Thomas, 20, Informatiker aus Zürich, hat 1 Firma, sein Aktiendepot soll zügig 100.000 CHF erreichen


New York, 15. April 2017

Thomas, 20, aus Zürich. Bald hat er 100.000 CHF im Depot. Er ist geschäftstüchtig.

Ich setze die Serie „Meine Leser stellen sich vor“ fort. Ich habe gestern einige Zuschriften erhalten. Sie sind alle inspirierend. Meine Leser sind wirklich großartig. Jede einzelne Story hat beeindruckende Aspekte. Danke für Eure Teilnahme, danke fürs Lesen und Kommentieren. Bleibt mir nur noch Euch allen schöne Osterfeiertage zu wünschen.

Heute geht es um Thomas, 20 Jahre alt, aus Zürich. Er hat mir folgende Zeilen geschickt:

„Hallo Tim,

Mein Name ist Thomas und ich komme aus Zürich (Stadt), im Sommer werde ich 21 Jahre jung 🙂 Ich bin noch ganz am Anfang meiner Reise und dachte mir ich schreibe dir eine E-Mail.

Ich habe die Sekundarschule besucht und anschliessend im Jahre 2012 eine Ausbildung als Informatiker begonnen, welche ich im Sommer 2016 erfolgreich abgeschlossen habe. Ich blieb in der Firma und arbeite bis heute noch dort, im Februar 2017 bin ich mit meiner Freundin in eine kleine 2.5 Zimmer Wohnung gezogen.

Da vermutlich deine Leser am meisten am finanziellen Teil meiner Geschichte interessiert sind, lege ich gleich mal los. Ich war schon immer begabt mit Geld, schon in jungen Jahren konnte ich grössere Beträge zusammen sparen durch Taschengeld, Weihnachtsgeld etc. Doch meistens sparte ich auf grössere Errungenschaften wie z.B. einen Nintendo DS oder eine Nintendo Wii. Ich gab mein Geld, sobald ich das Sparziel erreicht hatte, für meine Bedürfnisse aus.

Daran hat sich nicht viel geändert, bis ich meine Ausbildung begann. Die ersten 2 Jahre meiner Ausbildung habe ich praktisch von der Hand im Mund gelebt. Mein wenig erspartes gab ich für einen Mac Mini und andere Gegenstände aus. Im Nachhinein eine super Entscheidung, da ich nun glücklicher Apple-Benutzer bin 😉 Als ich dann zu meinem 18. Geburtstag 10’000 CHF von meinen Eltern erhalten habe, begann ich mir die Frage zu stellen: Was soll ich mit dem Geld machen? Verprassen oder Sparen?

Die Antwort darauf war nicht ganz leicht. Glücklicherweise hatte ich einen guten Freund der bereits früh mit seinem eigenen Business begonnen hat, er verkaufte Kleider und Caps. Er inspirierte mich dazu ebenfalls etwas eigenes aufzubauen. Daraus entstand meine erste Business Idee. Von nun an verkaufte ich Online und an Messen Merchandise von verschiedenen Anime & Manga (japanische Zeichentrickfilme und Comics).

Schnell habe ich ebenfalls begonnen mit Trading Cards zu handeln. Heute stehe ich mit einem laufenden Businessmodell da, welches ich weiterhin nutze, um mir einen gut bezahlten Nebenverdienst zu erwirtschaften. Parallel habe ich begonnen, ein Haushaltsbuch zu führen, um meine Ausgaben zu kontrollieren und zu optimieren. Schnell hatte ich ein Problem, wohin mit dem erwirtschafteten und gesparten Geld. Die Lösung schien einfach, den mein guter Freund hat, wie es der Zufall so will, ebenfalls zusätzlich mit Aktien gehandelt. Also habe ich kurzerhand ein Depot eröffnet und ebenfalls begonnen Aktien zu kaufen.

Am 9. Februar 2015 habe ich meine erste Aktie gekauft (das ist bereits mehr als 2 Jahre her). Mittlerweile bewegt sich mein Depot im höheren 5-Stelligen Bereich. Ich verfolge zum grossen Teil eine Dividendenstrategie, die auf Buy-and-Hold abspielt. Dieses Jahr streiche ich voraussichtlich ca. 1’400 CHF an Dividenden ein, das entspricht bereits 65% meiner monatlichen Ausgaben. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich meinem guten Freund noch nie erzählt habe, das er mich dazu inspiriert hat. Vielleicht werde ich das demnächst mal machen, wenn ich einen guten Moment erwische 🙂

Ich muss gestehen, ich hatte in meinem Leben bisher noch keine grösseren Rücksetzer, sowohl finanziell als auch psychisch und gesundheitlich. Mir ging es immer gut, bis auf Teenagerprobleme, die vermutlich jeder hatte. Ich bin glücklich und weiss, das zu schätzen. Deshalb versuche ich, das beste aus meiner jetzigen Situation zu machen und für die Zukunft (schlechtere Zeiten) vorzusorgen.

