Historiker Rainer Zitelmann fand heraus: Die Deutschen sind ein unheimlich neidisches Volk. Das löst eine Blockade im Kopf aus


New York, 18. Juni 2019

Russischer Immigrant Gary Vee: Er kam mit nichts nach New York. Er baute ein Werbeimperium auf. Ich war im gleichen Bürogebäude. Er ist eine Motivationsmaschine. In den USA hat er viele Fans. Sie verehren ihn. In Deutschland hätte er es schwerer. Hier herrscht Neid. Wer reich und erfolgreich ist, wird kritisch beäugt.

Dirk Rossmann ist ein kultiger Typ. Das britische Wirtschaftsmagazin „Economist“ schilderte bewundernd sein Leben: Rossmann lebt bodenständig. Er hat weder ein Smartphone noch eine teure Uhr. Er lebt seit 35 Jahren mit seiner Frau in demselben bescheidenen Haus. Alle acht Jahre kauft der Milliardär einen neuen Mercedes.

Das ist Dirk Rossmann:

Berthold Leibinger baute den Werkzeugmaschinen- und Laserspezialisten Trumpf auf, ohne Starthilfe oder Erbe. Er wurde Milliardär. Fleißig, fromm, sparsam – so wird er beschrieben. Sein Unternehmen führt seine Tochter fort. Nicola Leibinger-Kammüller spendet viel für ihre Ortskirche. Die linke „Frankfurter Rundschau“ nennt sie ehrführchrtig „Madonna aus Schwaben„. Ihr ist religiöse Toleranz, Bescheidenheit und Respekt für andere wichtig.

Abgesehen von diesen beiden Superreichen haben die Deutschen wenig Respekt vor den Erfolgreichen. In Deutschland gibt es 114 Milliardäre, in England gibt es nur halb so viele.

In den USA werden Leute wie Jeff Bezos, Bill Gates, Michael Bloomberg oder Warren Buffett verehrt. In Frankreich hat man Respekt vor Bernard Arnault, dem Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH. Er ist Frankreichs reichster Mensch. Alibaba-Gründer Jack Ma wird in der ganzen Welt verehrt.

In Deutschland ist das anders. Leute wie Dieter Schwarz, der Lidl und Kaufland besitzt, versteckt sich lieber, als sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Von ihm gibt es kaum ein Foto. Ähnlich ist das bei der Aldi-Eigentümerfamilie Albrecht. Sie leben zurückgezogen.

Auch die Familie Reimann versteckt sich. Der Reimann-Clan hat sich verpflichtet, sich von der täglichen Arbeit des Familienunternehmens fernzuhalten, soziale Medien zu meiden und nicht in der Öffentlichkeit fotografiert zu werden. Sie lehnen Interviews strikt ab. Dabei hätte der Clan viel zu erzählen. Sie besitzen über ihre Holding JAB (was für Johann Adam Benckiser steht) diese Firmen:

Coty, Inc.
Peet’s Coffee
Mighty Leaf Tea
Caribou Coffee
Jacobs Douwe Egberts
Einstein Bros. Bagels
Keurig Dr Pepper (87%)
Krispy Kreme
Panera Bread
Au Bon Pain
Paradise Bakery & Café
Bruegger’s
Pret A Manger

Warum verstecken sich so viele deutsche Superreiche? Es liegt am Sozialneid und wohl an der Angst vor einer Entführung.

Die Deutschen hassen regelrecht die Reichen. Erfolg und Reichtum werden hierzulande für eine Krankheit gehalten. Deshalb fordern SPD-Obere wie Kevin Kühnert die Enteignung von Hausbesitzern. So etwas kommt beim Wahlvolk gut an.

In einer Umfrage des Allensbacher Instituts, die im Auftrag des Historikers Rainer Zitelmann durchgeführt wurde, bezeichneten die Befragten die Reichen als egoistisch (62%), materialistisch (56%), rücksichtslos (50%), gierig (49 %) und überheblich (43%). Nur 2% gaben zu, dass sie „sehr wichtig“ sind und 20%, dass es „wichtig“ war, dass sie reich wurden.

Ipsos stellte den Amerikanern ähnliche Fragen. Die Marktforscher stellten fest, dass 39% der jungen Befragten, die den Wohlstand tendenziell kritischer beurteilen als ältere, es für wichtig oder sehr wichtig erachteten, reich zu werden. Zittelmann sagt, dass die Deutschen eher als die Amerikaner den Reichen die Schuld an Problemen in der Welt geben. Jeder zweite Deutsche glaubt, die Reichen hätten die Finanzkrise oder humanitäre Katastrophen verursacht, im Vergleich zu jedem vierten Amerikaner.

Umfragen zeigen, dass Deutsche häufiger Schadenfreude haben als Amerikaner, Briten oder Franzosen. Wenn reiche Geschäftsleute in riskanten Geschäften pleite gehen, freut sich der Deutsche.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Historiker Rainer Zitelmann fand heraus: Die Deutschen sind ein unheimlich neidisches Volk. Das löst eine Blockade im Kopf aus

  1. AvatarBruno

    bezeichneten die Befragten die Reichen als egoistisch (62%), materialistisch (56%), rücksichtslos (50%), gierig (49 %) und überheblich (43%)“

    Interessant wäre hier doch auch die Frage, wie viele der Umfrageteilnehmer Reiche auch persönlich kennen. Die meisten kennen sie nur aus Filmen und Medien, wo doch so herrlich die gewünschten Klischees bedient werden.

  2. AvatarRüdiger

    Deshalb fordern SPD-Obere wie Kevin Kühnert die Enteignung von Hausbesitzern.

     

    Mein Gott, jetzt lass mal die Nonnen im Kloster … der Bub ist Juso-Vorsitzender. Wenn die Jugend schon nicht mehr laut spinnen darf … Wir haben uns in dem Alter auch die Freiheit genommen, spinnerte Gedanken zu äußern.

  3. AvatarAlbr

    also Enteignung fände ich gar nicht so schlecht; das wird halt nur richtig teuer 😉

    die ehemaligen Immobilienbesitzer können dann im Ausland (steuerschonend) einen schönen Lebensabend verbringen…

     

     

  4. Avatarsteve

    @ Rüdiger wusste ich nicht das du auch Juso Vorsitzender warst. Der liebe Kevin hat’s wohl auch vergessen als er diesen nicht als Satire deklarierten Klamauk rausgehauen hat. Juso Vorsitz ist ja jetzt nicht gleich Faschingsprinz, frappierender weise hat er ja auch von einigen Seiten Bestätigung bekommen. Genau das ist doch das bemerkenswerte und heute ist in Berlin der Mietpreisdeckel beschlossen worden. Geht zumindest in Richtung Teilenteignung.

  5. AvatarBruno

    @Albr

    Ein richtiger Marxist will natürlich Enteignung ohne Entschädigung. Das andere ist ja kapitalistisch 😀

  6. Avatarguter-verwalter

    @Gainde:

    Sorry, aber: So ein Schwachsinn! Die USA sind von den (wenn du diese Klischee Schubladen denn verwenden magst…ich finde das eher peinlich) pietistischen „Hyper-Protestanten“ par excellance gegründet und aufgebaut worden (Puritans, Quakers, Calvinists, Congregationalists, Mennonites, etc.).

     

    Diese Christen haben nicht den Neid kultiviert, sondern Gottes-Ehrfurcht, die Tugenden der Charitas, der Bildung, des Fleißes, des ehrbaren Kaufmanns, der Rechtschaffenheit und der persönlichen Freiheit des Einzelnen. Selbst die Niederländer als ursprüngliche Besitzer New Yorks (damals noch Neuiw Amsterdam) hatten als reformierte Protestanten diese Werte. Sie kamen sogar erst durch den historisch einmaligen Auswuchs einer christlich-humanistisch geprägten Gesellschaft dort hin: der Niederländischen Ostindien Kompanie, der ersten Aktiengesellschaft der Welt! Ein damaliges Novum an Mitbestimmung und Wohlstandsschöpfung für den Einzelnen! schau dir doch mal in Amsterdam die Wertschöpfung an, die das im 15. bis 17. Jh. gewirkt hat.

    Neid ist ein Ur-Kommunistisches, anti-protestantisches Gewächs. Und Kommunismus hat mit Christsein nichts zu tun. Empfehle dir dringend mehr Geschichtsbücher zu lesen.

     

    All the best,

    der gute Verwalter

  7. AvatarMichael

    Es ist wie so oft, eigentlich wie immer:

    Es mangelt den Unwissenden an Bildung, ob es nun die finanzielle ist oder grundsätzlich.

    Es stimmt, „der/die Deutschen“ im Allgemeinen mögen es wenig bis gar nicht, wenn es ihren „Nachbarn “ besser geht.

    Das gibt ihnen womöglich indirekt zu verstehen, dass sie selbst weniger wert sind.

    Mangelndes Selbstbewusstsein, vermutlich „vererbt“ oder in der Kinderstube bereits einprogrammiert.

    Ich arbeite selbst an der einen oder anderen Baustelle, bleibe aber wach und neugierig und kann mich gut für andere,  eigentlich immer sehr fleißige Mitmenschen freuen.

    Geht mal mit einem Lächeln durch die Stadt, ihr werdet sehen: Es wirkt.

     

  8. AvatarAlbr

    ok, aber in Deutschland ist Entschädigung bei Enteignung nunmal vorgesehen; ich könnte mir aber vorstellen, dass die Verfassung geändert wird 😉

     

    der Mietpreisdeckel in Berlin muss auch zunächst die Verfasungsmäßigkeit beweisen; und es trifft ja auch die eigene Klientel (z.B. Wohnungsbaugenossenschaften oder städtische Wohnungen 😉 )

    ich sehe da zunächst kein Problem, die Vermieter (haben ja noch bis gestern fleissig die Mieten erhöht) werden halt keine Sanierungen, Reparaturen, Instandhaltungen, energetische Sanierungen etc. machen; die Mieter werden dann halt zunehmend in herunter gekommenen Löchern sitzen mit zugigen Fenstern, defekten Heizungen, und tropfenden Hähnen… wenn die Einnahmen nicht steigen, werden halt die Ausgaben gesenkt, so einfach ist das 😉

     

     

     

  9. AvatarChrissie

    @guter-verwalter

    In dem Zusammenhang wird immer gerne zitiert, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr geht als dass ein Reicher in den Himmel kommt 😉

     

  10. Avatarmannie

    Ich darf nur daran erinnern, dass das Wort „Schadenfreude“ ein deutsches ist. Wird sogar in anderen Ländern verwendet. He had a lot of schadenfreude.

  11. AvatarThorsten

    Ich kann das leider nur bestätigen. Ich habe eine Zeitlang wechselweise in den USA und in Deutschland gelebt. Vielleicht liegt es an der fehlenden Sonne in Winter ? Wenn ich im Winter zurückkam waren die Leute wie Zombies drauf, neidisch, pessimistisch. Das Allerschrecklichste : sie meinen Arbeit sei der Sinn des Lebens, sind damit verhriratet und hohe Steuern seien hinzunehmen.. In den USA selbst bei schlechten Projektsituationen Lockerheit (gespielt), in Deutschland hätten die Dramaqueens Konjunktur und würden sich in Schuldzuweisungen überbieten. Taxation is theft heißt es in den USA. In Deutschland würde man 90% Steuern akzeptieren, wenn die Wohnung kostenlos und das vegane Essen auf Lebensmittelkarten frei ausgegeben würde.

  12. AvatarRS

    Scholz hat sich mit seinen Kollegen in 9 anderen EU Ländern wohl auf eine Finanztransaktionssteuer verständigt und diese soll schon ab 2021 eingeführt werden. Kauf und Verkauf soll besteuert werden. Unfassbar die Plünderung geht munter weiter aber Klima Migration Wohnungsnot Pensionen/Renten etc.. müssen bezahlt werden.

  13. Avatarwindsurfer

    Dr.dr. zitelmann hat tatsächlich in seiner Umfrage auch die Frage gestellt, wer persönlich einen Millionär kennt. Die die einen kannten haben positiver und anerkennender über reiche geantwortet…

    interview mit ihm bei Aktien mit Kopf Podcast ist sehr interessant!

     

    grüsse

    qindsurfer

  14. Avatarchn

    @Michael:

    Es mangelt den Unwissenden an Bildung, ob es nun die finanzielle ist oder grundsätzlich.

    Meinst du, diesen Satz könnte man als „überheblich“ interpretieren?

    🙂

     

  15. AvatarGuido

    Es macht bei den Reichen einen Unterschied, wie diese zu dem Reichtum gelangt sind. Bei den einen stimmen die Vorurteile, bei den anderen nicht.

  16. AvatarPekka

    @Albr

    „[…]die Mieter werden dann halt zunehmend in herunter gekommenen Löchern sitzen[…]“

    Ich vermute mal, dass die Schuld dann aber auch wieder bei den Vermietern gesucht wird à la „Erst jahrelang Gewinn machen und dann nichts am Haus machen“.

