Schröder, Riester, Rürup, Maschmeyer und das Geld der Rentner


New York, 20. Januar 2015

Rot-Grün versprach die Jahrhundertreform. Die Altersversorgung sollte besser werden. 2002 kam sie dann, die private Altersvorsorge, genannt „Riester Rente“. Im Gegenzug wurde die Gesetzliche Rente heruntergefahren. Drücker-König und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer mischte für Deutschland die Karten neu. Was ihm half, er war mit Kanzler Gerhard Schröder (SPD) dick befreundet. Das passte gut. Der Drücker-König (Markenzeichen Facelift, mondäne Villen, früher trug er Goldkettchen) schickte seine Lobbyisten zu Schröders‘ Mitarbeitern.

Schröder erhielt nach seinem Ausstieg aus der Politik zwei Millionen Euro von Herrn Maschmeyer. Er nahm das Geld für die Rechte an seinem Kanzler-Buch in Empfang. Erst hieß es, es war eine Million. Dann kam kürzlich, Jahre später, nach Recherchen des Magazins „Stern“ heraus, Schröder kassierte zwei Millionen Euro vor Steuern. Dieses Versteckspiel macht es nicht besser, eher schlechter. Als Gegenargument führt das Umfeld an, sie wären erst viel später Freunde geworden. Also nach der Riester-Renten-Einführung. Selbst dann macht das Geld, das floss, die Sache nicht besser.

Walter Riester kassierte für seine Reden beim Strukturvertrieb AWD Honorare. Professor Bert Rürup, Spitzname Rentenpapst, erhielt ebenso nach der Reform nette Sümmchen vom AWD. Rürup wurde als „Chefvolkswirt“ vom Finanzvertrieb eingestellt. Seltsam.

Überall werden Politiker im Reichstag daran erinnert, wem sie zu dienen haben. Ein Blick aus dem Fenster in den Hinterhof zeigt es: "DER BEVÖLKERUNG"

Überall werden Politiker im Reichstag daran erinnert, wem sie zu dienen haben. Ein Blick aus dem Fenster in den Hinterhof zeigt es ganz klar, worum es hier geht: Zum Wohle „DER BEVÖLKERUNG“

Der große Säulenbogen am Reichstag: "Dem Deutschen VOLKE". Das erhoffen wir Bürger uns von unseren Politikern.

Über den großen Säulen am Reichstag stehen große Buchstaben: „Dem Deutschen VOLKE“. Das erhoffen wir Bürger uns von unseren Politikern.

Nach den Reformen meldete AWD 2007 den höchsten Umsatz und Gewinn in der Geschichte des Unternehmens. Es waren glorreiche Zeiten. Auf 47 Prozent schoss die Eigenkapitalrendite. AWD war eine Goldgrube. An der Börse kam der AWD-Kurs in Fahrt. Maschmeyer nutze die Chance: Er verkaufte sein Aktienpakt, er strich gewaltige Summen ein.

Schröder, Riester, Rürup – diese drei Herren standen erst in Diensten des Deutschen Volkes. Sie waren Kanzler, Minister, Berater. Dann hatten sie plötzlich einen anderen Herrn, dem sie dienten.

2010 gründete Carsten Maschmeyer mit  Bert Rürup eine Beratungsfirma. Beide holten Walter Riester als Berater dazu. Wie nett. Da waren sie wieder zusammen. Herr Riester sollte noch etwas vom Speck abbekommen. Die deutsche Politik ist verfilzt. Wo man hinschaut.

Was mich an den Riester-Verträgen stört, sind die hohen Provisionen, Kosten, Abschlussgebühren und Verwaltungskosten. Es ist intransparent. Laut Öko-Test (PDF) gehen in der Ansparphase je Vertrag zig Tausender an Gebühren verloren. Bei den Kosten blickt kein Verbraucherschützer so richtig durch. Es ist ein Kauderwelsch. Selbst das Max-Planck-Institut hat zugegeben, Probleme zu haben durchzublicken (PDF). Ohne Transparenz gibt es keinen fairen Wettbewerb.

Ich halte die hohen Gebühren für einen Fehler. Wer kassiert die? Die Vertriebstruppen, die Finanzdienstleister. Von wem kommen die Gebühren? Vom Sparer. Vom Steuerzahler. Von Ihnen! Wessen finanzielle Zukunft ist garantiert? Die von Herrn Maschmeyer, Riester, Rürup, Schröder. Und die Zukunft der Vertriebler ist gesichert.

Millionen Deutsche werden in komplexe Gebührengräber namens Riester hineingedrängt. Verwirrt werden sie in den Verkaufsgesprächen. Ein Köder für die Verkäufer ist häufig die Subventionierung des Staates. Dabei fressen vielfach überzogene Provisionen und Verwaltungsgebühren die Vorteile wieder auf.

Warum können sich Bürger diese hohen Kosten nicht sparen? Warum können diese unnötigen Gebühren nicht direkt in einen extrem kostengünstigen Indexfonds fließen, so dass jeder langfristig davon profitieren kann?

Manchmal, so scheint es, nutzt das Finanzsystem die Menschen aus. Was die Bürger nicht wissen, kann ihnen schaden. Diese ganzen Geldgeschäfte der Politiker sind schon ein dicker Hund.

Die Finanzbranche ist nicht per se schlecht. Keineswegs. Wir Bürger brauchen sie. Und wir sollten froh um sie sein. Ohne die Branche gäbe es keine funktionierende Wirtschaft. Sie verfolgt aber ureigene Ziele, nämlich die Gewinnmaximierung. Das ist ihr gutes Recht. Das steht ihr zu. An zweiter Stelle folgen die Interessen der Kunden. Das muss jedem einleuchten. Es geht nicht darum, den Gewinn der Kunden zu maximieren.

Wie kann man den Bürger an die erste Stelle stellen? Die Interessen der Bürger dürfen nicht zu kurz kommen. Ich finde, das Riester-Model ist nicht geeignet. Die Amerikaner haben eine elegante Lösung gefunden. Sie haben extreme Transparenz über die Kosten. Sie vertrauen einem Anbieter, der eben nicht die Gewinnmaximierung zur obersten Maxime erklärt hat. Es ist die Fondsfirma Vanguard, die ein genossenschaftliches Modell verfolgt. Der Kunde ist König, die Gebühren sind minimal. Vanguard-Gründer Jack Bogle ist kein Milliardär, sondern ein ganz normaler Bürger. Und weil Vanguard die Preise radikal gesenkt hat, zogen die anderen mit. Fidelity, BlackRock, Barclays… Sie machen das exzellent.