Um nun eine gewisse Relation zu haben, mein Ziel ist es ein Nettovermögen von 100’000 CHF bis Ende 2017 zu erreichen. Zu meinem Nettovermögen gehören grundsätzlich keine Schulden, da ich keine nennenswerte hätte. Aber zu den Vermögenswerten gehören natürlich: Depot, Bargeld, Tagesgeld, Festgeld, Handelswaren etc.

In diesem Sinne schliesse ich ab und wünsche dir Frohe Ostern und Festtage.

Grüsse aus Zürich
Thomas

PS: (…) Mir geht es nur darum, das man auch in jungen Jahren grosse Ziele haben kann!“

Ich hab Thomas dann noch ein paar Fragen nachgereicht:

Wann magst Du in Rente gehen?
Was ist Dein Traumjob?
Hast Du ein Foto für den Blog?
Welche Aktien/ETFs hast Du bzw. empfiehlst Du?

Er hat dann so per Email geantwortet:

„Hallo Tim,

Vielen Dank, für die rasche Antwort !

Rente ist irgendwie ein komisches Wort, wenn man das bereits mit Mitte 35 anstrebt. Ich finde eher es ist eine Unabhängigkeit vom Arbeitgeber. Man kann das machen, was man will entgeltliche oder unentgeltlich. Ich werde aber wohl nie aufhören zu „arbeiten“. Ich habe ja mein eigenes Business und in Zukunft werde ich das sicherlich ausbauen, und irgendwann in Richtung Outsourcing gehen, sodass ich weniger Arbeit habe. Zu einem gewissen Grad konnte ich das Abpacken und Verschicken bereits outsourcen. Das kostet zwar einen Batzen Geld, dafür spare ich mir enorm Zeit. Und Gewinne generiere ich trotzdem.

Im Moment bin ich mit meiner Situation sehr zufrieden. Ich übe praktisch meinen Traumjob als Nebenbeschäftigung aus. Ich verkaufe gerne Dinge, vor allem kenne ich mich gut mit der Materie aus. Diese Nebenbeschäftigung entwickelte sich aus meinen Hobbys. Von daher habe ich meinen Traumjob schon. Er muss nur noch vom Nebenjob zum Hauptjob werden 😉

Ich besitze folgende Aktien in meinem Depot, welche ich alle an ihrer jeweiligen Heimatbörse gekauft habe. Im Moment habe ich noch nicht vor in ETF’s zu investieren. Mir macht es Spass einzelne Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen. Ausserdem habe ich bei einem Einzelaktien-Depot die volle Kontrolle über die Gewinne/Verluste, da ich entscheide, was ins Depot kommt und was nicht. Zudem spare ich Gebühren, da kein Zwischenhändler oder sonstige Personen an den Gebühren verdienen.

Vielleicht werde ich in Zukunft in ETF’s investieren, aber nur zur Diversifikation. Bei meiner Dividendenstrategie setzte ich auf Dividendenwachstum und mische einzelne Monatszahler wie REIT’s (Real Estate Investment Trusts) in mein Depot, um einen kontinuierlichen Dividenden-Cashflow zu erhalten. Ich bin grosser Fan von monatlichen Dividenden-Eingängen. Es hilft mir am Ball zu bleiben und weiter zu machen!

Da ich gerne aktiv Investiere, ist klar, dass sich in meinem Depot nur Einzelaktien befinden. Möchte man jedoch eher passiv Investieren, eignen sich wohl ETF’s besser. Natürlich macht man meiner Meinung keine grossen Fehler, wenn man Bluechips wie Coca Cola, Microsoft, Procter & Gamble etc. kauft. Dennoch sollte man sich im klaren sein, dass Einzelaktien ein grösseres Risiko beherbergen, als einen ETF der ganze Regionen und Branchen abdeckt.

