Warren Buffett Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway hat 373 Milliarden Dollar Cash. So viel wie nie zuvor. Es setzt sich aus Guthabenbeständen (48 Milliarden Dollar), kurzlaufenden US-Staatsanleihen 321 Milliarden) und Cash-ähnliche Anlagen (4 Milliarden) zusammen. Warum das Finanzgenie so viel Cash hält, hat einen Grund. Er sieht wohl die Gefahr einer Börsenblase bzw. große Risiken.
Der KI-Boom hat in einer kleinen Aktiengruppe zu irren Bewertungen geführt. Das macht Buffett bestimmt Sorgen. Zehn Aktien decken mittlerweile mehr als ein Drittel des S&P 500 ab. Ende 2025 lag deren Anteil gar bei über 40%.
Diese extreme Konzentration durch Tech-Riesen wie Nvidia, Apple und Microsoft führt dazu, dass sie enormen Einfluss auf den S&P 500 haben. Einen solchen Klumpen hat es nie zuvor gegeben. Es kann gefährlich werden, wenn die Mega-Caps in Probleme kommen sollten.
Private Equity-Firmen finanzieren einen Großteil der KI-Infrastruktur
Vor allem Private Equity-Firmen finanzieren derzeit die KI-Unternehmen. Sie sind eine entscheidende Finanzierungsquelle für die KI-Infrastruktur, also für Rechenzentren und Halbleiterchips. Diese Infrastruktur wird wiederum größtenteils von wenigen Unternehmen wie Google und Microsoft aufgebaut, die die Börse dominieren.
Darüber hinaus belastet der KI-Boom die physische Infrastruktur, auf die er angewiesen ist. KI führt zum Beispiel zu einem enormen Stromverbrauch. Auch ist der Bedarf an superschnellen Halbleitern enorm, die zum Teil ausverkauft sind.
Die besten Gelegenheiten entstehen oft, wenn es in einem Markt knirscht. Jetzt knirscht es an der Börse im Zuge des Iran-Kriegs und der Probleme im Private Equity-Bereich. Schulden können zum Teil nicht mehr bedient werden.
Nach dem Allzeithoch von über 160 Dollar Anfang 2025 ist KKR nun auf 89 Dollar gefallen. Für einen Buy-and-Hold-Anleger, der auf Burggraben-Firmen setzt, ist das ein spannendes Setup. Ich bin am Montag, 23. März, mit rund 9.000 Dollar eingestiegen. Ich habe 100 Stück gekauft. Allerdings bleibt die Branche angespannt. So ist gerade ein großer KKR-Fonds auf Ramschniveau abgestuft worden.

Hier sind die Gründe, warum KKR jetzt fundamental und strategisch überzeugt:
1. Das „Drei-Säulen-Modell“ (Der Burggraben)
KKR ist längst kein reiner Private-Equity-Laden mehr. Das Geschäftsmodell ruht auf drei stabilen Beinen, die für diversifizierte Cashflows sorgen:
- Asset Management: Klassische Gebühren auf verwaltetes Vermögen (AUM). Das AUM ist Ende 2025 auf beeindruckende 744 Milliarden Dollar gestiegen (+17% zum Vorjahr).
- Versicherungen (Global Atlantic): Durch die vollständige Integration von Global Atlantic hat KKR Zugriff auf „permanentes Kapital“. Das macht sie unabhängiger von Fundraising-Zyklen.
- Capital Markets: KKR fungiert als eigene Investmentbank für seine Portfoliounternehmen und behält die Gebühren im Haus.
2. Die „Deal-Dam“-Kernschmelze 2026
Nach der Zurückhaltung der letzten Jahre bricht der „Deal-Stau“ nun auf. Die Stabilisierung der Zinsen im Bereich von 3,5 bis 3,75% gibt die nötige Planungssicherheit für M&A-Aktivitäten. KKR sitzt auf enormem „Dry Powder“ (nicht investiertem Kapital) und kann im günstigeren Bewertungsumfeld zuschlagen.
3. Fokus auf Megatrends: Infrastruktur & Klima
KKR positioniert sich massiv im Bereich Real Assets:
- Infrastructure V: KKR sammelt aktuell für seinen fünften Flaggschiff-Infrastrukturfonds (Ziel: 18 bis 20 Milliarden Dollar).
- Climate Transition: Mit dem Global Climate Transition Fund adressieren sie das Multi-Billionen-Thema Dekarbonisierung. Für dich als Value-Investor sind das Sachwerte mit inflationsgeschützten Cashflows.
Die nackten Zahlen
| Kennzahl | Wert / Prognose |
| Aktueller Kurs | ~89 Dollar |
| KGV (TTM) | ~35x – 40x (Rückblickend hoch, aber…) |
| Ziel Fee-Related Earnings (FRE) | > 4,50 Dollar pro Aktie (Ende 2026) |
| Analysten-Kursziel | ~140 bis 150 Dollar |
Warum die Aktie passt:
Das Management strebt bis Ende 2026 ein bereinigtes Nettoeinkommen von über 7 Dollar pro Aktie an.
Aber Achtung (Die Kehrseite): Die operative Marge ist zuletzt leicht unter Druck geraten (auf ca. 8,7%), da die Integration neuer Sparten und das Marktumfeld 2025 teuer waren. Wer hier kauft, setzt darauf, dass KKR die Skaleneffekte seines 744-Mrd.-Dollar-Apparats voll ausspielt.
Mein Fazit: Wenn du an die Macht des „Patient Capital“ glaubst und einen Champion suchst, der die Wall Street effizienter spielt als die traditionellen Banken, ist das aktuelle Niveau ein klassischer „High Grading“-Moment für dein Depot. Gerade wenn die Ratinghäuser abrücken und der Kurs tief ist, kann es sich auszahlen, Mut zu haben.
Aber eine Garantie kann ich keine übernehmen. Es handelt sich hierbei um keine individuelle Anlageberatung. Immer ans Streuen denken.
Ich diesem Video spreche ich über KKR und andere Aktien:
Hier noch ein Hinweis:
KKR hat hohe Cashbestände. Daher wird auf einigen Finanzportalen der Enterprise Value mit rund 5 Milliarden Dollar angegeben. Andere Websites weisen ein EV von 94 Milliarden Dollar. Es ist Auslegungssache:

@Tim
Also laut KI ist der EV (auch wenn er sehr unterschiedlich ausgelegt wird, (z. B. ob Anlegergelder in der Bilanz dazu zählen) gar nicht so entscheidend für einen Asset-Manager, sondern eher Fee?related earnings, Distributable earnings, Assets under management, Fee?paying AUM & Carry?Potenzial.
Aus dieser Sicht ist KKR moderat unterbewertet ca. 15-30 % je nach Berechnungsmethode und welches Zukunftsszenario man annimmt.