Karin baute einen Immobilienschatz trotz Scheidung auf. Sie tilgt ihre Hypotheken. Sie kauft Aktien und ETFs. Daneben hat sie Bausparer, Riester, Kapitallebensversicherung


New York, 11. August 2017

Karin spart eisern. Sie hat einen Immobilienschatz aufgebaut. Ihre Voraussetzungen war schlecht: Die Scheidung warf sie zurück. Sie gab nicht auf und kämpfte sich zurück.


Lieber Tim,

ich hatte mich sehr gefreut, dich auf einem deiner Lesertreffen persönlich kennenzulernen. Es war sehr inspirierend. Überhaupt inspiriert mich dein Blog jeden Tag aufs Neue, auch wenn ich hier nur zu den stillen Mitlesern gehöre. Du spornst mich in meiner Sparleistung an. Allerdings ist dies mit ca. 50% im Moment sehr am Limit angekommen. Ich bin gegenüber meinen Kindern noch unterhaltspflichtig. Und sehe mein finanzielles Engagement hier ganz pragmatisch als Generationenvertrag.

Daher hier meine/unsere Geschichte exklusiv für dich und deine Leser.

Nach Abitur und Ausbildung im kaufmännischen Bereich habe ich früh, bereits mit 22 Jahren, geheiratet. Mein Mann hatte schon einige Jahre gearbeitet. Zu diesem Zeitpunkt hatte er gerade sein Abitur nachgeholt und im selben Jahr mit dem Studium begonnen. Nebenbei hat er während des Studiums in Teilzeit gearbeitet, ich Vollzeit. Ein paar Jahre später kam Kind Nr. 1. Bald darauf Kind Nr. 2.

Irgendwie haben wir diese schwierige Zeit finanziell überstanden. Auch weil ich gleich ein Jahr nach der Geburt von Kind Nr. 2 wieder gearbeitet habe. Viele Dinge haben wir einfach gebraucht gekauft. Nach dem Studium hat mein Mann eine gut bezahlte Stelle in einem Dax-Konzern gefunden. Und ich war Sachbearbeiterin in einem mittelständigen Unternehmen. Wir haben uns eine günstige Eigentumswohnung gekauft. Doch nach ein paar Jahren war der Traum von „Bis dass der Tod uns scheidet“ leider ausgeträumt.

Ich war Ende 30, geschieden, mit 2 Kindern und einem Einkommen von knapp 1800€, inclusive Kindergeld und dem Kindesunterhalt alleine. Zusätzlich hatte ich die Schulden für die Wohnung. Es waren ca. 120.000€. Immerhin konnte ich die Wohnung behalten. Ich habe die Anschussfinanzierung aushandeln können, da die Finanzierung deutlich unter einer vergleichbaren Miete lag.

Mir war unheimlich wichtig, dass meine Kinder nicht noch ihr Zuhause verlieren. Mehr Vermögen war nach der Scheidung leider nicht mehr vorhanden. Mit Disziplin, Kreativität und sehr, sehr viel Sparsamkeit kam ich ohne weitere Schulden über die allererste ganz harte Zeit.

Ich konnte nach und nach meine Arbeitszeit erhöhen. Ich hatte zusätzlich noch einen Aushilfsjob. Damit habe ich mein Einkommen gesteigert. Aber ausschlaggebend für den Erfolg meiner kleinen Familie war die rigorose Reduzierung aller Kosten und die Budgetierung unserer gesamten Ausgaben. Meine Sparrate lag konsequent zwischen 30 – 50 %. Wenn nicht mindestens 800 – 1000 € übrig blieben, war ich unglücklich. Dabei gab es ab und an heftige Rückschläge. Zum Beispiel musste ich meiner Mutter seit ihrem Rentenbeginn finanziell unter die Arme greifen. Meine Lösung war eine Mini-Wohung für wirklich ganz, ganz keines Geld in einer Kleinstadt zu kaufen und sie dort mietfrei, aber nicht nebenkostenfrei, wohnen zu lassen. Diese Mini-Wohnung konnte ich sogar fast bar bezahlen. Mein Glück war einfach, dass die Verkäufer die Wohnung nur noch loshaben wollten.