Ein lobenswertes Produkt ist der Vanguard 500 Index Admiral. Der Indexfonds bildet den S&P-500-Index nach. Wer 10.000 Dollar investiert, zahlt eine jährliche Gebühr von fünf Dollar. Anders ausgedrückt beträgt die Kostenquote 0,05 Prozent (Expense Ratio). Bei der Riester-Rente betragen die Verwaltungskosten schon mal zwischen acht und zehn Prozent. Sie sehen, was das ein gewaltiger Unterschied ist. Der S&P steigt im langen Schnitt um knapp zehn Prozent jährlich. Ob Ihr Riester-Produkt unterm Strich zwei Prozent Rendite abwirft, ist fraglich.

Warum spart Deutschland so altmodisch? Warum zahlen wir so hohe Gebühren für renditenschwache Produkte? Warum dürfen Politiker in Deutschland Millionen aus der Privatindustrie kassieren? Warum dürfen sie Honorare oder Geschenke annehmen?

Werfen wir einen Blick über den großen Teich: Bob McDonnell, Ex-Landesvater von Virginia, muss für zwei Jahre ins Gefängnis, weil er Geschenke (Rolex, Geld…) und Urlaubseinladungen eines Geschäftsmanns angenommen hat. Seiner Frau droht ebenfalls Haft. Der Wert ihrer Vorteile: 165.000 Dollar. Im Gegenzug empfahl Gouverneur McDonnell Nahrungsergänzungsmittel des befreundeten Geschäftsmanns.

Der New Yorker Senator Carl Kruger kam für sieben Jahre hinter Gitter. Er hatte eine Million Dollar angenommen.

Wenn ein US-Politiker aus dem Job ausscheidet, darf er/sie nicht unmittelbar für einen Lobbyisten arbeiten. Sonst droht Knast. Da gibt es keine Gnade. Das gilt sogar für enge Mitarbeiter von Politikern.

Sie nennen es Machtmissbrauch. Douglas Hampton, ein ehemaliger Mitarbeiter eines Senators, wechselte zu einem Lobbyisten und musste ins Gefängnis.

In Deutschland gelten nicht mal die Anti-Korruptionsregeln der UN. Wen wundert das noch? Politiker sind eben etwas Besonderes hierzulande. Sie dürfen sich alles erlauben. Wenn Geld fließt, greift irgendein gieriger Politiker zu. Sie können der Kohle nicht widerstehen.

Trotz dem Ärger über Schröder, Riester, Rurup denke ich nicht, dass sie uns Bürger ein schlechtes Produkt andrehen wollten. Sie hatten, da bin ich mir sicher, von Anbeginn gute Absichten. Nur war es moralisch bedenklich, Honorare, Gehälter und Lizenzdeals einzufädeln.

Wer gut fürs Alter sparen will, muss auf die Kosten, Gebühren und voraussichtliche Rendite mit Argusaugen achten.

Nachtrag: Hier noch zwei kleine erhellende Videos:



tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Schröder, Riester, Rürup, Maschmeyer und das Geld der Rentner

  1. Fruchtwein

    Ich glaube der Politik war das Produkt und die Folgen einfach egal, es ging um die eigenen gut gefüllten Taschen und es ist traurig, dass sich das jeden Tag wiederholt. Antikorruptionsgesetze werden blockiert, die Zusammenarbeit mit Lobbyisten wird verschleiert und alle lachen am Ende über das Wahlvieh.

    Leider wird da sogar zurecht gelacht, denn die Mehrheit will ja anscheinend verarscht werden.

    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und vielleicht ändert sich ja doch irgendwann mal etwas…

  2. GertGert

    Ich schlage vor, dass der Begriff „Der Bevölkerung“ auf dem ersten Foto durch einen kürzen ersetzt wird. „MIR“, am besten in Großbuchstaben, damit die Wirkung auch entsprechend ist.

    Was zwischen den genannten Herren abgelaufen ist, ist wirklich unglaublich.

     

  3. Fabian S.

    Tja Tim,

     

    sagte Dir ja schon bereits die Politiker sind alle Verbrecher…..hast es ja gut skizziert…

     

    Toller Artikel wieder mal!

  4. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim

    wieder Klartext und 100% Zustimmung.

    Ich würde Dir nur empfehlen, das Foto aus dem Innenhof mit dem „Kunstwerk“ (Schriftzug) evtl. auszutauschen.

    Es gab da schon Schwierigkeiten wegen Rechteverletzung. Also bevor eine Abmahnung vom „Künstler“ Haacke kommt…

    – http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Bev%C3%B6lkerung#Urheberrecht_am_Kunstwerk

    Ich kann mich noch an die wilden Debatten erinnern, als man sogar forderte, den traditionellen Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ zu ersetzen. So viel Blödheit ist nur bei ganz speziellen „Heimathassern“ in Deutschland möglich. Keinem Italiener oder Franzosen käme es in den Sinn, sein Volk nicht als das Italienische oder Französische zu halten, egal für wie „links“ er sich hielte.

    Im Gegensatz dazu Volker Kauder:
    „Hier in Deutschland glauben aber immer noch einige, dass man das deutsche Volk in einem negativen Licht darstellen muss, um ein guter Mensch zu sein. Dies ist nicht meine Auffassung.
    (Beifall bei der CDU/CSU)
    Ich sage deshalb – und dies sage ich für die überwiegende Zahl der Kolleginnen und Kollegen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion – Nein zu diesem simplen und für unser Haus unwürdigen Kunstwerk. Ich sage Nein dazu, dass der Versuch unternommen wird, das deutsche Volk verächtlich zu machen, auf eine kurze Zeit seiner Geschichte zu reduzieren.
    (Zurufe von der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Buh!)
    Ich sage Nein zu dem Versuch der Distanzierung des Deutschen Bundestages von seinem eigenen Volk.“
    (Quelle: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/14/090/14097090.47.pdf)

    Leider ist so eine richtige Aussage nicht symptomatisch für den allgemeinen Zustand dieser bürgerlichen Parteien.
    Grüßle
    MS

  5. Georg

    Erstmal ein dickes Lob an Tim. Ich lese mir den Blog wirklich komplett von Anfang bis Ende  durch und stimme in weiten Teilen überein. Bitte weiter so.

    Es ist tatsächlich ein Armutszeugnis, wie unsere Politiker mit dem Thema „Korruption“ umgehen. Dass die UNO bereits 2003 die UN-Konvention gegen Korruption verabschiedet und Deutschland damals diese Konvention unterzeichnet hatte, aber lange elf Jahre nicht  ratifiziert und umgesetzt hat, wirft wirklich kein gutes Bild auf unsere Republik. Die Umsetzung ist aber so schwammig, dass das Gesetz eh kaum anwendbar ist. Da kann man BRD auch gleich mit „Bananenrepublik Deutschland“ übersetzen.

    Bei all den – ungeahndeten – Verfehlungen der Vergangenheit (Kohl, Schäuble, Bangemann, Niebel, von Klaeden und wie sie alle heißen) wundert mich die ablehnende Haltung aber nicht. Wer hackt sich schon selbst die Hand ab, die bei Lobbyisten aufgehalten werden kann?!