  17. AvatarNico Meier

    Unsere Nachbarn hatten im November Besuch aus Deutschland. Es stand gerade die Budget-Gemeindeversammlung an. Wir haben die beiden dann als Gäste an die Gemeindeversammlung mitgenommen. Sie haben mit Verwunderung festgestellt, dass bei uns die Gemeindesteuer durch die Stimmberechtigten aus der Gemeinde selber bestimmt werden. Sowas wäre in Deutschland undenkbar meinten sie.

    Für uns in der Schweiz ist das normal wir leben das Subsidiaritätsprinzip.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Subsidiarit%C3%A4t

    Es geht dabei darum, dass jedes Problem zuerst durch die tiefst mögliche Ebene gelöst werden soll. Und erst wenn diese es nicht lösen kann, soll eine nächst höhere Instanz sich dem Problem annehmen.

    Es geht in meinem Post gerade wieder um die Schweiz ich möchte mich bei allen Lesern hier entschuldigen, die lieber nur über Deutschland lesen möchten.

     

     

  18. AvatarNico Meier

    Wer kennt einen Reichen?

    Was ist ein Reicher?

    Wie definieren wir den Reichen? Ein Millionär?

    Wer in den 60er Jahren 1000qm Bauland gekauft hat und darauf ein kleines Einfamilienhaus gesteltl hat, der erhält heute für dieses Haus über eine Million. Da die Baukosten inklusive Kauf des Landas damals keine 200’000 Franken gekoste haben, ist das haus längst getilgt.

    Sind diese leute alle reich?

     

  19. AvatarPerpetuum Mobile

    … bin ich hier im Nico Maier Blog gelandet? Mach doch selber eine Internetseite mit 24 Stunden Selbstbeweihräucherung auf.

  20. AvatarThorsten

    @Albr wenn die Wohnungen zu sehr runterkommen, können die Mieter die Miete senken. Bei einer Umfrage waren 46% für den Mietdeckel und 46% dagegen. Immerhin. Wenn die Privatwirtschaft in Berlin nicht mehr investiert – und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche auch ohne Abwarten der Klage vor dem Verfassungsgericht – werden sie sich etwas überlegen müssen. Anstatt ihren Fehler zuzugeben wird die Regierung in Berlin irgendein Berlinprogramm auflegen,  mit dem Investoren Geld bringen sollen – mit mäßigem Erfolg. Wer den Kollaps in Berlin aufhalten will muss deren Regierung abwählen und dann können wieder Wohnungen gebaut werden.

    Was mit den Immobilien passiert kann auch bei den Aktien passieren, der Staat wird bei Geldmangel versuchen die Kontrolle darüber zu bekommen.Bei Aktien wird es über Transaktionsgebühren und Steuern erfolgen. Noch ist es nicht soweit. Dafür müssten wir RRG auch als Bundesregierung haben.

  21. AvatarDaniel

    @Albr wenn die Wohnungen zu sehr runterkommen, können die Mieter die Miete senken.

    Das funktioniert leider nur in Regionen die ohnehin nicht von starken Mietpreisanhebungen betroffen sind. Nehmen wir Münster, da dort 5 Freunde von mir wohnen. Die Wohnungen sind klein, alt, teilweise vergammelt, sprich, absolut renovierungsbedürftig. Passiert etwas? Nein, denn sobald ein Mieter oder potentieller Mieter aufmuckt, wird dezent darauf hingewiesen, dass auch noch 20 andere Leute Interesse an der Wohnung hätten.

     

  22. AvatarAlbr

    @Daniel, exakt, in Frankfurt kenne ich jemand der wohnt in einer Wohnung mit undichten Fenstern und defekter Heizung unterm Dach etc… er wagt sich nicht die Miete zu kürzen 😉

     

     

  23. Avatarsteve

    @ Finanztransaktionsteuer, eine echte Lachnummer von der großen Hoffnung der SPD. Der hat leider zu nichts eine große Ahnung, aber kann große Sprüche raushauen. Zitat “ Wer Hafengeburtstag kann, kann auch G20″ oder halt nicht. Wobei der Aktiensparer zumindest mit der Abschaffung des Solis wieder profitieren würde. Da besteht nur leider auch keine große Hoffnung, jetzt Mitte der Legislaturperiode verhandeln sie darüber wo das Geld für die Abschaffung des Grossteils herkommen soll. Ich weiß es, wenn man den Soli für die 80% die 20% zahlen abschafft, zahlen die anderen 20% den Rest durch Lohnsteigerungen mit. Die den Soli weiter zahlen dürfen sich Superreiche nennen (so im Radio gesagt). Das fängt bei ca 50.000€ an das man nach Ansicht der Politik superreich ist und den Soli weiterzahlen muss.

  24. KievKiev

    @ Berlin

    Ich sehe es wie Thorsten. Berlin benötigt neuen Wohnraum bei weiter steigendem Bevölkerungswachstum. Und hier muss man neben Grundstücken auch Investoren finden.

  25. AvatarWohnung mit Domblick

    Da muss man nicht reich sein, um in Deutschland auf Ablehnung zu stossen. Jede Form von Rendite machen ohne ‚ehrliche Arbeit‘ wird abgelehnt, muss ja Ausbeutung sein. Möglichkeiten wie Mintos z.B. sind per se dann unmoralisch, da kommt man auch bei gebildeten Leuten nicht über diese Schranke hinweg. Aktien, oh ganz böse. Man darf nicht drüber reden.

    In Deutschland fühlt man sich wohl in einer Opferhaltung und im Austausch mit anderen, die einem die eigene Opferhaltung bestätigen. Deshalb wird auch so viel gejammert und es wird diese German Angst kultiviert.

    Hier wird man klein gehalten und wer sich anstrengt dem wirft man Knüppel zwischen die Beine.

     

    Auf der anderen Seite: Wenn ein Milliardär besonders bescheiden lebt, finde ich das eher kauzig. Ein bescheiden lebender Normalverdiener ist da schon eher ein Vorbild. Da gibts ja die meisten Konsumclowns.

  26. AvatarAlbr

    @Wohnung, man hat ein oder mehrere dicke Depots und spielt bei Mintos mit und hält die Klappe !

    das funktioniert hervorragend 😉

     

     

  27. AvatarRüdiger

    Ich sehe es wie Thorsten. Berlin benötigt neuen Wohnraum bei weiter steigendem Bevölkerungswachstum. Und hier muss man neben Grundstücken auch Investoren finden.

     

    Nicht nur Berlin, in München ist es noch viel schlimmer. Warum kann die Öffentliche Hand nicht einfach selber Wohnraum schaffen und anbieten? Bissl Konkurrenz würde dem Wohnungsmarkt gut tun 😉

  28. AvatarBruno

    @Finanztransaktionssteuer

    Wurde doch auch Zeit, dass die Liste wieder erweitert wird

    https://www.welt.de/img/finanzen/geldanlage/mobile195450833/6132505577-ci102l-w1024/DWO-FI-Steuern-jb-jpg.jpg

    Die Liste ist nicht vollständig.

    Lustig ist doch die Begründung, zur Zeit der Finanzkrise wollte man sie, um den Finanzplatz zu stabilisieren, dafür ist ja jetzt das richtige Instrument, die Besteuerung von Aktien und ETF’s ausgewählt worden, der HFT-Handel mit Derivate trägt schliesslich zur Stablität bei 😀

  29. AvatarFrank

    Finanztransaktionssteuer, da war doch was:

    https://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article195450837/Olaf-Scholz-Finanztransaktionssteuer-trifft-den-kleinen-Sparer.html

    @Tim

    Bezgl. Herrn Kühnert und der Enteignung von BMW sollte einmal nicht nur dessen Antwort, sondern auch die Frage näher betrachtet werden.

    Diese lautete „Was heißt Sozialismus für Sie?„. Nachzulesen in https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-05/kevin-kuehnert-spd-jugendorganisation-sozialismus
    Im Sozialismus würde der Juso-Chef Kevin Kühnert BMW kollektivieren und Eigentum an Wohnraum abschaffen. Leider wurde nur die Antwort breitgetreten.

    Da aber Kühnert voll und ganz hinter seiner Aussage steht, sollte man generell das Kreuz bei der SPD auf dem Wahlzettel unterlassen.
     

  30. Avatarguter-verwalter

    @Chrissie:

    „Reicher“ bedeutet im Kontext dieser Bibelverse aber nicht per se vermögend, sondern „den Reichtum mehr liebend als Jesus/Gott“.

    Es geht hier um die Prioritäten im Leben, nicht um Besitz an sich. Die Frage mit dem Nadelöhr ist doch: Was/wen liebst du mehr, dein Geld oder Gott in der Person Christi? Die christliche Urgemeinde hat ihr Hab und Gut nicht freiwillig verkauft, weil plötzlich „das Kapital“ oder „das Kommunistische Manifest“ sie inspirierte, sondern weil sie in Christus ein größeres Besitztum/ einen höheren Gewinn hatten, dem man mit Freude alles andere unterordnete.

    Mein Vorschlag an dich: Das Neue Testament  lesen 😉

    Beste Grüße,

    der gute Verwalter

  31. AvatarHubertus

    Die „linke Frankfurter Rundschau“ 🙂

    Gehört zur FAZ, aber wenn die schon als links durch eine freiberuflichen Wirtschaftsjournalisten eingestuft wird, was sind dann Die Zeit oder taz?

    Die FR ist für mich ein stinknormales Lokalblatt mit der breiten Mittelschicht als Zielgruppe.

     

  32. Avatarsteve

    @ bezahlbarer Wohnraum München, da ist es echt noch krasser da steht nämlich das Finanzamt stand bye, wenn die Miete zu niedrig ist wird geldwerter Vorteil vorgerechnet. Der Mieter der zu günstig wohnt kann dann dafür extra Steuer abdrücken.

  33. AvatarFabian S.

    Hallo Tim,

    da ist schon etw. dran an der deutschen Neidkultur. Aber, wenn man als Konservativer anderen Ländern Attribute zuweist, die auch negativ sind ist man bei uns gleich rechtsradikal. Außerdem ist noch zu erwähnen, dass Rossmann von Value Investing überhaupt keine Ahnung hat und lieber zockt. In den 90ern hätte er fast sein ganzen Vermögen inklusive seines Unternehmens verzockt!!!

    @ Hubertus:

    Mittlerweile sind leider fast alle Mainstream-Zeitungen links. Auch die CDU als Partei. Ist eben der heutige Zeitgeist!

    @ Rüdiger:

    Kühnert und Jugend mit fast 30?! Nee ist klar, der ist doch keine 17 mehr. Außerdem bekommt dieser Typ eh zu viel Aufmerksamkeit. Normalerweise kennt man die Jugendvertreter der Parteien nicht einmal, den aber schon!

  34. AvatarEckheimer

    Wegen der Neiddebatte muss ich mich an früher erinnern.

     

    In dem kleinen Dorf in Sachsen Anhalt, in dem ich mit meinen Eltern lebte, war eine recht arme Gemeinde. Alles sehr ruhig und bodenständig.

    Eines Tages begannen auf einem äußeren Grundstück Bauarbeiten für ein neues Haus.

    Als es dann fertig war, war es doch recht exotisch. Es bestand komplett aus Holz. So gestapelte, ineinander verhakte, Baumstämme. etc.

    Da war der Dorffrieden mächtig gestört. Da kamen Aussagen wie :

    „Hab gehört, ist nen reicher Proll-Wessi.“

    „So einen der rumprozt brauchen wir hier nicht.“

    „Irgend so ein reicher Fatzke.“

    etc.

     

    Ich empfand es damals schon als Kind fraglich warum man so feindlich und angewidert reagiert. Kann ich auch heute nicht wirklich verstehen.

  35. Avatarchn

    Ich finde nicht, dass es sich lohnt, sich über die Finanztransaktionssteuer zu ärgern. Als deutscher hat man die auch vorher schon gezahlt, wenn man französische Aktien ge/verkauft hat. Wusste ich auch nicht – das ist mir erst hinterher auf der Wertpapierabrechnung aufgefallen. Diese Steuer ist aber so gering, die hindert hier bestimmt niemanden daran, weiterhin sein Depot zu füttern.

    Von daher bezweifle ich zwar die Sinnhaftigkeit dieser Steuer, rege mich darüber aber auch nicht auf und mache weiter wie bisher.

  36. AvatarLad

    🙁 Ich denke nicht, dass viele Menschen in den USA die Milliardäre verehren und dass die Menschen in Deutschland neidisch sind. Viel mehr sind die Milliardäre gehasst: wegen dem unermesslichen Geiz, nicht existierenden Dividenden für Aktionäre, niedrigen Löhnen für ihre Mitarbeiter, Steuerbetrug 🙁 , Betrug an Menschen und Staat in Afrika, Osteuropa, Kontakte mit bösen Diktatoren, Liquidation der Konkurrenz.