Mit meinem Auto hatte ich oft großen Kummer. Kein Wunder, ich fuhr eine elf Jahre alte klitzekleine Kiste für 700 € ;). Irgendwann habe ich mich kurzerhand für eine Fortbildung angemeldet, die ich schon lange machen wollte. Sauteuer und als Fernstudentin, da der Präsenzkurs als Alleinerziehende Working Mom zeitlich nicht einzurichten war. Ca. 9 Monate vor der Abschlussprüfung wurde ich arbeitslos. Aber zu meinem Glück konnte ich mit meinem damaligen Arbeitgeber einen Deal aushandeln. Die Abfindung war mit 15.000 € wirklich nicht hoch, aber es war viel freie Zeit für meine Fortbildung. Das Geld war einfach zusätzlich plötzlich vorhanden.

Schon während der Kündigungsfrist habe ich mich bereits für meine neue Qualifikation beworben. Ich konnte mir meine neue Stelle sogar aussuchen. Meine Wahl fiel auf ein mittelständiges Unternehmen, das dem IG-Metall-Tarifvertrag angeschlossen ist. Dies garantiert mir eine relative große Sicherheit, regelmäßige Gehaltserhöhungen und ein gewisses Maß an Flexibilität sowie Fairness. Dort verdiene ich zur Zeit 56.000€ im Jahr.

Nachdem ich mein Diplom in den Händen hielt, hatte ich endlich wieder Zeit, mich um meine Finanzen zu kümmern. Ich war umso überraschter, dass sich auf meinen Konten inzwischen einiges an Geld angesammelt hatte. Es hätte gereicht, meine Wohnung abzuzahlen. Doch während dieser stressigen Jahre hatte ich meinen neuen Partner kennen gelernt, selbstständig und in Scheidung lebend.

Anfangs führten wir eine Fernbeziehung über mehrere tausend Kilometer. Dann entschied er sich wieder nach Deutschland zu ziehen – zu uns. Mein neuer Job war aber so weit von meiner Wohnung entfernt, dass ich täglich 100 km gependelt bin. Langfristig wäre dies ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen für mich nicht möglich gewesen, immer so weit zu fahren. Wir entschieden uns, näher zu meinem neuen Arbeitgeber zu ziehen, eine gemeinsame Wohnung zu kaufen und meine alte Wohnung nach einer umfassenden Renovierung zu vermieten. Dieses Unterfangen war aufgrund der Selbstständigkeit meines neuen Partners nicht so einfach umzusetzen, da die Banken trotz seines regelmäßigen, überdurchschnittlichen Gewinns Bedenken hatten. Wir haben diese Hürde überwunden.

Die neue Wohnung haben wir gekauft. Meine Kinder studieren inzwischen erfolgreich. Ich habe eine gutes Einkommen aus meinem Job und zusätzlich monatlichen Cash-Flow aus meinen vermieteten Objekten in Höhe von ca. 625 €. Zu den inzwischen 3,5 Immobilien im EK-Wert von 645.000€ (mehr als die Hälfte ist bereits abbezahlt) kommen einige eigentlich nicht erwähnenswerte Aktien, eine Kapitallebensversicherung, die obligatorische Riesterrente, ein Bausparvertrag und meine Rücklagen auf dem Tagesgeldkonten insgesamt ca. 80.000€ dazu. Nicht unterschlagen möchte ich in diesem Zusammenhang eine kleine Erbschaft vor ein paar Jahren, ein entfernter Onkel hatte mich überraschend mit 20.000€ bedacht.

Mein Lebensgefährte hatte nach der Scheidung kein Vermögen mehr. Aber er hatte auch keine Schulden. Da er seit vielen Jahren selbstständig ist, wird sich seine Rente später auf vielleicht 300€ belaufen. Seit er geschieden ist, spart er wieder in aktiv gemanagte Fonds und ETF’s.

Ich möchte noch einige Jahre bis 65 oder sogar 67 in meinem Job arbeiten. Er macht mir viel Spaß und ist gut bezahlt.

Meine weitere Finanzplanung zielt auf eine zügige Abzahlung aller Immobilien (auch der vermieteten) mithilfe des erzeugten Cashflows bis zu meinem Rentenbeginn oder früher ab. In ca. 2-3 Jahren ist ein Mehrfamilienhaus in Planung. Das Konzept dafür steht aber noch nicht endgültig, hier werde ich die Abzahlung bis Rentenbeginn dann natürlich nicht schaffen. Ob dieses neue Projekt endgültig klappen wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn ich es nicht umsetzen kann, dann wirft mich das nicht um. Es wäre das Sahnehäubchen.

Geld aus meinem Lohn und Brotjob wird über die jährliche Sondertilgung unserer Wohnung hinaus, die in 7 bis 10 Jahren abbezahlt ist, in ETF’s angelegt. Mein Ziel ist es, in ca. 15 Jahren ein Depot in Höhe von ca. 200.000 bis 250.000€ zu haben. Mein Ziel ist ambitioniert, ich weiß das. Aber ein Ziel darf ambitioniert sein.