    Zum Thema „Abgeordnetenbestechung“ und Umgang der Politiker damit gibt es übrigens einen interessanten Blogartikel unter https://www.abgeordnetenwatch.de/blogcategories/abgeordnetenbestechung

    Bei solchen Äußerungen wie dieser eines CSU Abgeordneten sträuben sich mir die Haare. Ich zitiere mal  einen Abschnitt aus dem genannten Blog:

    […]Interessanterweise ging es auch damals um ein Gesetz, das die Parlamentarier selbst betrifft – nämlich die Strafbarkeit von Abgeordnetenbestechung: Aus „verfassungsrechtlichen Gründen“ sei eine gesetzliche Regelung gar „nicht möglich“, behauptete der CSU-Bundestagsabgeordnete und Fraktionsjustiziar Wolfgang Götzer. Und überhaupt: Man brauche gar kein neues Gesetz, schließlich gebe es ja keine korrupten Abgeordneten: „Wo also ist der Handlungsbedarf?“[…]

  6. Matthäus

    @ Matthias Schneider

    Im ersten Weltkrieg kämpften jüdische Deutsche seit an seit mit christlichen Deutschen für’s Vaterland. Einige fielen auf den Schlachtfeldern, andere überlebten verwundet, vielleicht auch unverletzt. Von den Überlebenden wiederum wurden einige Tapfere für ihren Heldenmut und den Einsatz für’s Vaterland ausgezeichnet und geehrt. Ein Vierteljahrhundert später hat ihnen ihr erwiesen vorhandener Patriotismus überhaupt nichts mehr genützt.

    Daran muss ich vor dem Hintergrund der Kritik an den Patriotischen Pegida-Europäern ständig denken.

  7. Stefan Müller

    Habe vor ca. 4 Wochen Politiker aller Parteien über Abgeordnetenwatch bezüglich Riester und 401 Depots angeschrieben.

    Bislang haben nur Gysi – Linke und Binninger – CDU geantwortet. Gysi hat zugegeben, keine Infos über 401 k Depots zu haben und hat die Antwort weitergeleitet.

    Interessant und sehr ernüchternd ist die Antwort von Herrn Binninger CDU.

    Sehr geehrter Herr ,

      haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich sehr gerne beantworte.

      Angesichts des demographischen Wandels gewinnt die private Altersvorsorge immer mehr an Bedeutung. Zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung sollte jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst fürs Alter vorsorgen. In Deutschland haben wir dafür die Betriebsrente, die Riester-Rente und die Rürup-Rente als staatlich regulierte und geförderte Anlageformen.

     

     Gestatten Sie mir, dass ich für die anderen Leser noch kurz erläutere, was sich hinter der Bezeichnung „401(k)-Depots“ verbirgt. Es handelt sich dabei um eine Form der Altersvorsorge, die prinzipiell ähnlich konstruiert ist wie die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland. Einzahlungen werden direkt vom Lohn abgezogen und sind in einem gewissen Rahmen von der Lohnsteuer ausgenommen. Die Bezeichnung „401(k)-Depots“ lässt sich aus dem Title 26 des United States Code herleiten. Sie bezieht sich auf die Rechtsgrundlage im amerikanischen Einkommensteuerrecht.

     

     Was die konkrete Ausgestaltung und die gesetzlichen Vorgaben angeht, unterscheiden sich „401(k)-Depots“ und die betriebliche Altersvorsorge jedoch mit weitreichenden Folgen: Als in den Vereinigten Staaten vor einigen Jahren das Unternehmen Enron Insolvenz anmelden musste, war das für viele Mitarbeiter sehr tragisch. Weil sie nicht nur ihre Arbeitsstelle bei Enron, sondern zugleich auch ihre 401(k)-Altersvorsorge in Form von Enron-Aktien verloren, waren diese Menschen doppelt geschädigt. Ein solches Szenario ist in Deutschland nicht möglich, weil wir entsprechende Vorkehrungen getroffen haben und bei einem Ausfall der betrieblichen Altersvorsorge der Pensionssicherungsverein einspringt.

     

     Vor diesem Hintergrund halte ich an unserem deutschen Modell fest. Sowohl die betriebliche Altersvorsorge als auch die Riester- und die Rürup-Rente sind vielleicht nicht so renditeträchtig, wie es andere Anlageformen sind. Auf der anderen Seite bieten sie aber eine hohe Sicherheit für die Sparer, im Alter auch tatsächlich auf das angesparte Vermögen zurückgreifen zu können. Wer über entsprechende finanzielle Mittel verfügt, kann zusätzlich dazu noch in renditeträchtige, aber zugleich auch riskantere Geldanlagen investieren. Das bleibt jedem unbenommen.

     

     Mit freundlichen Grüßen,

     Clemens Binninger

  8. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ alle

    Danke für den Zuspruch.

     

    @ Stefan Müller

    Danke für die Info.

     

    Ich kann dazu nur aus meiner persönlichen Sicht sagen: Herr Clemens Binninger ist nicht fair in seinen Argumenten. Er führt eine einzige US-Firma als Negativbeispiel an. Das ist ein uralter Fall. Enron ist der hässlichste Fall. So wird heute gar nicht mehr für die Rente über den Arbeitgeber in den USA gespart. Es ist geradezu unfair, so ein Argument anzuführen, was so lange zurückliegt. Sorry, das ist kein Argument. Herr Binninger spielt hier mit den Ängsten der Menschen. Das ist an den Haaren herbeigezogen. Heute wird diversifiziert und kostenschonend gespart. Meist via Indexfonds.

    Noch nie waren die Rentensparporgamme der US-Arbeitgeber so gut wie heute:

    http://time.com/money/3624637/401k-retirement-problems-getting-better/

    Ich rate insbesondere dieses kurze Video anzuschauen, wie die Amerikaner steuerbefreit für die Rente sparen (oben im Link).

    Die US-Arbeitgeber helfen ihren Mitarbeitern, sinnvoll zu sparen, wo sie nur können. Der Chef weiß, wenn der Mitarbeiter in finanzielle Nöte gerät, kann sich das negativ auf die Arbeitsleistung auswirken. Die Regierung arbeitet Hand in Hand mit. Sie bildet Menschen weiter. Washington und Arbeitgeber arbeiten eng mit der Finanzbranche zusammen, um das Beste herauszuholen und die Kosten so gering wie möglich zu halten:

    http://www.consumerfinance.gov/reports/financial-wellness-at-work/

    Mehr noch: Washington bietet ein kostenloses Sparprogramm für die Rente an, das in Staatsanleihen investiert. Es kostet den Bürger keinen Cent Gebühr. Die Regierung garantiert die Erträge:
    http://money.cnn.com/2015/01/18/retirement/myra-retirement-accounts/index.html?iid=SF_PF_Lead

  9. Gordon Gecko

    Na ja,  Bundesschatzbriefe, ist ja auch nichts anderes als Staatsanleihen, gibt es in Deutschland ja auch und der Staat garantiert auch die Erträge ….