    Den Bezos kann man nicht verehren, nur kritisieren, dass er mit unterbezahltem Personal reich wurde, mit Steuerbetrug, Liquidation der Konkurrenz. Auch den Buffett kann man nicht verehren, er wollte immer mehr Millionen und Milliarden und hatte niemals was anderes im Kopf als Geld, bis ihn Susan verlassen hat. Die Anleger von BRK.A, BRK.B werden betrogen und bekommen keine Dividenden. Der Milliarden-Spekulant John Paulson wird von minderjährigen blond Redakteurinen „Starmanager“ genannt, obwohl er sich ganz anderen Namen verdient hat und wegen dem Milliarden-Betrug an AIG für viele Jahre ins Gefängnis gehört.

    🙁 Es gibt keinen Milliardär an der Welt, den man verehren oder beneiden kann. Die meisten Milliardäre gehören ins Gefängnis oder haben nur Geld und Geiz im Kopf. „Hinter jedem großen Vermögen steht ein Verbrechen“, wenn diese Weisheit stimmt, dann suche das Verbrechen von Bezos, Buffett, Paulson, Madoff, Putin, du wirst immer was finden. Nicht zu vergessen sind auch die Milliardäre in Russland, Israel, Afrika, alles krumme Geschäfte, die mit Gefängnis belohnt sein sollten.

  37. AvatarRalf

    @Enteignung: Es ist absehbar, dass uns weitere Steuern und Abgaben bereitet werden. Eine Art Zwangsabgabe auf Immobilienbesitz wird kommen. Warum? Immobilienbesitzer können sich schlecht wehren und das Haus verpflanzen. Der Staat kann schlecht mit Geld umgehen und braucht ständig mehr.

    @Steuern, Abgaben: Der Bundesentwicklungsminister hat bereits vor zwei Jahren in einem Artikel vor einer gigantischen Fluchtbewegung aus Afrika nach Europa und D gewarnt die uns erst noch bevorsteht. All das wird noch drastische Auswirkungen auf Themen wie Steuern, Sozialabgaben, Gesellschaft, Bevölkerungsdichte, Wohnen und soziales Zusammenleben haben. Wir werden D in 20 Jahren nicht wiedererkennen.

  38. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Ralf: „Wir werden D in 20 Jahren nicht wiedererkennen.“

    Möglicherweise. Es gibt kein Ende der Geschichte!

    Die „500 Nations“ Nordamerikas oder die Aborigines Australiens kennen ihre Heimaten schon sehr lange nicht mehr wieder.

    Es ist wahrscheinlich, dass die Klimaentwicklung und obszöne Vermögenskonzentration Wanderungsbewegungen wie früher (Stichwort Völkerwanderung) in Gang setzen.

    Dann muss man sich eben seine Nische suchen.

    MS

     

  39. AvatarThorsten

    @Lad alle Milliardäre sterben, Konzerne so schnell nicht. Vermögen von Reichen sind nach 100, 200 Jahren verteilt. Konzerne halten sich Menschen, die ihnen den Reichtum mehren.  Konzerne sollte man kritisch betrachten.

  40. AvatarA.

    Den Bezos kann man nicht verehren, nur kritisieren, dass er mit unterbezahltem Personal reich wurde, mit Steuerbetrug, Liquidation der Konkurrenz

    Verehren nicht, aber respektieren schon. Das was er geschaffen hat ist jenseits der Vorstellung von den meisten Menschen. Das muss man erstmal schaffen.  Das gilt auch für Buffet und co.

    Lieber so reich werden wie die beiden, als arm bleiben und 8 -12 Stunden Schichten irgendwo schieben. Menschen werden von verlassen, das passiert nicht nur den Reichen, sondern schaut euch mal im eurem Bekanntenkreis um.. jeder Zweite ist statistisch geschieden in D.

    Konzerne halten sich Menschen, die ihnen den Reichtum mehren

    Wird keiner gezwungen für einen Konzern zu arbeiten. In D gibts genug Mittelschicht-Firmen. JEDER kann sich selbstständig machen. Macht aber dann doch nicht jeder, da es genug Menschen gibt, die sogar gerne für einen Konzern arbeiten.

    Gruß
    A.

     

     

  41. AvatarSparta

    @Hubertus

    „Die „linke Frankfurter Rundschau“ ?

    Gehört zur FAZ, aber wenn die schon als links durch eine freiberuflichen Wirtschaftsjournalisten eingestuft wird, was sind dann Die Zeit oder taz?

    Die FR ist für mich ein stinknormales Lokalblatt mit der breiten Mittelschicht als Zielgruppe.“

    Ja, ich finde dieses zunehmende Schubladendenken, Bashing von Ländern/Nationen, gegenseitige Ignoranz, die eigene Weltsicht/Lebensweise ist die einzig Richtige leider sehr undifferenziert und stark polemisierend.

  42. AvatarDaniel

    Nicht nur Berlin, in München ist es noch viel schlimmer. Warum kann die Öffentliche Hand nicht einfach selber Wohnraum schaffen und anbieten? Bissl Konkurrenz würde dem Wohnungsmarkt gut tun

    Die öffentliche Hand ist leider alles, nur nicht wirtschaftlich. Ich glaube kaum dass hier etwas zustande käme was auch nur Ansatzweise mit der Privatwirtschaft konkurrieren könnte. Im Übrigen wären eine ganze Reihe von Problemen direkt aus der Welt wenn die durch die Politik erlassenen Auflagen einfach mal abgesenkt würden. Wer ein Bau-feindliches Klima schafft muss sich nicht wundern wenn nicht gebaut wird.

  43. AvatarRüdiger

    Viele Bau- Auflagen und -Vorschriften erlässt nicht „die Politik“, sondern das Deutsche Institut für Normung mit dem Institut für Bautechnik. Die Normung (es gibt mittlerweile über 3500 Normen!) bedeutet heute leider nicht mehr ein notwendiges Maß an Gesundheit, Sicherheit und Ordnung, sondern übertriebenen Luxus, Komfort und Spitzentechnologie.

     

    Was die öffentliche Hand kann und nicht kann, vermag ich im Detail nicht zu beurteilen. Bei eventuell fehlendem Know How kann sie Aufgaben an Spezialisten „outsourcen“.

  44. AvatarSlowroller

    Eigentlich wollte ich Tim schelten für so einen einseitigen, plakativen und „billigen“ Beitrag. Nun aber will ich ihm eher danken für den offenbar genialen Text, mit den er in den Flohsack gepiekt hat: Es ist die ganze Bandbreite an Meckerköppen aufgetaucht und hat sich zur Schau gestellt: Vom armen Immobilieninvestorenversteher über jede Menge Volkswirte, Vollblutamerikaner und Geschichtsinteressierte. Mein Highlight ist natürlich (so einen gibts immer) der Christ, der bei wörtlicher Auslegung der Bibel direkt darauf verweist, dass es doch garnicht so gemeint war. Kenn ich zur Genüge aus Diskussionen zum Thema Evolution vs. Kreationismus.

     

    Und nu ma Butter bei die Fische: Dem Berliner Wohnungsmarkt geht es eh dreckig. Genauso stirbt niemand von einer Umsatzsteuer auf Finanztransaktionen (gab es übrigens früher schon, in den vermeintlich „besseren Zeiten“). Ob und wieviel Erfolg die Maßnahmen haben wird man sehen – dann kann man auch darüber urteilen. Gerade im Immobilienmarkt gibt es Fehlentwicklungen, die grade echt Überhand nehmen – das wurde schon oben erwähnt. Wenn tatsächlich niemand mehr investieren will (was ich nicht glaube), werden die Genossenschaften ihre Schatullen öffnen und den dann überhaupt erst leistbaren Grund für ihre Neubauten bekommen. Aber auch das ist nur meine Hypothese. Schlichtweg wichtig ist doch, dass Wohnraum eben kein „normales“ Invest ist – da hängen Menschen und ihre Schicksale dran. Hier ist es natürlich Aufgabe der Politik (in welcher Form auch immer) tätig zu werden.

    Zum Thema Neidgesellschaft: Hier oder in anderen Finanzblogs sind wohl die Mehrheit überdurchschnittlich wohlhabend. Ich habe noch in wenig anderen Foren mehr Neid erlebt als hier – kurioserweise Neid auf die, die weniger haben, Neid auf die Gesellschaft. Man gönnt gerade den Kleinen nichtmal ein wenig Rücksicht auf ihre Interessen. Kleinmütig, sehr sehr Kleinmütig.

  45. AvatarComebackaktionär

    @ Lad

    Du hast es zutreffend beschrieben, der Weg an die Spitze erfordert eine gewisse Rücksichtslosigkeit. Dabei ist z.B. für Herrn Bezos zusätzlich die niedrige Steuerlast durch legale Gewinnverschiebungen zu erwähnen. Bei vielen Milliardären wird ja oft negativ über die Herkunft des Vermögens in den Medien berichtet, insbesondere bei den Osteuropäern. Bei vereinzelten Amerikanern fällt auf, dass es Querverbindungen zur Mafia gab. Es scheint etwas schneller zu gehen Milliardär zu werden, wenn man über solche „Sprungbretter“ verfügt, dies betrifft z.B. die Baubranche als auch einzelne Casinos in Vegas. Ansonsten bleibt nur der steinige Weg des sparsamen Lebens und investieren in den eigenen Betrieb, siehe Aldi, Lidl, Würth uva. (+ Tims Blog lesen)

     

     

  46. AvatarOliver

    @ Albr: ich sehe da zunächst kein Problem, die Vermieter (haben ja noch bis gestern fleissig die Mieten erhöht) werden halt keine Sanierungen, Reparaturen, Instandhaltungen, energetische Sanierungen etc. machen; die Mieter werden dann halt zunehmend in herunter gekommenen Löchern sitzen mit zugigen Fenstern, defekten Heizungen, und tropfenden Hähnen… wenn die Einnahmen nicht steigen, werden halt die Ausgaben gesenkt, so einfach ist das ?

     

    Zeit für ein wenig Desillusion? Deutsche Wohnen, Vonovia und co. machen keine Instandhaltungen, Renovierungen oder gar Reparaturen. Höchstens solche Sanierungen, die man anschließend doppelt und dreifach den Mietern in Rechnung stellen kann. Die meisten ihrer unfreiwilligen Kunden sitzen daher schon in „herunter gekommenen Löchern“. Diese beiden Konzerne haben in Summe auch noch nicht eine einzige neue Wohnung gebaut. Für mich sind die einfach nur ein Krebsgeschwür. Spekulation mit Wohnraum gehört einfach verboten.

    @Tim: Deshalb fordern SPD-Obere wie Kevin Kühnert die Enteignung von Hausbesitzern. 

    Erstens ist Kühnert als Juso-Vorsitzender wohl kaum als SPD-Oberer zu bezeichnen. Zweitens hat er die Enteignungen keineswegs als politische Forderung formuliert. Drittens bin ich mir ziemlich sicher, dass er das auch in Zukunft nicht fordern wird. Er war auch gegen die GroKo und hat danach trotzdem für Frau Nahles gestimmt.

    Und viertens hat @Rüdiger nicht unrecht. Man gucke sich mal an was ein Herr Gabriel damals alles als Juso-Vorsitzender rausgehauen hat und wie er jetzt tickt.

     

    Was soll die absolute Behauptung, dass Jeff Bezoz und Co. vom Rest der Welt verehrt wird? Ich behaupte jetzt einfach mal das Gegenteil.

     

    Die Superreichen haben m. E. allen Grund, sich bedeckt zu halten und Sozialneid ist sicherlich nicht der Hauptgrund.

    Deren Reichtum basiert auf der Ausbeutung von anderen. Das könnte die große Mehrheit merken, wenn man in den Fokus der Öffentlichkeit gerät. Was man daran bewundern soll, ist mir schleierhaft.

     

    @Albr: „in Frankfurt kenne ich jemand der wohnt in einer Wohnung mit undichten Fenstern und defekter Heizung unterm Dach etc… er wagt sich nicht die Miete zu kürzen“

    Das ist nicht lustig. Aber warum sollte der Vermieter auch nur einen Cent investieren, um die Situation deines Bekannten zu verbessern, wenn man ihm mehr Geld gibt oder belässt?

     

    @Matthias Schneider: „Es ist wahrscheinlich, dass die Klimaentwicklung und obszöne Vermögenskonzentration Wanderungsbewegungen wie früher (Stichwort Völkerwanderung) in Gang setzen.“

     

    Da hast Du (leider) vollkommen Recht.

     

    @Fabian S.: „Mittlerweile sind leider fast alle Mainstream-Zeitungen links. Auch die CDU als Partei. Ist eben der heutige Zeitgeist!“

     

    Das habe ich noch nicht gemerkt. Gibt es konkrete Artikel der Mainstream-Presse, die dir besonders links erscheinen? Die scheine ich verpasst zu haben.

