Reich mit einem T-Shirt-Shop oder frisch gepressten Säften


New York, 13. November 2018

Mit einem Saft-Shop kannst du den Reibach machen. Mit dem richtigen Konzept und Anstrengung ist einiges möglich.


Ich bin zufrieden kein Auto mehr zu haben. Es war eine Last, mich darum kümmern zu müssen. Klar, jeder ist anders. Aber was die Deutschen mit ihren teuren Autos haben, ist schon seltsam. Warum nicht ein gebrauchtes Auto für 7000 Euro kaufen, das sechs Jahre alt ist und 100.000 Kilometer auf dem Tacho hat?

Wenn jemand ein Auto braucht, warum nicht ein neun bis zehn Jahre altes Auto kaufen? Ist ein schneller Neuwagen nicht einer der größten und ärgerlichsten Ausgaben, die es gibt? Jedenfalls wird Otto-Normalverbraucher weit zurückgeworfen in der Altersvorsorge, wenn er mit dem Neuwagen nach der Schlüsselübergabe vom Hof fährt. Ich empfand es immer wichtiger, saubere Finanzen zu haben als ein sauberes Auto.

Klar gibt es genug Menschen, denen das Auto Spaß macht. Aber denken die Leute nicht an die Kosten? Ich gehe viel lieber früher in die Freiheit, als ständig Autofinanzierungen abzustottern. Es gibt zuverlässige alte Autos. Es muss ja nicht gleich 15 Jahre alt sein mit 200.000 Kilometern. Es gibt ja noch etwas dazwischen.

Hast du nicht lieber „Fuck You Money“ im Depot als etwas Funkelnagelneues in der Garage? Du kannst jederzeit zum Chef sagen: „Das mache ich nicht länger mit. Ich bin hier raus!“

Hast du genug Geld im Depot, bedeutet das, dass du jederzeit tun kannst, was immer du magst. Das ist wahre Freiheit für mich. Jederzeit Privatier werden zu können ist doch ein schöner Gedanke.

„Ich brauche diesen Job nicht und ich muss diesen Mist nicht tolerieren“, kannst du denken, wenn die Arbeit dich wirklich nervt. Wem die Arbeit sehr viel Spass macht, der macht einfach freiwillig weiter mit dem Job – hat aber alle möglichen Freiheiten, zu tun, was er/sie immer mag.

Ich bin ein Fan von Marketing-Guru Gary Lee (Gary Vaynerchuk). Er sagt grob übersetzt:

Magst du, was die Automarke macht? Magst du, wie du mit der Marke anderen gegenüber erscheinst? 98 Prozent der Menschen, die einen BMW oder Mercedes kaufen, mögen, was andere Leute über sie womöglich denken. Die 470 Dollar je Monat ist, was sie wirklich brauchen. Deshalb haben sie einen Job, den sie hassen, und zwar ein Leben lang.“

Recht hat er. Er rät teure Autos zu verkaufen und stattdessen einen alten Gebrauchten zu fahren. Gerade für Leute, denen das Geld nicht reicht, um ein anderes Leben zu leben, das ihren Wünschen entspricht. Er rät, teure Eigenheime zu verkaufen und in Miete zu gehen. Es werde zu viel Geld in teuren Wohnungen gebunden, das für andere Dinge dienen könnte wie beispielsweise für die Gründung einer Firma, wenn es dein Traum ist, sagt Vee. Vaynerchuk wurde populär mit seinem Online-Wein-Shop. Er hat jeden Tag Videos auf Youtube gepostet, als Youtube noch in den Kinderschuhen steckte.

Alle Marken machen doch ein Haufen Wirbel in der Werbung. Sie wollen dein Geld. Und manchmal ist ein günstiges Vergleichsprodukt genauso gut oder sogar besser. Das kann bei Sonnencreme, Zahnpasta, Wein oder Waschmittel der Fall sein. Das Teuerste ist nicht immer das viele Geld wert. In Test überzeugen erstaunlich viele Billigprodukte. Dieser ganze Marken-Fetisch ist absurd. Gutes muss nicht teuer sein, stellen immer mehr Tester fest.

In uns steckt enormes Potential. Heben wir lieber das Potential, als zu Konsumidioten zu werden, nur um andere zu beeindrucken, die uns eigentlich nicht wichtig sind?

Ich finde Glen Rubia beeindruckend. Er hat mit einem Online-T-Shirt-Shop 120.000 Dollar verdient. Da wohnte er noch im Elternhaus. Von dem Geld kaufte sich der 32-jährige sein eigenes Haus in El Paso. Selbst mit seinen alten T-Shirt-Designs verdient er noch jeden Monat 3.000 Dollar. Seine Firma brummt. Die Medien berichteten schon häufiger über ihn. So ein Erfolg beeindruckt mich mehr, als wenn sich jemand auf Pump ein teures Auto vor die Haustür stellt.

Rund um den Globus unterstützen immer mehr Staaten gerade junge Gründer. Wenn du in Hongkong eine Firma gründest, kannst du erhebliche Förderungen erhalten. Ich finde das klasse.

Die 35-jährige Amanda Chantal Bacon ist mit einem Saft-Laden (frisch gepresst) neben einer Elite-Uni reich geworden. Den Laden „Moon Juice“ hat sie mit weiteren Filialen ausgebaut und neue Produkte hinzugefügt:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Reich mit einem T-Shirt-Shop oder frisch gepressten Säften

  1. Bruno

    Besser ein wortwörtlicher Saftladen eröffnen als Pseudo-Säfte beim Detailhändler kaufen, 99% was man dort kaufen kann ist ziemlicher Scam, z.B. die Marke innocent, 2 Fläschen 360ml Smoothie Energise, kosten 8.80 CHF (7.65 EUR),

    was steht drauf:

    https://www.coopathome.ch/img/produkte/880_880/RGB/4957288_900.jpg?_=1537518065158

    Erdbeere, Kirsche, Guarana, Leinsamen eine feine Sache denkt man, was ist wirklich drin? Primär Apfelsaft, etwas Traubensaft und Banane, und dann tatsächlich noch 3 Erdbeeren und 3 Kirschen und wow, 0.01% Guarana Extrakt!