Finanziell frei wäre ich ohne Partner sicher bald nach dem Ende des Studiums meiner Kinder. Da sich meine Fixkosten nur auf ca. 1050€ belaufen. Durch die Unterhaltszahlungen liegen meine Ausgaben aber deutlich höher. Finanziell frei mit Partner werde ich vermutlich erst zu Rentenbeginn sein.

Was sich in der Zusammenfassung nach meiner Scheidung so leicht liest, waren 12 Jahre sehr harte Arbeit. Mit vielen privaten und beruflichen Rückschlägen und einigen finanziellen Fehlentscheidungen. Für mich sind aber nicht die einzelnen Rückschläge ausschlaggebend, sondern die Tatsache, was ich persönlich erreicht habe. Ich lebe bei den kleinen und großen Katastrophen in meinem Leben immer nach dem Motto, dass ich Entscheidungen aus der Vergangenheit nicht mehr ändern kann. Ich analysiere sie. Ich versuche daraus zu lernen. Dann schaue ich aber nach vorne und mache weiter bzw. beginne von neuem. Ich bin eine Optimistin. Daher ist mein Glas immer halb voll.

Mir ist bewusst, dass hier viele Leser ihre Finanzplanung sehr viel konservativer angehen und mit meinem Fremdkapital-Hebel keine Nacht ruhig schlafen könnten. Aber im Umkehrschluss könnte ich keine Nacht ruhig schlafen mit dem Wissen, dass wir in einigen Jahren alleine von meiner gesetzlichen Rente leben müssten. Denn trotz seiner großen Sparrate wird mein Partner es nicht mehr schaffen, dass Vermögensloch seiner Trennung auszugleichen.

Ich hoffe, meine Lebensgeschichte motiviert. Wenn man etwas wirklich will, dann kann man es trotz schlechter Startvoraussetzungen schaffen. Dafür war allerdings sehr viel Engagement, eiserner Durchhaltewillen, viel Schweiß, manche Träne und (ich gebe es zu) auch eine kleine Portion Glück notwendig.

Liebe Grüße
Karin

Karin schreibt über dieses Foto: „Was hier nach Spanien oder Kanaren aussieht, wurde während unseres Ostseeurlaubs 2016 aufgenommen :)“


**********
Liebe Karin, ich finde Deine Einstellung super. Du hast Dich durchs Leben gekämpft. Du bist mutig. Du hast stets versucht, das Beste aus allem zu machen. Ich habe großen Respekt vor dem Erreichten. Das soll Dir mal jemand nachmachen. Alle Achtung. Das schaffen nur wenige. Von dem Lesertreffen weiß ich außerdem, dass Du ein großes Herz hast.

Deine Immobilien sind ein Schatz. Du tilgst emsig die Schulden. Daneben kaufst Du Aktien und ETFs. Ich glaube, Du bist viel früher finanziell frei, als Du es Dir ausmalst. Ein (finanzieller) Bremsklotz kann natürlich das geplante neue Haus werden. Aber das weißt Du selbst. Nur Ihr beide wisst, was für Euch das Beste ist. Die Entscheidung kann Euch niemand abnehmen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Karin baute einen Immobilienschatz trotz Scheidung auf. Sie tilgt ihre Hypotheken. Sie kauft Aktien und ETFs. Daneben hat sie Bausparer, Riester, Kapitallebensversicherung

  1. Slazenger

    Vor deiner Lebensleistung bis heute, da zieh ich jetzt auch mal meinen Hut, du verdienst Bewunderung und Respekt!

    Deine Geschichte ist außerdem sehr gut geschrieben und liest sich somit sehr flüssig, alles sehr authentisch!!

    Mach einfach weiter so in deinem Leben !

    Nice Weekend an all

  2. Mattoc

    Die Lebenseinstelllung ist top.  Der Vermögensaufbau hört sich kompliziert an, und ich kann ihn rechnerisch (vereinfacht) nicht nachvollziehen:

    Start:

    120.000 Euro Schulden
    Zwischendurch:
    Erbschaft 20.000 Euro
    Abfindung 15.000 Euro
    Summe: -85.000 Euro
    12 Jahre jeden Monat 1000 Euro sparen macht ohne Zinsen +144.000 Euro
    Ergibt also einen vereinfachten Überschuss von 59.000 Euro.
    Selbst wenn ich von Beginn an den monatlichen Cashflow von 625 Euro mit einrechne, komme ich auch nur auf ein Gesamtvermögen von 150.000 Euro nach 12 Jahren.
    Ich verstehe nicht, wie innerhalb von nur 12 Jahren aus 120.000 Euro Schulden über 325.000 Euro Vermögen entstanden sind.

