4 unterbewertete Value Aktien für Dividendenfans

Bald sollen einige riesige Börsengänge an die Wall Street kommen. SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, ist der erwartete Spitzenkandidat mit einer möglichen Bewertung von 1,75 Billionen Dollar. Andere bedeutende IPOs sind die KI-Giganten OpenAI und Anthropic sowie die Finanz- und Technologiekonzerne Revolut und Cerebras. Wenn Banken dir sagen, es sei die beste Zeit zum Investieren, dann ist wohl das Gegenteil der Fall. Ich mache um diese Börsengänge einen weiten Bogen – sie sind mir zu teuer und zu intransparent.

Wenn ich morgens in New York das hektische Treiben an der Wall Street verfolge – bewusst und entspannt ohne Krawatte –, fällt mir als CEFA-Analyst auf, wie kurzsichtig die Börse auf Quartalszahlen reagiert. Für uns Value-Anleger und überzeugte Buy-and-Hold-Anleger ist genau diese Kurzfristigkeit der Wall Street ein Segen. Wer im Alltag finanziellen Minimalismus und Frugalismus lebt – sei es durch bewussten Konsum oder durch die Nutzung von Apps wie TooGoodToGo oder Flashfood –, der sucht auch an der Börse nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis und nicht nach dem schnellen Trade.

Die jüngste Berichtssaison hat bei einigen echten Qualitätsunternehmen zu Kursrückgängen geführt. Solche Übertreibungen nach unten bieten oft hervorragende Einstiegschancen, um unser Tenbagger- bzw. Dauerläufer-Depot günstig aufzustocken. Werfen wir einen Blick auf vier Dauerläufer, die nach den jüngsten Quartalszahlen fundamental glänzen, aber attraktiv bewertet sind.

4 starke Value-Aktien, die einen Blick wert sind

1. Kraft-HeinzWarum Lebensmittelfabrikant ein konservativer Anker für das Depot ist In der Welt der glitzernden Tech-Giganten und KI-Hypes wird eine Sache oft vergessen: Gegessen wird immer. Während der Markt sich auf die nächsten Quartalszahlen der Halbleiter-Branche stürzt, blicke ich lieber auf die Substanz. Ein Unternehmen, das in meinem eigenen Depot einen festen Platz hat und eine spannende Value-Chance bietet, ist Kraft Heinz. Nach den turbulenten Jahren der Fusion und der Ära von 3G Capital stabilisiert sich der Konsumgüter-Riese. Während der S&P 500 mit hohen KGVs jenseits der 20 gehandelt wird, wirkt Kraft Heinz wie ein Relikt aus einer günstigeren Zeit. Die Aktie handelt zu einem 12-fachen KGV. Die Dividendenrendite beträgt schmackhafte 6,9 %. Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Coca-Cola oder PepsiCo ist der Abschlag saftig.

Das Management hat die Bilanz saniert und Schulden abgebaut. Das gibt Sicherheit, dass die Ausschüttungen nicht nur stabil bleiben, sondern langfristig auch wieder moderat steigen können. Heinz Ketchup, Philadelphia, Kraft Mac & Cheese – das sind Marken, die in fast jedem Haushalt weltweit zu finden sind. Das neue CEO Steven Cahillane hat den Fokus von reinen Kostensenkungen auf organisches Wachstum und Innovation verlagert. Und er hat vor wenigen Tagen für 5 Millionen Dollar Aktien gekauft. Das ist ein Wort!


    2. McDonald’s: Dividenden-König mit Immobilien-Fokus Nach den jüngsten Quartalszahlen zum Auftakt des Jahres stand die Aktie der Fast-Food-Kette unter Druck. Grund war unter anderem die Kaufzurückhaltung der Konsumenten in einigen Märkten aufgrund der Inflation. Doch wer das Geschäftsmodell genauer betrachtet, erkennt: McDonald’s ist im Kern auch ein Immobilienunternehmen, das planbare und extrem stabile Einnahmen über Pacht- und Franchise-Gebühren kassiert. Dieser gewaltige Burggraben macht den Konzern zu einem absoluten Dauerläufer.

      Der jüngste Kursrücksetzer hat die Bewertung deutlich attraktiver gemacht. Das KGV liegt bei etwa 20 – für ein derart krisenresistentes und margenfreudiges Geschäftsmodell ein historisch absolut vertretbarer Wert, zumal in den vergangenen Jahre das KGV üppiger war. Besonders stark für das langfristige Buy-and-Hold-Depot: McDonald’s steigert seine Ausschüttung seit fünf Jahrzehnten ununterbrochen und gehört damit zum exklusiven Club der Dividenden-Könige. Durch die aktuelle Kurskorrektur können sich Anleger mittlerweile wieder eine attraktive Dividendenrendite von 2,7 % sichern. Für den kontinuierlichen Vermögensaufbau ist diese Kombination aus verlässlichem Cashflow und gesunkenem Einstiegspreis (aktueller Kurs 275 Dollar) interessant.

      3. Nestlé: Der Fels in der Brandung Der Schweizer Lebensmittelgigant ist der Inbegriff einer Dauerläufer-Aktie. Nach einem herausfordernden Umfeld für Konsumgüter hat die Aktie zuletzt nachgegeben und notiert im Bereich von 83 Euro. Was den Markt stört, ist für langfristige Anleger eine Einladung: Nestlé hat seine Dividende seit beachtlichen 30 Jahren in Folge ununterbrochen gesteigert. Durch den jüngsten Kursrückgang ist die Dividendenrendite auf hochattraktive 4 % geklettert. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt im Bereich von 19. Ich finde, das ist ein fairer Preis für einen Dividenden-Aristokraten, der weltweit fast jedes Supermarktregal dominiert.

      4. Kimberly-Clark: Defensive Stärke für unruhige Zeiten Die geopolitischen Spannungen und Inflationssorgen machen defensive Titel wie Kimberly-Clark wertvoll. Als Produzent von Hygieneprodukten des täglichen Bedarfs ist das Geschäftsmodell konjunkturunabhängig, weshalb auch in schwierigen Marktphasen stabile Cashflows zusammen kommen. Nach jüngsten Konsolidierungen gehört der Dividenden-König (54 Jahre Erhöhungen) mittlerweile zu den Werten, die Anlegern Renditen von 5,3 % ermöglichen. Das KGV liegt bei moderaten 13.

      Solche Papiere verleihen einem Portfolio – ähnlich wie meine Positionen in Chevron oder der Bank of America – die nötige Stabilität. Und sie sichern den Zinseszinseffekt. Allerdings schüttet Kimberly-Clark den gesamten Cashflow bereits als Dividende aus. Das heisst, es ist nicht viel Spielraum für weitere Erhöhungen, nur mit minimalen Erhöhungen ist folglich zu rechnen. Kimberly-Clark hat Anfang November 2025 angekündigt, das Konsumgüterunternehmen Kenvue (den Hersteller von Tylenol, ehemals Teil von Johnson & Johnson) für 40 Milliarden Dollar zu schlucken.

      Fazit

      Lassen wir uns von roten Vorzeichen nach Quartalszahlen nicht aus der Ruhe bringen. Ein fallender Kurs bei einem echten Dauerläufer bedeutet in erster Linie: Wir bekommen mehr Qualität für unser Geld. Ein niedrigeres KGV gepaart mit einer höheren Einstiegs-Dividendenrendite sind historisch gesehen die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen und langfristigen Vermögensaufbau.

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