    Ich mache meine eigenen Smoothies, aber ich denke es wäre ein gutes Geschäftsmodell, wenn man eine gute Lage hat, frische Säfte mit guten Zutaten und ohne Betrug und Konservierungsstoffe anzubieten. In Städten funktioniert das, wenn die Qualität stimmt.

    Und das Beispiel ist noch ein Positives, die meisten Säfte die man kaufen kann sind wirklich schlimme Sachen, Früchte hat es da eigentlich nur noch auf der Verpackung abgebildet.

  2. Wohnung mit Domblick

    Eine liebe Arbeitskollegin hat sich ein neues Auto gekauft, und freut sich wie eine Schneekönigin. Jahreswagen, Cabrio, alle Extras die es gibt. Ein richtiger Tussi-Wagon 🙂 Immerhin nicht finanziert. Nur der Kofferraum ist zu klein…

    Soll sie sich freuen, ich mach es ihr sicher nicht madig. Ihre Suche nach einer Eigentumswohnung war wegen Angebotsmangel bisher erfolglos in der Domstadt. Hoffentlich war das keine Ersatzbefriedigung.

    Kaufanreize zu meiden ist eine Kunst, die man einüben sollte.

    Ebenfalls aus dem Handelsblatt ein Interview mit Pinterest-Gründer Ben Silbermann:

    https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/interview-pinterest-gruender-ben-silbermann-wir-animieren-unsere-nutzer-offline-zu-gehen/23622632.html

    Was ist Pinterest anderes als eine weitere Werbeplattform? Ich sehe da nur Kaufprodukte.

    Meine ‚Motorkarre‘ ist übrigens von 1977. Ich kann alles daran selber reparieren und habe Ersatzteile auf Vorrat. Optimal für die Domstadt: Eine Piaggio Ape. Mehr als 3000km/Jahr kommen aber nicht zusammen. Wenn ich mehr Auto brauche, miete ich mir eins. Sonst fahre ich überwiegend Fahrrad.

     

  3. RalfRutke

     

    Ich liebe mein Auto, es ist im gleichen Jahr wie ich „vom Band gerollt“. Bald ist es ein Oldtimer. Gekauft habe ich es vor sieben Jahren, mit 150.000km für 4.000€. In der Werkstatt war ich damit nie! Das schöne an den alten Autos, man kann mit einem Buch (fast) alles selbst reparieren. Kennt ihr noch die schönen „Jetzt helfe ich mir selbst“ Bände? Wunderwaffen!

    Ich habe in den sieben Jahren also nur Verschließteile und den TÜV bezahlt. Sonst nichts. Nächstes Jahr knacken wir die 300.000km! Das wird ein schöner Road Trip nach Kroatien 🙂

    @Bruno
    Ich mache mir auch gerne morgens einen frischen Smoothie. Es gibt fast kein besseren Start in den Tag!

    Vielleicht sollte ich meine T-Shirts Designs auch verkaufen. Ich habe hin und wieder für Freunde Designs gemacht, eins davon ist zum Selbstkostenpreis auf Amazon erhältlich. Oder ich mach morgens ein paar Smoothies mehr und verkaufe die vor dem Büro. 😀

  4. Felix

    Den Artikel finde ich einigermaßen widersprüchlich: Auf der einen Seite soll Konsumverzicht geübt werden und auf der anderen Seite werden Shopgründer als Vorbild vorgestellt, die was wollen: Genau, dass man ihnen etwas abkauft.

  5. A.

    Es gibt zuverlässige alte Autos. Es muss ja nicht gleich 15 Jahre alt sein mit 200.000 Kilometern. Es gibt ja noch etwas dazwischen.

    Bin ja gerade auf der Suche nach einem Auto was halbwegs günstig, aber nicht zu teuer. Dabei will ich den Sicherheitsaspekt nicht vernachlässigen: sollte also auch eine Knautschzone haben und keine Blechwürfel sein mit der wir über die Autobahn fahren.

    Leider hat sich seit meinem letzten Kauf vor 9 Jahren (den Wagen BMW E39 fahre ich ja immer noch) viel getan und zwar zum Schlechteren. Der  Zeitwagen den ich wegen meiner Frau geholt habe (Ford Focus Bj 2007), damit Sie ihren Teilzeitjob und Kind unter einem Hut bekommt (Bahn ist leider auch nicht immer zuverlässig) haben wir für 3500 Euro geholt, und in 3 Jahren über 2000 Euro für Reparaturen bezahlt und zusätzlich dem Ärger inkl. mehrmals Abschleppen lassen. Nein danke, das mache ich nicht nochmal.

    Wenn ich aktuell nach Gebrauchten schaue: Kategorie 3000 bis 5000 Euro, sind das entweder Kleinwagen die mir echt zu unsicher und auch ungepflegt sind wegen der Knautschzone und auch verdammt unbequem (wir fahren auch mal längere Strecken zum Besuch der Familie, ca. 200 km einfache Richtung, Flixbus ist zu Dritt zum Teil schon doch deutlich teurer und umständlicher) oder es sind Autos mit weit über 180 tkm Teils auch 200 tkm und mit Sicherheit auch oft Reparaturstau. Das brauch ich dann auch nicht (mehr). Wie gesagt, der Gebrauchtwagenmarkt hat sich in dieser Hinsicht verteuert. Die Leute fahre die Autos einfach länger.

    Zusätzlich werden die älteren Autos auch noch von der Politik gejagt und man weiss nicht wann einen das nächste Fahrverbot wo trifft.

    Zwar nutzen wir nun auch mehr ÖVP und meine Frau hat sogar das Jobticket, aber Streiks, Ausfälle der Bahn etc. führen dazu das wir doch einen Zweitwagen brauchen.