  3. Ex-Studentin

    Ich überlege eher wegen „3,5 Immobilien“. Die alte, die für die Mutter und die neue gemeinsame sind in meinem Kopf 2,5. Ansonsten hat Karin vermutlich die Tilgung bei ihrer Sparquote gar nicht berücksichtigt. Wohnung 1 war zwar mit 120k Schulden belegt, war aber sicherlich schon ein wenig abbezahlt. Dann tilgt ihr neuer Partner bei der neuen Wohnung vermutlich auch noch mit.

    Finde es gut, mal die Geschichte einer Mutter hier zu lesen. Waren sicherlich keine leichten Jahre. Jetzt fehlt noch ein Pärchen, bestehend LKW-Fahrer und Friseurin.. 😉

    Liebe Grüße

    Jenny

  4. springer

    1. IG Metal_l

    2. Niemals mit eigenen Kapitel Mietobjekte tilgen, das ist steuerlich dumm.

    3. dein Mann sollte ein „selbstständigen“ Lohn verdienen, dh. Sollte Rente überhaupt kein Thema sein

     

    Gruß

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ springer

    1. Danke. Ich hab das „l“ angehängt bei der IG Metall. Hab ich übersehen.
    2. Ok. Ich stimme dahingehend zu: Erst tilge Dein Eigenheim. Anschließend kannst Du über die Tilgung eines Renditeobjekts nachdenken. Aber manchmal hat man mehr Geld flüssig, als man beim Eigenheim tilgen „darf“. Dann geht beides. Aber Priorität hat bei der Entschuldung das Eigenheim. Klaro. Aus steuerlicher Sicht. Insgesamt mit allen Objekten schuldenfrei zu sein, wäre für mich das Oberziel.
    3. Wie die beiden arbeiten wollen, müssen sie selbst entscheiden. Ich denke, sie sind auf dem Weg zur Freiheit sehr weit.

    Schönes Wochenende an alle. Morgen kommt schon der nächste Leserbrief.

  6. Mattoc

    80.000 Euro Rücklagen kommen auch noch dazu. Hatte ich übersehen.

    Tut mir leid, ich freue mich für die Dame, aber die Vermögensbildung lässt sich mit den gemachten Angaben beim besten Willen nicht nachvollziehen.

    Sie hat innerhalb von 12 Jahren über 500.000 Euro (von -120k auf auf über + 440k) mit einem 56k Brutto-Gehalt und Mieteinnahmen erarbeitet.

  7. Karin

    Lieber Tim,

    toll, mein Leserbrief ist veröffentlicht. Ich freue mich über die positive Rückmeldungen.

    An Slazenger,

    Danke für das Kompliment.

    An Mattoc,

    Danke für Deinen netten Kommentar.
    Einige Details mussten ich der Lesbarkeit des Textes opfern. Sonst wäre der Text noch länger geworden. Für die 1. Wohnung habe ich damals noch Eigenheimzulage erhalten und diese u.a. zur Tilgung verwendet. Die Tilgungen sind in meiner Sparrate nicht mitgerechnet.

    An Ex-Studentin,

    Es sind 3,5 Wohnungen. Nr. 1 war wie Du richtig vermutest bei der Scheidung bereits zum Teil getilgt. In Nr. 2 hat meine Mutter gewohnt inzwischen ist die Wohnung vermietet. Nr. 3 gehört mir nur zur Hälfte, wir tilgen auch gemeinsam. Nr. 4 war ein glücklicher Kauf als Anlageobjekt mit wenig Eigenkapital.

    An springer,
    Es gibt viele Menschen, die nach einer Scheidung nichts mehr haben. Der kleine Rentenanteil stammt aus ehemaligen Zeiten als Azubi und Angestellter. Und ob man so einen Verlust dann ausgleichen kann hängt vom Alter ab.
    Tim hat es richtig erkannt, ich habe inzwischen mehr Geld übrig als ich bei der selbstbewohnte Wohnung tilgen darf.

    An Tim,
    Priorität bei der Tilgung hat die Wohnung in der wir wohnen, dafür brauchen wir noch 7-10 Jahre.  Ich möchte zu Rentenbeginn möglichst viel getilgt haben. Steuerlich gesehen mag es von Nachteil sein. Aber für abbezahlte Wohnungen und die daraus resultierende finanzielle Freiheit zahle ich dann gerne Steuern.

