Ich lernte als Kind mit Geld umzugehen


New York, 12. Dezember 2015
Das iPhone: Kinder und Erwachsene brauchen zuweilen stets das neueste Modell. Es wird zu einer Selbstverständlichkeit.

New Yorker U-Bahn und das iPhone: Kinder und Erwachsene brauchen zuweilen stets das neueste Modell. Es wird zu einer Selbstverständlichkeit.

Als ich aufwuchs, waren meine Eltern so arm wie eine Kirchenmaus. Wir hatten manchmal nicht genug Geld, um Lebensmittel zu kaufen. An Urlaub war gar nicht zu denken.

Ich habe das nie vergessen. Ich hatte immer ungeheuerliche Angst davor, selbst in Armut zu enden. Diese Angst schlummert noch immer in mir.

Gelernt habe ich aus meiner Kindheit, wie gefährlich Schulden/Hypotheken sein können. Sie können einem die Luft zum Atmen nehmen. Am Besten ist es, wenn Sie sich von niemanden finanziell abhängig machen. Versuchen Sie auf eigenen Füßen zu stehen. Das ist wohlgemerkt gut fürs Selbstwertgefühl. Das heißt: Verzichten Sie nach Möglichkeiten auf Schulden aller Art. Tilgen Sie zügig Schulden. Verdienen Sie Ihr eigenes Geld. Verlassen Sie sich auf niemanden.

Die New Yorker Therapeutin und Bestseller-Autorin Colette Dowling rät Frauen, nach der Heirat nicht ihren Job an den Nagel zu hängen und sich ganz auf den Gatten zu verlassen. Sie schreibt ein Buch nach dem nächsten – und verkauft sie weltweit. Ich finde das faszinierend und besuchte sie in ihrem Büro.

Der berühmte New Yorker Therapeutin und Bestsellerautorin Colette Dowling rät: Arbeite. Spare. Verlasse Dich auf niemanden. Übernehme Verantwortung.

Der berühmte New Yorker Therapeutin und Bestsellerautorin Colette Dowling rät: Arbeite. Spare. Verlasse Dich auf niemanden. Übernehme Verantwortung.

Weil meine Eltern wenig Geld hatten, bekam ich nicht alle Wünsche erfüllt, was im Rückblick gut war. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich einen bestimmten Gürtel und Lederschuhe wollte. Meine Mutter sagte nur: „Du hast einen Nebenjob. Arbeite mehr. Spare! Dann kannst du das selbst kaufen.“ So lernte ich verantwortlich zu handeln. Als Kind werden Sie sehr schnell vorsichtig mit dem Geldausgeben, wenn Sie dafür arbeiten müssen.

Ich bekam nur günstige Kleidung vom Discounter C&A. Im Grunde ist es lehrreich, wenn Kinder oder Jugendliche für ihren eigenen Konsum arbeiten müssen: Im Garten helfen, Schnee schaufeln, Auto aussaugen, Rasen mähen, Zeitung austragen, im McDonald’s arbeiten.

Geben Eltern ihren Kids gleich alles, was sie wollen, tun sie ihnen keinen Gefallen – jedenfalls kann das in ihrem späteren Leben eine Belastung werden. Manch ein Kind bekommt das neueste Smartphone und kann es endlos nutzen (SMS, Telefon, Internet). Das führt zu Materialismus. Alles wird als eine Selbstverständlichkeit betrachtet. Sparsamkeit gilt dann als idiotisch.

Ich weiß selbstverständlich, Geld ist nicht das Allerwichtigste auf Erden. Ich weiß, mit Geld kann ich mir keine echte Zufriedenheit, Zuneigung oder Gesundheit kaufen. Es geht darum, das Beste aus dem Leben zu machen. Da kann Geld nicht schaden, weil es einem mehr Freiheiten bietet. Das sorgt für Zufriedenheit. Jeder hat freilich andere Prioritäten.

Grundsätzlich ist eine generelle Sparsamkeit schon hilfreich. Es ist vernünftig, weniger auszugeben als Sie einnehmen.

Menschen fällt es schwer, ihre schlechten Gewohnheiten zu ändern. Wer voran kommen will, muss etwas ändern. Ohne einen neuen Pfad einzuschlagen, ändert sich nämlich nichts im Leben. Wir Menschen sind wie Roboter. Wir machen jeden Tag das Gleiche. Daher ist Veränderung so wichtig. Sie müssen aktiv Ihr Leben in die Hand nehmen. Wer immer das Gleiche macht, wird immer die gleichen Resultate erhalten.

Das Zusammenleben ist seltsam geregelt. Ungern sprechen Menschen über die „Wahrheit“. Blicken Sie beispielweise in Krankenhäuser: Hat jemand Krebs, wird der Tumor herausgeschnitten oder bestrahlt, bis er weg ist. Dann wird der Patient nach Hause geschickt. Wenn aber der Patient seine Lebensgewohnheiten nicht ändert, besteht ein hohes Risiko, dass der Krebs in ein paar Jahren zurückkehrt. Dann geht das Prozedere von vorne los: Der Patient bekommt den Krebs herausgeschnitten und wird nach Hause geschickt. Wichtig wäre, zu schauen, wie sich die Person ernährt, ob sie raucht oder Alkohol trinkt.

Was wir tun, hängt von Gewohnheiten ab. Und von unserem Gemütszustand. Wer im Kaufrausch lebt, fühlt sich innerlich nicht wohl. Das ist einfach so.

Wer kein Geld hat, sollte kein materielles Zeug kaufen. Wir Menschen brauchen gar nicht so viel Zeug, sondern nur Essen. Meiden Sie Shoppingzentren, wenn Sie nichts brauchen. Es verleitet nur zum Geldausgeben. Wir wissen aus der Forschung, dass Konsum (das Kaufen von Dingen) uns nicht glücklich macht. Wir leben ohnehin in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Sie können zufrieden sein, wenn Sie zuhause etwas kochen oder nur etwas Kleines unterwegs kaufen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Ich lernte als Kind mit Geld umzugehen

  1. Felix

    Die Kindheitserfahrungen sind sicherlich ein gutes Stück prägend für das weitere Leben. Man muss sich diese schon sehr bewusst machen, um sie abschütteln zu können. Das gilt beispielsweise auch für die religiöse Sozialisation, die man als Kind durchläuft. 95 % halten das bei, was ihnen in der Kindheit eingetrichert worden ist, ohne es je ernsthaft zu hinterfragen, auch wenn es Bullshit ist.

    Bei Tim wundert mich bei seinem Background, dass er einen doch sehr freien und vermutlich finanziell volatilen Beruf gewählt hat. Meistens führen solche Erfahrungen dazu sehr stark auf Sicherheit zu setzen und am Ende kommt eine Beamtenlaufbahn o.ä. dabei heraus. Bei der muss man nicht hungern, wird aber auch nicht aus Versehen reich. Letzteres kann als Unternehmer oder in freien Beruf ja durch passieren, das Gegenteil natürlich auch (vermutlich sogar mit höherer Wahrscheinlichkeit). Das ist es ja gerade, was ich meine.

