Nobelpreisträger Robert Shiller rät: Lebe sparsam, bilde Rücklagen

Nobelpreisträger Robert Shiller in New York: Er witzelt gerne. Und spricht sehr gut Deutsch. Der Professor rät seinen Studenten: Sei sparsam, lege Geld zurück, wenn Du den ersten Job bekommst.
Nobelpreisträger Robert Shiller in New York: Er witzelt gerne. Und spricht sehr gut Deutsch. Der Professor rät seinen Studenten: Sei sparsam, lege Geld zurück, wenn Du den ersten Job bekommst.

Ich finde Nobelpreisträger Robert Shiller faszinierend. Obwohl er den Nobelpreis erhielt, ist der Ökonom sehr umgänglich. Klar, stolz ist er schon auf den Preis. Aber arrogant ist er nicht. Ganz und gar nicht.

Er ist super-freundlich. Ich plauderte mit ihm ein paar Mal. Er spricht sehr gut Deutsch. Die deutsche Sprache ist ihm ans Herz gewachsen. Shiller kann sich für vieles aus Europa begeistern. Er saugt zum Beispiel alles, was er über Albert Einstein findet, wie ein Schwamm auf.

Jetzt gab er ein Interview. Der Wissenschaftler riet Uni-Absolventen, einfach so weiter zu leben wie bisher, wenn sie das Hochschulzeugnis in der Tasche haben. Das Leben als Student sei ja nicht so schlimm, resümierte er. Seine Studenten seien zufrieden. Wie Recht er hat! Tausende von Dollar lassen sich so im Jahr sparen.

Was er meint: Studiere. Mache den Abschluss. Nehme einen Job an. Sei sparsam. Lege Geld zurück. Plane langfristig.


Ich lebe so. Ich kaufe meine Jeans für 20 Dollar beim Discounter Target. Auf Designerkleidung verzichte ich. Oft ist die Qualität von Markenklamotten nicht mal besser. Mein TV ist 20 Jahr alt. Couch, Tisch, Stühle, Regale, Schränke – alles uralt. Meist von Ikea. Oder gebraucht.

Mein Reisekoffer habe ich seit 15 Jahren. Oder so. Ich muss einen Gurt umbinden, damit meine Wäsche nicht beim Verladen herausfällt. Aber sonst rollt der Hartschalenkoffer noch. Ein Langfinger hätte keine Freude mit dem kultigen Schrott-Ding.

In einem Vielfliegerforum ist zu lesen, dass sauteure Reisekoffer von Rimowa (ja, die aus den uralten James-Bond-Filmen) auch kaputt gehen. Vielleicht mag das geschilderte Problem eines Kunden ein Ausnahmefall sein. Ich kann es nicht beurteilen. Grundsätzlich weiß ich aber: Teuer ist nicht immer mit exzellenter Qualität gleichzusetzen.

Mittelpreisige Koffer halten vielleicht genauso lange wie die allerbesten Marken.

Meine Billig-Jeans halten erstaunlich lange.

Sparsam zu leben, leuchtet ein. Niemand kann ständig die neueste Konsumelektronik, Auto, Haus oder Koffer haben. Das geht nicht.

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Fabian S.
7 Jahre zuvor

Super Artikel Tim!

 

Mach bitte weiter so….mehr muss man nicht sagen 🙂

Karl
7 Jahre zuvor

Tim schreib doch bitte noch einen Post zu Buffett und dem Exxon Ausstieg. Mich würde da deine Meinung sehr interessieren!

Grüße

Stefan
7 Jahre zuvor

 

Das mit der Qualität stimmt leider.

Hab mir vor zweieinhalb Jahren mehrere Boss Jeans gekauft weil ich dachte die halten lange. Keine einzige ist noch in Ordnung. Die Nähte gehen auf, vor allem im Schritt sind riesige Löcher.

Da ich Klamottenkaufen hasse dachte ich: kaufste einmal Qualität und die halten dann…Pustekuchen. Allerdings wenn ich sehe was manche für Jeans ausgeben! Das geht bei denen teilweise erst bei 200 € los. Ich hab für keine mehr als 130 € bezahlt.

Kik und Primark lehne ich trotzdem ab. Die beuten nicht nur ihre Angestellten aus sondern auch die Kinder und Armen in der dritten Welt. (Ich weiss, die grossen Labels machen das wohl auch).

Außerdem tauchen die immer auf wenn mal wieder giftige Klamotten und Schuhe entdeckt werden. Wenn die Sachen schon nix mehr taugen will ich sie wenigstens giftfrei.

willihope
7 Jahre zuvor

Amerika wurde gross und mächtig nach John M. Keynes, nehmt Kredite auf und konsumiert. Hat sehr gut funktioniert wenn man sich die Geschichte ansieht.

Ob das deutsche Sparmodel da wirklich eine Alternative ist?

