Das deutsche Rentenloch


New York, 14. Februar 2015
Goldenen Jahre

Die goldenen Jahre: Sie werden für viele Menschen gar nicht so golden. Die Lebenshaltungshaltungskosten gehen rauf. Mieten, Strom, Versicherungen, Wasser, Abfallgebühren, Lebensmittel – fast alles wird teurer. Die staatliche Rente und Riester reichen nicht aus. Die Rendite fehlt. Wir Deutsche investieren nicht, wir sparen – mit renditeschwachen Produkten wie Sparbüchern oder Kapitallebensversicherungen. Das bringt mickrige Renditen.

  • Deutschland steht vor einer Rentenkrise. Unsere Lebenserwartung steigt. Die gesetzliche Rente wird von der schwarz-roten Koalition immer weiter heruntergefahren – zugunsten der gebührenfressenden Riester- und Rürup-Dinger.
  • Die hohen Gebühren, die die Riester-Verträge verschlingen, fehlen den Bürgern. Sie verschwinden in irgendwelchen Versicherungskassen. Wie das geht, zeige ich Ihnen gleich in den folgenden Absätzen.
  • Die Deutschen haben nicht genug gespart. Wir kreieren Millionen von Hilfeempfängern, die auf den Staat angewiesen sind. Zukünftige Rentner-Generationen werden mit einem massiven Problem konfrontiert werden.

Das Riester-System ist nicht auskömmlich. Es ist nicht für die Bürger geschaffen. Schauen Sie sich mal bei diesem Riester-Vertrag die Gebühren an: Das Angebot wird zuweilen gelobt. Blicken Sie durch? Ich nicht. Das ist wie Kraut und Rüben. Wischiwaschi. Unsere Regierung überwacht das: Abschlussprovision, Bestandsprovision, fixe Verwaltungskosten, volumenabhängige Verwaltungskosten etc.

Was sind das für gewaltige Kosten? Unglaublich. 2.520 Euro Abschlussgebühr. Was für eine Verschwendung. In den ersten Monaten nach Abschluss gehen vermutlich ein paar Hundert Euro Ihres Gehalts auf das Konto ein – das ist alles weg, wenn Sie die 2.520 Euro gedanklich abziehen.

Jedes Jahr 0,50 Prozent Gebühr auf Ihr „Deckungskapital“. Überlegen Sie mal, was da eine gewaltige Summe nach 30 oder 40 Jahren des Sparens zusammen kommt. In den USA gibt es die Depoteinrichtung und -führung für die Rente gratis bzw. die Kosten sind minimal. Packen Sie einen Indexfonds hinein, gibt es diesen für ganze fünf Dollar Gebühr je 10.000 Dollar Kapital. Das macht eine geringe Gesamtgebühr von 0,05 Prozent. Das ist fair.

Die Riester-Anbieter handeln im eigenen Interesse. Sie haben ein Interesse an möglichst hohen Gebühren. Wir sollten jedem Bürger in Deutschland die Chance geben, kostenschonend, fair, ertragreich, renditenstark, transparent, steuerschonend sparen zu können.

Die Allianz zählt sicher zu den verlässlicheren Partnern, aber die Gebühren hauen mich vom Stuhl. Zig Tausende Euro zahlen Sparer ins Gebührengrab. Fließt die Rente, sind 1,75 Prozent auf die Rentenzahlung fällig. Die Gebühren enden erst mit dem Tod. Für was wird eigentlich die Auszahlungsgebühr fällig? Verstehe ich nicht.

Das zeigt einmal mehr: Wir sind ein Volk der Sparer. Wir sind kein Volk, das investiert.

Das sehen Sie anhand der neuen Aktienstatistik, die das Deutsche Aktieninstitut vorgelegt hat. Demnach sank die Zahl der Aktionäre hierzulande von 13,8 auf rund 13 Prozent. Ein trauriges Resultat, wenn Sie überlegen, wie ineffizient wir unser Vermögen für uns arbeiten lassen.

Produktivkapital wäre das Beste für uns. Es fördert Innovationen, schafft Arbeitsplätze und Wohlstand. In der Berliner Regierung ist diese Info leider noch nicht angekommen.