  2. Ex-Studentin

    Absurderweise bin ich sogar dankbar, dass ich unter bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen bin. Hungern mussten wir nie. Urlaub gab es bei uns auch nicht, jeder Euro wurde meistens 2x rumgedreht. Meine Geschwister und ich haben dadurch teilweise einen leichten Knacks weg, aber geschadet hat es uns fürs restliche Leben nicht. Wir haben einen tollen Familienzusammenhalt und ich weiß, dass meine Eltern ihre finanziellen Sorgen so gut es geht von uns fernhalten wollen. Nicht geraucht, kein Alkohol, gut&günstig-Produkte, teilweise getragene Klamotten von der Verwandtschaft. Dafür waren sie aber immer für uns da und sind es auch heute noch. Man lernt das Zwischenmenschliche mehr zu schätzen. Klamotten kaufe ich immer noch größtenteils bei C&A. Eltern heutzutage überhäufen ihre Kinder mit materiellen Dingen und denken, sie tun ihn was Gutes. Dadurch bringen sie ihren Kindern nicht bei, dass es nicht auf Gegenstände im Leben ankommt, sondern auf gute Erziehung und Menschlichkeit.

  3. ZEN Investor

    Ich bin in absolut beschi….. bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, was das Geld angeht.

    Noch genauer: In meinen ersten 10 Lebensjahren herrschte Verschwendung bei meiner Mutter, bzw. herrscht bis heute. Aber damals hatte sie noch genügend Geld, dass sie sich alles leisten konnte.

    Ich hatte mit 7 Jahren ein Sparkonto von 4’000 CHF oder sogar 7’000 auf meinen Namen bei der damaligen „Volksbank“. Ich sollte mir mit 18 Jahren sofort ein Auto kaufen können.

    Tja, als das Leben meiner Mutter vor mehr als einem Vierteljahrhundert in finanzielle Schieflage geriet, plünderte sie auch mein Konto und konnte es mir bis heute nicht zurück zahlen.

    Ich kenne kein Familien-Mitglied, welches mehr als 5’000 CHF besitzt. (Ok, die 2 älteren Halbbrüder könnten meh rhaben, wer weiss).

    Wie dem auch sei:

    Ich mache es besser als alle Generationen vor mir (in meiner Familie).

    Ich bin sehr geschäftstüchtig. Ich lerne viel. Ich entwickle mich stetig weiter.

    Ich werde nie so reich sein wie Warren Buffett (ausser ich lebe 200 Jahre).

    Aber ich bin zuversichtlich, dass der Tag kommen wird, wo sich mein Aktienvermögen jährlich um 100’000 erhöht, ohne dass ich viel tun muss.

    Die Möglichkeiten am Aktienmarkt sind unbegrenzt.

    Auch wenn uns eine schmerzhafte Korrektur bevor steht innerhalb der nächsten 3 Jahre. Da müssen wir durch. Aber ihr werdet die besten Einstiegschancen der nächsten 20 Jahre erleben in den nächsten 3 Jahren.

    Leute, hortet Cash.

     

    Apropos Cash: Wir hatten ja diese Woche im letzten Beitrag die Frage, wieviel Cash Warren Buffett hält, und da wurde gesagt „Naja, die Diviende bekommt er halt“.

    Wie auf der Esoterik-WebSite Wikipedia nachzulesen ist:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Berkshire_Hathaway

     

    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_assets_owned_by_Berkshire_Hathaway#Cash_and_equivalents

     

    As of September 30, 2015[update], Berkshire Hathaway had $66.26 billion in cash and cash equivalents.

    Bilanzsumme 427 Mia $
    Eigenkapital 191 Mia $

    Davon Cash: 66 Mia $

    Das heisst 15% der Bilanzsumme oder 35% des Eigenkapitals liegen als Cash vor.

    Soviel zum Thema kein Cash halten. Wie gesagt: Warren Buffett bezeichnet Cash als Call-Option ohne Gebühren und ohne Verfallsdatum.

    Ich hab den Schlüssel zur Macht.

     

  4. ValiVali

    Zen, stimmt. Warren kann es sich leisten so viel Cash zu halten ;-). Ich muss Einkommen generieren und je schneller mein Cash aus Dividenden wächst, desto mehr kann ich reinvestieren. Ich möchte die jetzigen Kurse mitnehmen, aber an deiner Stelle würde ich auch mehr Cash halten. Mindestens 6 Monatsgehälter sollten jederzeit verfügbar sein…,  aber 35% von meinem Depot ist das schon lange nicht mehr 😉

    Tim, das Schriftstellergespräch ist gut! Ich kannte sie nicht, danke 🙂

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Felix

    Deine Vermutung trifft zu: Ich arbeitete zunächst als Betriebswirt im Öffentlichen Dienst in einer Stabsstelle für Controlling/Kostenrechnung. Ich habe jeden Tag an Excel-Tabellen gearbeitet mit endlosen Zahlenkolonnen samt Formeln. Das war ein sicherer Job. Anschließend wechselte ich in den Journalismus.

     

    @ Ex-Studentin

    Ich kaufe wie Du noch immer im Discounter meine Klamotten (Target, Walmart, Costco…). Ich kaufe Hosen, Shirts, Jacken für ein paar Dollar. Mir ist es egal, was für ein Name auf dem Etikett steht – hauptsache es ist Baumwolle. Das macht mein Leben einfacher, als ständig hinter Marken herzujagen.

     

    @ Vali

    Colette Dowling ist faszinierend. Sie arbeitete in Deutschland mit dem S.Fischer-Verlag eng zusammen:

    https://www.perlentaucher.de/buch/colette-dowling/frauen-im-aufwind.html

  6. ZEN Investor

    Das ist jetzt eine ernst gemeinte Frage:

    Seit ihr auf einen Crash vorbereitet?

    Und zwar in dem Sinne, dass ihr einen Cash-Anteil habt, um gegebenenfalls neue Aktien bzw. bestehende Aktien nachkaufen zu können?

    Bei mir ist es eine Sondersituation, ich beginne im Januar erst, mein Depot neu aufzubauen, und begrenze die eingesetzten Cash-Mittel natürlich.

    Aber auch für Divididendisten oder Value-Investoren könnte es sinnvoll sein, zB ein Viertel des Sparbetrages nicht zu investieren, sondern für einen allfälligen Rückgang der Börsen beiseite zu legen.

    Eine Faustformel kann sein: Erst kaufen, wenn der Index (zB Dax) 25% unter seinem All-Zeit-Hoch steht.

    Oder so wie ich, fixe Grenzen, die sich ungefähr an einem fairen Wert orientieren, was für den Dax 9’600 Punkte (+/- 20%) oder für den SPI 8’000 Punkte wären (jeweils für das 1.Quartal 2016).