     

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gordon Gecko

    Ja, das wissen wohl die meisten.

    Es geht bei MyRA um zwei Dinge: Ums steuerbefreite Sparen (1). Die Zinsen sind frei von der Steuer gestellt. Und es geht ums steuerfreie Beziehen (2)  von Einkommen im Rentenalter.

    Gespart wird in das Depot ohne jegliche Gebühren. Der Staat führt die Depots. Warum kann das Deutschland nicht?

  11. Mario

    @Tim Schäfer

    Danke für den Artikel.

    Herr Binninger hat gerade ein Negativbeispiel benutzt. Sozusagen ein Totschlagargument. Wenn jemand zur richtigen Zeit (ich weiß nicht ob es schon ging) in Buffetts Firma investiert hat ist jetzt jedoch erfreut. Er hat eine Altervorsorge in ausreichendem Maße die er jetzt aufbrauchen kann.

     

  12. Felix

    Nur so zur Info:

    War es in den USA nicht zumindest so, dass alle Sozialleistungen sehr stark von der Firma abhingen, bei der man beschäftigt war. Krankenversicherung und Altersvorsorge regelte bzw. finanzierte größtenteils das Unternehmen für seine Beschäftigten.

    Wenn allerdings die Firmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen, dann geraten auch diese Systeme in Rutschen. Ich meine mich erinnern zu können, dass GM derartige Pensionslasten hatte, dass sie überhaupt nicht mehr profitabel arbeiten konnten. Da kam die Insolvenz gerade recht, um sich diesen Lasten zu entledigen, was dann für die GM-Rentner den Supergau bedeutete.

     

    Oder sind diese Infos nicht korrekt?

  13. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Felix

    Das stimmt. Das sind Betriebspensionen. Das ist ein altes System. Sie waren ein freiwilliges Zubrot, das die Arbeitgeber den Mitarbeitern anboten. Die gab es auch bei den Airlines. Weil die Gefahr erkannt worden ist, ist die Verwaltung der Betriebspensionen mit dem Finanzstock ausgelagert worden. Betriebspensionen sind ein altes Modell. Immer weniger Firmen bieten sie an. Geht ein Konzern pleite, springt eine Versicherung für die Betriebspension ein:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Pension_Benefit_Guaranty_Corporation

    Um Betrügereien wie bei Enron oder WorldCom einzudämmen, verabschiedete Washington ein neues Gesetz namens Sarbanes-Oxley, das Firmen strenger kontrolliert und Manager vollumfänglich haftbar macht für Betrug:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Sarbanes–Oxley_Act

    Heute werden sogenannte 40(1)k-Depots für die Rente eingerichtet. Diese gehören dem Mitarbeiter. Sie sind nicht pfändbar. Sie können nicht von Dritten eingezogen werden. Der Arbeitgeber hilft beim Sparen mit. Der Chef gibt sozusagen einen Bonus obendrauf. Der Bonus kann 100% des Sparbeitrags des Arbeitnehmers betragen. Google gibt seinen Mitarbeitern 50% dazu. Das macht bis zu 8.250 Dollar pro Jahr, die Google freiwillig ins Aktiendepot für die Rente je Mitarbeiter beisteuert:

    http://www.glassdoor.com/Benefits/Google-401K-Plan-US-BNFT13_E9079_N1.htm

    Gespart wird aus dem Bruttoeinkommen. Die Erträge sind in der Sparphase frei von Steuern. Gemeinsam mit der Personalabteilung wird festgelegt, wie das Geld investiert wird. Arbeitgeber helfen, eine vernünftige Vorauswahl zu treffen. Meistens handelt es sich um konservative, extrem kostengünstige Indexprodukte.

    Sicherlich ist das US-System nicht frei von Fehlern. Schwächen gibt es. Ja. Ich halte das US-Modell trotzdem für überlegen gegenüber den Riester-Renten. Was letztendlich in Berlin entschieden wird, liegt nicht in meinem Einflussbereich. Ich muss damit leben. Aber ich kann zumindest sagen, dass die Amerikaner ein empfehlenswertes privates Altersvorsorgesystem geschaffen haben. Ich empfehle diesen Artikel mit Video dazu:

    http://www.businessweek.com/articles/2014-07-24/401-k-s-which-companies-have-the-best-retirement-plans

  14. Stefan Müller

    Gerade kam die Antwort von Herrn Ströbele – Grüne. Wie Gysi von den Linken kennt er z.B. 401 Depots nicht.

     

    Sehr geehrter Herr .

    Nein, 401k Depots kenne ich nicht.
    Der Bereich der Altersversicherung gehört nicht zu den, mit denen ich im Bundestag besonders befaßt bin. Ich bin also nicht ausreichend fachkundig und es ist nicht verwunderlich, daß mir US-Regelungen nicht geläufig sind.

    Ich kann nur Fachkollegen in der Fraktion informieren und versuchen, sie für dieses Modell in Übersee zu interessieren. Aber unsere Möglichkeiten, aus der Opposition heraus, eine Änderung der deutschen Regelungen zu bewirken, sind doch bescheiden.

    Mit freundlichem Gruß
    Ströbele

  15. Matthäus

    @Stefan Müller

    Gysi&Ströbele sind bekannte US-Hasser und Kreml-Apologeten. Haben sie Wladimir Putin auch eine E-Mail geschickt?

  16. Lucke_in_den_Zoo

    Ich finde, man sollte die morgige EZB-Pressekonferenz auf Großbildleinwand in allen großen deutschen Städten übertragen. Public Viewing am Rhein, Main, Neckar etc.

    Das Ereignis ist bedeutender als jedes Fussballspiel. Da wird über die Zukunft mehrer Generationen in Europa entschieden.

    Beim Einlauf Draghis Carl Orffs Carmina Burana einspielen, bei jedem „unlimited“, „everything“, „billion Euros“ usw. sollte man auf ihn heranzoomen, Wiederholungen zeigen.

    Alle Sender in Europa sollten das Ereignis übertragen. Hier hängen mehr Existenzen, Arbeitsplätze, hart erarbeitete Spareinlagen dran als bei jedem Sportereignis.

    Zuletzt noch ein geeigneter Sponsoringpartner. „This month ECB press conference is brought to you by Blackrock. Exclusive buyer of bonds on behaf of ECB.“ in der Pause eine Morgan Stanley Werbung mit Draghi und seinem Sohn „from fathers to sons“ in schwarz-weiss usw.

