Das süße Leben eines Milliardärs


New York, 20. Mai 2012

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In den USA wird seit einem Jahren intensiv diskutiert, ob die Reichen ausreichend Steuern bezahlen. Warren Buffett fordert eine Mindest-Steuer für die reiche Oberschicht. Warum denn das, fragen Sie sich wohl. Ganz einfach: Milliardär Buffett findet es unfair, dass seine Sekretärin einem höheren Steuersatz unterliegt als er selbst.
Präsident Barack Obama stimmt mit Buffett überein. Der Demokrat hat daher das sogenannte „Buffett-Gesetz“ vorgeschlagen, das einen Mindeststeuersatz von 30 Prozent für alle vorsieht, die mehr als eine Million Dollar im Jahr verdienen. Ich finde das ist gerecht. Warum soll ein Reicher nur 15 Prozent abführen, während ein Fabrikarbeiter mit 30 Prozent vom Fiskus zur Kasse gebeten wird?
Ich finde diesen Artikel in der „New York Times“ von dem preisgekrönten Journalisten David Kocieniewski lesenswert. Kocieniewski beschreibt detailliert, wie einer der reichsten Amerikaner seine Steuern senkt, indem er den Bürgern unglaublich viel durch seine Stiftung zurück gibt: Es handelt sich um Ronald Lauder, den Erbe des Parfüm-Imperiums von Estee Lauder. Lauder ist ein Fan europäischer Werke. Vor allem Künstler aus Deutschland und Österreich hat er in sein Herz geschlossen. Einen Teil seiner privaten Sammlung können Sie in in der Neuen Galerie bestaunen. Das kleine, aber feine Museum befindet sich am Central Park. Ich bin oft dort. Herr Lauder stellt hier beeindruckende Stücke glanzvoll zusammen. Der New Yorker hat Geschmack, kann ich nur sagen.
Wer wissen will, wie das Leben eines superreichen Amerikaners abläuft, wird in diesem Artikel fündig. Kevin Roose, ebenfalls ein Autor der „New York Times“, schlüpft für einen Tag in die Rolle eines Milliardärs. Eine teure Uhr, ein Bodyguard, Rolls-Royce mit Fahrer, privates Fitnesstraining, einen Privatjet etc. Die Geschichte ist witzig geschrieben.
Alternativ zu dem Artikel können Sie sich auch dieses kurze Video des „Milliardär-Testers“ Kevin Roose anschauen.
Mmmmhhhhh. Machmal könnte ich mir schon vorstellen, so richtig reich zu sein. Beispielsweise wenn ich im Flugzeug in der Holzklasse sitze. Oder wenn ich in die stickig-heiße U-Bahn im Sommer in Manhattan muss.
Ich war mal zu einer Party in die Villa eines New Yorker Bankchefs eingeladen. Mir fiel gleich auf: Die Köche, Diener, Haushälterin usw machen den Alltag schon bequemer. Aber auf Dauer wäre mir das Reichsein zu langweilig, vermute ich mal.
PS: Das Foto oben machte ich auf einem Luxusanwesen im Süden Mexikos.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Das süße Leben eines Milliardärs

  1. Matthäus Piksa

    Hi Tim,

    das süße Leben der Schwerreichen wurde nun wieder bildgewaltig von der Traumfabrik Hollywood verfilmt: The Great Gatsby von F. Scott Fitzgerald, wir haben sein Meisterwerk in der Schule gelesen, kommt in die Kinos. Der Film spielt im New York des Jahres 1922, also genau 90 Jahre her und noch lange vor den dann folgenden jahrzehntelangen Turbulenzen.
    der Trailer ist beeindruckend.
    http://www.imdb.com/title/tt1343092/

    Gruß Matthäus

  2. tim schaefertim schaefer

    Danke Matthäus.

    Sehr spannender Film über die Reichen in New York. In den 20er Jahren lebten sie wohl auch alle auf Pump. Bis die Blase platzte…

  3. Matthäus Piksa

    Hi Tim.

    Die Filmstudios produzieren ja viel belanglosen Mist, aber diesen Film kann man sich durchaus angucken. Leider kommt er erst im Dezember (USA) bzw. Januar (Deutschland) in die Kinos, so dass man sich noch gedulden muss.

    Übrigens: Als Florian Henkel von Donnersmark für den Film „Das Leben der Anderen“ den letzten Oscar für Deutschland abstaubte, erklärte er in einem Interview, wie die oftmals zweistelligen Millionen-Gagen der Schauspielstars (Jay Gatsby wird gespielt von Leonardo di Caprio, der sicherlich auch wieder ein Millionengehalt kassieren wird) zustandekommen. Die Filmstudios berechnen nach einer komplizierten mathematischen Formel den Betrag, der in Marketingmaßnahmen gesteckt werden müsste, wenn man eine Rolle mit einem No-Name Schauspieler besetzen würde.

    Gruß Matthäus

  4. tim schaefertim schaefer

    Hi Matthäus,

    danke für die Ergänzung. Das ist ein gutes Argument für ein hohes Gehalt. Im Endeffekt stimmt es ja. Je prominenter, desto größer das Interesse…

    VG
    Tim

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