    Das heisst, alle Aktien müssten erst mal über 10% runter, dass ich überhaupt kaufe. Und dann kaufe ich auch nur speziell ausgewählte Aktien, die eine besonders hohe Rendite versprechen, bei besonders gerimgen Risiko.

    Nehmen wir als Beispiel die VW Vorzugsaktien:

    Während alle Panik hatten, habe ich gekauft und die Aktie auch öffentlich empfohlen. Das war genau bei 100,00 Euro.

    Sie stand zwischenzeitlich bei 136 Euro, heute noch bei 126 Euro. Ein weiterer Anstieg im Jahr 2016 ist durchaus wahrscheinlich.

    Ich hatte übrigens für VW am 1.Dezember 2015 folgende Kursziele hier in den Blog gepostet:

    01.12.2015: 134-135
    04.12.2015: 136-138
    15.12.2015: 138-140
    31.12.2015: 140-145
    31.03.2016: 140-160
    30.06.2016: 150-170
    31.10.2016: 160-180
    31.12.2016: 180-200
    31.12.2020: 400-600

    http://timschaefermedia.com/amanda-und-travis-millionaer-mit-30/

     

    Naja, meine Kursziele scheinen jetzt nicht ganz erreicht zu werden, aber wer weiss.

    So ist das mit Aktien:

    Sie gehen schubartig während weniger Wochen nach oben, das können 10, 20 oder mehr Prozent sein. Dann kann es 5-10 % abwärts gehen, der Kurs dümpelt danach vor sich hin, bevor dann nach 1-2 Jahren weitere solche Schübe kommen, vielleicht gleich mehrere im selben Jahr.

    Ich habe auch für die Schweiz einige hervorragende Unternehmen ermittelt. Wie Pax Anlage oder BB Biotech.

    Wie dem auch sei:

    Kaufzeit ist dann, wenn der DAX und SPI noch 10-20% tiefer stehen als heute.

     

  7. ZEN Investor

    Die Kursziele sind nur grobe Schätzungen. Wesentlich ist, dass ich 2020 einen Buchwert über 250 Euro pro VW Vorzugsaktie für realistisch halte, ebenso wie ein KBV von 2,0, was dann einen Aktienkurs von 500 Euro ergäbe.

    Utopisch? Vielleicht. Vielleicht dauerts auch länger.

    Der Punkt ist: Falls VW nicht pleite geht oder nachhaltig geschädigt wird (und das glaube ich eher nicht),  sind VW-Kurse unter 150 Euro ein wahres Schnäppchen und in Deutschland evtl. die Investition des Jahrzehnts.

    Übrigens: Rohöl scheint auf einem sinkenden Flug zu sein.

    Ich meine das Rohöl (gemäss APP Finanzen100), „db Öpreis Brent“ war wie folgt (ungefähre Werte, alle in USD):

    Vor 5 Jahren: 125
    Vor 4 Jahren: 125
    Vor 3 Jahren: 115
    Vor 2 Jahren: 110
    Vor 1 Jahr: 60
    Vor 6 Monaten: 65
    Diese Woche: 38,06

    Alle meinten, der Ölpreis erhole sich rasch wieder.

    Jetzt meinen alle, der werde auf Jahrzehnte so tief bleiben.

    Wie wärs damit?

    Der Ölpreis wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in 10 Jahren über 100 USD, evtl. sogar 200 USD pro Fass stehen.

    Begründung:

    Beim hohen Ölpreis wurden Kapazitäten ausgebaut, diese werden jetzt als Gegenbewegung wieder abgebaut, da sich gewisse Förderverfahren oder gewisse Quellen kaum lohnen bei einem so tiefen Preis.

    Das heisst aber, dass mittelfristig, dh 2-3 Jahre, die Kapazitäten wieder sinken werden, wodurch der Ölpreis steigen wird. Abgesehen davon gehen nach und nach Quellen aus, dh in 10 Jahren haben wir vermutlich schon 10-20% weniger Ölquellen als heute.

    Ob der Ölpreis noch runter geht auf 35, auf 30 oder gar auf 20 $ pro Fass, weiss ich nicht. Aber ich bin mir sehr sicher, dass wir in 10 Jahren zwischen 100 und 200 $ pro Fass stehen werden. Und 2040 sind Preise von 500 oder 1’000 $ pro Fass realistisch. Wobei dann nur noch ein  Bruchteil der Autos überhaupt Benzin braucht. Aber es wird immer irgendwo Öl benötigt, daher wird der Preis auch bei geringerem Absatz ansteigen.

     

    ZENINVESTOREDUCATION

     

  8. Couponschneider

    @ZENInvestor

    Meine Familie besteht nicht nur aus armen Schluckern. Wenn ich mich aber so umschaue, bin ich wohl der einzige, der massiv Vermögenswerte aufgebaut hat. Bei den anderen gingen Akademiker-Gehälter für das übrige drauf. Meine beiden Onkel, beide Dipl.-Ing., haben die typischen Fehler gemacht. Der eine hatte die falsche Frau, die immer nur Vergnügen und neue Möbel wollte. Da sah das Wohnzimmer alle 2 Jahre anders aus. Von der Frau ist der geschieden. Er hatte eine Arm in einer fernen Stadt annehmen müssen und sie ist eine neue Liaison eingegangen. Die zwei Söhne sind wie ihre Mutter und geben das Geld mit beiden Händen zum Fenster raus. Der eine ist Barkeeper und hält 1200 € netto für ein gutes Gehalt. Das verbrät er komplett in sein Outfit. Der andere ist während seines Studiums häufig verreist und auch nach seinem Studium ist er häufig auf Achse. Der andere Onkel hat sich in Haus in der Vorstadt gekauft. Es zeigt sich, dass es eine schlechte Entscheidung war. Die Kinder sind aus dem Haus. Was soll mit dem vielen Raum geschehen? Und zu allem Überfluss sind die drei Etagen nur Wendeltreppen verbunden. Das wird die Entscheidung wahrscheinlich leichter machen, das Haus bald zu verkaufen. Treppenstürze gab es schon einige. Dieser zweite Onkel ist auch gesundheitlich angeschlagen, befürchtet, dass sein Arbeitgeber ihn loswerden möchte. Dennoch fuhr er vor zwei Jahren mit einem neuen fetten Audi vor. Natürlich nicht gekauft, wie man in einen Laden geht, und Apfelsinen kauft. Nein: geleast. „Finanziert“. Und dann wird über etwas geredet, wie viel Kilometer man im Jahr maximal fahren darf. – Das ist ja für mich eine Welt, die ich nicht kapiere, ich fühle mich da wie ein Außerirdischer. Ich würde ein Auto kaufen so, als würde ich eine Apfelsine kaufen: Geld gegen Ware.

