Reibach mit ausgebombten Immobilien in den USA


New York, 11. November 2013

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In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist vermutlich eine Immobilienblase am Entstehen. So genau kann das niemand sagen. Es gibt nur Indizien. Erst wenn es knallt, wenn die Luft plötzlich entweicht, kann jeder sagen: „Ja, es war eine Blase.“
In den USA knallte es vor sieben Jahren. Der Immobilienmarkt ging zuvor wie im Rausch durch die Decke. Selbst Geringverdiener erhielten großzügige Hypotheken. Es ging ein Fieber um. Jeder wollte die eigenen vier Wände besitzen. Größer, schöner, neuer, toller.
Jetzt herrscht in vielen Städten Flaute. Immobilien sind nur noch ein Bruchteil wert.
Es gibt Städte wie Stockton, wo reihenweise verlassene Häuser vor sich hin rotten. Tote Gegenden. Sehen Sie dieses kurze Video über Stockton:

Clevere machen in solchen Phasen einen Reibach. Es ist eine goldene Zeit für Schnäppchenjäger, wenn eine Blase platzt. Dann verkloppen Menschen panikartig ihr Hab und Gut.
Wer Geduld hat, sammelt Assets für einen Appel und ein Ei ein.
Besonders böse hat es Las Vegas erwischt. In dem Spielparadies sind die Hauspreise dramatisch in den Keller gesaust. Hier hat Jon Wheatley einen guten Fang gemacht.
Der junge Internet-Entrepreneur kaufte für 40.000 Dollar ein Appartement. Circa 70 Quadratmeter groß. Eine Küche, ein Bad, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Balkon. Im Gebäudekomplex gibt es einen großen Pool sowie Tennisplätze zur freien Verfügung. Wheatley gab 10.000 Dollar für die Renovierung aus. Neuer Holzboden, Streichen etc. Jetzt vermietet er die Wohnung auf dem Internetportal Airbnb.com tageweise an Touristen.
Nach Abzug seiner Kosten für die Putzfrau und der Nebenkosten bleibt ihm ein Profit von 13.600 Dollar jährlich. Sprich, in vier Jahren hat sich sein Investment amortisiert. Ich finde, das ist clever – vorausgesetzt seine Angaben stimmen. Gönnen wir es ihm, dass die Vermietung weiter wie bisher klappt.
Ich habe von einem weiteren interessanten Fall gehört. Da hatte jemand 500.000 Dollar angespart. Dafür kaufte er sich fünf Holzhäuser in einer kleinen Stadt a 100.000 Dollar. Er vermietete jedes Haus für 1.250 Dollar im Monat. Macht 6.250 Dollar Bruttomiete im Monat. Davon kann man gut leben nach Abzug der Kosten und Steuern. So jemand kann den Job an den Nagel hängen. Die Netto-Mieteinnahmen reichen für ein normales Leben sicherlich aus.
Merken Sie sich: So schlimm Krisen sind, sie bieten für Smarte unglaubliche Chancen. Wer in einer Panik ausreichend Cash zur Hand hat, Mut hat und den gesunden Menschenverstand einsetzt, kann den Deal seines Lebens machen.
Smart investieren – das ist die Devise. Nicht zocken. Das Investieren lohnt sich erst mit den Jahren. Geld zieht mit der Zeit weiteres Geld an. Egal, ob mit Aktien, Immobilien, Gold, Silber, Bauerwartungsland… Zuzuschlagen, wenn andere die Schnauze voll haben, ist einfach genial.
Lasst die Kartenhäuser nur zusammenfallen. Der Dominostein-Effekt bietet herrliche Perspektiven:

Fazit: Des einen Leid ist des anderen Freud.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Reibach mit ausgebombten Immobilien in den USA

  1. Chris

    Immobilien können eine super Sache sein, aber für mich wäre das Klumpenrisiko noch deutlich zu groß.

    Sehe Immobilien mehr als Anteil eines Portfolios und wie immer gilt: Diversifizieren.

    Bisher konnte ich 3 Werttreiber identifizieren: Lage, Lage, Lage.
    Wenn die Lage stimmt, dann kann man gar nicht so viel Geld kaputt machen.

    Grüße

  2. Felix

    In Spiegel-online wird gerade eine Studie zitiert, wonach Immobilienbesitzer vermögender sind als Mieter, wenn sie in den Ruhestand gehen. Nicht wirklich überraschend für mich. Die eigene Wohnimmobilie ist ein gute Grundstock für den Vermögensaufbau.