    Mittlerweile sage ich, dann lieber einen Gebrauchten oder per Tageszulassung Einen für ca 15.000 bis 20.000 Euro und wenigstens Garantie, denn Zuverlässigkeit bei unserem Alltag brauchen wir einfach und wenn der dann ca. 160tkm o.ä drauf hat, kann ich den noch verkaufen bevor die Reparaturen und Unzuverlässigkeit wieder losgeht, dann mach ich lieber da die Miese und hab wieder einen neueren Zuverlässigen, als die Unzverlässigkeit, Ärger und viel Geld für Reparaturen. Kein Bock mit meiner Tochter im Winter draussen auf der Autobahn in der Kälte auf einen Abschlepper zu warten und dann noch der ganze andere Ärger mit irgendwie nach Hause kommen. Kann auch mit einem neueren passieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist einfach geringer.

    Eine Zeitlang habe ich am Auto einiges selber gemacht, aber alles geht nicht, da man zum Teil Spezialwerkzeug braucht und ich auch echt nicht die Nerven habe am Wochenende das Auto repariert bekommen zu müssen damit wir am Montag wieder zur Arbeit können. Ich bin auch kein Mechaniker und hab viel per Youtube-Videos und Foren gelernt, aber da ist auch einfach eine Grenze.

     

    @All/Ex-Studentin

    War den Dacia anschauen. Also der Logan, da frag ich mich wieso hinten eine Rückbank ist, da passt eh keiner hinten rein, wenn ich vorne fahre und ich bin nicht Überlang (keine 2 Meter oder so, sondenr ca 185 cm)
    Der Dacia Duster ist in Ordnung: Aber in der Preiskategorie gibts dann doch „bessere“ Autos und ich will keinen SUV, weil die mir zu unpraktisch sind.

     

  6. Interessierter Blogleser

    @ tim schaefer

    aber sind wir doch mal ganz ehrlich das ist doch das was die Leute wollen. Sie wollen betrogen werden dass ihr Getränk super gesund ist und genauso schmeckt wie Limonade (a la mit einem Schuss ekelhaften Fruchtzuckergepanache mit normalem Zucker bei Säften ) gibts nicht und hier in den USA ist man Meister darin das zu verstecken.Das auch plötzliche Cola gesund wird mit Süßstoffen die noch schlechter für den Körper sind als normale – ich spreche hier von soft drinks der Sorte Light/Zero.Das könnte meiner Meinung nach gegen so gut wie jede Firma in der Branche behauptet werden (dass die Konsumenten irregeleitet werden durch Zero und Light) wenn auch hier der Konsument gerne mitmacht und gerne gutgläubig ist.Gerade auch wenn man sich die Quartalszahlen von Coca Cola ansieht wird das nocheinmal bestätigt Powerade Zero und Coca Cola Zero sind beliebt und werden noch beliebter und treiben das Wachstum bei  süßen Getränken. Das ist purer Nonsense aber es ist die Entscheidung der Kosumenten und Produzenten und beide nehmen es nicht gut auf wenn sie aus ihrem Gesundheits/Wachstumstraum aufgeweckt werden. Na ja wollen sie ruhig weitermachen – ich bin ja nicht dabei .Ich halte Smoothies auch für eine echt coole Idee aber man muss hier auch bedenken das man einen sehr hohen Preis dafür berappt und nur nen paar pürierte Früchte kriegt die auch nicht so gesund sind weil Gemüse ist ja nicht bzw. kaum in den leckeren Smoothie drin sondern nur der leckere Fruchtzucker aus dem Saft ( ist natürlich gesünder als Softdrinks aber eine Wohltat für den körper sieht auch anders aus ). Und was lernt man aus diesem großen Getränkequatsch ? Meiner Meinung nach am besten Leitungswasser (kosteneffizient) und das ein oder andere mal normale Standard Softdrinks oder billige Säfte aus dem Supermarkt trinken oder wenn man es mag den Smoothie selber machen- dann hat man ökonomisch gesehen sicherlich die beste Entscheidung getroffen (Sorry Kaffe und Teetrinkee ich sprach hier allein von Kaltgetränken)

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Interessierter Blogleser

    die Leute sind leichtgläubig. Sie glauben der Werbung. Ist “Smart Water” wirklich so schlau zu kaufen? Oder macht die Werbung mit den Menschen eine Art Gehirnwäsche?

  8. Ex-Studentin

    @A.

    Wie alt ist denn deine Tochter? Meine Eltern haben den Dacia Sandero Laureate. Je nach dem, was man mit dem Auto vor hat, braucht man keinen Kombi. Mein Bruder bekommt Familie und Kinderwagen (+Isofix für Babysitz) in seinen Renault Clio.

    Mit Flixbus habe ich mich nun auch angefreudet. Mein Freund hat im Gegensatz zu mir keine BC50, weswegen wir durch Flixbus+Regio 25€ bei 250km hin- und zurück zahlen. Regulärer Bahnpreis wären 160€. Mit Kindern ist das sicherlich stressiger. Zudem kann man dann auch was transportieren. Eine Freundin von mir hat sich nun einen 9-Sitzer gekauft, damit Zwillinge und ein Rollstuhl reinpassen. Der war teuer (Kredit), sodass sie nun mit dem Geld nicht mehr hinkommen.

    @Wohnung mit Domblick

    Ich war eine zeit lang auch aktiv auf Suche. Mittlerweile freue ich mich, dass ich so fleißig gespart habe und werde wohl nach und nach mein Depot vergrößern. Ich geb die Suche erst mal auf, solange ich keine Mieterhöhung bekomme. So langsam spiele ich auch mit dem Gedanken, vielleicht doch in eine andere Gegend zu ziehen. Ist noch alles offen.

  9. Mr. Pino Cavallo

    Interessanter Artikel, Tim. Normalerweise rätst du ja zum Investieren in Aktien und/oder ETFs. Diesmal brichst du eine Lanze für das Unternehmertum. Finde ich gut 😉 Wirklich finanziell unabhängig kann man ja tatsächlich nur als Unternehmer oder eben leitender Angestellter werden, da bei normalen Angestellten-Jobs die Löhne i.d.R. für die FU nicht ausreichen.