    Da hat niemand Aktien. Auch keine verpachteten Immobilien. Die hatten mal Ackerland geerbt… Das wurde ruckzuck zum erstbesten Preis verkauft. Als hätten meine beiden Onkel Pate für Gerald Hörhan gestanden, als er die Finanzirrtümer der Mittelschicht formulierte: https://www.youtube.com/watch?v=0y_v97GTpXg

    Ich weiß nicht, ob meine Verwandten wissen, was ich mit dem Großteil meines Gehaltes anstelle. Meine Schwester fragt ab und zu mal, aber ich glaube nicht, dass sie versteht, wie das funktioniert. Sie sieht auch nur schwankende Kurse. Sie hat mich gefragt, ob ich eine betriebliche Altersvorsorge habe. Ich verneinte und begründete, weil ich das für wenig lukrativ halte. Leider hat sie da nicht weiter nachgehakt.

  9. Felix

    @ CS

    Ich habe längst aufgegeben im Freundes- oder Bekanntenkreis über Geld oder gar Geldanlegen zu reden. Wenn überhaupt, dann geht es um Haus- oder Autokauf, also eher um Geldausgeben als umgekehrt. Man spart immer, das schon, von einer Anschaffung zur nächsten. Auf lange Sicht bleiben unter Strich nur Brotkrümel. Kein nachhaltiger Vermögensaufbau, obwohl man nicht verschwenderisch lebt.

    Ich kann deshalb auch nicht offen legen, wie groß mein Depot ist, das würde, ohne angeben zu wollen, zu Neid, Missgunst und Problemen führen. Man weiß zwar, dass ich ein gutes Gehalt habe, das lässt sich nicht verheimlichen, aber nicht wie groß mein aufgebautes Vermögen ist. Wenn ich aber sagen würde, dass meine monatlichen Dividendeneinkünfte in der gleichen Größenordnung liegen wie ihre Gehälter, wäre das der Freundschaft nicht zuträglich. Deshalb unterscheide ich mich auch kaum im Lebensstil von meiner Umgebung, mit einer Ausnahme: Ich mache Fernreisen, oft mehrmals im Jahr.

     

  10. Dani

    @ Zen Investor

    Zitat:  Ich habe auch für die Schweiz einige hervorragende Unternehmen ermittelt. Wie Pax Anlage oder BB Biotech.

    Sicherlich gute Unternehmen! Welche hast du den sonst noch so auf dem Schirm?

    Interessiert mich, da es in der Schweiz viele hervorragende Unternehmen gibt. Meinem Depot möchte ich nämlich in laufe der Zeit noch einige Schweizer Aktien zufügen.

  11. Vali

    Der Reichtum meiner Familie bestand darin, dass mein Vater Akademiker war. Meine Mutter ist intelligent, aber wegen der Kinder blieb das Studium aus.  Sie ist aber sehr fleißig und hübsch, und konnte so leicht Arbeitsstellen finden, auch später mit ausländischdeutsch 😉 Somit waren wir den meisten aus der Verwandtschaft voraus. Mein Vater und meine Mama diskutierten oft über Geld. Sie wollte gern mehr schönes kaufen (Möbel, Kleidung) – er dagegen wollte alles sparen. Ihre Streitigkeit über Geld wurden weniger, als die Hyperinflation kam und die Essensknappheit sie zwang, umzudenken. Geld war nicht mehr wichtig, sondern nur Dollar und nur das, was man kann und weiß. Und Land und Grund. Davon konnten wir uns ernähren.

    Hier in Deutschland stritten sie weiter über Geld, obwohl beide Vollzeit arbeiteten. Mein Vater kann mit Möbeln aus Kartons leben auf Tischdecke aus Zeitungen, Kleidung von Hab&Gut, und von Brot und Konserven. Meine Mama findet jeden Standart, der nicht einer normalen deutschen Familie entspricht, als asozial. Sie arbeitet viel und gibt gern aus.

    Auf die Frage meiner Mutter, wie viel gespartes Geld denn er bräuchte, damit er endlich zufrieden ist, sagte er: „unendlich“. Sie fragte warum. „Damit ich mich jederzeit freikaufen kann.“ – war seine Antwort. Ich habe das damals als Schülerin nicht begriffen, aber ich verstand, dass Geld sehr wichtig war. Es kann Familien ruinieren, man kann aus Mangel verhungern und erfrieren. Geld war lebenswichtig. Und jeder, der meint, Geld sei nicht wichtig, hat einfach zu viel davon oder lebt auf Kosten anderer!

    Somit habe ich auch ab dem 16. Lebensjahr Prospekte ausgetragen und ab 21 bereits während des Studiums einen Job in meiner Branche gehabt. Ich sparte eisern für ein Haus, obwohl mich viele Mitstudenten damals auslachten. Ich habe aber dann als erste gebaut. Für mich war das Haus, der größte Schutz einer Familie vor Hyperinflation, Erfrieren und Obdachlosigkeit. Die zweite Wohnung war ein Sicherheitsinvest und das Depot ist mein Cashflow. Mein Mann spart 10% auf dem Tagesgeldkonto, aber schickes Auto, teure Zusatzqualifikationen, Ausgehen und Feiern mit Freunden sind ihm viel mehr wert, als Geld in Aktien 😉 Er hat ja eine Frau, die das kann und macht, somit kann er sein Leben genießen 😉 🙂

    @ZenInvestor, Couponschneider, Ex-Studentin, Tim und Felix, danke für eure Geschichten 🙂

  12. toovoc

    @Felix

    Mir geht es genau so. Mein Depot Vermögen muss ich geheim halten. Wenn ich damit rausrücken würde, wären Neid und Mißgunst angesagt. Vor ein paar Jahren hatte ich noch gewagt, über Vermögensbildung mit Aktien und Fonds zu reden. Da sind oft die Fetzen geflogen, meine Güte, als wollte ich deren Religion wegnehmen.

    Über Cash und Einkommen kann man mit den Leuten reden, besonders über Konsumausgaben, auch Schulden machen ist eine prima Einstellung. Ach ja, Riestern sollte man auch. Habe ich zwar nicht, lass ich mir aber nicht anmerken. Ist echt traurig. Wenn ich mich nicht selber für meine finanzielle Unabhängigkeit interessieren würde, wär ich vermutlich nicht anders.

    Das ist wohl der Unterschied, wir sind anders…geworden.

  13. Oliver

    Eigenes Vermögen bilden scheint für viele  entweder uninteressant oder man macht es ganz klassisch mit eigener Wohnimmobilie. In meiner Familie hat keiner gespart. Es gab und gibt durchaus welche, die viel verdienen oder es in der Vergangenheit getan haben. Aber so schnell wie es gekommen ist, ging es dann wieder raus. Einige sind gescheitert und im Alter arm wie eine Kirchenmaus gewesen.