    Dann Live-Schalte nach Davos, wo alle Regierungschefs folgendes vorlesen:

    http://www.goldmansachs.com/who-we-are/business-standards/business-principles/

  17. willihope

    Schau du bist sogar zu dumm um Zusammenhänge herzustellen.

    Die Bürger Europas sehen wohl was Deutschland da abzieht und werden es nicht vergessen.

     

    Dein Nick soll Herrn Lucke in die Nähe von Zoobewohner rücken und dabei bist es du selbst der im Affenkäfig sitzen sollte!

    Nunja typisch deutscher Besserwisser mit hinterfoziger Moral, was lass ich mich auch darauf ein.

    Post nur schön weiter deine Bildschlagzeilen und zimmere an deinem Weltbild.

     

     

  18. Felix

    Osamas Rede an die Nation fordert u.a. Folgende Dinge:

    Erhöhung des Mindestlohns, bezahlter Mutterschaftsurlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bessere Kinderbetreuung, höhere Steuern für die Reichen, stärkere Gewerkschaften oder kostenlose College-Ausbildung:

    Sieht für mich aus als hätte er nach Europa, speziell nach Deutschland geschaut, wo diese Dinge seit vielen Jahren realisiert sind. Insofern müssen wir uns nicht verstecken

     

  19. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Felix

    Vollkommen richtig. Deutschland braucht sich nicht zu verstecken. Es ist ein wunderbares Land. Aber wir können natürlich noch besser werden.

  20. willihope

    @Felix

    Das verträgt sich aber nicht mit den Daten aus der Wirklichkeit!

    Wenn du den Link ansiehst wirst du sehen dass Deutschland den Lohn gedrückt hat und seine Partner über mehr als 12 Jahre unterboten hat obwohl man Verträge hatte die man eigentlich einhalten sollte!

    Nicht nur Eichel hat 3 mal den vetrag gebrochen sondern seit 2000 hat man systematisch gegen die Vorgaben, die man auch selber vorgegeben hat, verstossen!

    Das hätte man einfach vorher sagen sollen dass die 2% nicht mehr gelten!

    Man hat die Arbeitslosigkeit ins Ausland exportiert weil man einfach immer billiger wurde.

     

    Sollen jetzt die anderen das auch machen und startet dann ein Wettbewerb über die niedrigsten Löhne in Europa?

    Wobei der Süden nur 25% Exportanteil hat und 75% Binnewirtschaft, die 75% macht man jetzt kaputt um die 25% zu steigern! Tolle Lösung aus Deutschland.

     

    Die Lösung ist wohl für alle raus aus dem Euro und 50% abwerten. Das ist dann aber auch der harte Weg für DE denn mit billig exportieren ist es dann vorbei und Binnemarkt hat man ja keinen mehr denn der wurde Dank Lohnsenkungen  abgeschafft.

     

    Total bekloppte Lösung!

     

    PS: Obama war wohl nicht so der Bringer muss man wohl feststellen. Jetzt macht er noch viel warme Luft weil er genau weiss dass er nichts mehr davon verwirklichen wird können. Hätte er mal besser am Anfang seine Versprechen gehalten!

    Für die USA ist es gut wenn der Plauscher weg ist.

     

  21. Felix

    @ willihope

    So ganz verstehe ich deine Reaktion auf meinen Kommentar nicht. Ich habe nur dargestellt, was Obama in seiner Rede an die Nation in den USA gerne einführen würde, wenn er könnte. Lauter Dinge, die in D seit langer Zeit selbstverständlich sind. Der Sozialstaat in D macht’s möglich, kostet aber natürlich jede Menge Geld und verwässert Leistungsanreize.

    Das, was du schreibst, ist die Europroblematik; sie hat mit meiner Aussage nichts zu tun. Deine Therapie, wenn ich es richtigen verstehe: Die Club-Med Staaten des Eurolandes sollen ihre überbordenden Schulden und nicht wettbewerbsfähige Wirtschaft mit noch mehr >Schulden und keinenfalls niedrigen Löhnen bekämpfen.  Diesen Weg wird der voraussichtliche Wahlsieger in Griechenland zu gehen versuchen. Wenn er Dumme findet (Deutsche Steuerzahler z.B.), die ihm Geld geben, wird er es wohl machen. In der EU ist vermutlich einiges möglich, was in nächtlicher Runde zwischen Politikern ausgehandelt wird. Ob die deutschen Steuerzahler das auf Dauer mitmachen, bezweifle ich. Es wird dann ähnliche Bewegungen von unten geben wie mit Pegida.

  22. willihope

    Schau Felix vielleicht kannst dich noch errinnern, die Löhne wurden erst gesenkt und nicht erhöht! Real sinken sie seit 14 Jahren!

    Obama faselt jetzt nur noch, er hätte das machen müssen als er noch konnte! Jetzt kann er garnix mehr und hat leicht reden! Der Sozialstaat in Europa kollabiert schon und das soll jetzt als Blaupause für dei USA dienen? Ernsthaft?

     

    Die einzig vernünftige Lösung wird dir ja im Video erklärt und ist auch die einzige die schlüssig klingt! Die Löhne müssen steigen, kräftig, und die anderen müssen stehen bleiben, dann wird in 10 Jahren alles angeglichen sein. Bis dahin gewinnt ja der billige Jakob weiterhin Marktanteile von seinen Nachbarn aber in der Zeit kann er seine Wirtschaft auf Binnenwirtschaft umstellen.

     

    Denkst du der deutsche Vorschlag mit einem Crash der Binnenwirtschaft in der ganzen EU ist die Lösung? Die Länder im Süden haben 75% Binnen und nur 25% Exportanteil, macht doch keinerlei Sinn die Binnenwirtschaft mit -30% in die Deflation zu schicken.

    Übrigends sind das die Kunden die deutsche Autos kaufen, was glaubst wie der Export für deutsche Güter bei -30% im Süden aussehen wird?

     

    Also Professor Flassbeck ist schon schlüssig während Sinn da schon viel Dumpfsinn schwafelt. Eine so gewaltige Bremsspur in ganz Europa ist doch unvorstellbar!

    Und wieso glaubst du dass Europa mit Deutschland ein Defizit von 60 Milliarden hat? Wer soll das alles kaufen wenn die Kunden alle pleite sind?

     

    Was wären denn deine Gedanken zu dem Fall Südeuropa? Frankreich, Italien?

     

     

  23. willihope

    Übrigends nicht vergessen wir sind ja schon im Jahr 6 der „Hilfe“. Hätte man in den 6 Jahren die Zeit genutzt und die Löhne um 5%  pro Jahr erhöht dann wäre die Differenz nur noch bei 10% im Wettbewerb.

    Also ohne deutsche Sturheit und mutwilligem Vertragsbruch (der hält ja unvermindert an) wäre die Krise schon ein Kriselchen!