  3. Markus

    Wahrscheinlich gibt es noch eine weitere Studie die besagt, dass die reichsten Menschen Immos, Gold & Rohstoffe, Zinseinlagen und Aktien besitzen. 😉

    Ab einer gewissen Größe fängt nun mal die Mehrheit der Menschen an zu streuen.
    Nur absolute Profis setzten alles auf eine Karte. Selbst Graham war 1929 kurz vor der Bruchlandung.

    Sind amerikanische reit`s nicht auch schon wieder ganz ordentlich teuer?

    Bin immer noch auf der Suche nach Index-kgv`s… Dachte mal, das gab es bei morningstar.?

  4. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus,

    die KGVs sollten doch zu finden sein. Habe gerade mal nach S&P500 (18,71) gesucht. Steht wie Nasdaq100 (21,47) und Dow Industrial (17,68) z.B. hier:
    US-Indices

    Die europäischen u.a. werden sich auch finden lassen (Bloomberg, Reuters, wo auch immer)

    MS

  5. Markus

    @thx Matthias

    Habe ich dass beim russell 2000 mit kgv von 87 richtig gelesen?

    Wie seht Ihr denn Aktien bei einer Hyperinflation???
    Laut Welt am Sonntag fiel der deutsche Aktienmarkt bis Ende 1922 auf ein Dreihundertstel des Niveaus von 1913 real.
    Ist mal wieder ein ganz anderes als Szenario, wie allgemein behauptet, dass Aktien vor Inflation schützen… Gut Hyperinflation ist ne andere Nummer…

    Laut dem Bielefelder Prof. Werner Adelshauser verloren in der Hyperinflation 29 vor allem Kapitalrenter alles.
    In welchem Zusammenhang, wie breit gestreut die Depots gemeint waren, kann man aus dem Artikel nicht heraus lesen.

  6. Anna

    @ Markus,
    in die Zukunft sehen kann keiner… Auch nicht der Prof. Abelsberger (so heißt er nämlich, geb. 1944, er wäre auch für die Abschaffung des Euros (lt. Interview im Westfalen-Blatt). Ob das jetzt gerade sinnvoll ist ???
    Artikel in der Welt: Meiner Meinung nach hinkt auch der Vergleich von 1913 zu 1923. Von 1914 bis 1918 wurden im 1. Weltkrieg, die Welt lag am Boden. Aufbau dauert lang und dann kam die Weltwirtschaftskrise 1929 – 1932, danach 1933 ließ Hitler Autobahnen bauen. Den Rest brauch ich keinem zu erzählen. 1945 lag die Welt wieder in Trümmern.

    Ich lass mich von Gedanken an Hyperinflation nicht erschüttern. Ich halte bzw. kaufe auch noch Aktien.
    Markus, wenn Du willst, kannst Du Dir ein Kippendepot anlegen. Vielleicht auch Wein oder Whisky…
    Im Notfall kannst Du das Zeugs gut verkaufen, oder dann selbst verbrauchen…
    Nicht so viele Gedanken, sonst fällst Du noch in Depressionen.

  7. Markus

    @Anna

    Ja, selbst ein Prof kann natürlich nicht in die Zukunft sehen! Ist halt ein wenig in der Psyche verankert, dass man Titeln mehr Kompetenz zuschreibt.
    Ob ich extrem pessimistisch bin? Hm, keine Ahnung. Ich bin neugierig und diskutiere gerne. Ich muss auch nicht immer Recht haben, was mir hier schon mal vorgeworfen worden ist! 😉

    In früheren Zeiten war derjenige, der sich auch auf die schlimmsten Szenarien vorbereitet hat im Überlebensvorteil…
    In den letzten Dekaden gab es eher einen Triumph der Optimisten.
    Mir ist es manchmal einfach zu viel „smart“ und alles wird schon positiv werden.
    Ob eine Währungsunion ohne politische Union funktionieren kann, bleibt abzuwarten. Beim Fall des eisernen Vorhangs hat man die Unterschiede Kapitalismus und Planwirtschaft gesehen. Der Wohlstand war im sozialistischen Kapitalismus deutlich stärker.
    Allerdings ob ein System nicht wuchert, wenn es seinen Zenit überschritten hat, ist auch eine interessante Frage.

    Ich bin auch pro Aktien. Allerdings schaden auch andere Asset`s nicht unbedingt. Es gibt allerdings auch viele Märchen und falsche Ansichten zu Aktien. Inflationsschutz ist eine davon. Buffett hat seine Ansicht dazu geäußert. Seltsam, dass manche Medien andere Dinge propagieren.

    Entschuldigt, wenn ich die heilige Kuh „Aktie“ auch kritisch hinterfrage.

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