Mit diesen 8 Tricks behalten Sie die Nerven an der Wackel-Börse


New York, 17. November 2011

Momentan befinden sich die Kurse auf Talfahrt. Das sollte Sie nicht verunsichern. Behalten Sie die Nerven. Ich habe fĂŒr Sie acht Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen können, durch diese hektische Zeit zu kommen.
1. Machen Sie sich klar, dass die Börse schwankt. Die Kurse sausen nun einmal rauf und runter. Es ist so, als ob Sie in einem Flugzeug sitzen und plötzlich Turbulenzen aufkommen. Sie springen ja dann nicht gleich aus dem Flugzeug, sondern legen den Gurt an und sitzen das Schwanken aus.
2. Denken Sie daran, dass Sie nicht der einzige sind, der einen herben Kursverlust verschmerzen muss. Selbst Super-MilliardĂ€re wie Carlos Slim, John Paulson oder der arabische Value-Investor Prinz Al-Waleed mĂŒssen immer wieder heftige RĂŒckgĂ€nge verkraften. Das ist eben ein Teil des GeschĂ€fts. Diese Leute sitzen das aus. Nach einem Kursrutsch das Handtuch zu werfen ist Unsinn, wenn Sie Zeit haben.
3. Barmittel, Festgelder und SparbĂŒcher bleiben zwar stets konstant, aber dafĂŒr bringen sie keine oder nur lausige Renditen ein. Auf lange Sicht frisst die Inflation Ihr Barvermögen auf. Die Kaufkraft von 100 Dollar im Jahr 1900 sank seither auf 3,64 Dollar. Mit dem EURO wird das Ă€hnlich oder schlimmer sein (sofern der Euro ĂŒberlebt).
4. NatĂŒrlich sollten Sie einen Notgroschen jederzeit bereit halten. Ein paar Monate muss Ihre Kasse Sie durchfinanzieren können. Ein solches Cash-Polster beruhigt ungemein. Bauen Sie ein solches Polster auf. Vermeiden Sie jede Art von Schulden. Die machen aus ökonomischer Sicht keinen Sinn, weil dann der Zinseszinseffekt gegen Sie arbeitet.
5. Nutzen Sie krĂ€ftige KursrĂŒcksetzer fĂŒr ZukĂ€ufe oder Neuengagements. Das macht Sie in einer solchen Baisse ĂŒberlegen.
6. Wenn Sie hochsolide Aktien besitzen, so besteht kein Grund zur Sorge. Starke Flaggschiffe ĂŒberleben einen Sturm. Die Kurse werden sich wieder erholen. Auf Regen folgt Sonnenschein.
7. Streuen Sie die Risiken, indem Sie Ihr Vermögen bunt mischen. Aktien und Immobilien können sich gut ergÀnzen. Kaufen Sie neben inlÀndischen Aktien auch ein paar Papiere im Ausland. Alles auf eine Karte (beziehungsweise WÀhrung, Land oder Branche) zu setzen ist nicht ratsam.
8. Schauen Sie nicht tĂ€glich nach den Kursen. Das macht Sie nur nervös. Gehen Sie aus, ins Theater, Kino, mit Freunden weg. Vergessen Sie die Börse! Lesen Sie ein Buch. Fliegen Sie in den Urlaub. Was auch immer. Lassen Sie sich nicht verrĂŒckt machen.
Das sind meine spontanen Tipps fĂŒr die Krise. Übrigens las ich gerade die Neuerscheinung Das Anti-Crash-Buch: Staatsbankrott und Inflation ĂŒberstehen von den beiden Journalisten Janne Jörg Kipp und Rolf Morrien. Ich halte das Werk fĂŒr einen sehr guten Ratgeber.

drucken


Lesermeinungen zu „Mit diesen 8 Tricks behalten Sie die Nerven an der Wackel-Börse

  1. MatthÀus Piksa

    Hi Tim,

    ich hab auf amazon.de in das Buch hineingesehen. Klingt auf jeden Fall spannend, weil aktuell, objektiv, nicht beschönigend. Und der Titel gefÀllt mir auch, in Zeiten in der die Weltuntergangshysterie Hochkonjunktur hat, ist diese Titelauswahl, denke ich, marketingtechnisch sogar mutig!
    Haben Sie auch noch andere aktuelle BĂŒcher?

    Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht der Einzige bin, der zumindest ansatzweise verstellen will, was (volks-)wirtschaftlich vor sich geht, deshalb aber nicht gleich VWL studieren möchte.

    Gruß und danke!
    MatthÀus

  2. Holger

    Hallo Tim,

    da muss ich Ihr Kompliment von gestern ja postwendend zurĂŒckgeben: Sie haben hier eine sehr schöne Liste zusammengestellt. GrundsĂ€tzlich ganz Ă€hnlich wie meine, aber inhaltlich dann doch ganz anders. Und nötig: Die Nerven zu behalten, ist schließlich eine der schwersten und wichtigsten Übungen des Anlegerlebens. ;-)

    Viele GrĂŒĂŸe
    Holger

  3. tim schaefertim schaefer

    Hi MatthÀus,

    die beiden Journalisten haben “Das Anti-Crash Buch” genau zur richtigen Zeit herausgebracht. WIr sind ja noch mitten im Desaster. Vielleicht dauert das Chaos noch einige Jahre. Bis wir ĂŒber den Berg sind, das kann dauern. Insofern kann das Buch lange in den Regalen liegen. Das ist clever. Jetzt schreiben viele schon wieder still und heimlich sicherlich ihr Aufschwung-Buch. “Dow Jones: 20.000!” wĂ€re wohl ein guter Titel. Oder: “Reich mit Aktien in 10 Jahren”….

    “Das Anti-Crash Buch” ist ein Werk fĂŒr die Masse. Einfach erklĂ€rt, logisch, gut. Leider gibt es zu wenig Auskunft ĂŒber die AktienmĂ€rkte. Es geht generell ums Vermögen (Immobilien, Cash, Anleihen, Versicherungen etc.)
    Beste GrĂŒĂŸe
    Tim

    PS: Wie lĂ€uft das Training fĂŒr den Ironman? Ist es nicht zu stressig (zeitlich und körperlich)?

  4. tim schaefertim schaefer

    Danke Holger!

    Ich schaue in Ihren Blog immer wieder gerne rein. Ich werde hier mal einen speziellen Blog-Eintrag bringen mit einer Liste meiner bevorzugten Websites.

    Wir Value-Blogger sollten uns besser vernetzen.
    Beste GrĂŒĂŸe
    Tim

  5. Chris

    Punkt 1 ist der Grund, wieso Value Investing funktioniert. Mr. Market sei Dank (die Mr.Market Metapher finde ich eigentlich nicht so toll, aber sie erfĂŒllt ihren Zweck)

    Deswegen freue ich mich eigentlich, dass die Börse schwankt :)

    Viele GrĂŒĂŸe, Chris

  6. MatthÀus Piksa

    Zu ihrer Frage nach dem Stress: Das Training kostet natĂŒrlich Zeit, das ist klar.
    Und körperlichen Stress habe ich keinen, höchstens den positiv wirkenden Eustress, mit Sicherheit aber nicht den negativ wirkenden Distress, sonst wĂŒrde ich es ja nicht machen…

    Ich denke, dass ich ihre Frage damit zur GenĂŒge beantwortet habe.

    Das Training verursacht bei mir somit Eustress. http://de.wikipedia.org/wiki/Stressor

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


5 × = fĂŒnfzehn