Dabei wäre es so wichtig. Wir leben vermutlich 30 Jahre und länger nach dem Rentenbeginn. Rapide geht die Lebenserwartung rauf, was ja toll ist – aber nur, wenn wir die goldenen Jahre genießen können. Wie sollen wir das finanzieren? Mit Riester und der staatlichen Rente? Das wird nicht genügen.

Wir müssen das Geld für uns möglichst effizient arbeiten lassen, um die Versorgungslücke zu schließen. So tun es die Amerikaner, Australier und Briten. Warum können wir von ihnen nicht lernen?

Es geht nicht ums Spekulieren an der Börse, was ohnehin nichts bringt, wenn Sie sich die bekannten Studien (PDF) dazu anschauen. Es geht vielmehr ums langfristige, sensible, nachhaltige Investieren. Jahrzehntelanges Sparen in einen Aktienindex oder die größten Blue Chips. Es geht um extrem kostenschonendes Investieren.

Des weiteren rate ich jedem, Schulden zu tilgen. Statt in einer großen Wohnung würde ich eher in einer kleineren Bude leben. Statt einem fetten Auto würde ich ein kleineres Gebrauchtes, das sparsam ist, fahren. Oder mit dem ÖPNV oder Rad zur Arbeit düsen, wenn das möglich ist.

Ich rate jedem, mehrere Einkommensströme aufzubauen. Ein Nebenjob, eine vermietete Wohnung oder Garage, ein starkes Bündel Dividendenaktien, eine eigene Firma etc. Es geht darum, stetige, verlässliche Geldströme zu haben. Sparen Sie so viel Sie können. Das kann nicht oft genug gesagt werden. Das Problem der Altersarmut wird gerne als Mini-Problem abgetan, das sich von alleine löst. Das Gegenteil ist der Fall: Es werden sich Millionen Bürger wundern, wenn sie merken, wie knapp ihr Geld im Alter ist.

Verzichten Sie lieber heute auf das neueste iPhone, einen Starbucks-Kaffee, ständig neue Klamotten, teure Urlaube oder überspannte Yoga-Kurse. In New York schießen zum Beispiel Spinnig-Kurse wie Pilze aus dem Boden. Auf dem Foto, das ich im Finanzviertel aufnahm, sehen Sie einen Anbieter namens „Soulcycle“. Eine Trainingseinheit (45 Minuten) kostet rund 30 Dollar. Ich muss gestehen, ich habe schon an solchen Kurse teilgenommen, aber 30 Dollar sind echt viel. Das muss nicht sein.

Das schwarze Rentenloch zu schließen, wird nicht einfach werden. Es ist eine Kraftanstrengung. Das Problem ist wahrhaftig und sollte von niemanden unterschätzt werden. In den USA sagen Finanzberater als Faustformel gilt: Das zehn- bis 15-fache des Einkommens gespart zu haben, um das Leben als Senior genießen zu können. Das bedeutet, wer 50.000 Euro verdient, braucht mindestens eine halbe Million Euro als Finanzpolster.

Um eine solche Summe zusammenzubringen, müssen Sie früh anfangen. Je früher, desto besser. Wenn Sie zu lange warten, erst darüber nachdenken, wenn Sie 40 oder 50 Jahre alt sind, ist es kaum noch möglich, ans Ziel zu kommen. Dann hat das Schiff den Hafen schon verlassen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Das deutsche Rentenloch

  1. Stefan

    Naja, wenn die Politiker, die übrigens alle Verbrecher sind sowie die Betrüger-Banken und -Versicherungen die Leute nicht abzocken würden, wäre es auch besser um die Deutschen gestellt.

     

    Ich wäre ja sowieso dafür, dass wir nicht mehr in die Rente einzahlren, sondern die 50% Arbeitgeberanteil ausgezahlt wird an den jeweiligen Arbeitnehmer.

     

    Dann kann er selbst das Geld anlegen wie er mag…aber die elenden Lobbyisten sorgen schon dafür, dass der Bürger alles verliert..

  2. ZaVodou

    Die größte Frechheit ist, dass sich diese „Riester-Dinger“ trotz Bezuschussung aus Steuergelder für die Wenigsten rechnen.