  10. Wohnung mit Domblick

    @ Cavallo: da bei normalen Angestellten-Jobs die Löhne i.d.R. für die FU nicht ausreichen

    Auch das ist nur so ein hingeworfener Glaubenssatz, den es zu hinterfragen gilt. Diese ‚man kann ja eh nichts machen‘ Einstellung ist weit verbreitet, also wird nichts gemacht.

    In meinem Fall z.B., ich komme auch nur ein paar Jahre vor regulärem Renteneintritt aus der Jobabhängigkeit raus. Die paar Jahre sind aber viel Wert, und die Situation dann ist selbstbestimmt. Und dafür war ich nicht mal ständig sehr sparsam. Ich habe lediglich immer darauf geachtet, meine Fixkosten gering zu halten. Besonders so, dass am selbstbestimmten Ende der Erwerbszeit alle Investitionen getätigt sind. Also Wohnung abbezahlt, wertig eingerichtet und energiesaniert, keine Abhängigkeit von einem Auto mit seinen Dauerkosten. Dann hab ich immernoch Luft, um mich unternehmerisch zu versuchen. Das ganze habe ich mit Anfang 30 so geplant und es geht nun auf. Dabei gab es durchaus unregelmäßige Jobsituationen.

    Man kann also immer was machen. Man muss es dann aber halt auch tun.

  11. -M

    @A.

    Ich fahre auch einen e39 mit 200TKM – vor 6 Jahren für 5.000 gekauft und auch nir Verschleißteile reparieren müssen.

    Das Auto ist in Sachen Sicherheit u knautschzone über jeden Zweifel erhaben würde ich sagen.

    Das einzige ist der Unterhalt. Benzinkosten aufgrund der 2,5liter Maschine sind natürlich höher als bei einem Dacia oä Auto. Reifen, bremsbelägw, Ölwechsel,  im Endeffekt alles kostet 50-100% mehr als bei einem Kleinwagen.

    Ich habe schon öfters über einen Verkauf nachgedacht (würde ca 3000eur noch bekommen) und dann einen kleineren holen.

    Der ist dann günstiger im Unterhalt. Schätze alles in allem 50-100€ im Monat sind an Einsparung drinnen aaaber ich weiß nicht was ich für ein Auto bekomme (bei meinem jetzigen weiß ich was ich habe) Unsinn punkto Sicherheit wird es auch Abstriche geben ….

    Bisher habe ich mich gegen einen Verkauf entschieden…

    P.s. 1300km nach Kroatien waren toll mit dem Auto 🙂

     

    @ all

    Gibt es eine Quelle wo man nachsehen kann, welches Auto im Unterhalt am günstigsten ist bzw. Am zuverlässigsten in punkto die wenigsten reparaturen benötigt?

    -M

     

     

  12. -M

    Einfache Angestellte:

    Die einfachen Angestellten die für ihre Verhältnisse auch 30% sparen vom Einkommen sollten auch eine gute Möglichkeit haben FF zu werden. Die Ansprüche der Menschen sind dann meist auch viel geringer wie die der super verdienenden.

    Wir haben 3k netto zu zweit.

    Sparen aber 1300eur davon. Kommen also mit 1700eur aus. Wenn ich da rechne das man zusammen mit 2x400jobs noch knapp 900eur im Monat an Ausschüttungen benötigt dann kann man das doch gut schaffen als Normalo.

    Depot so ca 400k sollte reichen mit 2 Minijob für die Krankenversicherung. Hört sich für mich recht erstrebenswert an. Vlt geht ja auch noch mehr.

    -M

  13. A.

    @Ex-Studentin

    Meine Tochter ist 3 Jahre alt. Danke für deine Tipps. Ja, ohne Kind geht das alles mit Flixbus etc, aber mit Kind ändert sich dann doch faktisch alles. Ohne Kind hätten wir höchstens ein Auto und würden beide Vollzeit arbeiten und Kindergarten müsste auch nicht gezahlt werden der bei uns schon mit 400 Euro zuschlägt. Es fühlt sich jeden Monat nach einem Raubüberfall an. Wohnen Berufsbedingt in NRW 🙁 und hier ist leider einiges anders als bei uns damals in Hessen an der Grenze Baden-Württemberg wo wir aufgewachsen sind.

    Im Moment habe ich mich damit angefreundet für 1 Jahr das Auto doch zu leasen über so ein Bonusprogramm (keine Anzahlung, Versicherung und Steuer sind drin) und währenddessen in Ruhe nach einem anderen Wagen (vermutlich junger Gebrauchter oder Tageszulassung) zu kaufen. Den werde ich auch zumindest Teilfinanzieren, damit ich flüssig bleibe, aber dann halt auch schnell sondertilgen, da ich Konsumkredite nicht sonderlich mag.

    Im Moment habe ich einen Sparplan am laufen für BASF, den beende ich aber im April/Mai ohnehin, dann habe ich wieder mehr „Luft“.

     

    Gruß

     

  14. KievKiev

    @ Wohnung mir Domblick

    Ein Ape Car ist vielseitig einsetzbar. Und es ist für mich ein sehr schöner Klassiker. Wer kennt sie nicht. Das Fahrzeug könnte die Grundlage für eine Nebenbeschäftigung sein. Saftverkauf, Cappuccino usw. Du kannst die Ladefläche so bauen wie es am besten passt. Und die Produkte direkt vor Ort verkaufen. Kleiner ist nur ein Lastenrad. Auf der Basis habe ich auch schon Siebträgermaschinen mit Espresso gesehen.

  15. Penny

    @ Wohnung mit Domblick

    Kann ich 1:1  so unterschreiben. Besonders der Aspekt mit ständig steigenden Mieten macht mir enorm Sorgen. Und wenn die eigene Wohnung spätestens zum „gewünschten“ Erwerbsende abbezahlt ist, kann man sicher beruhigter schlafen.

