Auf einer Minenkonferenz hier in New York hatte ich vor wenigen Tagen die Gelegenheit, mich ausführlich mit dem Management von Mayfair Gold auszutauschen – namentlich mit dem frisch gebackenen CEO Drew Anwyll und dem VP Capital Markets Zayem Lakhani. In einer Branche, die oft von spekulativen Versprechungen getrieben wird, liefert Mayfair derzeit handfeste Argumente, die auch für geduldige Value-Investoren und Buy-and-Hold-Anleger einen genauen Blick wert sind.
Ein Weltklasse-Projekt im sicheren Hafen
Mayfair Gold entwickelt das zu 100 % konzerneigene Fenn-Gib Goldprojekt in der Region Timmins im Norden Ontarios. Das ist eine der produktivsten und politisch sichersten Bergbauregionen der Welt (eine sogenannte Tier-1-Jurisdiktion). Das Unternehmen sitzt dort auf einer beachtlichen Ressource: Aktuell werden die angezeigten (indicated) Mineralressourcen auf 4,3 Millionen Unzen Gold beziffert.
Dabei geht der Vorstand den konservativen Weg. Anstatt auf riskante Untertagebaue zu setzen, plant Mayfair einen klassischen Tagebau gepaart mit einer modularen Verarbeitungsanlage. Das reduziert die Bauzeit auf voraussichtlich unter 24 Monate und minimiert die berüchtigten Ausführungs- und Inflationsrisiken, die Minenbauern oft das Genick brechen.
Das Phänomen Muddy Waters: Star-Leerverkäufer Carson Block
Der mit Abstand spannendste und größte Großaktionär ist Muddy Waters Capital LLC unter der Führung des legendären Leerverkäufers Carson Block.
- Muddy Waters hält direkt rund 16,1 % der Anteile.
- Über den Muddy Waters Resources Fund kommen noch einmal 4,43 % hinzu.
- Dass einer der weltweit bekanntesten Short-Seller hier massiv auf der Long-Seite investiert ist, gilt in der Branche als absolutes Novum. Carson Block (49) ist berühmt dafür, Bilanzen und geologische Versprechungen bis aufs Mark zu sezieren, um Betrug und Überbewertungen aufzudecken. Wenn er hier tiefen, asymmetrischen fundamentalen Wert sieht, horcht die Wall Street zu Recht auf.
- Muddy Waters hat im Jahr 2024 sogar eine komplette Neuausrichtung des Boards durchgesetzt, um das alte Management abzulösen und den Fokus radikal auf operative Exzellenz und den Weg zur Produktion zu lenken. Carson Block sitzt heute selbst im Board of Directors, um seine Investition eng zu begleiten.
Heeney Capital: Henry Heeney
Gleich dahinter folgt Henry Heeney (Heeney Capital), der Gründer, mit einem strategischen Anteil von ca. 9,42 %. Heeney ist im Minensektor als extrem disziplinierter, wertorientierter Investor bekannt. Seine Präsenz sichert ab, dass kein Aktionärsgeld für unnötigen administrativen Overhead verpulvert wird – ein essenzieller Punkt für unsere Value-Recherche.
Weitere starke Hände & echtes Alignment
Neben den Top 3 finden sich weitere namhafte, langfristig orientierte Adressen wie Oaktree Capital, Nokomis und Vestcor im Aktionärsbuch. Zusammen mit Board-Mitgliedern wie Sean Pi (der Mitgründer hält 5,96 %) sorgt das für eine bemerkenswerte Konzentration:
- Über 34 % Insider- und Management-Besitz: Die Führungsebene redet nicht nur, sie handelt auch. Seit Oktober 2024 hat das Team über 17 Millionen C$ an eigenem Geld in den Kauf von Aktien gesteckt.
- Enge Aktionärsstruktur: Die Top-25-Aktionäre kontrollieren über 55 % des gesamten Unternehmens.
Was bedeutet das für die Blog-Leser?
Für eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie ist das die halbe Miete. Das Papier ist weitgehend „vom Markt weggefangen“. Da hier kaum zittrige Kleinanleger investiert sind, die bei kurzfristigen Schwankungen des Goldpreises in Panik verfallen, scheint die Aktie fundamental extrem gut nach unten abgesichert. Wir investieren hier Seite an Seite mit den härtesten und analytisch schärfsten Profis der Wall Street. Ich habe die Aktie noch nicht gekauft, aber auf dem Schirm.