    Für mich ist das Steuerverschwendung zu Gunsten der Finanzindustrie.

    Tim, einen Ratschlag hast Du noch vergessen. Werdet Beamter! Nach 5 Jahren steht einem dann eine Mindestpension von derzeit 1.500 Euro zu. Um solch einen Rentenanspruch zu erhalten muss manch Arbeiter/Angesteller sein ganzes Leben lang arbeiten.

    Wenn die Rente nicht reicht, weil sie zu niedrig ist, muss eben länger gearbeitet werden. Die Weichen werden hierfür schon getellt. Wer will schließlich jemanden verbieten auch über 67 zu arbeiten, wenn er es doch freiwillig so will.

     

  3. Alexander

    Das Problem bei den Deutschen liegt schon darin, dass sie sich nicht für ihre Rente interessieren. Ich bekomme jedes Jahr, wie sehr viele andere auch, meinen Rentenanspruch übermittelt. Aktueller Anspruch, Rente mit 67 bei gleichbleibender Einzahlung und theoretische Rentensteigerung von 1% bzw. 2% pro Jahr. Man muss kein Mathematiker sein, um sehr schnell fest zu stellen, dass da ein paar hundert Euro fehlen, um den Lebensstandard in etwa zu halten. Einzige Argumentation die man hört ist, ich krieg eh nichts mehr, also was soll ich mir da Gedanken machen? Hallo? Gerade deswegen sollte man sich Gedanken machen. Vielleicht haben alle anderen Recht, das Hier und Jetzt in vollen Zügen zu genießen und ich liege falsch, einen Teil meines Einkommens zurück zu legen. Sollte aber mein Plan aufgehen, gehöre ich zu den wenigen Lachenden. Und das alles ohne Riester.

     

  4. Stefan Müller

    Die meisten Deutschen machen sich erst dann Gedanken, wenn die Rente da ist. Dann gibts lange Gesichter und es wird genörgelt über die da oben. Die Reichen, die Hausbesitzer, die Vermögenden. Die sind dann die Verbrecher und sollen enteignet werden.

    Außerdem gilt bei vielen der Glaube, ein normaler Arbeiter kann nicht sparen. Für Urlaube, Mittelklasseautos (Kredit), teure Telefone ist aber Geld da.

    Dann kommen Linksparteien, die Freibier f ür alle fordern und dies jenen wegnehmen, die investiert haben.

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ ZaVodou

    Beamtenpension von 1.500 Euro nach fünf Jahren Einsatz ist in der Tat eine gute Rendite. Kann ich im Alter von 55 Jahren noch Beamter werden?

    @ alle

    Was eine grundlegende Sache bei Anlagen ist: Je niedriger die Gebühren/Kosten, desto besser. Bei Riester wird schnell klar, dass es nichts sein kann, wenn gleich nach der Unterschrift des Kunden 2.500 Euro Provision fließen.

    Washington bietet Depots für die Rente an, die steuerfrei aus dem Brutto bespart werden können. Die Depots rentierten in der Vergangenheit mit 3,6% p.a. Es wird in Staatsanleihen investiert. Es kostet 0,00 Dollar Gebühr. Keine Provision. Keine Verwaltungskosten. Kein Risiko. Es heißt „MyRa“.

    http://money.cnn.com/2014/01/29/retirement/myra-accounts/

    MyRa ist speziell für US-Bürger, die Angst vor dem Risiko haben. Daneben existiert ein ganzes Bündel anderer Formen des Sparens für die Rente. Sie heißen 401(k), SEP IRA, Roth IRA usw. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Wer mehr Rendite möchte, kann auf Aktien setzen. Alle Arten des Rentensparens haben einen erheblichen Steuervorteil. Amerikanische Arbeitgeber helfen in der Regel beim Aktiensparen mit großzügigen Zuschüssen.

  6. Fruchtwein

    So einfach ist das mit der Beamtenpesion auch nicht. Die gibt es ja nur im Falle der Dienstunfähigkeit – wer nach fünf Jahren kündigt und sich nachversichern lässt bzw. das Arbeitsgeld in Anspruch nimmt bekommt entsprechend erheblich weniger.