    In unserer Stadt ist es kaum möglich mit einem einigermaßen guten Gehalt angemessenen Wohnraum zu finden, der dann auch noch bezahlbar ist. Wir wohnen im Osten. Nach der Wende wurde Wohnraum ohne Ende gebraucht und es wurde gebaut, Wohnhäuser schossen wie Pilze aus dem Boden. In den letzten 10 Jahren wurde bereits ca. die Hälfte dieser Wohnbauten wieder abgerissen und der Wohnraum so künstlich verknappt. Private Vermieter reiben sich die Hände.

  16. Daniel

    Leider hat sich seit meinem letzten Kauf vor 9 Jahren (den Wagen BMW E39 fahre ich ja immer noch) viel getan und zwar zum Schlechteren. 

    Dann fahr den E39 doch einfach weiter. Viel Eigenmasse hat das Fahrzeug, damit höhere passive Sicherheit, 6 Airbags sollten drin sein, ABS und ESP. Der Motor und die Technik sind doch robust und relativ langlebig.

    Du sagst es doch selbst, die neuen Autos werden nicht besser. Also besser das Alte weiterfahren. Bis die ersten wirklichen Fahrverbote kommen vergeht noch etwas Zeit.

  17. Sparta

    Ein Saftladen und T-Shirt-Shop… „Reich“ werden damit evtl. 0,01 %.

    Da lass Dich lieber mal in der Höhle der Löwen zerfleischen! 😉

  18. Wohnung mit Domblick

    Ob man sich als privater Vermieter die Hände reibt, möchte ich mal bezweifeln. Lasse mich aber von privaten Vermietern gerne eines besseren belehren.

    Ich habe es mir ja auch schon überlegt, ob die Investition in eine Wohnung zur Vermietung gute Rendite bringt. Und wie hoch die Risiken dabei wären.

    Die Mieteinnahmen einer Wohnung, die ich mit meinem bereits versteuerten Einkommen gekauft hätte, würden wiederum mit meinem laufenden Einkommen versteuert werden. Da greift dann die Progression gnadenlos zu.

    Sicher lässt sich einiges absetzen. Man muss aber auch genug im Pott haben für Renovierungen, Reparaturen, Versicherung, Verwaltung, Steuern usw. Der Pottinhalt bringt keine Rendite solange.

    Und bei den ganzen sozialen Mieterschutzgesetzen sind langfristige Mietausfälle mit einhergehender übermäßiger Abnutzung ein großes Risiko.

    Für mich ist das nichts. Und ich denke, man muss sich nicht wundern, dass so wenig in Wohnraum investiert wird. Potentielle Privatinvestoren gäbe es sicher genug, die finden nur nicht die richtigen Rahmenbedingungen.

    Und so verschärft sich die Situation am Wohnungsmarkt weiter. Und Autobahnen und Städte werden mit Pendlerverkehr verstopft. Einzige Maßnahmen seitens der Politik: Der Städter soll auf Fahrrad und ÖPNV ausweichen. Lachhaft. Und der städtische Privatinvestor soll bitteschön die Miete nicht erhöhen, oder die Wohnung auf AirBnb anbieten… Und der arme gebeutelte Mieter wird noch mehr geschützt mit noch mehr Gesetzen und Verordnungen.

    Was bleibt dem Investor? Hohes Ausfallrisiko, ständige staatliche Einmischung, maximales Klumpenrisiko und nur eine magere Rendite.

    Den Mieter schmerzt die steigende Miete jeden Monat aufs Neue wie ein Nadelstich. Böser Vermieter.

  19. Thorsten

    @Wohnung mit Domblick

    Bei einer Altbauwohnung kannst Du 2% (ich glaube abzüglich Bodenanteil, das FA hat es bei mir damals festgelegt) jährlich abziehen. Je nach Kaufpreis sind das schon mal vierstellige Werte. Die sollten für Reparaturen in der Wohnung reichen, wenn man sie denn jedes Jahr beiseite legen würde. Die Ersparnis verschwindet halt in der Gesamtrechnung.  Ich hatte ähnliche Bedenken wie Du, allerdings hat die Wertsteigerung (mindestens Inflation etwas mehr wegen Metropolregion hatte ich gedacht) die Erwartungen weit übertroffen. Dass es noch mal fallen könnte ? Ich denke eher nein, Boden ist nicht vermehrbar, das ist ein Unterschied zu Aktien. Daher habe ich es nicht bereut. Manchmal denke ich, ich sollte verkaufen, an Erlös in Aktien stecken,  damit ich keine Arbeit oder Risiko damit hätte. Vielleicht, wenn ich älter bin.

    Es ist offensichtlich, dass  bei uns doch ein ganze Menge Menschen aufs Rad umgestiegen sind , zumindest zeitweise. Wo ich früher alleine fuhr kann ich jetzt auch  andere fahren sehen. Die örtliche Regierung hat 20% der Mobilität fürs Fahrrad als Ziel gesetzt. Das ist nicht unrealistisch, wir haben keine Kasseler Berge, oder einen Stuttgarter Kessel, aus dem man hochfahren muss. Nicht jede Stadt eignet sich, viele gar nicht, das Höhenprofil halt.

    Der Betreiber ÖPNV hat schon mal gewarnt, dass er die Menschen unmöglich alle transportieren könne, wenn alle vom Auto auf den ÖPNV umsteigen würden. Streckennetz, Taktzahl ist immer am Limit. Das wird spannend. Verdichtung in der Stadt hat seine Grenzen. Es werden wohl die anliegenden Bundesländer zugebaut werden, passiert heute schon.

    Ich wünsche mir eine Citymaut für Autos, die nicht aus unserer Stadt sind. Ist das radikal ? Es ist Notwehr und gerecht würde ich sagen. Wer draußen billig wohnt und dann hier kostenlos die Infrastruktur benutzt und uns zudieselt oder zudröhnt, der soll auch dafür zahlen. Wahrscheinlich erledigt sich das aber auch, wenn die Pkw-Maut kommt, dann wird es allerdings für Pendler richtig teuer und deren Immobilien dürften in den Keller fallen. Wer will dann noch da wohnen ?