     

    Wenn alle Welt einer Meinung ist und nur einer stürm voran dann sollte der doch einmal innehalten und darüber nachdenken wieso die anderen ihm nicht folgen. Das ist mit der Wirtschaft so und mit der „Energiewende“ auch!

     

  24. Felix

    Die Welt ist größer als Europa. Das, was du machst, ist eine reine europazentrierte Betrachtungsweise. Wie viele Autos werden wir wohl in China, in USA und sonst wo außerhalb der EU verkaufen, wenn wir deinen Vorschlag folgen würden. Wir haben eine globalisierte Wirtschaft, in der sich dt. Unternehmen behaupten müssen, nicht nur eine europäische.

    Außerdem macht, so habe ich das gelernt, nicht die Regierung die Löhne, sondern die Tarifpartner. Der Staat gut daran, sich da rauszuhalten.

    Die Südeuropäer, tut mir leid, haben ihre Länder komplett verschuldet, haben Löhne, womit sie auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig sind, dafür einen üppigen Sozialstaat.

    Als es E-ON noch besser ging, wollte man einen staatlichen griechischen Energieversorger übernehmen. Die Löhne der dort Beschäftigten waren so unrealistisch hoch und nicht veränderbar, dass man schnell die Finger davon. Eine italienische Beteiligung wurde gerade abgestoßen. Was diese Länder brauchen sind Strukturreformen gegen komplett verkrustet Strukturen, Fortschritte bei der Produktivität. Wenn jetzt in Griechenland ein weiterer Schuldenschnitt kommt, wird kein privater Investor dort mehr investieren. Dann gehen die Lichter erst recht aus. Aber wenn sie es so wollen, na dann.

  25. willihope

    Achja du möchtest China bei den Lohnkosten unterbieten? Wie soll das gehen wo die doch ihre eigene Währung haben?

    Übrigends produzieren die alle ja schon in China bzw. Asien. Sollte man wirklich versuchen deren Lohnstückkosten zu unterbieten? Wo soll das enden bitte?

    Was Deutschland abgezogen hat geht nur im selben Währungsraum.

     

    Soso die haben also alle freiwillig auf Löhne verzichtet und die Agenda 2010 gab es nie? Natürlich sollte sich der Staat raus halten hat er aber nicht getan! Also muss er jetzt wieder dafür sorgen dass sich das umdreht.

     

    Der Export wird zurück gehen aber dafür kommt die Binnenkonjuktur auf Touren, lässt sich ja nicht vermeiden. Entweder schön langsam oder eben das mit Lok und Wand, vermutlich wird es die harte Tour denn man weiss ja als einziger alles besser auf der Welt.

     

    Zu den Schulden gibts nur eines, sie sind hoch und sie sind nunmal da aber wie Japan zeigt ist die Grenze 60% willkürlich und wird sowieso nie eingehalten.

    Italien hatte immer schon 120% und hat früher nicht schlecht gelebt, wurde die Lira zu stark hat man einfach wieder abgewertet. Genauso die anderen, nur das geht mit einer Währung nicht mehr.

    Wo wären denn die deutschen Löhne wenn man die 2% Inflation plus Produktivität über 14 Jahre eingehalten hätte? Deutschland ist nur billig weil die Löhne niedrig sind, darf man den Statistiken glauben sollen die Franzosen die gleiche Produktivität haben, man hat die Arbeitslosigkeit einfach an seine Nachbarn weiter gereicht.

     

    Ich bin ja gegen neue Steuern aber wenn man die Löhne nominal um 5% erhöht und gleichzeitig die Steuern um 2% senkt dann boostet das den Binnenmarkt und trotzdem bleiben die Steuereinnahmen annähernd gleich. So könnten sich die Bürger wieder was leisten, auch in Deutschalnd wo der Begriff Wachstum ja negativ besetzt ist.

     

    Denk doch einfach in Ruhe darüber nach was es für den Exporteur heisst wenn die anderen nicht mehr importieren. Geht dir ein Lichtlein auf?

     

     

  26. Felix

    Naja, Mario Draghi macht’s ja nun möglich, dass die Geldmenge explodiert. Dann kann alles erhöht werden, ohne dass jemand etwas davon – Inflation eben.

    Mein Depot ist jedenfalls heute durch die Decke gegangen. Ich hatte noch nie einen derartigen Tageszuwachs. Dank DAX-Kursfeuerwerk und weiteres Abrutschen des Euros gegenüber dem Dollar sind praktisch alle Werte erheblich gestiegen. So richtig darüber freuen kann ich mich nicht, weil ich das nicht für nachhaltig halte.

    Man kann quasi zuschauen wie unser Geldsystem entwertet wird.

  27. Robert Michel

    @willihope: Wie soll das eigentlich gehen? Soll der Bundestag ein Gesetz verabschieden, das vorschreibt, dass die Löhne in den nächsten Jahren um 5% p.a. zu steigen haben?

  28. willihope

    @Felix

    Es wurden Milliarden in den Markt gepumpt, seit 5 Jahren geht das so und wo ist die Inflation derzeit? Na dämmerts? Geld macht Inflation ist offensichtlich eine falsche Theorie wie man ganz klar in der Realität sehen kann, also wäre es an der Zeit darüber nachzudenken was sonst noch falsch sein könnte. Dazu muss man sich aber vom deutschen Mainstream abwenden denn der ist zwar laut aber auch falsch! Würde diese Theorie stimmen müssten die Preise durch die Decke gehen, tun sie aber nicht und zwar seit Jahren! Es kommt sogar zum Gegeteil, die Deflation ist schon da! Also kein Wischi Waschi, die Theorie ist FALSCH. PUNKT.

    Der Bondkauf kann helfen aber das ist nicht sicher denn offensichtlich ist es ja kein Mangel an Kapital am Markt. Das siehst ja an den Zinsen, wäre Nachfrage da müssten ja die Zinsen sich anpassen aber es sieht so aus als stünde dem Angebot keine ensprechende Nachfrage gegenüber. Nun erhöht man das Angebot zusätzlich damit es keine Rezesion gibt aber nachdem die Politik die Nachfrage auf Null setzt wird das mit der Deflation vielleicht doch länger dauern. 🙁

     

    Kostolany schrieb schon vor 30 Jahren: Der deutschen Hausfrau ist wichtig dass die Kartoffeln nicht teurer werden aber ob der Mann auch Arbeit hat interessiert sie dabei nicht.

