Eine kleine Matheaufgabe


New York, 24. Februar 2013

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Um ein Gefühl für Zahlen zu bekommen, habe ich heute für Sie eine kleine Matheaufgabe. Nehmen Sie an, ein Freund bietet Ihnen einen Job an. Er zahlt Ihnen 1 Cent am ersten Tag. Der Job geht einen Monat lang, also 30 Tage. Jeden Tag verdoppelt Ihr Freund Ihr anfängliches Minigehalt von 1 Cent. Wie viel Geld erhalten Sie am Monatsende?
Es sind 10,7 Millionen Euro. Nicht schlecht oder?
Sie erhalten ein besseres Angebot. Sie beginnen mit einem 1 Euro. Nach 30 Tagen kriegen Sie 1 Milliarde Euro überwiesen. Fügen Sie zwei Wochen hinzu, ein wenig Extraarbeit, sind Sie im Billionenbereich. Sie sollten ein paar Tage dranhängen. Dann wären Sie in der Lage den ganzen Erdball zu kaufen.
Conclusio: Den Job würde ich im Zweifelsfall annehmen.
Carlos Slim (Foto Wikipedia) verdient übrigens jeden Tag 9 Millionen Dollar.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Eine kleine Matheaufgabe

  1. Olga

    …und um wieder eine Analogie zur Börse zu erreichen:

    Als „Trader“ würde ich nach dem ersten Tag kündigen, weil ich ja immerhin schon einen Cent verdient hätte! Das muß doch reichen!? 😉

  2. Marko

    Was hat das mit Börse zu tun?? Der Tipp ist nix Wert. Jeder, der in der Schule aufgepasst hat, sollte die Weizenkornlegende kennen. Falls da was dran ist, dann hat sich der 'Trick' nur für Sissa ibn Dahir ausgezahlt und ist somit verbrannt.

    Exponentielles Wachstum ist verdächtig und kann au Dauer nicht gut gehen. Carlos Slim bekommt vermutlich soviel Geld, weil er von so etwas die Finger ließ und sich, wenn überhaupt, auf den Zinseszins beschränkte!

    So ein Artikel lässt mich gerade an ihrem Blog zweifeln. Stellen sie doch mal den Bezug zum Leben her oder glauben sie etwa an Wunder??

  3. tim schaefertim schaefer

    @ Marko
    Ich weiß natürlich, eine endlose Verdopplung ist in der Natur nicht möglich. Logo. Es ist gut, sich mit einem Hebel, mit dem Zinseszins und anderen Formeln gedanklich zu beschäftigen. Das erweitert den Horizont.

    Ich behaupte nicht, dass es solche Investments gibt. Ich predige hier immer: Wenn ein Index oder eine Aktie (Kurs plus Dividende) um knapp 10 Prozent p.a. klettert, ist das herrlich.

    Ich ergänze: Ein Kurs klettert nie konstant (linear) um den gleichen Prozentsatz, sondern schwankt. Zum Teil sogar furchteinflößend.

  4. Tom

    Hallo zusammen,

    Wir hatten letztens eine ähnliche Frage während dem Mittag diskutiert.
    Wie dick ist ein Blatt Papier? ca. 0.12mm
    und die folgende Frage darauf:
    Wie dick wird es sein wenn man es 30-mal faltet?
    Es ist ne exponentielle Funktion.
    Tut mal selber schätzen und dann ausrechnen.

    Viele Personen werden weit unter dem Wert liegen.
    Sie werden nur ein paar Zentimeter Dicke vermuten.
    Warum ist das so?
    Der Mensch kann sich eine exponentielle Funktion sehr schwer vorstellen. (ausser die Mathematiker)

    Das gleiche passiert bei akkumulieren vom Kapital. Ständige Investitionen und Reinvestitionen in Qualitäts-Dividenden-Papiere haben das gleiche Resultat.
    Das Kapital wächst und wächst. Siehe Geschichte vom Parkplatzwächter.

    Wie viele Menschen haben die gleiche Einstellung wie der Parkplatzwächter? Es braucht Geduld, Disziplin und Glauben so viele Jahre durchzuhalten. Dabei haben einige von uns einen viel besseren Lohn und nützen diesen Vorteil nicht aus.

    zum Schluss: Warren Buffet ist ein Beispiel zu welchem
    das Thema noch besser passt..
    Verfolgt mal die Akkumulation seines Vermögens..

    mit freundlichen grüssen

    tom

  5. tim schaefertim schaefer

    @ Markos
    Mir ging es um den Hebel der stetigen Verdopplung. Im Hinterkopf hatte ich freilich den Effekt aus dem Zinseszins.

    Wer vor 78 Jahren in den Dow Jones 1 Million investiert hat, hat heute 2,4 Milliarden Dollar.

    Mein Text oben war voller Ironie. Das hat wohl jeder gemerkt.

    Ich zitiere aus meinem Beitrag: „Sie sollten ein paar Tage dranhängen. Dann wären Sie in der Lage den ganzen Erdball zu kaufen.“

  6. Torsten

    Hi Tim,
    ich hab das Spielchen auch schon mal probiert und versucht, jeden Monat 10 Prozent durch Trading zu „verdienen“, ich hielt das für realistisch umzusetzen. Ich habs glatt bis zum 5ten Monat durchgehalten und hatte und hatte fast 4.000 Euro rein. Netter Gedanke, aber irgendwie war dann auch irgendwann wieder alles weg.
    Aber die Systematik fasziniert immer wieder 🙂

  7. Günter

    Hi Tim!

    Super, danke für den Link zum Forbes-Artikel!
    Dieser führt die Aussage, welcher ich schon sehr oft begnet bin, buy & hold wäre tot, auf eindrucksvolle Art und Weise ad absurdum!

    Allseits gute Investments

    Günter

  8. Markus

    Klingt verlockend. Nur leider findet sich keiner der ein solches Angebot macht. Und wenn doch, dann wird er leider nicht die entsprechenden Mittel haben um am Monatsende zu zahlen.

    Trotzdem eine nette Übersicht. 😉

  9. Pingback: Der unterschätzte Zinseszins – Timschäfermedia

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