    Am Freitag habe ich mich mit einem Freund getroffen, der wirklich clever ist. Hat Jura studiert, arbeitet in einer Bank und verdient nicht schlecht. Er hat mich gefragt, wofür er eigentlich sparen solle? Der EURO wird eh wegbrechen, die Steuern gehen tendentiell nach oben und es reicht ihm, wenn er umziehen muß, dass er alles ohne Probleme bezahlen kann. Er hat sich vor ein paar Jahren einen BMW gekauft, mit dem er ein bissl Spaß hat, aber brauchen tut er ihn nicht wirklich. Ist halt Luxus und das kostet dann auch etwas. Ist alles OK solange er sich wohlfühlt. Aber letztendlich was anzusparen wird als sinnlos angesehen.

    Ich frage mich auch immer wieder, ob das so sinnreich ist? Es hat unweigerlich Vorteile. Finanziell dauert es einige Zeit, bis das ich tatsächlich nichts mehr habe, d.h. selbst wenn ich arbeitslos werde, kann ich eine zeitlang gut überleben. Ich habe fast kaum irgendwelche unvorhergeshene Kosten, aber wenn es mal kommt (ist schon vorgekommen), dann wirft mich das auch nicht aus der Bahn. Das hat aber der beschriebene Freund von mir auch, wenn vielleicht nicht ganz so viele Möglichkeiten. Mein einziger Sinn im Sparen liegt wirklich darin, von den Einnahmen leben zu können. Die Frage, die ich mir dabei immer wieder stelle: Wird das in zwanzig oder dreißig Jahren, wenn ich endgültig ein alter Knacker bin, überhaupt noch notwendig sein? Ich arbeite in einer Industrie, wo man absehen kann, dass durch die technologischen Sprünge sich alles in den nächsten Jahren massiv ändern wird. Es passiert ja heute schon ständig, wenn man die Diskussionen Bargeld – Bargeldlos anschaut, fahrerlose Autos, automatische Fabrik etc. Alles, was digital ist, hat massiv an Wert verloren, wie man an der Musik oder den Spielfilmen sieht. Es gibt 3-D-Drucker, die wahrscheinlich das Produzieren von fast allen täglichen Gegenständen für ganz geringe Kosten anbieten werden. Autos werden nicht mehr gekauft, sondern bei Bedarf angefordert etc.etc. Was ich damit sagen möchte: Die Möglichkeiten der Ausgaben werden geringer werden und die Gesellschaft sich ändern. Vielleicht lachen uns tatsächlich die Menschen in zwanzig Jahren aus, wenn sie hören, das wir die ganze Woche arbeiten? Vielleicht ist eine 2 Stunden Woche normal? Stattdessen gibts dann ein BGE? Wenn das alles wirklich der Fall wäre, dann ist auch das Sparen irgendwann sinnlos. Ich bin da eher nachdenklich. Die heutige Zeit zeigt mir aber, dass Geld einen sehr hohen Stellenwert hat. Solange Du noch etwas hast, kann dir zumindest finanziell nichts passieren. Aber das Delta Einnahmen/Ausgaben zum Sparen ist auch heute noch ein Privileg der Bürger reicher Staaten, zumindest für einen größeren Teil (theoretisch) der Bevölkerung. Die Anstrengung mag nicht jeder machen und es gibt genügend, die das nicht als sinnvoll ansehen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die am Ende nicht Recht haben werden.

  14. felice

    Bei mir ist’s anders als bei den bisherigen Berichten: Meine Eltern sind beide Beamte (Lehrer, Professor); in der direkten Verwandschaft gibt es auch nur solche hochqualifizierten Berufe; alles angestellte (Anwälte, Unternehmensberater, Ärzte, Wissenschaftler…)

    Daher war Geld haben irgendwie nie ein Thema in der Familie. Wenn ich für „vernünftige Dinge“ (Klamotten, Bücher, Bildung) Geld haben wollte, habe ich das auch immer sofort bekommen.
    Dinge, die ich aus Hobby-Gründen (bin Musiker und habe viel mit analoger und digitaler Technik experimentiert) haben wollte, musste ich mir immer mühsam zusammensparen; ich habe im Vergleich zu vielen Mitschülern und Mitstudenten immer recht wenig Taschengeld bekommen, daher war das immer nervig und langwierig. Sparen hat also nie Spaß gemacht 😉

    Das Geld war am Ende des Monats immer alle. Egal, wie viel ich verdient habe und wie viele Nebenjobs ich in Schulzeit und Studium hatte. Für irgend einen Konsum-Blödsinn ist der Rest immer draufgegangen. Interessant war, dass mein Chef in meinem ersten richtigen Job meinte, dass es ihm auch so ginge, obwohl sein Netto-Gehalt mittlerweile fünfstellig wäre. Da bin ich das erste Mal nachdenklich geworden.

    Das Thema begegnete mir wieder mit dem Satz von Bodo Schäfer, dass man nicht erfolgreich spart durch mehr Einkommen, sondern durch weniger Ausgaben. Der Satz klang zunächst furchtbar zynisch für mich, aber ich habe im Rückblick gemerkt, wie wahr das ist.

    Mit dem Beginn meiner Selbstständigkeit 2008 änderte sich viel. Unter anderen, einen größeren Bargeld-Betrag auf dem Konto als Sicherheit für Finanzamt und ungeplante Ausgaben behalten zu müssen. Genauer und öfter auf die Konten zu schauen und einfach im Blick zu behalten, wo das Geld hingeht.

    2012 habe ich eine vermietete Eigentumswohnung gekauft; Mieter war ein guter Freund, unrenoviert, Super-Lage in einer Großstadt und dadurch, dass er langfristiger Mieter war, nicht ausziehen und am liebsten für immer dort bleiben wollte, zu einem Super-Preis, bei dem von Anfang an der Mieter die Wohnung abbezahlte, ohne dass ich eigenes Geld dazutun musste.