    Woran erkennt man die angeblich linke Politik der CDU? An welchen Entscheidungen von denen könnte ich einen Rutsch nach links erkennen?

    Wie kommst Du zu Deiner Überzeugung? Würde mich wirklich interessieren…

     

  47. AvatarDaniel

    Zum Thema Neidgesellschaft: Hier oder in anderen Finanzblogs sind wohl die Mehrheit überdurchschnittlich wohlhabend. Ich habe noch in wenig anderen Foren mehr Neid erlebt als hier – kurioserweise Neid auf die, die weniger haben, Neid auf die Gesellschaft. Man gönnt gerade den Kleinen nichtmal ein wenig Rücksicht auf ihre Interessen. Kleinmütig, sehr sehr Kleinmütig.

    Da scheinst Du aber bislang ziemlich falsch geguckt zu haben, ich empfinde das genaue Gegenteil. Ich nehme mal das gern genommene Wertpapier-Forum das in dieser Form vermutlich der größte Umschlagsplatz ist für Geld-Diskussionen aller Art in Deutschland.

    Hier gibt es ein Unterforum in denen User für andere User ihr Depot vorstellen. Darunter auch Depots bei denen man schon allein durch die Anteil-Anzahl ermitteln kann, dass sie 1-2 Millionen Euro schwer sind. Ich habe dort nie erlebt, dass es dort zu anfeindungen, Neid oder Ähnlichen Diskussionen kam. Eigentlich eher nur Lob und Nachfragen wie man das bisher erreichte Geshafft hat und was die nächsten Schritte des Depotinhabers sind.

    Diese Neid-Diskussionen usw. kenne ich nur aus Zeitungs-Domains wie Spiegel, Fokus usw. und natürlich im direkten Umfeld mit Menschen bzw. Fernsehen (ÖR)

  48. AvatarDaniel

    Woran erkennt man die angeblich linke Politik der CDU? An welchen Entscheidungen von denen könnte ich einen Rutsch nach links erkennen?

    ich wurde zwar nicht angesprochen, aber es ist doch ganz einfach festzustellen. Nehme einen AfD Politiker und lass ihn das Parteiprogramm der CDU aus dem Jahr 1970 – 1990 vor dem Plenum vortragen. Die Wahrscheinlichkeit dass er mit den dort zitierten Aussagen als rechter Hetzer betitelt wird, ist relativ groß.

    Natürlich auch Aussagen von Frau Merkel „Multikulti ist gescheitert“, oder der CDU/CSU „kein Land wird für das andere Land in der EU haften“ oder beliebige Sätze mit „wird es unter meiner Regierung nicht geben“ tun ihr übriges.

  49. Avatarslowroller

    @Daniel
    Mein Absatz ist leicht mißzuverstehen: Ich meinte explizit das Forum dieses Blogs. Und ich meinte sicher nicht Neid an Wohlhabenden sondern eher Neid von Wohlhabenden. Man kann eben nicht nur das Viele sondern auch das Wenige neiden.

     

    @Oliver
    Das ist das was du sagst: Die meisten Investitionen in Immobilien in großen Städten schaden mehr als dass sie nützen. Es gibt sicher auch das Gegenteil – aber das ist nicht wirklich repräsentativ. Die von dir genannten Konzerne sind schlicht das Problem. Dass das ganze durch wirklich dramatische politische Fehlentwicklungen hervorgerufen wurde ist natürlich klar. Aber dieser Verweis kann auch kaum Entschuldigung sein jetzt maßvoll dagegen zu agieren. Alles was ich von dem geplanten Gesetz gelesen habe ist durchaus maßvoll.

  50. AvatarRüdiger

    Dass sich die AfD an historischen und überholten Programmpunkten der CDU/CSU bedienen mag, macht einer reaktionären Partei sicher niemand zum Vorwurf.

     

    Was ich der AfD allerdings vorwerfe, ist die Vergiftung der Debattenkultur durch ihren unsäglichen Hass und Menschenverachtung!

     

    Ich habe als Zeitzeuge Debatten mit F.J.Strauß und Heiner Geißler als Generalsekretär der CDU miterlebt. Beide nicht unbedingt als Kinder von Traurigkeit verschrien. Aber im Gegensatz zu den Hetzern der AfD waren diese achtbar, auch beim politischen Gegner, auch wenn sie gelegentlich mal über das Ziel hinausschossen.

  51. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Mietendeckel,

    so lauschet und höret!

    Es begab sich im Lande, dass mutige und freie Bürger beschlossen, dass Mieter nicht mehr als ein Drittel ihres Haushaltseinkommens (Budget-Obergrenze) neben bestehenden Mietzinsbegrenzungen ausgeben müssen. Zudem wurde für ein Verbot von überteuerten Luxussanierungen gestimmt.

    Aus welchem Land erreicht uns wohl diese Kunde? Ein wieder entdecktes Parteiprogramm der SED? Mitnichten!

    Also wer hats erfunden?

    Ja klar, die wackeren Schweizer in Basel! Da können sich doch die Deutschen mal was abschneiden.

    MS

  52. AvatarThorsten

    Wir hatten 1 Million Wohnungen frei, 100.000 alleine in Berlin, dann kam 2015. Wir haben 1 Mio Menschen aufgenommen. 800.000 alleine aus Syrien. Dann waren die Wohnungen weg. Das verschweigen die Linken gerne, wenn sie auf die Immobilienbesitzer eindreschen. Warum sollen Immobilienbesitzer für die Fehler einer verfehlten Politik zahlen ?

    Wer gegen Luxusimmobilien argumentiert vergisst, dass jemand der dort einzieht ein weniger attraktives Objekt freigibt. Alles was gebaut wird entlastet den Markt. Am unteren Rand ist das Problem, der bezahlbare billige Wohnraum. Jeder 4. arbeitet im Niedriglohnbereich. Die Löhne sind zu niedrig.

  53. AvatarNico Meier

    Schlichtweg wichtig ist doch, dass Wohnraum eben kein „normales“ Invest ist – da hängen Menschen und ihre Schicksale dran.

    Wenn Siemens mal schnell 2’000 Stellen abbaut, dann sind dies auch 2’000 Väter oder Mütter die danach keinen Job mehr haben. Auch bei Investitionen in Aktien hängen immer Menschen und ihre Schicksale drin.

    Man hat international gemerkt, dass gerade beim Wohnraum ein Wettbewerb bei den Anbietern ohne grosse staatlich Lenkung die besten Ergebnisse bieten. In meinen Augen muss man sich auf vom Gedanken verabschieden, dass jeder Geringverdiener Anrecht auf eine Wohnung in der Stadt hat. Ich lenne die Situation in London, da sind die Mieten dann bedeutend höher als in deutschen Städten insbesondere wenn man sie in Relation zum Einkommen setzt.

     

  54. Avatarslowroller

    @Nico

    Danke, das Argument hat mir noch gefehlt. Bingo! (Recht auf Wohnen in der Stadt)

     

    Nur Interessehalber: Welchen Sinn hat Wettbewerb bei massiver Investition in Bestandsimmobilien? Wieviel Marktwirtschaft ist dabei, wenn der GRUNDlegende Faktor „Grund“ (vor allem in den Boomstädten) endlich ist? Wo hat interantional Wettbewerb (Paris, London, New York, HongKong, Singapur…) „beste Ergebnisse“ gebracht? Was ist dieses „beste Ergebnis“ überhaupt? Die Verdrängung der Leute, die in den Städten die Drecksarbeit machen, in die Ghettos hat wirklich super funktioniert – oder nicht? Aber wenn du schon demjenigen, der unsere Haare schneidet, unsere Kinder betreut oder unsere Straßen reinigt das Recht absprichst in seiner Umgebung wohnen zu bleiben, wer gibt dem einem x-beliebigen Investor das Recht diesen Menschen zu verdrängen?

     

  55. AvatarRalf

    „Wir haben 1 Mio Menschen aufgenommen. 800.000 alleine aus Syrien. Dann waren die Wohnungen weg.“

    Dieser Sachverhalt hat dem angespannten Wohnungsmarkt jedenfalls nicht geholfen. Es gibt zu wenige Sozialwohnungen und im unteren Preissektor ist die Konkurrenz um bezahlbare Wohnungen nun noch größer geworden. Und Wohnungen sind auch außerhalb der Stadt mittlerweile vielerorts recht teuer.

    Deutschland zählt mit durchschnittlich rund 232 Einwohnern pro qkm zu den dicht besiedelten Flächenstaaten. Immer mehr Fläche zu versiegeln durch Bauen kann nicht gut sein für die Umwelt und Lebensqualität.

    „Jeder 4. arbeitet im Niedriglohnbereich. Die Löhne sind zu niedrig.“

    Das ist das eigentliche Problem in D. Und gerade im Niedriglohnsektor ist die Konkurrenz durch gewissen Entwicklungen deutlich gewachsen.

    Kürzlich habe ich gelesen: Afrika müsste 30 Jahre lang täglich rund 55.000 neue Jobs schaffen, um dem erwarteten Bevölkerungszuwachs Arbeit zu bieten. Da diese eher schwer zu schaffen ist, wird der Migrationsdruck nach Europa und D noch massiv steigen.

    Europa steht definitiv vor gewaltigen Fragestellungen (Umwelt, Digitalisierung, Migration, Frieden) und sollte endlich mit einer Stimme sprechen und handeln. Sonst ist der soziale Frieden schnell dahin.

     

  56. AvatarOliver

    @Daniel: Nehme einen AfD Politiker und lass ihn das Parteiprogramm der CDU aus dem Jahr 1970 – 1990 vor dem Plenum vortragen. Die Wahrscheinlichkeit dass er mit den dort zitierten Aussagen als rechter Hetzer betitelt wird, ist relativ groß.

     

    Entschuldige, aber das ist als Beleg für einen Linksrutsch der CDU ja nun doch etwas dürftig. Wäre, würde… das ist etwas wenig konkret. Wird doch was konkretes geben, schließlich sind die in der Regierung. Also los geht’s.

    Sagen kann man zudem vieles. Das was dann auch tatsächlich geschieht, bzw. macht, verändert/ gestaltet Realitäten. Das ist ja auch das Problem der SPD: Sie sagen oft so und so, liefern dann aber nicht. Werden die Grünen vlt. auch noch merken, wenn die oberste grüne Lackschicht mal ab ist.

     

    @Thorsten: „Wir hatten 1 Million Wohnungen frei, 100.000 alleine in Berlin, dann kam 2015. Wir haben 1 Mio Menschen aufgenommen. 800.000 alleine aus Syrien. Dann waren die Wohnungen weg.“

     

    Das ist einfach komplett unwahr…. das einzige, was man zu so einem Kommentar sagen kann. Und selbst das ist schon Zuviel.

     

    @Thorsten: „Wer gegen Luxusimmobilien argumentiert vergisst, dass jemand der dort einzieht ein weniger attraktives Objekt freigibt.“ 

     

    Wieso sollte das unbedingt so sein? Zweitwohnung? Investment, das leer steht (siehe London)? Umzug von einer Luxuswohnung in die andere…. u. v. m.

     

    @Thorsten: “ Alles was gebaut wird entlastet den Markt. Am unteren Rand ist das Problem, der bezahlbare billige Wohnraum. Jeder 4. arbeitet im Niedriglohnbereich. Die Löhne sind zu niedrig.“

     

    Da stimme ich in allen Punkten zu. Aber die großen Immobilieninvestoren bauen halt nicht. Das ist die Realität.

     

    @Nico Meier: „Man hat international gemerkt, dass gerade beim Wohnraum ein Wettbewerb bei den Anbietern ohne grosse staatlich Lenkung die besten Ergebnisse bieten.“

     

    Ach hat „man“ das? Wer denn? Und wo kann man diese „besten Ergebnisse“ (beste Ergebnisse für wen?) bestaunen? Reine Behauptung. Berlin zeigt zudem, dass genau das eben NICHT so ist.

     

    Matthias Schneider: „Ja klar, die wackeren Schweizer in Basel! Da können sich doch die Deutschen mal was abschneiden.“

     

    Richtig. Und vergessen wir auch nicht den anderen kleinen Nachbarn in Ösiland. In Wien machen Sie uns vor wie es geht.

  57. AvatarOliver

    @Slowroller: „Danke, das Argument hat mir noch gefehlt. Bingo! (Recht auf Wohnen in der Stadt)“

    Es hört sich hier oft so an, als wollten manche weniger bemittelten Leuten das unabdingbare Recht einräumen, am Hot Spot Nr. 1 einer Stadt seine Zelte aufschlagen zu können und das noch zum Dumpingpreis. Aber das ist vollkommen an der Realität vorbei, denn das macht und kann man als Niedriglöhner einfach nicht. Es fordert auch niemand. Müßig, sich darüber Gedanken zu machen.