    Liebe Grüße,

    Karin

  8. Djerun

    Irgendwie scheinen hier Informationen zu fehlen.

    1050,- Euro Fixkosten trotz Kindern? Troll!

    Knapp 500k Vermögensbildung mit 56k Bruttoverdienst nach 12 Jahren? Troll!

     

    Sollte die Story stimmen, dann größtes Kompliment. Meine gute mathematische Ausbildung lässt mich aber an den Zweifeln nicht zweifeln.

     

     

  9. steve

    @alle darf ich mal fragen was für einen Grund jemand haben sollte hier anonym eine tolle Geschichte zu erfinden und anonyme Bewunderung zu bekommen. O.k. Karin hat zumindest einen Vornamen und eine tolle Geschichte in der viel Motivation und zielgerichtetes handeln ( Wohnung der Mutter, nachgeholte Abschlüsse). Kompliment und der Wunsch das es in die Richtung weiter läuft. Das sie darauf hin arbeitet schuldenfrei zu sein kann ich unterstützen dann lieber steuern zahlen und Zinsen sparen.

    Gruß Steve

  10. Ex-Studentin

    Zu den Fixkosten kommt der Unterhalt der Kinder noch dazu, so wie ich es verstanden habe.

    Ich mache mal ein Gedankenspiel:

    1. Wohnung, EK 200k, 120k Schulden verbleibend. Anfangs selbst mit 600 Euro jeden Monat getilgt zzgl Eigenheimzulage, nun gute Mieteinnahmen.

    2. Wohnung für 45k fast bar gezahlt (wurde während wohnen in Wohnung 1 gespart)

    3. Wohnung für 150k gekauft, trägt sich selbst

    4. Wohnung vielleicht für 250k, gemeinsam mit Lebensgefährte, wird im Rahmen der 1050€ Fixkosten getilgt und zusätzlich wird noch gespart.

    Bei den Fixkosten war der Unterhalt für die Kinder noch nicht enthalten. Wenn Wohnung 1. schon gut abbezahlt war und nun mit einer weiteren Wohnung gute Mieteinnahmen bringen und die vierte Wohnung vom Partner mitgetragen wird, ist es logischer.

     

  11. Mattoc

    Steve, es geht doch überhaupt nicht darum, zu unterstellen, dass Karin ihre Geschichte erfunden hat.

    Aber wenn Karin schreibt, dass sie mit 120.000 Euro Schulden angefangen hat und nun, nach 12 Jahren 80.000 Euro Rücklagen und 3,5 Wohnungen hat, die einen EK-Wert von 645.000 Euro haben und mehr als zur Hälfte abbezahlt sind, dann wurden also in dieser kurzen Zeit aus 120.000 Euro Schulden ungefähr 400.000 Euro Vermögen. Das ist ein Zuwachs von über 500.000 Euro in nur 12 Jahren. Abfindung und Erbe eingerechnet, liegt der erarbeitete Zuwachs knapp unter 500k.

    Und die Darstellung, wie genau das gelungen ist, wäre doch für uns alle interessant.

    Dass es mehr als lobenswert ist, mit Ende 30 sein Leben neu auszurichten, noch ein Fernstudium abzuschließen, zwei Kinder alleine großzuziehen und den neuen Lebensgefährten, der aufgrund seiner Scheidung kein Vermögen mehr hat, zu integrieren, ist vollkommen klar, allerdings wird dadurch die mathematische Herkeitung nicht leichter.

    Ich gehe heute mal wandern – auch wenn es etwas regnet.

    Schönes WE an alle.

  12. Karin

    Guten Morgen,

    ich bin also  ein Troll, der eine Geschichte erfindet um hier super gut da zu stehen und von allen Lob einzuheimsen. Ich finde das sehr befremdlich. Tim kennt mich persönlich und schon daher solltet ihr doch alle etwas mehr Respekt vor Tim und der Auswahl seiner Lesebeiträge haben,

    An Mattoc,

    wenn es so einfach zu erklären wäre hätte ich es gemacht. Aber das Leben ist kompliziert. Im Grunde ist es wirklich so: Einnahmen hoch – Ausgaben runter. Und beides möglichst extrem. Vielleicht kannstDu es nicht nachvollziehen, aber ich hatte eine wahnsinnige Angst vor diese Mütterarmut die mich in meinem Umfeld umgeben hat. Damals war mein wöchentliches Lebensmittel Budget 50 €.