Name WKN
Altria Group Inc. (WKN 200417)
Ascom Holding (WKN 885933)
AT&T (WKN A0HL9Z)
BFW Liegenschaften (WKN A0MRHE)
Cisco (WKN 878841)
Credit Suisse Group (WKN 876800)
General Electric (WKN 851145)
Gladstone Commercial (WKN 260884)
Main Street Capital (WKN A0X8Y3)
Mobile zone Holding (WKN A14R33)
Nvidia (WKN 918422)
Royal Dutch Shell A (WKN A0D94M)
Starbucks (WKN 884437)
Swiss Re (WKN A1H81M)

Freundliche Grüsse
Thomas“


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Thomas, 20, Informatiker aus Zürich, hat 1 Firma, sein Aktiendepot soll zügig 100.000 CHF erreichen

  1. Didi

    *Sensationell*

    Kann man nur gratulieren und diese Zeilen sind sicher eine Inspiration für viele junge Leser hier, aber auch für die Generation 40+ 🙂

    TOP!

  2. Christoph

    Thomas: Gratulation. Du machst alles richtig. 1. Du denkst schon an später. 2. D genießt dennoch das Leben und machst Dich nicht verrückt ob du ein bißchen später oder früher FU bist.
    nettes übersichtliches Depot. Was sind denn deine Kriterien für neue Unternehmen?

    Kaufst Du schon nach oder derzeit nur neue Unternehmen hinzu?

     

    Irgendwie erinnert mich Dein Weg bzw wie du später leben willst an Richard Branson. Natürlich im kleinerem Rahmen. Aber er genießt auch das Leben und arbeitet dennoch noch ein bisschen obwohl er es nicht müsste.

    Weiter so!

     

  3. Thomas

    @Didi: Vielen Dank für den Zuspruch ?

    @ Christoph: Vielen Dank! Im Moment kaufe ich eigentlich nur neue Unternehmen zwecks Diversifikation. Sie müssen ein Zukunftsträchtiges Busines modell haben auf 10 Jahre +, ich muss kurz und knapp verstehen woran das Unternehmen das meiste Geld verdient. Ausserdem möchte ich von dem Unternehme nselbst überzeugt sein, oder im Idealfall selbst Konsument sein. Den so bin ich mir sicher auch grössere Korekturen oder Crashes ohne Verkauf zu überstehen. Zu denn Kennzahlen schaue ich mir natürlich die Dividendenrendite, KGV, Ausschüttungsquote, Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität und einige weitere an. Ich muss gestehen das ich eher oberflächlich bewerte und nicht jedes Unternehmen genauestens anschauen kann. Das schaffen ja nicht mal die berfulichen Analysten, alles in allem muss ich mich einfach wohl bei meinen Investments fühle. Man muss sich natürlich den Risiken bewusst sein!

  4. Fit und Gesund

    @Thomas,

    toll,

    verstehe ich das richtig dass Du 1400 CHF jährlich an Dividenden bekommst und das 65% Deiner monatlichen Ausgaben deckt? Ich bin ja schon sparsam, aber das würde bei mir nicht hinhauen. 🙂

    Frohe Ostern an Dich und an Alle hier.

  5. Thomas

    @Fit und Gesund

    Vielen Dank!

    Ich gebe im Schnitt ca. 2100 CHF im Monat aus, vielleicht habe ich das etwas ungünstig formuliert. Aber die Dividenden reichen bereits für 65% eines ganzen Monats! Ich vermute aber das sich mit der Zeit Fixkosten erhöhen werden, ich habe kein Auto, keine Kinder, keine teure Wohnung etc. Wenn man nicht alleine wohn kann man gut sparen, ich lebe zusammen mit meiner Freundin.

    Dir auch Frohe Ostern!

  6. MadMax

    Hallo Thomas, tolle Leistung und ich finde es echt super, dass du in deinem Alter bereits so für deine Zukunft vorsorgst. Ich habe noch ne Frage: Bist du der Sparkojote aus Zürich (Blog) ?

    Schöne Ostern

  7. Ralf

    Wunderbar! Solch eine finanzielle Sichtweise sollten alle jungen Leute annehmen. Aber auch das Startkapital der Eltern zum 18. von 10.000 CHF ist nicht zu verachten. Keine Selbstverständlichkeit, hier scheint finanzielle Bildung schon im Elternhaus recht ausgeprägt zu sein. War in meinem Elternhaus leider nicht der Fall. Damals und auch heute noch schießt mein Vater fast jeden Cent in das altgewordene Haus für Renovierungen, Modernisierungen etc.