    Wo sind denn die Arbeitsplätze? Wo partizipiert man bei Kultur, etc.? Das geschieht halt oft in den Ballungsräumen…

     

    @Slowroller: „Das ist das was du sagst: Die meisten Investitionen in Immobilien in großen Städten schaden mehr als dass sie nützen.“

    Hmm nein, habe ich nicht. Ich habe lediglich gesagt, dass die großen Immobilienkonzerne DW und Vonovia keine Wohnungen bauen oder gebaut haben. Meine Botschaft war eher die folgende: die Privatisierung des sozialen Wohnungsbaus in Berlin (und darüber hinaus) ist – aus Sicht der Bevölkerung – ein einziger, großer Griff ins Klo gewesen. Das sieht sogar der damals in Berlin verantwortliche Finanzsenator Sarrazin heute so. In Bayern lief es unter Söder damals als Finanzminister auch nicht besser.

    Was in dem nun geplanten Gesetz (für Berlin?) drin steht, oder stehen soll, weiß ich (noch) nicht. Kann ich wenig zu sagen. Hast Du ne Quelle wo ich mich dazu belesen könnte parat?

    Sollte der Staat jedenfalls auf Idee kommen, massive Investitionen (also ein paar Mrd. €) in den sozialen Wohnungsbau zu pumpen, dann würde ich das sicher gutheißen. Steuererleichterungen für Großkonzerne oder depperte Sanierungsumlageregeln auf die Mieter gehören für mich aber sicher nicht in die Kategorie Investitionen.

     

  58. AvatarTugumak

    @ Oliver

    „Wieso sollte das unbedingt so sein? Zweitwohnung? Investment, das leer steht (siehe London)? Umzug von einer Luxuswohnung in die andere…. u. v. m.“

    Das wird nicht unbedingt so sein, aber Thorsten hat halt ein logisches Argument vorgebracht, dass deswegen nicht falsch ist, nur weil du Gegenbeispiele, Ausnahmen und anderes bringt’s. Denke, das kannst du besser, Oliver.

    Zu „Investment, das leer steht“ in Berlin – einfach mal Zweckentfremdung Berlin in Google eingeben und schon findest du raus, dass ein Leerstand von mehr als 3 Monaten einer Genehmigung Berlins bedarf…

    Zu „Umzug von einer Luxuswohnung in die andere“ – komm, den Gedankensprung schaffst auch du, also bitte…

    Was ist denn deiner Meinung nach billiger, d.h. bezahlbarer Wohnraum?

    Handelsblattartikel vom 14.05.19 über die Deutsche Wohnen: „Mit 6,77 Euro pro Quadratmeter liegt die Durchschnittsmiete nun auch über dem Mietspiegel, der laut der jüngsten Veröffentlichung an diesem Montag bei 6,72 Euro pro Quadratmeter liegt.“

    Ebenfalls im Handelsblatt vom 14.05.19 über Vonovia: „Tatsächlich liegt die Durchschnittsmiete des Konzerns beispielsweise in Berlin mit 6,62 Euro pro Quadratmeter leicht unter dem mittleren Mietspiegelniveau der Hauptstadt von 6,72 Euro.“

    Wo sind denn da die bösen Miethaie und Investoren, die die armen Mieter quälen? Ich verstehe es nicht, aber du wirst es wissen. Vielleicht kannst du es mir erklären.

     

    Gruß Tugumak

  59. AvatarIch nehm euch Alles weg

    @Finanztransaktionssteuer:

    Weiß jemand, wie diese ausgestaltet sein soll? Ich lese immer von einer Steuer nach französischen Modell, was bedeuten würde, dass nur der Kauf von Aktien inländischer Unternehmen oder eben den anderen Ländern, die eine solche Steuer eingeführt hätten, dann besteuert wird. Wenn dem so wäre, würde mich das nun wirklich nicht tangieren, da mir kein deutsches Unternehmen einfällt, das ich gerne in meinem Depot hätte. Dazu kommen noch diverse politische Risiken und die eigene zunehmende globale Bedeutungslosigkeit des Standorts Deutschland.

    Als nächstes wird dann eine Steuer eingeführt, die den Bestandswert des Depots besteuert. Das wäre sogar noch leichter umzusetzen und zu ermitteln als die Reformierung der GrSt. Einfach 10% des Gesamtwerts zum 31.12 oder 50% der unrealisierten Wertsteigerung des Bestands innerhalb eines Jahres. Verluste sind natürlich weiterhin nicht anrechenbar. 🙂

  60. KievKiev

    @ Mietenbegrenzung an Einkommen gedeckelt

    Ich bleibe dabei. Es hilft nur neuen Wohnraum zu schaffen, wenn die Not zu groß ist. Alles andere hilft nicht. Darauf sollte eigentlich Jeder selbst kommen können, wenn man sich lange genug mit dem Thema beschäftigt.

    Stellt Euch einmal vor Ihr hättet eine ETW. Das Vermögen ist konzentriert in dieser. Vermietung ist eine Investition wie alles andere auch. Sie ist oft aktiver im Vergleich zu Aktien. Man muss natürlich nicht alles machen. Kann man auch nicht. Die Miete darf  nicht als Beispiel 1/3 des Monatseinkommens überschreiten. Eure Wohnung soll für zwei Personen oder eine kleine Familie Vermieter werden. Wen nehmt Ihr? Die alleinerziehende Kindergärtnerin oder das junge Pärchen von Ingenieuren. Hier liegt die Miete komfortable unter 30% eines einzelnen Einkommens.

     

    Was hat denn eine Wohnung mit der Einkommensentwicklung seiner Bewohner zu tun. Es sollte natürlich grob passen, aber man muss es nicht übertreiben. Das das Niveau insgesamt zu teuer ist kann man nur durch Erhöhung des Angebots regeln. Natürlich auch über die Nachfrage. Wenn mehr Menschen außerhalb der Stadt wohnen möchten sinkt auch die Nachfrage. Falls aktuell schon Neubauten nicht hoch im Kurs bei Investoren stehen wird es durch die neuen Regelung nicht besser. Ich meide eigentlich  selbst Neubau. Ich hätte tatsächlich ein Vorhaben für 5 Reihenhäuser! Da muss ich wahrscheinlich vors Gericht, um das genehmigt zu bekommen. Manchmal frage ich mich, ob die Politik ein wenig weltfremd ist. Aber gut, ich versuche für meinen Teil zumindest etwas zu bewegen. In der Stadt in der ich bauen möchte ist der Wohnungsmarkt auch angespannt.

  61. AvatarThorsten

    Statistik Berlin 2014 Leerstand bei Wohnungen 6,9%

    https://www.immobilienscout24.de/eigentuemer/news/2017/1/wie-die-deutschen-wohnen.html

    2015, ihr wisst was war. 800.000 Migranten kamen bislang alleine aus Syrien (770.000 laut Quelle, aber schon 6 Monate alt).

    https://mediendienst-integration.de/migration/flucht-asyl/syrische-fluechtlinge.html

    2019 „Mithaie“ „Böse Konzerne enteignen“ „Mieten zu hoch“.

    Finde den Fehler !

    Immobilienbesitzer sollen offensichtlich die Fehler der (linken) Politik  bezahlen !

    @Oliver : die Luxusimmobilien stehen nicht leer, sie werden bewohnt. Der Hoax vom Spekulationsobjekt, kommt sicher aus den USA oder London. Ist ganz sicher so nicht in Deutschland.

  62. AvatarRalf

    Bauen ist derzeit generell eine Herausforderung. Die Baufirmen sind sehr gut ausgelastet. Preise und auch Baumängel wegen Zeitdruck steigen in Folge.

    Im Osten von D kämpft man dagegen mit Einwohnerschwund. Die Leute ziehen eben da hin wo auch ausreichend Jobs sind. Nach meiner Kenntnis hat kein einziger Dax-Konzern seinen Sitz in Ostdeutschland und große Firmen konzentrieren zunehmend ihre Standorte in eher hochpreisigen Städten (Zentralisierung). Ein generelles Recht auf Homeoffice -in geeigneten Berufen- könnte evtl.zu Entzerrung beitragen.

  63. AvatarRüdiger

    Immobilienbesitzer sollen offensichtlich die Fehler der (linken) Politik bezahlen !

     

    Nein! Offensichtlich soll der „Mietendeckel“ verhindern, dass gewissenlose Vermieter die angespannte Situation schamlos auszunutzen und sich über Gebühr bereichern. Für eine Zeit soll nur der Profit eingefroren werden. So lautet meine Interpretation der Sachlage.

  64. AvatarBruno

    @Basler Modell Vorbild?

    Nunja die Basler sind bekannt als politisch linkes Pflaster. Es tönt ja gut 1/3 des Einkommens, und das noch in der Verfassung. Was machen sie jetzt mit Leuten die nichts oder sehr wenig verdienen? Woher holen sie den passenden Wohnraum?

    Ich denke das geht nur durch Zwangsaufnahmen bei Leuten, die mehr als z.B. 25m2/Person an Wohnfläche verbrauchen. Verdichtung und Zusammenrücken. Wäre doch eine Idee, und ich wäre gespannt ob diese Träumerei noch viel Anklang fände bei derselben Bevölkerung, die ihm zugestimmt hat 😉

    Entschuldigung, wie so oft bei linken Vorhaben, gut gemeint, funktioniert nicht in der Praxis. Wichtig scheint mir nicht, ob dies angenommen wurde, sondern ob und wie es dann umgesetzt wird. Ich lasse mich aber gerne positiv überraschen.

    Aber normalerweise und das sollte jedes Kind verstehen, kann das Problem nur gelöst werden wenn genügend Wohnraum vorhanden ist. Angebot und Nachfrage, dann sinken auch die Preise. Warum sollte es beim Wohnraum anders funktionieren als sonst?

  65. Avatarghost

    Merkt ihr eigentlich noch dass ihr den scheiss seit Monaten wiederhollt……alles schlimm, nix mehr bezahlbar, frueher für eine Dm  konnte man 5 Pferde kaufen, die Flüchtlinge kommen, die Politik ist so schlimm, was noch….  keine Rente später da sie uns alles wegnehmen—-> weiterhin fleissig wählen gehen…….sieht man ja die letzten 20 Jahre was man damit erreicht hatte

    Zu tuer? Dann Ansprüche runter fahren

    Aber mein Grossvater hatte doch… da interessiert niemanden

    Aber fruehee da konnte man….. interessiert niemanden…..  weil das alles rumheulen ist..

     

    Die Rentner müssen Flaschen sammeln…..wer zwang sie Jahr für Jahr die gleichen Politiker zu wählen….. sie selbst haben sich verarscht…. man wird abgezockt und trotzdem ist man für die gleiche Politik

     

    Ich verdiene so wenig… dann mach weiter so …wechsel nicht den Beruf….versuche nichts zu riskieren..einfach so weiter machen

     

    Kein Geld für eine Fortbildung, kein Problem lieber Schachtel Kippen am Tag und schick essen gehen und natürlich jedes Wochenendwe weggehen….

    Aber monatlich nur 25 euro in ein Etf das bringt doch nix, richtig lieber ein netflix abo, das neueste smartphone …..umd am besten jeden morgen beim Becker den coolen coffee to go und bissl was zu essen….

     

    Und dann wieder von vorn…..nix ist  mehr bezahlbar …..können uns nix leisten…..

     

    Ich kotz mich hier nicht aus…es ist die Realität an manchen Tagen in so einigen blogs 😉

     

    Mfg

  66. AvatarRüdiger

    Es tönt ja gut 1/3 des Einkommens, und das noch in der Verfassung. Was machen sie jetzt mit Leuten die nichts oder sehr wenig verdienen? Woher holen sie den passenden Wohnraum?

     

    Das ist noch viel typischer deutsch als Neid und Missgunst. Alle Welt ist zufrieden und stolz, wenn sie ein Modell haben, das zu 98% funktioniert … nur der typische Deutsche nicht. Er muss so lange bohren, bis er Sonderfälle findet, die auf den ersten Blick das Modell ad absurdum führen. Tun sie aber nicht! Sonderfälle müssen eben gesondert behandelt werden. So einfach ist das! Der Stadt Basel traue ich zu, eine gangbare Lösung zu finden. Bei den typisch deutschen Rumpoplern bin ich mir dabei weniger sicher.

  67. AvatarNico Meier

    @ghost
    Danke für dein Post.

    Käme er von mir so wäre es die Überheblichkeit eines Schweizers. 😉

  68. AvatarBruno

    @Rüdiger

    Schauen wir in 5 Jahren, ob es Einzelfälle sind. Wäre ich Vermieter in Basel, würde ich selbstverständlich nur noch sehr gute Doppelverdienern vermieten, wie es Kiev schön ausführte. So hätte ich kein Risiko. Die Tieflöhner würde ich links liegen lassen, das Risiko zu gross. Das ist ja heute schon so aber es macht es mit so einem Gesetz nur noch viel schlimmer. Das sind ökonomische Grundsätze.