     

    Ideen und Argumente hast auch keinerlei gebracht, also hast vermutlich keine 10 Sekunden Aufmerksamkeit in das Problem investiert. Die Lösung steht ja in der Bild nicht wahr? Alle sparen und senken die Preise und zwar weit unter Deutschland denn man will ja Marktanteile zurück erobern! Worauf Deutschalnd dann wieder mit Lohnverzicht antwortet und die Nachbarn unterbietet, das geht dann so weiter bis man auch unter China ist und zu den Lohnkosten von Bangladesch kommt.? Ja, das denkst du ist die Lösung? Hört sich so schön einfach an gell? 🙂

    Und 30 Dollar Einkommen im Monat ist doch ein Haufen Geld! 🙂

     

    Wenn der 25-köpfige EZB-Rat der Meinung ist es sei ganz normale Geldpolitik was man vorhat dann kann es ja wohl kaum sein dass diese Menschen alle dumm sind und nur die Deutschen wissen wie Wirtschaft geht! Kann es wirklich sein dass auch der ganze angelsächsiche Raum auch zu dumm ist eine gute Geldpolitik zu machen?

     

    Es macht auch keinen Sinn wenn die deutsche Politik der Notenbank den Krieg erklärt, so wird man das Problem nicht lösen können. Der einzige der das Problem lösen kann ist Deutschland und solange die das nicht wollen rast der Zug weiter auf die Wand zu.

    Da darf ich wieder Kostolany zitieren: Wenn eine Regierung in der Deflation die Löhne senkt dann kann sie das niemals überleben.

     

    Die EU-Gegener gewinnen überall die Wahlen und das wird die Lösung so oder so herbei führen. Der rein deutsche (Nord)Euro wertet dann schnell mal um 100% auf und der Export ist Geschichte, wie auch die Arbeitsplätze dann Geschichte sind.

     

    @Robert

    Na nach unten haben sie es ja auch geschafft! Wieso soll es nach oben nicht auch gehen. Das Versagen der Gewerkschaften können diese jetzt wieder ausbüglen und mal mit 6% Forderung anfangen. Immerhin gabs das ja früher öfter dass die Löhne nominal um 7 – 8% erhöht wurden. Die Zeit nannte man Wirtschaftswunderjahre. 🙂

     

  29. Felix

    @ willihope

    Du gehst von einer Staatswirtschaft aus, die wir glücklicherweise nicht haben, wenn wir uns auch – aus meiner Sicht: leider – in diese Richtung bewegen.

    Dass unser Lohnniveau unter das von Bangladesh sinkt,  ist natürlich Unsinn. Diese Weltsicht ist viel zu statisch, während Wirtschaft dynamisch ist. So wie es in D Unterschiede gibt, wird es sie auf der Welt auch immer geben und innovative Unternehmen werden sie für sich nutzen. Mit Bangladesh müssten wir uns lohnmäßig nur vergleichen, wenn unser Wirtschaft auf T-Shirt Nährinnen bestehen würde.

    Ich sehe überhaupt nicht, dass es D in den letzten Jahren schlecht gegangen ist. Der Grund ist, weil eine rationale Politik gemacht wird, keine Ideologie. Nie gab es mehr sozialversicherungspflichtige Jobs. Ja, ich weiß, es gibt einen Niedriglohsektor. Aber diese Leute sind im Arbeitsprozess und gerade wurde der Mindestlohn eingeführt. Ob die Leute, die das am meisten beklagen, sich genau qualifiziert, angestrengt, gebildet haben, bezweifle ich.

    Ich habe da einen eher liberalen (oder als Reizwort: neoliberalen) Standpunkt. Die Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht. Der Staat soll sich auf das Setzen von Rahmenbedingungen beschränken und ansonsten für Rechtssicherheit, äußere und innere Sicherheit, Bildung und Infrastruktur sorgen. Überall, wo er Marktwirtschaft außer Kraft setzt, wie bei der Energiewende, wird’s teuer und viele kassieren Subventionen, ohne sich im Wettbewerb stellen zu müssen. Heraus kommen überzahlte Minderleister, die von der Allgemeinheit, den Steuerzahlern, gepampert werden.

    Mag sein, dass das mit deinem Weltbild nicht übereinstimmt. Ob das daran liegt, dass die anderen nicht nachdenken und nur den Mainstream folgen, wie du vermuten wirst, glaube ich nicht. Ich denke, es liegt daran, dass die Staatssysteme ala‘ DDR grandios gescheitert sind.

  30. willihope

    Man Felix du ließt wirklich nichts was ich schreibe, naja belassen wir es dabei.

    Deutschalnd hat alles richtig gemacht und die anderen alles falsch, desswegen haben die jetzt die Arbeitslosigkeit und De gehts gut.

    Die sollen sich jetzt gefälligst anstrengen und im Aussenhandel vom Defizit in einen Überschuss kommen, alle haben den deutschen Weg zu folgen und Überschüsse zu machen.

     

    Wenn alle Überschüssse machen wer…….

    Merkst du was? Vermutlich nicht. 🙁

     

  31. Felix

    willihope, tut mir schon leid, aber die werden sich wohl tatsächlich anstrengen müssen. Ich glaube nicht, dass sie einer freiwillig – ich jedenfalls nicht – durchfüttern wird. Es müssen nicht alle Überschüsse machen; es ist ein Geben und Nehmen. Aber dazu muss ich erst einmal etwas haben, was andere wollen.

    Ich habe heuer in Griechenland, genauer auf Kreta,  Urlaub gemacht. Da ist durchaus noch Luft nach oben, wenn sie mit anderen Ländern im Preis-/Leistungsverhältnis und Servicequalität mithalten wollen, müssen sie sich anstrengen, in der Tat.  Daimler muss auch im Zweifel bessere Autos bauen, wenn sich die jetzigen nur schlecht verkaufen ließen oder sie bieten sie billiger an, was auf die Löhne drückt.

    Aber wir müssen ja nicht unbedingt gleicher Meinung sein, nicht wahr. Schauen wir uns die Welt am Montag an, nach der Griechenlandwahl. Die Linken werden gewonnen haben. In ihrem Siegertaumel werden sie die Kürzungen zurück nehmen, höhere Schulden machen (wollen). Wer gibt ihnen Geld (möglicherweise die EU). Die alten Schulden können bzw. wollen nicht zurück zahlen. Sie wollen aber neue Schulden machen – so ruiniert man ein Land.

  32. Robert Michel

    @ willihope:

    Was die EZB macht ist in der derzeit fast egal. Die Zentralbank hat nur einen Teil der Geldschöpfung unter Kontrolle, der andere Teil wird durch die Banken bestimmt. Solange die Banken gezwungen sind ihre Bilanzen zu konsolidieren wird es keine Inflation geben, da kann sich die EZB anstrengen wie sie will.

    Die Lohnentwicklung in Deutschland wird von mehreren Faktoren bestimmt, die die Politik nur bedingt beeinflussen kann. Die Arbeitsmarktpolitik ist nur einer davon. Du übersiehst, dass in Deutschland seit Jahren nur wenig investiert wird, überschüssige Ersparnis geht als Kapitalexport ins Ausland und zieht einen entsprechenden Gütertransport nach sich. Gleichzeitig sind Investitionen die Voraussetzung dafür, dass die Löhne steigen. Nur auf die Lohnhöhe zu schauen ohne die Investitionen zu berücksichtigen führt in die Irre.