    Im gleichen Jahr las ich das erste mal vom Thema „passives Einkommen“ durch Vermögen und vermietetes Wohneigentum (Bodo Schäfer, Gerald Hörhan, Robert T. Kiyosaki). Und in dem Jahr geschahen mehrere merkwürdige Dinge:

    Ich habe angefangen, mit Geld und Zinsen zu jonglieren.
    Die Zinsen waren extrem günstig. Also habe ich fast 100% der Kaufsumme als Kredit aufgenommen und mir gesagt: Wenn Du Geld sparen kannst, bekommst Du im Durchschnitt an der Börse mehr für die Sparsumme, als wenn Du es direkt an die Bank zurückzahlst. Wer bekommt schon einen Kredit für unter 2,6% Garantiezins für 20 Jahre?
    Ich habe in einen Balkon und ein neues Bad in die Wohnung investiert und kräftig mit angepackt, damit die Handwerkerkosten nicht so hoch werden. Und das hat richtig Spaß gemacht.
    Auf einmal hat mir Geld sparen Spaß gemacht. Mir war plötzlich klar, wo es hin soll und was damit passieren soll: Ein Depot mit einer guten Mischung aus Dividendenperlen und Dividendenaristokraten und ein paar spekulativen Werten. Das Wichtigste: Ich spare das Geld und verhalte mich so, als ob ich es niemals gehabt hätte. Es ist „weg“ und kommt ganz langsam, aber mit Nachdruck in Form von Dividenden und Mieteinnahmen zu mir zurück.
    Ich achte sehr genau auf meine Ausgaben, habe mein Auto verkauft, weil Bahn&Faltrad eh die schnellere und gesündere Alternative sind und kaufe kaum noch höher verarbeitetete Lebensmittel. (aka „Fertignahrung“). Dieses Jahr habe ich das erste Mal im Garten Succhinis und Gurken angebaut. Seitdem koche ich auch viel lieber. (Ich muss über mich selbst lachen: Irgentwie ist ein Garten wie ein Aktiendepot: Die mickerigen Pflänzchen entfernt man, die, die gut wachsen, pflegt man sorgsam.)
    Ich spare viel Geld. Sehr viel. Wenn ich auf meine Steuererklärung schaue, wundert mich manchmal, wie viel von meinem Netto-Einkommen ich tatsächlich gespart habe. Meine Quote liegt bei über 50%.

    Und dabei ist mir wichtig zu erwähnen, dass ich nicht geizig bin: Ich liebe Fernreisen genauso wie Wind und Wetter zu Hause und habe dieses Jahr mit meiner Freundin zwei Kurzurlaube in 5-Sterne-Hotels verbracht.. natürlich einen günstigen Termin gewählt.. von Sontag bis Dienstag 😉

     

    Insofern gebe ich dem anderen Felix recht:

    „Die Kindheitserfahrungen sind sicherlich ein gutes Stück prägend für das weitere Leben. Man muss sich diese schon sehr bewusst machen, um sie abschütteln zu können.“

    Mir hat offensichtlich Jahrelang ein Sinn gefehlt dafür, Geld zu sparen. In dem Moment, in dem es Klick gemacht hat, war’s ganz einfach.

    In diesem Sinne:
    Wer etwas wirklich will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe. 🙂

  15. Couponschneider

    Geschichten kann ich auch erzählen. Ich erinnere mich an jemanden in meiner Klasse, dem sämtliche Wünsche erfüllt wurden. Er bettelte bei seiner Oma um ein teures Fahrrad. Nach einem Jahr meinte er, es wäre Schrott. Genauso Computer. Er hatte immer das Neueste vom Neuesten. Ich weiß gar nicht, was aus dem heute geworden ist. Vor drei Jahren dachte ich, ich hätte ihn an der Tankstelle gesehen, mit einem Gesichtsausdruck aus Unzufriedenheit und Arroganz. Sein Outfit war lächerlich. Hauptsache teuer. Sein Gürtel… oh Hilfe. – Da in seinem Auto auf den Rückbänken ein Entertainment-System eingebaut war, kann man sich den Rest denken. Wenn jemand, der sein Glück nur im Materiellen zu finden glaubt, unverhofft zu Nachwuchs kommt, dann geht das Geld für einen Kombi mit Entertainment-System drauf und dann wird man unzufrieden, weil man sein Glück in einem flotten Zweisitzer sieht.

    @Blog-Technik:

    Warum bekomme ich so häufig die Fehlermeldung, dass das Captcha abgelaufen ist? So sind schon viele Texte von mir über die Wupper gegangen. Das kann man doch technisch auch anders lösen.

  16. Patently Absurd

    Ich hätte einmal die folgende Frage an die Runde und hoffe, dass ich die eine oder andere Antwort erhalte.

    Für wie sicher haltet ihr online geführte Depots über Direktbroker (Online Vista, DAB Bank, Lynx etc.)? Und zwar nicht bezüglich der finanziellen Sicherheiten der Banken – da diese die Aktien als Sondervermögen bilanziell trennen, sollten die Depots sicher sein – sondern bezüglich Internet-Sicherheit.

    Bei Depots erfolgt der Login typischerweise über die Eingabe eines Passworts, für die Transaktionen benötigt man danach endweder keine weitere Authetifizierung, so bei Online Vista, oder es wird lediglich eine mTAN abgefragt .

    Wenn man Aktien als Altersvorsorge betrachtet, dann häufen sich auf den Depotkonten logischerweise beträchtliche Summen an. Macht ihr Euch irgendwelche Gedanken, dass ihr Opfer eines Internetbetruges werden könntet, oder seid ihr da locker?

  17. Vali

    @Patently Absurd , ich hatte die gleichen Gedanken. Sicher ist nichts…

    Mein erstes Depot habe ich bei der DKB eröffnet. Habs vollgemacht bis auf 50 T. Dann habe ich bei der DAB ( jetzt mit BNP  Paribas zusammen) eins aufgemacht. Ich weiß, wo die Bank ist in MUC. Wenn es ein muss, klopfe ich dort mit der Mistgabel an der Tür. Die DKB ist weiter 😉

    Die Broker wie Lynx, DeGiro und OnVista sind mir eher suspekt, aber da wird sicher Matthias protestieren 😉

    Eigentlich muss die Firma wissen, dass du ihre Aktien hältst. Mit dem Depot kannst du theoretisch umziehen, wenn die Bank pleite ist.

    Bei ETFs ist die Brühe trüber… oder?

  18. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Couponschneider

    Sorry, für das Problem beim Posten von Kommentaren mit dem Captach. Ich schaue mir das an. Haben andere hier ähnliche Probleme?

  19. felice

    Ist die Comdirect für Dich ebenfalls ein „Direktbroker“?

    Für mich spielt definitiv die Wahl eines vertrauenswürdigen Endgerätes (Ich verwende kein Windows) eine Rolle, darüber hinaus gerne ChipTan oder PhotoTan mit einem zweiten vertrauenswürdigen Endgerät (hier: Ein iPhone ohne Jailbreak). Dazu gerne eine Identifikation (=TAN) pro durchgeführter Aktion.

    Sollte trotzdem etwas passieren, hoffe ich darauf, dass jede Bank vor allem Publicity von potentiellen Fehlern vermeiden will und daher jeden durch Tan-klau entstehenden Schaden übernimmt.

    Ich habe tatsächlich mit Offline-Identitätsklau (bei Kunden wurden des öfteren durch Unterschriftenfälschung Domaintransfers erfolgreich initiiert) mehr Probleme gehabt als mit Online-Sicherheit.. bisher 😉

  20. felice

    @tim schaefer: Ja, hier auch.

    Ein Klick auf „zurück“ und ein zweiter auf „Captcha reload“ funktioniert dann. Aber die Gültigkeitszeit des Captchas scheint sehr kurz zu sein.

