie Einzelne von uns es sind die langfristig vorhersagbar den Index schlagen.

Gemini sagt, der Vanguard FTSE All-World ETF (Acc) auf EUR-lautend hat im Zeitraum CAGR von 12,1% und total 101% erbracht. Platz 4 oben bei noch größerer Streuung und weniger US Klumpen. Trotz weniger Mag 7, trotz Covid, trotz Ukrainekrieg, trotz Russlandsanktionen, trotz Nahostkrise, trotz reziproker Zölle, mit/trotz Trump eine Verdopplung in 6 Jahren. Nice.

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  ZaVodou

@ZaVodou

Wenn man ne Monte-Carlo-Simulation mit Tims Strategie z. B. mit 1000 individuellen Portfolios machen würde, möchte ich behaupten, dass Tims Ergebnisse deutlich außerhalb einer Normalverteilung (relativ unwahrscheinlich) wären.

Darauf die Altersvorsorge zu setzen für einen Normalo Anleger mit 40 Stunden Woche ohne besondere Affinität, Netzwert etc. pp…..

Breiten etf-Sparplan und gut ist es, bzw. damit ist man bei den Ergebnissen nach Kosten, Steuern bei statistisch hoher Wahrscheinlichkeit sehr erfolgreich über 25 + Jahre für das Alter vorgesorgt.

Damit macht man halt kein Börse-Online, Traffic, etc. pp., aber statistisch relativ wahrscheinlich ist man langfristig bei den sehr guten Ergebnissen mit dabei.

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  Tim Schäfer

Es gibt eine ganze Menge super Aktien für „Buy and Hold“, das stimmt.

Aber diese Studie unterschlägt, dass man als Anleger den richtigen Zeitpunkt erwischen muss.

Bei dem im verlinkten Artikel genannten Beispiel Pfizer (um eines willkürlich herauszugreifen) hätte man spätestens in den 1980ern kaufen müssen für diese exorbitanten Renditen. Käufe seit 1997 waren nicht spektakulär oder sogar negativ in der Performance bis heute.

Selbst bei berühmten Aktien wie Coca Cola hat man seit 1997 inklusive Dividenden keine 300% geschafft.

Aber den einfachen Index über 30 Jahre so zu schlagen ist einfach sooo unwahrscheinlich.

Und dann noch mit turnaround storys.
Für mich Geldvernichtung für Privatanleger par exellence.
Man muss bei soetwas unterscheiden zwischen Zock und Investieren.

Lad
1 Monat zuvor

Donnerstag 12.2.2026 ab 10:00 Olympiahalle München = HV Siemens. Zu sehen auch online, falls man keine Eintrittskarte hat.

-M
1 Monat zuvor
Antwort auf  Lad

Ich kauf gleich ne Aktie, nur um Dich kennenzulernen

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  -M

made my day… ;-)

slowroller
1 Monat zuvor
Antwort auf  -M

Ich leih dir eine – hat das schonmal jemand gemacht? Quasi Cum-Ex um an die Würsten auf der HV zu kommen? ;-)

1 Monat zuvor

Wichtiger als die leidige Debatte, welche Anlagevehikel für den Besitz von Unternehmen es nun sein sollen, sind vielleicht Fragen, die auch wunderbar in Tims Blog passen und regelmäßig von ihm aufgegriffen werden.

Wie schule ich meine intellektuellen und körperlichen Fähig- und Fertigkeiten? Wie erhöhe ich mein Einkommen und damit sukzessive meine Spar- und Investitionsrate?

Wie erhöhe ich meine mentale Resillienz, um erfolgreich durchs Leben zu gehen und auch dem ständigen Widerspruch von außen zu meinen individuellen, als gut und richtig erkannten Zielen und Vorgehensweisen im Leben zu begegnen – auch an der Börse?

Wie halte ich Geist und Körper fit und gesund, um die Früchte meines intelligenten Umgangs mit Geld und den Investitionen auch im Alter genießen zu können?

Ob nun Welt-ETF oder eine Reihe an ausgezeichnetern Qualitätsunternehmen im Portfolio – die Grundlagen von Erfolg und Glück liegen woanders.

Ich mag mich irren, aber es war Jack Bogle selbst, der von den in der Breite katastrophalen Ergebnissen der Indexanleger in den USA berichtete.