    Und wenn es dann nicht funktioniert heisst es natürlich, es hätte schon funktioniert, nur eben haben sich die Vermieter nicht kooperativ gezeigt oder man konnte es nicht durchsetzen oder etc. etc. man wird schon die Schuld von sich lenken. Der Sozialismus / Kommunismus würde ja auch funktionieren, würde es korrekt umgesetzt, das habe ich schon oft gehört. Der Kapitalismus / Marktwirtschaft funktioniert lustigerweise auch, wenn er schlecht umgesetzt wird und ihm täglich neue Hürden auferlegt werden…

  69. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Bruno: „Was machen sie jetzt mit Leuten die nichts oder sehr wenig verdienen? Woher holen sie den passenden Wohnraum?“

    Nichts anderes als jetzt auch. Nach Aussagen liegen die Durchschnittsmieten in Großstädten bei 25%, sonst bei 20%. Es soll allerdings verhindert werden, dass durch ausufernde Preissteigerungen Menschen dadurch in  Armut geraten, und es in Zukunft zu solchen Wildwest Methoden wie anderswo kommt. Zitat:  „Die Mehrheit der Wähler in Basel wollte gewährleistet sehen, dass in einem der reichsten Staaten der Erde niemand arm wird durch zu hohe Wohnkosten.“ Dann muss sich im Zweifel der Investor eben mit bescheidenerer Rendite abfinden, bzw sein Geld anderswo vermehren.

    Die Schweiz hat doch eh schon einen gesetzlich festgeschriebenen Renditedeckel. Und trotzdem sieht man wohl ein prosperierendes Land.

    Wer in der Schweiz eine Wohnimmobilie zur Vermietung erwirbt oder baut, darf derzeit nicht mehr als 2,00% Rendite damit erwirtschaften. Den aktuellen „hypothekarische Referenzzinssatz“ plus 0,5%! Ebenso auf Kosten für Modernisierung. Das hat bisher offenbar niemanden abgehalten.

    Ich sehe hier eine verantwortungsvolle Sozialpolitik. Wohnimmobilien sind EBEN NICHT eine Assetklasse wie jede andere am Markt!

    Persönlich bin ich der Meinung, dass die Politik es als absolute Priorität sehen müsste, dass der allergrößte Teil der Bevölkerung über große Förderprogramme auf Mietkaufbasis o.ä. in sein eigenes Wohneigentum käme, und Vermietung so zur Ausnahme würde.

    MS

  70. AvatarBruno

    @MS

    Das stimmt so nicht, da musst Du dich nochmals einlesen. Der Referenzzinssatz bestimmt nur die Anpassung der Miete, ist aber auch nur ein Teil, mit der Rendite hat das nix zu tun.

    Diese Massnahme und die Vertragsauskunft vom Vormieter macht ja Sinn, dass Mieten nicht explodieren können. Was man in Basel will ist etwas ganz anderes.

    Aber ich habe heute keine Zeit mehr für Ausführungen, aber findet man alles online..

  71. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Bruno,

    ich bin von dieser Aussage ausgegangen:

    Die in Relation zum Einkommen günstigen Mieten im Alpenstaat sind ein Resultat der mieterfreundlichen Gesetzgebung der Schweiz. Deren Kern ist der sogenannte hypothekarische Referenzzinssatz. „Er wird in jedem Quartal neu erhoben und spiegelt den durchschnittlichen Zinssatz wider, den Banken für Immobilienkredite erheben“, sagt ein Sprecher des Bundesamtes für Wohnungswesen in Grenchen. Nach Schweizer Recht darf die Mietrendite den Referenzzinssatz nur um das Ertragsmaximum von 0,5 Prozentpunkten übersteigen – und zwar gemessen an den Investitionskosten des Eigentümers. Das Prinzip macht ein Beispiel deutlich: Erwirbt ein Investor ein Mehrfamilienhaus für eine Million Franken, darf die Jahresmiete aus allen Wohnungen zusammen im Höchstfall den Referenzzins von derzeit 1,5 Prozent zuzüglich des Ertragsmaximums von 0,5 Prozentpunkten betragen – mithin zwei Prozent des Kaufpreises oder 20.000 Franken. Modernisiert der Besitzer die Wohnungen, darf er die Miete ebenfalls nur um zwei Prozent der dabei anfallenden Kosten anheben.

    MS

  72. AvatarThorsten

    @Rüdiger „Profitgier“ bei 6 oder 7 Euro kalt?  Wer eine Wohnung vermietet weiß, dass das der Preis ist für den Erhalt der Immobilie. Dach, Fassade, etc. Da kommen hohe 6 stellige Summen zusammen, die müssen über Jahre mühsam in die Rücklage.

  73. AvatarBruno

    @MS

    https://www.mieterverband.ch/mv-zh/news/2015-news/illegale-mietzinse.html

    Ich schätze es sind weit über 50% und bei Neuvermietungen kann natürlich auch optimiert werden was die Bewertung angeht…

    Kommt dazu dass eben normalerweise mit der betriebswirtschaftlichen Rendite gerechnet wird, plus dass Vermieter mit guter Bonität heute Fremdkapital mit 0-0.5% erhalten, und somit über den Leverage effektiv deutlich höhere Renditen erwirtschaften. Mit 2% Rendite würde doch niemand mehr etwas vermieten, da reicht 1 Leerstand auf 50 Wohnungen im Schnitt und man legt drauf.

     

    Vielleicht noch etwas Öl ins Feuer giessen… der Mieter hat auch ein Interesse an anständiger Rendite, ein Grossteil der Mietobjekte gehört den Pensionskassen und so indirekt auch wieder den Mietern. Ich bin ja kein Freund davon, ich hätte längst den Aktienanteil erhöht, aber dann müsste man auch sonst einiges reformieren, die Pensionskassen sind in der heutigen Ausgestaltung eh nicht mehr nachhaltig und es ist eine Frage der Zeit bis es zu Problemen kommt. Aber niemand will etwas ändern. Und hier bin auch einig mit den linken Parteien, der Verwaltungsaufwand der Mehrheit der PK’s ist völlig überrissen, teilweise über 10%. Das kann man definitiv besser machen, es würde auch reichen den Index zu kaufen.

  74. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Bruno,

    es ging ja darum, was Gesetz ist. Natürlich gibt es überall Kriminalität. Aber das ist halt dann die Aufgabe des mündigen Mieters, dies zu unterbinden.

    Ich habe ja jahrzehntelang in München gewohnt. Die Wohnung war von einer relativ humanen Gesellschaft in privater Hand (Familienfirma), mit vielen Wohnhäusern in München.

    Trotzdem wurde natürlich versucht, die Rendite zu „optimieren“. Neben den zulässigen Abzockmethoden der Umlegung bei Modernisierung, wurden mir natürlich nur Vergleichsmieten von bereits in die Höhe getriebenen Wohnungen benannt. Zum Glück hat man in München die Möglichkeit, die zulässige Miete anhand des Mietspiegels auf den Euro zu berechnen.

    Nachdem ich der Mieterhöhung widersprochen hatte, bzw. nur der Erhöhung im Rahmen des Mietspiegels zustimmte, habe ich nichts mehr davon gehört.

    Ich würde niemals von einem einzelnen privaten Vermieter mieten. Der hat keine Ahnung von den Vorschriften und der korrekten Nebenkostenabrechnung. Ich habe bei meinem Umzug auch auf Angebote aus dem Freundeskreis verzichtet, weil das über kurz oder lang zu Problemen führt.

    MS

  75. AvatarKia

    Für den Teil der Wohnungen in Berlin, die den Genossenschaften oder den Landesholdings gehört galt bereits ein Mietendeckel, von maximal zwei Prozent Mieterhöhung, und auch die 1/3 Regel, bezogen auf das Haushaltseinkommen. Dazu hatten sich diese bereits vor Jahren freiwillig verpflichtet obwohl deren Mieten stark unter dem Durchschnitt liegen. Profitieren tut von den Mietdeckel eh nur der Mietadel, die können sich freuen das ihre günstigen Wohnungen jetzt noch besonders gesichert sind. Der Rest wurde schon in den letzten Jahren über Gebühr geschröpft.

    Ich finde beide Instrumente allgemein nicht gut. Der Mietendeckel wird wie der Mietspiegel dafür Sorgen, dass etliche Mieter sich in jahrelangen Gerichtsprozessen wiederfinden, weil die großen AGs diesen nicht anerkennen und klagen werden. Je nach Richter, wird dann ähnlich wie beim Mietspiegel, dieser dann abwechselnd für gültig oder ungültig erklärt. Und die 1/3 Regel sorgt dafür das viele Familien dann gar keine Wohnung mehr bekommen. Wie soll das überhaupt beurteilt werden, die einen wohnen überbelegt auf wenig Fläche und zahlen 1/3, andere sehr großzügig, aber weil sie mehr als 1/3 ausgeben wird die Miete nun gekappt?

    Das einzige was Sinn macht ist zu bauen. Und zwar dort wo Platz ist und nach oben. Es gibt viele Flächen und Viertel, die ein Hochhaus gut verkraften könnten. Im Bauhausstil der 50iger, als Puntkhochhaus ausgeführt mit tragenden Außenwänden so das die Innenwände/ Grundrisse immer wieder neu variiert werden können. Als junges Pärchen lebt man dann vielleicht auf 75qm sehr offen und wenn Kinder kommen wird halt ein Zimmer abgetrennt. Die sollten schnell anfangen zu bauen denn alles andere macht einfach keinen Sinn, verschiebt die Probleme nur weiter in die Zukunft. Der Senat wollte doch, gegen Entschädigung von 36 Milliarden, die DW AG enteignen. Dafür könnten 200 000 Wohnungen gebaut werden a 3000 -4000€ qm. Platz für mindestens 500 000 Menschen!

  76. AvatarBruno

    @MS

    Ich würde auch nicht von Privat mieten, alleine die Gefahr des Eigenbedarfanmeldung, Nebenkostenabrechnung machen viele eh keine, für sparsame Mieter dann ein Ärgernis wenn man die Nachbarn mitfinanziert, umgekehrt natürlich von Vorteil. Kriminalität ist Auslegungssache, bei der Rendite kommt es primär auf die Bewertung an, und wenn jemand geschickt und kostengünstig gebaut hat, hat er natürlich auch einen grossen Vorteil. Bei der Schätzung wird ja dann eher querverglichen und nicht die Gestehung angeschaut, bei älteren Objekten sowieso.

    Als Mieter wäre mir die Rendite meines Vermieters auch egal, mir ginge es darum einen gutes Preis/Leistungsverhältnis zu bekommen. Wenn der günstig bauen konnte soll er eine hohe Rendite erwirtschaften.

    Viele dieser 50%+ Fälle sind übrigens Versicherungen und Pensionskassen. Schau Dir die Immobilienfonds an, die rentieren auch weitaus mehr als diese 2% 😉 Und die sind stark reguliert 😀

    Wichtig ist doch dass ein Mieter das passende Objekt zum fairen Preis findet, und hier hilft um den Kreis zu schliessen, nur das Angebot zu erhöhen, die Regulierung bremst zwar aber löst nicht das ursächliche Problem.

  77. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kia: „Der Rest wurde schon in den letzten Jahren über Gebühr geschröpft.“

    Genau, und dafür braucht es jetzt erstmal eine Feuerwehr, die den Brand löscht, und es nicht weiter ausufern lässt. Und scheinbar geht es eben nur mit Gesetzen und harten Strafen. Wenn ich einem Verdurstenden in der Wüste eine Wasserflasche verweigere, weil er mir nicht 1000 Euro dafür zahlt, dann kann ich mich nicht auf Marktgesetze berufen. Das ist ethisches Versagen.

    Um das zu bewirken, müssen aber eben die politischen Entscheider überhaupt erstmal ein soziales Gewissen haben/entwickeln, und nicht dem Lobbyismus nach dem Maul reden.

    Und natürlich muss massiv gebaut werden, bevorzugt von kommunalen Bauträgern auf lediglich kostendeckender Basis wie bei Genossenschaften.

    Das tröstet Dich natürlich nicht, und ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche.

    “ Wie soll das überhaupt beurteilt werden, die einen wohnen überbelegt auf wenig Fläche und zahlen 1/3, …“

    Das ist doch alles geregelt. Eine Überbelegung ist rechtswidrig:

    Überbelegung: Gesetze regeln, wann die Wohnung zu voll ist

    Eine Überbelegung gilt gemäß Mietrecht als vertragswidriger Gebrauch einer Mietwohnung. Als allgemeiner Rahmen wird dabei in der Rechtsprechung davon ausgegangen, dass für jede in der Wohnung lebende Person ungefähr acht bis zehn Quadratmeter Wohnfläche gerechnet werden sollten. Kann der Vermieter nachweisen, dass dies nicht der Fall ist und deutlich mehr Menschen in der Wohnung leben, erlaubt ihm das Mietrecht in vielen Fällen, dem Mieter zu kündigen.