    Edit: Verdammt, schon wieder 😉

  21. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Patently Absurd,

    ich habe ja 2 Online-Depots, Flatex und Lynx. Eigentlich zählt das Deka-Depot auch dazu. Locker sehe ich das nicht, aber auch nicht zu ängstlich. Ich habe in den Jahren noch keine verdächtige Aktion gehabt. Es wäre ja schon ärgerlich genug, wenn jemand einfach versucht unter dem Account aus Gaudi mit beliebigem Passwort einzuloggen, und man eine Sperre hat. Dann weiß man schon mal, dass jemand was versucht hat. Aber selbst das ist noch nicht vorgekommen. Ich hatte ja vor kurzem mal einen Schweißausbruch, als von Lynx eine Mail mit einer Trade-Bestätigung kam, ich aber wusste, nichts gemacht zu haben. Das war dann ein automatischer (kostenloser) Forex-Trade, wo mir 2-3 CAD in Euro getauscht wurden. Auf Nachfrage wurde erklärt, dass Cash-Beträge unter 10 USD/CAD nach ein paar Tagen automatisch in die Basiswährung gewechselt werden.

    Mich beruhigt immer, dass eine Überweisung aus dem Depot nur auf das Referenzkonto gehen kann. Das zu ändern, benötigt weiteres Masterkennwort oder Sicherheitsabfrage, wenn überhaupt. Ich weiß es gar nicht. Müsste ich mal schauen.

    Alles in allem habe ich kein Gefühl von Unsicherheit. Ich hole mir bei Lynx auch regelmäßig Depot-Auszüge (mindestens jeden Monat). Falls es doch mal zu Problemen kommt, dass man zumindest relativ junge Nachweise bringen kann.

    MS

  22. ZEN Investor

    Couponschneider:

    Warum bekomme ich so häufig die Fehlermeldung, dass das Captcha abgelaufen ist? So sind schon viele Texte von mir über die Wupper gegangen. Das kann man doch technisch auch anders lösen.

    Weil es Herr Schäfer sehr genau nimmt mit der Sicherheit.

    Tipp: Es hat einen Aktualisierungs-Knopf neben dem Captcha. Drückt man dieses, kommt ein neues, dieses sollte dann gültig sein.

    Ansonsten hilft auch dies:

    Drücke
    CTRL+A (Markiert deinen ganzen Text)

    und dann

    CTRL+C (kopiert deinen Text ind ie Zwischenablage)

    Danach aktualisierst du die ganze Seite (Neu Laden), gehst in das Textfeld und drückst

    CTRL+V (kopiert Text aus der Zwischenablage in das Textfeld).

     

    In Vertretung von Tim S.:

    Ich

     

  23. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Vali,

    ich würde Lynx nicht als suspekt bezeichnet. Wenn es einen deutschen Broker mit den gleichen Möglichkeiten und Konditionen gäbe, dann wäre ich bei dem. Aber das gibt es eben nicht. Deutschland ist da zu provinziell. Hinter Lynx steht ja eigentlich „Interactive Brokers“. Das ist schon was richtig Professionelles. Lynx u.a. wollen halt das deutsche Publikum bedienen, welches sich nicht gleich an das Original traut, auch weil dort die Eintrittsbarriere von 10.000 USD zu überwinden ist. Dafür ist das Original noch um einiges günstiger bei den Gebühren. Man sollte eigentlich umziehen von Lynx nach IB direkt. Na ja. Das Beharrungsvermögen halt…

    MS

  24. Felix

    Ja, ich habe das Problem mit den nicht funktionierenden Uploads auch. Dachte das liegt an Edge, dem neuen Windows-Browser.

    Ich denke ich führe meine Depot seit über 15 Jahren Online bei BNP inzwischen mit mobiler TAN. Die Summen sind nicht unerheblich. Bislang gab es nicht das geringste Problem damit. Das ist natürlich keine Garantie für die Zukunft.

    Bei meiner Hausbank habe ich früher 120 DM oder so Depotgebühr pro Jahr gezahlt und ordentlich Transaktionskosten. Die gingen auch nicht davon ab oder zurück als die ersten Onlinebroker aufmachten. Inzwischen werden sie keine Depots mehr zu verwalten haben, zu Recht.

  25. chaostrader

    > Eigentlich muss die Firma wissen, dass du ihre Aktien hältst. Mit dem Depot kannst du theoretisch umziehen, wenn die Bank pleite ist.

    Bei ETFs ist die Brühe trüber… oder?

     

    Nein. Funktioniert genauso wie mit Aktien. Die liegen üblicherweise alle bei Clearstream.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Clearstream

     

     

  26. ZEN Investor

    @Tim

    Danke. Mit meiner Anleitung sollten zumindest keine Texte mehr verschwinden. (Weil das Abschicken nicht klappt).

    @all

    Sind wir seit ein paar Monaten in einem Seitwärts-Markt?

    Sind wir seit 15 Jahren in einem Seitwärts-Markt?

    Ich glaube das beides zutrifft.

    Der übergeordnete Seitwärts-Markt 2000-2020 … (oder nach der 17-Jahre-Theorie von Warren Buffett 1999-2016)……

    Leute wir stehen vor einem goldenen Zeitalter für Aktien. Wenn ihr nur noch 1 mal einen Bärenmarkt aushaltet.

     

  27. Markus

    @Felix

    Wie war denn Deine Entwicklung bzw. welche Steigerungen/Depotstände hast Du in welchem Lebensabschnitt geschafft?

    Bin neugierig, aber ob Du darüber Deine Erfahrungen austauschen willst, ist ja Deine Entscheidung.

    Ich vermute, dass man bei 6 stelligen Depots & 5 stelligen Jahressparquoten und ca. 20 – 40 Jahren Anlagehorizont gewisse Chancen hat, ähnliche Ergebnisse wie Du zu schaffen.

    Klar gibt es viele individuelle und systematische Unwägbarkeiten (positiv wie negativ). Trotzdem sollten Probleme, einem nach Ziele strebenden Menschen, nicht schwächen.

    Im Idealfall wächst man daran. Erfordert dann natürlich eine andere Geisteshaltung als immer anderen oder dem System die Schuld zu geben. Es liegt dann immer an einem selbst.

  28. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Liebe Leser,

    funktioniert das jetzt besser mit der Kommentar-Spam-Schutz-Funktion im Blog? Ich wollte verhindern, dass hier Spam-Schmierer ihr Unwesen treiben. Daher habe ich einige Riegel vorgeschoben, wollte allerdings das Kommentieren nicht unnötig schwierig machen. Sorry für das technische Problem.

  29. Vali

    @ZenInvestor, weil du fragst 😉

    Ich habe keine Ahnung, ob wir in einem Seitwärts-Markt sind, ob Bären oder Bullen kommen, wie lange sie dauern und wie ich mich auf den oben von dir prognostizierten Crash vorbereiten soll 😉

    Ich persönlich glaube, dass wir jetzt vor der Fed zittern, ein wenig volatiler sind, weil die Fondsmanager im großen und ganzen ihre Geschäftsbücher schon zugemacht haben und der Markt eher dünn ist, aber bis Ende Dezember eher zukaufen müssen.