  33. willihope

    @Felix

    Das wird mir zu blöd, entweder willst du nicht oder kannst du nicht!

    Wenn alle Überschüsse machen wer macht dann die Defizite?! Wie kann man einen so einfachen Zusammenhang nicht erkennen!

    Versuch es doch einfach mit nur 2 Teilnehmer die Handel treiben, wenn einer nur Gewinne macht was macht dann der andere?

     

    @Robert

    Es stimmt schon dass Basel 3 die Banken zwingt die Kredite zurück zu fahren, auch ein Beispiel dummer Politik denn wie sollen sie Kredite vergeben wenn sie gleichzeitig  das EK erhöhen müssen! Das können sie ja nur über weniger Kredite machen.

     

    Es wird eben wenig investiert seit die Exporteure im Geld schwimmen, wozu sollten sie auch investieren wenn sie über den Preis verkaufen können.

    Desswegen müssen die Löhne rauf dann brauchen die Unternehmen wieder Innovationen um besser zu werden. Die Lohnentwicklung war mal Produktivität plus die Infaltion (1,9% EZB Ziel), nachdem die Arbeitnehmer die Produktivität nicht mehr nehmen nehmen es die Unternehmen. Die Investitionen speilen da nur am Rande mit denn früher wurde kräftig investiert und trotzdem stiegen die Löhne kräftig.

     

    Die Politik hat sehr wohl einen Einfluss denn Agenda 2010 und das Bündnis für Arbeit hatten Zweck und Ziel und beides erreicht! Beides kam aus der Politik.

    Das war alles nur für den Export und desswegen stagniert auch die Binnenwirtschaft denn der fehlt das Geld!

     

  34. willihope

    Bevor sich da ein Eindruck verfestigt, ich habe mit den Sozis nix zu tun und mag deren Lehre vom Leben auf andere Kosten überhaupt nicht! Also von wegen DDR oder so, das sind einfach dumme Unterstellungen denn in die Richtung habe ich mich nie geäussert!

     

    Egal ob links oder rechts, ist es ein kluger Kopf höhre ich ihm zu.

    Man sollte eben nicht so verbohrt sein und andere Argumente ignorieren, ich denke über das was ich höhre nach und stelle eben fest dass die Ursache schlüssig beschrieben ist und die Lösung im Grossen und Ganzen stimmig ist.

    Sparen ist keine Lösung denn nach 5 Jahren „Hilfe“ hat Griechenland keinen Binnenmarkt mehr und mehr Schulden als vorher! Also das als Blaupause für Europa ist schonmal selten dämlich.

    Das sage ich als bekennender Kapitalist! Das deutsche Model fährt an die Wand denn es muss immer ein ausgeglichener Handel sein und dann gibt es aber keinen der nur Überschüsse produziert. Gäbe es einen solchen würde dem langfristig die ganze Welt gehören!

    Die Gewinne der einen sind die Defizite der anderen! Diese Trivialität scheint man in Deutschland nicht zu verstehen.

     

  35. willihope

    SO das ist jetzt mehr schon ein Monolog und ich höre gleich auf, wer will kann ja das Hirn verwenden und wer nicht der eben nicht.

     

    Ich habe ja einige Jahre die Wlet bereist und im Ausland gelebt, das hilft ungemein und ich gebe nur noch 2 Denkanstösse:

     

    Die USA sind schon länger sauer auf das deutsche System des ökonomischen Raubzuges und auch die EU hat Deutschland ja kürzlich verwarnt. Deutsches Tun führt zur Defaltion in Europa und der ganzen Welt.

    http://www.cnbc.com/id/101157415

     

    Genauso stürmt man bei den „grünen Energien“ nach vorn, dabei spielt die Umwelt keine Rolle!

    Kohleverbrauch und CO2 Ausstoss steigen zu neuen Höhen auf, in Deutschland wohlgemerkt denn dort macht man ja „grünen Strom“!

     

    http://www.huffingtonpost.com/steve-horn/greenpeace-report-obama-e_b_5628548.html
    Germany’s „Clean Break“ or Greenwashing?
    Interestingly and perhaps shockingly to many, much of this coal is being exported to Germany, home of what some have hailed the epicenter of the global green energy revolution. Though German coal mining is going by the wayside, imports are rising.

    „German coal mining has been a dying tradition. The government will end subsidies in 2018, effectively killing it,“ explained the Associated Press story.

    „However, Germany is experiencing a resurgence in coal-fired power. Five German coal plants have been built since 2008, and more are coming…The result: In 2013, Germany’s emissions of carbon dioxide grew by 1.2 percent.“

    Dirk Jansen, spokesman for Friends of the Earth-Germany, called the situation at-large tantamount to „greenwashing“ in an interview with the Associated Press.

    „Obama pretties up his own climate balance, but it doesn’t help the global climate at all if Obama’s carbon dioxide is coming out of chimneys in Germany.“

     

    Ich weiss nicht wo das hinführen wird, „german angst“ sorgt für viel Verdruss in aller Welt.

     

  36. willihope

    @Tim

    Fängt jetzt die Zensur wieder an? Ist es so, wenn man Fakten (die ich mit Links unterlegt habe) einfach am besten nicht zur Kenntnis nimmt, dass  man sich dabei wohler fühlt obwohl man keine Antworten auf die drängenden Fragen hat?

    Es müsste doch für jeden Aktionär eine brennende Frage wie man gegen Arbeitslosigkeit und Deflation vorgehen will! Mit sparen gegen Deflation ist doch ein Witz!

    Der „Wert“ eines Unternehmes kann sich sehr schnell ändern, darauf habe ich ja auch schon hingewiesen, für die Rente sind Aktien aus DE nicht zu empfehlen.

     

     

     

     

  37. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ willihope

    Immer mit der Ruhe. Die Probleme werden schon gelöst werden im Laufe der Zeit. Nur keine Panik.

     

    @ alle

    Schon wieder ist ein mächtiger, offenbar korrupter Politiker verhaftet worden. In New York kam Sheldon Silver ins Gefängnis, er soll 4 Millionen Dollar Schmiergeld auf seinen Privatkonten angehäuft haben. Korruption und Politik, beides gehört irgendwie zusammen, wie sich wieder zeigt. Kürzlich sah ich Herrn Silver noch auf einer Pressekonferenz in Manhattan. Dass er derart abstürzt, ist der Hammer.

    http://nyti.ms/1Jeg4nq

  38. Yanis

    In einer gestern veröffentlichen Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden kam zutage, dass 2013 3,1 Millionen Erwerbstätige armutsgefährdet sind – 25 Prozent mehr als 2008.

    Tendenz steigend. Es lebe QE und der Wohlfühl-Dax.

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