     

    Wohung Nr 1.             -120000
    Tilgung                             57600
    Eigenheimzulage.          22000
    Abfindung.                      15000
    Erbschaft.                       22000
    Sparen ca.                     144000
    EK Nr. 2                         -40000
    EK Nr. 3                          -50000
    EK Nr 4                            -50000
    Riester                               16000
    Bausparer                         12000
    Lebensvers.                      16000
    Tagesgeld                         14000
    EK  Rückzahlung           25000             Summasumarum 81600€

    Zu meinen Einnahmen zählt nicht nur mein Gehalt, auch Kindergeld, Nebenjob und Steuerrückzahlungen muss man hinzurechnen. Und in der Vergangenheit habe ich Kindesunterhalt bekommen. Dazu kommen inzwischen Einnahmen in Höhe von 33000 € aus Vermietungen. Die letzen 2 -3 Jahre haben überhaupt erst den extremen Vermögenszuwachs bewirkt. Davor habe ich oft an meinen Entscheidungen gezweifelt.

    An Dejerun,

    nur weil Du dir etwas nicht vorstellen kannst ist das noch lange nicht abwegig.

    Meine persönlichen Fixkosten teilen sich so auf:

    Zins und Tilgung eigene Wohnung                        550 €
    Nebenkosten incl. Strom, Steuer, Internet usw. 195 €
    Versicherungen incl. Riester                                   231 €
    Autoversicherung, Steuer und ADAC                      54 €
    Sonstiges                                                                        10 €

    Sind sogar nur 1040 €. Hinzu kommen die Variablenkosten von  Camp. 580 € je Monat für Lebensmittel, Benzin, Kleidung, Urlaub, Geschenke, usw. nur für mich. Meine Kinder bekommen Unterhalt, die Höhe bleibt geheim. Nur so viel sie haben sich noch nie beschwert.

    An Ex-Studentin

    Deine Annahme ist fast eine Punktlandung.

    An Steve,

    Danke für den Zuspruch.

    Liebe Grüße,

    Karin

  13. Coco

    Es ist natürlich gut, sich im Internet nicht jede Geschichte als wahr verkaufen zu lassen.

    Unzählige „echte Depots“ und Dauergewinne auf anderen Blogs sind ja auch frei erfunden, um Klicks zu generieren etc.

    Aber ich finde, dass Karins Geschichte sehr authentisch klingt, egal ob die Zahlen jetzt exakt so stimmen oder nicht.

     

  14. Ruben

    Ich gratuliere Karin zu der Lebensleistung und zum mehrfachen Ärmel hochkrempeln!

    Aus den letzten Vorstellungen wie bsp. Karin und Kai nehme ich mit, dass es zumindestens kein Nachteil war, wenn man in den letzten Jahren mit geschickter Hand Immobilien gekauft und sarniert hat. Unterstützt von einem Kredithebel und steuerlichen Vergünstigungen waren dadurch deutliche Wertsteigerungen möglich.

  15. Mattoc

    Karin als Troll zu bezeichnen, finde ich auch vollkommen abwegig.

    @Karin:

    Deine Motivation und deine Maßnahmen finde ich gut, und ich verstehe sie inhaltlich.

    Alles andere lasse ich jetzt gut sein, da wir es vermutlich nicht auflöse werden.

    Alles Gute!

     

     

  16. DocSchneider

    Was ich nicht verstanden habe:  Warum wohnt die Mutter denn mietfrei?  Ich habe eine ähnliche Situation mit meiner Schwiegermutter, die leider eine ganz kleine Rente hat und darum von Grundsicherung leben muss.  Das Amt zahlt in diesem Fall angemessene Mietkosten (in unserem Fall knapp 300 Euro pro Monat).

  17. Kia

    Ich habe mich auch gefragt: Wie können Wohnungen die 40 000€ und 50 000€ kosten, 33000€ Miete generieren? Das sind monatlich. 1000€ pro Wohnung. Das zahlt keiner für eine Wohnung die 50 000€ kostet. Ein normales Eigentümer/ Mieterverhältnis kann also ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich wurden die Wohnungen ans Amt vermietet. Dieses hat keine Ahnung vom Wert und Begebenheit der Immobilie und ist froh für Menschen, in besonderen Umständen, die sonst kein Dach über den Kopf hätte, eine Lösung gefunden zu haben.

  18. Mario

    Hallo Karin,

    ich würde mich zu keinem Kommentar hinreißen lassen. Du weißt, dass deine Geschichte stimmt und das reicht.