  20. Hans-Georg

    @Tim

    Wie sieht es eigentlich mit den Fixkosten von einem Auto in Manhatten aus? Parkplatz, Steuern, Garage/Stellplatz, evtl. Maut etc.? Ich habe gelesen das man sich das in NY nicht unter 100tsd. $ Einkommen leisten kann. Stimmt das?

     

  21. Daniel

    Ich wünsche mir eine Citymaut für Autos, die nicht aus unserer Stadt sind. Ist das radikal ? Es ist Notwehr und gerecht würde ich sagen. Wer draußen billig wohnt und dann hier kostenlos die Infrastruktur benutzt und uns zudieselt oder zudröhnt, 

    Es sollen also die Leute für etwas zahlen die in „deine“ Stadt fahren um dort zu arbeiten und damit „deine Stadt“ am laufen halten? Es sollen also Handwerker, Händler, Nahrungsmitteltransporte die „die Städter“ versorgen Maut zahlen damit die Städter schön kostenlos unter sich bleiben? Tut mir leid, ich sehe da keine Gerechtigkeit. Die Probleme haben sich die Städter selbst erschaffen.

    der soll auch dafür zahlen. Wahrscheinlich erledigt sich das aber auch, wenn die Pkw-Maut kommt, dann wird es allerdings für Pendler richtig teuer und deren Immobilien dürften in den Keller fallen. Wer will dann noch da wohnen ?

    Oder das Gegenteil tritt ein. Dank Digitalisierung am Arbeitsplatz erledige ich meine Arbeit oftmals von zuhause, lasse mich zuhause beliefern, habe in 10 Jahren eine erste Ferndiagnose per Skype mit meinem Arzt und freue mich, dass ich schön im Grünen sitze und mehr Land und Wohnfläche habe, während die Städter sich dank selbsterschaffenen Verboten die insbesondere in grünen Viertel entstehen die es in der Form nur selten auf dem Land gibt, die Stadt künstlich unattraktiv gemacht haben.

    Man sieht es doch bei diesen digitalen Nomaden. Der Wohnort wird zusehens irrelevanter.

  22. KievKiev

    @ Wohnung mit Domblick

    Die EZB hat eine historisch ziemlich einmalige Bedingung für Immobilienivestoren geschaffen, die gehebelt Immobilien vermieten möchten. Dazu benötigt man allerdings das passende Objekt mit Potential nach oben anstatt nach unten. Dieses muss positiven Cashflow generieren, damit man seinen monatlichen Gewinn hebeln kann. Zusätzlich ist man für sein Schicksal weitestgehend selbst verantwortlich. Hier habe ich an der Börse mehr Leid erfahren als Immobilieninvestor.

    Ich habe ein MFH, dass ich durch eigene harte Arbeit wertsteigern konnte. Zusätzlich ist der Markt sehr gut gelaufen. Wenn ich als weitere Maßnahme scheibchenweise die Wohnungen nach 10 Jahren verkaufen würde, so hätte ich alleine durch die Wertsteigerung einen sehr hohen Gewinn.

    Auf mein eingesetztes Kapital habe ich alleine nach drei Jahren und ein paar Maßnahmen einen Buchgewinn von 300-400%. Verkaufen darf man das allerdings nicht vor 10 Jahren, damit man die unversteuert einnimmt (Ausnahme Eigennutzung). Als Entschädigung dafür erhält man einen positiven Cashflow Monat für Monat. Hier muss aber der Kaufpreis stimmen, sonst gibt das nichts. Mit den Zahlen lese ich immer wieder gerne Beiträge von Neulingen die Kommers Kaufen und Mieten zitieren, dass sich Kaufen nicht lohnt. Ich finde das Buch übrigens sehr gut. Man darf aber dabei nicht vergessen, dass Kommer selbst keine Immobilie besitzt. Man sollte sich vor einer Investition am besten verschiedene Meinungen holen. Die Befürworter von beispielsweise Immobilien sind in der Regel zu positiv. Die Skeptiker sehen dabei eh nur den Verfall, der sich zwangsläufig irgendwann ergibt. Ich hole mir mehrere Meinungen ein und bilde mir dann mein Urteil. Es war die beste Investition meines Lebens. Das muss aber für Dich an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, bei einem anderen Objekt und anderem Hintergrund längst nicht der Fall sein.

    @ Thorsten

    Mit Pedelecs sollten Berge und auch der entlegene Speckgürtel als Hindernis eigentlich schon der Vergangenheit angehören. 20% Radfahreranteil sollte für jede Stadt schnell realisierbar sein. Die Stadt muss halt verstärkt Radschnellwege ausbauen, auf denen man sich sicher fühlt und schnell durch die Stadt kommt. Da es bereits Länder gibt die diese Schwellen bei weitem Überschritten haben muss man ja nur abschauen und schauen wie man manche Dinge auf die eigene Stadt übertragen kann.

  23. 42sucht21

    @A. ‚alleine 400€ für Kindergarten‘

    Das geht zwar weg, kostet aber in der Realität weniger: ganz grob ca. 2/3 des Betrags, also 300€.

    Für Halter eines 5er BMW plus Zweitagen sollten die 300€ monatlich für die gute Betreuung, Nutzung der Spielgeräte & Räumlichkeiten und Mittags-Verpflegung der Stammhalterin doch OK und kein ‚gefühlter Raubüberfall‘ sein, oder?

    (2/3 der Kosten für die Kinderbetreuung (<14 J., keine Verpflegungskosten) werden als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt. Also bei 400€ minus ca. 70€ Verpflegung => ca. 330€ Betreuungskosten,  davon 2/3 -> 220€ als Sonderausgaben mit dem persönlichen Steuersatz geltend machen.)

    Wenn man dann noch monatlich 194€ Kindergeld (bzw. bei Zusammenveranlagung >64.000€ Einkommen der Kinder- + BEA-Freibetrag) einberechnet, dann wird es noch weniger zum gefühlten Raubüberfall. (Kindergeld geplant ab 7.2019 – 204€ , ab 1.2021 – 219€ ).