    Das ist halt eine Mindestpension im Falle der Dienstunfähigkeit, die steigt erst nach glaube ich um die 30 Arbeitsjahre bei den Beamten.

    Ob das gut oder schlecht ist, darüber kann man natürlich vorzüglich drüber streiten 😉 Auf jeden Fall würde so eine Mindestpension und ein paar Dividendenaktien schon ein gutes Leben ermöglichen.

    Die Gebührenhöhe beim Riestern ist ja wohl mehr als eine Frechheit!

    Aber immerhin werden sie nicht verheimlicht oder klein geredet – ich finde schon, dass auf der Webseite ersichtlich ist, was zu zahlen ist. Warum nicht einfach ein monatlicher Wert angegeben wird, weiß ich nicht. Vermutlich, um die hohen Kosten zu verschleiern. Naja… Riesterrente kommt für mich eh nicht in Frage. 🙂

  7. Stefan

    Und wenn in Europa erstmal die FN in Frankreich oder die AfD in Deutschland an der Macht sind, dann wird alles (gaaaanz bestimmt) viel, viel besser.

    Mir wird ganz übel, wenn ich aktuell wieder sehe, dass normale, konservative Sparer zu den Kursständen in Risikoassets getrieben werden. Jeden Tag gibt es einen neuen Artikel zum Thema „Aktien sind alternativlos, Dividenden die neuen Zinsen usw.“.

    Das hätte man bei Dax 7.000, 8.000 oder letzten Oktober schreiben können. Aber da ging die Welt ja noch unter, wegen der Ukraine oder Griechenland.

    Bin gespannt, wieviele ihre hart erarbeitete Rente durch den jetzigen Kauf von Aktien aufs Spiel setzen und sogar verlieren.

  8. Stefan Müller

    Seh ich auch so, jetzt trommeln die Medien, Aktien zu kaufen. Bei Rekordständen. Allerdings kenne ich kaum jemanden, der investiert ist und nach Bertungskriterien haben wir in Deutschland keine massive Überbewertung.

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fruchtwein

    Die Gebühren bei Riester sind hanebüchen. Es ist nicht richtig, dass Milliarden bei den Finanzgiganten landen und beim „kleinen“ Riester-Sparer nichts hängen bleibt. Warum CDU und SPD die teuren Riester-Dinger über den grünen Klee loben, ist mir ein Rätsel. Es kann nicht Ziel der Politik sein, die Finanzhäuser zu füttern. Dem „kleinen Mann“ im Ruhestand zu helfen – das sollte das Ziel sein.

  10. Jan

    Damit hier auch mal weiterhin eine Kontra-Meinung vertreten bleibt (ganz im Stile von Tim durch ständige Wiederholung), folgendes:

     

    1.) Riester generiert jährliche eine mitunter teilweise ordentliche Rendite nur durch Zulage und Steuererstattung. Netto, quasi Cash – Kralle. Bei mir sind es 25 %. Aber die holt hier vermutlich jeder ohnehin so nebenbei mit seinen Anlagen. dazu kommen dann noch Steigerungen mit der Zeit, auch wenn diese bei den nicht fondsbasierten Konstrukten zugegebermaßen überschaubar sind

    2.) Der deutsche hat Angst vor der Volatilität der Börsen. Er will (und ist auch garnicht in der Lage) eigenständig Aktien für „Rentenkonto“ wie es es in den USA gibt, auszuwählen. Er will einfach regelmäßig Geld bei Seite legen, eine relitiv hohe Sicherheit und einen kleinen Bonus dafür bekommen = Riester at it’s best…

    3.) das ganze Riesterkontruckt sichert diverse Arbeitsplätze und damit auch den Wohlstand in Deutschland (Ergo, Allianz, Finanzamt, Verbraucherschutzverbände, Steuerberater, etc.).

    4.) Die Tatsache das Riester starr und unflexibel ist, macht es auch recht sicher, vor allem vor dem vorzeitigen Zugriff durch den Vertragsinhaber.

  11. Jan

    Ach so, Kosten… Da bin irgendwo bei euch. Sie sind etwas zu hoch. Meines Wissens fällt bei den meisten Produkten ein ganz großer Schwung am Anfang an (pauschalisierte Darstellung).