    Hinweise darauf, ab wann eine Wohnung überbelegt ist, geben auch die Wohnungsaufsichtsgesetze der einzelnen deutschen Bundesländer. So gilt zum Beispiel in Bayern, dass für jede Person mindestens zehn Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen sollten, in Berlin sind es neun Quadratmeter. Für Kinder gelten meist niedrigere Werte, häufig etwa sechs Quadratmeter.“ (Quelle)

    Für Streitfälle in Mietfragen hatte ich jahrelang eine Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein Mietrecht. Ich hätte einfach nur auf den Anwalt verwiesen, musste es aber nie in Anspruch nehmen.

    „… andere sehr großzügig, aber weil sie mehr als 1/3 ausgeben wird die Miete nun gekappt?“

    Angenommen, es käme zu so einem Gesetz nach schweizerischem Vorbild, dann müsste der Vermieter gesetzeskonform vermieten, so wie ein Hypothekengeber die Bonität der Schuldner prüfen muss.

    Angenommen eine erstellte 4-Zi. Wohnung für 400.000 Euro dürfte nur 3% Rendite (Schweiz derzeit 2%) bringen, dann wären das 1.000 Euro Kaltmiete im Monat. Der Vermieter hätte dann die Sorgfaltspflicht, diese Wohnung nur an Mieter mit Haushaltseinkommen von 3.000 Euro oder mehr netto zu vermieten.

    MS

     

  78. AvatarMicha

    @chn

    „Diese Steuer ist aber so gering, die hindert hier bestimmt niemanden daran, weiterhin sein Depot zu füttern.“

    Du meinst bestimmt den „Steuersatz“: Ist die Steuer erst einmal eingeführt, dann kann der Steuersatz doch relativ leicht erhöht werden.

    Den meisten wird es darum gehen, dass in einem der führenden Steuerabzockländer immer wieder neue Steuern und Abgaben eingeführt werden. Aber gut zu wissen, dass ich mit meinem mittelmäßigen Einkommen jetzt schon als „reich“ zähle (was hat das mit dem Einkommen zu tun?) und weiterhin Soli abdrücken muss.

  79. AvatarSparta

    @Matthias

    Ich denke nicht dass so eine planwirtschaftliche Vorschrift mehr Wohnraum fördert, bzw. mehr private Investoren dazu verleitet mehr Wohnraum zu bauen.

    Die Rechtssprechung ist jetzt schon sehr einseitig pro Mieter & die Bauvorschriften und energetischen Verordnungen machen es zudem sehr teuer.

    Mehr Staat als Unternehmertum… ich kenne kein Land wo diese Idee zu mehr materiellen Wohlstand für die Bevölkerung geführt hat.

  80. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Sparta,

    gerade wollte ich ausschalten, da zeigt mir der Refresh noch Dein Post an. 😉

    Ich bin nicht staatsgläubig. Eine umfassende Planwirtschaft halte ich (DDR-praxiserfahren) für Unsinn.

    Wohnraum ist bei mir was anderes als ein Supermarkt. Ich will keine staatlichen Produktionsbetriebe oder Supermärkte, wo der Staat bestimmt, wie viele Joghurtsorten sinnvoll sind.

    Wenn ich sage, kommunaler Wohnungsbau, dann ist das für mich nicht der Staat. So wie es von der Kommune eine Stadtreinigung (als Zuschussgeschäft) gibt, so sollte es eine Wohnungsbaugesellschaft geben, die kostenneutral wirtschaftet. Das geht auch neben privaten Bauträgern.

    Aber ich gebe unumwunden zu, dass mir die private Wirtschaft im reinen Miet-Wohnungsbau nicht gefällt. Wer es sich leisten kann, der kann sich sein Haus ja bauen lassen. Der „normale“ Mieter sollte aber nicht Objekt von Renditeerwartungen sein.

    Gutes Nächtle

    MS

  81. AvatarKia

    @ Matthias Schneider

    Danke.

    Ich glaube nicht, dass die Politik ihren Mietdeckel so hinbekommt, dass es Rechtssicher ist. Das hat beim Mietspiegel auch nicht gut funktioniert. Die AGs verklagen ja nicht den Senat und sagen, euer Mietspiegel/ Mietdeckel ist rechtswidrig, sondern führen den Rechtsstreit über die Mieter aus. Der Mieter bekommt die Mieterhöhung, über den Mietspiegel hinaus, stimmt er nicht zu, wird er verklagt und der Richter überzeugt, dass der Mietspiegel nicht geeignet ist. Ich denke es wird beim Mietdeckel so ähnlich ablaufen. Die Mieterhöhungen werden rausgeschickt, der Mieter stimmt nicht zu, mit Verweis auf den Deckel, und dann wird geklagt, weil man sich nicht auf ein Gesetz berufen kann welches rechtswidrig o.ä. ist. Bis jetzt wurde so ziemlich jede Chance genutzt, um über Prozesse gegen Mieter, die Instrumente der Politik auszuhebeln. Das wird beim Mietendeckel nicht anders ablaufen. Am Ende bringt es nichts außer Rechtsunsicherheit und jahrelange Prozesse.

  82. KievKiev

    @ MS, Bruno

    Eure Gründe für die Bevorzugung professioneller Vermieter kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich bevorzuge bei einer identischen Wohnung Nebenkosten über 120€ gegenüber 150€, die perfekt abgerechnet sind. Ich habe gerade keine Statistik zur Hand. Ich bin mir aber sicher, dass private Vermieter weniger Kaltmiete als professionelle Vermieter verlangen. Das liegt vermutlich eher an dem persönlichen Kontakt von dem Eigentümer zum Mieter und betrifft vor allem Bestandsmieten.

    Die 1/3 Regel finde ich generell sinnvoll. Zementieren würde ich es allerdings nicht. Ich schaue hier persönlich auch drauf. Es diskriminiert aber Wohnungssuchende. Wie viel verdient denn eine alleinerziehende Kindergärtnerin? Gibt es solche Wohnungen bei Euch in der Stadt? Die Gemeinden schauen auch schon wo man nachverdichten kann. Ich würde mir mehr Radfernwege wünschen. Warum wird das Umland nicht besser integriert? Wer garantiert denn dem Vermieter die Rendite, wenn der Trend sich umkehrt und die Menschen wieder aufs Land ziehen? Eine Forderung nach unrentablen Wohnraum finde ich albern. Der nächste Kostenblock ist die Mobilität. Sollte ich nicht ein Anrecht auf gute Preise in dem Segment haben? Als Ingenieur würde mit ein Tesla S zustehen. Ich finde hier einen Preis von 30000€ gerechtfertigt. Gedeckelt auf mein Gehalt fände ich noch besser. Hier werden ja oft 3 Monatsgehälter genannten. Das finde ich auch sinnvoll als Orientierung. Ein 911 oder Tesla S auf drei Monatsgehälter gedeckelt wäre doch mal eine Forderung von der alle profitieren.

    Miete sehe ich auch nicht wie ein Glas Wasser in der Wüste. Ich habe mich nach dem Studium bewusst gegen München entschieden. Man stelle sich einmal vor, dass alle Deutschen nach München ziehen möchten. Auch wenn die Miete irgendwie festgesetzt ist werden nicht alle Deutschen in München wohnen können.

  83. AvatarBruno

    @Kiev

    Ich sehe es ja eigentlich wie Du. Bezüglich professioneller Mieter, ich meinte mit Privat eher Kleinstvermieter, wobei es da auf die Konstellation ankommt. Es geht mir auch nicht um die Nebenkostenabrechnung. Wir haben z.B. unsere Büros von einem solchen privaten Vermieter, einen Nebenkostenabrechnung habe ich noch nie gesehen aber das ist mir auch egal, wenn der Preis sonst stimmt und das Verhältnis ist sehr gut. Ich weiss er wird nie Eigenverbrauch anmelden, und dieses Risiko sehe ich bei Kleinstvermietern, wenn z.B. jemand nur 1 Wohnung vermietet und plötzlich auf den Geschmack kommt, wenn man dort mit einer Familie ist kann es ungemütlich werden. Wenn jemand ein MFH hat und dieses nebenbei vermietet sehe ich da kein Problem. Wie mit allem man muss es im Detail anschauen. Es gibt gute Vermieter und weniger gute Vermieter, genauso wie bei den Mietern auch. Mir ist sowieso alles viel zu stark reguliert und geregelt, es ist mittlerweile ein Dschungel der Bürokratie. Es liesse sich darüber noch viel berichten, aber es bringt nicht wirklich viel, man muss wie immer das Beste aus der aktuellen Situation machen.

  84. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kia,

    Du wirst Dein Gründe für den Pessimismus haben, aber ich denke, vieles funktioniert nicht, weil die „kleinen Leute“ sich nicht trauen auf ihrem Recht zu bestehen. Klar kann man gegen alles klagen (siehe Mautvorhaben). Aber Gesetze sind Gesetze. Ich kann auch gegen Geschwindigkeitsbegrenzung in Ortschaften klagen, weil ich meine persönliche Freiheit beschnitten sehe, werde aber sicher keinen Erfolg haben.

    @Kiev,

    es geht ja eigentlich nur um den ausufernden Missbrauch in Brennpunkten. Niemand wird es interessieren, wenn jemand sein geerbtes Häuschen auf dem Lande nicht selbst bewohnen, aber auch nicht verkaufen will, sondern eben irgendwie froh ist, da vermieten zu können.

    Mein Hauptgrund gegen Kleinstvermieter, neben eben gerade fehlender Professionalität bei Abrechnungen, ist auch die drohende (vorgeschobene) Eigenbedarfskündigung. Gegen richtig professionelle Wohnungsbaufirmen, die dann auch vermieten, habe ich nichts, solange sie sich an Recht und Gesetz halten.

    Für das Modell der Zukunft halte ich aber eben eine sozialverträgliche, nicht auf maximale Rendite ausgelegte Wohnungswirtschaft, zumindest in Brennpunkten.

    Das Genossenschaftsmodell halte ich für eine sehr gute Sache. In meiner kleinen Genossenschaft sind wir derzeit 861 Mitglieder mit einer Bilanzsumme von 24,5 Mio. In meiner Nähe wird von uns ein neues Haus mit 8 WE gebaut, wo ich als Single wohl keine Wohnung bekäme, da nur größere Wohnungen, auf die man kein Anrecht hat als Einzelperson. Und so soll es sein. Es soll nicht ein einzelner Gutverdiener eine große Wohnung mit günstiger/kostendeckender Miete blockieren, und eine Familie findet nix. Ich weiß nicht wo die Grenzen sind, aber ich habe eben nur Anspruch auf eine 2 Zi. Wohnung, und habe eine mit 42 qm bekommen, die kostendeckende 375 Euro Kaltmiete inclusive Renovierung/Modernisierung kostet.

    Na ja. Letztlich muss jeder sein Ding finden. Wer bauen oder kaufen kann, der wird das tun, was ich für sinnvoll halte.

    Die 3 Kinder meiner Partnerin sind nun alle im Eigentum. Die eine Tochter hat jetzt im kleinen Nachbarort von ihrem Wohnort im Fränkischen ein Grundstück zugelost bekommen (50% gingen an Ortsfremde) für einiges unter 50.000 Euro bei ca. 450 qm. Sie baut jetzt dann auch ein klein Häuschen in dem lieblichen Weinort am Main.

    P.S.: Die Option hätten wir ja auch noch. Meine Partnerin hat sich ja ein erschlossenes Grundstück in der Nähe von Feuchtwangen sehr ländlich im Dorf gekauft (anstelle von Gold). Das kostete 20.000 für 530 qm vor 4 oder 5 Jahren. Da könnten wir uns auch ein kleines Fertighaus hinstellen, wenn mal der Stress selbst in unserer Kleinstadt zu groß wird.

    Schönen Feiertag.

    MS

  85. AvatarSparta

    @Matthias

    Ja, ich kann deine Sichtweise ja durchaus nachvollziehen…

    Allerdings hatten wir ja den kommunalen Wohnungsbau und die Politiker haben da Blöcke davon an die Privatwirtschaft verkauft…

    Mitunter weil Sie die Modernisierungs- und Renovierungskosten nicht tragen wollten oder weil Sie schnelles Geld (im Nachhinein zu günstig) wollten.

    Bei den privaten Vermietern liegt die Mietrendite sogar bei den ca. 2 % im Schnitt, evtl. sogar darunter….  Gibt es ja grobe Statistiken im Netz ohne jetzt Polemiken von Vermietern vs. Mietern weiter hier aufzuführen. Dies machen hier ja schon andere.