    Allen ein schönes WE!

  19. Michael D.Michael D.

    Was die Rechnung stimmiger machen würde, wäre die Erwähnung einer kräftigen Zahlung des Mannes im Zuge der Scheidung, was sicher hier stattgefunden hat. Er war ja offensichtlich eher erfolgreich unterwegs und Karin Mutter/Hausfrau.

    Ohne Geldleistungen des Mannes geht soetwas normalerweise nicht über die Bühne…

    Ich schätze mal da wurde auch ein hübsches Sümmchen generiert 😉

  20. Fit und Gesund

    Eine Geschichte aus dem wahren Leben wohl, so wie sie sich ziemlich oft zutragen dürfte, Jemand der hier trotz aller Widrigkeiten das Beste draus gemacht hat und echt was geleistet hat, das finde ich natürlich als toll, das ist eine Leistung und da kann ich nur Hochachtung empfinden.

    Wie man nun hier dazu kommt das nachzurechnen, die Schreiberin noch der Trollerei zu verdächtigen, puh…. das entzieht sich meiner Vorstellungskraft, find ich nicht schön, warum sollte sie????

    Ich selber hätte nicht den Mut gehabt, ich hätte Wohnung um Wohnung gekauft und erst Eine abbezahlt und dann die nächste Wohnung gekauft, aber da sind die Menschen eben unterschiedlich, es führen viele Wege nach Rom.

    Lass Dich nicht beirren Karin, mach Dein Ding und bleib optimistisch.

    Liebe Grüsse

  21. Sparta

    @Fit und Gesund

    „Eine Geschichte aus dem wahren Leben wohl, so wie sie sich ziemlich oft zutragen dürfte, „

    Ich weiß nicht, an Deine Worte „ziemlich oft“… würde ich eindeutig nicht verwenden.

    Was Menschen unter dem „wahren Leben“ verstehen ist auch eine Definitionssache.

    Hier werden eher die außergewöhnlichen Geschichten präsentiert, nicht das was als „normal“ durchgehen würde.

    Manche mögen Fakten, andere wieder eher die Geschichten, wo häufig hier die Fakten, Daten & erklärende Mathematik fehlt.

    Dass die meisten nicht alle privaten Details veröffentlichen wollen, ist für mich allerdings auch stark nachvollziehbar…

    Trotzdem sind wir auch so schon relativ gläsern.

    Bei vielen Geschichten hier frägt man sich schon, was wahr ist, da es nun mal sehr stark vom Median abweicht und oft die dann erklärenden Details/Mathematik fehlt.

    Durch die Häufigkeit der außergewöhnlichen Lebensgeschichten, bekommt man dann den Eindruck, dass es völlig „normal“ ist, wenn so ziemlich jeder finanziell frei wird.

    Dies ist und bleibt aber nur wenigen vorbehalten!

    Nur eine Versuch einer Erklärung, warum manche skeptisch bei der Vielzahl von außergewöhnlichen Geschichten (und fehlenden Details) sind, wenn das „überdurchschnittliche“ als das neue „normal“ dargestellt wird. 😉

  22. Karin

    An Fit und Gesund,
    Danke für Deinen Zuspruch. Ich lese Dich hier immer sehr gerne und mag Deine Ansichten. Man merkt, Du stehst mit beiden Beinen auf dem Boden.

    Mein Leben ist einerseits gewöhnlich, eine Scheidung trifft viele Frauen. Was ich daraus gemacht habe ist sicher außergewöhnlich.

    An DocSchneider,
    Oh je, dass hätte ich mal wissen müssen. Allerdings hat meine Mutter nur relativ kurz in der Wohnung gelebt, sie ist dann leider überraschend verstorben.

    An Michel D.
    Ich bin und war seit meiner Ausbildung berufstätig, unterbrochen von der Babyzeit meiner Kinder. Also auch in der Zeit der Trennung und Scheidung. Das war auch mein Glück, so war ich unabhängiger. Mutter und Hausfrau war und bin ich zusätzlich ;). Unabhängig von der Karriere und dem Geld das ein Mensch verdient, man wird immer nur Reich von dem Geld, dass man nicht ausgibt. Mein Ex-Mann hat weder einen großzügigen Ausgleich geleistet noch hat er je für mich Unterhalt gezahlt.

    An Kia,
    bitte lesen, nicht unterstellen. Es sind ganz normale gut ausgestattet Wohnungen, in guter Lage, in denen gut verdienende Menschen leben.