 

Soll ja jeder leben wie er möchte und er glücklich wird aber als Gesellschaftsmodel ist der Geiz als Selbstzweck nicht geeignet finde ich. Sobald man finanziell unabhängig ist soll man doch sein Leben genießen, es währt ja nicht ewig und tote Millionäre gibts eh schon genug am Friedhof. 🙂

 

So eine neuer Flachbildschirm in Übergrösse wäre mir schon lieber als meine alte Tube, die Augen werden ja auch nicht besser. Allerdings bin ich ja auch nicht finanziell unabhängig und so muss das eben warten. 🙁

 

@Karl

Was soll er da grossartig schreiben? Buffett ist ausgestiegen weil er eben bessere Anlagemöglichkeiten sieht, obs stimmt wird man sehen. Praktisch geht er von einem niedrigen Ölpreis für längere Zeit aus, warum ist wohl sein Geheimnis denn logisch ist es nicht.

Das wichtigste Gut der Erde bei steigendem Verbrauch soll knapp über den Förderkosten bleiben.? Hmmm.

 

franz joseph
7 Jahre zuvor

Vielen Dank für diesen lesenswerten Beitrag. Habe nur eine Frage bezüglich der allgemeinen Börsensituation. Ich meine die absolut betrachtet und historisch ist die Börse teuer. Aber ich bin auch der Meinung, dass sie relativ betrachtet im Vergleich zu Anleihen fair bewertet bis günstig ist.

Wenn du regelmäßig zukaufst. Hast du da irgendwelche Grenzen (KGV) bis wann du einen Wert kaufst. Ich meine eine wenn eine Firma gut ist, dann passt das schon, aber wenn die dann zu 30er oder 40er KGVs notieren würden?

Als europäischer Anleger hat man da natürlich, wenn man bevorzugt in den USA, Schweiz etc. anlegen möchte einen ca. 20% Aufschlag, aufgrund der Währung zu zahlen.

Vielen Dank!

lg

ZaVodou
7 Jahre zuvor

“Soll ja jeder leben wie er möchte und er glücklich wird aber als Gesellschaftsmodel ist der Geiz als Selbstzweck nicht geeignet finde ich.”

Ich denke mal, dass es nicht darum geht geizig zu sein, sondern darum, nicht über seine Verhältnisse zu leben und etwas für Notfälle bzw. fürs Alter zurückzulegen.

Das ist das wovon Tim schreibtt. Das finde ich ganz vernünftig und mit diese Werten bin ich auch aufgewachsen. Erst sparen dann kaufen. Spare in der Zeit so hast Du in der Not.

Das Problem, das sich aber momentan auftut, sind die niedrigen Zinsen. Heute stand ein Artikel im Handelsblatt, dass die Sparkassen über negative Einlagezinsen für den Endkunden nachdenken. Viele, gerade deutsche Sparer, sind nun überfordert, weil vorher die deutschen Notenbänker für Geldwertstabilität standen und die Zinsen noch was abwarfen. Das ist nun anders. Bin mal gespannt, ob die Sparer auch diese Kröte schlucken werden, wenn es denn so weit sein sollte.

Schwarzer Kater
7 Jahre zuvor

@Tim

Du schreibst ja immer wieder über das Thema und hast schon viele Aspekte dazu genannt.

Die Spanne zwischen ich nenne es mal “asketisch” und “verschwenderisch” ist natürlich immens. Das Leben als Familie in einer deutschen Großstadt ist nicht preiswert und je nach dem, wie der Euro (Güter des täglichen Lebens aus dem Ausland werden teurer) & der Ölpreis sich entwickeln wird & wenn es Herr Draghi schafft seine angehimmelte 2% Inflation zu erreichen, dann sowieso nicht mehr.

Wer dazu noch eine Balance zwischen Beruf und Familie hinbekommen möchte, z.B. Teilzeitarbeit eines Elternteils, oder seinem Kind eine gute Bildung zukommen lassen möchte, der kommt als Durchschnittsverdiener gerade so zurecht.

Von den vielen Menschen, die sich trotz Arbeit ihr Leben kaum noch leisten können, ganz zu schweigen.

Die Realität ist doch, dass die die “können”, eh schön größtenteils sparen & ihr Geld anlegen (wohl das Gros der Leser hier) und es immer mehr gibt, die eben nicht mal das “können”.

Klar könnte man sagen, dass 10 oder 20 Euro doch immer geht. Stellt sich dann nur die Frage, ob es das dann wirklich bringt und ob das Geld nicht besser in die Essenqualität investiert wäre.

stefan1
7 Jahre zuvor

Du hast leicht reden tim wenn der dollar die stärkste währung ist, kann man leicht aktien kaufen. Für euro anleger ergibt sich ein nachteil von 20%!!!!!!!!

7 Jahre zuvor

Hi Tim,

ich finde man darf auch Mal verschwenderisch sein, das macht das Leben doch gerade auch lebenswert! Natürlich sollte man viel sparen, aber man kann auch immer versuchen die Einnahmenseite zu erhöhen und niemand weiß wie lange man lebt.