Beeindruckende Wirtschaftlichkeit (PFS 2026)
Die jüngst veröffentlichte Pre-Feasibility Study (PFS) für das Jahr 2026 zeigt, wie profitabel Fenn-Gib werden kann. Das Modell geht von überschaubaren anfänglichen Investitionskosten (CapEx) in Höhe von 450 Millionen C$ aus.
Was die Aktie aus fundamentaler Sicht so spannend macht, sind die Cashflow-Projektionen:
- Schneller Payback: Die Amortisationszeit liegt im Basisszenario bei nur 2,7 Jahren.
- Massiver Free Cashflow: Bei einem konservativ kalkulierten Goldpreis von 3.100 Dollar pro Unze rechnet das Unternehmen in den ersten sechs Produktionsjahren mit einem unverschuldeten freien Cashflow von satten 896 Millionen US-Dollar.
- Nimmt man den aktuellen Spotpreis von weit über 4.000 US-Dollar als Maßstab, katapultiert sich dieser Cashflow in den ersten sechs Jahren sogar auf über 1,4 Milliarden US-Dollar.
Besonders stark: Mayfair Gold ist derzeit komplett schuldenfrei, was in der kapitalintensiven Explorations- und Entwicklungsphase ein Qualitätsbeweis ist.
De-Risking: Aktuelle Bohrungen übertreffen Erwartungen
Erst Mitte Juni 2026 hat das Unternehmen finale Ergebnisse eines umfassenden „Grade Control“-Bohrprogramms vorgelegt, das etwa 25 % des für die erste Abbauphase geplanten Materials umfasste. Das Ergebnis ist ein Traum für jeden Minenbetreiber: Das geologische Modell wurde nicht nur bestätigt, es wurde übertroffen.
In den hochgradigen Zonen (ab 3,0 g/t Gold) stieß man auf 28 % mehr Tonnen Gestein bei einem 7 % höheren Goldgehalt. Das bedeutet unter dem Strich 37 % mehr Gold in diesem Testgebiet als ursprünglich in den Reserven verbucht. Für Investoren heißt das: Die ersten Produktionsjahre, die für die schnelle Rückzahlung der Baukosten entscheidend sind, wurden massiv im Risiko gesenkt (De-Risking).
Das ist genau der Punkt, der diese Investment-Story für deinen Blog so außergewöhnlich macht. Die Aktionärsstruktur von Mayfair Gold ist für ein kleineres Explorations- und Entwicklungsunternehmen (einen sogenannten Junior-Miner) extrem ungewöhnlich und hochkarätig besetzt.
Wenn wir im Value-Investing von „starken Händen“ sprechen, meinen wir genau das, was hier im Aktionärsbuch steht. Es gibt ein paar absolute Schwergewichte, die dem Projekt enorme finanzielle Stabilität verleihen und das Risiko von unüberlegten Abverkäufen massiv senken.
Skin in the Game
Als Value-Investor achte ich besonders darauf, ob die Führungsspitze im selben Boot sitzt wie die Aktionäre. Das ist hier absolut der Fall. Zayem Lakhani, der Fondsmanager war, besitzt selbst über 300.000 Aktien am Unternehmen. Ich habe auch mit ihm in New York gesprochen. Insgesamt haben Insider und das Management in der jüngeren Vergangenheit massiv eigenes Geld – über 15 Millionen C$ – in Mayfair-Aktien gesteckt. Wenn sie derart überzeugt kaufen, ist das ein Signal für Vertrauen in den eigenen Zeitplan, der den Baustart für 2028 und die erste Produktion für 2030 anvisiert.
CEO Drew Anwyll hat auf dem Metals Investor Forum präsentiert. In dieser Aufzeichnung präsentiert er das Projekt detailliert und geht auf die strategische Ausrichtung sowie die nächsten Meilensteine bis zum Produktionsstart ein.
Ich übernehme keinerlei Gewähr. Es können sich Genehmigungsverfahren hinziehen. Oder der Bau der Mine kann sich verzögern.