    Ich weiß, dass du für deine angepeilte Rendite von 26% p.a. Kurssteigerungen brauchst, aber m.M.n. konzentrierst du dich zu sehr darauf und machst dir unnötigen Stress.

    Ich kaufe gute Unternehmen samt ihren Gewinnausschüttungen. Den Stress mit den 26% würde ich mir nie antun. 4-5% Dividendenrendite macht mich momentan mehr als glücklich 🙂

    Und noch was: Ich halte Cash, aber eher für das Finanzamt und für pers. Notfälle und nicht für Aktien oder Crash. Ganz ehrlich habe ich momentan nahe 700 Euro nur aus Dividenden übrig, die noch 2015 in Aktien oder sogar ein ETF reindürfen, kann mich aber nicht entscheiden zwischen Phillip Morris, Archer Daniels oder Nestle usw. Mehr Geld für Aktien habe ich momentan nicht mehr, außer alles sackt schnell nochmal um 25% ab, dann nehme ich von den Notreserven.

    Die Szenarien nach dem US-Zinsentscheid

    Wenn du aufhörst, die Zukunft vorhersehen zu wollen, wirst du endlich im jetzt deine Chancen erkennen 🙂

    @chaostrader, danke dir. Hast du einen Lieblings-ETF,  jetzt wo sie evtl. bisschen günstiger sind? Ausschüttend, physisch, steuernett?

    @felice, in 5-Sterne-Hotels übernachte ich nur geschäftlich 😉

    @Tim, ,es klappt, wenn man kurz vor „Kommentar absenden“ nochmal auf die Drehpfeile drückt und einen frische Rechnung erscheint. Man muss sich daran gewöhnen.
     

  30. Thomas

    @Patently Absurd

    Die Frage nach der Sicherheit der Online-Broker, bzw. der geführten Depots im bezug auf Cyberkriminalität ist eine sehr gute. Leider ist es so das es keine 100% Sicherheit gibt sobald man online agiert. Ich würde die Sichheitsstufe durch die zurzeit eingesetzten Mechanismen (TAN, MTAN, PIN etc.) bei ca. 85% sehen. Die letzten 15% sind reines Glück ob es einen erwischt oder eben nicht. Das hat auch nichts mit Windows oder Linux zu tun.

    Grüße

  31. tim timmer

    @Vali: Ich finde es auch immer total befriedigend, wenn die Dividenden eingehen.

    Ich habe fünf Werte im Depot, die keine Dividende zahlen, aber sich alle ganz stark im Plus befinden, bzw. drei von ihnen haben sich mehr als verdoppelt. Das war ja auch keine Kunst in den letzten Jahren. Und hier überlege ich die ganze Zeit, was ich damit machen soll, was mit den schönen Buchgewinnen passiert, wenn es jetzt bergab geht mit dem Gesamtmarkt und ob es überhaupt bergab geht mit dem Gesamtmarkt. Und ich glaube, dass es mich wirklich wurmen würde, wenn die Kursgewinne im nächsten Bärenmarkt wieder verloren gingen. Andererseits möchte ich auch nicht die kommenden Kursgewinne versäumen und vor allem habe ich überhaupt keine Lust (!!!) mich um eine alternative Anlage zu kümmern.

    Bei den Dividendenzahlern mache ich mir da gar keine Gedanken, da bin ich sicher, dass ich auch zehn Jahre lang mit einem Bärenmarkt leben kann.

    Jedenfalls ist der Dezember ja einer der starken Dividendenmonate bei den Quartalszahlern aus den USA und es macht wirklich Spaß, da zuzuschauen, was so an Geld reinkommt – alleine heute sollten Coca Cola, Realty, Kellogg und zwei ETFs zahlen. Das sind zwar alles nur Pakte im Bereich zwischen 15€ und 50 €, ist aber trotzdem eine Freude. Zudem haben Chevron, J&J, Emerson und LVMH bereits gezahlt.

    Da merkt man dann tatsächlich, dass sich das Sparen und die Investitionen lohnen. Die Kosten für die Weihnachtsgeschenke müssten auf jeden Fall locker wieder reingekommen sein. Und Anfang des Jahres zahlt Disney den Kinoeintritt für Starwars als Dividende wieder aus.

    Entschuldigt bitte die Dividendenschwärmerei… 🙂

  32. tim timmer

    Ergänzung zu Disney:

    Es müssten ca. 13 Euro nach Steuern eingehen, d.h. es reicht für meinen Eintritt plus die mittlere Popcorn-Packung.

    Und beim nächsten Starwars kommt vielleicht durch die Dividendensteigerung noch ein Getränk dazu! 🙂

     

     

  33. Felix

    @ Markus

    Ich habe immer gespart, selbst im Studium habe ich keine Schulden gemacht. Lediglich Bafög habe ich erhalten und dann mit Nachlass auf einen Schlag getilgt.

    Aktien habe ich seit über 20 Jahren. In größerem Umfang etwa 12 Jahre. Vorher hatte ich Bundesschatzbriefe und Sparkassen-xy, also immer Zinspapiere, als es noch Zinsen gab; keine Kapitalertragssteuer und 9 % Zinsen, das waren Zeiten. Damit und mit steter Sparrate von ca. 2000 DM/Monat als die Kinder noch nicht studiert haben, ist kontinuierlich etwas zusammengekommen. Und 9 % bei 200.000 DM Anlage macht zusätzlich noch einmal 18000 DM im Jahr, Steuer darauf gab’s einfach nicht. Und da ging schon was vorwärts, wenn man das 10 Jahre gemacht hat.

    Insofern hatte ich es einfach leichter.

  34. Markus

    @Felix

    thx für Deine Erfahrungen.

    Ja, ich kann mich auch noch dunkel an hohe Zinsen erinnern.

    Ein Kollege hatte auch ähnliche Beträge/Spar-Raten zu 8 % p. a. langfristig angelegt.

    Warum keine Kapitalertragssteuer bei 18k DM – Zinserträgen?

    Lief dass damals über dem einen Jahr auch bei Anleihen steuerfrei?

    Hm, also schmälern würde ich es jetzt nicht, weil die „Zeiten“ angeblich einfacher waren. Es gehört schon Disziplin und Durchhaltevermögen dazu (vor allem mit Familie)! Darf ich fragen, wie alt Du bei meinem Etappenziel 😉 warst?

    Mit den Steuern und evtl. zukünftig niedrigeren Asset-Renditen sehe ich es zwar schon um einiges schwerer…

    Trotzdem bringt mir darüber abledern nix, weil ich mich einfach mehr anstrengen muss.

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