Es kann morgen vorbei sein – auch in jungen Jahren. Was nützt dann das dicke Depot? Ich finde es vor allem wichtig keine langfristigen Zahlungsverpflichtungen einzugehen und die Zukunft nicht an Dritte zu verpfänden.

Ich halte insgesamt finanzielle Bildung für entscheidend, da meine Generation die absolute Erbengeneration ist. Das größte Erbe bringt einem aber nichts, wenn man nicht mit Geld umgehen kann oder von Investieren keine Ahnung hat. Sehe ich oft in meinem Umfeld. Viele müssten Deinen Blog oder meinen Blog lesen und müssten definitiv nie wieder arbeiten, aber da fehlt einfach manchmal das Interesse oder die Weitsichtigkeit.

viel Grüße

Stefan

Stefan
7 Jahre zuvor

 

@ Tim:

ich habe im Bekanntenkreis eine andere Erfahrung gemacht. Jemand den ich kenne arbeitet bei BASF. Er hat keine Ahnung von Aktien, weiss nicht was eine Eigenkapitalrendite ist, Cashflow. Er meint sogar, dass eine Allianz mit zB 130 EUR zu teuer ist. Eine Aktie wie die Lufthansa billig da nur zweistellig.

Und trotzdem erzielt er wahnsinnig gute Renditen. Er steckt alles Geld immer nur in BASF. Auch in der Krise. Seitdem ist der Kurs dreimal so hoch und die Dividendenrendite auf das eingesetzte Kapital wahrscheinlich zweistellig! Und das ohne jede Ahnung…

7 Jahre zuvor

Ich kenne einen ähnlich Fall wie Stefan, hab ich auch vor längerem schon mal gepostet.

Der Herr war 40 Jahre Siemensmitarbeiter und kaufte jedes Jahre brav seine Belegschaftsaktien. Leider ist er inzwischen verstorben, aber seine Aktien hatten damals einen Wert von über 200.000 €, aktuell wären es wohl über 300.000 €.

 

Ich behaupte nach wie vor, dass man eigentlich kaum Ahnung von der Börse haben muss, um langfristig erfolgreich zu sein. 10 -15 Titel nach gesundem Menschenverstand kaufen und diese über Jahrzehnte halten und aufstocken. Selbst wenn man eine Enron erwischt, der Rest macht es mehr als wett.

 

Zum Thema: Sparsam und überlegt leben – ja. Geiz und sich alles verkneifen – nein. Wie immer, die Mischung macht´s.

@Tim

Gut, dass du bei Target kaufst, die hab ich im Depot *schmunzel

Und meine Exxon gebe ich auch nicht her.

 

willihope
7 Jahre zuvor

Es ist aber sehr riskant Aktien des eigenen Arbeitsgebers zu kaufen solange man nicht im oberen Management sitzt!

Für Normalsterbliche heisst es bei Konkurs oder schlechte Jahre:  Arbeit weg & Vermögen weg!

 

Mit Lebe sparsam lässt sich aber kein Imperium bauen gelle!

Habe ja schon voriges Jahr geschrieben, Bau boomt wie Sau in USA und jetzt schaust du:

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Immobilien-in-den-USA-Vereinigte-Staaten-der-Haeuslebauer-Wer-davon-profitiert-4196156

 

Hätte man damals die richtigen Aktien gekauft! 🙂

 

Ich habe jetzt auch einen neuen Zock gestartet, ein Dings was eigentlich keine Zukunft hat aber Dank deutscher Politik wird es hoffentlich wieder was mit 1000% und mehr! 🙂

Grüne Energie ist schön. 🙂

 

Valueer
7 Jahre zuvor

Es geht nicht darum jede Menge Wissen zu sammeln. Wissen ist an der Börse unerlässlich. Aber wie viele hochstudierte und mit allem Finanzwissen ausgestattete Fondmanager schneiden an der Börse schlechter ab als der Vergleichindex?

Eine Grundausstattung an Wissen ist ein Muss, bei zu viel Wissen laufen viele Gefahr sich auf unwichtige Details zu versteifen und das Generelle außen vor zu lassen.

Wie sagte Buffet: Börse ist kein Spiel bei dem der mit einem IQ von 160 dem mit 130 überlegen ist. Es erzielt derjenige eine höhere Rendite der die vernünftigeren Entscheidungen trifft.

 

Gruß

Valueer

7 Jahre zuvor

@ Valueer

Du bringst es auf den Punkt! Es geht um die Grundausstattung! Ich finde die Bücher von Taleb und Gigerenzer gut, da kommt immer wieder schön zum Ausdruck, dass in komplexen Systemen – wie der Wirtschaft/Börse – einfache Regeln überlegen sind. Von genau diesen einfachen Regeln schreibt Tim ja auch immer – keine Rocket Science also :-).

 

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