Was passiert mit all den Jobs nach der KI-Revolution? Was wird aus Journalisten, Programmierern, Rechtsanwälten, Steuerberatern, Architekten, Controllern, Buchhaltern, Analysten, Medizinern, Bankern? Die KI ist in der Lage, schon heute die meisten Büroarbeiten zu erledigen. Das ist der Hammer. Es werden so viele Jobs verloren gehen. Wie soll jemand eine große Hypothek abbezahlen für die nächsten 30 Jahre, wenn der Job verloren geht? Was dieser Fortschritt für deine Arbeit bedeuten wird, solltest du dir genau überlegen, bevor du enorme Verpflichtungen/Schulden eingehst. Sei lieber vorsichtig. Du weißt nie, was kommt.
Bau Cash auf. Sei gewappnet. Hab ein breit gestreutes Depot. KI entwickelt sich immer schneller. Jedes neue Modell war besser als das vorherige. Und die Verbesserungen sind jedesmal gewaltig. Es ist kaum in Worte zu fassen, so schnell geht der Fortschritt. Dabei sind nur ein paar Hundert Forscher in einer Handvoll Firmen an den KI-Modellen im Einsatz. Sie ändern das Zusammenleben für uns alle. Was OpenAI, Anthropic, Google DeepMind und andere schaffen, ist so wertvoll, man kann es sich nicht vorstellen.
Ich habe dazu etwas von KI-Investor Matt Shumer gelesen. Sein Artikel „Something Big is Happening“ wurde zum Internet-Hit mit 84 Millionen Aufrufen auf X (Twitter). Durch Simon Betschingers Kolumne (Traderfox, aktien Magazin) wurde ich auf Shumers Artikel wiederum aufmerksam.
Krebs, Alzheimer, Infektionskrankheiten, das Altern… Forscher glauben, dass diese Probleme gelöst werden. Und es soll nicht mehr um Jahrhunderte gehen, sondern vielleicht einige Jahre, eventuell ein Jahrzehnt.
Dario Amodei, der Chef von Anthropic, der Firma hinter dem Sprachmodell Claude, prophezeit, dass KI innerhalb von ein bis fünf Jahren 50% der Einstiegsjobs im Büro vernichten wird. Gewaltige Umbrüche stehen bevor. Das kann man nicht abstreiten angesichts der revolutionären Möglichkeiten.
Was tue ich als Anleger im KI-Umbruch?
Als Anleger kann ich mit einem gestreuten Depot vom Fortschritt weiterhin profitieren. Einmal gibt es die KI-Anbieter. Die führenden Player wie Google oder Microsoft können ihre Lösungen teurer machen. Sie können die Abopreise für die neuesten Versionen der KI in die Höhe schrauben. Chips und Energie bleiben gefragt. Energienetze, Rechenzentren ebenfalls. Wir werden weiter Nahrung brauchen, in Häusern wohnen und uns fortbewegen. Die Menschen werden eine Bank brauchen (JPM, BAC, Citi, DB), Seife (Colgate-Palmolive, Henkel), Papiertücher (P&G, Kimberly Clark), Waschbecken (Villeroy & Boch, Geberit).
Das Handwerk, der Bau und physische Dienstleistungen sind kaum betroffen: Ein Algorithmus verlegt kein Rohr, schneidet keine Haare und deckt kein Dach. Vielleicht kann es ein Roboter irgendwann erledigen, aber bis dahin wird noch viel Wasser den Rhein herunterfließen. Auch Pflegeberufe, die Empathie und direkten Menschenkontakt erfordern, sind nicht ersetzbar. Vielleicht hat auch der Therapeut gute Chancen aufgrund der wachsenden Einsamkeit.
Und Luxusgüter: Der Wert einer Hermès-Tasche oder Patek-Philippe-Uhr liegt in der menschlichen Handarbeit, der Tradition und Exklusivität. Massenware macht keine echte Handwerkskunst. Für Reiche ist das ein begehrenswertes Produkt. Auch Menschen aus der Mittelschicht kaufen Luxusgüter, um zu zeigen, wie toll sie sind. Profiteure sind die Luxusaktien LVMH und Hermès.
Basisinfrastruktur & Abfallwirtschaft: Müll muss physisch abgeholt und entsorgt werden, Wasser muss durch echte Rohre fließen. Konzerne wie Waste Management profitieren zwar intern von KI-Routenplanung. Doch ihr Kerngeschäft bleibt völlig unangetastet physisch.
Die Leute wollen nach wie vor in den Urlaub. Davon werden Hotels wie Marriott oder Hilton, Kreuzfahrtanbieter wie Carnival oder Airlines wie Delta, Lufthansa oder United profitieren.
Klassischer Rohstoff: Kupfer, Lithium und Eisenerz müssen aus dem Boden geholt werden. Eisenerz wird für Stahl gebraucht, Rio Tinto und BHP sind zu nennen. Kupfer ist wichtig für den Bau neuer KI-Rechenzentren: Freeport-McMoRan und Glencore mischen hier mit. Ein Baustoff-Riese wie Heidelberg Materials oder Vulcan Materials aus Alabama (Vulcan Materials ist eine der besten Aktien der letzen 100 Jahre) hat eine Zukunft. Rohstoffaktien sind indes in den vergangenen Jahren verdammt gut gelaufen. Ich weiß nicht, ob ich diesem Trend hinterherlaufen würde – zumindest nicht gegenwärtig.
Wo du investierst, um zu gewinnen
Weil ich als Aktienpicker manchmal im Blog kritisiert werde, hier eine Faulenzer-Strategie, die für nahezu jeden Anleger Sinn ergibt: Ein weltweiter ETF wie der MSCI World oder S&P 500. Die großen KI-Profiteure (Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet) sind dort auch mit über 20 % des gesamten Gewichts vertreten.
Setze nicht alles auf eine Karte. Ein breiter ETF reduziert die Risiken. Falls die KI-Euphorie an der Börse nachlässt, brauchst du dir als geduldiger ETF-Anleger keine Sorgen machen. Das lehrt die Vergangenheit. Der Index erreicht immer neue Höhen. Es ist nur eine Frage der Zeit.