    Wenn ich mir dann aber überlege, die Kohle auf die Laufzeit zu strecken, relativiert das die Sache auch etwas. Wenn ich mit 27 nachm Studium einen Riester abschließe und hierfür bis zur Rente mit 67 insgesamt mit den Jahren 8.000 Euro anfallen (ich glaube, dass ist schon hoch gegriffen), dann kostet mich der Spaß 16 Euro im Monat. Die meisten von uns zahlen mehr als „passive Mitglieder im Fitnessstudio“, für ihre Sky-Pay-TV-Verträge oder ihre überteuerten D1-Verträge zur Finanzierung des neuesten Apfel-Telefons…

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Jan

    In den USA kostet das Depot für die Rente, mit einem Indexfonds bestückt, etwa 0,2 Prozent (Total Expense Ratio, kurz TER). In Deutschland betragen die Kosten deutlich über 2,0 Prozent TER jährlich.  Das 10- oder gar 20-fache zu bezahlen, ist absurd.

    Von Geringverdienern, jungen Familien, Berufseinsteigern oder einer Putzfrau so hohe Gebühren zu verlangen, ist unfair. Es ist ein Zeichen, dass der Markt in Deutschland nicht funktioniert. Es scheint keinen fairen Wettbewerb zu geben. Es ist ein Versagen der Politik. Die Menschen haben kein Geld übrig. Es ist wichtig für die Altersvorsorge so kostenschonend wie nur möglich zu sparen.

    Ich bin zuversichtlich, dass die Kosten massiv sinken werden. Das muss einfach so sein. Es hilft den Bürgern und letztendlich den Finanzdienstleistern langfristig. Mehr Vertrauen = mehr Verträge.

  13. Stefan81

    @Jan @ Tim, eine Sache bei Riester finde ich bei Riester viel schlimmer, als die Gebühren:

    Die Tatsache, dass das Endkapital niemals mir selbst gehört.

    Den Kapitalstock kann man sich NIEMALS in voller Höhe auszahlen lassen.

    Auch wenn man stirbt, kommt das Kapital nicht etwa den Erben zu Gute:

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/familiensicherung-riester-rente-nuetzt-vielen-erben-nichts-1.512192

    Es wird sogar empfohlen, noch zusätzlich zur Absicherung der Familie eine Risikolebensversicherung abzuschließen, die wiederum natürlich auch mit Abgaben belastet ist.

    Vollkommen absurd, wenn ihr mich fragt.

    Alles in allem rechnet sich eine Riester Rente im Vergleich mit einem stumpfen ETF auf z.B. den europäischen Aktienindex zu keinem Zeitpunkt.

    Riester ist schlicht und ergreifend ein Produkt für die Versicherungskonzerne.

    Schmerzensgeld dafür, dass die Steuerbefreiung der LV abgeschafft wurde und diese dadurch für viele Sparer zu unattraktiv wurden.

     

  14. Dieter

    Hallo Tim,

    schätze Deine Artikel auf dieser Seite sehr und verfolge sie auch regelmäßig.

    Leider sind Deine links auf englischsprachige Homepages für Leute mit mäßigem Schulenglisch nicht sonderlich hilfreich. Vielleicht könntest Du mehr auf deutsche Artikel zurückgreifen. Vielen Dank.

    mfG Dieter

     

  15. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan81

    Ja, Riester-Verträge haben viele Nachteile. Die Riester-Dinger sind ein Konstrukt aus einer alten Zeit. In den USA können die Menschen ihre Depots für die Rente vererben. Das Geld gehört dem Bürger und seiner Familie. Und nicht dem Staat oder einer Versicherung.

     

    @ Dieter

    Danke für das Lob. Ich werde das berücksichtigen, möchte aber nicht ganz auf US-Quellen verzichten.

  16. Felix

    @ Tim Ja, ich denke das haben alle hier verstanden, dass du Riestern schlecht findest. Ob das, gefühlt in jeden dritten Post, wiederholt werden muss, glaube ich nicht; und ob du damit den Berliner Politikbetrieb erreichst, das scheint mir noch unwahrscheinlicher. Die haben momentan ganz andere Probleme zu lösen – es geht um Krieg und Frieden: Ukraine, Islamismus, Flüchtlingsproblematik, Energiewende, ja Griechenland und damit zusammenhängend die Euro-Frage. Aktienanlage bringt auch so seine Probleme mit sich.