Falsche Ein- und Ausstiegszeitpunkte, psychologisch bedingte Fehltritte, mangelnder Widerstand gegen Panikmeldungen und das Große Rauschen, fehlende Geduld und mangelndes Durchhaltevermögen. Auch Indexanleger sind nicht per se davor gefeit. Wenn ich nicht hartgesotten bin, hilft im Zweifelsfall auch der ETF nicht.

Vielleicht trauen wir der großen Mehrzahl an Leserinnen und Lesern hier im Blog einen eigenverantwortlichen und intelligenten Umgang mit ihren Investments zu?

Filo
1 Monat zuvor

Guten Morgen, in im Wert gefallene Aktien zu investieren ist eben ein Spiel mit dem Feuer. Diese können eine günstige Gelegenheit bieten sich Anteile zu sichern oder aber auch weiter fallen und bei Zero, bankrott aufschlagen. Ich hab eigentlich kein Geld übrig um in solche „Wetten“ mitzuspielen. Deshalb laufen bei mir ETF Sparpläne, welche sich kontinuierlich steigern, von Verlierern trennen und die meiste Zeit über positiv rentieren. Sicher wäre es schön gewesen, in NVIDEA oder Alphabet in deren Anfängen investiert zu haben, hab ich aber nicht, außer mit ETFs eben. Freut mich neidlos für diejenigen welche das taten.

Karsten
1 Monat zuvor

„Turnarounds seldom turn“ – Warren Buffet

Das Schöne am KI-Boom der letzten Zeit. Man kann sich per KI ja einfach die Turnaround-Artikel der letzen Jahre hier und die CAGR der besprochenen Papiere danach auswerten lassen.

Leonie
1 Monat zuvor

Ich bin mit der Strategie, gerade günstig bewertete Aktien zu kaufen sehr gut gefahren. Oft waren sie gerade nicht “ In“ , obwohl ihr Geschäftsmodell grundsätzlich weiter läuft. Einige von denen werden heute als „Qualitätsaktien“ bezeichnet. Vor paar Jahren waren sie halt Out oder reine Dividendenaktien, die angeblich ja so schlecht performen.

Info
1 Monat zuvor

Ich denke, wir alle liegen gar nicht so weit auseinander.

Tim’s Turnaround-Aktien waren meist Large Caps wie Bank of America, Carnival, Boeing oder etablierte Mid Caps wie CTS Eventim. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Preis an der Börse (Kurs) sich nach einigen Jahren wieder erholt und den Unternehmenswert wiederspielgelt ist hier recht hoch. Damit sind wir alle d’accord.

Die letzten Artikel im Blog stellten jedoch Small Caps vor, wie z.B. Carvana, Hims & Hers, Paypal, usw.
Die Empfehlung solcher Klein-Unternehmen rufte Unverständnis hervor.

Turnaround-Aktien hochwertiger Unternehmen können aber eine Ergänzung als Satellit einer ETF-Strategie sein Interessant wären für mich z.B.

  • Nike (sehr starkes Markenimage und Marktdurchdringung).
  • Vielleicht auch eine Nestle, die durchaus Probleme hat, die es zu lösen gilt. Ebenfalls sehr starke Marken im Portfolio.
  • Oder mittlerweile auch eine Bayer-Aktie. Mir eigentlich etwas unsypmatisch, da die Manager einen fatalen Fehler (durch Hochmut) gemacht haben, und Anlegergeld pulverisiert haben. Aber ich denke, die Talsohle ist erreicht und es wird immer wieder über einer Aufspaltung spekuliert (Medikamente vs. Chemie)
  • E,on, ebenfalls ein etabliertes Unternehmen mit einem echten Burggraben, hat bereits einen Lauf und steigt die letzten Monate stetig, ohne großes Aufsehen zu erregen.
Chico
1 Monat zuvor

Tim, beeindruckend, ich hatte bis vor 5 Jahren aktivgemanagten Versicherungsfonds bespart, dementsprechend schlechte Renditen bzw. teuer bespart. Bis ich auf ETFs gestoßen bin, ich zocke nicht mit Einzelaktien rum, weil ich die Firmenberichte nicht wirklich bewerten kann. 30 Jahre werde ich vermutlich nicht mehr investieren können, bin ja doch schon mitte 50. Ich bespare meine ETFs und mein Nachwuchs wird mal was zu erben haben.

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