  24. Daniel

    @Fabian S.

    Wenn man 99% des dafür benötigten Kapitals zusammenhat ;-p

    Was erhoffst Du Dir denn für eine Antwort? Jeder hat völlig unterschiedliche Lebensvorstellungen, Lebensstandards und Ausgaben.

     

  25. Thorsten

    @Daniel Handwerker, Händler, Nahrungsmitteltransporte die „die Städter“ versorgen Maut zahlen damit die Städter schön kostenlos unter sich bleiben?

    Die Unternehmer können die Maut als Betriebsausgabe absetzen, so würde ich es jedenfalls gestalten. Sie kommen dann auch besser durch den Verkehr und können die Kunden besser errreichen. Genau diese Zielgruppe würde am meisten davon profitieren. In Singapur ist das System lückenlos, natürlich ist das woanders und nicht alles übertragbar. Aber man könnte wie dort unterschiedliche Mautsätze zu unterschiedlichen Tageszeiten festlegen, damit sich der Individualverkehr besser verteilt. Dann wäre es da sGeld auch wert. Stehen im Stau kostet ja auch so schon Geld. Viele Pendler machen das heute schon freiwillig. Entweder sie fangen schon um 6 oder 7 Uhr an zu arbeiten , oder sie kommen erst nach 9 – wenn sie sich das am Arbeitsplatz so einrichten dürfen.

    Manche Unternehmen könnten mit Verlagerung des Standorts an den Stadtrand oder andere Bundesländer reagieren, das passiert heute schon wegen der irren Gewerbesteuersätze. Pendler müssten dann gar nicht mehr in die Stadt reinfahren.

    Zur digitalen Arbeit zu Hause: Das kann zeitweise gehen aber nicht durchgängig. Ich selbst habe lange und und immer wieder remote gearbeitet, teilweise auch über zwei  gegensätzliche Zeitzonen, zwischen 1 Tag und 3 Monaten, meist 1 Woche  und kenne die Auswirkungen auf mich  und die Arbeit. Teamarbeit remote geht zeitweise, wenn es ernst wird, nicht mehr wirklich. Die Verluste bei Schriftsprache, Mimik,   Gestik, verändertes Verhalten bei Videokonferenzen etc. sind enorm. Alle nicken und jeder hat was anderes verstanden, was sich dann in dem hoffentlich erstellten Gesprächsprotokol niederschlägt und im Nachhinein korrigiert mit Aufwand  der Beteiligten wird :o.

    Ich kenne ein Unternehmen, das bietet  jetzt 1 Tag pro Woche an remote zu arbeiten, auch wegen des Pendelns. Allerdings sind die Anforderungen wegen Arbeitsschutz so hoch, dass Manche es nicht dürfen, umbauen oder in eine größere Wohnung umziehen müssten. Auf den Knien mit Laptop und Minibildschirm, , Schreibtisch im Wohnzimmer mit TV im Hintergrund  oder gar am Küchentisch, geht nicht, es muss büroähnlich sein. Manche machen es wohl, aber manche möchten den Kontakt zu den Kollegen trotz des Pendelaufwands nicht verlieren. Ein einziger Tag mit verpasstem Treppenhaustratsch („Flurfunk“), wo die wirklich wichtigen Nachrichten ausgetauscht werden  kann Nachteile bringen. So wie am Aktienmarkt. Dabeisein ist wichtig.

    Alles nur Gedankenexperimente, aber eins ist sicher, die Mieten in den Großstädten werden den Mittelstand mit Kindern in den nächsten Jahren an den Rand drängen.  Dort wo sie früher freiwillig hingezogen sind, es heute aber nicht mehr wollen.

  26. Wohnung mit Domblick

    Der in diesem Jahr auffällig gestiegene Radverkehrsanteil hängt sicher auch mit dem anhaltend trockenen Wetter zusammen. Es hat ja praktisch seit April nicht mehr geregnet und scheint auch weiterhin trocken zu bleiben. Mich hält Regen auch nicht davon ab, täglich mit dem Pedelec zu pendeln.

    Citymaut hat ja in London schon nur Auswirkungen auf die Stadtkasse gehabt, nicht auf die Verkehrsbelastung. Ich denke, jeder Lösungsansatz ist ein streitbares Thema. Ggf. wäre es sinnvoller, wieder Rahmenbedingungen zu schaffen, die Arbeitsplätze auf die Fläche verteilen, statt auf die Städte zu konzentrieren. Homeoffice ist eine Möglichkeit.

    Mit den Bedingungen für Immobilieninvestments muss ich mich mal genauer auseinandersetzen. Z.B. ist mir nicht klar, wie man Gewinne hebeln kann bzw. was das bedeutet. Gibts eine empfehlenswerte Darstellung online oder als Buch?

    Ich hoffe meine Beitragsanzahl heute ist noch erträglich.

  27. ThomasH

    ab wann ist man denn finanziell frei ungefähr?

    Wenn deine passiven Einnahmen und dein Kapitalstock ausreichen, um deine gesamten Ausgaben bis zum Lebensende zu decken.

    Definiere für dich persönlich: Einnahmen, Ausgaben, Lebensende.

    Frag also dich und nicht Tim.

  28. Matthias

    @Wohnung mit Durchblick

    Das mit den Gewinnen hebeln nennt sich Leverage Effekt und ist ein Begriff auf der Finanzwirtschaft:

    „Als Leverage wird die Hebelwirkung der Finanzierungskosten des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalverzinsung verstanden. So kann durch Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite einer Investition gesteigert werden. Dies trifft jedoch nur zu, wenn ein Anleger Fremdkapital zu günstigeren Konditionen aufnehmen kann als die Investition an Gesamtkapitalrentabilität erzielt.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Leverage-Effekt

    Beispiel mit einfachen Zahlen:

    Du investierst 10.000€ zu 10%: hast also 1.000Euro Ertrag. Deine Eigenkapitalrendite beträgt damit 10%.