    Auf anderen Blogs wird derzeit intensiv die Steuerfalle diskutiert, in die Metronic-Aktionäre durch die Verlagerung des Firmensitzes von Metronic geraten sind. Ihnen werden plötzlich 30 % ihres dbzgl. Investments amerikanische Quellensteuer abgezogen. Lieschen Müller ist damit komplett überfordert.

    Aus diesen Gründen ist in D alles, was mit Altersvorsorge zu tun hat, stark reglementiert, möglicherweise zu sehr. Dafür ist es beispielsweise Harz IV sicher und steuerbegünstigt sowie mit Zulagen angereizt. Wer es schlecht findet, soll es lassen. Der Niedrigzins ist ein Problem, den kann man aber nicht auch noch Riester anlasten. In der Tat spricht momentan alles für die Aktienanlage, außer die hohen Kursstände. Ob das in 30 Jahren auch noch sein wird, weiß niemand. Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass man sich jetzt Geld zum Nulltarif leihen kann. Meine Eltern haben noch zweistellige Zinsen auf ihre Hypothek für ihr Häuschen bezahlt, das war eine echt Herausforderung.

    Nachdem alle bis hin zur Bildzeitung momentan die Aktie hypen, sollte man langsam vorsichtig werden und erste Verkäufe vornehmen. Viele Hedgefonds werden mit entsprechenden Hebeln im Markt sein. Wenn uns diese Blase um die Ohren fliegt, wird sich noch zeigen, wer die bessere Altersvorsorge hat.

  17. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Felix

    Das Riester-Ding betrifft jeden Deutschen. Der Bund bezuschusst die Verträge jedes Jahr mit zig Milliarden Euro. Nichts ändert sich, wenn die Menschen sich nicht damit beschäftigen. Die Milliarden aus Berlin, die eigentlich unseren Ruheständlern helfen sollten, verschwinden in den Kassen von gigantischen Finanzkonglomeraten. Sie tarnen die absurden Gebühren mit schönen, komplizierten Namen. Ich schreibe hier in diesem Blog für den „normalen“ Sparer, den Bürger, Familien. Altersarmut wird eine der größten Krisen, die wir jemals hatten.

    Selbstverständlich werde ich andere Themen aufgreifen.

  18. fairr.de

    Guten Tag Herr Schäfer,

    vielen Dank, dass wir uns als Anbieter an der Diskussion auf Ihrem Blog beteiligen dürfen. In Ihrer letzten Mail schrieben Sie mir: „Das Problem ist das Image. Es ist zerstört worden durch zu viele Müll-Produkte“. Das Image leidet insbesondere durch die negativen Stimmen zur Riester-Rente im Allgemeinen, weil der Fokus – wie auch bei Ihnen – auf leistungsschwache Produktlösungen gelegt wird, die die pauschale Kritik verdeutlichen und untermauern sollen. Im Ergebnis steht die Riester-Rente schlechter dar als sie eigentlich ist.

    Wir sind die vergangenen Monate von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen worden – heute wurde das Ergebnis veröffentlicht: https://www.test.de/Riester-Fondssparplaene-Sutor-Fairriester-vernuenftige-Loesung-mit-ETF-4813564-0/ Wir wehren uns dagegen, dass Riester-Anbieter Interesse an möglichst hohen Gebühren hätten: unsere RIY liegt langfristig bei etwa 1% p.a. Dieser Prozentpunkt steht nicht als Kostenpunkt für sich, sondern muss mit anderswo anfallenden Kosten der Geldanlage verglichen werden. Unser ETF-Portfolio wird von einer erfahrenen Vermögensverwaltung gesteuert, es fallen keine Transaktionsgebühren für unsere Kunden an, es fließen keine Kickbacks und wir bieten die Beitragsgarantie. Zudem kommen die Zulagen und Steuervorteile sehr wohl bei unseren Kunden an und sorgen für Renditen.