    Da blieb einiges auf der Strecke, z.B. das Thema Altersvorsorge. Im Prinzip sind meine Eltern Sklaven ihres eigenen Hauses. Hier auch ein interessanter Artikel zum Thema:

    http://www.focus.de/immobilien/kaufen/hausbesitzer-ohne-geld-alt-und-pleite-das-ist-der-groesste-fehler-den-viele-rentner-machen_id_5315003.html

    Trollgrüße

    Ralf

  8. Thomas

    @MadMax

    Vielen dank! Ja ich finde die Vorsorge äusserst wichtig. Wenn du mich so direkt fragst lautet die Antwort, ja.

    @Ralf

    Meine Eltern waren schon immer sparsam, sie sind auch bereits seit langer Zeit Selbständig. Sie arbeiten nicht mehr 9 to 5. Ich würde mir vermutlich niemals ein Eigenheim kaufen, vor allem nicht in der Schweiz. Aber eine Immobilie vermieten, das würde ich ganz gerne einmal machen 🙂

  9. ostone

    Hallo Thomas,
    klasse Weg und weiter so.
    Als Schweizer hätte ich bei dir als Basis-Investments Nestlé, Roche und Novartis erwartet. Aber weit gefehlt…
    Weiterhin alles Gute beim Investieren.
    Grüße, Oli

  10. Romeo

    Klasse,dass du das alles durchziehst! Ich bin 31 und arbeite auch an der finanziellen Unabhängigkeit, verfolge aber keinen reinen Dividendenansatz, das ist nicht meine Welt. Ich verfolge einen Value-Ansatz, wenn dann noch Dividenden gezahlt werden, so nehme ich das gerne mit. Ich stehe auf deutsche Nebenwerte mit fairer Bewertung und Geschäftsmodellen mit wiederkehrenden Umsätzen, davon habe ich einige, vorwiegend defensive Titel, im Gepäck.Hier mein Depot, dessen Wert sich auf ca. 50 k Euro beläuft:

    Cisco

    Procter & Gamble

    Johnson & Johnson

    3 M

    AbbVie

    Mayr Melnhof Karton

    Berentzen

    Mühlbauer

    Leifheit

    Francotyp Postalia

    VTG

    Progress Werk Oberkirch

    ENEL

    Überteuerte Werte mit irrem KGV kommen mir nicht ins Depot, damit fühle ich mich unwohl.

    Frohe Ostern, bin gespannt auf eure Meinung zu meinen Werten.

  11. Thomas

    @ostone

    Ich war tatsächlich in Novartis investiert habe aber im Allzeithoch bei etwa 101.60 CHF verkauft. Glücklicherweise die richtige Entscheidung da relativ schnell der Sinkflug startete 🙂

  12. Schieferhammer

    Hey bist du nicht der Sparkojote, verfolge deinen Blog schon seit längeren 🙂 ?!

  13. Thomas

    @Schieferhammer

    MadMax hat mich das weiter oben ebenfalls gefragt, die Antwort lautet ja.

    @Romeo

    Vielen Dank! Interessante Werte die du in deinem Depot hast, die Deutschwerte sagen mir wenig bis garnichts. Ich investiere aber auch eher in den US-Markt und Schweizer Markt 🙂 Wie das Sprichwort sagt, viele Wege führen nach Rom.

  14. AlexanderAlexander

    Jetzt hast du dein outcoming, ich dachte mir auch, den kennste doch vom Bloggen^^

    Bei der Aktienauswahl gehe ich genauso vor. Grob anschauen und wenn ich mich wohl fühle, dann passt es. Ich sehe dich auf einem sehr guten Weg und wenn mal ein Wert doch nicht so läuft wie gedacht, einfach austauschen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und bin eh ein Stammleser deines Blogs. Daumen hoch und weiter so.

  15. Thomas

    @Alexander

    Vielen Dank für den Zuspruch 🙂 Ich lese deine Blog auch fleissig, ich denke wir werde beide unsere Ziele erreichen. Oder sogar zu gut erreichen, ähnlich wie bei dir hatte ich etwas zu konservativ geplant.

  16. Mattoc

    @Christoph

    Ich habe mir gerade mal wieder Reis mit Buttergemüse gemacht.

    Gutes Abendessen für 60 Cent. 🙂

     

  17. Christoph

    @Mattoc

    Unheimlich daß du beim essen an mich denkst *gg*

    Ja günstig kann lecker sein.

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