    Dazu noch ein bürokratisches Monster mit einer 2 % Regel noch zu machen, welches überwacht & kontrolliert werden muss und die Judikative weiter mit jahrelangen Streitereien überladet???

    „Wohnraum ist bei mir was anderes als ein Supermarkt.“

    Auch diese Sicht kann ich verstehen, aber wo und bei welchem Grundbedürfnis wie Wasser & Lebensmittel, Medikamente, bezahlbarer Strom, menschenwürdige Pflege usw. usf. hören wir auf, diese nicht mehr nach Preis-Leistung & Wettbewerb zu wirtschaften und versuchen es mit dem Staat und Politikern, welche auch Lösungen anbieten die nicht alle glücklich machen können?

    Leistung und Wettbewerb muss sich mehr lohnen als zu Hause zu sitzen. Allerdings benötigen wir auch eine soziale Absicherung für diejenigen, die wirklich Hilfebedürftig sind. Diese haben wir in Deutschland meines Erachtens schon, bzw. diese ist deutlich stärker als in vielen anderen Ländern.

    Wo der kapitalistische Wettbewerb nicht mehr funktioniert und Mono- bzw. Oligopole eine Marktmacht haben, die Wettbewerb obsolet macht bin ich sogar bei Dir mit mehr Macht beim Staat bzw. mehr Steuern bei FANG.

    Die Bürokratisierung für kleine und mittlere Firmen ist aber auf einem Niveau wo diese Produkte und Dienstleistungen teurer macht.

    Die meisten Betriebe wo im Wettbewerb stehen wollen nämlich Preis-Leistungsmäßig sich ständig für die Kunden verbessern und tragen dadurch zu mehr Wohlstand für die Allgemeinheit bei.

    Ich denke überwiegend liberal habe aber auch soziale Aspekte und auch Umweltschutzgründe im Blick.

    Diese Motzerei im Netz mit links/rechts und dem einseitigen Schubladendenken und der Verrohung der Sprache mit den ganzen Polemiken nervt mich und hat in meinen Augen wenig mit einer sachlichen & rationalen Verbesserungs- und Lösungsfindung zu tun.

     

  86. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Sparta

    Diese Motzerei im Netz mit links/rechts und dem einseitigen Schubladendenken und der Verrohung der Sprache mit den ganzen Polemiken nervt mich und hat in meinen Augen wenig mit einer sachlichen & rationalen Verbesserungs- und Lösungsfindung zu tun.

    Da bin ich ganz bei dir. Das Niveau hat auch hier im Blog stark nachgelassen. Was waren das für selige Zeiten, als sich hier respektvoll, sachlich und hilfsbereit über Vermögensaufbau, Börse und genügsames Leben ausgetauscht wurde. Gerne auch über Immobilien, Karriere, Wandern, Radfahren, Technikbasteleien oder Star Trek 😉 ….  Für alle etwas dabei. Finde ich symphatisch.

    Für manch einen ist das hier aber zur Selbstdarstellerbühne verkommen, auf der täglich zig mal die eigene (politische) Weltsicht „zum Besten“ gegeben wird. Öde.

  87. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Sparta,

    ich kann Dir weitestgehend zustimmen. Liberal ist immer gut. „Freie Fahrt für freie Bürger“ war doch mal ein Slogan.

    Ich bin ja nur dagegen, wenn diese Freiheit des Geldverdienens missbräuchlich überdehnt wird, bzw. die Hilflosigkeit und Abhängigkeit schamlos ausgenutzt wird.

    Letztendlich steht und fällt aber eben alles mit dem politischen Desinteresse der Betroffenen.

    Und tatsächlich bin ich der Meinung, dass bestimmte Bereiche einfach nicht in private Hand gehören. Medizinische Grundversorgung gehört da dazu wie Wasser und anderes mehr. Wenn die Bevölkerung aufwacht, dann lassen sich ja auch Fehlentscheidungen rückgängig machen, siehe Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe.

    Meine Heimatstadt Dresden hatte damals sämtliche kommunalen Wohnungen verkauft. Sie hatten wahrscheinlich nicht die Kraft, den Zorn bei einer kostendeckenden Erhöhung der Mieten auf sich zu ziehen. Das überließen sie der „Heuschrecke“. Lieber wollten sie sich der Schuldenfreiheit rühmen. Ich hätte mir gewünscht, die hätten konsequent kostendeckend gewirtschaftet.

    Was soll das Gerede… bin dann mal weg.

    MS

  88. Avatarbilbo78

    Ja, Deutsche sind schreckliche Neider. Ich bin zwar reich (aber davon weiß keiner) aber vor allem ziemlich erfolgreich (das wissen viele) und mir bläst so viel kalter Wind ins Gesicht, das ist erschreckend. Habe einge Freunde verloren und auch mancher Kollege ignoriert mich, weil ich so einen fulminanten Aufstieg hingelegt hatte und auch recht viel Glück hatte.

    Schon traurig, diese Neidgesellschaft. Deutschland ist generell unausstehlich geworden und hauptsächlich nur gut, um zu Arbeiten und die gute Krankenversorgung. Für Spaß am Leben sind andere Länder wesentlich geeigneter. Ganz zu schweigen von den unerotischen und oft biestigen deutschen Frauen. Glücklicherweise bin ich oft in China, da sind die Frauen erotisch und gebildet zu gleich (natürlich nicht alle).

  89. KievKiev

    @ MS

    Wohngenossenschaften finde ich auch sehr gut. Die Gemeinden müssen halt schauen an wen sie Grundstücke usw. geben. Hier wurden die Fehler gemacht. Korrigieren kann man dies natürlich. Es kostet aber Geld. Brennpunkte sehe ich aber primär auf der Nachfrageseite. Hier sehe ich keine skrupellose Vermieter. Jeder würde doch gerne mehr Miete erhalten, wenn das Viertel entsprechendes Klientel bekommt. Eine alleinerziehende Person wird in so einem Gebiet bei einem normalo Gehalt nicht zum Zuge kommen. In Freiburg wird verhältnismäßig viel Miete in Bezug zum Einkommen bezahlt. Es ist nicht so, dass es keine Alternativen gibt. Aber in der Stadt kann man auch sehr schön wohnen. Der Preis findet sich immer aus Angebot und Nachfrage. Abzocke sehe ich auch hier nicht. Die Kaufpreise sind ebenfalls teuer.

    Leerstehende Wohnungen finde ich auch nicht gut. Ich kann aber auch nicht nachvollziehen wer so etwas macht. Gibt doch auch Ärger mit dem Finanzamt.

    Die Modelle der Genossenschaft finde ich auch gut. Dennoch sollte es jedem frei stehen wie er wohnt. Kleine Vermieter wie ich können aber entscheiden wer genommen wird. Eine alleinstehende Person mit hohem Gehalt kommt mir nicht in eine Wohnung. Dafür sind sie zu groß. Andere Vermieter entscheiden anders. Mit kleinen Vermietern kann man auch etwas besprechen. Wie Eigenbedarf, Modernisierung, Zwischenmiete usw. Bei großen Gesellschaften ist dies nicht so leicht möglich. Ich kenne ein paar Vermieter, die die Nebenkosten gering halten. Es werden kleinstmögliche kostenpflichtige Mülltonnen verwendet. Rauchmelder selbst installiert und geprüft usw.

  90. AvatarSparta

    @Kiev

    „Leerstehende Wohnungen finde ich auch nicht gut. Ich kann aber auch nicht nachvollziehen wer so etwas macht.“

    Ich kenne da ein paar und ich kann die Beweggründe bzw. was da von Seiten der Mieter vorgefallen ist, bzw. die ermüdenden & kostspieligen Rechts-Streitereien und ich kann verstehen wenn manche einfach nur Ihre Ruhe und keinen Ärger mehr wollen (insbesondere ältere Menschen), bzw. auch keine Lust mehr haben wenn die Rentabilität durch Gerichtskosten, Gutachten etc. weniger ist, als z. B. ne durchschnittliche Dividenden-Rendite…

  91. AvatarPekka

    @steve Ein Kollege von mir hat im Berliner Speckgürtel eine vermietete Wohnung. Das Finanzamt hat ihn förmlich gezwungen die Miete zu erhöhen, weil sie sonst einige Kosten nicht mehr anerkennen wollten. Er hat mit einem Anwalt gesprochen und der bescheinigte ihm wenig Aussicht auf Erfolg, wenn er dagegen vorgehen möchte.


    @slowroller
    „Genauso stirbt niemand von einer Umsatzsteuer auf Finanztransaktionen (gab es übrigens früher schon, in den vermeintlich „besseren Zeiten“).“

    Früher gab es aber auch eine Spekulationsfrist, die nach Ablauf der Haltefrist den Gewinn bei Aktienverkäufen unversteuert ließ. Im übrigen würde ich es für fairer Halten, wenn es schon eine Finanztransaktionssteuer gibt, wenn diese auch für Derivate und nicht nur für Aktien gelten würde.


    Bzgl. Mietendeckel: Soweit ich gelesen habe, soll dieser nicht für Neubauten gelten. Nun könnte man sagen, dass dadurch vielleicht mehr gebaut wird. Andererseits besteht auch die Gefahr, dass sich Investoren vermehrt auf noch freie Grundstücke stürzen, was mehr Nachfrage, damit höhere Grundstückspreise und letztendlich auch höhere Mieten bei den Neubauten zur Folge hätte.

    Und ein Aspekt, den Bruno hier angeschnitten hat. Der in Deutschland genutzte Wohnraum je Person steigt unaufhörlich. Seit 1990 ist in Deutschland die Wohnfläche je Einwohner um ca 33% gestiegen (im Osten um ca. 54%, aber die Ausgangsbasis ist auch kleiner). Zeitgleich sind, zumindest überall wo ich im Osten bisher gewohnt habe, viele Wohnungen bis in die 2000er abgerissen worden.


    Die Festschreibung der 1/3-Satzes finde ich jetzt auch quatsch. Ich gebe gerne mehr für Wohnen aus. Wobei der Anteil durch Gehaltssteigerungen in den letzten 2 Jahren von 38% auf 28% gesunken ist bei uns. Wir haben auch eine relativ große Wohnung für 2 Personen, aber andere kaufen sich halt ein dickes Auto und fahren 3 mal im Jahr in den Urlaub und wir gönnen uns halt den Platz. Wobei wir für uns auch ein Kompromiss dafür schließen mussten bzgl. Entfernung zur Arbeit. Zudem ist man auf Arbeit schon so mit vielen Leuten auf kleinem Platz zusammen und dann noch im übervollen Zug, dann ist der Platz Zuhause wie eine Wohltat.
    Irgendwann in den nächsten 2 Jahren soll bei uns ein Radschnellweg gebaut werden, dann wird zumindest die Zugfahrt durchs Fahrrad ersetzt werden (zur Zeit ist das durch eine fehlende Brücke noch ein großer Umweg).


    @Sparta
    Das ganze Links/Rechts nervt mich auch. Die sind ohnehin ziemlich ungenau.

  92. AvatarOliver

    @Tugumak:

    Was soll der Versuch, das Augenmerk hauptsächlich auf das Bsp. mit den Luxusimmobilien zu lenken? Aber lassen wir deine absolute Aussagen, die ohne Ausnahme gelten so, einfach mal stehen. Diskussionen über Luxusimmobilien und deren Bewohnung lenken einfach nur vom Kern der Themen ab.

    Den Artikel des Handelsblatts hab ich mal gesucht, verlinken wolltest Du ihn ja nicht. Dazu und zu Deiner Frage, wo die bösen Miethaie denn sein sollen, kann ich Dir das Stichwort Miet-Nebenkosten nennen. Die spielen nämlich in die offiziellen Mieten nämlich nicht rein. En Detail hier nachzulesen:

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vonovia-wie-der-wohnungskonzern-seine-mieter-schroepft-a-1238110.html

     

    @Nico Meier:

    @ghost
    Danke für dein Post.

    Käme er von mir so wäre es die Überheblichkeit eines Schweizers. ?

    Keine Sorge, jeder intelligente Mensch sollte das – egal von wem es kommt – sofort als Stammtischpolemik erkennen.

  93. AvatarKia

    Übel was der Spiegelartikel da offen legt. Bei unsern Vermieter läuft das auch über „Tochterunternehmen“ nur beweisen kann ich es nicht. Streugut ausbringen ist mir hierbei auch als exorbitant teuer aufgefallen, weil es sehr selten bis gar nicht schneit oder gefriert, es gibt höchstens mal Schneeregen. Im letzten Jahr geschah dies genau einmal, an einem Samstagmorgen. Um 10 Uhr stand dann jemand von den „Dienstleistern“ da und hat für eine halbe Stunde, mit den Händen, Streugut dem Regenwasser hinterher geworfen. Gekostet hat es den weniger als 100 Mietern, zusammen, fast 19 000€. Es ist ja nur ein kleiner Wohnblock besitzen tun sie mehrere tausende. Das lohnt sich.

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