    Ich möchte Sie noch auf ein Interview mit dem Nobelpreisträger Robert C. Merton aufmerksam machen, das wir in unserem Blog veröffentlicht haben: https://www.fairr.de/blog/neuausrichtung-der-ruhestandsplanung/

    Nehmen Sie bitte die leistungsstärksten Produkte einer Kategorie und kritisieren sie die Riester-Rente an Hand der besten bestehenden Lösungen. Wir stellen uns sehr gerne Ihrer Kritik! Müll-Produkte haben keine Aufmerksamkeit verdient.

    Besten Gruß nach NYC

  19. StefanStefan

     

    Das ist mal ne Nachricht heute!

    Warren hat seine Anteile an Exxon und Conoco komplett verkauft!

    Das ist halt der Unterschied: wir Laien glauben, dass die Ölaktien jetzt günstig sind und man zuschlagen muss. Warren hat da längst verkauft und steckt sein Geld lieber in Deere und IBM!

    Wahrscheinlich sieht er längerfristig keine steigenden Gewinne mehr bei den Ölkonzernen?!

    Ihr müsst mal im Spiegel Online Forum lesen! Was da für Idioten ihren Senf abgeben.

    Da liest man Sachen wie „Hoffentlich hat ihn das viel viel Geld gekostet; jetzt zeigt sich, dass er doch nur am schnellen Dollar interessiert ist und nicht langfristig uswusw…

    Grauenhaft.

  20. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan

    Ölaktien nutzt Buffett immer als Art Festgeldkonto. Weil Anleihen so mickrige Renditen zahlen, hat er sein Cash lieber in Ölaktien investiert. Die Öl-Multis zahlen wenigstens Dividenden. Das macht er so seit 4 Jahrzehnten: ConocoPhillips, PetroChina, Exxon … das war immer sein Depot auf Abruf. Wenn er eine gute Chance unter seinen Lieblingen sieht, verkloppt er seine Öldinger (oder reduziert die Bestände), um flüssig für das nächste Spitzen-Investment zu sein.

    Ich gebe aber zu: Warum ihm Öl-Aktien nicht ans Herz gewachsen sind, ist schon seltsam.

  21. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ fairr.de

    Ich muss schon sagen, dass die Allianz ein weltweiter Spitzenkonzern ist. Ich war als Kunde immer sehr zufrieden. Warum einzelne Riester-Produkte derart hohe Gebühren beinhalten, halte ich für bedenklich. Ich sehe die Gefahr, dass einige Anbieter ihren guten Ruf beschädigen können. Die Reputation ist ein sehr wichtiges Gut, das sollten niemand leichtfertig aufs Spiel setzen. Es geht um den Ruhestand von Millionen Deutschen. Warum Sparer mit über 2.500 Euro Abschlussgebühr geschröpft werden, ist mir ein Rätsel.

  22. Felix Schneider

    Guten Tag Herr Schäfer,

    vielen Dank für Ihren interessanten Artikel.

    Hohe Gebühren führen dazu, dass ein „normler Vertrag“, egal ob Riester, ein Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge oder auch eine normale private Rentenversicherung viele Jahre braucht, bis die Provisionen und Abschlusskosten verdient sind und überhaupt nur das eingezahlte Kapital im Vertrag enthalten ist. Das kann bis zu 20 Jahren dauern.

    Auf meiner Seite zum Thema der Unterstützungskasse, zeige ich Unterschiede in den Vergütungen und versuche die Kunden darüber zu informieren, dass die klassischen provisionierten Tarife nicht das richtige Instrument sind. Dennoch sind werden mehr als 90% der Unterstützungskassen mit klassischen Tarifen rückgedeckt. Die Vergleiche am Markt vergleichen in der Regel nur die teuren provisionierten Tarife. Wieso ist das eigentlich so?

    Der Finanzdienstleistungsmarkt ist einer der wenigen Märkte, die noch immer ein Verkäufermarkt sind. Der Kunde macht das, was die Verkäufer sagen. Und die möchten hohe Provisionen verdienen, die die Kunden über Ihren Beitrag zahlen. Hier gilt es immer wieder aufzuklären und zu informieren über hohe Kosten, Gebühren und über sinnvolle Produkte.

    Also machen Sie weiter so.

     

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