    An Sparta,

    Deine Stellungnahme zu Fit und Gesund gefällt mir sehr gut.

    Liebe Grüße,

    Karin

  23. Michael

    @Karin

    Ist ok. Dann hast du wohl gleich viel verdienst wie dein Mann 😉

    Wollte ich nur einwerfen, weil ich nur Fälle kenne, bei denen bei der Scheidung Geld geflossen ist. Ob in die eine oder andere Richtung…

    Hätte zumindest ein wenig erklärt, wo die „fehlenden“ Euros hergekommen sind und wäre ja auch überhaupt nichts Schlechtes. Wenn der eine auf die Kinder aufpasst (vermehrt) und der andere seine Karriere verfolgt, ist es nur logisch, dass man dafür einen Geldausgleich erhält im Falle einer Scheidung – ist auch richtig so.

     

  24. Michael D.Michael D.

    @Karin

    Ist ok. Dann hast du wohl gleich viel verdienst wie dein Mann ?

    Wollte ich nur einwerfen, weil ich nur Fälle kenne, bei denen bei der Scheidung Geld geflossen ist. Ob in die eine oder andere Richtung…

    Hätte zumindest ein wenig erklärt, wo die „fehlenden“ Euros hergekommen sind und wäre ja auch überhaupt nichts Schlechtes. Wenn der eine auf die Kinder aufpasst (vermehrt) und der andere seine Karriere verfolgt, ist es nur logisch, dass man dafür einen Geldausgleich erhält im Falle einer Scheidung – ist auch richtig so.

  25. Karin

    An Michael,

    wie Du schreibt, es ist nicht verwerflich. Ich möchte hier keine Lorberen als Genie der Minimalisten oder der Sparfüchse ernten, daher hätte ich dieses Geld auch erwähnt. Ich wollte hier nur meine Geschichte erzählen, die aufgrund meiner persönlichen Leistung, meiner Begabung und meiner positiven Einstellung dem Leben gegenüber sehr erfolgreich ist obwohl die Voraussetungen alles andere als gut waren.

    Auch bei uns wurde das Vermögen verrechnet! Das Ergebnis war die Wohnung, die ich behalten konnte. Du verstehst sicher, wenn ich auf Einzelheiten meiner Trennung hier nicht öffentlich eingehe. Seit 2008 hat sich das Unterhaltsrecht geändert, es ist nicht mehr vorgesehen dem Partner bei einer Trennung Unterhalt zu zahlen. Und ja, manche machen es trotzdem, dann aber freiwillig. Vor diesen Menschen habe ich große Hochachtung.

    Schöne Zeit,

    Karin

  26. Fit und Gesund

    hallo Karin/Sparta,

    mein Kommentar bezog sich tatsächlich eher auf die Scheidung und weniger auf den Vermögensaufbau,

    ich habe in meinem Bekanntenkreis sehr viele Scheidungen erlebt, beobachtet welche Konsequenzen das haben kann, für Frauen, aber auch für Männer, in den meisten Fällen war es den Betroffenen unmöglich da noch Vermögensaufbau zu betreiben. Karin hat an vielen Fronten zu kämpfen gehabt, verantwortlich für die Erziehung der Kinder, eigene Ausbildung, dann eine neue Partnerschaft und während all dieser Zeit, auf ihre Art und Weise ein Vermögen aufgebaut, das ist aussergewöhnlich, ganz klar.

    Ich denke, ich habe mich da auch etwas schwammig ausgedrückt.

    Finanzielle Freiheit in jungen Jahren sehe ich auch nicht als „normal“ an, persönlich kennen tue ich auf jeden Fall Keinen der das geschafft hat, wohlhabende Leute kenne ich schon, oder zumindest das was man gemeinhin als wohlhabend versteht (auch wieder Definitionssache)

    Wünsche Allen einen schönen Sonntag 🙂

  27. Heiko

    @ Fit und Gesund

    Ich teile deine Erfahrung mit den ruinösen Scheidungen. Das liegt meines Erachtens aber daran, dass die meisten mit der Einstellung in die Ehe gehen, die auch bei Karin anklingt: „Doch nach ein paar Jahren war der Traum von ‚Bis dass der Tod uns scheidet‘ leider ausgeträumt.“. Eine Ehe ist aber kein Traum, sondern ein knallharter Vertrag, bei dem zwei Menschen sich verpflichten, lebenslang für den anderen zu sorgen. Wie bei allen knallharten Verträgen wird es dann verdammt teuer, wenn man vor dem Ablauf der Vertragslaufzeit aussteigen will.

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