    Nimmst du nun zu deinem Kapital einen Kredit von 90.000€ zu 5 % auf und legst dies zusammen mit deinem Kapital zu 10%an , dann erhältst du 10.000€ an Ertrag. Davon sind 4.500€ an Zinsen zu zahlen.

    Es verbleiben dir 5.500€.

    Bezogen auf dein eigenes Kapital erhöht sich deine eigene Rrendite von 10% auf 55%.

    Das kann man so lange machen, wie man Anlagemöglichkeiten findet sich mehr abwerfen, als das Kapital das ich fremd aufnehmen kann kostet. Dein eigener Gewinn wird mit Fremdkapital gehebelt.

  29. Simon

    @Wohnung

    „Hebel“ sagt einfach nur folgendes: Wenn ich eine Wohnung für 100.000 EUR kaufe und diese nach Abzug aller Kosten für 2.000 EUR Gewinn im Jahr vermieten kann, macht die Wohnung 2 % Rendite. Soweit, so klar.

    Wenn ich jetzt aber nur 10.000 EUR aus meinem eigenen Kapital nehme und die 90.000 fremdfinanziere (sagen wir mal zu 1 % Zinsen), dann mache ich noch (2.000 – 0,01 * 90.000) = 1.100 Euro Gewinn. Da ich selbst aber nur 10.000 EUR eingesetzt habe, beträgt meine Eigenkapitalrendite nun satte 11 %!

    Ich erwirtschafte also Rendite mit Kapital, das mir gar nicht gehört – das ist der Hebel. Er funktioniert in beide Richtungen. Spaß macht es nur, wenn das Geld dich weniger kostet, als du damit erwirtschaften kannst.

    Die Rechnung ist natürlich etwas vereifacht, zeigt aber worum es geht. Vergessen wird leider oft, dass die Eigenkapitalrendite mit der Zeit asymptotisch schlechter wird, da die geleistete Tilgung ja dein eingesetztes Eigenkapital erhöht.

  30. Wohnung mit Domblick

    Danke @Simon, das war gut verständlich.

    Ein aktueller Satz aus dem Handelsblatt:

    An den Finanzmärkten seien die Bewertungen zudem inzwischen hoch. Bei einem Konjunktureinbruch könnte dies dazu beitragen, dass die Preise für Immobilien, Aktien und Anleihen sinken. So sind aus Sicht der Bundesbank beispielsweise die Preise für Wohnimmobilien in den deutschen Städten zwischen 15 und 30 Prozent überbewertet.

    Quelle: https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/geldpolitik-bundesbank-warnt-vor-gefahren-fuer-die-finanzstabilitaet/23631930.html

    Ich hab ja noch Zeit… 🙂

     

  31. Thorsten

    @Wohnung mit Domblick.

    Das Wetter hat sicher Einfluss, die ausgebauten Radwege auch.  Vor gut 20 Jahren auf selber Strecke war das Radfahren undenkbar. An entscheidenden Stellen war der Stresslevel so hoch, dass man es lieber nicht riskiert hat.  Es wird Manches besser.

    Hier noch eine Alternative zum Wohnungkauf am Deutschen Aktienmarkt, ich hatte schon öfters mal Immoaktien erwähnt.

    https://abload.de/img/screenshot2018-11-141m4eni.jpg

    „15 is 30% zu hoch“ genau das wären wohl die Werte, die die Gehälter in den letzten 20 Jahren summiert zu wenig gestiegen sind, haha. Den Immos ist es egal.

  32. Fabian S.

    @ Daniel, @ Thomas H:

    sehr witzig. Aber Tim hat doch einen ungefähren Depotwert desöfteren genannt. Oh Mann

     

    Und schön, dass sich irgendwer meldet, wenn man Tim anspricht, war früher hier auch anders.

  33. ThomasH

    @Fabian. Im Ernst, welche Antwort hast du denn auf deine Frage erwartet? Inidividueller geht es ja kaum. Oder wäre dir geholfen, wenn Tim uns einfach seinen Depotwert genannt hätte? Sicher interessant, taugt aber auch nicht als Antwort…

  34. Thorsten

    @Kiev Pedelecs habe ich ausgeklammert, aber man kann sie zuaddieren, sie kommen rasant. Eine Nachbarin auf dem Land fährt damit zum Friedhof, zu Fuß ist das definitv zu weit (nächster Ort, dazwischen Pampa und für hiesige Verhältnisse ‚entsetzliche‘ Höhenmeter wegen Endmoränenlandschaft, das geht verdammt auf die Knie wenn man älter wird) und da ist auch kein Bürgersteig oder Radweg. So fährt sie die Strecke mit dem Elektrofahrrad mit Vergnügen. Das Auto bleibt dafür stehen.

  35. Wohnung mit Domblick

    @Thorsten,

    ich bespare seit neulich:

    Xtrackers FTSE Developed Europe ex UK Real Estate UCITS ETF 1C (WKN A118P8)

    Hoffe, es performt langfristig.

    In der Domstadt ist Radfahren in den letzten 10 Jahren eher unerfreulicher geworden aufgrund zunehmender Agressivität seitens Pendlerhorden und gestresster Mamataxis. Andere Verkehrsteilnehmer werden einfach ausgeblendet.

  36. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fabian

    Wann bist du frei? Wenn du genug passive Cashflüsse hast, um deine Lebenshaltungskosten damit decken zu können.

    Ich finde die 4%-Entnahme-Formel gut. Also wenn du beispielsweise im Depot 1 Million Euro hast, dann kannst du 40.000 Euro im Jahr zum Leben ausgeben (Wohnen, Essen, Reisen, Hobbys…). So wird dein Depot bis zum Lebensende reichen. Aber du darfst nie mehr als 4% vom Depot ausgeben. Wer vorsichtig ist, macht noch eventuell einen kleinen Nebenjob. Und gibt nur 3 bis 3,5% vom Depot aus.

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